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Heinsohn und zornige junge Männer Januar 26, 2008, 0:18

Posted by Lila in Land und Leute, Presseschau.
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Lang und lesenswert: Manfred über Heinsohn, den ich ja auch schon mal verlinkt habe. Und wer noch Kraft zum Lesen hat: eine Buchbesprechung in der JPost, ein Forscher namens Salzman zum Thema Familien-und Gesellschaftsstruktur in traditionellen Gesellschaften des Nahen Ostens.

Heinsohns Youth bulge-Theorie verbindet sich mit der Wichtigkeit der jungen Männer in der Sippschafts-Theorie zu einer wirklich einleuchtenden Erklärung, warum z.B. die Palästinenser ticken, wie sie ticken.

Heinsohn, vereinfacht: eine Gesellschaft, in der viele unbeschäftigte junge Männer leben, ist explosiv und neigt zum gewattätigen Austragen von Konflikten.

Salzman, vereinfacht: traditionelle Gesellschaften des Nahen Ostens sind auf Sippenzusammenhalt gegründet, und zwar Sippen in der männlichen Linie. Daraus ergibt sich die besondere Wichtigkeit von Söhnen, die in  großer Zahl per Polygamie produziert werden, und wiederum viele andere Charakteristika.

Wenn man beide Theorien verbindet, sieht man, wie eine ursprüngliche Stärke (die vielen stolzen Söhne, die die Sippe zusammenhalten) zu einer Schwäche werden kann (einem unkontrollierbaren Faktor in der Gesellschaft).  Interessanter Ansatz.

Ich wünschte, ich hätte die Zeit und Energie, ds weiter auszuführen! Vielleicht macht es ja ein netter Leser statt meiner 😉

Kommentare»

1. willow - Januar 26, 2008, 0:27

bevor ich Feierabend mache schnell noch zwei Links zu Nebeldeutsch:

Unterwerfung und Islamhasser

gutes Nächtle 😉

2. Lila - Januar 26, 2008, 0:31

Was, Du gehst schon schlafen????

Wer bewacht dann meinen Blog???

Ein Link zu Ulrich Sahm, immer interessant und differenziert.

3. Thatcher - Januar 26, 2008, 1:32

Ein weiterer Aspekt: Islamische Gesellschaften produzieren nicht nur – dank vier erlaubter Ehefrauen pro zahlungskräftigem Mann – systematisch eine große Zahl an Söhnen, denen aufgrung wirtschaftlicher Dauerstagnation wenig übrig bleibt, als zu den bewaffneten Gruppen aller Art zu gehen, sie benutzen auch – mehr oder weniger gezielt – sexuelle Frustration der jungen Männer, um sie zorniger und gewaltbereiter zu machen.

Man beachte, dass die immer wieder angeführten Koranpassagen zum Thema „Verschleierung“ bei weitem nicht eine so totale Verhüllung weiblicher Reize fordern, wie sie im gesamten islamischen Raum immer stärker anzutreffen ist. Wo bis zu vier Frauen pro Mann erlaubt sind, bleiben nach der Statistik im Mittelwert bis zu 3 mittellose Männer ohne realistische Aussicht auf geschlechtlichen Kontakt, und die einzige Form, in der er Frauen betrachten kann, ist ein unattraktiver Kartoffelsack in Schwarz oder Grau. Musik, Tanz, Kunst und ausgelassene Feste sind gleichfalls aus „religiösen“, in Wahrheit aber höchst weltlichen Gründen, verboten (Aschura, der schiitische Blutkarneval, ist das Ausgelassenste, was ich von dort kenne). Jeder Mensch, der unter derart tristen Bedingungen leben muss, wird früher oder später zur scharfen Waffe.

Insofern kann ich Heinsohns Fazit (es liegt am Youth Bulge, nicht am Islam) nicht ganz zustimmen: der Islam verursacht den Youth Bulge und führt gleichzeitig seine extreme Gefährlichkeit herbei.

4. Georg - Januar 26, 2008, 1:50

Ich glaube, dass diese Theorien noch viel weiter greifen und letztlich irgendwann zu viel schlimmeren Auswirkungen global führen werden. Der Begriff der Überbevölkerung ist zwar ziemlich ausgelutscht, doch ändert dies nichts an der mathematischen Gewissheit, dass ab einem bestimmten Punkt, so keine kosmische oder Naturkatastrophe, die Menschen selbst zwangsläufig das Problem werden lösen müssen. Selbstverständlich werden dann junge Männer der Ausweglosigkeit halber Revolutionen beginnen, wie es die Al Quaida bereits vorbildhaft beweist.
Abgesehen von Moral und Ethik wird am Ende nur der Stärkere seinen Platz auf der Erde in Wohlstand finden. Mit der Stärkere meine ich die stärkere Gesellschaft. Es liegt auf der Hand, dass es die westliche sein wird, doch sicher ist dies gar nicht, denn wenn es zu einem 3. Weltkrieg in diesem Jahrhundert kommen sollte, sind die Auswirkungen mit dem brillantesten analytischsten Verstand sicher kaum vorherzusehen.

Off topic: Mir taten die erschossenen Hunde der ägyptischen Grenzer heute leid, wären es Menschen gewesen – an solche Bilder in den News bin ich längst gewöhnt. Und wenn ich jetzt sage, diese jungen Männer handeln wie Tiere, dann begebe ich mich in gefährliches Fahrwasser, ich weiß. Keine Bildung, keine beruflichen und somit auch keine familiäre Perspektiven gepaart mit zu viel Testosteron kommt dennoch meinem Bild ziemlich nahe. Die Hamas weiß das und benutzt diese Armut, sie produziert wilde menschliche Tiere, Werkzeuge für ihren Machtanspruch. Und das wird nie aufhören, denn die Hamas hat keine Moral (wer Selbstmordattentäter produziert, hat sich für die Zivilisation disqualifiziert). Es kann Frieden mit der arabischen Bevölkerung geben aber dazu muss zuerst die Hamas zerschlagen werden.

So, jetzt kann man über mich herfallen. Biddeschön.

5. Norbert - Januar 26, 2008, 4:11
6. Norbert - Januar 26, 2008, 5:41

Und noch ein Link, die ZEIT-Rezension zu „Söhne und Weltmacht“:
http://zeus.zeit.de/text/2004/10/SM-HeinsohnKURZ

Ein Buch von Heinsohn habe ich allerdings doch gerne gelesen, nämlich „Warum Auschwitz?“. Vielleicht, weil es mehr Fragen und Ratlosigkeit zulässt, statt mit einfachen Antworten die Bequemlichkeit des Lesers anzusprechen.

7. Lila - Januar 26, 2008, 8:25

Ich möchte hier noch auf Meryl Yourish hinweisen, die wiederum drei Artikel verlinkt:

Melvin Lee, The fallacy of grievance-based terrorism

The fundamental premise of much scholarly examination and public discourse is that grievances with U.S. policies in the Middle East motivate Islamist terrorism. Such assumptions, though, misunderstand the enemy and its nature. In reality, the conflict is sparked not by grievance but rather by incompatibility between Islamist ideology and the natural rights articulated during the European Enlightenment and incorporated into U.S. political culture. Acquiescing to political grievances will not alter the fundamental incompatibility between Lockean precepts of tolerance and current interpretations of Islam: Only Islam’s fundamental reform will resolve the conflict.

Bernard Lewis, The roots of Muslim rage

Ein so langer und historisch gründlicher Artikel, daß ich gar nicht erst anfangen will, Rosinen rauszupicken… er ist auch nicht mehr ganz neu (1999) und optimistischer, als man es vielleicht heute schreiben würde. Aber für Leute, die mehr wissen wollen über die historische Entwicklung des Islams und seine Haltung den anderen monotheistischen Religionen gegenüber, lohnenswert.

Paul Berman, The philosopher of Islamic Terror

Über Said Qutb, dessen Schriften Islamisten bis heute beeinflussen, und seine Theorie vom Zionismus als in erster Linie gegen den Islam gerichtete Bewegung – natürlich eine komplette Fehleinschätzung, was wußten die zionistischen Träumer in Berlin oder Warschau vom Islam? Auf jeden Fall ein Autor, dessen Einfluß immer noch wächst, obwohl er schon 1966 gestorben ist, also noch vor dem Sechstagekrieg.

Denn ich habe den Eindruck, der Islamismus hat seinen Scheitelpunkt noch nicht erreicht.

Wenn die Analysen von Lee, Lewis und Berman richtig sind, was können wir, der Westen, genauer: Israel, eigentlich noch tun? Yourish kommt zu dem Schluß: gar nichts.

In the end, the Islamist hatred of the West is not a grievance we can address. Attempting to accomodate the demands of Islamists only encourages them. For there to be peace between Islam and the West, there needs to be a change of heart in Islam. Anything else is useless.

Ziemlich deprimierende Schlußfolgerung. Im Moment sieht es nicht so aus, als sei der Islamismus imstande, seine Einstellung dem Westen gegenüber zu revidieren.

8. Thatcher - Januar 26, 2008, 17:26

Lila, hier irgendwo muss ein Kommentar von mir hängen geblieben sein, den ich gestern zweimal posten wollte. Magst Du mal danach suchen?

9. Lila - Januar 26, 2008, 17:37

Ich dachte, das war ein Versehen, einer von ihnen hing im Spamfilter fest und ich habe ihn mit fester Hand gelöscht… 😳 …pardon.

Vielleicht kannst Du ihn ja copy-paste noch einmal posten???

10. Thatcher - Januar 26, 2008, 17:57

Ja, ich hab ihn noch. Hier ist er:

Ein weiterer Aspekt: Islamische Gesellschaften produzieren nicht nur – dank vier erlaubter Ehefrauen pro zahlungskräftigem Mann – systematisch eine große Zahl an Söhnen, denen aufgrung wirtschaftlicher Dauerstagnation wenig übrig bleibt, als zu den bewaffneten Gruppen aller Art zu gehen, sie benutzen auch – mehr oder weniger gezielt – sexuelle Frustration der jungen Männer, um sie zorniger und gewaltbereiter zu machen.

Man beachte, dass die immer wieder angeführten Koranpassagen zum Thema „Verschleierung“ bei weitem nicht eine so totale Verhüllung weiblicher Reize fordern, wie sie im gesamten islamischen Raum immer stärker anzutreffen ist. Wo bis zu vier Frauen pro Mann erlaubt sind, bleiben nach der Statistik im Mittelwert bis zu 3 mittellose Männer ohne realistische Aussicht auf geschlechtlichen Kontakt, und die einzige Form, in der er Frauen betrachten kann, ist ein unattraktiver Kartoffelsack in Schwarz oder Grau. Musik, Tanz, Kunst und ausgelassene Feste sind gleichfalls aus „religiösen“, in Wahrheit aber höchst weltlichen Gründen, verboten (Aschura, der schiitische Blutkarneval, ist das Ausgelassenste, was ich von dort kenne). Jeder Mensch, der unter derart tristen Bedingungen leben muss, wird früher oder später zur scharfen Waffe.

Insofern kann ich Heinsohns Fazit (es liegt am Youth Bulge, nicht am Islam) nicht ganz zustimmen: der Islam verursacht den Youth Bulge und führt gleichzeitig seine extreme Gefährlichkeit herbei.

11. Thatcher - Januar 26, 2008, 17:59

Ich habe ihn erneut gepostet. Er ist wieder nicht durchgekommen. Irgendwas lässt WordPress glauben, dass er wirklich Spam sei.

12. Thatcher - Januar 26, 2008, 18:10

Ich glaube, ich weiß warum. Es kam das Wort „sexuell“ drin vor. Wenn der hier nicht ankommt, dann ist das bewiesen. Dein Spamfilter sollte toleranter sein.

13. Lila - Januar 26, 2008, 18:56

Wenn Du wüßtest, was für ein Zeug sonst im Filter landet, würdest Du ihn verstehen….


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