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Gute Idee Mai 28, 2008, 7:05

Posted by Lila in Land und Leute.
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Heute früh, beim Hören der Frühnachrichten. Erst Olmert und Talansky, dann der anstehende Austausch mit der Hisbollah – Regev und Goldwasser gegen Samir Kuntar & Co. [über Samir Kuntar wollte ich auch noch schreiben, ich schaff es nicht alles]. Quartas Gesicht leuchtet auf. „Mama, ich weiß was. Wir sagen zu Nasrallah einfach, hier habt ihr unseren Premierminister, jetzt gebt uns die Soldaten wieder!“

Ich halte diese Idee für mehrheitsfähig.

Update: Ich habe diesen neusten Ausspruch unserer Tochter Y. berichtet. Der nickte nur und meinte trocken, „ich würd Elchanan Tennenbaum noch dazugeben“.

Kommentare»

1. Miriam Woelke - Mai 28, 2008, 8:09

B“H

Das ist die Idee des Tages !!!!!

Wann fahren wir ihn an die Grenze ???

Ich bin sofort dabei. :-)))

2. jim - Mai 28, 2008, 10:38

„über Samir Kuntar wollte ich auch noch schreiben, …“.

Samir Kuntar: http://www.zeit.de/2006/36/Samir?page=all

3. Lila - Mai 28, 2008, 11:10

Danke für den Link, nur ein paar Worte zu Smadar Kaiser-Haran, der Witwe. Sie wurde gestern befragt, was sie zu der Idee sagt, Kuntar freizulassen. Und sie sagt, daß Kuntar zwar ihre Familie auf dem Gewissen hat und ein Verbrecher ist, aber daß er nicht ihr privater Gefangener ist. Sondern daß der Staat entscheiden muß, ob es im Interesse des Staats und des Volks ist, ihn freizulassen. Sie meint, wenn Udi und Eldad noch leben, dann ist der Preis nicht zu hoch. Sie ist in Kontakt mit den Familien der beiden und unterstützt sie.
Sie ist wirklich eine bewundernswerte Frau, daß sie die ganze Frage so ansehen kann.

Kompliziert wird die Sache noch dadurch, daß eigentlich Kuntar als Pfand gehalten werden sollte, um herauszufinden, was aus Ron Arad geworden ist. Ron Arads Schicksal lastet auf uns. Wenn Kuntar freigelassen wird, schwindet die letzte Hoffnung, je herauszufinden, was mit ihm geschah. Der Gedanke, daß seine Mutter schon gestorben ist, ist schrecklich.

Das Abwägen zwischen den Interessen von Ron Arad und denen anderer Gefangener ist fast unerträglich.

Überhaupt, diese Taktik der Feinde Israels, nicht das Geringste an Informationen preiszugeben, weder Rotem Kreuz noch ausländischen Diplomaten Zugang zu israelischen Gefangenen zu geben, ist unvertretbar und unmenschlich. Ich weiß nicht, ob Amnesty International was dazu zu sagen hat, aber die sind vermutlich zu beschäftigt mit Israel-Kritik…

Ich gebe auch zum Thema Samir Kuntar stets zu bedenken: die israelischen Soldaten nahmen ihn fest, als er bewaffnet war, die Leiche von Dani Haran zu seinen Füßen und die Leiche der kleinen Einat noch in Händen. Es hätte niemanden gewundert, wenn sie ihn sofort erschossen hätten. Das haben sie aber nicht getan, sondern ihn festgenommen. Da es in Israel keine Todesstrafe gibt, sitzt er lebenslänglich ein. Mit allen Konsequenzen. Daß dieser Mann im Libanon von vielen als Held verehrt wird, spricht Bände für den Charakter unserer Feinde.

Übrigens ist Smadar in einem der Kibbuzim der Umgebung hier geboren, ihre kleine Schwester war in Y.s Klasse, seine Tanzpartnerin und gute Freundin. Ich habe großen Respekt vor ihr. Sie hat den ultimativen Albtraum durchgemacht und macht ihn bestimmt noch immer täglich durch.

Überhaupt sind einige Hinterbliebenen von israelischen Opfern eindrucksvolle Persönlichkeiten. Ich denke an die Familie von Koby Mandell, die zum Gedenken an ihren Sohn anderen Opfern helfen, an Esther Wachsman, an David Hatuel, der sich nach dem Verlust seiner hochschwangeren Frau und vier Töchter weiterhin als Schulleiter für andere Kinder engagierte – keiner von ihnen hat nach Rache oder Vergeltung geschrien.

Mal sehen, was aus den Verhandlungen wird, die Deutschen spielen ja dabei eine große und, soweit ich erkennen kann, positive Rolle.

Ich bin gespalten. Einerseits möchte ich gern sagen, wir müssen jeden Preis für die Gefangenen zahlen – es könnte jeder von uns sein, und ohne das Wissen, daß der Staat alles tut, um jeden Soldaten wiederzubringen, kann man von niemandem verlangen, daß er Armeedienst macht. Andererseits, das Wissen um die vielen Anschläge, die von freigelassenen Terroristen begangen wurden, und die wiederum Menschen das Leben kosten, macht die Entscheidung moralisch fast unmöglich…

Eine weitere unlösbare Zwickmühle.

Trotzdem hoffe ich, daß die Soldaten nach Hause kommen, ob lebend oder, chas ve chalila, tot.

Herrje, ich muß arbeiten!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

4. charly - Mai 28, 2008, 13:00

Schalom Lila,
erstens will ich sagen, schön daß es hier wieder etwas zu lesen gibt,
ich lese seit längerem mit und mir hats gefehlt.
Aber bitte handelt den Samir Kuntar nicht nur hier in den Kommentaren ab, die liest nicht immer jeder wenn er wenig Zeit hat.
Vor allem der Link zu dem Artikel sollte nach vorne.
Zu den genannten Tauschabsichten viel Glück, fürchte aber Nasrallah
lässt ihn euch lieber, könnte ja was kompetenteres nachkommen.
Gruß,
Charly

5. Schaschlik « abseits vom mainstream - heplev - Mai 30, 2008, 23:29

[…] – manchmal einfach unbezahlbar. Vorhin habe ich einen hervorragenden Vorschlag gefunden, den die Tochter einer Bloggerin gemacht hat, als sie von den Verhandlungen Olmerts mit den Hisbollah-Terroristen zu einem […]


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