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Richtig erkannt, September 8, 2008, 16:38

Posted by Lila in Uncategorized.
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ich bin griesgrämig. Zu viel zu tun. Gut, ich bin viel zuhause, das ist ja eigentlich schön, und ich genieße es, jeden Tag für die Kinder fein zu kochen. (Gestern stand Secundus glücklich vor dem Herd, schnupperte herum und meinte: „das ist einfach vollkommen – aus der Schule kommen und mein Lieblingsessen wartet“. Ich habe natürlich sofort Schuldgefühle, daß ich das allzuoft nicht bieten kann und die Kinder sich mit dem Fraß aus dem Dining Room begnügen müssen.)

Aber ich habe so lange Listen von Sachen, für die ich Idiot mich verpflichtet habe, daß ich heulen könnte. Was hab ich mir eigentlich dabei gedacht, als ich immer gesagt habe, „ja klar mach ich das“??? Vor schlechtem Gewissen, weil ich nicht mit allem hinterherkomme, schlaf ich schlecht. Das macht griesgrämig und verbessert keineswegs meine Arbeitsleistung.

Bitte, wenn ich auf Mails nicht oder zu spät oder kurzangebunden antworte: nicht böse sein. Ich weiß ja, daß andere Leute noch viel mehr zu tun haben als ich, aber ich habe einfach das Gefühl, ich splittere meine Arbeitskraft in zu kleine Stücke auf. Und ich bin nicht so tüchtig wie andere, die mit Leichtigkeit viele Dinge auf einmal machen.

Wie lehnt man eigentlich höflich, doch bestimmt ab? Bin ich blöd, daß ich das nicht kann? Ich denke immer: nächstes Jahr freust du dich, wenn du da ein warmes Plätzchen hast. Aber das stimmt gar nicht, auch nächstes Jahr verfluche ich die viele Arbeitslast. Bei Y. wird es auch von Jahr zu Jahr mehr, der brave Mann (der viel tüchtiger ist als ich und der jeden Moment des Tags sinnvoll füllt) steigt unaufhaltsam auf, aber ich würde eigentlich gern kürzer treten.

Oh Mann, ich hoffe, nächstes Jahr passiert mir das nicht mehr. Erinnert mich dran, tov???

Kommentare»

1. oskopia - September 8, 2008, 17:09

Wie lehnt man eigentlich höflich, doch bestimmt ab
Das ist schön, wenn man das kann :-).
Ich weiß nicht, ob ich das jetzt immer kann, aber wenn ich es mache, ist es einfach ein nein, ohne Betonung. Und ich denke mir auch nichts Böses dabei. Weder, daß das ne Frechheit ist, das überhaupt zu fragen, noch, daß der das bestimmt nicht akzeptieren wird, auch nicht, daß ich das Recht habe, nein zu sagen. Ich setze meistens noch einen Satz hinterher, wie : Das geht nicht oder Ich bleibe lieber hier sitzen – aber wesentlich ist das „unbetonte“ nein.

2. Lila - September 8, 2008, 17:16

Ja, aber wie macht man das, wenn man einen Job mit schönen Worten angeboten bekommt? „Die Studenten waren so begeistert, gibst du den Kurs auch nächstes Jahr?“ „Wir wüßten niemanden, der ein besseres Lehrbuch zum Thema XYZ schreiben könnte, machst du das?“ „Wir planen ein neues Zentrum, bist du bereit, die akademische Aufsicht über den Zweig A zu übernehmen?“

Bitte, wie lehnt man sowas ab? Ich kriege das nicht hin, ich fühle mich immer geschmeichelt, wichtig, kompetent und denke, ach was, das krieg ich schon hin.

Schlimmstenfalls jammere ich im Blog. 🙂

3. willow - September 8, 2008, 19:42

Wie ich dich so einschätze, wirst du ein „Tut mir ja Leid, klingt seeehr interessant, aber leider bin ich wegen des lieben Geldes gezwungen gewesen mich anderweitig zu binden“ niemals über die Lippen bringen 😀 . Und weiterhin im Übermaß hochinteressante Projekte beackern, die dich leider nicht reich machen 😉 !

4. Lila - September 8, 2008, 19:44

Oha, Du bist genial. Hast Du nicht Lust, mein Manager zu werden…??? (Ehrenamtlich natürlich.)

5. willow - September 8, 2008, 19:52

Seeehr interessant! Aber du weiß ja, mein Ivrit… und leiderleider wurde mir ich gerade ein Angebot gemacht, daß ich nicht ablehnen konnte… mit russischem Akzent!

6. Marlin - September 8, 2008, 19:55

Jaaa, das ist ein Problem. Wie mach ich das? Hm.. ich schiebe andere Gründe vor, die im Allgemeinen zutreffen. 🙂

Es dankt einem letztlich auch keiner mehr, wenn man sich kaputtmacht. Anfangs schon, später wird es selbstverständlich. Dies gilt es zu verhindern. Im Namen Deiner Gesundheit, Lila, lerne auch mal „nein“ zu sagen. Gern mit einer stichhaltigen Begründung.

7. Janina - September 9, 2008, 10:51

Hallo, ich lese schon seit längerem Deinen Blog fröhlich mit und bin total begeistert!
Zum Thema „nein“ kann ich dann auch mal was beitragen:
„everybody’s darling is everybody’s fool“ und „nach zu kommt ab“ (letzteres bezogen auf Schrauben festziehen). Man kann es niemals allen recht machen. Und bei zuviel Belastung ist irgendwann auch mal Schluß mit Belastbarkeit – und wo bleiben dann die tollen Einträge? 😉
Trotzdem auch herzlichen Glückwunsch zu den vielen spannenden Aufgaben!

8. Ecki - September 9, 2008, 23:18

Hallo Lila, ich muß mal ein Lob aussprechen. Ich lese fast jeden Tag hier. Und wenn dann mal nichts neues hier erscheint ist das wie Winter ohne Schnee. Also ganz doof 🙂 Auch wenn Du viel zu tun hast… Mach weiter so. Liebe Grüße …der Ecki

9. Lila - September 9, 2008, 23:51

Was, jetzt bin ich auch schon an der globalen Erwärumg schuld?

😉

Meinst Du nicht, ich trage schon an Holocaust und Besatzung schwer genug…??

Meine Satzzeichen spinnen, ich gehör ins Bett!!!

Und Danke für die lieben Worte, heute ist so ein Tag, wo ich die mal gerade richtig, richtig brauche.

10. croco - September 10, 2008, 17:01

Ja, so bin ich auch, oder besser, so war ich auch.
Aber was soll man machen, wenn man so tolle Sachen angeboten bekommt, das reizt schon….
Das Nein-sagen ist richtig schwer.Ich kann es immer noch nicht. Aber was ich kann, ist zu sagen,dass das Angebot sich toll anhört, ich es gerne machen will (…soweit also wie früher,aber Achtung, jetzt kommt es…), ich es aber noch mit meinem Mann besprechen will und auch noch eine Nacht drüber schlafen. Ich teile es morgen mit, ob ich es mache.
So habe ich Zeit, es mir zu überlegen, ob ich es tatsächlich auch schaffe.Und keiner ist düpiert.
Und bei Versammlungen, bei denen ich mich immer gerne zu Arbeitsgruppen melde, setzte ich mich mittlerweile auf meine Hände. So dauert es immer ein bisschen, bis ich sie unter dem Po vorgezogen habe um mich zu melden. In dieser Zeit komme ich meistens zum nachdenken.Und kann so den Reflex unterbinden.
Und die dritte Sache, die Idee ist von einem Kollegen , ist die: sobald du ein neues Amt übernimmst, solltest du eine andere Aufgabe niederlegen. Wenn du nichts aufgeben willst, so ist das Neue auch nicht interessant genug.
So, und seit ich das alles befolge , habe ich wieder ein Leben , das mir gehört.


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