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Es ist vielleicht Quatsch, September 18, 2007, 22:28

Posted by Lila in Persönliches.
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aber ich genieße es noch immer, eine professionelle Identität zu haben, und sei sie auch noch so schlicht. Nicht, als ob ich in den Jahren zwischen Kindern und Neuaufnahme meines Studiums gelitten hätte – ich habe gearbeitet und vergnügt. Außer den Kindern und ihrem Piepsen und Pupsen war mir in den Jahren die Welt sowieso eher egal. Es dauerte eben ein bißchen und dauert auch noch an, meine berufliche Entwicklung.

Aber wer ohne Stolpern in einen Beruf geglitten ist, kann vielleicht gar nicht nachvollziehen, wie großen Spaß es macht, aus einer beruflosen Existenz in eine kompetente professionelle Identitä zu krabbeln. Ich hatte in den letzten Tagen einen Semester-Vorbereitungs-Marathon, bei dem ich meine Ideen und Vorstellungen erklären mußte bzw durfte – hat mir großen Spaß gemacht, die Konzepte vorzustellen, die mir so im Kopf herumschwirren. Noch netter, daß sich nicht etwa schallendes Gelächter oder Kopfschütteln im Raum breitmachen, wat will die denn hier?, sondern alle mich total ernstnehmen – ernster, als ich mich selber nehme. Ich habe es ja durchaus gern, wenn ich aufgefordert werde, meine Konzepte zu begründen – dabei lerne ich immer mehr über meine Motive.
Aber irgendwie entwickele ich im Laufe der Jahre dieses wunderbare Gefühl, daß es vielleicht doch ein paar Dinge gibt, bei denen ich mir sicher bin. Im Treibsand der Meinungen, Erfahrungen, Zweifel und verwirrenden Standpunkte gibt es ein paar Aussagen, hinter denen ich bombenfest stehe und weiß warum. Sie haben alle mit meinem Beruf zu tun. Ich habe Argumente, um sie zu vertreten. Ja ich habe inzwischen sogar eine gewisse Eloquenz im Hebräischen erreicht, so daß ich Nachfragen elegant parieren kann – auch mal mit einem Sprichwort oder Wortspiel.

Ich weiß, ich weiß, das sind alles ganz normale Sachen. Aber auch ein Sonnenuntergang ist eine alltägliche Sache, und trotzdem freue ich mich jeden Tag daran. Und ohne diese Jahre, als alle meine Freundinnen ihre berufliche Laufbahnen einschlugen und ich fröhlich im Kibbuz  arbeitete, wo man mich gerade brauchte  – aber auf die Frage, „und was machst du?“ keine konkrete Antwort geben konnte – also ohne diese Jahre könnte ich vermutlich nicht so ein Späßchen haben. In der Richtung bin ich vielleicht Spätblüherin – obwohl mir mehrere Geisteswissenschaftler versichert haben, daß sie auch erst nach 40 kapiert haben, was sie eigentlich treiben. Denn es geht um Einsichten, die nicht durch Lesen von Texten und kognitives Hopplahopp kommen. Sondern sie reifen so langsam heran, schlängeln sich durch schlammige Tiefen, bis sie eines Tages wie Monets Seerosen an der Wasseroberfläche erscheinen…

Ich hatte ein paar unendlich stressige Tage, und habe noch immer nicht die lange, lange Liste abgearbeitet – im Gegenteil, jedes Treffen, jede Besprechung verlängern die Liste. Aber ich hatte gute Tage, habe vielversprechend nette neue Kollegen kennengelernt und werde im nächsten Jahr wirklich interdisziplinär arbeiten. Ist das nicht toll?  Ich liebe meinen Job, wirklich. Ich kann die verrücktesten Sachen machen und keiner quasselt mir rein, solange ich nur mein Publikum unterhalte.  Fast wie beim Bloggen.

Kommentare»

1. Add-a-link - September 18, 2007, 22:47

Äh, wir quasseln doch ständig rein … Schreib mehr von den Kindern, zeig mehr Fotos, über Politik wiederholst Du Dich immer, mehr vom Kibbuz, hast Du schon von dieser Fernsehserie gehört, ein point of no return, von der Kunst, vom Beruf, fühlst Du Dich eigentlich mit Christiane K. geb. Harlan verwandt …

2. Lila - September 18, 2007, 23:50

Christiane K.? Bin ich nicht mit verwandt, obwohl ich Freunde von ihr kenne (verrückte Geschichte). Da braucht es weniger als sechs Leute zwischen ihr und mir – einer würde reichen.

Aber sonst? Quasselt mir ruhig rein, ist doch schön. Daß ich mich wiederhole, weiß ich – meine Leser wiederholen sich ja auch! (Ja, nur daß das immer andere sind, die haben eine bessere Ausrede!)

Und wann wäre ich je böse, wenn jemand was von meinen Kindern hören wollte???? Mein Zweitname ist Frau Schwalbe, und die schwatzt auch von ihren Kindern klein.

Und wenn ihr keiner zuhörn will…

Übrigens: mehr vom Kibbuz steht an. Wir stehen vor großen Veränderungen – ich werde Donnerstag wieder im Wahlausschluß sitzen und wir entscheiden im zweiten Durchgang über den berühmt-berüchtigten „shinui“ („die Veränderung“).

3. M - September 19, 2007, 6:54

Schamlos,
diese Untertreibung. Wenn ich Dein Pensum hätte, würde ich nach spätestens einer Woche eine lange Kur beantragen. Für mich bist Du eine erstaunliche Powerfrau, auch wenn ich Dein/Eurer Narrativ in seiner Einseitigkeit für mich nicht akzeptieren kann.

Damit Du besser verstehen kannst, weswegen:
http://buecher.hagalil.com/hanser/schaeuble.htm (nicht unser Psychopath). Ob das Buch taugt, weiß ich nicht, aber die Besprechung macht deutlich, dass das auch hier vorherrschende Schwarz/Weiß-Denken der enormen Komplexität des Konfliktes nicht gerecht wird.
Nicht, dass ich die Komplexität durchschaut hätte, aber meine Sicht der Problematik ist mittlerweile immerhin grau.
Den impliziten Freispruch für das Kirchen-Christentum im Gesamt, der hier praktiziert wird (mit Ausnahme Ds), und die explizite Verurteilung des Islam (gegen den auch ich viele Bedenken hege), finde ich beschämend. Und ebenso beschämend empfinde ich die Kritiklosigkeit den Regierungsbehörden der USA gegenüber. Das Feuer, das GWB im Irak gelegt hat, hat mittlerweile mehr als 1.000.000 Iraker das Leben gekostet. Und der nächste Krieg gegen den Iran ist in konkreter Vorbereitung.
Glaubst Du wirklich, dass der Iran mit Besitz einiger A-Bomben Israel ausradieren würde? Dann hagelt es A-Bomben von den USA, Israel, England und Frankreich und der Iran existiert nicht mehr. So dumm sind die Mullahs nicht. Und der räudige Hund ist nicht der Chef des Irans.
( http://www.freace.de/artikel/200709/180907a.html
http://www.telegraph.co.uk/news/main.jhtml?xml=/news/2007/09/16/wiran116.xml )

Und noch etwas sehr Ketzerisches:
Wenn es die deutsche Judenvernichtung nicht gegeben hätte, glaubst Du, dass es dann den Juden insbesondere in der christlichen Diaspora heute besser ginge? Dort, wo sie zwei Jahrtausende von ‚Christen‘ nachgeradezu permanent und überall verfolgt, gefoltert und ermordet wurden?
———————-
Dass das von den ‚Gutmensch‘-Schwätzern nicht verstanden wird, davon muss ich wohl ausgehen.
———————-

Liebe Lila, die eigentliche Botschaft an Dich steht ganz oben.

Und ich habe ein großes Faible für Schwalben – diese seltsam überirdischen Töne, diese erstaunliche Kunstfertigkeit des Fliegens, dieses kunstvolle Sich-Necken im Flug.

Alles Gute für Dich und die Deinen.

M

4. Lila - September 19, 2007, 8:03

M – auf einem Bein, ich muß weg.

USA und Iran – das ist eine Sache. Die USA haben ihre eigene Agenda, und trotz dem maßlosen Übertreibungen von Mearsheimer etc haben die USA keine Entscheidungen für Israel gefällt, die ihnen selbst geschadet hätten. Wenn die USA einen Schlag gegen Iran planen, dann ist Israel nur ein Grund unter anderen. Was die Folgen für uns sind, ist ganz was anderes.

Israel und Iran – das ist unser Problem und wir knapsen daran.

Ich verstehe längst nicht genug davon, Zeitungslektüre reicht nicht, und weiß nicht, was schlimmer ist: den Erstschlag zu führen oder ihn zu erleiden. Welches Risiko ist größer?

Und ich exkulpiere das Kirchenchristentum überhaupt nicht, s. mein Link über Mixa. Ich meine nur, Kritik muß genau, differenziert und fundiert sein, um zu funktionieren. Sonst schlägt sie auf einen selbst zurück. Es mag gut sein, daß ich mich in Meisners Fall irre, doch ich konnte aus dieser spezifischen Predigt keine andere Botschaft erkennen als Kulturkonservativismus und Forderung nach religiöser Durchdringung des Lebens.

Wenn Du den Text anders liest, würde mich das sehr interessieren. Vielleicht habe ich ja zu huddelig gelesen, das kann immer mal passieren, besonders bei dieser Art Reden bzw Predigten, die sich immer nur selbst bestätigen und keine andere Thesen oder offene Fragen zulassen….

eschbenweg

5. Add a link - September 19, 2007, 8:33

Merci. — Und ich verstehe das jetzt so, daß Du die Filmszene auch kennst, ja?

6. willow - September 19, 2007, 9:48

„Und noch etwas sehr Ketzerisches:
Wenn es die deutsche Judenvernichtung nicht gegeben hätte, glaubst Du, dass es dann den Juden insbesondere in der christlichen Diaspora heute besser ginge? Dort, wo sie zwei Jahrtausende von ‘Christen’ nachgeradezu permanent und überall verfolgt, gefoltert und ermordet wurden?“

Wer kann das schon genau sagen … einerseits war der Entschluß, in Palästina im großen Maßstab Grund und Boden zu erwerben eine Reaktion auf die grausame Judenverfolgung insbesondere im russischen Zarenreich. Auch gerade weil niemand soetwas für andere Länder sicher ausschließen konnte entstand ja der Zionismus. Wobei erschreckend unbekannt ist (auch bei Menschen, die nicht einfach so als Nazis einzustufen sind), daß die „Siedlungen“ nicht auf geklautem Boden stehen, sondern teuer bezahlt wurden – alles andere hätten die nicht unbedingt judenfreundlichen britischen Kolonialherren nicht zugelassen. Wobei es das pikante Detail gibt, daß gerade die Familie der Husseinis, die später den heiligen Krieg gegen die Juden ausriefen durch solche Landverkäufe in großem Maßstab zu richtig viel Geld gekommen waren….

Andererseits kann man die Judenverfolgung auch nicht automatisch mit dem Christentum in Verbindung bringen, Amerika (Nord wie Süd) hat sich als Zufluchtsort durchaus bewährt – im Gegensatz zur „moslemischen Welt“, die heute den Schwerpunkt des Antisemitismus darstellt. Auch in Europa.

7. M - September 19, 2007, 22:29

kurz: Liebe Lila und liebe Willow:
ich mach mich jetzt an die Antworten,
aber es könnte länger dauern.
Kein Grund, heute noch lang zu warten.
M

8. M - September 20, 2007, 4:12

Liebe Lila,
danke für die ausführliche Antwort, obwohl es in diesem Umfang so gar nicht erforderlich gewesen wäre. Was ich Dir hauptsächlich sagen wollte, stand oben und unten und weniger in der Mitte. Wenn ich schreibe ‚hier‘, dann meine ich in erster Linie die Teilnehmer Deines Blogs und keineswegs generell Dich. Und für das, was wir als Deine verlängerte meschuggene Mischpoke hier verbal verbrechen, musst Du Dich nicht verantwortlich zeigen. (In D wär’s anders, aber die israelische Legislative (wenn das bei Euch so heißt) hat sicherlich dringlichere Sorgen als Blogüberwachungen.)

>M – auf einem Bein, ich muß weg.

Jaja, ’nur kurz‘. Schätze, Du hast Dich heute morgen ein wenig Abhetzen müssen. Tut mir Leid.

>USA und Iran – das ist eine Sache. ….

Ja, sicher. Aber hier ist so oft die Rede von der unbezweifelbaren Güte der USA und der Teuflischkeit des Iran, dass ich die neuesten Pläne von God’s own Land bzw. deren Machthabern mal auf den Tisch legen wollte. Und die Schandtaten, die im Irak vor unseren Augen, und teilweise wohl auch mit mit vollster Billigung einiger der hier Schreibenden, geschehen, wollte ich in Erinnerung rufen. Eine Millionen Tote Iraker, und niemand stimmt in das Klagelied ein.

>Die USA haben ihre eigene Agenda, und haben keine Entscheidungen für Israel gefällt, die ihnen selbst geschadet hätten.

Ich bin nie der Ansicht gewesen, das Israel im Kalkül der USA in Bezug auf den Irak-Krieg irgendeine bedeutende Rolle gespielt hat. Öl, Wiederaufbauaufträge für Cheneys Kompagnons, starke Basen im Zentrum des Öls, eine willfährige Regierung und nicht zuletzt den Siegerkranz des Weltherrschers. Das sollte es wohl werden. Israel kann ich da nicht so recht sehen, allenfalls als ein Nebenprodukt der im Irak geschaffenen Basen.

>Wenn die USA einen Schlag gegen Iran planen, dann ist Israel nur ein Grund unter anderen.

Ja, Israel ist hierbei für die USA wohl nur ein Mittel zum Zweck der eigenen Bigotterie. Der Messias kommt zurück ins gelobte Land, die Juden werden kurzerhand zum rechten Glauben bekehrt, und dann kommen die ‚Rechtschaffenden‘ ins Paradies.
Ich vermute, da heißt es dann: „Ich kenne Euch nicht!“.
Aber da das Stargate in Israel steht, darf da nichts kaputtgehen.

>Was die Folgen für uns sind, ist ganz was anderes. Israel und Iran – das ist unser Problem und wir knapsen daran.
Ich verstehe längst nicht genug davon, Zeitungslektüre reicht nicht, und weiß nicht, was schlimmer ist: den Erstschlag zu führen oder ihn zu erleiden. Welches Risiko ist größer?

Sind Dir vierzig/fünfzig Jahre mehr wert als die Ewigkeit?

Wenn Israel mit seinem nicht kleinen und nicht wirklich großen A-Bomben-Arsenal den Riesen ein bißchen am Betonmantel schabt, bewirkt das gar nichts, außer: das umfangreiche konventionelle Bombenarsenal des Riesen wird Israel in kürzester Zeit vernichten. Und aus konventionellen Bomben könnte der Iran wohl zudem auch sehr leicht schmutzige Bomben basteln. Die täten den ‚Job‘ nämlich auch. Wenn Avigdor L. sich dezent um B-Waffen kümmern würde, dann könnte es ganz vielleicht funktionieren (eher nicht).
Wenn der Iran einige A-Bomben hätte, dann könnte er Israel wohl vernichten, wohl wissend, dass er dann selbst in kürzester Zeit total vernichtet würde (USA, Il, F, E, vielleicht sogar Pk). Und das Persertum außerhalb Irans ist, denke ich, deutlich kleiner als das Judentum außerhalb Israels.
Also: im Kriegsfall werden beide Staaten mit Sicherheit vernichtet. Aber das Judentum überlebt.

Liebe Lila, der Iran kann Euch heute nacht schon vernichten, und er konnte das auch schon deutlich früher. Daran wird sich ohne sonstige Faktoren auch nicht viel ändern. Deswegen würde ich mir dort bei Euch keine albtraumhaften Sorgen machen.
Zur Erinnerung: während des kalten Krieges, wäre er denn heiß geworden, dann wären BRD und DDR Kriegsschauplatz gewesen. Dann hätten wir in D1+D2 jede Menge freundliches A-Bomben-Feuer auf die Hucke bekommen. Als mir das klar wurde, war ich zwar ziemlich empört, aber in meiner Sicherheit habe ich mich nicht wirklich bedroht gefühlt.

Viel wichtiger für Euch ist es, mit Euren Nachbarn einen brauchbaren Modus Vivendi zu erzielen. Da muss man eben auch mit den Feinden und Todfeinden reden. Immer nur von Gesprächen zu reden, die irgendwann vielleicht und eventuell stattfinden könnten, bringt nichts. Und Gaza/Hamas kollektiv zu bestrafen, bringt nichts als eine weitere Steigerung des Hasses, und der verleiht sogar noch halbverhungert Flügel.

Aber das Existenzrecht. – Ja, hm, ich habe noch nie etwas von einem Existenzrecht der Palästinenser gehört.

Mit einer/zwei Conditio sine qua non kann man keinen Kompromiss erreichen. Und mehr ist doch eh‘ nicht drin.
Und diese Maßnahme Strom/Wasser muss einen erzieherischen Wert haben. Eine Kassam = einen Tag, zwei Kassams = zwei Tage usw., Modifikationen möglich.

Liebe Lila, Hamastan ist nur auf der politischen Karte eine homogene Masse. Viel mehr als Deine Aussagen zu Gaza hat mich ein Interview von Ayan Hirsi mit einem Palästinenser in Gaza überzeugt. Mit ihr weit abstehend (von den Hamasleuten) sprach er über die Korruption und Gewalt in Gaza, und eben auch davon, dass es sehr viele gibt, die darunter (und unter den Sanktionen) leiden, und den Hamas-Scheiß nicht wollen, aber letztlich nichts dagegen können. (Qu: eng. Wikipedia)

>Und ich exkulpiere das Kirchenchristentum überhaupt nicht, s. mein Link über Mixa. Ich meine nur, Kritik muß genau, differenziert und fundiert sein, um zu funktionieren. Sonst schlägt sie auf einen selbst zurück.

Ja, liebe Lila, aber Du warst auch gar nicht gemeint mit dieser Kritik. Das war insbesondere auf den korrekten Manfred gemünzt. Ich habe nämlich in Deinen Urlaub hier die kühne These aufgeworfen, dass Europa in den letzten Jahrhunderten die ganze Welt nach und nach gründlich vergiftet hat. Er hielt das in etwa für typisch linken Dünnschiss. Aber wenn man eine Weile drüber nachdenkt, unvoreingenommen und selbstkritisch, dann gewinnt diese Betrachtung durchaus Bedeutung.

[Ziemlich müde und mit nachlassender Konzentration]

>Es mag gut sein, daß ich mich in Meisners Fall irre, doch ich konnte aus dieser spezifischen Predigt keine andere Botschaft erkennen als Kulturkonservativismus und Forderung nach religiöser Durchdringung des Lebens.
Wenn Du den Text anders liest, würde mich das sehr interessieren. Vielleicht habe ich ja zu huddelig gelesen, das kann immer mal passieren, besonders bei dieser Art Reden bzw Predigten, die sich immer nur selbst bestätigen und keine andere Thesen
oder offene Fragen zulassen….

Oh oh, Meisner. Diese Kirchlinge, die das Christentum aus der Welt vertreiben.
Welch ein Unterschied zu der kirchlosen Bischöfin Käßmann.
Der Zentralrat der Juden in D soll recht augenblicklich von geistiger Brandstiftung eines Wiederholungstäters gesprochen haben.

>keine andere Botschaft erkennen als Kulturkonservativismus und Forderung nach religiöser Durchdringung des Lebens.

Es ließ sich auch so verstehen, dass Kultur, die dem Religiösem nicht dient, entartet ist. Und das ist ein ziemliches Armutszeugnis für sein Kunstverständnis, seine Lebensferne und Weltfremdheit und für die Fähigkeit, die ‚frohe Botschaft‘ zu verkünden. Alte Leute, die Weisheit oder Güte oder Mitgefühl erlangt haben, denen kann man das ansehen (und erst recht anhören). Wenn Du Meisner siehst, siehst Du einen Kirchenmann, der den Eindruck hinterlässt, er wüßte nicht, was Christentum ist. Und das gilt für sehr viele Oberhirten in der heiligen römisch-katholischen Kirche.

Aber ich habe mich nicht intensiv mit Meisners Rede aufgehalten. Vielleicht komm ich noch dazu.

>eschbenweg
Ich gleich auch.
___________________________

Liebe Willow,
es freut mich, dass auch Du mir geantwortet hast.
Es tut mir leid, dass ich Dir da letztens anscheinend heftig auf die Füße getreten habe. Das war so nicht meine Absicht, und ich bitte Dich um Entschuldigung.
Aber meine Haut ist zuweilen recht dünn, und wenn man mir Bild-Zeitungsniveau unterstellt, kann das dann bei mir durchaus zu heftigen Worten und scharfen Sarkasmus führen. Pardon.
Dein Posting werde ich noch beantworten, aber jetzt bin zu müde.

Bis bald.

M

9. willow - September 20, 2007, 10:31

@M – ich picke einfach mal zwei Punkte heraus:

„Viel wichtiger für Euch ist es, mit Euren Nachbarn einen brauchbaren Modus Vivendi zu erzielen. Da muss man eben auch mit den Feinden und Todfeinden reden“

Na Klasse! Endlich eine Lösung! Mal im Ernst, wer ist es denn, der sich Gesprächen verweigert? Die Bedingung für alle ernsthaften Verhandlungen (und eben nicht ein mögliches Verhandlungsergebniss) ist doch eben die totale und bedingungslose Kapitulation und der Rückzug auf die Grenzen „vor dem Krieg“ – der übrigens von den arabischen Feinden sowohl begonnen als auch verloren wurde. Mal ganz davon abgesehen, arabische Politiker, die Gespräche mit Israel befürworten (würden) gehen ein recht hohes Risiko für Leben und Gesundheit ein…

„Aber das Existenzrecht. – Ja, hm, ich habe noch nie etwas von einem Existenzrecht der Palästinenser gehört.“

Nein? Wer bitte bedroht Jordanien? 😉

Hmm, aber du meinst vermutlich das Existenzrecht eines palästinensischen Staates „westlich des Jordan“ wenn du vom „Existenzrecht der Palästinenser“ sprichst. Denn im Gegensatz zu Teilen der arabischen Seite, die möglichst alle Juden „ins Meer treiben“ möchten, sind Stimmen, welche „die Araber“ deportieren wollen in der ernstzunehmenderen israelischen Politik ja wohl nicht zu hören. Nur – das Existenzrecht eines Staates setzt ja wohl voraus, daß die potentiellen Staatsbürger sich erst einmal selbst über Struktur und Ausdehnung ihres Staates einig werden, oder?

Und solange maßgebliche politische Kräfte „Palästina“ als Teil eines Großarabischen Kalifats sehen halte ich Israel nicht für das Haupthinderniss auf dem Weg zu einem souveränen palästinensischen Staat.

10. M - September 20, 2007, 12:05

Hm, Willow, das macht mich jetzt irgendwie echt betroffen.
Ich entschuldige mich bei Dir, reiche Dir die Hand zur Versöhnung – und Du lädts Deine Schwarz-Weiß-Kanone nach und ballerst mir einen vor’n Latz. Herzlichen Dank.
Ich muss da ganz spontan an Ede Schnitzler denken: Nazis nur in der BRD und anständige Menschen nur in der DDR.
Traurig – jetzt gibt es keine DDR mehr, jetzt gibt es nur noch eine BRD, die Braune Republik Deutschland. Wenn ich Dich wirklich so verletzt habe, dass in Dir Hass gegen mich entstanden ist, dann tut mir das ehrlich Leid.
Aber: Israel gut und Amerika gut und alle, die das gut finden, gut, und der Rest: absolut schlecht – das ist Schwarz-Weiß-Denken, und ich bin überzeugt: das führt zu nichts Gutem.

>Na Klasse! Endlich eine Lösung! Mal im Ernst, wer ist es denn, der sich Gesprächen verweigert?

Wenn beide Parteien jeweils ihre Conditio sine qua non auf den Tisch legen, dann verweigern beide Parteien den Dialog. Beide. Der Rabin-Mörder hat eine unglaubliche Schuld auf sich geladen. Rabin wollte reden und einen Kompromiss suchen. Nach seiner Ermordung hat es (meiner Ansicht nach) keine ernstzunehmenden Gespräche mehr gegeben.
Laut den möglicherweise faschistischen Organisationen amnesty international und Human Rights Watch begehen sowohl die Palästinenser als auch die Israelis Kriegsverbrechen aneinander. Zu den Untouchable States of America sag‘ ich jetzt mal nichts (und füge auch explizit keine ‚lustigen‘ Abkürzungen bei).
Ich habe einen brauchbaren Lösungsansatz für Gaza vorgeschlagen: für ein Kontingent Kassams ein Kontingent Strom- und Wasserlosigkeit. Dann werden diejenigen Menschen in Gaza, die einfach nur ein klein wenig leben wollen, merken, wer sie daran faktisch zuerst hindert: die Kassam-Brigaden der Hamas. Und das _könnte_ durchaus zu einem Befreiungskrieg in Gaza führen.
Zu unterstellen, dass alle Bewohner Gazas Hamas-Aktivisten und -Unterstützer sind, halte ich für außerordentlich naiv.

Willow, ich habe jetzt von Dir den Eindruck bekommen, dass Du an einer inhaltlichen Auseinandersetzung, wohlmöglich gar an einer Revision Deines eigenen Bildes der israelisch-palästinensichen Realität absolut kein Interesse hast.
Herauspicken, was verwerflich erscheint und großzügig übersehen, was konstruktiv ist: das ist keine Gesprächskultur.
Dass ich unter diesen Voraussetzungen keine Motivation verspüre, Dir meine ketzerische These zu erläutern, wirst Du wohl verstehen.

Ich schließe mit Arthur S:

„Was macht den Philosophen? Der Mut, keine Frage auf dem Herzen zu behalten.“.

M

11. willow - September 20, 2007, 13:28

Du legst mir da Sachen in den Mund…

„Zu unterstellen, dass alle Bewohner Gazas Hamas-Aktivisten und -Unterstützer sind, halte ich für außerordentlich naiv.“

Wo bitte habe ich solch Schwachsinn geschrieben? Andererseits sind die Gaza-Bewohner, die nicht für die Hamas sind aber keineswegs automatisch „vernünftiger“. Es gibt eine Menge Untersuchungen, Umfragen, Statistiken über „die Palästinenser“. Zeige mir bitte eine einzige Quelle, nach der jemals eine Mehrheit für irgendeine (wie auch immer geartete) Koexistenz mit Israel bestand. Du wirst sie nicht finden. Die mit abstand positivste einstellung zu Israel fandest du in den Zeiten der Oslo-Euphorie, damals waren nur noch knapp über 80% der Palästinenser der Meinung, langfristig müsse Israel vernichtet werden…

Damals, zu seligen Oslo-Zeiten war eine Mehrheit der Israeli der Meinung, wenn man nur genügend Land gibt, dann wird man automatisch Frieden bekommen. Woran liegt es wohl, daß dies heute sehr viele Israeli anders sehen?

Und zu deiner lustigen Idee zum Gazastreifen – darauf sind einige israelische Politiker schon ohne deine Hilfe gekommen. Schau dir mal die Reaktionen darauf an, zB. auch in Deutschland. Faschistisch gehörte noch zu den harmloseren Einschätzungen. Dabei ist keiner der Politiker so weit gegangen, daß die Bewohner für Strom und Wasser Geld zahlen sollten… da könnten „wir“ ja gleich kommen und Bedingungen an die Zahlung von Hilfsgeldern knüpfen, keine Waffenkäufe oder so….

„Laut den möglicherweise faschistischen Organisationen amnesty international und Human Rights Watch begehen sowohl die Palästinenser als auch die Israelis Kriegsverbrechen aneinander“

Ja, das stimmt, Einige finden tatsächlich, daß man das Verhalten Israels mit dem der Terroristen vergleichen kann… führte für mich (neben einigen anderen Punkten, z.B. Haltung zu Diktaturen oder auch Darfur) zu der schmerzlichen Entscheidung, nach vielen Jahren AI den Rücken zu kehren.

12. Lila - September 20, 2007, 16:37

Nur ganz, ganz kurz ein paar Punkte. Hab mal wieder keine Zeit und auch keine Lust mehr, wirklich.

Nach Rabin waren keine ernsthaften Angebote mehr von israelischer Seite?
1. Hatte Rabin einen ernsthaften palästinensischen Partner? Würdest Du, M, Arafat allen Ernstes so nennen?
2. Was ist mit Barak? Sharons Räumung des Gazastreifens?
3. Nenne mir bitte eine konkrete Selbstverpflichtung der Palästinenser, die diese auch konsequent durchgeführt haben, nachdem sie sie unterschrieben haben (Einziehen illegaler Waffen, Unterbindung terroristischer Strukturen).
4. Nenne mir EINE konkrete Tat der Palästinenser, die deutlich zeigt, daß sie daran interessiert sind, eine selbständige zivile Infrastruktur aufzubauen und zu einem berechenbaren Verhandlungspartner zu werden – statt einer lose verbundenen Vielzahl von einander bekämpfenden Unter-Einheiten, die jede Verbindlichkeit von vornherein illusorisch macht.

Kein Blabla, keine Absichtserklärungen – TATEN.

Warum war es okay, daß die EU den Palästinensern den Strom sperrte, aber wenn wir es tun, werden wir als Faschisten beschimpft?

http://www.usatoday.com/news/world/2007-08-20-palestinians-power-outage_N.htm

Ich bitte um eine Erklärung, die NICHT auf einem doppelten moralischen Maßstab (Israel vs Rest der Welt) beruht.

Wir werden von den Palästinensern beschossen. Warum sollten wir sie weiterhin umsonst beliefern? Sie bekommen doch genügend internationale Unterstützung, warum von uns? Wir unterstützen sie seit JJahren, während sie uns beschießen, verdienen wir dafür wirklich die unflätigen Worte, die sich über uns ergießen?

Wer hätte je das Existenzrecht der Palästinenser in Frage gestellt? Wer verhindert das Entstehen eines palästinensischen Staats?

Wann hätten wir den Palästinensern je Auslöschung, Zerstörung sonstwas angedroht? Der Staat Israel hat still in seinen Grenzen ohne Westbank gesessen, die Araber dagegen den Krieg 67 angefangen – ausdrücklich, um Israel von der Landkarte zu löschen.

Ich hab leider keine Zeit, weiter in das Thema einzsteigen und weiß auch nicht, ob Du, M, wirklich mal zuhörst. Bist Du wirklich so blind und voreingenommen gegen Israel, daß Du nicht siehst, wie sich die Palästinenser Mal um Mal ins Bein schießen, ganz ohne unsere Mithilfe?

Und trotzdem bekommen sie humanitäre Hilfe von allen Seiten, auch von uns.

Wäre es nicht mal an der Zeit, von ihnen berechenbares, rationales, pragmatisches, realpolitisches Verhalten zu fordern?

Ich erwarte konkrete Antworten.

13. Add a link - September 20, 2007, 19:50

Bitte nicht andere prügeln, Lila, wenn Du mich meinst. — „Nun hast Du es doch erreicht“, hast Du gesagt. Nein, ich wollte eben keine Diskussion, ich wollte Dir eine Nachricht überbringen, hoffend, daß sie Dich freut. Wenn sie dies nicht tut, nun gut — aber sag bitte nicht, ich hätte Dich nicht erfreuen wollen. Wenn ich nicht erreicht habe, was ich gehofft hatte, sag bitte nicht: „Nun hast Du es doch erreicht“. Das ist nämlich nicht, was ich wollte, und ist es nie gewesen.

14. M - September 20, 2007, 20:08

Schade,
ich wollte eigentlich nur kurz mitteilen, dass ich Meisners Rede jetzt relativ gründlich gelesen habe und nichts wirklich Anstößiges in Bezug auf Antisemitismus und Antizionismus gefunden habe. Gleichwohl fand ich andere Bedenklichkeiten, deren Erörterung jetzt allerdings überflüssig wird.
Ich werde nicht denselben Fehler begehen, meine Zeit auf ein Elaborat zu verwenden, das mit zwei Sätzen als Unsinn, Blindheit oder Dreck abgetan wird.
Ich hatte letztens ein Bild mit vier oder fünf Karten zur Hand, worauf die Gebiete vor der Teilung, der Teilungsplan und das rapide Schrumpfen der Palästinensergebiete nebeneinander gestellt waren.
Diese Dokumente sprechen eine andere Sprache über Dein Narrativ.

Edle Selbsterkenntnis, Blindheit und konkrete Antworten –
ein Spiegel wäre gut.

Lila, Du hast einen Freund verloren.
Aber es bleiben Dir beliebig viele Jasager.

Mazzel tov.

M

15. willow - September 20, 2007, 22:11

@M

Vielleicht glaubst du es nicht, aber ich denke, wir alle hier kennen diese Karte… wenn nicht : http://www.profi-reporte.de/php/pr/include.php?path=start.php

Wenn du möchtest erkläre ich dir gerne die „Unstimmigkeiten“ (böse Menschen würden Lügen sagen).

Kennst du diese? Sollte eigentlich für jeden, der etwas zu diesem Thema sagt minimales Pflichtprogramm sein: http://www.conceptwizard.com/ger/con_ger.html

Und für alle, die an faire Berichterstattung über den israelisch-palästinensischen Konflikt glauben dies hier, wenn es nicht so traurig wär, möchte man lachen:
http://www.pajamasmedia.com/2007/09/dam_bursts_at_al_dura_trial.php

PS: wer hat dich mit zwei Sätzen abgekanzelt? Hier?

16. Lila - September 20, 2007, 22:15

M., das ist unfair. Ich habe seit meiner Rückkehr wirklich deutlich gemacht, daß ich im Moment mental absolut auf Reserve lebe und wirklich nicht in politische Diskussionen verwickelt werden will, die wir hier schon hundertmal hatten.

Ich habe mich auch ausdrücklich dafür entschuldigt, daß ich zwischen zwei Terminen nur Zeit hatte, im Stenogramm auf Dich einzugehen – ich habe es weder als Unsinn, Blindheit oder Dreck bezeichnet.

Es wäre gut, wenn Du Dich mal fragtest, WEM die Palästinenser ihre stets schrumpfende Landkarte verdanken (auch Israel ist übrigens durchaus geschrumpft, der Sinai war ein großer Brocken).

Das beste Angebot, das sie je hatten, war der UN-Teilungsplan. Danach haben sich mit jedem ihrer Versuche, Territorum oder Macht durch Aggression zu gewinnen, ihre Chance verschlechtert – nicht nur im Konflikt mit uns, sondern auch mit dem Libanon und Jordanien (Stichwort SChwarzer September). Bevor Du praktischerweise auf uns einprügelst, guck Dir doch mal an, ob an der Taktik der Palästinenser nicht irgendwas verkehrt läuft.

Ich habe nie behauptet, daß die israelische Politik unfehlbar, von Weisheit geleitet und über jeden Tadel erhaben war. Ich weiß auch nicht, wie dieser Eindruck bei Dir entstanden ist. Meinst Du, ich habe Spaß daran, daß meine Nachbarn mit ihrem Elend, Chaos und bürgerkriegsähnlichen Zustand selbst leiden und uns alle ins Unglück stürzen können? Häh? So hast Du mich verstanden?

Nichts wäre mir lieber, als daß die Palästinenser ENDLICH ihren Akt auf die Reihe kriegen, wir mit ihnen die endgültige Trennung unter Dach und Fach bringen, sie ihre Fußballmannschaft auf die Beine stellen und wir gegeneinander Turniere spielen. Das ist nicht meine Vision, sondern die eines palästinensischen Fußballfans. Ich habe nie eine andere gehabt.

Was Du mir alles unterstellst, in Deiner Unfähigkeit, Israelis als denkende, fühlende Menschen wahrzunehmen, würde mich kränken, wenn ich die Interaktion per Blog persönlich nehme. Aber im Blog ist nur ein kleiner Teil meines Lebens, und einer, der rapider schrumpft als die Palästinensergebiete auf der Karte.

Über Monate hinweg immer wieder Diskussionen über dasselbe führen, meine explizite Bitte, das zu lassen und meine Entschuldigung dafür, daß ich NICHT ernsthaft einsteigen kann, zu ignorieren, und sich dann unter bösen Worten zu verabschieden – wahrlich ein rauschender Vorhang.

17. jim - September 20, 2007, 23:37

Lila

„In der Richtung bin ich vielleicht Spätblüherin – obwohl mir mehrere Geisteswissenschaftler versichert haben, daß sie auch erst nach 40 kapiert haben, was sie eigentlich treiben. Denn es geht um Einsichten, die nicht durch Lesen von Texten und kognitives Hopplahopp kommen. Sondern sie reifen so langsam heran, schlängeln sich durch schlammige Tiefen, bis sie eines Tages wie Monets Seerosen an der Wasseroberfläche erscheinen…“

Respekt und – Kompliment!


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