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Abends im Hause Rungholt Juli 18, 2007, 21:54

Posted by Lila in Kibbutz, Kinder, Katzen.
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Wir haben wieder mal jugendliche Besucher – zu Pessach hatten wir ja zwei jüdische Schüler aus Berlin, jetzt für drei Tage zwei Jungens aus London. Ich hör sie so gern sprechen! Heute nacht sind sie mit ihrer Gruppe und den Jugendlichen des Kibbuz am Meer, schlafen draußen. Gestern abend haben sie im Schwimmbad getobt und hinterher großes Abendessen gemacht. Ganz nett, wieder ein bißchen Englisch zu sprechen. Lustig, es ist wohl immer so, daß einer schweigsam ist und der andere redselig. Die Jungens finden den Schweiger netter, der ist so cool!, aber die Mutter findet natürlich den Reder netter und fragt ihm Löcher in den Bauch. „So, und was machen deine Eltern? hast du Geschwister?“ Wie schrecklich war es, wenn meine Mutter (oder Oma…) diese Frage stellt, wie natürlich plumpst sie mir heute aus dem Mund…. und ich höre gern die Antworten.

Das Harry-Potter-Fieber steigt auch bei uns beständig. Alle großen Kinder haben in den letzten Wochen sämtliche Bände noch mal gelesen (auf Ivrit) und alle Filme noch mal gesehen (auf Deutsch oder Englisch). Wir sind also reif für den fünften Film und den siebten Band. Ich habe die ersten Bücher so gern gelesen, die letzten beiden fand ich fast unlesbar (ich les sie auf Englisch, was ich genieße: „that´s mental“).

(Meine Lieblingsfiguren: Rons Eltern, Lupin, MacGonagal. Welches sind Eure?)

(Meine Lieblingsszenen: Mr. Weasley zu Besuch bei den Dursleys, fasziniert von Elektrizität. SEHR gelacht. Und im Feuerkelch, die Aufgabe im See. Sehr gut die Schilderung der Kiemenatmung.)

Primus bekam seinen ersten Harry Potter vor vielen Jahren zum Geburtstag geschenkt, und zwar von meinem Schwager (jeder Leser hier weiß, daß ich für meinen lustigen Schwager eine riesige Schwäche habe – auch für Y.s Schwester). Ich hatte die deutschen Bücher mit dem wunderbaren Umschlag schon bei meinem kleinen Bruder gesehen, aber nicht gewußt, ob das nur Hype ist oder wirklich gut. Primus, der bis dahin zu meinem Leidwesen nicht viel las, nahm das Buch in die Hand. Schlug es auf. Sah noch einmal auf und sagte danke. Und ist seitdem Leser.

Er ist von Harry Potter zur Literatur gereift, er liest Kafka und David Grossman und SF und was er finden kann. Das Nette dabei: er steckt seinen Vater an. Mich hat er übrigens mit der Pottermania angesteckt: er hat mir eines Tages aus der Bücherei die deutsche Ausgabe mitgebracht. Auch ich habe skeptisch angefangen, aber flups-schwups war ich drin und wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht.

Secundus gehört, hm, zu der Gruppe der „Harry Potter und nichts als Harry Potter“-Leser. Andere Bücher machen ihm weniger Spaß. Er liest, aber zu einem richtigen Leser ist er nicht geworden. Mit Primus kann ich über Bücher richtig sprechen, er hat einen Sinn für Motive, Stil, Spannungsbögen, lauter Sachen, die echte Leser beobachten, während sie Spaß haben. Secundus ist es genug, wenn es Gute gibt, Böse, die besiegt werden müssen, viel Spannung. Ihm reicht der Märchencharakter, und natürlich die wunderbar geschlossene Welt.

Tertia war schon vor Harry Potter Leserin. Ich freue mich, wenn sie mit dem typischen unruhigen Leserblick durchs Has streift, „Mama, empfiehlst du mir was?“ Leider liest sie keine deutschen Bücher. Ich habe ihnen ja ganze Bibliotheken vorgelesen, aber dafür sind sie jetzt zu alt. Tertia kriegt von mir die Bücher geschenkt, die ich als Mädchen geliebt habe, Anne auf Green Gables, Vier Schwestern, und kauft sich, leiht sich ständig neue Bücher. Es ist ein Fest für sie, in die gutsortierte Kibbuzbücherei zu gehen und sich einzudecken. Quarta ist noch zu jung für so dicke Bücher, aber sie guckt die Filme und kennt und weiß natürlich alles.

Obwohl die Jungens schon ein bißchen über diese Geschichten erhaben sind – sie wollen nun auch wissen, wie es zu Ende geht. Also hat jeder von uns sein Szenario ausgebreitet. Y. und ich haben beide unabhängig voneinander gedacht, ob Rowling nicht doch am Ende zum ausgelutschten „war ja alles nur ein Traum“-Ende greift – „und die Narbe hat er, weil er sich mal den Kopf an der Tischkante gedötscht hat“, meinte Y.

Primus meint, „egal wie das Buch ausgeht – es gibt eine Enttäuschung. Wenn Voldemort stirbt – dann ist das ein typisches Ende, der Held siegt. Wenn Harry stirbt – war alles umsonst und das Böse siegt. Wenn keiner von beiden stirbt – dann will sie einfach noch ein paar Bände anhängen. Und wenn beide sterben – wieso liest man sieben Bände, wenn am Ende beide sterben?“ Er ist also skeptisch, ob der letzte Band wirklich ein Höhepunkt wird.

Tertia meint, ihr ist es egal, und wir müssen unbedingt in den Film gehen, und wir haben es ihr versprochen. Quarta meint, und sie kommt mit!, und es ist gar nicht zu gruselig! (Letztes Mal bin ich mit ihr parallel in einen Disneyfilm gegangen.) Schließlich meinte Y., der noch nie ein Potterbuch in der Hand hat und meint, zehn Pferde könnten ihn nicht dazu bringen!, „am Ende stellt sich raus, daß Voldemort eigentlich Harrys Vater ist“. Große Heiterkeit. „Au ja, Abba!“ Ich sehe schon, jedes andere Ende wird als Enttäuschung aufgenommen werden…

PS: Sehr amüsant dazu das SPon-Forum – das erste und vermutlich einzige, das ich lächelnd durchgeblättert habe!

Kommentare»

1. micha - Juli 18, 2007, 22:12

Mein Neffe (3.Klasse) ist auch über Harry Potter Bd.6 zum Lesen gekommen. Jetzt liest er alles, was er in die Finger kriegt. Momentan sinds die drei Fragezeichen. Und natürlich ist er auf den fünften Film gespannt. 😉

2. Ickke - Juli 19, 2007, 1:21

Ich werde das blöde Harry-Potter-Fieber nie verstehen. Die Jahre des größtens hyps waren einfach nur schrecklich. Überall im Zug, auf der Arbeit, Tram, die Bücher waren noch erträglich – aber diese unsäglichen Hörbücher, CDs und MCs … reinste Folter!

Aber einen mediterranen Abend am Meer das hätte ich jetzt auch gerne, stattdessen muss ich durch die Wohnung humpeln. Wo bleibt da die Gerechtigkeit?

Obwohl …immerhin …

ich muss nicht Harry-Potter hören! 😉

3. beer7 - Juli 19, 2007, 15:42

Hallo Lila,

ich habe in der Zwischenzeit einiges an Sekundaerliteratur (natuerlich digital) zu Harry Potter gelesen. Der Bruch zwischen den Baenden 1-4 und 5-6 ist eindeutig. Band 1-4 sind noch eindeutig Kinderliteratur. Band 5 und 6 koennen durch Band 7 gerechtfertigt werden. Die symbolische Ebene gibt insgesamt sehr viel her. Fuer die Ausloesung gibt es mehr Moeglichkeiten, als Du aufzaehlst. Ich halte dafuer, dass Harry (oder seine Narbe) der 6. Horcrux ist (statt der Schlange). Gut und Boese sind daher nicht saeuberlich getrennt. Auch die Figur Snape ist sehr ambivalent. Im stillen erwarte ich, dass er sich noch als „gut“ herausstellen wird.

Hast mal einen Blick in den http://hogwartsprofessor.com/ geworfen?

4. Lila - Juli 19, 2007, 15:55

Ich habe bis Band 4 Interesse an der Serie gehabt und so ziemlich alles, was ich darüber lesen konnte, gelesen. Das Phänomen hat mich fasziniert, und die Geschichte fand ich super. Ja, ich habe meine Schüler damals sehr beeindruckt (hab damals Mittelstufe unterrichtet an einer Schule für Hochbegabte), daß ich sie bei allen Potter-Online-Quizfragen schlagen konnte.

Aber die beiden letzten Bände sind praktisch aus meinem Gedächtnis verschwunden, und leider sind auch die Spekulationen, die ich früher mal aus ein paar kleinen Stellen gefiltert habe, ebenso vergessen. (Sie sät ja Andeutungen ohne Ende aus, leider kommt sie mir manchmal wie ein Eichhörnchen vor, das dann vergißt, wo es die Nüsse gelassen hat.) Oh ja, an einer Stelle war Dumbledore total verdächtig. Vielleicht ist Dir das auch aufgefallen? Er hat mal so komisch geguckt, an einer Stelle im Buch, aber wann und wo???

Meine Wetten sind auf Snape, ich will ihn ebenfalls gerechtfertigt sehen. Und ich will Dumbledore enttarnt sehen. Und Petunia sollte uns doch auch mal überraschen (oder hat sie das schon, und ich habe es vergessen?). Oh, und die dicke Dame im Bilderrahmen.

Aber wie das genau vor sich gehen soll – ich habe schon längst den Anschluß verloren! Werde das alles jetzt nachlesen müssen… weil das hier wieder heißes Thema sein wird.

Ich habe als defensive Maßnahme gestern für meinen lieben Mann ein Buch gekauft, das Du Deinem persönlichen Nahostexperten vielleicht auch verehren möchtest. Ofer Shellach und Yoav Limor, Shvuiim be-levanon. Ihr Buch über den letzten Sommer. Y. könnte zu jeder Seite Fußnoten schreiben!!! Er ist schon weit gekommen, hat die Nacht mehr gelesen als geschlafen. Und ich dachte, das hält vor, bis der Potter-Rummel abgeklungen ist!!!

5. beer7 - Juli 19, 2007, 16:12

Mein Interesse faengt eigentlich dort an, wo es bei Dir aufhoert.
Die ganzen Querverbindungen zur klassischen und vor allem auch englischen Literatur sind spannend. Wenn der 7. Band geglueckt ist, hat die Serie das Zeug zu einer aehnlichen Fangemeinde wie Lord of the Rings. Sehr interessant fand ich z.B. die Ueberlegungen bei Red Hen, was wir uns unter „Dark Magic“ vorzustellen haben. http://www.redhen-publications.com/HistoryofMagic.html

Ich lese die Buecher natuerlich auch auf Englisch und ich will auch die Maedchen dazu bringen, sie im Original zu lesen. Corinne beginnt gerade auf Deutsch zu lesen und stellt sich gar nicht schlecht an. Das Englische wird ihr danach leicht falllen.

Mein Mann hat es weniger mit dem Nahostexpertentum, ich habe bessere Chancen, ihn mit Harry Potter anzustecken… Aber wenn das Buch auf Englisch verfuegbar wird, werde ich mich an Deine Empfehlung halten.

6. kaltmamsell - Juli 19, 2007, 16:51

Mein Favorit ist Band 3: Pure Viktorianik, im besten Sinne.

7. Lila - Juli 19, 2007, 16:58

Oh ja. Wilkie Collins?

Hab gerade ein bißchen gegoogelt und voila, ein Artikel zum Thema. Allerdings eine Besprechung des Films, auf die Bücher aber übertragbar.

In fact, I wonder how far-fetched it might be to suggest that the nostalgic yearning Rowling has tapped into is not just for a generic Victorian England but for an extinct form of education.

http://www.melancholyeskimo.com/Eskimo12-1.htm

8. Marlin - Juli 19, 2007, 20:17

Bäh, Potter!

Kann ich nicht nachvollziehen. In der faz war, glaube ich, eine amüsante Rezension. 😀

Und die Bruchstücke der Filme, die ich gesehen habe, lassen mir Snape als den interessantesten Charakter erscheinen. Alles andere erscheint mir ziemlich flach.

Naja, wie ihr wollt. :/

9. grenzgaenge - Juli 19, 2007, 20:57

http://grenzgaenge.wordpress.com/2007/07/19/schabbat-schalom-33/

hallo lila,

ich bin im moment viel zu muede um lange zu schreiben. deshalb gibt es nur einen schabbes gruss 😉

liebe gruesse,
grenzgaenger

10. Add a link - Juli 19, 2007, 22:09

Lila, was machen Deine Eltern? Hast Du Geschwister?

11. willow - Juli 19, 2007, 22:20

Ach Marlin, selbst wenn die Bücher nur schlechtgemachte Unterhaltung wären (was sie nicht sind…), aus geschäftlichem Kalkül gepusht – du kannst dir nicht vorstellen, was es für Eltern bedeutet, wenn Kinder plötzlich mit dem Lesen anfangen, richtig dicke Bücher. Auch wenn längst nicht alle Kinder „danach“ auch „richtige“ Bücher lesen (bei meinen Kindern steht es 50:50) schon allein für die Zehntausenden von Kindern die ansonsten nicht für die Literatur gewonnen wären gönne ich der Autorin jeden Cent. Sehe ich übrigens bei Terry Pratchett, den ich ebenfalls sehr schätze, ganz ähnlich. Typischer Kommentar von Biblithekaren „den lesen Jugendliche, die sonst nicht lesen“ – aber die durch ihn andere Bücher entdecken, sozusagen eine neue Welt…

12. Heimo - Juli 20, 2007, 2:38

ja es gibt 2 Arten von Menschen – die einen haben Harry Potter gelesen (bzw. verschlungen) – die anderen haben von ihm gehört & sich daraus ein Urteil gebildet –
meine Vorstellung zu H.P. war ähnlich wie Idkkes weiter oben – der ganze Medienrummel, die Vermarktung als Produkt fand ich eher abstoßend – so habe ich ihn anfangs kaum wahrgenommen – da kam gerade Band IV heraus vor x (4 oder 5) Jahren – stieß zufällig im internet auf Werbung, dachte, da das Original in English ist – eine gute Möglichkeit, mein English zu verbessern, – etwas was so einen Medium-rummel hat, muß deshalb nicht unbedingt schlecht sein – so – schon seit Kindheit geneigt mich in eigene Roman-Welten zu stürzen, bzw.zu flüchten, bestellte ich dann die ersten 4 Bände in English – & muß gestehen daß ich sie begeistert innerhalb 2 Wochen durchgelesen hatte – & später auch einige in meinem Bekanntenkreis damit infiziert hatte – BD. V später schien mir anfangs etwas sehr langatmig – es hat mich erst ab der 2.en Hälfte in seinen Bann gezogen – Bd. VI war ok so – ist aber kaum noch in meinem Gedächtnis haften geblieben -& natürlich habe ich den XII.en Band in engl. schon vor einem halben Jahr vorbestellt – amazon hat mich benachrichtigt, daß er jetzt diesen Samstag bei mir eintrifft – & dann werde ich klüger sein wie ihr alle, die ihr ihn noch nicht habt – oder? – Naja – ich habe heute gehört, daß ihm internet bereits Kopien stehen (abfotographiert in der Produkion) & das Ende bereits ausposaunt wird – ich hoffe die Auflösung kommt nicht zu meinen Ohren, bevor ich selbst es gelesen habe..
– meine Vermutung zum Ende war eher, daß die gegenseitigen Kräfte sich vielleicht am Schluß neutralisieren, bzw. ausschalten, bzw. verschmelzen – vielleicht erlischt mit einem Schlag alle Zauberkraft, hogwards existiert nicht mehr & alle Zauberer verwandeln sich in Muggles – ooh – how dirty!

13. Heimo - Juli 20, 2007, 2:40

XII soll VII heißen

14. Heimo - Juli 20, 2007, 3:02

@ willow: dein „du kannst dir nicht vorstellen, was es für Eltern bedeutet, wenn Kinder plötzlich mit dem Lesen anfangen, richtig dicke Bücher“

die Erfahrung habe ich auch gemacht, nachdem ich den ersten Band Harry Potter dem Sohn einer Freundin zum Geb. geschenkt hatte – nachdem er als 7-jähriger Seiten aus seinem Märchenbuch rausgerissen hatte, damit die Märchen die er zu Leseübungen vorlesen sollte nicht so lang waren – war dies das das erste dicke Buch das er wirklich gelesen hat & auch sich tatsächlich die Nachfolgebücher gewünscht hat –
allerdings kann ich mich nicht erinnern, daß er darnach auch noch andere Bücher gelesen hat –
wir als Kinder anno dazumal hatten Karl May, mit dem ich bereits mit 6 begann (mich vor meiner Mutter auf die Dachbodentreppe flüchtend um zu lesen) & bis in die frühe Jugend beschäftigt war – da gab es immerhin 70 Bände auf die man nicht jedesmal mehr als ein Jahr warten mußte- nicht daß ich für Karl May als Jugendliteratur plädiere, wenn schon H.P Bücher um einiges feinfühliger sind als die archaische schwarz-weiß Welt K.M’s

15. Heimo - Juli 20, 2007, 3:30

Liebe Lila – (ich hoffe ich übertreibe nicht mit meinen comments hier) aber muß mich auch noch äußern zu:
„Meine Lieblingsfiguren: Rons Eltern, Lupin, MacGonagal. Welches sind Eure?)“
eher Hermione, Dumbledore, auch Harry selbst, & auch diese (ich habe ihren Namen vergessen) gute Hexe, die irgendwie traurig oder geknickt war & ihre Gestalt ändern konnte, aber auch etwas der tappsige, gutmeinendende, aber auch generöse, manchmal fast geniale Hagrid (mit leichtem Hang zur Unvollkommenheit) rangieren bei mir noch vor der ’streng, aber gercheten‘ MacGonagal oder Rons betulicher Mutter (obwohl auch diese durchaus schätze) – aus dir Lila spricht wohl die Mutter & Erzieherin, die solchen Chaoten & verrückten Zauberen eher mißtraut, sollten sie mit der Betreuung der Kinder zu tun haben..

aber Hermione ist meine erste Wahl – ich liebe immer unter all den unvernünftigen, bauchgesteuerten Charakteren, die das ganze Abenteuer in der Geschichte erlgeben, die Stimme der Vernunft, die ich dann als meine Zuschauer-Stimme empfinde – allerdings wäre ein Roman in dem alle nur vernünftig wären stinklanbweilig, weil sie würden alle nur zusammen sitzen & ein Buch lesen,Tee trinken oder sonst was vernünftiges tun & es würde überhaupt nichts Erzählenwertes passieren – aber eine Hermione in jeder Geschichte sollte schon sein…

16. Heimo - Juli 20, 2007, 4:19

nachdem mir die Eigenheiten der Charaktere nach meinem letzten Kommentar noch durch den Kopf gingen, bin ich fast überzeugt, daß Hermione das primäre Identifikations Figur von J.K. Rowlings ist , während H. P. ihr männlich abgewandeltes Identifikationmodell ist – selbst sollte sie Harry am Schluß sterben lassen, wird sie sicher Hermione überleben lassen

vielleicht heiraten Harry & Hermione ja auch & (bekommen 7 Kinder die alle 7 Bücher schreiben werden) – aber das kann im definitiv letzten Band 7 ja nicht passieren, weil es moralbedingt aus britischer Sicht vom Alter ja noch viel zu früh ist

– ja ich hör jetzt schon auf hier weiter zu spekulieren – es nimmt ja kein Ende..

17. Lila - Juli 20, 2007, 7:37

Lieber Heimo, hättest ruhig weiterschreiben können, ich fand das sehr spannend!

An alle, die sich an Medienrummel stoßen (und zu denen ich selbstverständlich gehöre…) – Potter ist überhaupt nicht durch die Medien gepusht worden. Der erste Band wurde zum überwältigenden Erfolg nur durch eines: die Begeisterung der Leser. Daß es danach einen endlosen Strom von Merchandise gab, ist schade, aber es war in diesem Falle so, daß die Vermarktung NACH dem Erfolg kam, nicht der Erfolg als Folge der Vermarktung.

Und warum mir die Figuren gefallen, die mir gefallen. Ich bin im allgemeinen weniger ein Hauptfiguren-Fan. In Anna Karenina gefiel mir immer am besten die Schwester zwischen Dolly und Kitty (Lwowa), gerade weil wir relativ wenig von ihr hören und ich sie mir so am besten vorstellen konnte. Die Helden sind mir zu scharf umrissen, deswegen interessieren sie mich weniger. Ebenso Charaktere, die zu eindeutig gut oder böse sind.

Dumbledore ist so unendlich edel, daß mich nur die Enttarnung als Bösewicht mit ihm versöhnen kann. Tante Petunia so gans-dumm, daß mich nur die Enthüllung ihrer magischen Schutzkräfte befriedigen könnte.

Bei den Weasley-Eltern mache ich eine Ausnahme, weil sie einfach eine wunderbare Parodie sind und ich mich in Mrs. Weasley recht treu wiederfinde. Übrigens haben beide W.s einen harten Kern, den man leicht übersieht. Aber Mr. Weasley hat einige wirklich gute Zeilen – sie weniger, aber trotzdem ist die Übertragung des trivialsten Charakters der Welt, eben einer Glucke, ins Magische einfach sehr komisch. Wie sie mit dem Zauberstab in der Pfanne rührt.

Und MacDonagal gefällt mir, weil sie als Animagus eine Katze ist. Sie und Lupin interessieren mich, ja, gut erkannt, als Lehrerfiguren. Ich stehe damit nicht allein. Irgendwann fiel mir mal an der Hochschule ein Artikel in die Hände, mit einem Appell, von Umbridge-Methoden im Unterricht endlich abzugehen 😉 von einer britischen Pädagogin verfaßt. Als Pädagogen gefallen sie mir, obwohl sie beide so gut sind und eher eindimensional.

Mir gefällt auch Kaltmamsells Hinweis, daß es sich hier ganz klar um eine viktorianische Geschichte handelt – womit auch meine naive Frage beantwortet ist: warum vertraut sich Harry niemandem an? Ein viktorianischer Schüler vertraut sich nicht an.

MacGonagal gehört in die Familie von Figuren wie Miss Betsey Trotwood, glaube ich. Die hat mir auch immer gut gefallen.

Oh, Firenze gefällt mir auch. Ich freue mich immer, wenn ich Klassiker wie Kentauren und andere mythologische Wesen wiedersehe.

Das ist überhaupt ein Aspekt, den ich selbst an den kitschigen Einhörrnern, die meine Jüngste so liebt, schätze: das Weiterleben relativ alter Figuren. Deswegen gefällt mir auch die Pastorale-Passage aus Fantasia so gut.

So, ich glaube, ich gehe jetzt die Serie noch mal durchlesen. Die Mädchen wollen um zwei Uhr nachts zu Steimatzky, das letzte Buch kaufen…. mal gucken, was draus wird. Es ist aber auf Englisch, Kinder, wollt ihr das wirklcih? Ja, Mama, du mußt es lesen und uns sagen, wer stirbt, wie beim letzten Mal. Nichts da, Kinder, das lest ihr schön selbst….

Übrigens ist HP viel besser als Narnia, finde ich. Narnia hat ein paar sehr schwache Bände, sehr betulich, allein schon der dauernde Gebrauch des Worts jolly mißfällt mir. Der stärkste Band ist Lion Witch Wardrobe, und obwohl noch ein paar ganz nette nachkommen (Horse and his boy ist okay), hält er das Niveau nicht.

Rowling nimmt ihre Leser viel ernster, konfrontiert die Kinder mit Tod, Grausamkeit und der Wechselhaftigkeit von Beziehungen, Dinge, vor denen die meisten Kinderbuchschreiber die Kinder eher bewahren wollen. Die Kinder wollen das aber wissen. In einer Szene geht mir ihre Kompromißlosigkeit zu weit: als die Muggel-Familie von den Death Eaters mißhandelt wird, bei der Quidditch-Weltmeisterschaft. Sehr unbehagliche Szene. Daß es in der Welt ungerecht zugeht, können auch die salbungsvollen Dumbledore-Endszenen nicht zukleistern…

18. kaltmamsell - Juli 20, 2007, 13:12

Hermione ist auch mein Liebling, sie hat sowas von Jane Austens Sense (also Elinor Dashwood), nach dem ich mich immer sehne.
(Und viktorianisch sind auch plötzliche entdeckte Blutsverwandtschaft etc.)

19. Lila - Juli 20, 2007, 18:55
20. Marlin - Juli 20, 2007, 19:47

1. Heißt sie nicht Hermine?
2. Dass viele Leute wieder Bücher lesen, was sehr gut ist, gestehe ich Frau Rowling zu, weiteres nicht.
3. Weitermachen, aber ohne mich. 😉

21. willow - Juli 20, 2007, 20:07

„Hermione“ ist der Name im englischen Original, angeblich die britannisierte Form des typisch deutschen Namens Hermine.

PS: Versuche einfach mal die ersten zwanzig Seiten des in deutsch wie englisch leicht lesbaren allerersten Teiles… wenn sich dir nicht in diesen paar Seiten der Charme dieses Buches mitteilt… dann weiß ich auch nicht.

22. Lila - Juli 20, 2007, 20:16

http://www.thinkbabynames.com/meaning/0/Hermione

Ich hätte es bei Hermione belassen. Hermine klingt bieder, beim Namen Hermione klingt Shakespeare sofort mit, oha, so wollte Rowling das wohl.

http://www.hp-lexicon.org/wizards/granger.html

Die Bücher sind gut. Es gibt natürlich bessere – aber das läßt sich über jdes Buch sagen. Willow hat Recht, fang einfach mal an. Wenn Du nach Seite 20 noch sagst, ach Dreck, dann kannst Du Dir zusammen mit meinem Mann was drauf einbilden, die letzten hogwarts-immunen Weltbürger zu sein!

23. xxlkillababe - Juli 22, 2007, 1:45
24. Lila - Juli 22, 2007, 7:38

1. bin ich nicht in Deutschland.
2. Nein, ich interessiere mich nun mal nicht für Politik, Kultur oder ähnliche langweilige Sachen. Da wirst Du hier nichts zu finden!


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