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Kleine Geschichte, September 23, 2007, 0:24

Posted by Lila in Land und Leute.
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mal wieder typisch Israel. So erzählt von meiner allerliebsten Freundin, nennen wir sie Carmit, die ich im Studium kennengelernt habe und mit der ich mich wunderbar verstehe.

Sie hat einen neuen Job angefangen, an einer Schule. Die Rektorin ist noch recht jung und hat gerade ein Baby bekommen. Das ganze Kollegium ist weiblich. Beim ersten Gespräch zu Beginn des Schuljahrs fragt sie Carmit, „nu, und was ist im Privatleben – verheiratet, Kinder?“ Carmit verneint, sie ist Single. (Sie ist 37) Die Rektorin lacht und meint, „da bist du hier richtig, hier heiraten nämlich alle – wirst schon sehen, du auch“.

Die erste Sitzung des Lehrerkollegiums. Die Rektorin stellt Carmit vor und sagt dann vor versammelter Runde, „übrigens ist Carmit noch Single. Wenn ihr also jemand kennt, der zu ihr passen könnte, nur zu, meldet euch…“

Ich weiß nicht, ob sich diese Szene auch in Deutschland abspielen könnte. Irgendwie bezweifle ich es.

Und nun bin ich mal gespannt, mit was für Männern Carmit in der nächsten Zeit aufschlagen wird.

Kommentare»

1. Add a link - September 23, 2007, 0:42

Wer weiß, vielleicht hat sie ja zwei Probleme fast auf einmal gelöst … Aber warum muß ich gerade an Drusen denken? 🙂

2. croco - September 23, 2007, 20:27

Och, das kenne ich gut, das ist hier im Kollegium auch so. Doch leider findet sich niemand, und so haben wir eine
Menge junger Kolleginnen und Kollegen, die jemanden suchen, und doch alleine sind. Das ist schade…..

3. Yonatan - September 24, 2007, 13:49

Und das Ergebnis findest du vielleicht in den unterschiedlichen Geburtenraten. 1,36 in Deutschland und 2,84 in Israel – mit eine der höchsten in der westlichen Welt.

4. Lila - September 24, 2007, 15:11

Zu dem Thema ein Artikel, zu dem ich schon längst was sagen wollte:

Alles, was geht?

Von Martina Keller

Von der pränatalen Diagnostik über Stammzellforschung bis hin zum Klonen von Menschen – Israel geht in der Biomedizin weiter als jedes andere Land. Die hohe Zahl der Geburten soll das Überleben einer Nation garantieren

Wobei der letzte Satz mißverständlich ist. Es geht nicht um das Überleben einer Nation, sondern eines Volks. Das göttliche Gebot, sich fortzupflanzen, ist ja viel älter als der Nationalstaatsgedanke. Und steht für Juden so weit oben an, daß ich Studenten erstmal erklären muß, daß für Christen Askese und Enthaltsamkeit noch höher stehen.

Aber ansonsten ist der Artikel ganz gut. Auch wenn manchem Normal-fruchtbar-Deutschem die Haare zu Berge stehen… wenn es dann nämlich nicht klappt mit dem Kinderwunsch, sieht es doch anders aus, und dann wandern manche Deutsche in andere Länder zur Behanndlung aus (allerdings normalerweise nicht nach Israel).

Carmit jedenfalls wird, wenn sie bis nächstes Jahr keinen Mann findet, eine Samenbank aufsuchen und versuchen, allein ein Kund großzuziehen. Das ist ihr immer noch lieber, als allein zu leben – und ist in Israel total akzeptiert.


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