jump to navigation

Kleinigkeiten Februar 11, 2009, 19:03

Posted by Lila in Land und Leute.
trackback

Kadima dringt in traditionelle linkswählende Kreise vor. Wohlhabende Städter, die sonst immer Avoda oder Meretz gewählt haben, sind zu Kadima übergeschwenkt. Kibbuzim, auch unserer, wählen Kadima. Meretz hat noch immer die meisten Stimmen bei uns gekriegt, aber gleich danach Kadima. Das ist ohne Zweifel ein Schwenk nach rechts – Kadima als Linke, die sich die Augen reibt, aus ihren Träumen erwacht.

In Majd el Shams und anderen drusischen oder gemischten Städtchen hat Lieberman erstaunlichen Zulauf gefunden. Auf seiner Liste ist ja auch ein Druse. Die Spannungen zwischen Arabern und Drusen finden also ein Ventil in der Wahl Liebermans.

Die arabische Partei Chadash wiederum hat neue jüdische Wähler gefunden, vielleicht auch wegen ihrer grünen Inhalte. Andere grüne Parteien haben es ja nicht geschafft, auch Meimad nicht, eine ganz interessante Verbindung von sanftem Judentum und grünem Säkularismus.

In Nahaufnahme sind diese Wahlen wirklich hochinteressant. In Städten wie Karmiel haben 30% der Einwohner Lieberman gewählt. Y. arbeitet in der Nähe von Karmiel und er sagt, das sind die russischen Einwanderer, die Lieberman als „einen der Ihren“ empfinden und für ihn wählen. Das verwundert nicht, es verwundert eher, wie er es schafft, auch andere Wähler zu finden. Er ist der erste „russische“ Politiker, der diese Barriere überspringt. Auch seine säkularen Forderungen (nach Zivilehe zB, aber auch nach Änderung des verkorksten Wahlrechts) finden Widerhall – auch bei eigentlich eher „linken“ Wählern.  Sie sind mehrheitsfähig.

Die Peripherie hat Likud gewählt, die Städte und Kibbuzim Kadima.  Aber die Einzelheiten interessieren mich.

Kommentare»

1. Wolfram - Februar 12, 2009, 13:21

Zum Wahlrecht kann ich nichts sagen – und wenn es verkorkst ist, kann es sicher nicht erklärt werden… – aber die Zivilehe gehört einfach in einem modernen Staat dazu. Finde ich.

2. Lila - Februar 12, 2009, 13:35

Ist aber gegen die Religiösen bisher nicht durchgesetzt worden. Lieberman hat deswegen gar keine große Lust, sich mit den religiösen Parteien in die Regierung zu setzen.

3. grenzgaenge - Februar 12, 2009, 13:49

eine frage – speziell fuer liebermann – ist wie viele seiner waehlerInnen nach der halacha juedisch sind. oder eben nicht. an dieser frage scheiden sich die geister von lieberman und die der religioesen doch gewaltig 🙂

4. Lila - Februar 12, 2009, 14:56

Seit wann haben nur halachisch jüdische Israelis das Wahlrecht?

Das spielt absolut keine Rolle. Die Haredim hassen Lieberman wegen seiner säkularen Agenda.

5. CK - Februar 12, 2009, 17:30

Wäre Lieberman nicht so ein Rassist, müsste man den wohl glatt gutfinden. Der scheint ein ganzheitlich liberales Programm zu vertreten, auch gerade hinsichtlich der Wirtschaft, wo ich die meisten Übereinstimmungen mit Israel Beitenu hatte, wie ich bei diesem Partei-Test hier feststellte (was meiner persönlichen Erfahrung nach typisch für Leute aus dem ehemaligen Ostblock ist, die sind heute oft überzeugte freie Unternehmer und besser als viele Andere vor sozialistischem Schwachsinn gefeit). Oder täusche ich mich da ?

6. eran - Februar 12, 2009, 18:48

„Die Peripherie hat Likud gewählt, die Städte und Kibbuzim Kadima. Aber die Einzelheiten interessieren mich.“

http://www.jpost.com/servlet/Satellite?pagename=JPost/JPArticle/ShowFull&cid=1233304750355

7. Lila - Februar 12, 2009, 19:22

CK: Ein Shas-Minister gerade empört im Fernsehen: „Liebermans Vorschlag einer zivilen Ehe würde Juden ermöglichen, Goyiot zu heiraten!“ Goyia ist ein herabsetzend gemeintes Wort für Frauen wie mich (es gibt noch schönere). Schlimm schlimm, wenn man jüdische Männer per Gesetz davon abhalten muß, Frauen wie mich zu heiraten. Immerhin hat er keine Angst, daß Jüdinnen Goyim heiraten könnten. Die Gefahr geht immer von der Fremden Frau aus.

So gesehen ist Lieberman Anti-Rassist. 😛

8. yael1 - Februar 12, 2009, 19:54

„Immerhin hat er keine Angst, daß Jüdinnen Goyim heiraten könnten.“

Naja, das liegt nunmal daran, dass der jüdische Status über die Mutter geht. Aus der Sicht ist es verständlicher.

Darf ich dich fragen, warum du nie einen Giur ins Auge gefasst hast?

9. Lila - Februar 12, 2009, 20:09

Aus demselben Grund, aus dem Du nicht Christin werden würdest. Identität ist Identität. Es gibt Leute, die aus Überzeugung übertreten, ich könnte das nicht. Ich bin und bleibe Christin, auch wenn das vielen Juden völlig unverständlich ist.

Darf ich fragen, warum Du nicht gefragt hast, warum Y. nicht zum Christentum übergetreten ist?

10. grenzgaenge - Februar 12, 2009, 20:17

ach, lila, ich denke es geht dem rabbinat auch ein stueck weit um macht. denn in der frage der zivilehe steckt ziemlich viel macht.

soll ich dir was sagen ? meine schul waere LEER wenn man es so eng sehen wuerde. natuerlich gibt es „mischehen“ (in anfuehrungszeichen weil ich das wort nicht mag. es erinnert mich an unselige zeiten. ich habe aber leider kein anderes.) ich denke man sollte im zweifelsfall immer (!!) fuer die menschen entscheiden. das habe ich wenigstens so von meinen zwei rabbinern gelernt.

mein orthodoxer (!!) rabbiner sieht es in diesem punkt nicht so eng. er ist beruhigenderweise ein menschenfreund. ihm sind alle menschen willkommen und das ist auch programm der gemeinde.

das mit den „halachisch juedisch“ habe ich falsch ausgedrueckt, entschuldigung. ich meinte damit einfach das es schwierig fuer jemanden wie lieberman sein sollte mit religioesen in einer regierung zu sitzen die einem grossen teil von lieberman´s waehlern schlicht die berechtigung absprechen sich in israel aufzuhalten. das ist zwar traurig und – wie ich finde – vom religioesen standpunkt aus noch trauriger – aber so ist nun mal die denkweise in teilen der orthodoxie.

ich hoffe – mit dir, liebe lila, das sich diese definition von „israelischen staatsbuergern“ niemals durchsetzen wird. dann waere israel naemlich am ende. sowohl vom ideal her als auch von der demokratischen wirklichkeit her. habe ich jetzt besser ausgedrueckt was ich sagen wollte ?

ich finde deinen weg jedenfalls gut und richtig und ich kann nur meinen respekt fuer deinen weg bekunden.

11. Lila - Februar 12, 2009, 20:20

Lieberman hat schon mit Shas in der Regierung gesessen. Er ist pragmatischer, als er auftritt.

12. grenzgaenge - Februar 12, 2009, 20:25

„Darf ich fragen, warum Du nicht gefragt hast, warum Y. nicht zum Christentum übergetreten ist?“

darf ich eine antwort anbieten ? weil y. nicht religioes ist. weder in der einen, noch in der anderen richtung 😉

er ist aber TROTZDEM nett !! *stichel*

13. yael1 - Februar 12, 2009, 20:30

“ Ich bin und bleibe Christin, auch wenn das vielen Juden völlig unverständlich ist.“

Nein, das denke ich nicht. Ist doch in Ordnung.
Ich habe leider, was auf deine Familie nicht zutrifft, viele Menschen erlebt, die Probleme mit ihrer Identität haben, weil der Vater jüdisch und die Mutter nichtjüdisch sind. Das trifft sicher mehr auf die Diaspora zu als das in Israel der Fall ist.

„Darf ich fragen, warum Du nicht gefragt hast, warum Y. nicht zum Christentum übergetreten ist?“

Gute Frage. In Israel als christliche Familie zu leben, stelle ich mir schwieriger vor als wenn man jüdisch ist, eben weil die Religion so viel im Leben bestimmt (Heirat, Beerdigung usw.).

14. Lila - Februar 12, 2009, 20:51

Meine Kinder haben, genau wie mein Mann, eine starke israelische Identätit, noch dazu als Kibbuzniks. Auch ich habe längst eine israelische Identität entwickelt. Es gibt in Israel gar nicht so wenige Menschen, die sich als Israelis fühlen, obwohl sie nicht jüdisch sind.

Diaspora wäre zB in den Augen meiner Schwiegereltern wesentlich schwieriger als zwei goyiot als Schwiegertöchter. Ihr Zionismus ist ein Zionismus des Lands, nicht der Halacha. Das ist Kibbuz-Zionismus.

Die Religion bestimmt vieles im Leben jüdischer Israelis, die sich entscheiden, die Religion bestimmen zu lassen. Wer das nicht will, der hat Alternativen, die sich längst herausgebildet haben. Im Kibbuz begraben wir mit Sarg und ohne Chevrat Kadisha, auch für Leute von außerhalb bieten Kibbuzim das an. Und ich kenne viele Leute, die alternativ heiraten, auch hier in Israel, nicht nur auf Zypern. sie machen teilweise wirklich schöne chuppot, und da es in Israel reicht, „mukarim be zibur“ zu sein, und auch Ehepaare oft ihre eigenen Namen behalten etc., macht sich der Unterschied nicht bemerkbar. Manche reichen auch eine Eheschließung im Ausland nach.

Das Beharren der Orthodoxen auf ihrem Monopol schadet auch den Beziehungen zur Diaspora. Wenn die anderen jüdischen Strömungen hier anerkannt wären, sähe es wohl alles etwas anders aus. Die Machtverhältnisse heute sind Ergebnis politischer Verhandlungen, nicht vom Berg Sinai gegeben.

Ich bin froh, daß ich mit all diesen Sachen nichts zu tun habe. Das findet alles ohne mich statt, und auch ohne meinen Mann.

Wir leben hier auch nicht als christliche Familie. Ich habe meine Kinder nicht getauft und nicht christlich erzogen, weil ich das unfair gefunden hätte. Sie wissen genug über das Christentum, um, wenn sie das wollen, Christen werden zu können, ohne große Schwellen.

Ich habe meinen Ältesten durchaus ermutigt, den Armee-Giur anzufangen. Er ist sogar zu einer Informationsveranstaltung gegangen, wie ich auch berichtet habe. Danach hat er zu mir gesagt: Mama, da müßte ich heucheln, ich mach es nicht.

Und so ist das. Ich kann auch nicht heucheln. Und ohne Heucheln ginge es nicht.

Ich kenne schon enige, die geheuchelt haben und sich dessen sogar rühmen. Ich kenne auch Leute, die ehrlichen Herzens konvertiert sind (auch mehrere Männer). Und ich kenne eine ganze Reihe Leute, die wie ich leben.

Wenn der Staat Israel das nicht mehr verkraften kann, wenn ich das Gefühl habe, daß Leue wie ich hier unerwünscht sind, dann gehen wir. Bisher war das nicht der Fall. Israel ist wesentlich toleranter, als das Stereotyp vorsieht.

15. grenzgaenge - Februar 12, 2009, 20:55

„Wenn der Staat Israel das nicht mehr verkraften kann, wenn ich das Gefühl habe, daß Leue wie ich hier unerwünscht sind, dann gehen wir.“

g“tt behuete das es so weit kommt …

16. Lila - Februar 12, 2009, 20:57

Ja, die Frage wäre ja auch, wohin. Europa ist für Israelis und Juden etwas, äh, problematisch, und USA will ich nicht. Neuseeland soll sehr hübsch sein 🙂

17. grenzgaenge - Februar 12, 2009, 21:05

ach, lila, es wird nicht so weit kommen. irgendwie sagt mir mein gefuehl das es nicht so sein wird.

der grenzgaenger schaltet sich gleich ab … ich habe es mir zur gewohnheit gemacht den freitag der vorbereitung auf schabbes zu widmen. es gibt jetzt noch den schabbes eintrag in meinem blogg und dann bin ich bis samstag abend offline. ich wuensche dir ein schoenes wochenende und schabbat schalom !

18. yael1 - Februar 13, 2009, 0:34

„Ich kenne schon enige, die geheuchelt haben und sich dessen sogar rühmen. Ich kenne auch Leute, die ehrlichen Herzens konvertiert sind (auch mehrere Männer). Und ich kenne eine ganze Reihe Leute, die wie ich leben.“

Heucheln finde ich auch ganz schrecklich (abgesehen davon, dass der Giur dann sowieso nicht zählt).

19. yael1 - Februar 13, 2009, 3:26

Entschuldigung für mein Off-Topic, aber ich bin wirklich ratlos, was man zu so einem Posting überhaupt noch sagen kann, deswegen bin ich mal so frei und stelle es hier rein, wenn Lila das recht ist:

„Der Staat Israel hätte keineswegs die gesamte Bevölkerung des Gaza-Streifen ermorden können. Nehmen wir mal an, Israel hätte dazu tatsächlich die militärischen Mittel, dann hätte, bei aller Tatenlosigkeit, die sonst bei der UNO herrscht, und bei aller übergroßer Toleranz für menschenverachtende Politik, die gegenüber dem Staat Israel gemeinhin besteht, Staaten wie die USA eingegriffen, ganz abgesehen davon, daß diverse arabische Staaten auch nur begrenzt bereit sind, (zum Zweck der Selbsterhaltung) tatenlos zuzuschauen, wie ihre Verwandten umgebracht werden.

Ein Staat, der Menschen aufgrund ihrer Abstammung aus ihren angestammten Gebieten vertreibt, zusammensperrt und dann die Gebiete, in denen er sie zusammengetrieben hat, bombardiert oder mit Panzern überrollt, handelt völkermörderisch.

Daneben widerlegt auch die Tatsache, daß die Palästinenser/innen viele Kinder zeugen und gebären und dadurch – möglicherweise sogar absichtlich – ihre Dezimierung entgegenwirken, keineswegs, daß die Politik der gewichtigen israelischen Parteien etwas von Völkermord hat.
Ein Völkermord ist nicht erst dann einer, wenn er „erfolgreich“ abgeschlossen wurde. Und wenn’s sein muß, nenne es halt „versuchter Völkermord“.

Die Rücksichtslosigkeit, mit der Zivilpersonen, Krankenhäuser, die Presse und sogar UN-Einrichtungen angegriffen werden, läßt jedenfalls vermuten, daß kein Respekt vor diesen besteht, daß eigene Interessen über die berechtigten anderer, unbeteilligter und unschuldiger Menschen gestellt und diese offenbar für minderwertig gehalten werden.
So etwas tun z.B. auch die Taliban und ihresgleichen in diversen Ländern, und auch die Hamas. Das bestreitet niemand. (Aber die geben es wenigstens zu.)“

http://www.hagalil.com/archiv/2009/02/11/adl-umfrage/

Was geht in den Köpfen dieser Menschen nur vor?

20. Lila - Februar 13, 2009, 6:17

Was darin vorgeht? Tja, das ist jemand, der von vornherein nicht gewillt ist, Tatsachen anzuerkennen, und dem die Fakten egal sind. Mit dieser Meinung kriegst Du in Deutschland automatisch Zustimmung, und in vielen anderen Ländern auch. Das Wissen um die historischen Tatsachen, zB das Wie und Wann der Staatsgründungen im Nahen Osten, nicht nur hier, ist schwach ausgeprägt und auch unerwünscht. Und ansonsten gilt: was auch immer schiefläuft, es werden schon die Juden gewesen sein.

Ich krieg hier ziemlich regelmäßig solche Kommentare, weswegen ich froh bin, wenn die Zugriffszahlen sinken und sich nur mehr Leute zu mir verirren, die diese Art unqualifizierten Mist nicht von sich geben. Da kann man nicht diskutieren. Die Hirnfunktion, die „Erkennung von Tatsachen und Integrierung ins eigene Weltbild, unter ständiger Infragestellung bisher gehaltener Positionen“ heißt, ist ausgeschaltet.

Das funktioniert auch bei anderen Themen. Ich werde auch schon mal in Emails wüst beschimpft, wenn ich mich als Feministin geoutet habe, wobei der Beschimpfer seine eigene bornierte Definition von Feminismus zugrundelegt, um mich desto besser anspucken zu können. Ob das auf mich konkret zutrifft, ist egal, Hauptsache, es paßt ins Weltbild. Auf sowas antwortet man nicht, man sagt sich: armer Mensch, so viele Gehirnzellen und so wenig wird damit gemacht. (Ich habe mir inzwishen angwöhnt, sowas nicht mehr zu lesen – die ersten drei Zeilen reichen. Also, Feministinnenhasser, Israelhasser, wer auch immer, spar Dir Deine Bemühungen, ich lösch das Zeugs als Spam, sowohl hier als auch im Reiche Yahoo.)

Aber wenn man sieht, wie viele Menschen so funktionieren und nur in Klischees und Vorurteilen denken, da kann man schon ganz schön trübselig werden.

21. Joram - Februar 13, 2009, 11:41

Antisemitismus/Antijudaismus hat eine Tausendejahre lange Geschichte. Begann in der Antike und dauert bis heute. Es gibt Menschen die sagen, dass niemand als Antisemit geboren wird. Das bezweifle ich. Wenn man an Darwinismus glaubt, kann ein körperliches oder psychisches Merkmal (wenn er sich als positiv für das Überleben herausstellt) an die Nachkommen weitergegeben werden. Irgendwann ist bei einer Gruppe von Homo Sapiens Antisemitismus zum einem angeborenen Reflex geworden, der ihnen irgendwelche Vorteil im Leben verschafft.
Das wurde in meinem Geburtsland Polen auch irgendwann in den 70er Jahren des letzten Jh. realisiert, als der Antisemitismus nicht schwacher wurde, obwohl es kaum noch Juden in Polen gab. Dieses Phänomen wird mit folgenden Satz beschrieben:
„Die Polen säugen den Antisemitismus mit der Muttermilch“.
Erstaunlicher Weise verstecken die Polen ihre Ressentiments nicht hinter der „Israelkritik“. Nein, die geben sich einfach und schlicht als antisemitisch/antijüdisch.

Ich habe zwar keine Erklärung dafür, was für einen Vorteil haben die Polen (und auch andere Ethnien) aus dem angeborenen (oder anerzogenen) Antisemitismus. Aber ich habe eine Erklärung dafür, was für einen Vorteil die Juden davon haben. Die vergessen nicht, dass sie einem auserwählten Volk angehören und assimilieren sich nicht so schnell wie die andere Ethnien innerhalb eines größeres Volkes. Durch diese Ressentiments wird den Juden immer bewusst, dass sie kein normales Volk unter anderen sind. Das kann bei manchen zum Widerstand führen (Selbsthass) oder ganz Gegenteil (Proud to be a Jew). Normal ist das nicht, aber wer sagt schon, dass ausgerechnet das auswerwählte Volk normal sein muss?

22. CK - Februar 13, 2009, 12:00

@Lila: Dem kann ich nur zustimmen. Wie blöd muss man egtl. sein um Menschen nach Labels, politischer oder sonstwelcher Art, zu beurteilen ?

Grad beim Feminismus gibt es ja auch diverse, teilweise sehr unterschiedliche Subströmungen, die sich nicht selten sogar massiv bekämpfen bei manchen Themen. Es gibt zwar leider männerhassende „Schwanz ab“-Feministinnen oder gar Feministinnen, die andere Frauen hassen weil diese angeblich falsch leben, so dass dann gegen freiwillig gewählte Hausfrauen bspw. gehetzt wird oder auch gegen Prostituierte, die sich nicht mit der Opferrolle abfinden wollen und daher irgendwie „Verrat“ an der Frauensache begangen haben sollen (wobei ich mich da immer frage, was daran noch feministisch im Sinne von emanzipatorisch sein soll), auch gibt es diese sozialistischen Radikalfeministinnen, die alles Böse in der „Kultur des weissen Mannes“ und im Kapitalismus sehen (die hassen auch nicht selten Israel, nennen das aber feministische Friedensinitiative), aber die Mehrzahl ist wohl in Ordnung und hat auch richtige, gesellschaftskritische Ansichten, leider sind die Lösungsansätze (Quoten bspw.) m.E. oft mal verkehrt oder gar kontraproduktiv. Aber darüber kann man dann ja konstruktiv miteinander diskutieren statt rumzuspucken.

Ein guter Tipp in meinen Augen ist bspw. Wendy McElroy, die jede Frau als Individuum betrachtet und nicht in antagonistischen, genitalen Klassen denkt.

http://www.ifeminists.net/e107_plugins/enews/enews.php
http://www.wendymcelroy.com/e107_plugins/content/content.php?content.14

Aber zuviele Menschen urteilen nach Labels und denken in Stereotypen, Klischees und Vorurteilen. Als feministische Christin hat man es wohl ohnehin gleich doppelt schwer, aber so Seiten wie diese hier und noch viele, viele Andere im Netz machen mir doch Hoffnung, denn sie zeigen dass es auch anders geht, also bloß nicht trübselig werden 😉

23. Lila - Februar 13, 2009, 12:26

CK, ich habe die von dir so negativ geschilderten Feministinnen noch nie im realen Leben angetroffen. Nur als Schreckbild in Gesprächen und Aritkeln. Hast Du mal so eine Feministin kennengelernt? Ich nicht. Feminismus ist nämlich keine Ideologie. Wenn ich sage, daß ich Feministin bin, meine ich damit nur, daß ich für meine Töchter dasselbe Spektrum an Möglichkeiten erwarte wie für meine Söhne. Das ist alles.

24. CK - Februar 13, 2009, 13:52

@Lila: Ich selber bekam schon wütende Mails von solchen Damen, man solle mir sonstwas abschneiden … Das lag nur daran, dass ich in einem Politikforum das rot-grüne ProstGes Deutschlands gelobt habe und meinte, sowas solle man auch bei uns einführen, da Kriminalisierung wie in Schweden ohnehin gar nichts bringt. Sonst hatte ich gar nichts gemacht und ich hatte mich auch durchaus niveauvoll und seriös ausgedruckt 😉 Dann gibt es da noch den Frauenrat, der Werbung zensieren will, genauso wie auf der EU-Ebene, da soll dann wieder Geld an Bürokraten verschwendet werden.

Es stimmt aber schon, dass die Artikel oft schlimmer sind als die Personen dann im realen Leben dahinter. In direkten Gesprächen ist eine Alice Schwarzer ja auch viel netter und umgänglicher als wenn man manchen Emma-Artikel von ihr liest 😀

Der schlimme Typus war wohl mehr in den 70ern und 80ern unterwegs gewesen, hab da Geschichten aus der WG-Zeit im roten Marburg von meiner Tante gehört mit bspw. Männerverbots-Aufklebern an Türen, widerlich. In meinem direkten Umfeld kenne ich gottseidank nur sympathische Frauen.

Deine Definition von Feminismus gefällt mir (Gleichheit vor dem Gesetz ist das Ziel, nicht Gleichmacherei !), aber Gender Mainstreaming ist definitiv eine egalitaristische Ideologie und eine, die ich sehr kritisch sehe, da man nichts erzwingen sollte und ich auch nicht einsehe, wieso es das Ziel sein sollte, notfalls die Natur zu bekämpfen, nur um irgendein bestimmtes, utopisches geschlechterparitätisches Ergebnis in allen Berufen zu erreichen.

Ich bin für „Spontaneous Order“ und gegen geplante Sozialklempnerei. Wenn eine Frau Busfahrerin oder Informatikerin werden will, sollte sie es werden dürfen, nicht aber sollte man Geld für irgendwelche paternalistischen Förderprogramme ausgeben, damit endlich mehr Frauen Busfahrerinnen und Informatikerinnen und im Gegenzug mehr Männer Pädagogen oder Krankenpfleger werden. Das erscheint mir irgendwie hanebüchen.

Ich bin da insoweit konservativ als dass ich denke, dass es eben durchaus biologische, natürliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt, die man nicht als „bösartig“ bekämpfen muss.

Ausserdem stehen wir beide im richtigen Leben und sind nicht in akademischen Elfenbeintürmen unterwegs. Da wird teilweise nämlich Komisches fabriziert und sich ausgedacht.

25. Joram - Februar 13, 2009, 14:04

@Lila
„Wenn ich sage, daß ich Feministin bin, meine ich damit nur, daß ich für meine Töchter dasselbe Spektrum an Möglichkeiten erwarte wie für meine Söhne.“

Sorry, das ist kein Merkmal des Feminismus. Als Feministin musst Du sagen, dass Du für Deine Töchter mehr Chancen als für Deine Söhne erwartest/erkämpfen musst, weil die Töchter Tausende von Jahren unterdrückt wurden und endlich auch zu Züge kommen müssen. Und dass die Männer an allem Elend auf der Welt schuld sind. Kriege, Finanzkrise, Französische Revolution und Atombombe.

Feministinen kämpfen (oder tun sie als ob) nicht um die Gleichberechtigung/Gleiche Chancen von Frauen und Männer. Die Feministinen begreifen sich als Opfer der Männer und wollen jetzt einen Rollenumkehr. Nakmanutt eben.
Das was Du als Dein „Feminismus“ beschreibst, ist m.E. Emanziption der Frauen oder Gleichberechtigung der Geschlechter.
Gleiche Rechte für Frauen und Männer – politische, soziale und ökonomische Rechte.

Die Feministinen sind meines Wissen aus – an sich gesunder und vernünftiger – Bewegung der Suffragetten hervorgegangen und haben dabei arg übertrieben indem sie zu beweisen versuchten, dass die Männer eine minderwertige Rasse der Homo Sapiens sind die durch List und Gewalt an die Macht kam und die überlegen Rasse der Frauen unterdrückt.

Feminismus ist für meine Begriffe ein Pedant zu Machoismus.
Machoismus finde ich auch nicht gut, als Macho musste ich immer die Rechnung im Restaurant bezahlen. Irgendwann fand ich das zu teuer. Dann habe ich mich aus wirtschaftlichen Gründen dazu entschieden kein Macho mehr zu sein. Es ist preiswerter. Allerdings fanden die Frauen das nicht so sehr aufregend. Aber in meinem Alter kann das schon egal sein.

26. Lila - Februar 13, 2009, 14:07

Na, da sind sie ja wieder, die Besserwisser, die mir erklären wollen, was ich denke, und mir Männerhaß unterstellen.

Was für ein Reizwort Feminismus für Männer ist. Feminismus ist nichts weiter als die Ausweitung des Humanismus auf Frauen. Verschont mich mit Euren Feindbildern.

27. Joram - Februar 13, 2009, 14:29

@Lila,

„Na, da sind sie ja wieder, die Besserwisser, die mir erklären wollen, was ich denke, und mir Männerhaß unterstellen.“

Quark! Ich tue das nicht. Aber ich finde, es wäre vernünftiger sich auf die Bedeutung der Begriffe zu einigen. Wenn ich als gelernte Krieger von mir behaupten würde, dass ich ein Pazifist bin weil ich mit Waffengewalt für Peace sorge, dann sagt mir jeder, dass ich ein Idiot und kein Pazifist bin. Als Pazifist sollte ich mich eher umbringen lassen anstatt nach Gewehr zu greifen.

Würdest Du Männer hassen, hättest Du keine vier Kinder mit einem Mann. Haben Feministinen überhaupt Kinder?

28. Lila - Februar 13, 2009, 14:31

Du hast doch selbst gesagt:

Als Feministin musst Du sagen…

Danke für die Anweisung, aber ich weiß selbst, was ich sagen will, und ich muß gar nichts.

Deine Definition des Feminismus verpflichtet mich zu gar nichts. Deine Definition des Feminismus ist aus Vorurteilen gegen Feministinnen zusammengesetzt (hassen Männer, schieben Männern an allem die Schuld zu, haben keine Kinder…). Das ist nicht mein Problem.

29. Joram - Februar 13, 2009, 14:38

@Lila
OK.
und Tschüß.

30. Lila - Februar 13, 2009, 14:46

Noch ein Flouncer?

Erstaunlich, wie manche es nicht aushalten, mit einer Feministin konfrontiert zu werden, die nicht in ihr Weltbild paßt. Dann flouncen sie lieber. 😛 Ein amüsanter Anblick.

31. Janina - Februar 13, 2009, 14:53

Hallo Lila,

ich beziehe mich auf Deinen Post #20, „das Wissen um die Staatsgründung…“. Da Du ja (wie ich auch) eine ziemliche Leseratte zu sein scheinst – kannst Du mir, oder jemand Deiner Leser, ein gutes Buch über die Geschichte Israels empfehlen? Ich hab zwar schon das eine oder andere mal in der Buchhandlung gestanden, aber ich wollte nicht aus Versehen viel Geld für diverse Israel-bashing-Bücher ausgeben.

Vielen Dank schonmal vorab für gute Ratschläge!

32. Joram - Februar 13, 2009, 15:18

@Lila

Tschüß war als „Gut Schabeß“ gemeint, nicht als Flounce.
Ich habe keinen Grund Dein Blog zu verlassen, nur weil wir unterschiedliche Meinung zu einem Begriff haben.
(und nicht zur Sache als solche)

Wenn Du dich als Feministin bezeichnest, dann ist das Dein Bier. Ich kann mich auch als Deutscher bezeichnen, weil ich in Deutschland lebe. Nur was für einen Sinn das hat, wenn ich kein Detuscher bin? Wir verstehen offensichtlich nicht das gleiche unter dem Begriff „Feminismus“.
Aber – mir ist eigentlich egal was Du bist. ich dachte nur dass die Feministinen sich durch Teilung fortpflanzen. Aber Du hast meine Vermutung in widerlegt 🙂

und Tschüß/Gut Schabeß

@Janina

ich kann Dir zwei Bücher empfehlen:

http://www.amazon.de/Israels-Existenzkampf-moralische-Verteidigung-seiner/dp/3894582375/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1234530760&sr=1-1

http://www.amazon.de/ewige-S%C3%BCndenbock-Verlogenheit-sogenannten-Nahostkonflikt/dp/300026583X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1234530905&sr=1-1

33. Lila - Februar 13, 2009, 15:24

Na da bin ich ja beruhigt.

Parthenogenesis meinst Du? Interessante Option.

Lozowick wollte ich auch gerade empfehlen, den hat mir neuich eine gute Seele geschenkt 😉 und er ist sehr interessant (wie auch sein Blog). Wenn eine gute Leseliste zusammenkommt, mach ich dafür vielleicht eine extra Seite auf? Mal gucken.

34. yael1 - Februar 13, 2009, 15:33

Lozowicks Buch gibt es auch in der Bundeszentrale für pol. Bildung billig für 4 Euro.

35. Janina - Februar 13, 2009, 15:47

Hallo Joram,

schonmal vielen Dank für die Empfehlung – sind beide auf meinem Wunschzettel gespeichert, muß Zuhaus mal meinen amazon-Gutschein rauskramen.

Und liebe Lila – über Bücherlisten freue ich mich IMMER! Nur falls Du mal Zeit haben solltest 😉

Viele Grüße
Janina

36. Joram - Februar 13, 2009, 15:51

„Parthenogenesis meinst Du? Interessante Option.“

Das wäre zu einfach – und wahrscheinlich möglich (Komodowaran, Bienen, Blattläuse) Obwohl bei Säugetieren bis auf einen Fall bisher nicht vorgekommen (Jesus). Und ob Miriam eine Feministin war, kann man heute nicht mit Sicherheit sagen. Ich meinte eher das Klonen. Oder Zellenteilung?

War die Lilith eigentlich eine Feministin oder eine Emanzipantin?
Das ist mir heute nicht ganz klar. Die jüdisch-feministische Theologie ist für mich in diesem Punkt nicht ganz eindeutig.

37. Joram - Februar 13, 2009, 15:55

@yael1
Tatsächlich, diese Ausgabe habe ich auch:

http://www.bpb.de/publikationen/97CE06,0,0,Israels_Existenzkampf.html

Janina, kannst Du viel Geld sparen, wenn Du bei BPB bestellst.
Bei der Gelegenheit kannst Du noch was über Antisemitismus bestellen:
http://www.bpb.de/suche/?all_search_action=search&all_search_text=antisemitismus&OK.x=0&OK.y=0

38. yael1 - Februar 13, 2009, 16:05
39. CK - Februar 13, 2009, 16:42

So wie Lila und ich Feminismus verstanden haben, ist das ne sehr gute Sache. Gender Mainstreaming jedoch, vor allem was die EU-Bürokratie daraus macht, ist schon m.E. teilweise echt verrückt, da hat Joram wiederum recht. Gibt ja genug Frauen, die das auch so sagen und nur noch den Kopf über den Wahn schütteln. Ist wohl echt ne Definitionssache. Vlt. ist dieses Problem in Israel aber so auch nicht gegeben und wir reden daher alle unglücklich aneinander vorbei.

„Na, da sind sie ja wieder, die Besserwisser, die mir erklären wollen, was ich denke, und mir Männerhaß unterstellen.“

@Lila: Ich hoffe wirklich, damit war nicht auch ich gemeint (du schreibst in Mehrzahl), denn das wäre mir unrecht getan. Es ist nur so, dass oft ursprüngliche tolle Ideen von Politikern leider pervertiert und in Mißkredit gebracht werden. Was Du denkst, habe ich nie behauptet zu wissen und Männerhass unterstelle ich auch erst denen, die zuvor etwas in diese Richtung geschrieben haben. Auch ist Feminismus sicher kein Reizwort für mich. Im Gegenteil. Nichts liegt mir mehr am Herzen als die Emanzipation jedes Individuums.

40. melusine08 - Februar 13, 2009, 16:55

Danke an yael1 und Joram für den Tip mit der bpb.

Zur Definition von Feminismus hab ich mal einen netten Essay in diesem blog gefunden. http://tomatonation.com/?p=677 ist zwar amerikanisch aber im Prinzip übertragbar.

41. Janina - Februar 13, 2009, 17:16

Hallo an alle,

vielen vielen Dank für den Link zur BPB und die Buchvorschläge. Weitere nehme ich gerne an! Ich mache mir zwar aus den vielen Artikeln und Kommentaren, die sich so lese, mein eigenes Bild – aber es ist doch sehr hilfreich, wenn man es mal in der richtigen Reihenfolge, sachlich fundiert erklärt bekommt, und auch schnell nochmal nachschlagen kann.

42. NEB - Februar 14, 2009, 6:21

„Six Days of War: June 1967 and the Making of the Modern Middle East.“ von Michael Oren.
Eines der besten Sachbuecher ueberhaupt, ausserdem komplett sachlich/unparteiisch und faktenbasiert.
Hilft meiner Meinung nach auf jeden Fall die israelische Gesellschaft von heute zu verstehen, und ist absolut DAS buch ueber den sechstageskrieg.

43. Joram - Februar 14, 2009, 15:05

Ein sehr zum Nachdenken bewegender Film:

http://onlinecliptv.com/list/video/23215/Entscheidung-im-Sechstagekrieg

Vor allem sollte man sich die Kommentare des ägyptischen Funkjournalisten genau anhören/anschauen. Dann weiß man besser was Pallywood bedeutet und wie das funktioniert.

44. yael1 - Februar 14, 2009, 23:53

„Was darin vorgeht? Tja, das ist jemand, der von vornherein nicht gewillt ist, Tatsachen anzuerkennen, und dem die Fakten egal sind. Mit dieser Meinung kriegst Du in Deutschland automatisch Zustimmung, und in vielen anderen Ländern auch. Das Wissen um die historischen Tatsachen, zB das Wie und Wann der Staatsgründungen im Nahen Osten, nicht nur hier, ist schwach ausgeprägt und auch unerwünscht. Und ansonsten gilt: was auch immer schiefläuft, es werden schon die Juden gewesen sein.“

Danke, Lila für deine Einschätzung, ich weiß, dass es keinen Sinn hat. Noch nicht einmal die Anerkennung der Juden als Volk will der akzeptieren. Das ist leider eine Geschichte der Alt-68. Die denken, wenn man den Völkergedanken weglässt und überhaupt Völker abschafft, inklusive der Identität, wären die Probleme der Menschheit gelöst. Schade, dass manches nicht wenigstens körperlich weh tut.

45. hering - Februar 15, 2009, 20:37

Eine mehr als umfangreiche Literaturliste gibt es kostenlos hier: http://www.gesis.org/fileadmin/upload/dienstleistung/fachinformationen/recherche_spezial/NahostKrieg_1.pdf

Gesis ist eine deutsche Dokumentationsstelle im sozialwissenschaftlichen Bereich. http://www.gesis.org/

46. Joram - Februar 16, 2009, 14:24

@hering

ja, die Liste ist tatsächlich umfangreich. Aber manche Positionen sind haarstraubend.
Z.B.
1) Rose, John
Mythen des Zionismus: Stolpersteine auf dem Weg zum Frieden.

(Hauptaussage: Die Juden haben weder historischen noch religiösen Anspruch auf Israel. Sie sollen den Zionismus – also das Recht auf die nationale Suveränität als Volk aufgeben und dann wird es den Frieden geben.) Ergo – die Juden dürfen nur als Dhimmis in einem arabischen Land Palästina leben.

2) Yousefi, Hamid Reza; Ginsburg, Sarah
Kultur des Krieges: Amerikanismus – Zionismus – Islamismus

(Die Verfasser behandeln drei Ideologien, denen ein völkerverachtender Universalitätsanspruch
mit konkurrierenden Heilsbotschaften gemeinsam ist: Amerikanismus, Zionismus und Islamismus. Alle drei behandelten Strömungen verfolgen das Ziel, die Weltordnung
gemäß ihren eigenen Vorstellungen zu gestalten. Sie sind Kulturen des Krieges.) Ziemlich kranke Vorstellung von Zionismus. Die Autoren sprechen dadurch den Israelis das Recht auf eine Souverenität indem sie Zionismus dämonisieren.

3) Baumgarten, Helga
Die Hamas: Antwort einer unterdrückten Gesellschaft auf die Besatzung?

Wer kennt nicht diese Frau? Eine Frau deren grenzlose Liebe zur Araber die klare Gedankenwege trübt?
Die 10.000 Raketen und Granaten auf Israelische Städte sind nur ein hilfloser Versuch eines Davids sich vom israelischen Goliath zu befreien. Ohne Rücksicht auf Verluste. Die Gebärmaschinen in Burkas arbeiten am Nachschub.

5) Zuckermann, Moshe
Israels Identität: Heterogenität und Konflikte.

(Israelis sind zum Teil überhaupt keine Juden. Und Israel ist ein Kopfgeburt) Ein Ausdrück des jüdischen Selbsthasses eines Wissenschaftler der mit vorliebe bei der kommunstischen Postilie „Neues Deutschland“ sein Bestens abgibt.
Hier mehr über Moshe:
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/search/results/55a171dff14cdeabe1a7d826aa431517/

6) Honderich, Ted:
Palestinian Terrorism, Morality, and Germany

(Der Autor geht davon, dass die gegenwärtige Politik Israels gegenüber den Palästinensern völkerrechtswidrig
ist. Vor diesem Hintergrund versucht er, die Legitimität des palästinensischen Terrorismus
moralisch und rechtlich zu rechtfertigen.)

Das sind die Positionen auf der Liste, die mir sofort aufgefallen sind und bei mir ein Unbehagen und Würgereflex hervorrufen.

Es ist leider so, dass viele der sog. „Wissenschaftler“ irgendwelches dummes Zeug schreiben müssen. Publiziere oder Stirb. So läuft es in dem Wissenschaftsbetrieb. Wer keine Ahnung hat, der schreibt von einem anderen ab. Oder fabuliert etwas. Ob das Sinn hat oder nicht, ist nicht so wichtig. Wichtig ist, dass der Name und der Titel in einem Katalog, oder Literarturliste auftauchen.

In der Liste von Herring kann sowohl ein ausgewiesener Judenhasser und sog. Israelkritiker, als auch ein Ultrazionist eine entsprechende Argumentationshilfe finden.
In jedem Konflikt, kann man jede Seite verteufeln. Meistens gibt erst die Geschichte die Antwort, wer war der Böse. Obwohl in manchen Fällen auch nach zwei Hundert Jahren ist das nicht ganz klar.
Die vielen Deutschen z.B. verteufeln den Napoleon Buonaparte. Ich sehe in ihm einen Helden. Viele Deutschen verehren den Che Guevare. Ich sehe in ihm einen Massenmörder. Usw.

47. hering - Februar 16, 2009, 21:33

@ Joram

Ich bin Bibliothekar/Dokumentar. Von daher kenne ich die Arbeit der Kollegen die diese Bibliographie erstellt haben. Andere Leser bekommen bei anderen Zitaten Würgereflexe. Das ist halt so. In unserem Berufsstand geht man immer noch davon aus, das mündige Leser selbst entscheiden. Würde der jeweils eigene Geschmack oder die eigene politische Überzeugung bei der Zusammenstellung von bibliographischen Nachweisen eine Rolle spielen, könnten wir diese Arbeit auch den jeweiligen Ideologen überlassen.

Was nun Napoleon angeht wird es Dir schwer fallen einen lebenden Deutschen zu finden, der den heute noch verteufelt. Dazu ist die Zeit nun doch zu lange her. Es gibt natürlich noch Erzählungen und Mythen, die in den unterschiedlichen Gegenden unterschiedlich stark nachwirken, aber in Anbetracht des niedergehenden deutschen Bildungsstands bin ich mir noch nicht mal sicher ob eine Mehrheit „der Deutschen“ Napoleon überhaupt noch kennt. Ein Held war er aber sicher nur in der Form wie jeder Diktator auf Kosten seiner Untertanen ein Held sein kann. Wenn auch gerade wir in Deutschland froh über viele seiner Gesetze sein dürfen, so war er doch auch ein Massenschlächter.

Wo jetzt die Definition von Massenmörder anfängt, darüber kann man sicherlich trefflich streiten. Wenn man von der reinen Zahl ausgeht (was sicher nicht zulässig ist) würde Che Guevara da aber schlecht reinpassen (was nicht seine verquere Ideologie und teilweise Menschenverachtung entschuldigen soll).

48. Joram - Februar 17, 2009, 9:18

@Hering

Du hast natürlich vollkomm Recht bezüglich der Kriterien für die Zusammenstellung der Literaturliste. Der mündige Leser soll selbst entscheiden was er zu lesen hat, und dann seine Schlüße aus der Lektüre ziehen. Und wenn er selbst einigermassen durch seine Lebenserfahrung, Lektüre, Empirie Bescheid weiß, dann wird er sich durch die ideologisch gefärbte „Wissenschaftliche Arbeiten“ nicht verirren lassen.
Nur hat aber die nette Frau nach Literatur gefragt, die über die im Mainstream übliche Israel-Bashing herausgeht. Daraus erlaube ich mir zu vermuten, dass sie noch nicht tiefgründig in diese Problematik eingetaucht ist und noch ein wenig orientierungslos durch den Urwald der Meinungen stöbert. Ob ihr dabei die Publikationen von Mosche Zuckerman oder Helga Baumgarten den richtigen Weg zu finden helfen, erlaube ich mir zu bezweifeln.
Ein Buch von Tarach oder Lozowick wird ihr das Kennenlernen der Problematik aus der „richtigen Perspektive“ erleichten. Sonst kann man sie sofort auf die Webseite von Palästina Portal schicken, wo sie voll mit antisemitischen Propaganda zugemüllt wird.

Und jetzt off topic.

Was Napoleon betrifft, ist seine Person nur aus der historischen Perspektive zu beurteilen und mit Tyrannen aus seiner Zeit zu vergleichen. Mit dem Zar Alexander, mit dem österreichischen Kaiser mit dem spanischen, italienischen und deutschen Königen und Fürsten usw.
Wie du richtig bemerkt hast, über seine Gesetzen sollen die Deutschen und vor allem die Juden Europas froh sein. Erstmal wurden sie durch Code civil als Bürger angesehen,
Mit dem Code civil schuf Napoleon ein bedeutendes Gesetzeswerk der Neuzeit. Das hatte den absolutistischen Monarchen Europas gar nicht gefallen.
Sie haben ihn letztlich besiegt, aber wie schon Brecht schrieb:

„…
Die Völker Europas haben ihn vertrieben.
Ihre eigenen Fürsten sind ihnen geblieben.
Die haben den ganzen Gewinn gekriegt:
Die Schlechteren haben den Schlechten besiegt.“

Die Polen verehren ihn bis heute. Zusammen mit seinem Marschall dem polnischen Fürst Josef Poniatowski. Immerhin ist das einmalig dass ein französischer Kaiser in einer Nationalhymne außerhalb von Frankreich geehrt wird. So wie in der polnischen:

„Wir werden Weichsel und Warthe durchschreiten,
Wir werden Polen sein,
Bonaparte gab uns vor,
Wie wir zu siegen haben.“

49. Joram - Februar 17, 2009, 10:26

@yael,

ich habe gerade eben einen Blick auf diese Diskussions-Webseite bei hagalil.com geworfen. Merkwürdige Vögel verkehren dort. Ziemlich reizbar. Leicht ankratzen und kommt diese Phobie sofort aus.
Ich habe keine Ahnung ob das terapierbar ist, aber klinisch ist das beschrieben worden:
http://www.onlineberatung-therapie.de/stoerung/angst/phobien/judeophobie.html

50. Janina - Februar 17, 2009, 15:12

@Joram:
Vielen Dank für das Kompliment! 😉 Meine bisherige Israel-Bildung besteht aus SPIEGEL, SPIEGEL online, Nachrichten im öffentlich-rechtlichen Fernsehen und diversen anderen Zeitungen, die ich ab und an mal lese. Und aus diversen Blogdiskussionen und Einträgen, die ich gern lese, bei Lila, Liza und achgut. Ach, den Klassiker Exodus hab ich natürlich auch gelesen und, typisch Mädchen, ganz schön geheult.

Vom Gefühl her bin ich ein wenig stolz auf mich, daß ich trotz der tendenziellen Berichterstattung in eben diesen Medien meine eigene Meinung gebildet habe, aber ich mag halt gerne Hintergründe wissen über Themen, die mich interessieren. Damit ich zum einen mitreden kann, also weiß worum es geht, zum anderen aber auch meine Meinungsfindung immer wieder überprüfen kann, um zu verhindern, daß ich dogmatisch/festgefahren bin/werde. Denn nichts ist gefährlicher, aber auch langweiliger, als das.
Und Wissen macht mir auch einfach Spaß. – Und nein, ich bin kein zuhausehockender dicker häßlicher Langweiler ohne Freunde 😉

51. yael1 - Februar 17, 2009, 16:57

@Joram

guter Tipp. Aber dann jammern die wieder herum von wegen Beleidigung, dabei will man ihnen doch nur helfen. 😀

52. Joram - Februar 17, 2009, 18:25

@yael

„dabei will man ihnen doch nur helfen.“

nun ist ihnen nicht mehr zu helfen Oder anders formuliert – das soll man den Fachleuten überlassen: Psychiatren oder Psychologen. Das ist kein Witz. Ich finde, dass es irgendwann reicht, wenn sich die Juden und Israelis immer zu rechtfertigen versuchen. Das reicht jetzt aber wirklich.

@Janina,
bei Liza bist Du sehr gut aufgehoben. Bis auf Football (ich hasse Football), finde ich diese Webseite ausgezeichnet. Aber man kann nicht alles haben 😉

53. grenzgaenge - Februar 17, 2009, 20:07

was ist denn hier los ??

;-(

54. Marlin - Februar 17, 2009, 22:48

Was soll hier lossein? Ein Thema wurde verabschiedet und Neue kommen hinzu.

Ich finde Janinas Kurs auch toll.

55. Flash - Februar 18, 2009, 23:58

@Joram: danke schön für deine vielen zutiefst fundierten und guten Kommentare! Das liest man äußerst gern – zumal ich gerade „Krieg und Frieden“ genossen habe und mir Nap. inkl. Poniatowski nun echte Begriffe sind!

Übrigens, der „Stress“ mit Lila (wg. Feminismus) war ein reines Mißverständnis („musst“ stat „müßtest“). Komisch, daß das beide nicht merkten (oder doch?).

@Lila:

Ich bin sicher, daß Joram sich nur falsch ausgedrückt hat (deutsch ist nicht seine Muttersprache). Er schrieb bzgl. Feminismus:

„Sorry, das ist kein Merkmal des Feminismus. Als Feministin musst Du sagen, dass Du für Deine Töchter mehr Chancen als für…“ etc. pp.

Dabei hat er halt „mußt“ statt „müßtest“ verwendet, und wenn man das berücksichtigt, wollte er dir nix vorschreiben, sondern nur ausdrücken, was seine Ansicht über Feminismus ist. Ich hoffe, es trägt zum Verständnis und Ausgleich bei, wenn ich das so anmerke.

56. Joram - Februar 19, 2009, 11:54

@Flash
so wird es sein 🙂
es gibt tückischen Unterschiede zwischen dem Mameloschn und Deutsch was die Grammatik und die Bedeutung der Wörter angeht, und wenn man nicht aufpasst, dann passiert eben ein Malheur. Leider immer wieder, leider nicht seltener.

57. grenzgaenge - April 23, 2009, 18:48

liebe lila,

es drohen wahlen in deutschland. am 07. juni 2009 ist die erste. europawahl. natuerlich werde ich waehlen gehen. ich bin eben so erzogen worden und waehlen ist ein buergerrecht. den verlust dieses rechtes merkt man erst dann wenn es nicht mehr da ist. trotzdem bin ich entsetzt ueber die wahlplakate welche mir heute im ruhrpott ins auge gesprungen sind. fuer wie dumm halten die parteien ihre waehlerInnen eigentlich ?

herzliche gruesse,
der grenzgaenger


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s