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50 Raketen Dezember 22, 2008, 7:12

Posted by Lila in Land und Leute.
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in 24 Stunden. Inzwischen ist auch Ashdod bedroht. Die Hamas hat gut aufgerüstet. Ist nur eine Frage der Zeit, bis sie auch diese Raketen mit großer Reichweite einsetzen.

Die Kinder von Sderot gehen gerade zur Schule. Bekanntlich zieht die Hamas die Zeiten besonders vor, in der die Schulkinder unterwegs sind. Bitte, schenkt den Kindern einen Gedanken, die am letzten Tag vor den Chanukka-Ferien beklommen und ängstlich zur Schule gehen.

Kommentare»

1. mischpoke - Dezember 22, 2008, 8:10

Meine nein unsere Gedanken sind bei ihnen und ich werde den Kindern von den Kindern erzählen und so wird die zweite Chanukkakerze heute Abend besonders für die Kinder von Sderot und den Frieden in Israel leuchten.Liebe Grüsse Anneka

2. grenzgaenge - Dezember 22, 2008, 8:21

liebe lila,

ich bin der meinung das es endlich zeit wird wird fuer eine schutzaktion. schutz fuer den sueden israels. ich finde es absolut zweitrangig wie die schlagzeilen in der diaspora aussehen. die erste pflicht eines staates ist es seine buergerInnen zu schuetzen. das gilt auch fuer den schutz vor raketanangriffen. das israel kritik ernten wird fuer eine militaeraktion ist klar. israel wird aber auch kritik ernten wenn sich die bewohner von sderot im raketenhagel auf die strassen stellen und lustige friedenslieder singen. ich bin der meinung es ist zeit den terroristen in gaza in der einzigen sprache zu antworten die sie verstehen. sonst ist bald nicht nur ashdod sondern auch beer sheva bedroht.

viele gruesse, chag sameach,
der grenzgaenger

3. Lila - Dezember 22, 2008, 11:28

Aber Grenzgänger, wie stellst Du Dir das konkret vor? Luftangriffe auf die Raketenabschußgebiete? Dann bombardierst Du Hunderte, ja Tausende von Zivilisten gleich mit, denn die Raketen werden aus Wohngebieten abgefeuert. Warnende Flugblätter abwerfen hat auch im Libanon nicht funktioniert – die Hamas wird die Zivilbevölkerung ebenso unter Druck setzen wie die Hisbollah es tat. Und selbst wenn die Leute fliehen können und wollen – wohin? Und selbst wenn sie es schaffen, sich in Sicherheit zu bringen – was sollen sie machen, wenn ihre Häuser und ihr ganzer Besitz dahin sind? Keine guten Zukunftsaussichten für den Gazastreifen, und bestimmt nicht für Verhandlungen mit Israel, die ja eh irgendwann anstehen.

Mit der Infanterie und Panzern rein? Auch toll. Inzwischen ist der Gazastreifen eine einzige booby trap. Wir haben dort schon genügend Soldaten verloren. Mir graut bei der Vorstellung, daß wieder die Leichenteile aus dem Wüstensand zusammengesucht werden müssen. Und auch bei einer „Bodenoffensive“ (ein Wort, das ich eigentlich nur für den Kampf gegen eine reguläre Armee, Staat gegen Staat verwenden würde) verstecken sich die Hamasniks hinter ihren Großmüttern, schwangeren Frauen und Kindern.

Oh, und hinter den ausländischen Journalisten, die ihren Sachverstand ja so schon täglich beweisen. Und sag nicht, ach was, die braucht ja eh keiner. Und wie wir die Meinung der Welt brauchen. Israel ist international im Schwitzkasten, jeder Vorwurf gegen uns wird am Verhandlungstisch in Zugeständnisse umgemünzt.

Wie willst Du den Raketenhagel militärisch abstellen? Ist ja schon versucht worden. Auch während der Gazastreifen noch ganz besetzt war, hat es von dort Qassams geregnet. Willst Du wirklich unsere gesamte Armee über den Gazastreifen verteilen, in jedem Haus, jedem Hinterhof Soldaten stationieren, die überwachen, daß der älteste Sohn nicht mit einer Rakete rausschleicht? Man braucht doch nichts, um so ein Ding abzufeuern, das ist doch keine Patriot-Batterie.

Und wenn Du die Soldaten da hast, wenn der Gazastreifen besetzt ist, ei wie schön, dann haben wir wieder die gesamte Verantwortung für die Bevölkerung am Hals. Wir müssen sie ja jetzt schon mit Strom und Benzin versorgen. Wie schön, wenn unser Steuergeld wieder in den Gazastreifen fließt, um dort eine Militärverwaltung aufrechtzuerhalten. Was versprichst Du Dir davon? Meiner Meinung nach liegt die Zukunft in einer sauberen Trennung von den Palästinensern, nicht einer weiteren Vermischung.

Ich will den Gazastreifen nicht bombardiert sehen, ich will nicht, daß Primus´ Klassenkameraden da einmarschieren, ich will nicht, daß wir wieder ein Gebiet besetzen, dessen Bewohner uns hassen und alles tun werden, um uns wieder zu vertreiben. Ein weiterer Rückzug (der wievielte wäre es?) wäre damit schon als Niederlage vorprogrammiert.

Nein, ich kann einer militärischen Aktion nichts Gutes abgewinnen. Ich sage ja, ich weiß auch keine Alternative. Aber außer ein paar gezielten Schlägen auf Raketenbanden, die Israel ohnehin schon führt, wenn möglich, sehe ich keine Möglichkeit, militärisch auf Dauer Ruhe in den Karton zu bringen. Ich stimme darin völlig mit Shmuel Zakai überein.

http://www.haaretz.com/hasen/spages/1048931.html

4. grenzgaenge - Dezember 22, 2008, 18:01

liebe lila,

ich glaube nicht das es sinn macht die argumente zum 98. mal auszutauschen … lass uns schauen was die zukunft bringt. jede/r mit seiner sichtweise. im februar haben wir die gelegenheit das ganze beim kaffee in rungholt zu diskutieren. ich werde mir einen tag frei nehmen von der jeshiva. versprochen 🙂 du kannst dir ja schon mal gedanken ueber den einkaufszettel machen *lach*

herzliche gruesse, chag sameach,
der grenzgaenger

5. Bitte lesen! « Kunst, Kitsch und Krempel - Dezember 22, 2008, 18:08

[…] info Von Wolfram Kategorien: Nachdenkliches und Politisches Und zwar diesem Link folgen. Ich bin tief […]

6. Lila - Dezember 22, 2008, 18:26

Grenzgänger, ich freu mich, wenn Du kommst. Wenn Du bereit bist, die berüchtigte israelische Plörre zu trinken, dann bist Du ein wahrer Held.

Einkaufszettel…??? Ich weiß wirklich nicht, was Du meinst…. 😳 …

7. olaf61 - Dezember 23, 2008, 12:16

Israel sollte sich einfach besser verkaufen. Der Krieg, der heute geführt wird, ist auch ein Medienkrieg und da sieht es immer so aus, dass die vermeintlich Schwachen den Stärkeren angreifen. Wozu gibt es das Internet, wozu gibt es youtube? Wieso dokumentiert die israelische Regierung den Raketenterror nicht weltweit? Dauernd sieht man nur jammernde und heulende Terroristen, dass man vor Mitgefühl gleich für neue Raketen spenden möchte.

8. Lila - Dezember 23, 2008, 12:25

😛 Nur zu.

Ist bestimmt von der Steuer absetzbar.

Im Ernst: Livni sucht internationale Unterstützung, die UNO-Botschafterin Shalev hat eine offizielle Beschwerde über den Raketenbeschuß eingereicht… langsam scheint auch unsere Regierung zu kapieren, daß es nicht reicht, radebrechende Rauhbeine in Uniform in Pressekonferenzen zu schicken. Aber den Propagandakrieg haben die Palästinenser längst gewonnen. Ihre Version der Geschichte, so wenig sie den Tatsachen entspricht, ist längst von den meisten Europäern als Tatsache akzeptiert. Niemand erinnert sich mehr daran, was 1926, 1947, 1948, 1967 und gestern wirklich passiert ist. Mythologie und Emotion schlagen Fakten und komplizierte Hintergründe jederzeit aus dem Feld.

9. gingit - Dezember 23, 2008, 14:14

Mein Kollege hat mir grade einen Lösungsvorschlag für die Gaza-Israel-Problematik vorgelegt, den ich dir nicht vorenthalten will, weil er wohl auch ein schönes Gesellschaftsbild widerspiegelt:

Man solle doch überlegen, ob sich der ganze Sicherheitsaufwand wirklich lohnt. Es sei jawohl besser, die paar radikalen jüdischen Siedlungen im Gebiet um Gaza herum einfach zu evakuieren, so seien sie vor den selbstgebastelten Raketen sicher und die Gazianer haben ihre Ruhe und können endlich ungestört leben.

Also, ich finde auch: am besten räumt ihr all die vielen Ortschaften, die an palästinensisches Gebiet grenzen, 10 Kilometer ins Landesinnere und dann noch mal 10 Kilometer und nochmal 10 Kilometer und noch und noch. So kann man dann einen Nachmittagsspaziergang von Sderot nach Metulla über Rosh Hanikra und Gal Ed machen und braucht nicht mal ein Fahrrad! Und wenn ihr dann irgendwann ganz weg seid, ist endlich alles gut und Ruhe im Nahost-Karton. Wurde auch Zeit.

חג שמח וד“ש חמה

10. Lila - Dezember 23, 2008, 16:13

Spaßig und spaßiger. Die radikalen jüdischen Siedlungen, in der Tat. Sderot, die Kibbuzim in der Gegend, oh und die Bewohner von Ashkelon sind ja besonders bekannt als Radikale 😀

Wie schön. Ein weiterer Beweis für meine These, daß beim Thema Nahost Wissen und Meinung umgekehrt korreliert sind. Je weniger jemand weiß, desto fester steht seine Meinung.

Aber warte, Gingit, wo arbeitest Du denn jetzt, daß Du so feine, klug differenzierende Kollegen hast…?

Prost Chanukka auch Dir 🙂

11. gingit - Dezember 23, 2008, 17:27

OOoch, das ist ein netter Kollege, promovierter Historiker, sehr belesen und mit großem Interesse für aktuelle Politik. Wirklich. Hattest du etwas anderes erwartet – doch wohl nicht ernsthaft!?

12. willow - Dezember 23, 2008, 18:04

Klingt mir seeehr gefährlich nach dem

Nur die Irren nicht reizen, sie könnten wütend werden

eines gewissen H.M.B. … und wenn dann ohne Israel immer noch kein Frieden auf Erden herrscht, dann liegt das bestimmt an den noch übriggebliebenen Juden, Christen, Buddhisten, Hindus, Konfuzianern und Shintoisten – kurz: allen halbwegs modernen, demokratisch eingestelleten Menschen, die am Besten auch „verschwinden“ sollten.

13. Birkat-ha-gomel « Letters from Rungholt - Dezember 24, 2008, 15:38

[…] lassen sie sich inzwischen noch beschießen.  Das Kabinett diskutiert noch und wägt das Für und Wider einer militärischen Aktion ab. Mal sehen, was dabei rauskommt. So oder so nichts Gutes, nehme ich […]


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