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Mir ist schlecht Mai 27, 2008, 19:26

Posted by Lila in Land und Leute.
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und ich glaube, ganz Israel hat heute abend mit Brechreiz zu kämpfen. Pfui Teufel.

Heute hat Olmerts reicher Bekannter Moshe Talansky vor Gericht ausgesagt. So hat sich das abgespielt: der Mann hat Olmert sehr bewundert und Olmmer ihm ohne Ende Geld abgeknöpft. Es gibt ja eine Art Grauzone zwischen Spenden und Schmiergeldern, mit der alle Parteiendemokratien kämpfen. Doch hier geht es um etwas noch Ekelhafteres: ein wichtiger Mann und Politiker nutzt einen naiven, wohlhabenden Bewunderer schamlos aus, für seine eigenen persönlichen Bedürfnisse. Olmerts Sekretärin ruft bei Talansky an, sagt, daß Olmert Geld braucht, daß Olmert einen First class-Flug haben will, daß Olmert 5000 Dollar will, wenn er an der Hochzeit von Talanskys Sohn teilnehmen soll.

Zwischendurch, während er diese schrecklichen Geschchten erzählt, von Briefumschlägen voll Geld, bricht der Zeuge in Tränen aus. Er geht nach draußen, eine junge Journalistin fragt ihm wie es ihm geht. (Sie war die erste, die ihn neulich schon interviewt hat). Sie fragt ihn, wie es ihm geht. Er sagt, mit Tränen in den Augen, „meine Frau ist krank, es tut mir so leid für sie“. Er sagt, er weiß nicht, wieso er das so lange mitgemacht hat, und daß ihm heute klar ist, daß Olmert ihn zynisch ausgenutzt hat. Er hat nichts dafür bekommen, nichts dafür verlangt (man muß noch sehen, ob er nicht indirekt doch von der Nähe zu Olmert profitiert hat), er macht im Moment den Eindruck eines harmlosen Mannes. Nicht rachsüchtig, nicht verleumderisch.

Aber Olmert, pfui Teufel, pfui Teufel. Wenn ich mir überlege, daß Rabin zurückgetreten ist, weil seine Frau ein Dollarkonto hatte, ohne sein Wissen, obwohl es damals verboten war. Und Olmert hat so viel Dreck auf der Weste, man sieht vor Flecken keine Weste mehr. Er hat kein moralisches Recht, in unserem Namen irgendwelche Verhandlungen zu führen oder Verträge abzuschließen. Denn er ist unter falschen Vorspiegelungen gewählt worden. Zurücktreten, zurücktreten. Aber schnell.

Kommentare»

1. Urs Müller - Mai 27, 2008, 23:24

Siehe auch hier:
http://www.nzz.ch/nachrichten/international/schlechte_karten_fuer_israels_ministerpraesident_1.743959.html

Stimmt der letzte Satz des Artikels? Gibt es solche Gerüchte?

Und trotzdem, wer hat soviel Geld (erwirtschaftet, ererbt, was auch immer) und „verschenkt“ es einem Politiker ohne Gegenleistung?

2. migdalit - Mai 28, 2008, 18:44

… und er tritt und tritt einfach nicht zurück. Will er wirklich warten bis er mit (Staats-)gewalt aus dem Amt befördert wird? …


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