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Bestätigung Januar 23, 2009, 19:52

Posted by Lila in Presseschau.
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Ja, ich sage das seit langer Zeit, und ich weiß, daß mir viele nicht geglaubt haben. Vielleicht glauben sie ja jetzt Ulrike Putz, die keiner Einseitigkeit verdächtig ist. Was für ein Unterschied zu der naiven Bewunderung für die todesmutigen Qassam-Schützen, mit der sie mir vor langer Zeit zum ersten Mal auffiel.

Ja, das ist die Hamas. Das ist die Verbrecherbande, die auf dem Rücken ihrer Wähler und Anhänger einen sinnlosen, idiotischen Krieg vom Zaun gebrochen hat. Die diesen Krieg verloren hat, was sie nicht mal zugeben kann, verblendet von ihren eigenen Vernichtungsphantasien. Wie kann man gegen diese Leute kämpfen? Versteht jetzt jemand, warum Israel so außergewöhnlich lange stillgehalten hat? Um eben dieses Szenario zu vermeiden.

Wann werden die Palästinenser endlich eine Führung haben, die sich ehrlich und redlich und tüchtig und selbstbewußt und realistisch und zukunftsgewandt für das Volk einsetzt? Ich kann jedem Leser in die Hand versprechen, daß Israel mit einer solchen Führung einen sicheren, soliden, großzügigen Frieden schließen würde. Erinnert mich dran. Ich hoffe, wir sehen den Tag noch.

Und ich hoffe, die Leute, die mich in Kommentaren und Briefen geschmäht habe, um ihre Solidarität mit der Hamas (die sie mit den Palästinensern verwechselt haben) zu bekunden… ich hoffe, die schämen sich beim Lesen. Obwohl das nicht wichtig ist – und auch nicht passieren wird.

Aber kol ha kavod, Ulrike Putz. Sie hat gelernt zu differenzieren, Auslöser und Folge zu erkennen, und das hat sie  den Kühntöppen, Knauels und Schmitzens dieser Welt voraus.

Kommentare»

1. Mr. Moe - Januar 23, 2009, 20:38

Den Text von Rubin („Wie kann man gegen diese Leute kämpfen“) habe ich übersetzt:

http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/01/20/warum-hat-der-westen-die-hamas-gerettet/

2. Lila - Januar 23, 2009, 20:41

Vielen Dank für den Link! Und Hut ab für die Übersetzung.

3. el xenos - Januar 24, 2009, 1:15

Hallo Lila,
wieder mal ein sehr interessanter Artikel, und einer, deren Meinung ich teile. Besonders der verlinkte SpOn Artikel ist gut.

Bei mir hat sich in den vergangenen Wochen eine sehr ambivalente Haltung bezüglich des Gaza-Kriegs entwickelt, die ich einfach nicht ablegen kann. So sehr ich Israels Vorgehen verstehe, so sehr entsetzt mich immer wieder das Leid der zivilen Bevölkerung im Gaza-Streifen. Und in diesen Momenten kann ich nicht daran denken, dass es Strategie der Hamas gewesen sein mag, sich hinter Zivilisten zu verstecken, ich denke nur daran, dass es (meistens) israelische Waffen waren, die, aus welchen Gründen auch immer, schon wieder Zivilisten oder Kinder getötet haben. In diesen Momenten bewundere ich die IDF für ihre zynische Effektivität und verachte sie für ihre Heuchelei, dass sie zivile Opfer bedauern (und in Kauf nehmen)

Aber das ist vermutlich ungerecht. Kurz, ich weiß nicht, was ich denken soll.

Aber genug der Nabelschau aus sicherer Entfernung, für jemanden, der mitten im Geschehen steckt, muss dass erschreckend irrelevant sein.

el xenos

4. Flash - Januar 24, 2009, 2:52

Ist ja direkt erstaunlich. Ein ganzer langer Artikel ohne eine einzige Breitseite oder Spitze gegen Israel, dafür mit soliden Informationen aus dem Volk. Und auch da nichts beschönigt.

Das muß man heutzutage als riesige positive Überraschung dick einrahmen. Tja, wer befreit nun die Palästinenser von der Hamas-Herrschaft?

5. Lila - Januar 24, 2009, 8:22

El Xenos, warum sollte meine Nabelschau relevanter sein als Deine? Du bist das ZIelpublikum der Hamas und ehrlich genug zuzugeben, daß die Strategie funktioniert. Die Hamas hat menschliche Schutzschilde eingesetzt, Privathäuser in Sprengfallen verwandelt, und unsere Armee versucht so weit wie möglich, zivile Verluste gering zu halten. Und das nach jahrelangem Beschuß unserer Zivilbevölkerung. Trotzdem richtet sich Dein Zorn gegen uns. Wenigstens ist Dir bewußt, daß Du damit das Spielchen der Hamas spielst, aber gegen die Bilder ist man machtlos. Du bist damit in guter Gesellschaft, die meisten Leute denken und fühlen so wie Du.

Ich weiß das, und ich sehe es als Teil der Bürde, mit der wir leben müssen.

Und noch was: Ambivalenz ist vergleichsweise noch gut. Ambivalenz ist eine Skala, irgendwo auf dieser Skala sitze auch ich.

6. Mikado - Januar 24, 2009, 12:43

Ja, die Ulrike. Sehr lesenswert ist auch der Auszug aus Broders Buch: Kritik der reinen Toleranz.

„Während Juden, die nach Israel einwandern, betreut und versorgt werden, bleiben die Gastarbeiter sich selbst überlassen. Es gibt keine Quartiersmanager, keine Ausländerbeiräte, keine Migrationsbeauftragten, und die kommunalen Sozialarbeiter sind nur für die „Legalen“ zuständig, die von israelischen Unternehmen im Ausland angeheuert wurden.“

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,601944,00.html

7. yael1 - Januar 24, 2009, 20:20

Bitte groß aufhängen und allen Terroristenfreunden vor die Nase halten: Ein Arzt aus dem Shifa-Krankenhaus in Gaza gab gegenüber einem italienischen Reporter zu (hier das Original), dass die Opferzahlen stark überhöht waren – statt der behaupteten 1300 gab es 500 bis 600 Tote auf Seiten der Palästinenser. Auch die Zahl der Verletzten soll deutlich weniger als die angegebenen 5.000 betragen. Die Aussage machte der Arzt nach einer ausführlichen Tour durch alle Krankenhäuser des Gazastreifens.
Zusätzlich erfuhr er von den Leuten vor Ort, dass Hamas-Leute Santitäter-Kleidung anzogen und Krankenwagen requirierten, sowie dass die Hamas UNO-Gebäude als Startrampen für Raketen nutzten (was die UNRWA ja stramm nicht weiß).

In der UNRWA-Schule kamen viele Menschen um und es gab enorme Schäden ab Gebäude – von einer einzigen Artillerie-Granate? Immer wieder wurden Sekundär-Explosionen berichtet; sie kamen von Waffen- und Munitionslagern sowie von Sprengsätzen. Die IDF-Soldaten berichten, dass jedes zweite bis dritte Haus völlig vermint war. Alles von Israel zerstört? Wohl kaum, aber das interessiert keinen.

Die ARD hat einen neuen Helden (tagesthemen gestern Abend): Einer ihrer Korrespondenten hat sich mühsamst erst an die „Südspitze Israels“ durchgeschlagen, dann auf der ägyptischen Seite bis Rafah hochgekämpft, um schließlich mit einem bedouinischen Taxifahrer, der nur Arabisch sprach in den Gazastreifen zu fahren. Und dort fand er schließlich „Zerstörung vor, wie ich sie noch nie erlebt habe“.

Ganz anders als der ARD-Held berichtet der Korrespondent des Daily Telegraph, der auch nicht auf „abenteuerlichen“ Wegen in den Gazastreifen kam. „Ich war beeindruckt davon, wie wenig kosmetisch verändert Gaza zu sein scheint.“ Und: „Die Ziele waren ausgesucht worden und wurden getroffen, oft mehrfach, aber fast immer mit Präzisionsmunition. Umliegende Gebäude wurden beschädigt und es hat einige klare Fehler gegeben… Aber in den meisten Fällen sah ich, dass das Hauptziel den Hauptschlag abbekommen.“
Ob wir diese aufrichtige Berichterstattung auch irgendwann einmal bekommen?

Chris Gunness, bitte melden: Die Hamas hat selbst zugegeben, dass sie LKWs mit Hilfsgütern „konfisziert“ hat. Die Lieferung sollte davor bewahrt werden dem Palästinensischen Roten Halbmond in die Hände zu fallen, der der Fatah treu ist und deshalb dafür gesorgt hätte, dass die Güter nicht bei den Leuten ankommen. Man habe sicherstellen wollen, dass die UNRWA das Material bekommt. Ah ja.

Die Konfiszierung von Hilfsgütern durch die Hamas ist nicht neu. Dass Gunness behauptet, von solchen Vorgängen nichts zu wissen, wird immer unglaubwürdiger.

[…]

8. yael1 - Januar 24, 2009, 20:36

„Und in diesen Momenten kann ich nicht daran denken, dass es Strategie der Hamas gewesen sein mag, sich hinter Zivilisten zu verstecken“

Wissen Sie, es ist völlig unerheblich was Sie glauben oder nicht, Fakten sind Fakten und wer diese negiert, bleibt eben immer blind.

http://heplev.wordpress.com/2009/01/22/stillstands-blei-5-tag/

Bitte groß aufhängen und allen Terroristenfreunden vor die Nase halten:

9. Lila - Januar 24, 2009, 22:18

Yael, El Xenos hat nicht gesagt, daß er es nicht glaubt. Sondern nur, daß es ihm in dem Moment unwesentlich vorkommt, wenn er die Wunden und Toten sieht. Das ist menschlich nachvollziehbar. Ich wünschte auch, all das wäre nicht passiert.

10. yael1 - Januar 25, 2009, 0:48

Es ist vieles nachvollziebar, nichtsdestotrotz kann man das nicht ausblenden, auch nicht, dass die Hamas Gebäude vermint. Dass dadurch viel mehr Menschen ums Leben kommen, ist eigentlich dann recht klar.
Außerdem bedauert Israel immer zivile Opfer (das zynisch zu nennen, ist für mich eine freche Unterstellung), sie wissen aber, wie eigentlich jeder, dass es in Kriegen immer zivile Opfer gibt und geben wird. Wenn man das verhindern will, muss man Israel auffordern, ihre Toten und die Raketenbeschüsse hinzunehmen. Etwas, was kein Land je täte.

11. willow - Januar 25, 2009, 21:18

Auch gut…. ganz vereinzelz tauchen nun etwas objektivere Betrachtungen auf. 😉

ein israelischer General: „Wir hatten eine Verabredung zum Kampf mit ihnen; aber sie liefen weg. Nun will die Hamas doch noch ihre Muskeln zeigen.

http://www.faz.net/s/RubB30ABD11B91F41C0BF2722C308D40318/Doc~E4D15768E7F67452AAFCCDD8C0145434F~ATpl~Ecommon~Scontent.html

12. Schaschlik « abseits vom mainstream - heplev - Januar 25, 2009, 23:20

[…] für den sie von Israelfreunden richtig Lob bekommt. Manche freuen sich schon über einen grundsätzlichen Lernprozess der Dame; ich bin da skeptisch. Aber ist ja erst einmal egal. So ganz nebenbei widerlegt Frau Putz […]

13. Heimo - Januar 26, 2009, 7:49

was heißt ‚kavod‘ – ‚Achtung‘?

14. Lila - Januar 26, 2009, 8:45

Nachon 😉

15. Joram - Januar 26, 2009, 13:45

Ehre,
z.B. Ehrenwache -> mischmar kavod

16. Heimo - Januar 26, 2009, 21:03

toda raba 😉

17. Joram - Januar 26, 2009, 22:53

szlicha, ich habe erst später gesehen worum es geht.
Kol hakadov=“Alle Achtung“,(Ulrike Putz)

18. Der Gangster und der Messias: Blogschau (1/II) - Januar 27, 2009, 5:46

[…] Gezieltes Schüren von Angst vor der nächsten Bundestagswahl auf Mein Parteibuch. Gaza: Lila erzählt von ihrem Leben in Israel und verspricht jedem “in die Hand”, dass Israel […]

19. Melanie - Januar 27, 2009, 19:40

Krieg ist immer abscheulich, keine Frage. Was die Hamas tut ist aber besonders widerwärtig. Ich war heute erstaunt, das viele hier (hier meint in diesem Fall mein Umfeld) nicht begreifen das Israel keine andere Wahl hatte als gegen die Hamas vorzugehen. Mich bekümmert der immerwährende Konflikt in Israel schon seit ich sechs Jahre alt bin. Ich wünsche mir das sich eine Lösung findet. Schließlich ist am Ende auch in Nordirland Frieden geschlossen worden. Dort hat es dreißig Jahre gedauert, aber es hatte ein Ende. Ich hoffe sehr das auch in Israel und bei seinen Nachbarn eines Tages Frieden für alle herrscht.

Alles Gute für sie, liebe Lila und für ihre Familie.


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