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Heute neu Februar 19, 2008, 9:34

Posted by Lila in Presseschau.
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Ägypten hat 100 Kilo Sprengstoff in der Nähe der Grenze gefunden, da wird ja munter geschmuggelt. Ein Beduine hat der ägyptischen Grenzpolizei den Tip gegeben. Wir verdanken ihm vielleicht Menschenleben.

Mit den Palästinensern sind die Ägypter nicht zimperlich:

„Egyptians will tell Hamas bluntly that the old self-restraint manner is over and that Egyptian security guards have been given orders to open fire on any Palestinians trying to cross the border“.

Und wer nicht zurück in den Gazastreifen will, wird von den Ägyptern hinbefördert.

Qassam-Raketen fallen munter weiter.  Über die geniale Idee unserer Regierung, diese zu stoppen, ereifert sich am frühen Morgen schon David Bogner. Klingt in der Tat nicht sehr überzeugend. Ich bin weder von der Idee einer Bodenoffensive begeistert noch von der Erwartung, internationale Truppen würden schon alles richten.

Trotzdem bleibt die Frage ungelöst: was könnte die Palästinenser dazu bewegen, ihre Aggressionen einzustellen? Was wurde noch nicht versucht?

(Und die JPost berichtet über deutsche Professoren und ihren offenen Brief in der Frankfurter Rundschau, und die Antwort israelischer Professeoren, und die Diskussionen bei einem Treffen beider Gruppen. War wohl eher peinlich für die Deutschen.

Prof. Gert Krell, a retired professor of International Relations at Frankfurt’s Johann Wolfgang Goethe University who specialized in the Middle East conflict, admitted after the panel finished its discussions that the manifesto was „well meant but not good enough.“

„We did apologize. We have learned a lot from the discussions and from the criticism … the next publication will not be a manifesto, we may arrange a conference,“ he told the Post.

But Krell added that there „have been follow up studies already, which corrected some mistakes.“

Werde ich mir wohl mal zu Gemüte führen müssen, wenn ich heute Zeit hab. Aber sich ohne genügendes Faktenwissen eine Meinung über den Nahen Osten bilden – das scheinen deutsche Professoren also genauso gern zu tun wie andere, obwohl sie eigentlich wissen müßten, daß da nichts Vernünftiges bei rauskommen kann…Immerhin hat Krell das Rückgrat, das zuzugeben.

Hätte er Sartre gelesen, wäre es gar nicht erst so  weit gekommen. Der hat schon in den 60ern die beliebte Version entlarvt, die Juden hätten den Staat Israel als Entschädigung für den Holocaust auf Kosten der Araber geschenkt bekommen.  Trotzdem wird dieser Mythos wohl nie aus der Welt geschafft werden können, die arabische Welt glaubt daran und für den Westen ist er bequem…)

Kommentare»

1. David - Februar 19, 2008, 17:52

Lila,
hast du eine Quelle zu J,P. Sartre? Quellenangabe reicht.

2. Lila - Februar 19, 2008, 18:07

Ich hab auf die Schnelle gesucht ud nichts gefunden. Ich glaube, im Buch über Antisemitismus.

3. grenzgaenge - Februar 19, 2008, 18:14

irgendwie interessiert es in deutschland niemanden wie AEGYPTEN mit den palaestinensern umgeht. ist schon erstaunlich. so etwas sollte israel sich mal erlauben. im falle aegyptens ist eine solche behandlung natuerlich keine schlagzeile wert. wie auch !?

4. Lila - Februar 19, 2008, 18:48

Ganz davon zu schweigen, daß die Armut in Ägypten, die schlimmer ist als die im Gazastreifen, keinen die Palme hochtreibt. Schließlich kann man dafür nicht Israel verantwortlich machen.

After excursions to Egypt across a border breached by Hamas militants, some Palestinians pepper their local Arabic dialect with Egyptian expressions while others say they are shocked by the poverty there.

Jihad Jaradeh, 24, a Gazan whose family owns a furniture shop, reached the Egyptian town of El Arish, some 25 miles from the border. Although shop owners doubled and tripled prices, Jaradeh paid up, saying he even gave extra „because they looked so poor.“

Jaradeh is not typical; two-thirds of Gazans live on less than $2 a day. But many travelers remarked on the discrepancy between their more glamorous image of urban Egypt — derived mostly from movies — and the run-down border region of unpaved streets and small houses they encountered.

A trickle of Egyptians made it into Gaza, and they got a warm welcome.After the border breach, Mohammed drove for days to dodge Egyptian security checkpoints, making money by renting his truck to Palestinians who wanted to ferry goods into Gaza.

„I’ve always wanted to see Palestine anyway,“ said a smiling Mohammed, a slight dark man with black eyes. Pointing to cars crowding a nearby street, he said: „I thought conditions here would be harder than this. I thought people would be starving.“

The border breach has given Gazans a lot to talk about, said Naji Shurrab, a political scientist at Azhar University. „In closed rooms and alley ways, people aren’t talking about Hamas and Fatah anymore,“ he said, referring to the bitter political rivalries.

„They are talking about prices (of goods in Egypt),“ he said. „Even the women in their living rooms … are comparing what their husbands bought and showing off.“

Hat jemand davon mal was gehört? Die Armutsgeschichten lesen sich einfach pikanter.


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