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Wer es ertragen kann, Februar 26, 2008, 22:36

Posted by Lila in Land und Leute.
trackback

der sehe sich diesen Video an. Zwei Geschwister aus Sderot, Yossi und Maria, gehen über die Straße. Alarm, „Rote Farbe“, eine Qassamrakete fällt neben ihnen. Yossis Schulter ist schwer verletzt, die Kinder retten sich in einen Laden, der sofort Magen David Adom rief. Eine albtraumhafte Minute, in der die Kinder sich nicht beruhigen lassen, bis ihre Mutter eintrifft.

Heute abend wurden die Kinder in den Nachrichten gezeigt – Yossis Arm konnte gerettet werden. Maria, die kleine Schwester, erklärte ihrem Vater, daß sie nicht mehr in Sderot leben will, „du bist der einzige, aber Yossi und Mama und ich, wir wollen da nicht wieder hin!“

Seit sieben Jahren geht das im westlichen Negev so. Tagtäglich. Wieviel haben die Medien außerhalb von Israel darüber berichtet? und bei welchen Gelegenheiten? Die Antwort ist bekannt: nur, wenn Israel reagiert. Dann wird von „Israels Vergeltung“ lang und breit berichtet, und im letzten Absatz dann erwähnt, daß die Palästinenser mit selbstgebastelten Raketchen ballern, eigentlich nur eine symbolische Protestaktion, nicht wahr.

Aber sagt mir mal, wieso müssen israelische Kinder so groß werden? Und niemand nimmt es ernst? Sie sind traumatisiert. Sie sind im Krieg großgeworden. Auch ohne Untertitel geht das aus dem Video eindeutig hervor.

Kommentare»

1. bEN - Februar 27, 2008, 3:34

Berliner in Sderot
Unter der Leitung des Bundestagsabgeordneten für Steglitz-Zehlendorf, Karl-Georg Wellmann (CDU) wird heute eine Delegation aus Berlin die israelische Partnerstadt des Bezirks, Sderot, besuchen. Ziel der viertägigen Reise ist es, der seit Jahren unter Raketenbeschuss leidenden Stadt und ihren Bewohnern die Solidarität ihrer Partnergemeinde durch die persönliche Anwesenheit von Gästen aus Berlin auszudrücken. Außer Wellmann nehmen noch der ehemalige Bezirksbürgermeister Norbert Kopp, BZ-Chefreporter Gunnar Schupelius, der Unternehmer Hans Wall und der Publizist Georg Gafron an der Reise teil. Während ihres Aufenthalts in Sderot werden die Berliner von Aviv Shir-On, dem stellvertretenden Leiter der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit und Medien des israelischen Außenministeriums, begleitet.
http://www.israelheute.com/default.aspx?tabid=179&nid=15227

Seltsamer weiße nehmen sich die Boulevard-Medien dieses Thema zu Herzen. In richtigen Zeitungen findet man darüber leider kaum was.

2. eran1 - Februar 27, 2008, 4:32

„Heute abend wurden die Kinder in den Nachrichten gezeigt“

Auch in Deutschland zeigte man Kindern, palästinensische Kindern, die zum Propagandazwecke sich an den Händen hielten.

3. su - Februar 27, 2008, 11:53

alles nur zum heulen… und sicher hast du schon ganz viel dazu geschrieben. dennoch: was muss getan werden, damit ein friedliches leben möglich ist? ganz konkret; im „hier und jetzt“; was ist möglich mit diesen menschen von heute

4. Lila - Februar 27, 2008, 12:14

Im Wall Street Journal stehen dazu heute ein paar Gedanken:

Perhaps the answer is to wait for a technological fix and, in the meantime, hope for the best. Israel is at work on a missile-defense program called „Iron Dome“ that may be effective against Kassams, though the system won’t be in place for at least two years. It could also purchase land-based models of the Phalanx Close-In Weapons System, used by the U.S. to defend the Green Zone in Baghdad.

But technology addresses neither the Islamic fanaticism that animates Hamas nor the moral torpor of Western policy makers and commentators who, on balance, find more to blame in Israel’s behavior than in Hamas’s.

Nor, too, would an Iron Dome or the Phalanx absolve the Israeli government from the necessity of punishing those who seek its destruction. Prudence is an important consideration of statesmanship, but self-respect is vital. And no self-respecting nation can allow the situation in Sderot to continue much longer, a point it is in every civilized country’s interest to understand.

5. Ostap Bender - Februar 27, 2008, 18:56

Nein, jetzt ist ein Student von einer Rakete getötet worden. Ich frage mich langsam, wie lange Israel sich das gefallen läßt.

6. grenzgaenge - Februar 27, 2008, 20:05

ja. es war ein student des sapir college. ich erinnere mich noch ganz gut an meine besuche dort (im rahmen der israel solidaritaetsreisen der heinrich boell stiftung). nun also der erste tote student dort. es ist nicht zum aushalten.

7. grenzgaenge - Februar 27, 2008, 20:17
8. grenzgaenge - Februar 27, 2008, 20:40
9. Lila - Februar 27, 2008, 22:42

Es ist das elfte Todesopfer – der Terror der Beschießung mit Qassams geht weiter. Neben dem Krankenhaus von Ashkelon ist eine Grad-Rakete gefallen. Das sind russische Raketen, die die Palästinenser schon öfter eingesetzt haben. Sie ähneln mehr den Katyushas, mit denen wir oft genug vom Norden beschossen worden sind.

Es waren 50 Raketen in 5 Stunden heute nachmittag….

Wann werden wir je eine UN-Resolution gegen den pausenlosen Beschuß israelischer Zivilisten sehen? Da werden wir wohl noch lange warten können…

10. grenzgaenge - Februar 28, 2008, 13:24
11. pensky - Februar 28, 2008, 18:27

„Es waren 50 Raketen in 5 Stunden heute nachmittag….“
ähm, what?? wo hast du das denn gelesen?

der wsj-artikel ist super by the way!

aber ich hoffe sehr dass israel von ner bodenoffensive absieht..
klar, es gibt nur schlechte lösungen („ökonomische schritte“ und „targeted killing“ reichen nicht aus) und es muss was unternommen werden.. aber auf ne bodenoffensive der IDF wartet die hamas grad sehnsüchtig, auf dass einer ihrer größten wünsche in erfüllung gehen mag: IDF-soldaten zu töten. und ich denke angesichts der tatsache dass gaza ein einziges waffenlager ist würde ihnen das auch gelingen.. god forbid

12. willow - Februar 28, 2008, 20:08

wo hast du das denn gelesen?

…vermutlich nicht in einer deutschen Zeitung!


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