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Das Mädchen mit der Magersucht Mai 27, 2007, 0:20

Posted by Lila in Kibbutz, Kinder, Katzen.
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Ich sehe nicht oft in meine Statistik rein, aber immer wenn ich sie angucke, sehe ich, daß der Eintrag über die Magersucht und die junge Frau aus dem Kibbuz, die darunter leidet, immer wieder gelesen wird. Ich weiß nicht, wie Leser hierher gelangen, aber wer wissen möchte, wie es ihr jetzt geht, für den ein Update.

Sie hat überlebt, wie, weiß keiner. Es ging auf und ab und auf und ab, die Eltern wurden grau dabei und die Brüder fingen an zu weinen, wenn man sie fragte, wie es ihr geht. Ein Teil ihres Darms ist abgestorben und mußte entfernt werden. Weitere OPs warten auf sie. Sie ist mal im Krankenhaus, mal zuhause. Wenn sie zuhause ist, wankt sie nach wie vor in besessenem Lauf um den Kibbuz. Sie kann sich kaum auf den stöckerigen Beinchen halten, aber sie muß laufen. Ich weiß nicht, ob jemand sie davon abhalten könnte, wenn ihre eigene Schwäche es nicht kann. Weit kommt sie nie, und oft ist es nicht, aber ich sehe sie aus der Ferne, wenn sie den Feldweg entlangmarschiert.

Zu Shavuot habe ich sie das erste Mal seit langem aus der Nähe gesehen. Ihre Eltern und Brüder haben sie mitgebracht. Ich mußte mich abwenden und heulen, als ich sie sah. Mein Gott, was ist aus dem kleinen Mädchen geworden, das ich früher kannte. Ihre Haut ist wie Leder, ihr Gesicht wie in Teile geschnitten. Unter den Wangenknochen geht ein scharfer Schnitt. Ihre Augen sind hohl, der Hals so mager, daß man nicht weiß, wie er den Kopf hält. So magere Gesichtchen habe ich nicht mal in der Frühgeborenen-Abteilung gesehen. Und die Beine, das Becken. Die Hosen schlottern. Wahrhaftig, sie ist zum Skelett abgemagert. Und doch: sie sprach mit alten Freunden, sie lächelte sogar etwas. Ihre Haare sind nach wie vor wunderschön, dick und rotblond. Fangen das Licht. Ein Lichtblick.

Ich hoffe so sehr, sie schafft es, sie übersteht alle OPs und kommt irgendwie aus dieser teuflischen Krankheit heraus. Oh, ich möchte sie wie ihre Altersgenossinnen sehen, arbeitend, studierend, mit Freund oder einfach nur in einer Freundinnengruppe auf der Wiese sitzend. Als ich sie sah, mußte ich an die vielen, vielen Mädchen und zunehmend auch Jungen, an die Frauen denken, all die Menschen, die mit Eßstörungen aller Art leben. Und ich wünsche uns allen, daß wir diesem Irrsinn nicht weiter Vorschub leisten durch gedankenlose Bemerkungen und sinnloses Bejubeln brutaler Diäten. Wir haben nicht alle eine Schuhgröße oder Haarfarbe, wieso sollten wir also alle eine Taillenweite haben?

Kommentare»

1. grenzgaenger - Mai 27, 2007, 1:15

lila, magst du den namen des maedchens verraten ? du kannst mir ja eine e mail schreiben, ich werde sie ins krankengebet einschliessen so das die gemeinde fuer diese frau beten wird. was meinst du ?

2. Lila - Mai 27, 2007, 1:19

Gute Idee. Ich schreib Dir sofort eine Mail.

3. grenzgaenger - Mai 27, 2007, 1:24

toda raba !

4. mona lisa - Mai 27, 2007, 16:36

Wahrscheinlich hilft wirklich nur noch beten, dass dieses Mädchen ihren Lebnswillen bejaht, nicht dagegen ankämpft und versucht, sich selbst auszulöschen. Möge sie ihren Selbstwert (wieder) entdecken und Menschen, die sie dabei unterstützen können, in einer Form, die für sie hilfreich ist.

5. grenzgaenge - Mai 27, 2007, 17:50

liebe mona lisa,

ja, manchmal kann beten wirklich helfen (wenn man daran glaubt), aber es hat noch eine andere seite: beten fuer andere menschen kann ein symbol sein das einem deren schicksal nicht egal ist, sozusagen ein „akt versuchter menschlichkeit“.

das wissen auch leute zu schaetzen die nicht relöigioes sind. und mir persoenlich ist es auch egal ob menschen etwas mit religion anfangen koennen, ich kenne viele atheisten die wunderbare menschen sind. ich glaube das eine hat mit dem anderen ueberhaupt nichts zu tun.

was die sache mit der magersucht angeht – du hast es auf den punkt gebracht: es geht um selbstwert. da stellt sich mir allerdings die frage wie krank eine gesellschaft(sordnung) sein muss wenn sie anfaengt das bild des menschen nach dem gewicht zu beurteilen – und dieses beurteilungskriterium auf andere uebertraegt ?

wenn ich den beitrag so lese habe ich das gefuehl die magersucht ist ein schrei nach annahme, nach waerme, ausserhalb der familie.

um von der gesellschaft angenommen zu werden versucht diese frau einem ideal zu entsprechen, naemlich moeglichst schlank zu sein, ohne zu realisieren das dieses verhalten das genaue gegenteil erreicht und das ideal schlicht krank ist.

ich selbst achte uebrigens ueberhaupt nicht auf mein gewicht, habe auch keine waage. wenn ich selbst merke das die hose nicht mehr passt esse ich halt die haelfte bis sie wieder passt, punkt.

ich bin zwar 99% vegetarier, aber das hat weniger mit gewicht zu tun, ich mag halt lieber vegetarische sachen.

deshalb kann ich den teufelskreis der magersucht nicht wirklich verstehen, ich mache mir nur ein paar unreflektierte gedanken.

aber zurueck zum anfang: ich glaube mit worten und rationalitaet ist nicht viel auszurichten in diesem fall, schon gar nicht mit gesellschaftskritik.

die frage ist fuer mich nicht was kann „man“ tun, sondern was kann ICH tun – und ich moechte etwas tun weil mir diese frau so unendlich leid tut, auch wenn ich sie gar nicht kenne, aber das ist auch nicht wichtig.

was ist also mein kleines mittel ? beten – alleine und gemeinsam mit anderen beim krankengebet am schabbat in der gemeinde.

liebe gruesse,
grenzgaenger

6. mona lisa - Mai 27, 2007, 23:13

Lieber Grenzgänger,
ich glaube nicht unbedingt, dass Magersucht, fehlendes Selbstwertgefühl eine Frage der Gesellschaft ist, sie trägt sicher ihren Teil dazu bei. Aber wenn ich mir meines Selbstwertes (wirklich) bewusst bin und aus diesem Wert heraus handele, ist mir Gesellschaft sicher nicht egal – im Gegenteil, aber ich mache meinen Selbstwert nicht von „Gesellschaft“ abhängig. Wieviele „Dicke“ gibt es, die vor Selbstbewusstsein strotzen?
Die Frage ist aber sicher, wie trägt Gesellschaft, Erziehung, Umwelt dazu bei, dass Menschen – so unterschiedlich sie auch sind- sich als Selbstwert erkennen und anerkannt werden. Jeder, wirklicher jeder ist Wert – ob er anerkannt ist oder nicht.

7. Jessica - Mai 27, 2007, 23:38

Liebe Lila,

das ist wirklich eine traurige Geschichte. Ich hoffe, sie schafft es. Ich kenne ein Maedchen von einem message board, die mir sogenannte „pro ana“ webseiten gezeigt hat … tipps, wie man das Erbrechen von den Eltern verheimlicht, zum Beispiel. Oder „fan-videos“ mit Zusammenschnitten von Bildern von superduerren Supermodels (ungesund duerr, zum Teil mit herausstechenden Knochen). Das gucken die sich jeden tag zehn mal an und nennen es „thinspiration“. Schrecklich.

Das Maedchen hatte eine Mutter, die es als Kind „moppelchen“ oder so aehnlich nannte. Das hat sie nun davon. *seufz*

8. Jessica - Mai 27, 2007, 23:40

Damit moechte ich uebrigens nicht sagen, dass nur die Mutter an der Essstoerung ihrer Tochter schuld hat. Nur ein Beispiel, wie alle, selbst die Familie, zu einem schlechten Koerperbild beitragen koennen. Ausserdem hat gerade Anorexia nervosa meiner Meinung nach eine starke genetische Komponente. Aber solche Bemerkungen helfen bestimmt nicht!

9. Lila - Mai 28, 2007, 0:34

Hier http://mamavision.com/ ist ein Blog zum Thema Eßstörungen, die Schreiberin trägt viele Links zusammen.
Es gibt anscheinend eine „Pro-Ana“-Subkultur. Sieht für Gesunde einfach nur gräßlich aus, aber es ist wie ein Kult, hat auch diesen Ingroup-Outgroup-Effekt.
Ja, was Figur und Aussehen angeht, ist die Mutter-Tochter-Beziehung vermintes Gebiet. Aber ich sehe eben auch anorektische Mädchen von Müttern, die nie in Richtung Diät geschubst haben.
In letzter Zeit ist man wieder davon abgekommen, die Mütter für Eßstörungen verantwortlich zu machen, soweit ich weiß. Aber keiner wieß wirklich genau, wie diese Krankheit entsteht und ausbricht.

Tja, und „die Gesellschaft“? Sie soll immer alles schuld sein. Gesellschaft sind wir alle. Wenn ich allein die Frauen um mich herum höre: für ganz viele sind Gewichts-Gespräche ganz wichtig, abnehmen ist immer gut, zunehmen immer böse. Der Begriff der hageren Frau scheint ganz abhanden gekommen zu sein, automatisch ist dünn schön. Das ist ein Irrsinn, wirklich. Die kleinen Mädchen hören es von Anfang an, das Getratsche, „wie die sich gehen läßt! wieso nimmt sie nicht mal zehn Kilo ab“, und den Selbsthaß, „das kann ich mir nicht leisten, ich hab schon gestern gesündigt, danke“, da braucht man sie nicht mal Moppelchen zu nennen. Dicke werden in der Schule geneckt, und die Mädchen untereinander sind so kritisch, daß ich als Mutter schockiert bin.

Wenn meine spindeldürre Tertia, die seit ihrer Frühgeburt immer am unteren Rand aller Statistiken rumkriecht, die seit dem Babyalter lieber Buttermilch als Butterkekse mochte, die wirklich eher zu dünn als zu dick ist – wenn die nach Hause kommt und meint, „Mama, vielleicht sollte ich eine Diät machen? Michal meint, ich werde dick“ – dann krieg ich Zustände!!!! (Was ich natürlich klug verbergen muß, sonst ist die mütterliche Mißbilligung weitere Attraktion!)

Und nach wie vor trifft die Bewertung über das Äußere uns Frauen viel stärker als Männer. Auch dicke Männer haben es schwer, aber sie können es besser kompensieren. Wenn meine sogenannten dicken Freundinnen mir erzählen, was sie seit ihrer Kindheit mitmachen, wundert es mich nicht, daß gerade leicht übergewichtige Mädchen so leicht eßgestört werden… alles scheint besser, als „dicke Tonne“ genannt zu werden.

Was wir da tun können? Gegensteuern. Vergnügt essen, nicht nur dünne Figuren komplimentieren, Rückhalt geben. Und beten!

10. grenzgaenger - Mai 28, 2007, 0:43

ehrlich gesagt wusste ich gar nicht das es so etwas wie „pro ana“ gibt. aber ich habe mich auch nie mit dieser frage beschaeftigt und werde mir diese subkultur auch nicht naeher ansehen. es ist schon schlimm genug ….

11. Jessica - Mai 28, 2007, 3:10

Das mit Tertia und Michal ist wirklich ein starkes Stueck. *gibt Michal einen Cyberstoss* Schwule Maenner kennen angeblich das selbe Problem. Ich habe einen schwulen Bekannten, der meint, das Magersucht unter Schwulen extrem verbreitet ist. Kann ich zwar nicht beurteilen, mir aber durchaus vorstellen.

Die Website ist gut … da sollte ich das Maedel mal hinschicken zum 30-day challenge.

12. Lila - Mai 28, 2007, 10:05

Das Traurige: Michal selbst ist pummelig. Nichts Dramatisches, sogar suess, aber vermutlich will sie sich einfach nicht allein mit einer Diaet quaelen. Noch zu meiner Zeit waere sie normal gewesen. Doch sie ist Kind ihrer Zeit und findet sich unfoermig. So redet sie mit ihren Freundinnen Figur und Diaet, obwohl zB Tertia eher zu duenn ist.

Was kann ich tun? Ich tu was ich kann, und wenn ich Michal sehe, achte ich immer darauf, ob sie neue Ohrringe oder eine schicke Jeans anhat und sage ihr das. Sie kann schoene Zoepfe machen, und ich habe sie gebeten, Tertia das ein bisschen beizubringen. Ob es hilft, wenn so eine olle Freundinmama wie ich ihr Selbstbewusstsein staerken will? Ich hoffe es. Was anderes faellt mir nicht ein.

13. Ithilwen - Mai 28, 2007, 10:40

Verdammt nicht nur Diäten und die Gesellschaft, oder schiebt es nur auf ein Selbstwertgefühl. Habe mal in einem Forum die Posts von zwei Mädels mit Magersucht, die „Pro Ana“ vertreten, mitverfolgt. Aussage: „Mein Leben ist so beschissen. WEnn ich schon nicht mein Leben kontrollieren kann, mein Gewicht kann ich kontrollieren.“

14. grenzgaenge - Mai 28, 2007, 12:53

„“Mein Leben ist so beschissen. WEnn ich schon nicht mein Leben kontrollieren kann, mein Gewicht kann ich kontrollieren.”“

nun ja, ich glaube so etwas nennt man kontrollzwang, oder ? ist schon eine tragische sache. ich kann so etwas nicht nachvollziehen da ich nie zu den unzufriedenen gehoert habe, was sicherlich auch daran liegt das ich weitgehend aufgehoert habe nach guetern zu streben, die einen letztendlich ohnehin nur an unwichtigen dingen festhalten.

natuerlich habe ich auch phasen der verzweiflung, aber die werden seltener und sind auch nicht mehr so tief, das hat sicherlich etwas mir religion zu tun und mit dem wissen das ich ueberhaupt nichts kontrollieren muss – und auch nicht will – weil es da eine andere instanz gibt der diese aufgabe zukommt.

einen guten tag euch allen,
euer grenzgaenger

15. grenzgaenge - Mai 28, 2007, 12:56

„Was anderes faellt mir nicht ein.“

liebe lila,

das ist doch schon ganz viel. menschen mal was gutes zu sagen wird sicherlich viel gutes bewirken, auch wenn es nicht sofort aeusserlich sichtbar ist.

finde ich toll 🙂

liebe gruesse,
grenzgaenger

16. Netty - Mai 28, 2007, 18:20

Ich bin ziemlich erschüttert von diesem Beitrag. Ich habe eine 15-jährige Tochter, die ziemliche Teenager-Allüren an den Tag legt. Ich lasse sie gewähren u. ihren Frust herausschreien, denn Teenager haben es heutzutage nicht sehr einfach. Ich rede auch viel mit ihr über alles mögliche, versuche für ihre Probleme ein offenes Ohr zu haben. Ich war stolz, als ich in ihrem Blog im Profil letztens gelesen habe: „I am not perfect, but who is perfect in life!“

Dem Mädchen mit den Essstörungen wünsche ich alles Gute, ich werde jetzt oft an sie denken. Ich hoffe, daß sie einen Weg aus dieser unendlichen Spirale findet.

17. kati[gives.up] - Mai 29, 2007, 1:30

Ich möchte an dieser Stelle keine große Diskussion anfangen.. aber Pro Ana wird von den Betroffenen nicht als Subkultur oder Lifestyle verstanden.
Das ist totaler Blödsinn.

Ich bin essgestört, seit ca. sieben Jahren inzwischen.. vor drei Jahren habe ich von Pro Ana erfahren.. bin seitdem auch in einem Forum aktiv.

Es ist definitiv nicht so, wie es von den Medien dargestellt wird.

18. Lila - Mai 29, 2007, 12:30

Liebe Kati, ich glaube Dir unbesehen, daß die Innenansicht auf ProAna ganz anders ist als die Außenansicht. Du liest hier die Ansicht besorgter Eltern und Erwachsener, die Du bestimmt aus Deiner Umgebung kennst… Deswegen ist es gut, daß Du kommentiert hast.

Wie ProAna in den Medien dargestellt wird, weiß ich persönlich nicht, ich habe in Blogs darüber gelesen. Und Blogs und Medien sind nicht dasselbe. Der amerikanische Blog zB, den ich verlinkt habe, wird von einem ehemaligen Model geführt, die selbst Eßstörungen hatte (aber vor der ProAna-Bewegung), die heute selbst verheiratet ist und Kinder hat und ihre alte Welt heute anders sieht. Also nicht ganz dasselbe wie ein Journalist, der heute über ProAna schreibt, morgen über die Nachwirkungen des Vietnamkriegs und so weiter.

Trotzdem scheint es, auch nach Interviews mit Betroffenen, daß ein Lifestyle-Element dabei ist. Oder sagen wir, eine Insider-Szene. Ein besonderer Slang, Kennzeichen nur für Eingeweihte und so weiter. Auch ein gewisser Stolz darauf, dazuzugehören – und das Gefühl, von anderen nie verstanden werden zu können. Die Aussage, „das versteht ihr eben nicht“ ist dafür ein Indiz. Und wahr ist es bestimmt – wer versteht schon den anderen? Manche Sachen verstehen eben nur andere Betroffene.

Ich kann schon verstehen, wenn Du keine Lust hast, Dich hier mit einer Gruppe besorgter Mütter auseinanderzusetzen…. obwohl ich es bereichernd fände. Immerhin danke für den Link zu Deinem Blog.

Es ist gut, mal von einer Betroffenen selbst zu hören und damit aus einer Perspektive, die ich nicht kenne und nicht geben kann.

Alles Gute übrigens – mögest Du die Eßstörung unter Kontrolle halten und nicht die Eßstörung Dich.

19. kati[gives.up] - Mai 29, 2007, 22:28

Ja, da hast du Recht.. aber diese Sachen liegen vielleicht einfach am Wesen dieser Krankheit.. wenn man es ein wenig genauer betrachtet.

Es ist alles ziemlich komplex und paradox, dass man eigentlich immer klare Unterscheidungen machen muss.

Im letzten Jahr kamen ziemlich viele Berichte über Pro Ana im TV, es wurde gesagt, dass man sich zu Tode hungern möchte, dass man sich Lidapillen oder andere in Deutschland verbotene Mittelchen als Sammelbestellung aus dem Internet bestellt, dass man sich gegenseitig fertig macht.. triggert, damit man schneller abnimmt, dass man sich total von der Außenwelt isoliert, dass man Ana als Gott versteht und jeden Tag vor dem Essen das heilige Anagesetz herbetet.

Das ist Schwachsinn.

Jene, die sowas behaupten, haben sich einfach nicht wirklich mit dem Thema auseinandergesetzt.

Jeder Kranke macht sich auch so schon alleine den Druck und Stress.. keiner braucht irgendwelche „Diättipps“ oder sowas, um abzunehmen.
Und wir reden auch nicht die ganze Zeit darüber, wo wir Anaarmbänder oder T-Shirts kaufen können. (;

Es ist einfach so, dass sich hinter dem ganzen einfach eine starke Gemeinschaft und Verbundenheit verbirgt. Wie du sagst, keiner kann einen besser verstehen wie ein Betroffener selbst.
Pro Ana ist für viele kein Lifestyle.. es ist einfach eine Lebensart und ein Weg an dem ein Traum am Ende steht. Jeder hat den gleichen Traum, die gleichen Hindernisse zu überwinden.. das macht einen einfach auch bisschen stärker und hilft.

Es ist auch so, dass man sich für den anderen freut, wenn er versucht den Abstieg zu schaffen.. auch hierbei unterstützt man sich so gut es geht.

Ich wiege jetzt auch relativ wenig eigentlich.. der Spiegel sagt zwar etwas anderes, aber langsam wirds schwieriger für mich. Auch hierbei hilft mir dieser Austausch am meisten.. alle Sorgen meiner Familie, meiner Freunde prallen an mir aus diversen Gründen fast nur dumpf ab.. aber es ist schon etwas anderes, wenn man von diesen Menschen zu hören kriegt, dass man eigentlich dünn ist und aufpassen sollte usw.
Man entwickelt auch eine bestimmte Reflektion mit der Zeit.
Ich verstehe hierbei auch nicht.. wie Angehörige diesem gleichgültig gegenüber stehen können – und Schließungen von diesen Seiten fordern.

Pro Ana wird vielleicht auch ein wenig überdramatisiert – ich kenne keine Person, die ALLEIN durch diese Foren magersüchtig geworden ist. Uns wird häufig vorgeworfen, dass wir andere Leute mit in diese Krankheit ziehen.. das stimmt aber nicht. Ich ziehe mir nicht diesen Schuh an.. man wird nicht einfach magersüchtig bzw. entschließt sich zu Hungern, wenn man im Internet liest, dass man mit 50kg zu dick ist. Dass man erst mit einem BMI von 17 oder 15 hübsch ist.. die wahren Gründe liegen nunmal tiefer.

Eine andere Sache ist auch, dass es Menschen gibt.. die sich wirklich wohl fühlen, keinerlei psychische Probleme haben.. sie nehmen einfach ab (gut, meistens für die Männer, für einen Modelkörper.. mehr nicht. Das ist aber halt einfach die Gesellschaft) und haben einfach nur dieses Essverhalten, das aber keine derartigen negativen Folgen nachsichzieht, wie man vielleicht einfach glaubt.

20. willow - Mai 29, 2007, 23:44

„Pro Ana ist für viele kein Lifestyle.. es ist einfach eine Lebensart und ein Weg an dem ein Traum am Ende steht. Jeder hat den gleichen Traum, die gleichen Hindernisse zu überwinden.. das macht einen einfach auch bisschen stärker und hilft.“

Oh Gott hilf, solche Bilder habe ich zuletzt gesehen, als ich mein „Zweitkind“ zwecks …… in ein KZ mitnahm, Sachsenhausen. Schlimm, wirklich schlimm. Traurig, wenn der Mensch dagegen ankämpft, wofür er geschaffen, Liebe und Verständniss…

PS:irgendwie denke ich plötzlich ganz anders über die paar wenigen Pfunde zuviel.

21. kati[gives.up] - Mai 30, 2007, 0:01

Das ist das Problem bei dieser Sache.. es ist ein sehr emotional behaftetes Thema.. dein Kommentar finde ich etwas.. unpassend und flachläufig.

22. Jessica - Mai 30, 2007, 5:22

Ich verstehe den Unterschied zwischen „life syle“ und „lebensart“ nicht ganz.

Ja, es mag Menschen geben, die einfach nur abnehmen, einfach so, und dabei gesund und munter sind … ich bin Ärztin, ich kenne sie nicht. Dafür kenne ich die Risiken, die sich mit dieser „lebensart“ verbinden, nur allzugut.

Ich weiss, das hilft nichts. Noch kein Essgestörter hat sich von Zahlen abschrecken lassen, weil das Ganze nix mit Logik zu tun hat. Wer einen Menschen an diese Krankheit verloren hat, entwickelt auch „Reflexe“, und stumpft gegen gewisse Dinge ab, vor allem Appelle an „Verständnis“. Was auch verständlich, aber genau so nutzlos ist, weil so erreicht man niemanden.

Ich kenne eine Mutter (auch Ärztin) deren 14 jährige Tochter essgestört war. Sie hat sich das Mädel gekrallt und nicht mehr aus den Augen gelassen. Psychopharmaka, Therapie, totale Ausgangssperre. Drakonisch, aber in diesem Fall unglaublich wirksam. Nach einem Jahr ist die Kleine wieder auf Normalgewicht und hat wieder Freiheiten.

Ich weiss nicht, was ich in dieser Situation machen würde. Alles erscheint falsch. *seufz*

23. Lila - Mai 30, 2007, 10:04

Liebe Kati, ich kenne dieses Insider-Gefuehl und die gegenseitige Hilfe, die sich Betroffene gegenseitig geben, besonders im Internet, auch von anderen Gruppen mit Krankheiten – ob es Krebserkrankungen sind, Unfruchtbarkeit, Depressionen oder Aehnliches. Wer da, so wie ich, nur mal reinliest, merkt, dass diese Menschen einander etwas geben, was Aussenstehende nicht geben koennen. Menschen mit denselben Problemen unterstuetzen einander bei der Ueberwindung dieser Probleme, wie das sonst niemand kann.

Das Problem bei Essstoerungen scheint aber zu sein, dass das Ziel solcher Gruppen untereinander oft nicht die Heilung, sondern im Gegenteil die Erhaltung der Stoerung, des niedrigen Gewichts, der Wahrnehmungsstoerung zu sein scheint. Ich bin froh, wenn Du sagst, das Gegenteil ist der Fall, und dass die Menschen, mit denen Du in Verbindung bist, Dir helfen, auszusteigen.

Aber leider scheint es auch Gruppen zu geben, in denen die Betroffenen um das niedrigste Gewicht konkurrieren und einander eigentlich mehr bestaerken, nicht nach „normalen“ Masstaeben zu leben. Ich betone SCHEINT, ich weiss es nicht, aber solche Gruppen scheint es zu geben. Und das ist nicht positiv, sondern gefaehrlich.

Fuer mich zB sieht beim Lesen Deines Blogs die Aussage, dass Du dicke Beine und weibliche Rundungen hast, angesichts Deines Gewichts nicht sehr logisch aus. Der Unterschied zwischen dem, was die Waage zeigt und dem, was Dir der Spiegel zeigt, gehoert, wenn ich es recht verstanden habe, zur Krankheit. Natuerlich macht es auf Dich keinen Eindruck, wenn eine Frau wie ich Dir sagt: Du brauchst nicht noch weiter abzunehmen, Du bist zu duenn, nimm zu. Das hoerst Du ja ueberall sonst auch. Du glaubst mir nicht, und das ist auch nicht schlimm. Warum solltest Du mir glauben? Ich verstehe davon ja gar nichts.

Die Frage ist aber, wie reagieren Deine ProAna-Freundinnen? Denn auf die hoerst Du ja, sie verstehen Dich, sie verstehen was davon, wie fuer Dich die gute Figur aussieht. Unterstuetzen sie Dich dabei, ein Gefuehl zu gewinnen, dass weitere Abnahme schwere gesundheitliche Folgen haben kann, und dass Du schon sehr, sehr niedrigen BMI hast, oder unterstuetzen sie Deine Wahrnehmung, dass Du viel zu dick bist und unbedingt noch weiter abnehmen musst?

Darauf sollst Du mir gar nicht antworten, es geht mich wirklich nichts an und ich habe grossen Respekt vor Dir, dass Du Dich ueberhaupt unter uns traust, den Mund aufzumachen – weil Du Reaktionen aller Arten garantiert aus Deiner Umwelt kennst. Das sind rhetorische Fragen.

Aber Du kannst vielleicht verstehen, dass fuer mich als Mutter zweier heranwachsender Maedchen die Vorstellung, meine Toechter koennten so wie Du um ihr Gewicht und ihr Essen kreisen, sich selbst so quaelen, so duenn werden und noch immer denken, sie sind zu dick – keine verlockende Vorstellung ist. Was fuehlst Du, wenn Du junge Maedchen siehst, die damit anfangen? Was wuenschst Du ihnen? Kannst Du ihnen Deinen Weg empfehlen?

Es herrscht dieses Misstrauen, dass man ProAna-Seiten eben als gegenseitiges Festhalten in der Essstoerung sieht, nicht als Hilfe beim Ausstieg. Wenn diese Wahrnehmung ungerecht ist, tut mir das leid und ich kenne die Berichte in den deutschen Medien gar nicht, die Du erwaehnst. (Ich lebe nicht in Deutschland).

Dass niemand allein durch Lesen einer solchen Seite krank wird, ist klar, und wer sowas verbreitet, vereinfacht wirklich. Man darf auch im Internet geschuetzte Orte haben, in denen man sich austauscht und nicht nur therapeutisch miteinander redet. Und dass es emotional erleichtert, glaube ich bestimmt. Ich hoffe nur, dass diese Beziehungen nicht anstelle der „Real world“-Beziehungen treten. Aber das ist nicht nur bei ProAna Seiten eine Gefahr des Internets.

In Israel habe ich mit meiner Tochter eine Sendung gesehen, in der die Interviewten deutlich gesagt haben, dass sie junge Maedchen warnen, in eine Essstoerung reinzurutschen, weil sie so ungluecklich machen. Sie haben an der Sendung ausdruecklich teilgenommen, um zu warnen. Manche waren schon sehr lange essgestoert, und die Essstoerung hat ihnen das Leben eigentlich kaputtgemacht. Gesundheit, Beziehungen, Beruf – lauter Probleme. Eigentlich blieb ihnen nur die Essstoerung, sonst nichts. Und das finde ich traurig.

Ich habe noch kein glueckliches, ausgeglichenes Maedchen mit Essstoerung gesehen. Wo die Henne und wo das Ei sind, das weiss ich nicht. Was ist zuerst, die innere Leere oder die Essstoerung. Aber fuer mich ist die Erwaegung, wie traurig die Maedchen sind und wie sehr ihre Welt auf Essen und Gewicht eingeschraenkt sind, noch abschreckender als die Magerkeit selbst. Ich moechte alle, auch Dich, gluecklich sehen, zufrieden, ich moechte, dass Du alle Deine Potentiale ausschoepfst, dass Du abends zufrieden einschlaefst und morgens tatendurstig aufwachst.

Entschuldige, wenn ich Dir damit wehgetan habe. Das ist nicht meine Absicht und ich habe deswegen gezoegert zu antworten. Aber in der Anonymitaet des Internet ist es moeglich, Dinge einfach auszusprechen, die man sich persoenlich aus Hoeflichkeit nicht sagen wuerde. Ich finde Dich sehr mutig und moechte Dir wirklich nur Gutes wuenschen, und ich werde Dein Blog lesen, um zu sehen, wie es Dir geht. Du schreibst auch sehr gut, sehr transparent.

Ich wuensche Dir FreundInnen, die Dich verstehen, wo Andere Dich nciht verstehen, und die Dir helfen, aus der Essstoerung rauszukommen. Damit Du frei bist fuer andere Sachen im Leben, Sachen, die Spass machen, die nicht so frustrierend und von Anfang an zum Scheitern verurteilt sind wie der Versuch, immer noch duenner zu werden.

Solange Du lebst, werden da immer ein paar Gramme oder Pfunde sein, die Du lieber weg haettest. Sogar bei Deinem Gewicht. Glueck und Erfolg koennen also gar nicht vom Gewicht abhaengen. Soange Du ueberhaupt noch was wiegst, kann Dir das immer als ZUVIEL vorkommen. Deswegen wuerde ich Dir wuenschen, dass Dir das einfach nicht mehr wichtig ist. Es ist nur Dein Koerpergewicht, eine Groesse wie andere Groessen auch, von der Schuhgroesse zum Alter.

Das ist mein komplett laienhaftes Gefuehl zu diesem Thema. Vergiss es, wenn es Dir irrelevant vorkommt.

24. Jessica - Mai 30, 2007, 22:19

Ich würde mir wegen Tertia nicht allzuviel Sorgen machen, Lila. Ich glaube wirklich ein grosser Teil einer Essstörung ist genetisch bedingt … mit anderen Worten, schwer zu verhindern, und schwer in jemanden „hineinzupflanzen“, der diese Tendenz nicht ohnehin schon hat. Viele Mädels bekommen die fiesesten Kommentare, aber haben trotzdem ein gesundes Körperbild. Andere waren schon immer dürr, hören nie etwas ausser „iss mehr!“ und können es trotzdem nicht wirklich glauben. Du machst alles richtig, wenn Du für sie da bist, mit ihr darüber sprichst, aber es auch nicht überdramatisierst und damit erst interessant machst.

Kati, ich habe mir Deinen Blog auch angesehen, und Du schreibst wirklich schön. Als jemand, der eher wissenschaftlich veranlagt ist, bewundere ich eine „poetische“ Gabe sehr. Ich bin ganz beeindruckt.

25. Lila - Mai 30, 2007, 22:23

Ich soll mir keine Sorgen machen? Meine liebe Jessica, das Sorgenmachen ist ebenfalls genetisch bedingt, da machst Du nichts gegen. Ich stamme aus einer Gluckendynastie. Vergiss es!!!

Ja, Kati schreibt so schoen. Das ist das Tolle am Internet, dass man seinen Horizont erweitert und dauernd Neues lernt und merkt, wie wenig man eigentlich von der Welt weiss.

26. Jessica - Mai 31, 2007, 1:58

Ach Lila, ich mache mir ja selbst dauernd Sorgen um meine Kleine … ob mit oder ohne Grund! Ist bestimmt genetisch … sitzt irgendwo im X-Chromosom. 🙂

Und hast recht mit dem Internet … man kann unglaublich viel lernen und Leute kennenlernen, die man sonst nie getroffen haette.

27. willow - Mai 31, 2007, 13:10

Tja, warum sind manche Kinder (Menschen ganz allgemein…) von Natur aus glücklich und überstehen auch Schicksalsschläge und Herausforderungen – und andere finden immer und überall das sprichwörtliche Haar in der Suppe, sind immer unzufrieden und unglücklich? Warum neigen manche (viele!) Menschen zur Selbstverstümmelung und Selbstzerstörung? Und wie findet Mensch seine persönliche Variate, dieses destruktive Verlangen umzusetzen?

Steckt es wirklich in den Genen, ob man sich totsäuft, totfrißt oder tothungert – oder derartige Kelche vorbeigehen? Fragen über Fragen…

28. Lila - Mai 31, 2007, 19:54

Ich weiss es auch nicht. Aber ich wuerde gern alle, alle Menschen gluecklich sehen…

29. kati[gives.up] - Juni 1, 2007, 1:08

@Jessica,
eigentlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass Menschen, die Pro Ana als Lifestyle verstehen, meist eben nur den abnehmerischen Aspekt aus der Krankheit sich herausgepickt haben.. und eben nur dieses gestörte Essverhalten haben – ohne Depressionen, Stimmungsschwankungen, Minderwertigkeitskomplexen, Angst, Wahrnehmungsstörungen, tieferen Ursachen.
Diese Frauen streben meistens einfach einen Modelkörper an, wegen den Männern usw.. sind häufig auch oft oberflächlich .. und es stecken einfach keine anderen Gründe dahinter.

Als Lebensart.. nun ja, es ist eine bewusste Art des Umgangs der Krankheit (mit all ihren Folgen) im Leben. Mit ihr leben, da sie einem Hoffnung, Kraft und Selbstvertrauen gibt.. sie ist ein Teil des Wesens, gehört zu mir.. ich persönlich würde auch mit keinem Menschen tauschen wollen, wenn ich ehrlich bin.

@Lila,
eigentlich kenne ich kein Forum, in dem man krass konkurriert.. in dem einem gesagt wird „Du bist zu dick mit deinen 45kg, nimm erstmal 3kg ab“.. oder sowas.
Ich habe ja schon gesagt, dass man eigentlich in dieser Hinsicht sich als Kranker schon genug Druck und Stress aussetzt.. da braucht man nicht noch andere, die einen fertig machen.
Man kann auch alleine prächtig abnehmen, diszipliniert sein.
Foren.. die solche Regeln oder sowas haben, werden oft auch nicht wirklich ernst genommen ehrlich gesagt.
Die werden meistens von irgendwelchen jungen Mädchen erstellt, die einen Bericht im TV gesehen haben und schnell mal paar Kilo damit glauben abnehmen zu können.

Ich habe noch nie einen „Gewichtscontest“ mitgemacht .. wir veranstalten hin und wieder paar Contests.. aber darum geht es primär nicht.
Es ist auch nicht so, dass wir uns ziemlich helfen Therapien anzufangen.. so ist das nicht : )
Wenn man selbst die Entscheidung trifft, dann wird man dabei auch soweit es geht, unterstützt.. es ist ja so, dass eine Therapie eigentlich erst anschlägt, wenn man auch dafür bereit ist. Man muss selbst an sich arbeiten.. der Therapeut hilft einem nur, gibt einem die Schlüssel für die Tür, die man ja aber selbst aufschließen muss und selbst hindurch gehen muss.
Ich habe auch schon eine Behandlung hinter mir.. ich war ca. 10 Wochen in einer Tagesklinik.
Viele Anas sind auch in Behandlung.. wegen anderen Sachen (Missbrauch, SVV, Depressionen).

Und es ist auch wie gesagt so.. dass man nicht in seiner Wahrnehmung bestärkt wird.
Man bekommt schon klar gesagt, dass es gefährlich wird.. wir reden uns da nichts ein. Jeder von uns kennt das Risiko.. die gesundheitlichen Folgen.. und es ist eben etwas anderes, wenn man ebenfalls von Betroffenen dieses zu hören kriegt.. als von einem Arzt oder sowas.
Ich kenne sogar Foren, da werden keine Mütter aufgenommen.. oder schwangere Frauen.. weil man nicht möchte, dass sie dem Kind irgendwie deshalb schaden. Manchmal werden auch zu labile Menschen nicht in solche Foren aufgenommen, weil man nicht möchte, dass sie noch tiefer reinrutschen.. weil sie einfach nicht reflektiert genug sind.
Viele User versuchen dann diesen Frauen trotzdem noch zu helfen.. durch eMailkontakt usw.

Ich wünsche es auch keinem, dass er hilflos mit ansehen muss, wie ein geliebter Mensch sich auf diese Weise zerstört..
Bei mir sind auch deshalb schon Beziehungen und Freundschaften zerbrochen..
Seitdem bin ich auch relativ offen..
Ich würde es nicht mehr meinem Partner verschweigen.. ihn einfach in diese ganze Sache mitreinziehen.

Die Sache mit den Genen.. interessant. In meiner Verwandschaft gibts noch drei weitere Fälle von Magersucht und Bulimie.
Aber Essstörungen sind ja eigentlich Verhaltensstörungen.. ich denke nicht, dass sie bei mir durch meine Gene oder so entstanden ist.
Ich habe aber mal einen Bericht dazu im Stern gelesen.. da ging es wirklich um Gene und Magersucht.. im Internet gibts dazu auch paar Artikel.
Es ist vielleicht eher ein Zusammenspiel wie bei den meisten Krankheiten.. man kriegt ja auch nicht nur von Stress Hypertonie.. da müssen einige Risikofaktoren zusammen kommen.. so war es letzlich auch bei mir.

.

(Ich danke euch für eure lieben Worte.) : )

30. ildiko - November 29, 2007, 22:58

hallo!

ich möchte hiermit Diejenigen aufrufen, die unter der Krankheit Eßsucht, Brechsucht und Magersucht leiden. Die vielleicht Vieles oder Alles ausprobiert haben, es aber aus eigener Kraft nicht geschafft haben.

Ich selber hatte alle drei Formen der Sucht und bin mit Hilfe des zwölf-Schritte-Programms gesund geworden. Das Ganze ist jetzt vier einhalb Jahre her.

Schreibt mir doch einfach!

Liebe Grüße,
ildiko

31. grenzgaenge - Februar 24, 2008, 22:30

sag mal, lila, wie geht es ihr ? hat sich der zustand des maedchens gebessert ?

32. Lila - Februar 24, 2008, 22:43

Leider nicht, sie ist schwerkrank und schleppt sich mit Mühe zwischen Elternhaus und Krankenhaus hin und her. Ganz, ganz schlimm, könnte jedesmal heulen, wenn ich sie sehe.

Danke der Nachfrage!

33. grenzgaenge - Februar 25, 2008, 9:09

das ist traurig 😦

34. grenzgaenge - Juni 18, 2008, 17:20

news ? ich fuerchte nicht !


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