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Standpunkte Januar 22, 2009, 11:55

Posted by Lila in Land und Leute.
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Diesen Hinweis verdanke ich Bert: ein Wahlkompaß für die bevorstehenden Wahlen.

Natürlich gibt so ein Test immer verkürzte Ergebnisse, denn bei den meisten Fragen kann ich eigentlich nur sagen: hm, einerseits – andererseits! Oder: es kommt ganz auf die Umstände an.  Die Ergebnisse werden auf drei Achsen angesiedelt, ganz nett anzusehen.  Natürlich müßten sie eigentlich dreidimensional angeordnet werden, aber weil das nicht geht, gibt es drei Karten, die den jeweiligen Standpunkt angeben.

election

Security vs socio-economic. Da stehe ich ziemlich genau in der Mitte – etwas mehr links als rechts, und etwas mehr Taube als Falke.

election-2

Religion vs. socio-economic. Entschieden säkular.

election-3

Religion vs. security. Mehr Taube als Falke, entschieden säkular. Also insgesamt: säkulare Mitte mit leichtem sozialem Linksdrall und Taubenfüßen. Am nächsten stehe ich wohl der Avoda und auch den Grünen, sozial auch der Thorapartei.

Ich habe den Verdacht, daß Bert und ich politisch recht nah beieinander stehen 🙂  Aber da ich nicht wähle, ist das nichts weiter als ein Spiel. Hm, vielleicht sollte ich doch mal den bürokratischen Aufwand wagen und endlich den deutschen Behörden die Erlaubnis abringen? Von israelischer Seite steht dem nichts entgegen. Hm…

Kommentare»

1. haary - Januar 22, 2009, 13:12

Danke für diesen interessanten Link. Es ist spannend zu sehen, welcher Partei man als vollkommen Außenstehender, der noch nie in Israel war, nahe steht (bei mir Meretz und Hadash). Mit hoher Wahrscheinlichkeit würde sich mein Standpunkt ändern, würde ich in Israel leben oder auch nur viel besser kennen.

Den letzten Satz verstehe ich nicht ganz: Wieso musst Du die deutschen Behörden fragen? Meinst du damit Entlassung aus der deutschen Staatsbürgerschaft? Erlaubt Israel eigentlich doppelte Staatsbürgerschaften? Bin nur neugierig…

2. Lila - Januar 22, 2009, 13:39

Och, das hab ich doch schon oft erwähnt 🙂 Das deutsche Gesetz erlaubt nicht, daß man sich aktiv um eine andere Staatsbürgerschaft bewirbt. Dann verliert man die deutsche. Und da ich nicht jüdisch bin, müßte ich mich aktiv für die israelische Staatsbürgerschaft bewerben (würde sie auch ohne Probleme kriegen…). Juden kriegen sie ja automatisch, dann ist das für die deutschen Behörden kein Problem.

Irgendwann ist das Gesetz mal gelockert worden, ich hab sogar einen Brief von der deutschen Botschaft gekriegt. Ich müßte mir von den Deutschen genehmigen lassen, daß ich mich um die isrl. Staatsbürgerschaft bewerbe, und müßte es dann einfach tun. UÄH. So viel Papierkram. Ich bin mit meinem jetzigen Status, permanent resident, so zufrieden, daß ich dafür nicht genügend motiviert bin.

Israel erlaubt doppelte Staatsbürgerschaften ohne Probleme. Viele Israelis sind ja aus anderen Ländern eingewandert oder sind ausgewandert. Meine Kinder haben doppelte Staatsbürgerschaft.

Das Problem sind die deutschen Gesetze. Eine Bekannte von mir hatte riesigen Streß vor ein paar Jahren, als die deutschen Behörden dahinterkamen, daß sie sich hier hat einbürgern lassen, obwohl nicht jüdisch – also nicht automatisch, sondern mit einfachem Antrag. Sie haben ihr gedroht, ihr die deutsche Staatsangehörigkeit abzuerkennen. Der größte Witz dabei: ihr israelischer Mann hat die deutsche Staatsbürgerschaft, weil seine beiden Eltern aus D. geflüchtet sind.

Irgendwann raff ich mich vielleicht mal auf….

Übrigens würde auch Primus die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt, wenn er sich ohne Erlaubnis der deutschen Behörden zu einem Offizierskurs freiwillig melden würde. Mit seiner Einberufung haben die Deutschen keine Probleme, hat mir die Tante von der Botschaft erklärt, weil er ja da praktisch nichts gegen machen kann. aber wieder: wenn er sich aktiv für den Dienst in einer fremden Streitmacht bewirbt, verliert er die deutsche Staatsangehörigkeit.

Ja ja, ich versteh es auch nicht ganz 🙄 ………

3. haary - Januar 22, 2009, 14:14

Ja, die Deutschen und ihre Staatsbürgerschaft, die heilige Kuh. Ich wusste, dass die Situation kompliziert ist, aber nicht, dass man die Staatsbürgerschaft aberkannt bekommt, wenn man sich als Geburts-Deutscher aktiv um eine andere bemüht. Das war vor Jahren m. E. noch anders.

Rot-Grün wollte ja damals eine „moderne“ Staatsbürgerschaft einführen, die sich nicht mehr am Ius Sanguinis orientiert. Im Endeffekt haben sie es aber noch schlimmer gemacht. So müssen sich im Deutschland geborene Kinder von Ausländern spätestens mit 23 Jahren für eine Staatsbürgerschaft entscheiden (Optionsmodell). Verfassungsrechtlich ist dies höchst problematisch und persönlich gehe ich davon aus, dass das Staatsbürgerschaftrecht spätestens 2023 (wenn die ersten Optionsfälle eintreten) vom Bundesverfassungsgericht einkassiert wird.

Meine Kinder sind ebenfalls Doppelstaatler. Das muss ich mir merken und ihnen später sagen, dass es Probleme geben könnte, sollten sie mal irgendwann später für das Heimatland meiner Frau arbeiten wollen.

Meine Frau hat übrigens nicht die deutsche Staatsbürgerschaft. Sie hatte das mal geplant, aber spätestens seit diesem komischen Einbürgerungstest, den wahrscheinlich kaum ein Deutscher bestehen würde, ist ihr die Lust vergangen.

4. willow - Januar 22, 2009, 15:00

@3. haary

Alles richtig … bis auf den „komischen Einbürgerungstest“ – suche mal bissel im Netzt, einige der Fragen sind zwar blöd, aber du brauchst nur einen Teil richtig… 60%? 70%? jedenfalls so in dem Dreh.

5. Mia - Januar 22, 2009, 15:54

Ich müsste Meretz wählen. Ausser bei „security“, da stimme ich am meisten mit Kadima und Avodah überein. Genau mein Dilemma. 😉

Und zum Glück bin ich Schweizerin, da ist es momentan mit der doppelten Staatsbürgerschaft doch noch ein bisschen einfacher.

6. Joram - Januar 22, 2009, 17:30

@haary

zu dem Test, egal ob er einen Sinn oder Unsinn hat, muss man folgendes sagen:

a )man muss nur 50% + 1 Frage richtig beantworten um den Test zu bestehen.

b) Über 90% der Kandidaten bestanden den Test.

c) Der Test kann man wiederholen.

d) Die Fragen sind im Internet zu finden.

Die Zahl der Kandidaten, die den Test bestanden sagt uns eins:
Entweder ist der Test so leicht, dass jeder Einwanderer aus Kleinasien ihn bestehen kann, oder die Kandidaten sind so hell im Kopf, dass es ihnen keine Schwierigkeiten bereitet den Test zu bestehen.

Ich persönlich finde die Idee dieses Tests OK. In den USA gibt es einen Test um die Kandidaten auf die US Bürger zu testen. Also nihil novi sub sole.

7. CK - Januar 22, 2009, 18:57

Habe mir erlaubt da auch mitzumachen, wenngleich ich natürlich die Lage Israels von aussen schwierig bis gar nicht bewerten kann, aber mehr von einem allgemeinen ideologischen Standpunkt aus die Fragen beantwortet (die Personen habe ich nicht bewertet.)

Ergebnis fiel wie immer bei mir sehr radikal aus und zudem sehr zwischen den Stühlen:

Religion: Ich bin Agnostiker, aber selbst wenn nicht, wäre ich dagegen, dass der Staat Kirche/Religion (egal welche) finanziert. Ich bin wie Ayn Rand für die komplette Trennung dieser Institutionen (in Israel vermutlich utopisch, es ist ja schon bei uns in Luxemburg Utopie), also für ein komplett laizistisches Staatswesen wie in Frankreich, wo die Kirchen/Religionen sich selber finanzieren müssen (ist da was Sinnvolles dabei, würde ich mich auch daran beteiligen, aber eben freiwillig). Von daher: Die bösen Kommies von Hadash als Ergebnis ganz am untersten Extrem (95%).

Wirtschafts- und Sozialpolitik: Ich bin für einen freien Markt. Meine Präferenz hier: Israel Beiteinu (58%).

Sicherheit: Labour(90%), Kadima (83%), ein wenig mehr Taube als Falke, aber wenn es sein muss, kann ich auch die Krallen ausfahren.

Es ist für mich aber auch irgendwie völlig normal, nirgendwo wirklich reinzupassen als klassisch Liberaler/Minarchist.

Bzgl. Personen fehlt mir bei euch total der Durchblick, aber die Livni macht einen überzeugenden Eindruck auf mich, wirkt sympathisch und hat natürlich auch nen gewissen optischen Bonus, daher wähle ich virtuell jetzt mal Kadima und hoffe, das geht so in Ordnung für einen Gast hier 😉

Wer auf solche Spiele steht, hier noch was Spannendes, längst Kult:
http://politicalcompass.org/test

Bin natürlich im violetten Quadrant 😉

8. eran - Januar 22, 2009, 20:46

Man Lila, gerade öffne ich dein Blog um dich mit dieser Test zu überraschen, und schon wieder warst du schneller.

Also ich gehöre zu Likud, Avoda und trotz meines Alters auch zu Gil…

9. haary - Januar 22, 2009, 21:20

@CK: Danke, politicalcompass.org kannte ich noch nicht. Meine Position stimmt in etwa mit der von Gandhi und Nelson Mandela überein – ich denke, damit kann ich leben 🙂

@Joram: Danke für den Hinweis. Wenn der Test aber im Endeffekt mit reinem auswendig lernen zu schaffen ist, ist er doch recht nutzlos.

10. Andreas - Januar 22, 2009, 22:59

Zum israelischen Kompass: In den drei Diagrammen stehe ich 1. Likud, 2. Kadima, 3. Gil nahe, in Prozenten passt Labour (69%) am ehesten zu mir. Da weiß ich gleich wieder, warum ich Nichtwähler (in D) bin ;). Da ich zu den Kandidaten fast nichts weiß, habe ich überall „No opinion“ gewählt.

Zu politicalcompass: Die Sektion „Iconochasms“ ist interessant, da habe ich einige neue Ansichten kennengelernt. Aber vorsicht: Gandhi und Mandela tauchen dort auch auf 😉

11. Joram - Januar 23, 2009, 0:12

@haary

„Wenn der Test aber im Endeffekt mit reinem auswendig lernen zu schaffen ist, ist er doch recht nutzlos.“

Sagen wir so: Es gibt in der BRD so was wie obligatorische Integrationkurse für Neueinwanderer, wo man sich zum Test vorbereiten kann. Landeskunde, Bürgerkunde und ähnliches PiPaPo.
Aber… wen man IQ > 101 (vermute ich) und zum Frühstück die Tageszeitung durchblättert, dann ist man nach dem obligatorischen Wartezeit von einigen Jahren imstande diese Fragen aus dem FF zu beantworten.
Probiere mal selber:
http://appl.welt.de/quiz/index.php?quiz=einbuergerungstest
und dann mache den IQ Test:
http://appl.welt.de/iqtest
und dann weißt Du welche IQ notwendig ist um den Test zu bestehen 😉

Normalerweise braucht man ca IQ 111 um Abitur in Deutschland mit Eins zu bestehen. IQ 117 um Sozialpädagogikstudium zu absolvieren und um IQ130 um in der Chemie zu promovieren.
Dann kann ein Einbürgerungstest doch keine große Hürde für einen durchschnittlich intelligenten Menschen (IQ 100) sein, oder?

Schlof gesunt!

12. Wolfram - Januar 23, 2009, 12:16

@Joram: die Sache mit dem Abitur find ich etwas zweifelhaft. Ich hab ein 2,3er Abitur, aber bestimmt keinen IQ von unter hundert…

13. Joram - Januar 23, 2009, 16:05

@Wolfram

„Ich hab ein 2,3er Abitur, aber bestimmt keinen IQ von unter hundert…“

Dann freue dich. Glück gehabt. Deine 2,3 ist nicht durch geringere IQ verursacht sondern durch …. nu, sagen wir… Dein schlauer Geist ordnete sich nun nicht gerne dem Willen der Lehrer unter. Zufrieden?

Außerdem habe ich nicht geschrieben, dass man 2,3 mit IQ Mittelmäßig, normale Begabung).

Damit schafft man locker den Einbürgerungstest. Und das ist gut so, weil Deutschland schon genug Schwachsinnigen hat
(s. Antisemitismus bei Deutschen und bei den Migranten), so dass mehr davon kann es nicht gebraucht werden.

14. Joram - Januar 23, 2009, 16:59

@Wolfram

ein Teil meines Beitrags ist im virtuellen Nirvana verschwunden.
Aber da ich gleich mein WE anfange, habe ich kein Bock noch mal zu schreiben. Das war auch nicht so wichtig.
Gut Schabeß

15. willow - Januar 23, 2009, 19:10

@Wolfram:

Du mußt das „andersherum“ sehen – der IQ von 111 oder so ist die Voraussetzung, wenn ein Schüler ernsthaft ein Einser-Abitur schaffen will. Das bedeutet im Umkehrschluß nicht, daß alle mit IQ 111 ein Einser-Abitur machen, denn neben dem IQ braucht es eben auch Interesse, Fleiß, Anpassungsfähigkeit und so manches mehr. Aber ein Schüler mit -sagen wir- IQ 80 hätte einfach keine Chance, egal wie sehr er kämpft.

Ähnliches gilt fürs Hochschulstudium, man sagt, um ein solches erfolgreich abzuschließen, sollte es (je nach Fachrichtung) schon ein 120er IQ sein – aber trotzdem scheitern sogar noch intelligentere Studenten, aus den unterschiedlichsten Gründen! 😉

16. Flowerkraut - Januar 24, 2009, 22:54

Immer wieder nett, diese Spielchen: Avoda und Kadima mit großem Abstand vor Meretz, Thora, Grünzeug und Hadash.

Wählen würde ich wohl Kadima, zwar halte ich Barak für hochkompetent, aber ich bin mir nicht sicher, ob wegen des Fehlschlags in Camp David, meint etwas (was auch immer) beweisen zu müssen.
Mit der Koalition könnte ich also gut leben, leider werden wohl weiterhin religiöse Spinner oder russische Knalltüten (Beiteinu) nicht ganz ohne Einfluss sein.


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