jump to navigation

Nur zur Erinnerung März 2, 2008, 0:08

Posted by Lila in Bloggen, Land und Leute.
trackback

an die vielen Gelegenheiten, bei denen ich über Qassams berichtet habe. Ich habe mich aufs letzte Jahr beschränkt und auch nicht alle Beispiele aufgeführt.

15. November 2006 :

Ich gebe nicht so viel auf scharfe Kritik aus Deutschland, gebe ich gern zu, weil ich mir nur vorstellen muß, was in Jülich los wäre, wenn die Holländer mit kleinen Raketen täglich die Große Rurstraße beschießen würden, und wie schnell man da nach harten Maßnahmen rufen würde, um den Beschuß zu stoppen. Da würde ich ihnen aus der Ferne auch zurufen, “mal langsam, Leute, da stirbt doch nur alle paar Monate jemand dabei, das solltet ihr doch verkraften können, Hauptsache, es bleibt friedlich!”. Ich hab da auch noch nie einen konkreten Ratschlag gehört, nur so allgemeine Phrasen von Gutem Willen und Aufhören, so arrogant zu sein, und lauter so Sachen, mit denen ich prinzipiell übereinstimme. Aber die gegen Qassams irgendwie nicht richtig helfen.

6. Februar 2007

22. Februar 2007 

22. Mai 2007 

Ich habe es nicht anders erwartet. Solange Israel stillhielt – keine Reaktion der UN auf den Beschuß mit Qassams. Sobald sich Israel wehrt – Besorgnis und Ermahnungen.

25. Mai 2007

Im Süden fallen Qassams nicht nur auf Sderot, das zu einer Art Metapher geworden ist – unter anderem wieder aus dem Wunsch heraus, komplizierte Realität in Schlagworte zu fassen. Alle umliegenden kleinen Orte, auch die Kibbuzim der Gegend, werden beschossen.

20. Juni 2007 

24. Juni 2007 

26. Juni 2007

29. Juni 2007

Drei Qassams heute. Keine Verletzten, sie landeten auf dem Feld.  Glück gehabt.

Für die Leute, die da leben, ein Russisches Roulette. Für den Rest der Welt, ein No-item. Für mich, ein Anlaß, meinen Ticker zu schreiben. Damit auch meine Leser ein bißchen nachfühlen können, wie sich der Waffenstillstand in Israel anfühlt.  Und wer ihn täglich bricht. UND dann noch von uns Strom und Wasser umsonst erhält, und noch weitaus mehr fordert…

23. Juli 2007 
Und so weiter, und so weiter.

Das ermüdet den Leser? Dann stelle er sich vor, wie UNS das ermüdet.

Kommentare»

1. michab - März 2, 2008, 1:00

Tja, dann schau dir gerade jetzt mal an, wie die Tagesschau über eure Region im Internet berichtet: es ist durchaus repräsentativ für deren „journalistische Sorgfalt“.

2. Thatcher - März 2, 2008, 2:34

Solange Du, Lila, von Eurem Kibbuz im Norden aus darüber berichtest, dass eine Stadt im Süden mit Raketen eingedeckt wird, kann man wohl davon ausgehen, dass Israel als Nation zusammenhält. Nicht nur Staat, sondern auch Nation zu sein, ist die einzige Chance, einen Krieg durchzustehen – und der organisierte Islam zwingt jedem Volk, das er heimsucht, Krieg auf.

In Deutschland würde das anders aussehen. Nehmen wir mal an, dass es in Deutschlands Grenzgebieten Kassams hageln würde – was würde wohl passieren? Da würden sich vermutlich die Westfalen hämisch über die Rheinländer lustig machen (obwohl der Westfale ja sonst zum Lachen eher in den Keller geht), oder der Hanseat sich freuen, wenn es den stockreaktionären Bayern mal erwischt. Von den Ossi-Wessi-Animositäten im Jahr 19 nach der Einheit mal ganz zu schweigen. Die Deutschen lieben es, sich gegenseitig in die Pfanne zu hauen, und keine Freude ist reinber als die, wenn der Nachbar Schaden erleidet. Darin sind wir mindestens genauso Weltmeister wie im Export von Autos, Arbeitsplätzen und Touristen. Aber eine Nation sind wir Deutschen nicht mehr. Das haben die ’68er-Spaltpilze erreicht.

Berichte über die Schäden würden hauptsächlich in regionalen Zeitungen erscheinen, damit man sich nur schwer ein Bild über die Gesamtlage machen und weiterhin glauben kann, es wären alles Einzelfälle. Bei den marodierenden Jungtürken (heute wurde wieder ein couragierter U-Bahn-Fahrer so zertreten, dass er reanimiert werden musste) praktizieren die Pressebazillen das auch schon. Dass man mit solchen Themen leider keinen Wahlkampf politisch überlebt, wissen wir seit dem 27. Januar auch, also wird es keiner unserer Angsthasen von Politikern wagen, diese heiße Kartoffel nochmal aufzugreifen.

3. Manuela - März 2, 2008, 3:30

Ich weiss nicht wie es anderen Lesern geht, aber mich ermüdet es nicht. Es macht mich traurig, wütend und obendrein finde ich es beschämend, das auch hier in Deutschland nicht vernünftig berichtet wird.
Heute abend habe ich mich, nach den Nachrichten, dabei ertappt wie ich dachte, mal sehen was Lila dazu schreibt. Bitte höre nicht auf zu berichten und zu beschreiben.

Manuela

4. Lila - März 2, 2008, 8:30

Thatcher – ganz ehrlich, das glaube ich nicht. Obwohl die deutschen Stämme sich nicht immer grün sind, glaube ich einfach nicht, daß es den Preußen egal wäre, wenn die Bayern unter Angriff kämen – denn eine Verletzung des deutcshen Staatsgebiets würden alle Deutschen spüren.

Ich glaube, die Deutschen sind heute mehr eine Nation, als sie zu Kaisers Zeiten waren – ich erinnere mich an die Erinnerungen von Hans Fallada, wie schwer seine Hannoversche Mutter es in Berlin hatte – sie war Ausländerin. Oder Elisabeth von Bayern, die in Berlin nie heimisch wurde.

Jetzt sind es doch schon mehrere Generationen, in deren Paß nicht mehr Sachsen-Gotha-Coburg oder Sachsen-Gotha-Altenburg steht, sondern Deutschland. Man reist, studiert und heiratet über die Stammesgrenzen hinweg.

Ich weiß, daß Du den 68ern großen Einfluß zuschreibst, aber es wäre mir neu, wenn sie Lokalpatriotismus und stämmisches Heimatgefühl neu belebt hätten.

Die Ost-West-Grenze ist was anderes – auch sie ist vor den 68ern entstanden, und die Unterschiede zwischen Ost und West sind einfach historische Last.

Und selbst wenn es den Leute im Oderbruch egal wäre, wenn der Niederrhein beschossen wird, oder umgekehrt – meinst Du, die Regierung würde einfach sieben Jahre lang zugucken?

Ich wage es zu bezweifeln. Es wäre ein Casus belli, für jeden souveränen Staat der Welt.

Wir haben Sderot, diese arme Stadt mit größtenteils orientalischen Einwohnern, und die Kibbuzim und Moshavim der Umgebung lange genug preisgegeben…

Ob die militärische Option auf Dauer greift, bezweifle ich trotzdem.

Heute fiel eine Rakete in Netivot, das ist auch neu….

5. Georg - März 2, 2008, 10:48

Da stimme ich Lila natürlich zu, Deutschland ist schon länger, spätestens seit dem Mauerfall ’89 eine Nation.
Aber darum geht es gar nicht. Ein solcher Raketenbeschuss egal wo in Deutschland ist unvorstellbar und würde sofort zu Solidarität in ganz Europa führen. Dasselbe in einem anderen Land Europas. Was würde wohl geschehen, wenn die Pariser Vorstädte beschossen werden, Amsterdam, Madrid oder, oder, oder. Jede Regierung ist doch verpflichtet, seine Bürger zu schützen.
Ich denke, der Grund, weshalb man dies Israel nur bedingt „erlaubt“, liegt im Medienkrieg. Die Propaganda vom armen unterdrückten Palästinenservolk wirkt. Sie machen das einfach sehr gut, besser als Israel. Dazu kommt natürlich ganz klar der sog. Antizionismus, der begrifflich moderne Antisemitismus, der immer im Schulterschluss der Linken mit Antiamerikanismus, Antiimperialismus etc. genannt wird. Man sucht die dunkle Macht, die Bösen auf der Welt, denn das macht die Welt so einfach, und seit Bush ist diesen Leuten nun mal in breiteren Schichten der Bevölkerung vieles in die Hände gespielt worden.
Was dagegen hilft? Nur zwei Sachen: Aufklärung und militärische Macht.
Der Normalbürger in Deutschland ist nicht der klügste. Man zweifelt mittlerweile mangels ausreichend Bildung der Naturwissenschaften bereits massenhaft die Mondlandung an. Solchen Menschen kannst du mit Vernunft nicht mehr kommen – aber der nächsten Generation könnte man mehr Bildung zukommen lassen. Vorurteile entspringen ja auch immer nur einem Nichtwissen.
Naja, das fiel mir halt nur so am Morgen nach meiner Nachtschicht ein. Jut Nacht :-))

6. grenzgaenge - März 2, 2008, 12:57

neee, lila, ist es nicht nett ? die un ist ernsthaft besorgt …. vielleicht sollte die ach so friedselige un sich an ihre eigene rolle erinnern. aber, nein, das wird nicht passieren. „besorgt sein“ passt auch viel besser zur un ….

http://www.n-tv.de/927454.html?020320080813

7. Lila - März 2, 2008, 13:20

Bert hat zum Thema „proportional oder disproportional auch einiges zu sagen.
http://yonathanbert.blogspot.com/2008/03/it-was-only-matter-of-time-before-un.html

Ob mit der Hamas wirklich zu reden ist, und worüber, und wie verläßlich sie sind… ich weiß es nicht. Aber dass die Armee allein den Knoten nicht aufdröseln kann, scheint leider klar.

8. grenzgaenge - März 2, 2008, 13:25

hast recht. aber ich vertraue einer armee eher als einem zahnlosen papiertager.

9. grenzgaenge - März 2, 2008, 13:26

aehm, papiertiger, sorry ….

10. Politisch korrekt berichtet « abseits vom mainstream - heplev - März 5, 2008, 0:58

[…] (Lil, Letters from Rungstet) – Kurze Presseschau (Lila, Letters from Rungstet) – Nur zur Erinnerung (Lila, Letters from Rungstet) – Eine Schande (Lila, Letters from Rungstet) – Wenn mal wieder von […]


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s