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Auch wenn ich nicht blogge, Mai 11, 2008, 14:51

Posted by Lila in Uncategorized.
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geht die Sonne auf und unter, eigentlich unverschämt!, und die Qassams fallen weiter.

Heute 21 Qassams. Am Freitag kam ein Mann aus dem Kibbuz Kfar Aza ums Leben. Wir waren bei einer Feier eingeladen, wo ein Teil der Leute den Toten und einen Verletzten kannte.

Ich erinnere daran, damit der täuschende Eindruck der Ruhe sich nicht festsetzt. Natürlich wird es in den deutschen Medien erst wieder erwähnt werden, wenn Israel irgendwann genug hat und zurückschlägt. JEDEN Tag fallen Raketen im Süden, jeden Tag. Der Mann aus Kfar Aza wurde in seinem eigenen Haus Opfer der Rakete. Wie die Menschen dort durchhalten, weiß ich nicht. Neulich kam im eine Reportage über ein kleines Mädchen dort, in Quartas Alter. Sehr traurig. Was tun wir, um ihnen Solidarität zu zeigen? den Beschuß zu stoppen? Nichts, wir sind doch zu weit weg. Sonst würden wir auch dort einkaufen fahren, wie es manche Israelis freitags machen.

Wir sind immer in der Defensive. Wäre diese Situation doch schon beendet, würde die Hamas doch endlich das Feuer einstellen und sich damit abfinden, daß es einen Staat Israel gibt. Aber das wird wohl so schnell nicht passieren. Wenn wir nun auch noch im Norden eine Grenze mit der Hisbollah haben, geht es auch bei uns wieder los. Sollte die Hisbollah wieder nah an der Grenze zu uns sitzen, dann kann man den Leuten dort nur empfehlen, ihre Luftschutzräume tipptopp in Ordnung zu halten. Auch bei uns.

(Bekanntlich ist ja unserer zu weit vom Haus entfernt, um ihn in der erforderlich kurzen Zeit zu erreichen, aber bei uns ist auch nur eine Rakete gefallen während des Kriegs, wir sitzen wohl in einem uninteressanten Winkel. Die Hisbolla hat auf die Raffinerien in der Bucht von Haifa gezielt, auf den Militärflughafen Ramat David. Ich hoffe, es kommt nicht zu einem weiteren Krieg und sie halten sich zurück. Obwohl Nasrallah nie ein Geheimnis daraus gemacht hat, daß er die Waffen, die er besitzt, auch einzusetzen gedenkt. Danke, UN!)

Es ist deprimierend. Immer dasselbe hier, was? Ich weiß, ich weiß, es nervt die Leser, daß es immer dasselbe ist. Glaubt mir mal, mich nervt es auch. Dornröschen würde sich auf die andere Seite drehen und weiterschlafen.

Übrigens: die alte Frau aus Nir Am, die Mutter eines Bekannten aus dem Kibbuz und Oma von Secundus´besten Freundinnen, ist gestorben. Sie ist hier begraben. Die arme alte Frau, der ewige Beschuß hat sie fertiggemacht. Sie hat kein einfaches Leben gehabt. Alles dabei, Shoah, Kriege, dann der Aufbau des Kibbuz, dann jahrelang der tägliche Beschuß. Und sie so tatterig, daß sie nicht zum Bunker rennen konnte.  Ich war traurig, als ich das hörte.

Kommentare»

1. Manfred - Mai 12, 2008, 0:32

„weiß, ich weiß, es nervt die Leser, daß es immer dasselbe ist.“

Nein, es nervt nicht. Ich glaube für die meisten Leser zu sprechen, wenn ich sage: Wir wollen wissen, was bei Euch los ist. Dass das oft wenig erfreulich ist – nun, darauf ist man eingestellt.

2. heplev - Mai 12, 2008, 13:18

“ich weiß, es nervt die Leser, daß es immer dasselbe ist.”
Wer sich beschwert, dass das nervt, der hat keine Ahnung, was los ist – und will es nicht wissen. Bitte hoere nicht auf davon zu schreiben!

3. Marlin - Mai 13, 2008, 21:27

Danke für die Erinnerung, Lila.


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