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Keine Hoffnung, keine Ideen Dezember 17, 2008, 23:17

Posted by Lila in Presseschau.
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Ich hatte jabeinahe  gehofft, ich muß das Wort Qassam nie wieder schreiben, oder wenigstens eine Zeitlang. Tatsächlich ist es ja auch mit der „Ruhe“ eine Weile gutgegangen. Diese Ruhe läuft morgen aus, und sie ist auch schon seit einem Monat nicht mehr in Kraft. Seither fallen wieder täglich Raketen auf die Ortschaften im Süden. Gestern auf einen Bolzplatz, auf dem gerade Kinder Fußball spielten. Heute auf den Parkplatz vor einem Einkaufszentrum voller Menschen.

Barak hat nicht vor, eine großartige Aktion anzuleiern und die Armee reinzuschicken – und ich glaube, er hat Recht. Die Armee müßte so vorsichtig agieren, in einer schwierigen Umgebung, in der mit voller Absicht Zivilisten vorgeschickt werden. Ein Zwischenfall, die kleinste Unvorsichtigkeit, und die Lage gerät außer Kontrolle. Gilad Shalit mittendrin im Durcheinander. Fußtruppen da reinzuschicken ist ein Albtraum, aber die Frage ist natürlich, was tun? Denn man kann sich auch nicht einfach so beschießen lassen, wie es schon seit Jahren praktiziert wird. Es sind Dutzende von Raketen auf Zivilisten, jeden Tag.

Die Armee bastelt am Raketenschutzschild „eiserne Kuppel“, von dem gemunkelt wird, daß es bald einsatzfertig ist. Ich möchte es hoffen, denn unsere kniepige Regierung hat es noch nicht fertiggebracht, alle Häuser in der gefährdeten Region, alle Schulen und öffentlichen Einrichtungen, wirksam zu schützen. Wer es sichleisten kann, baut sich einen Schutzraum. Komisch, die Knessetmitglieder beziehen irre Gelder, in alle möglichen seltsamen Projekte wird investiert, aber für die Schutzräume für den Süden reicht es immer irgendwie nicht.

Klar, defensive Maßnahmen allein reichen nicht. Wenn mir nur eine wirksame Methode einfiele, diese sinnlose Ballerei zu unterbinden. Sie bringt den heldenhaften jungen Angebern nichts, die ihre Zeit mit Raketenbasteln zubringen, statt sich produktiver Arbeit zu widmen. Sie bringt den Nachbarn dieser Wunderhelden ebenfalls nichts, die schon längst der Gehirnwäsche der Hamas erlegen sind, Angst haben oder glauben, jeder aggressive Akt gegen Israel trägt seinenLohn in sich – und verdrängen, wie viel besser es ihnen ohne diese Akte ginge. Sie kosten uns Nerven, Gesundheit und auch immer wieder Menschenleben – was die Bewohner des Gazastreifens gleichwohl nicht davon abhält, israelische Elektrizität und israelische Warenlieferungen in Anspruch zu nehmen.

Also, wenn einem meiner Leser eine sinnvolle Lösung einfällt, her damit. Olmert und Barak lesen meinen Blog leider nicht.  Aber mich interessiert es sehr, ein paar neue Ideen zu hören, vielleicht sogar einen Streifen Hoffnung…

Kommentare»

1. Popeye - Dezember 18, 2008, 1:24

Ich habe hier zwei Vorschläge zur Raketenabwehr:

http://de.wikipedia.org/wiki/Phalanx_CIWS

http://www.netzeitung.de/ausland/279435.html

Bezahlen könnte man diese Systeme z.B. mit den Entwicklungsgeldern, die China bekommt (das Land mit den größten Devisenreserven und/oder lasst uns mal die Konten von Frau Arafat leerräumen…

2. Lila - Dezember 18, 2008, 6:56

Ich meinte leider keine Waffentechnologien (da werden auch bei uns mehrere Sachen entwickelt, der oben erwähnte Iron Dome zB…). Denn eine Abwehrwaffe hat nur zur Folge, daß die Bombenbastler sich angespornt fühlen, nun bessere Grads zu entwickeln. Ein Rüstungswettlauf im Bauen und Abwehren von Kurzstrecken-Artillerie ist vollkommene Zeit- und Geldverschwendung, obwohl er schon stattfindet.

Ich hatte mehr an eine politische Lösung gedacht 😛

3. grenzgaenge - Dezember 18, 2008, 8:14

ich weiss nicht, liebe lila. ich bin nicht (!) der meinung das es eine politische loesung gibt. wie soll eine politische loesung mit feinden aussehen welche nichts anderes als die zerstoerung israels herbeifuehren moechten ? ich wuerde mich da eher auf waffensysteme verlassen.

4. Claudio Casula - Dezember 18, 2008, 11:24

Tja, Lila, da die Hamas ist wie sie ist und auch so bleiben wird, verweise ich hier auf die gewaltsame Option, wie ich sie in meinem letzten Kommentar vorschlug. Und ich meine das ernst. Sich in Schutzräumen zu verkrümeln ist auf Dauer keine gute Lösung. Das, was Israel sich seit Jahren bieten lässt, hätten Ben Gurion, Golda oder Moshe Dayan sicher nicht geduldet. Die hätten irgendwann die Putzkolonne losgeschickt. Es wird Zeit, dass dieser Geist wieder bei den Verantwortlichen einzieht, sonst ist das, was ihr heute erlebt, der Anfang vom Ende. Also: Geht raus und gebt ihnen was auf die Mütze. Aber richtig.

5. Lila - Dezember 18, 2008, 11:47

Da die Hamas sich hinter dem recht breiten Rücken der UNO und der Europäer sicher fühlen kann, würde sie vermutlich propagandistisch gestärkt aus so einer gewaltsamen Lösung hervorgehen.

Die Aktion in Jenin vor ein paar Jahren war militärisch ein Erfolg und hat entscheidend dazu beigetragen, daß die Terrorangriffe zurückgegangen sind. Aber dem Image Israel hat das glatt erfundene, überall geglaubte „Massaker von Jenin“ unendlich geschadet.

Es ist eine heikle Sache, gegen eine Terrororganisation vorzugehen, die sich vorzugsweise in Blindenschulen und Wohnvierteln verschanzt. Noh dazu, wo die Hamas sich nicht scheut, Zivilisten vorzuschicken – eigene Leute umzulegen und das dann Israel anzudichten – und menschliche Fehlleistungen von Seiten Israels uns nur noch weiter zum Paria machen.

Und wie gesagt: eine Aktion mit Infanterie und Panzern könnte für Gilad Shalit das Todesurteil bedeuten. Keine leichte Entscheidung für Barak.

Letztendlich wird es wohl unumgänglich sein, aber mir graust jetzt schon davor.

6. david - Dezember 18, 2008, 15:05

Popeye,
CIWS steht im Militaerjargon uebrigens auch für ‚count in another weekend service‘. Sind nicht gerade zugerlaessig und auch eher dazu da, Einzelzeile wie Schiffe zu schuetzen.

7. Ostap Bender - Dezember 18, 2008, 18:01

Ein Paar Kurz-/Mittelstreckenbomber in Dienst gestellt, und seien es modifizierte C-130, wären eine klare Botschaft, psychologisch, denke ich, viel wichtiger als dieser Defense/Chirurgical-Strike-Krams.

8. Marlin - Dezember 18, 2008, 20:04

Wenn es hart auf hart kommt, wird es sich nicht mehr vermeiden lassen, großzügiger aufzuräumen. Siehe Libanon. Das kann doch nicht lange gutgehen.

Leicht gesagt aus dem sicheren Deutschland. 😦

9. Marlin - Dezember 18, 2008, 20:14

Mit Aufräumen meine ich den menschlichen Müll der sich in der Existenz der Hamas, Hisbollah und wie sie alle heißen, manifestiert.

Ist leider so. Diese Leute sind zu überhaupt nichts gut und wirken wie Viren auf ihre Mitmenschen. Nordkorea verblödet seine Bevölkerung seit Jahrzehnten, ich glaube nicht, dass da jemand noch einigermaßen gesund rauskommt.

In der Nachbarschaft Israels tun diese Leute ihr möglichstes, um andere Leute zu vernichten. Da ist irgendwann doch keine Abwägungsmöglichkeit mehr, oder? Die wenigen, die noch selbstständig denken können, haben sich das Sprechen unter den Waffen dieser Typen längst abgewöhnt.

Was wäre die Lösung? Es gibt keine zivilisierte.

Ich weiß, meine Anfangssätze klingen ziemlich menschenverachtend. Aber das ist nunmal meine Wahrnehmung. Die haben doch kein anderes Lebensziel als den Tod. Den Tod anderer, wohlgemerkt. Wenn nämlich alle Propagandisten des Selbstmordes zum Terrorzwecke nach ihren eigenen Worten handeln würden, wären sie schon tot. Stattdessen schicken sie geistig Verwirrte, Manipulierte, und Arme um ihre Interessen zu verfolgen. Da kann es gar keine andere Lösung als Gewalt geben. Nicht, solange dieses Gedankenkonstrukt existiert und sich in dem selbstgeschaffenen Elend weitervermehrt.

(Wenn Du diesen Beitrag nicht veröffentlicht sehen möchtest, Lila, verstehe ich das. Sag aber Bescheid, ja?)

Alles Gute und möge ich Unrecht haben.

10. grenzgaenge - Dezember 18, 2008, 20:23

„Aber dem Image Israel hat das glatt erfundene, überall geglaubte “Massaker von Jenin” unendlich geschadet.“

liebe lila,

ich glaube dem image von israel wuerde es auch schaden wenn das land die weissen fahnen hissen wuerde und wenn die israelis mit lustigen liedern auf den lippen wahlweise massada herunterspringen oder das meer vorziehen wuerden. dann wuerde man ihnen noch vorwerfen das sie mitleid erregen wollen. tut mir leid, lila. wirklich. ich bin mir auch nicht sicher ob es nach so einer aktion gedenktage oder aehnliche heucheleien geben wuerde. man liebt speziell in deutschland zwar nur tote juden. fuer die gibt es dann gedenktage. ob man tote israelis lieben wuerde ist eine andere frage. schliesslich waren das alle boese besatzer und ob es fuer diese boesen besatzer gedenktage geben wuerde ?

das „schwerere“ argument ist fuer mich gilad shalit. du hast natuerlich recht. eine operation in gaza wuerde sein todesurteil bedeuten … auf der anderen seite … koennen wir nur hoffen und beten das er noch lebt und die frage ist wie lange israel sich den raketenterror (um kein anderes wort zu gebrauchen) gefallen lassen kann. ich denke (und hoffe) nicht mehr lange.

viele gruesse und schoenen abend (trotzdem und dennoch),
der grenzgaenger

11. Lila - Dezember 18, 2008, 20:43

Marlin, bis auf Spam (der automatisch in den Spamfilter geht und sich dort selbst vernichtet) veröffentliche ich doch alles.

12. beer7 - Dezember 18, 2008, 22:07

Je laenger die Militaeraktion im Gazastreifen hinausgezoegert wird, um so schwieriger und wahrscheinlich verlustreicher wird sie.

Was die oeffentliche Meinung im Westen angeht. Zwar sind Verlierer und Underdogs nach allen Lippenbekenntnissen Sympathietraeger, aber Erfolg wirkt sehr ueberzeugend. Wie schon Osama Bin Laden festhielt: Menschen ziehen instinktiv ein gesundes, kraeftiges Pferd einem heruntergekommenen Klepper vor.

Gilad Shalit – Wenn die Kassem gestern beim Bolzplatz ein, zwei Kinder getoetet haette, wenn es beim Einkaufszentrum jemandem das Leben gekostet haette? Leider muss immer mit einkalkuliert werden, dass die Ruecksicht auf Gilads Leben anderen Menschen den Tod bringen kann.

13. Flash - Dezember 19, 2008, 3:48

Gaza Strip besetzen und alle Hamas-Anhänger auf Schiffen auf eine eine größere Insel verfrachten.

Gza Strip für immer besetzt halten und renitente Bewohner abschieben. Sollte er sich dabei mehr und mehr leeren, wäre das als Ergebnis nur zu begrüßen.

14. „Israel droht der Hamas mit Krieg“ « abseits vom mainstream - heplev - Dezember 25, 2008, 12:16

[…] gegenüber äußern und sich so sehr nach Frieden sehnen, dass sie bei Fragen nach Lösungen die militärische nicht akzeptieren möchten? Und dass man ihnen zeigen, wie ehrliche Berichterstattung aussehen kann? Nämlich so, […]


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