jump to navigation

News-Bloggen September 25, 2007, 21:32

Posted by Lila in Kunst, Land und Leute.
Tags: , , , , ,
trackback

Hier wird gerade der Besuch Ahmedinijads in New York breitgetreten. Ich halte es für einen kompletten Fehler, diesen Besuch zu einer Kraftprobe zwischen „uns“ und „IHM“ hochzuspielen.

A. (entschuldigt, wenn ich diesen Namen abkürze, Challas!) ist nicht Staatsgast der Amerikaner, sondern der UNO, die dort extraterritorial sitzt und noch nie Probleme damit hatte, Leute einzuladen, die ich nicht im Wohnzimmer würde haben wollen. Aber das ist Sache der UNO.

Daß ein demokratisches Land wie die USA ihn außerdem wie ein Kurisoum an eine Uni und ins Fernsehen einlädt und ihm die Möglichkeit gibt, seine Meinungen darzulegen, ist doch selbstverständlich. Ich bin gegen Boykotts, und ich finde auch, es ist doch nur gut, wenn die Leute selbst hören, wie dieser Mensch tickt. Auf die Gefahr hin, daß manche ihn eben gut finden. Diese Gefahr würde ich in Kauf nehmen. Es ist ja keine echte Gefahr für die Demokratie, wenn ein durchgedrehter Regierungschef eines anderen Lands seine merkwürdigen Theorien publik macht. Man beantwortet das besser mit Fakten und sachlicher Diskussion als mit Redeverbot, besonders, wenn es um ein einmaliges Ereignis geht.

Außerdem halte ich es für absolut kontraproduktiv, A.s eigenen Ansatz, er gegen die Juden, auch noch mitzutragen. A. ist das Problem der internationalen Gemeinschaft, wenn es sowas gibt, aber doch nicht nur unseres. Es ist wieder mal typisch, daß, während die Juden laut protestieren, die anderen, die vielleicht auch was zu sagen hätten, dann passiv und still werden. Dieses Muster sehe ich auch oft genug in Deutschland. Sobald der Zentralrat der Deutschen Juden pflichtgemäß gemahnt hat, finden alle anderen, nun ist es aber genug und man muß nicht ins selbe Horn tuten.

Wäre mal interessant zu sehen, was passiert, wenn die Juden mal einfach gar nichts sagen. Würden die Goyim dem A. dann zujubeln oder antisemitische Vorfälle unkommentiert lassen? Das wäre doch mal ein Experiment…

Jedenfalls finde ich, man muß in einer Demokratie mit einem stabilen Bildungssystem, kritischen Medien und intelligentem öffentlichen Diskurs darauf vertrauen können, daß die Fernsehzuschauer und Studenten sich ihre eigene Meinung zu A. bilden können. Wenn man darauf nicht vertrauen kann, dann würde ich eher Bildungssystem, Medien und öffentlichen Diskurs fitmachen statt von den Menschen jeden Irren sorgsam fernzuhalten.

Nebenbei: Ich fand es übrigens immer idiotisch, daß NS-Kunst in Deutschland nicht gezeigt werden darf. Als wären Deutsche arme, hirnlose Pavlovsche Hunde, die beim Anblick von Zieglers hageren Nackten, Brekers muskelschwellenden Jünglingen oder Elk Ebers stereotyp-edlen SA-Männern und Soldaten sofort anfangen zu sabbern und ihren Führer wiederhaben wollen. Wer gute Kunst kennt, wird sich nur mit Schaudern abwenden. Und wenn ein NS-Künstler technisch ein Könner ist, wie Wilhelm Petersen, aber inhaltlich heimattümelnd bis offen rassistisch ist, dann muß man das eben erklären, wie es sich von Nicht-NS-Heimatkunst unterscheidet.

Mit diesem Vergleich, der mir gerade einfiel, will ich aber nicht in den Chor derer einstimmen, die Mahmud A. und Adolf H. in eine Schublade stecken. Differenzieren ist immer wichtig, nie wichtiger als in solchen Fragen. Es fiel mir nur gerade ein beim Thema „gefährliches Gedankengut“. Gedanken sind keine Viren, und ein intellektuelles Immunsystem kann man trainieren.

Und noch ein Nachtrag: ein Kommentator hier, Ehud Yaari, erinnerte daran, daß im Iran Mahnwachen zur Ehrung der Toten vom 9-11 gehalten wurden. Im Gegensatz zur arabischen Welt, wie zB den palästinensischen Gebieten, wo Jubel und offene Schadenfreude herrschten, waren die Iraner mitfühlend und respektvoll. Yaari meinte, er hätte es A. erlaubt, einen Kranz an Ground niederzulegen – im Namen seines Volks, das damals dem amerikanischen Volk kondoliert hat.)

Kommentare»

1. Carsten - September 25, 2007, 23:26

Ist es nicht das großartige an den UN, dass sie auch Leute, die ein Großteil der Mitglieder nicht ins Wohnzimmer lassen würden, bei sich auftreten lassen, damit niemand seinen guten Wohnzimmerteppich ruinieren muss und trotzdem alle mit allen reden können?

Zum A. und zum Iran werd ich nichts sagen – das wird nur wieder missverstanden. Dass das Böse aber auch dieses Feigenblättchen Zivilisation tragen muss!

2. Lila - September 25, 2007, 23:37

Lieber Carsten,

in gegenseitigem Respekt können wir hier glaube ich wieder mal verschiedener Meinung sein.

Ich finde an der UNO leider nichts Großartiges. Ihre einzige eindrucksvolle Leistung besteht m.M.n. darin, daß sie sich trotz aller Korruption, Ungerechtigkeit, Skandale und Unehrlichkeit noch immer eines tadellosen Rufs erfreut.

Wenn man ein bißchen genauer hinguckt und sieht, wie selektiv die UNO vorgeht, wie viele Tatsachen sie unterschlägt, von wem sie sich ihre Agenda diktieren läßt – da möchte man sich doch glatt mal ihre PR-Maschine ausleihen.

Und ob A.s Auftritt nun als „miteinander reden“, also Dialog, gelten kann – ich bezweifle es. Er hat sein Zeug abgesondert, die anderen ihr Zeug, eine einzige Show.

Aber eine, die sich durch die Gegendemonstranten mehr Zuschauer erworben hat, als ich ihr gegönnt hätte.

„Alle mit allen reden“. Ach Gott Carsten, wie oft haben arabische Staatschefs Israelis schon das Gespräch verweigert. Israel wird nicht zu sportlichen Wettbewerben zugelassen, nicht in die Nahost-Gruppe der UNO aufgenommen. blockiert und diskriminiert.

Aber Du bist noch jung, warum muß ich Dir alle Illusionen nehmen???

😉

Und hier ein Zitat :

But, did you know that Israel is excluded by a three-tier structure; and that Israel is the only nation so excluded? Of the 185 nations that presently belong to the UN, Israel is the only one not allowed to sit on the Security Council ever.

At present member states have been divided into five regional „groups“:

1. Western European & Others Group (WEOG)
2. African
3. Asian
4. Latin American
5. Eastern European

This structure is not provided for in the UN Charter, but the UN uses these grouping to facilitate and organize its work. The group system resolutions state that representation at the UN is based on a predetermined ratio between the five regional groups; including selecting and electing candidates from within their respective regional groups.

Geographically, Israel should belong to the Asian (part of Middle-East) group, but not all members of this group will accept Israel, as required in order to belong to a Group. The Western European & Others Group could, but has not, accepted Israel either.

The Group System also controls non-permanent seats on the Security Council (one of which was recently held by Canada), positions on the International Court of Justice (ICJ), and high offices in many UN bodies and agencies.

This exclusion of Israel (and only Israel) is discriminatory and violates the UN concept of the „universality“ it demands from others, and violates important Charter principles:

* Firstly: The right to be treated in accordance with „sovereign equality“.
* Secondly: The right to equal participation in the processes and voting in the General Assembly (GA).
* Thirdly: The right to participate equally in GA discussions.
* Fourthly: The right to stand for candidacy in rotating elections to the non- permanent seats on the Security Council.

While Resolutions of the General Assembly are not binding on member states, those of the Security Council are binding, leading to enforceable Resolutions such as led to the Gulf War, Bosnia and Yugoslavia interventions, using NATO (a defensive alliance) as an invading force; and still an „occupying“ force for all practical purposes (including the arrest…kidnapping?..of suspected War-crimes perpetrators within sovereign nations). Where next ?

So, Israel, at the mercy of the other member states, and without even a voice or seat on the Security Council, could face a binding Security Council Resolution involving any one or more of a number of sovereign internal issues (e.g.: its capitol, control of refugee influx, water use, etc.) without even being involved in the decision-making process.

Also, bis in der UNO „alle mit allen reden“, möchte ich gern ein paar Änderungen sehen….

3. david - September 25, 2007, 23:44

Nu? wo ist denn der grosse Erkenntnisgewinn nachdem Ahmadimadman seinen Aufritt an der Columbia University hatte (an der er uebrigens beste Freunde hat, etwa Hamid Dabashi).
Dass er voellig daneben ist? Dass er eine Agenda vertritt, ueber die man einfach nicht diskutieren kann? (inklusive er selbst nicht). Channel2 hat die ganze Sache passenderweise als stand up comedy bezeichnet Aber die Sache ist viel tragischer, zeigt sie doch wie verkommen die zivilen Institutionen inzwischen sind.

4. wuestenfloh - September 25, 2007, 23:46

Mein Vater hatte diese Damen (jawohl. genau diese) in einem „Kunstbuch“ abgebildet. Und ich hatte als Knabe daran (heimlich) meine Freude.
Er hatte auch ein Buch mit Abbildungen der Werke Arno Brekers, die mich natürlich nicht so beeindruckt haben. Tja, so ist es mit der Kunst
(das war in den 50ern).

5. Lila - September 25, 2007, 23:51

David: null Erkenntnisgewinn. Daß der Mann nuts ist, wußten wir vorher auch.

Aber die vielen Proteste haben nichts bewirkt außer A. Publicity zu verschaffen. Columbia wollten ihre Sensation, nun haben sie sie. Tolles Ding, was.

Vielleicht gibt das ja den Knallköppen zu denken, die sicher sind, die „Israel-Lobby“ zieht alle Strippen in den USA und der Welt???

Hm, da hilft vermutlich sowieso nichts.

Da die UNO in NY sitzt, muß man damit leben, daß sie nach Herzenslust Diktatoren und Terroristen einladen, die dann in den USA rumlaufen und das Auge der Kamera suchen.

Zwei Kommentare aus der JPost:

Caroline Glick ärgert sich über Columbia

und

Meir Brooks findet die Entscheidung richtig, A. dort zu konfrontieren.

6. Carsten - September 25, 2007, 23:57

Vielleicht hätte ich den Konjunktiv verwenden sollen: „…und alle miteinander reden könnten.“ Denn die Idee der UN ist eben jener Dialog. Dass der so nicht funktioniert, ist natürlich fatal. Aber trotzdem hänge ich an der Idee der UN – dass die reformbedürftig ist, weiß man dort selber.

7. Lila - September 26, 2007, 0:01

Carsten, Du bist ja richtig rührend 😉

Ich bezweifle leider, daß diese Institution noch zu retten ist. Allein schon ihr guter Ruf, ihre Aura, verhindern das. Reformen? Du kannst Dir sicher sein, daß allein schon die Struktur der UN wirksame Reformen verhindert.

Oder meinst Du, Du kriegst die Stimmen von Ghaddafi, Assad oder anderen Vorreitern der Demokratie für eine Reform, die die Blockade Israels abschafft? Excuse me while I snort.

Die UN gebe ich verloren, die Idee nicht.

Aber ich würde das ganz anders anpacken 😉

Vielleicht müssen wir dafür warten, bis das Erdöl alle ist.

8. Carsten - September 26, 2007, 0:07

…oder bis aus irgendeinem anderen Grund der nächste große Krieg losbricht. Die haben schon zweimal die Entwicklung übernationaler Organisationen vorangetrieben.

In einer Organisation für „alle“ werden auch immer die Gaddhafis, Assads, Ahmadinejads und co. mitreden. Sonst sinds halt nicht alle. Das ist Fluch und Segen solch einer Weltorganisation.

9. Lila - September 26, 2007, 0:16

Ja, aber warum sollte man ihnen besondere Rechte ihrem erkorenen Feind gegenüber einräumen?

Die arabischen Staaten haben den Staat Israel von der ersten Stunde an bekämpft, und die UN haben ihnen den strukturellen Rahmen dafür geschaffen.

Und meinst Du, die vielen Ignoranten, die schockiert auf die Anzahl anti-israelischer Resolutionen verweisen, als Beweis für die abgrundtiefe Bosheit Israels – meinst Du, die wissen, wie diese Resolutionen zustandegekommen sind?

Nein. Instinktiver Respekt vor der Institution verhindert ein kritisches Betrachten der Mechanismen, die dazu führen, das wir für einen Fehler, den wir selbst eingeräumt und untersucht haben (und durch Behandlung der Opfer in unseren Krankenhäusern auch praktisch so weit wie möglich „gesühnt“ haben), das wir dafür also eine offizielle Verurteilung einfangen? Dagegen andere uns ungehindert beschießen, bombardieren, bedrohen, angreifen können, ohne auch nur mild gemahnt zu werden?

Da kann doch was nicht stimmen, oder?

Da stimmt auch was nicht.

Trotzdem höre ich das Argument immer wieder: aber guck doch mal, wie die UN Israel immer mahnen muß!

Mikronesien ist manchmal das einzige Land, das mit uns stimmt. Deswegen lieben wir Mikronesien auch! Tapfere Mikronesier.

10. Lila - September 26, 2007, 0:26

Zur Dialogbereitschaft:

Israel will „be happy to attend“ the US-sponsored meeting later this year in Washington even if Syria is invited, a senior official in the Prime Minister’s Office said Monday.

Mal gucken, was Assad dazu sagt.

Und ein Thema für die UN, wie wäre es damit?

The assault on the elderly Christian woman is the latest in a series of attacks against Christians over the past few months. Since the Hamas takeover, a Christian school and a church have been targeted by Muslims.

Wäre das kein Thema für Bischof Mixa?

11. Carsten - September 26, 2007, 0:51

Lila, ich glaube, unsere Positionen liegen mal wieder viel dichter beisammen, als es scheint. Wir wissen beide um die Fehlerhaftigkeit der UN und würden das beide gern geändert sehen. Lediglich hättest du dafür gern eine neue Organisation, während ich diese für rettbar halte. Gar nicht so weit auseinander, finde ich…

Sonderrechte hat sich niemand verdient (auch wenn die P5 ganz praktikabel sind – der reinen Lehre widersprechen sie). Aber eine Weltorganisation wird auch immer eine Bühne der Schurken sein.
Worüber sich übrigens die Schurken genauso beklagen dürften. Immerhin halten die die anderen für Schurken, denen eine Bühne geboten wird.

12. Lila - September 26, 2007, 0:54

Ja, ja, ich weiß, wir sind nicht weit auseinander…

13. beer7 - September 26, 2007, 11:07

Lila,

ich denke, dass Colombia sich naechstes Mal etwas besser ueberlegen wird, ob negative Werbung auch Werbung ist. In dieser Hinsicht koennten die Proteste (vor allem ueber den Geldbeutel) schon etwas bewirkt haben.

„Yaari meinte, er hätte es A. erlaubt, einen Kranz an Ground niederzulegen – im Namen seines Volks, das damals dem amerikanischen Volk kondoliert hat.“

Damit kann ich gar nichts anfangen. A. ist Vertreter eines Systems, das Menschen systematisch unterdrueckt und gerade nicht Vertreter seines Volkes. Ihn als solchen zu behandeln, spraeche all denen Hohn, die unter hohem persoenlichen Einsatz im Iran versuchen, ein klein wenig Achtung fuer Menschenrechte durchzusetzen!

14. david - September 26, 2007, 12:05

Koennte ich mir schon vorstellen, dass Achmadig einen Kranz für die Attentáter niederlegt.

15. Lila - September 26, 2007, 12:17

Mich persönlich freut es, daß in unseren Medien nicht nur eine Meinung vertreten wird. Ich finde, das ist ein gutes Zeichen, egal, was ich persönlich denke.

Ich hatte gar nicht mehr im Gedächtnis, daß das iranische Volk nicht in den Jubel über 9.11 eingestimmt war – und ich finde es gut von Yaari (den man bestimmt nicht als links bezeichnen kann), uns daran zu erinnern und nicht alles, was anti-Israel ist, in einen Topf zu werfen.

16. artstage - September 26, 2007, 13:42

Ich bin ganz deiner Meinung – besonders, dass deren Vielfalt zu unserem demokratischen Grundverständnis gehört.
Ich habe einmal einen Vortragenden, der im 2. Weltkrieg im Widerstand tätig war, gefragt, wie er es mit der Toleranz hält bzw. ob es ihm schwer fiele, tolerant zu sein – besonders im Hinblick auf extreme oder rassistische Bewegungen. Woraufhin er erwiderte: „Was gegen den Menschen gerichtet ist, kann ich nicht tolerieren- geschweige denn, akzeptieren – ich registriere lediglich, dass es vorhanden ist.“
Nun muss ich aber zugeben, dass dieser Satz eines Überlebenden eines Konzentrationslagers mich schon seit Jahren beschäftigt. Besonders bei solchen Gelegenheiten fange ich wieder an, darüber nachzudenken. – und vielleicht ist dieses Nachdenken schon die Antwort? Sensibilisiert zu bleiben ohne selber auf die eine oder andere Weise fanatisch zu werden!

17. beer7 - September 26, 2007, 13:53

Lila,

habe ich etwa fuer Pressezensur plaediert?! Dass Ya’aris Einfall A. als Repraesentanten des iranischen Volkes zu betrachten, wohl nicht ganz ueberlegt war, sollte Dir einleuchten.

Uebrigens gibt es eine einfach Faustregel um die Stimmung der Bevoelkerung in totalitaeren Systemen gegenueber Amerika einzuschaetzen. Je besser die Beziehung der herrschenden Elite zu Amerika, umso mehr wird es von der Bevoelkerung gehasst. Da die iranische Elite sich seit Jahrzehnten im Krieg gegen die USA sehen, liebt die Bevoelkerung Amerika natuerlich.

18. Add a link - September 26, 2007, 15:06

So wie im Irak, ja?

Ich kenne niemanden, der in den allerletzten Jahren erst im Iran gewesen wäre, aber vor wenigen Jahren ist von dort eigentlich erzählt worden, daß die Ablehnung Amerikas allgemein sei, die politischen Gegner verbinde und nur durchbrochen werde durch einen ebenso allgemeinen Faible für ein Coca-Cola-Imitat. Auch Iraner haben ein historisches Gedächtnis: http://de.wikipedia.org/wiki/Mohammed_Mossadegh

19. Piet - September 26, 2007, 17:33

Was für eine Bühne hat A. denn gehabt?

Wenn ich es richtig mitbekommen habe, wächst die inneriranische Kritik an A. zunehmend (Benzinpreise, Lebenshaltungskosten, etc., also all die Köder, die A. vor seiner Wahl seinerseits für den armen Bevölkerungsteil ausgeworfen hatte und die nun nicht mehr zu halten sind); und in den dt.- und englischsprachigen Medien, soweit ich es verfolgt habe, wurden die Demonstrationen gegen A. mindestens genauso stark hervorgehoben wie sein Besuch selbst.

Andererseits: wenn Nahost-Gespräche, so mühselig sie sein mögen, eine Chance haben sollen, müssen Gespräche auch mit Iran und Syrien geführt werden. Brandt nannte das bzgl. der DDR seinerzeit „Wandel durch Annäherung“. Ob er damit Erfolg hatte, wird aber wohl genauso umstritten bleiben wie diese Diskussion jetzt auch. Da wir aber keine Alternative zur UNO haben (die NATO ist für mich eindeutig keine), bleibt uns halt nur diese, auch wenn sie sicher nicht perfekt ist.

Just my two (Euro-) Cents…

20. willow - September 26, 2007, 18:18

Hmmm „Wandel durch Annäherung“ … zumindest für die DDR trifft wohl das böse Wort, daß ohne die damit verbundenen Hilfen (und später dann die zusätzlich durch Strauss vermittelten Kredite) die DDR 10 Jahre früher kollabiert wäre…

21. Piet - September 26, 2007, 19:44

… dafür aber Besuchsrechte und der Austausch von Menschen ermöglicht wurde, z.B., der sonst nicht möglich gewesen wäre. Ich finde, dass das in der Tat eine sehr schwierige Frage ist, die sich auch nicht am sonst gerne geübten links-rechts-Denken ausrichtet. Genauso schwer übrigens wie die prinzipielle Frage nach (Wirtschafts-)Sanktionen, u.s.w. (Südafrika seinerzeit, Kuba, …)

22. willow - September 27, 2007, 12:43

… genau Piet, ziemlich schwierig. Ich kenne einerseits Leute die sagen, wenn ich die Wahl gehabt hätte zwischen „Westpaketen und einmal im Jahr Besuch vom Onkel“ und „Zusammenbruch der DDR 10 Jahre früher“… andererseits finde ich auch die Ansicht von überzeugt linken Freunden bedenkenswert, die sagen „hätte die DDR damals nicht diese Hilfen bekommen, hätte der Staat in richtig demokratischer, lebenswerter Sozialismus reformiert werden müssen, möglicherweise wäre dann nicht alles zusammengebrochen“.

So oder so, ich halte es für ziemlich unsinnig, eine Sache deren Unsinnigkeit offensichtlich geworden ist weiterzuverfolgen – zumal wenn es mit hohen Kosten verbunden ist. So würde ich (würden sie mich fragen und nicht Bono) eher dafür plädieren den furchtbareren Despoten in Afrika die Entwicklungshilfe einzufrieren als ihnen ihre Schulden zu erlassen. Auch die Notwendigkeit z.B. Iran, Syrien oder auch die Hamas durch EU-Gelder mitzufinanzieren leuchtet mir nicht wirklich ein – es sei denn, die Hilfen wären mit ganz konkreten Auflagen verbunden.

Damit sind wir fast schon wieder beim Anfang: Was sollen Gespräche mit Iran und Syrien oder auch Hisbollah oder Hamas bringen, wenn feststeht, daß Israel Zugeständnisse machen muß, und zwar ohne „einklagbare“ Gegenleistungen…sinnvolle Gespräche setzen eine gewisse Kompromissbereitschaft von beiden Seiten voraus, die es selbst zu Zeiten des kalten Krieges zwischen den beiden „Lagern“ gab.

23. Lila - September 27, 2007, 13:14

Willow, da gehen die Gräben zwischen West- und Ostdeutschen auf…

Ich spreche hier mal nur für mich zum Thema „Westpaket und Besuch von der Cousine“, vielleicht ist es anderen Westdeutschen zur Zeit der deutschen Spaltung ja ähnlich gegangen. Ich halte das mal bewußt persönlich.

Als ich alt genug war, um die deutsche Spaltung zu kapieren, war sie schon längst Realität. Alle Politiker hatten sie akzeptiert, im Sport trat man gegeneinander an, so war es nun mal. Die DDR-Bürger, die ich kannte, schwankten in ihrer Einstellung zu ihrem Staat zwischen Kritik, Gemecker, leisem Hochmut und Neid hin und her. Das war mir sehr unangenehm. Für mich war es mental am einfachsten, wenn ich die Lebenslüge mittrug. Das heißt, DDR ist Tatsache und bleibt so, wie machen wir das nun erträglich.

Glaub mir, es war für alle Seiten peinlich, wenn ich als arme Studentin die Verwandten im Osten besuchen ging. Sie erwarteten von mir, daß ich was mitbringe, was es dort nicht gibt – und wenn es schwer erhältliche Schallplatten waren. Das war keine Habgier oder schnöder Materialismus von Seiten meiner ostdeutschen Vettern – das war für sie eine Brise aus dem Westen. Und so unwohl ich mich dabei fühlte – ich konnte sie auch nicht enttäuschen.

Aus ähnlichen Gründen haben, glaube ich, viele Westdeutsche diese Politk der Annäherung und Normalisierung mitgetragen.

Ich erinnere mich sehr lebhaft an unsere Abschlußfahrt nach Berlin. Eine Klasse von rheinländischen Mädchen, kurz vor dem Abi, von denen kaum eine je so weit im Osten gewesen war. Wir waren mit unserem Klassenlehrer, einem extrem klugen Mann, der auch strammer CDU-Mann, Lokalpolitiker und Karnevalsprinz war, auf einem Treffen mit einer offiziellen Stelle. Ja weiß der Kuckuck wie das Dingen hieß, aber es war eine Art Vertretung der DDR oder so. Oder war das in Ostberlin? Zu lang her.

Der junge Mann, er muß DDR-Bürger gewesen sein, erzählte uns, wie toll die DDR ist. Wir sagten nichts, ja sollten wir denn jetzt mit unseren banalen Einwänden kommen von wegen Bananen und Orangen? Wenn jemand anders sein eigenes Ding als toll darstellt, fährt man ihm ungern in die Parade.

Unser Klassenlehrer machte schließlich dem Schauspiel ein Ende und stellte ein paar knappe, präzise Fragen. Nachdem der junge Mann geantwortet hatte, grinste unser Lehrer uns an und meinte, „merkt euch das Mädchen, ich hoffe, ihr habt es verstanden. Der Staat DDR kann sich nicht verändern, er kann nur kaputtgehen“.

Ich dachte natürlich, Gott, dieser konservative Lehrer, wie soll der Recht haben? So klug und gut er ist? Die DDR wird sich schon wandeln.

Aber ich habe mir diese Worte gemerkt. Er hatte natürlich Recht, mein alter Lehrer. Aber das war damals nicht der Mainstream. Und ich glaube, auch wer es so gesehen hat, zu Kohls Zeiten hat es ja an Konservativen nicht gemangelt!, hat vielleicht nicht geglaubt, daß er den letzendlichen Zusammenbruch noch erlebt.

Und selbst wenn – wir fühlten uns humanitär verpflichtet, mit Pink Floyd-Platten und Feodora-Schokolade das Schicksal unserer Vettern und Cousinen abzufedern. Und so zu tun, als wären die tollen Restaurants „auf Weltniveau“ wirklich so toll, um ihre Gefühle zu schonen.

Und ich glaube nicht, daß ohne diese Gesten vom Westen das DDR-Regime eher gefallen wäre. Die DDR-Bürger haben ziemlich lange mitgemacht und nicht rebelliert. Hätten wir, aus unserer sicheren Welt heraus, sie nun dazu anstacheln sollen, gegen Diskriminierung von Geistlichen oder Oppositionellen, gegen Verdummung in den Schulen und Universitäten, gegen Überwachung und Spitzelwesen anzugehen?

Das wäre mir unmoralisch vorgekommen. Auch wenn ich persönlich das Leben in der DDR unerträglich fand, konnte ich doch nicht denen, die keine andere Wahl hatten, das Gefühl geben WIE unerträglich.

Als mein Vetter mich zu einer Party mitnahm, wo man seinen Personalausweis zeigen mußte, weil die Party nur für Ostdeutsche war – und ich geschwindelt habe, daß ich meinen Ausweis vergessen hätte und sie ließen mich trotzdem rein – und wir hatten einen lustigen Abend – ja hätte ich ihm sagen sollen, daß ich das schrecklcih finde, diese Kontrollen? Nein, ich habe das, genau wie der Vetter, als kleines Abenteuer behandelt und fertig.

Ich habe ihn lange nicht mehr gesehen und würde das heute gern mit ihm durchsprechen.

Ich habe mit meiner allerliebsten Ex-Schwägerin neulich in Potsdam dieses Gebäude, wo damals die Party war, wiedererkannt. (Fast sicher). Wir haben uns darüber unterhalten. Sie als Kind einer bekennden, streng katholischen Familie hatte es sehr schwer in der DDR. Vermutlich schwerer als mein Vetter. Aber hätten wir uns damals schon kennengelernt – hätte sie mir das so ehrlich sagen können? Hätte ich sie ihr so ehrlich wie heute mein Entsetzen ausdrücken können?

Nein, ich glaube nicht.

Was sagst Du dazu? Also das hat hier ja nicht direkt was zu suchen, aber ich finde es eine interessante Frage.

Hätten wir mehr dazu beitragen können, das Regime zu beenden?
Was?
Es gibt doch bis heute ehemalige DDR-Bürger, die ihre ehemalige Welt laut verteidigen und idealisieren.
Kann man jemanden zu seinem Glück zwingen? Darf man das? Von außen?

24. willow - September 27, 2007, 14:16

Hmmm, jemanden zu seinem Glück zwingen sicher nicht. Aber ein bißchen Ermunterung wär schon nicht schlecht gewesen, im Kleinen wie im Großen.

„Das wäre mir unmoralisch vorgekommen. Auch wenn ich persönlich das Leben in der DDR unerträglich fand, konnte ich doch nicht denen, die keine andere Wahl hatten, das Gefühl geben WIE unerträglich.“

Bei Familienangehörigen eine naheliegende Haltung (habe da mit einer Tante danach ziemlich wichtige Gespräche datrüber geführt, was man sich gegenseitig bewußt nicht gesagt hat…), aber was da von Grünen, SPD aber auch evangelischen Kirchenvertretern kam… peinlich. Noch 87/88/89 hatten mehr oder weniger kritische Leute das Gefühl, gerade die wollen uns ermutigen, dem Sozialismus auf deutschem Boden doch positiver zu sehen.

Bei Diskussionen unter dem Kirchendach machten da weder Petra Kelly noch Hans-Jochen Vogel (rückblickend!) eine besonders glückliche Figur – mehr Freiheit ja, aber doch ohne den Sozialismus irgendwie in Frage zu stellen….damals fand ich das natürlich großartig, so „dritter Weg“mäßig und überhaupt. Aber rückblickend?

Viele (alle?) ehemalige DDR-Bürger, die heute ihre ehemalige Welt laut verteidigen und idealisieren, verdrängen einfach, daß der Zusammenbruch letztlich unaufhaltsam war. Die Wirtschaft war total heruntergekommen, es wurde ohne jegliche Rücksicht auf die Umwelt produziert und immer weniger Menschen waren so richtig von der Überlegenheit des Sozialismus überzeugt. Aber etwas dagegen sagen? Viele taten das nicht, um nicht ihre kleinen Privilegien zu verlieren – oder letztlich aus Angst.

Letztlich nicht viel anders (wenn auch vergleichsweise komfortabler) als in all den vielen gescheiterten Ländern, die es nach wie vor im Überfluss gibt. Die Frage bleibt, ob wir den einfachen Menschen helfen, wenn wir „sowas“ unterstützen. Kurzfristig vielleicht ( in vielen Fällen wohl nichtmal das, wenn ich sehe, wie viel von der Entwicklungshilfe gerade in Afrika nie bei den Bedürftigen ankommt) aber mittel- und langfristig!? Wirklich schwierige Frage…man sagt ja auch, daß Subventionen letztlich nur die Eigeninitiative bremsen!?

25. Lila - September 27, 2007, 14:32

Es ist moralisch eine fast unlösbare Frage.

Wir stehen ihr hier in Israel dauernd gegenüber. Unsere Regierung baut munter soziale Netze ab, und an die Stelle staatlicher Hilfe treten private wohltätige Organisationen. Ich weiß wohl, daß ich mit Spenden nur dazu beitrage, daß die Regierung weiterhin munter die Probleme schwerkranker, behinderter oder anderer Populationen ignorieren kann… und trotzdem kann ich mein Herz nicht verschließen und lege dann im Supermarkt eine Flasche Öl oder zwei Tüten Mehl in die Kiste für die Armen.

Dabei ist das absurd. Wir zahlen hohe Steuern, leben in einem sog. Sozialstaat.

Aber ich kann da nicht konsequent sein.

26. willow - September 27, 2007, 22:17

Jepp. Recht so. Aber wenn das, was du für die Bedürftigen gibst, zum größten Teil bei denen hängen bliebe, die an dem ganzen Elend Schuld sind, dann wird es komisch … direkte Hilfe dagegen ist moralisch ganz einfach zu bejahen!

27. Christian - September 28, 2007, 12:50

NS-Kunst darf selbstverständlich auch in Deutschland gezeigt werden. Vor Jahren war ich einmal in Weimar in einer Ausstellung, die Hitlers Privatsammlung gezeigt hat – da waren ganz ordentliche Stücke dabei, aber auch viel Blut-und-Boden-Mist. Gewundert hat mich auch der hohe Anteil an einfach miesem Kitsch (á la „Röhrender Hirsch im grünen Wald“), den viele Großmütterchen in ähnlicher Form noch heute im Wohnzimmer haben.

28. Lila - September 28, 2007, 13:22

Selbstverständlich? Das ging jahrelang überhaupt nicht. Bis heute ist vieles davon entweder im Depot oder unzugänglich. Kataloge zu den Ausstellungen in München und ähnliche Materialien sind nicht frei verkäuflich, wenn man sie doch kaufen will, muß man unterschreiben, daß man damit keinen Mißbrauch treibt. (Natürlich kann man per Ebay trotzdem alles kriegen, was man sucht).

Hitlers Privatsammlung enthielt ja nicht nur NS-Kunst – er selbst war ja eher enttäuscht von der relativ niedrigen Qualität der Malerei seiner Zeit, wenn er auch die Bildhauer hervorragend fand – Breker und Thorak zB. Aber Hitler sammelte besonders Kunst, die man auch in der Münchner Neuen Pinakothek findet – Malerei aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, Leibl, Grützner, Defregger. Auch Historienmaler wie Piloty, wenn ich mich so aus der Lamäng nicht schwer täusche.

Da sind doch ausgezeichnete Sachen dabei. Die deutsche Kunst des 19. Jahrhunderts war nach starken Anfängen vielleicht nicht so modern wie die französische – aber die Tatsache, daß Hitler sie gut fand, macht sie nicht weniger interessant.

Von der NS-Kunst aber ist nicht viel geblieben. Ein wichtiger Teil davon war ja öffentlich zugänglich, Mosaiken, Sgraffiti, Wandmalerei, sogar ein paar echte Fresken. Die sind kaputt und verschwunden. In Ausstellungen werden immer dieselben Sachen gezeigt. In Büchern finden sich immer wieder dieselben miserablen Scans, meist direkt aus den originalen Katalogen übernommen. Oft findet man gar nicht mehr die exakten Größen- oder Materialangaben, die man eigentlich brauchte. An Originale kommt man kaum ran.

Und die meiste Literatur – da schreibt einer ziemlich vom anderen ab. Berthold Hinz hat da über Jahre hinweg ziemlich prägend gewirkt, glaube ich. Erst in den letzten 10 Jahren ungefähr hat es da glaube ich ein paar interessante Ansätze in der Forschung gegeben. Mir scheint, besonders aus dem Ausland.

Natürlich liegt es daran, daß man dieser Art Kunst oder „Kunst“ nicht unbefangen gegenüber treten kann. Aber ich habe den Eindruck, das Publikum soll eher vor diesem Material geschützt werden. Na ja, wie will man es auch ausstellen? Rein ästhetisch kann man es ja nicht aufbereiten. Ist ein Problem.

Und daß sehr viele Leute abscheulichen Geschmack haben – ja, das habe ich auch schon festgestellt. Zigeunerinnen sind zB in Öl und falschem Goldrahmen auch nicht unbeliebt. Die jüngere Generation greift dann auch weinende Clowns zurück.

Trotzdem, in Museumsshops kann man sehen, wie die Leute sich um Poster reißen. Irgendwo müssen die doch aufgehängt werden. Klassische Moderne geht immer gut, auch in Ausstellungen. Wer die Schlangen vor den Ausstellungen in den letzten Jahren gesehen hat, kann sich eigentlich von den röhrenden Hirschen nicht mehr sehr betrüben lassen. Mir scheint, Monets Seerosen und Marcs Schäfchen sind heute populärer. Und auch wenn man vor lauter Seerosen und Schäfchen dieselben vielleicht gar nicht mehr sieht – das ist doch immerhin ein Schritt nach vorne.

Und noch mal zum Thema NS-Kunst: ein paar Links zum Thema, wie stellt man sowas aus?

http://www.szon.de/news/kultur/aktuell/200709211340.html?_from=rss
http://www.zeit.de/online/2006/30/breker_arno_ausstellung

29. noktavian - September 28, 2007, 18:49

Deine Kritik an den zumeist antiisraelischen UN-Resolutionen teile ich. Aber einer Behauptung muss ich widersprechen: „Die arabischen Staaten haben den Staat Israel von der ersten Stunde an bekämpft, und die UN haben ihnen den strukturellen Rahmen dafür geschaffen.“ Es ist doch vielmehr so, dass die UNO-Generalversammlung den Staat Israel 1947 ermöglicht hat. Natürlich kann man darüber streiten, ob die Grenzen glücklich gewählt worden sind, aber die Juden haben diese Resolution akzeptiert (im Gegensatz zu den Arabern). Der Staat Israel wäre von arabischer Seite in jedem Fall bekämpft worden – egal ob der UN-Plan Israels Staatsgebiet auf dem gesamten britischen „Palästina“ oder nur auf einem Quadratmeter in der Wüste vorgesehen hätte.

30. Lila - September 28, 2007, 19:23

Danke, das war natürlich verkorkst formuliert! Die Araber haben den Staat Israel tatsächlich noch vor seiner Gründung bekämpft – aber die Instrumente innerhalb der UN sind dafür erst Schritt für Schritt geschaffen worden.

31. grenzgaenge - September 30, 2007, 20:38
32. Lila - September 30, 2007, 20:57

Ich habe den Artikel über Karnit schon in der Feder gehabt bzw in den Fingerspitzen, aber es war mir zu traurig. Ich konnte nichts darüber schreiben. Danke, daß Du es getan hast!

Und hier der direkte Link zu Miriam.

Karnit Goldwasser hat Ahmedinijad während seiner Pressekonferenz nach ihrem Mann gefragt, und warum nach wie vor kein Lebenszeichen der beiden, Udi Goldwasser und Eldad Regev, gegeben wurde. Er hat ihr die Antwort verweigert, ihr Mikro wurde abgestellt.

33. grenzgaenge - September 30, 2007, 21:11

du hast schon recht, lila. es ist unendlich traurig. was ich vermisse ist die stimme der menschen die sich selbst fuer menschenrechtler und pazifisten halten und versuchen israel bei jeder gelegenheit anzuklagen. ob das zufall ist ? oder ist es keine menschenrechtsverletzung wenn ein israelischer soldat entfuehrt wird (eigentlich ja drei, aber wir diskutieren ueber goldwasser). vielleicht ist es ja in ordnung weil herr goldwasser aktiver soldat und noch dazu israeli ist (die boesen besatzer aber auch ….) diese erklaerung wuerde mich jedenfalls nicht wundern ! aber ich hoffe natuerlich die stimme der pazifisten und menschenrechtler einfach ueberhoert zu haben. wer weiss ?? 😦

34. schoschana - Oktober 8, 2007, 15:28

„Außerdem halte ich es für absolut kontraproduktiv, A.s eigenen Ansatz, er gegen die Juden, auch noch mitzutragen. A. ist das Problem der internationalen Gemeinschaft, wenn es sowas gibt, aber doch nicht nur unseres. Es ist wieder mal typisch, daß, während die Juden laut protestieren, die anderen, die vielleicht auch was zu sagen hätten, dann passiv und still werden. Dieses Muster sehe ich auch oft genug in Deutschland. Sobald der Zentralrat der Deutschen Juden pflichtgemäß gemahnt hat, finden alle anderen, nun ist es aber genug und man muß nicht ins selbe Horn tuten.“

liebe lila, ich war einige zeit sehr wenig online und bin gerade beim „nachlesen“ über ruth’s blog auf deinen beitrag hier gestossen. ich stimme sehr mit dir überein – als jüdin in deutschland lebend fände ich es nicht selten weitaus produktiver, wenn der zr sich aus der mahnerposition herausziehen würde. das experiment, was dann passieren würde, ob das nichtjüdische deutschland diese position übernehmen würde oder ob ihr die sache eigentlich doch weniger wichtig ist als oft suggeriert, wäre mehr als spannend.
leider wird es wohl vorläufig kaum dazu kommen.

ich wünsche dir und deiner familie nachträglich noch ein gutes, gesundes jahr mit viel nachas,
schoschana

35. Lila - Oktober 8, 2007, 15:34

Na ja, liebe Shoshana, es war vielleicht überspitzt ausgedrückt. Ich möchte ja niemandem den Mund verbieten. Aber ich wüßte mal zu gern, was passierten, wenn es keine jüdischen Mahner gäbe – ob dann jemand den Mund aufmachen würde.

Und es ist auch schade, daß die Juden in Deutschland damit automatisch das Oberlehrer-Abzeichen mit goldenem Zeigefinger und Rute tragen.

Aber wie Du sagst, so schnell wird sich das nicht ändern….. alles reine Hirngespinste.

Nachas auch für Euch!

36. schoschana - Oktober 8, 2007, 16:07

so, du willst niemandem den mund verbieten?
ich manchmal schon ;).
mir kommt die mahnerei oft viel zu reflexhaft vor. vor allem scheint mir diese position fast das einzigste, was man vom judentum hierzulande als nichtjude wahrnehmen kann (dabei an die menschen in den mittleren und kleinen städten gedacht, nciht in münchen, frankfurt oder berlin, aber selbst da -) .
man sollte schon kommentieren, aber meiner meinung nach muss man nicht immer der erste sein, der spricht…

an nazikunst kann man übrigens zumindest in berlin noch einiges sehen, nicht nur architektur (hier allerdings auch viel, angefangen mit dem flughafen tempelhof bis hin zu wohnvierteln), sondern auch plastiken. so fahre ich häufig an einer siedlung im berliner westen vorbei, vor der eine riesige „madonna“ mit muskelbewehrten oberarmen sitzt, die einen gefallenen im arm hat. wer also sehen will, kann es tun. ansonsten stimmt es aber schon, es gibt jedesmal einen übertriebenen rabatz, wenn einmal nazikunst gezeigt werden soll. dabei kann man gerade dann, versorgt mit guten kommentaren, führungen und erklärungen, sehr viel lernen. vom „fernhalten“ halte ich nichts.

37. Lila - Oktober 8, 2007, 16:20

Schoschana – kannst Du mir die bitte photographieren, die Madonna? Wo ist das denn??? Gibt es davon irgendwo ein Bild? weiß man, wer sie gemacht hat??? *neugier*

38. schoschana - Oktober 8, 2007, 16:24

ja, ich mach‘ dir gerne die tage ein foto. wer das gemacht hat – muss ich rauskriegen (ich weiss zwar noch nicht wie, aber mir wird hoffentlich was einfallen). sie steht am beginn, quasi als eingangsportal, einer siedlung im berliner westend.
den passenden mann gibt’s auch noch dazu ;).

39. schoschana - Oktober 8, 2007, 16:36

ps

bevor ich jetzt zu vorschnell bin: mir dämmerte gerade, dass es sich auch um eine wohnanlage ende der 20er jahre handeln könnte (jetzt bin ich schon kleinlauter), die waren ja manchmal schon ähnlich pathetisch.
aber ich werde dir auf jeden fall fotos machen und versuchen, mehr darüber herauszubekommen.

40. Lila - Oktober 8, 2007, 17:09

Muß Dir nicht einfallen. Der Name der Siedlung reicht mir 😉

Danke!!!

41. schoschana - Oktober 9, 2007, 10:41

so, jetzt habe ich nachgeschaut. und etwas dazugelernt ;).
die siedlung heisst „wohnanlage und betriebsbahnhof knobelsdorffstrasse“ (charlottenburg) und ist NICHT aus der nazizeit. ABER: „(…) den platzartigen siedlungseingang flankieren josef thoraks überlebensgrosse muschelkalkskulpturen von 1928, „arbeit“ und „heimat“, die thematisch auf den zusammenhang von arbeit und wohnen in der siedlung ansprechen. (…) die überdimensionierung, die betonung des repräsentativen charakters, die verwendung von muschelkalk und der einsatz der bauplastik sind elemente, die wenig später in den kanon der offiziellen NS-architektur übernommen werden sollten.“
(aus: architekturführer berlin, dietrich reimer verlag)

die figuren kannst du unter diesem link nachschauen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Thorak
hier steht u.a.: „Seine künstlerische Handschrift entsprach den Vorstellungen der offiziellen NS-Kunst, so dass er während des Dritten Reiches zu einem der meistbeschäftigten und -geförderten Künstler avancierte.“ darum wohl dachte ich, es handele sich um plastiken, die IM nationalsozialismus entstanden waren. mich würde interessieren, ob der kontakt zu den nationalsozialisten tatsächlich erst nach 33 zustande kam, oder ob vorher schon kontakte vorhanden waren, sprich, ob nationasozialistisches gedankengut diese arbeiten bereits beeinflusst haben.

42. Lila - Oktober 9, 2007, 10:51

Thorak kenne ich natürlich. Ist mit Breker DER Bildhauer der NS-Zeit – obwohl man ihm „zugute“ halten sollte, daß er schon in diesem Stil gearbeitet hat, bevor Hitler an die Macht kam. Im Gegensatz zu Breker mußt er keine bösen internationalen oder modernistischen Einflüsse aus seinem Werk tilgen. Über Thorak gibt es jede Menge Literatur. Ohne nachzuschlagen würde ich mal sagen, Hitler hat ihn Brekern noch vorgezogen – hat ihm glaube ich ein Stipendium gegeben, ein riesiges Atelier geschenkt oder so.

Egal wann diese Skulpturen entstanden sind – sie sind interessant, weil sie einen bestimmten Stil zeigen, den wir heute mit NS identifizieren – auch wenn die Sachen vielleicht schon in Weimar entstanden sind.

Dabei ist die Ästhetik des NS nicht einseitig. Es gibt ja sogar eine Art NS-Art deco – es gibt auch eine Art NS-Sachlichkeit – und natürlich auch Butzenscheiben-Bauernfamilien – aber am charakteristischsten sind vielleicht Monumentalbauten und monumentale „Kunst am Bau“.

43. schoschana - Oktober 9, 2007, 10:58

„obwohl man ihm “zugute” halten sollte, daß er schon in diesem Stil gearbeitet hat, bevor Hitler an die Macht kam.“

das meinte ich ja. ob er wohl schon vor 33 mit nazi-gedankengut vertraut war (schliesslich war auch nolde u.a. in der partei lange vor 33) und darum diesen stil entwickelte. ich denke auf jeden fall, mit oder ohne parteibuch, dass ihm die ideale der nazis schon gefielen, ob er sie nun allein oder im verbund entwickelt hat.
ist auf jeden fall ein interessantes thema. ich werde heute noch einmal einen kunsterzieher-bekannten fragen, der sich mit nazikunst in berlin besser auskennt als ich. wenn ich was neues erfahre, schleppe ich’s hierher.

44. beer7 - Oktober 9, 2007, 15:29

Lila und Schoschana,

wenn ich noch einmal (und diesmal in weniger konfrontativem Stil) auf die Frage zurueck kommen darf, ob Zurueckhaltung von juedischer Seite sinnvoll sein koennte:

Im Zusammenhang mit der Al-Durah Geschichte schreibt Natan Sharansky:

http://www.opinionjournal.com/extra/?id=110010703

„The defamation trial passed almost unnoticed in Israel, to the apparent detriment of Mr. Karsenty’s case. In his ruling in favor of France 2, judge Joël Boyer five times cited the absence of any official Israeli support for Mr. Karsenty’s claims as indication of their speciousness.“

In diesem Fall wurde das Schweigen von offizieller juedischer/israelischer Seite nicht als angemessene Zurueckhaltung bei der Einmischung in einen innerfranzoesischen Gerichtsstreit gewertet, sondern zu Ungunsten des Angeklagten. Nach dem Motto „Wenn nicht einmal die Israelis sich hinter ihn stellen…“

Das war historisch die weitaus haeufigere Reaktion auf juedische Zurueckhaltung und ich bin pessimistisch genug, sie auch fuer die typische Reaktion der Gegenwart zu halten.

45. Lila - Oktober 9, 2007, 15:35

Stimmt. Aber bei den Aufnahmen von France2 ging es ausdrücklich um Israel. Eine israelsiche Stellungnahme wäre also geboten gewesen. Ich habe Sharansky auch oben verlinkt.

Im Falle Irans und des extremen Islamismus handelt es sich um eine Bedrohung, für die wir nur der erste Happen auf einen hungrigen Magen sind. Das ist nicht allein unser Problem.

Wie man das dem Rest des Menüs beibringen kann, weiß ich auch nicht. Aber manchmal verstellt die Konzentration auf das Problem Israel die vielen anderen Probleme, die da noch warten.

46. beer7 - Oktober 9, 2007, 16:01

Auch der Mythos Al-Durah wurde laengst in Zusammenhaengen, die nicht rein israelisch sind, moerderisch eingesetzt, s. ebenfalls Sharansky.

Auch fuer den Nationalsozialismus waren die Juden nur ein Happen, trotzdem wurde gerade in weiten Kreisen in den USA der Krieg gegen Nazideutschland als Krieg fuer juedische Interessen problematisiert.

47. Lila - Oktober 9, 2007, 16:07

Eben. In der Fixierung auf den Happen wiegt sich der gesamte Rest der Speisekarte in falscher Sicherheit…

Was können wir tun? Ich weiß es wirklich nicht. Ich habe heute Krönigk zum Thema verlinkt.

Sein Schlußsatz:

Die ZEIT fragte vor einigen Wochen auf der Titelseite: „Waren wir alle naiv gegenüber der islamistischen Gefahr?“ Für Großbritannien wie für Deutschland muss diese Frage immer noch mit Ja beantwortet werden.

Und für Israel muß die Frage entschieden verneint werden. Gibt uns das die Möglichkeit, die Naivität der anderen zu lichten? Jede Warnung unsererseits wird uns als Partikularinteresse ausgelegt.

Auch da greift die Parallele zur NS-Zeit.

Ich fühle mich in der Frage hilflos.

48. beer7 - Oktober 9, 2007, 16:22

Lila,

fuer mich habe ich die Frage dahin beantwortet, dass keine Ruecksicht darauf genommen werden kann und darf, wie uns etwas ausgelegt wird.
Das „Partikularinteresse“ ist ein antisemitisches Klischee, wie Manfred so klar herausgearbeitet hat. Derjenige Teil der Weltoeffentlichkeit, der uns nicht zugestehen mag, dass wir genauso legitim wie jedes andere Kollektiv unsere Interessen vertreten, ist fuer uns ohnehin verloren.

49. beer7 - Oktober 9, 2007, 16:26

P.S.

Wie in der Reaktion in den USA auf die jeweilige Vorgehensweise von Rabbi Wise einerseits und Bergson andererseits hervorgeht, besteht auch die Gefahr, dass der Antisemitismus ueberschaetzt wird. Wise befuerchtete einen schweren antisemitischen Rueckschlag fuer die Juden in den USA. Tatsaechlich stellte sich jedoch heraus, dass der „Durchschnittsamerikaner“ zwar oberflaechlich antisemitisch war, aber sich vom eliminatorischen Antisemitismus der Nazis mit Grausen abwandte. Es gab keinen oder nur einen geringen antisemitischen Rueckschlag in den USA, dagegen viel Empathie fuer die Juden in Europa. Haette Wise sich weniger gefuerchtet, haette dieser Paradigmenwechsel frueher stattfinden koennen.

50. Lila - Oktober 9, 2007, 16:33

Aber ja. Ich handle ja auch danach. Ich handle, so wie ich es für richtig halte, Partikularinteressen-Vorwurf hin oder her.

Aber was hältst Du von Knoblochs Formulierung? Ich halte sie für vollkommen verunglückt, zumindest diesen Teil:

„Als Nationalspieler repräsentiert der Wolfsburger die Bundesrepublik. Da diese im Bewusstsein ihrer historischen Verantwortung freundschaftliche Beziehungen zum jüdischen Staat unterhält, wäre es ein großer Affront, dieses antiisraelische Verhalten stillschweigend zu dulden. Ich erwarte deshalb, dass der DFB den Spieler aus der deutschen Nationalmannschaft ausschließt“

Es hat nichts mit der „historischen Verantwortung“ Deutschlands zu tun, sprich eine aus dem Holocaust erwachsende Verpflichtung, daß die deutsche und israelische Nationalmannschaft gegeneinander spielen. Soll das heißen, daß Länder, die keinen Holocaust im Curriculum vitae verzeichnet haben, Israel unbekümmert boykottieren dürfen? Das ist doch Quatsch.

Deutschland unterhält normale Beziehungen zu Israel, weil Israel ein normaler, legitimer Staat ist. Fertig. Die Entscheidungen des Iran, Israel zu boykottieren, sind Ausdruck einer krankhaft antizioinistischen, auf Lügen basierenden Ideologie. Deswegen, und nicht wegen des Holocaust, ist diese iranische Haltung abzulehnen. Israel wäre ja so oder so gegründet worden, vermutlich sogar eher ohne WWII. Hätten die Araber uns herzlicher begrüßt? Nein. Daß der Iran den Holocaust als historisch falsche Begründung ins Feld führt, bedeutet noch nicht, daß wir es auch tun sollten.

Man braucht nicht bei jedem Anlaß den Holocaust aus der Schublade zu ziehen. Das meine ich mit rhetorischem Overkill. Ich persönlich fühle mich dabei höchst unbehaglich.

51. beer7 - Oktober 9, 2007, 17:03

Da gebe ich Dir Recht. Frau Knobloch haette lieber aus den Statuten des Internationalen Sports zitiert. Nur kennt sie die wahrscheinlich viel schlechter.

52. schoschana - Oktober 9, 2007, 20:17

ich habe eurer diskussion eigentlich wenig hinzuzufügen. ich denke, die wichtigsten dinge wurden gesagt. ich bezog meine kritik zunächst auf den ZR, der nicht nur diesmal nicht ganz glückliche formulierungen zu politischen ereignissen findet und sich leider fast ausschliesslich auf der „mahner-platform“ in der politischen landschaft deutschlands bewegt. die frage ist immer, WIE etwas kritiisert wird, mitunter auch, auf was der widerkehrende fokus gelegt ist. ich für meinen teil sehe die arbeit des ZR nicht als unbedingt fruchtbar an, und wie oben bereits gesagt, hätte ich gerne bei fragen, die nicht nur uns juden oder israelis angehen, manchmal den nichtjuden die möglichkeit gegeben etwas zu sagen. oder auch nicht. denn dann kann ich auch besser die jeweilige situation für mich deuten, denn schweigen kann ja bekanntlich donnernd sein. aber das möchte ich dann schon auch erleben, und nicht die apologetischen versuche, NACHDEM die juden mal wieder den finger draufgehalten haben…

53. Lila - Oktober 9, 2007, 20:22

Ja, auch jetzt wieder mit dieser Hermann. Gott, diese Frau auch noch ernst zu nehmen. Die würde ich einfach mit Schweigen übergehen, wenn ich der ZR wäre.

54. grenzgaenge - Oktober 9, 2007, 22:34

„Derjenige Teil der Weltoeffentlichkeit, der uns nicht zugestehen mag, dass wir genauso legitim wie jedes andere Kollektiv unsere Interessen vertreten, ist fuer uns ohnehin verloren.“

das ist wohl leider wahr. das schlimme ist nur das der von dir beschriebene teil der weltoeffentlichkeit sich nicht in der minderheit befindet, allen anderen beteuerungen zum trotz 😦

55. Manfred - Oktober 9, 2007, 22:49

Lila, Du hast schon Recht, dass jeder antiisraelische Boykott skandalös und verwerflich ist, egal von wem er ausgeht. Aber in anderen Ländern könnte man ihn als persönliche Marotte eines unreifen jungen Mannes behandeln, die Konsequenzen haben kann oder auch nicht, sie wäre kaum ein Politikum. Hier in Deutschland IST es ein Politikum und MUSS auch eines sein, und zwar aus genau dem von Frau Knobloch genannten Grund. Es ist einfach unmöglich und undenkbar, dass jemand, der Deutschland repräsentiert, und sei es nur im Sport, Israel boykottiert.

56. grenzgaenge - Oktober 9, 2007, 23:01

danke, manfred !


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s