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Die Zeit, Haaretz April 24, 2007, 13:57

Posted by Lila in Land und Leute.
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Jürgen Krönig über den neuen Haß auf Juden, der sich ausbreitet und nicht immer als solcher erkannt wird. Nichts umwälzend Neues, aber vielleicht findet der eine oder andere „kritische Freund“ Israels (man muß doch wohl als Freund sagen dürfen…) darin Nachdenkenswertes. Man darf auf die Leserreaktionen gespannt sein – da werden sich die üblichen Verdächtigen bald schon einfinden.

Die existentielle Bedrohung, der Israel ausgesetzt ist, wird in diesen Kreisen systematisch ignoriert. Zugleich wird die Gefahr, die der totalitäre Islam darstellt, entweder  heruntergespielt oder ganz verneint. Und während Israel, die  einzige liberale Demokratie des Nahen Ostens,  hyperkritisch unter die Lupe genommen wird, springen dieselben Liberalen und Linken mit dubiosen Regimen, die Menschenrechte systematisch verletzten, äußerst sanft um. So beschließen akademische Verbände in Großbritannien immer wieder den Boykott israelischer Wissenschaftler und Universitäten, nicht aber aus China, Sudan oder Russland, obwohl beispielsweise Russland sehr viel mehr Menschen in Tschetschenien getötet hat als Israel in Palästina.

Bradley Burston über das Glück, in Israel zu leben – eine Antwort auf die Leserbriefschreiber und Talkbacker, die ihm nahelegen, das Land zu verlassen („geh doch rüber“).

This my home. It is a place where everything is either much better or much worse than you expect, but is never what you expect.

In 20 years, or perhaps 200, this land will be carved up between the Israelis on our side and the Palestinians on the other. The grand dreams of today’s fanatics will be catalogued, archived. There will be a peace that no one loves, but that most of us can live with.

Those who cannot, who are too pure for that peace, too certain of their own private reality, will probably think about leaving.

The lucky ones among us, will live to see that peace.

Me, I’ve decided to give it one more year.

Yom atzmauth sameach.

Kommentare»

1. Piet - April 24, 2007, 14:12

Joh, hab ich gerade gelesen und bin sicherlich auch einer der „üblichen Verdächtigen“ (Zumindest ziehe ich mir diesen Schuh an). :-/ Zum Kontrastieren dann die kurze Nachricht beim von mir sonst sehr geliebten Tagesspiegel: http://www.tagesspiegel.de/politik/nachrichten/palaestinenser-hamas-waffenruhe/100432.asp Gott sei Dank gibt es entsprechende Leserreaktionen, ein großes Plus dieses Mediums.

2. Chajm - April 24, 2007, 15:29

Es sieht so aus, als habe der zuständige Mensch bei der ZEIT-Online die Kommentarfunktion für diesen Artikel deaktiviert – sehr weise und vorausschauend…

3. willow - April 24, 2007, 16:51

„Schönes“ Beispiel eben im Radio – DLF :

„Der militärische Flügel der Hamas erklärt nach den massiven Übergriffen der israelischen Streitkräfte den Waffenstillstand für beendet.“

Da werden Propagandalügen der Hamas verbreitet, einfach so, unkommentiert, im Sinne von „nun, da haben die Israeli selbst Schuld, wenn jetzt wieder Raketen fliegen“. Ganz normaler, unterschwelliger Judenhass in den Medien…

4. Lila - April 24, 2007, 17:40

Und gleichzeitig wird noch die Lesart von den zwei Flügeln, die natürlich vollkommen voneinander getrennt operieren, weiterverbreitet. Wieder mal ein Punktsieg für die Hamas. Bei solchen Medienberichten wundert mich kaum noch, daß die meisten Deutschen Israel für die größte Gefahr für den Weltfrieden halten. „Massive Übergriffe“, indeed. Ich würde mal gern die Russen oder Franzosen sehen. Ha.

5. Schoschana - April 24, 2007, 21:32

@Willow

Dieser Satz in den DLF-Nachrichten ist mir heute morgen auch übel aufgestossen.

Der Satz im Artikel von Jürgen Krönig „Wohlgemerkt: Kritik an der Politik Israels gegenüber den Palästinensern ist legitim und nötig“ hat mir allerdings auch etwas Kopfzerbrechen bereitet. Ohne diesen Nebensatz, der in kaum einem Artikel zur Thematik fehlt, geht’s halt irgendwie anscheinend auch nicht.

6. eran - April 24, 2007, 21:41

Noch ein Wort zu Jürgen Krönig und sein Artikel.

Meine Freundin kommt aus Lyon und studiert nun in Paris.
Sie und ihre Schwestern mussten die damalige staatliche Schule zum privaten katholischen wechseln. Aufgrund neuer Sozialwohnungen sind auch arabische Franzosen in ihre Gegend hingezogen und der tagtägliche Antisemitismus durch die neuen Schüler stieg bis zu Unerträglichkeit. Diese Erfahrung von arabischen verbalen und physischen Angriffe mussten sie nun durch ihres weiteres Leben innerhalb der Familie und Freudenkreis durchmachen.
Die eine Schwester zog nun nach Irland weg und die Andere nach Israel, wie auch ein großer Teil der Freunde. Ich frage mich wann endlich die Verniedlichung solcher Tatsachen in Europa beendet sein wird.
Wahrscheinlich erst wenn es zu spät ist.

7. eran - April 24, 2007, 21:43

„Es sieht so aus, als habe der zuständige Mensch bei der ZEIT-Online die Kommentarfunktion für diesen Artikel deaktiviert – sehr weise und vorausschauend…“

Ja Chaim,

aber auch sehr traurig, dass es nötig ist.

8. willow - April 24, 2007, 21:59

Gott sein´ Schrank… immerhin, wenn selbst in einer nicht des Rassismus verdächtigen Zeitschrift wie der „Zeit“ solche Artikel erscheinen können, dann besteht vielleicht doch noch Hoffnung:

http://www.zeit.de/online/2007/17/antisemitismus?page=1

9. Piet - April 24, 2007, 23:50

Ich finde es schon erstaunlich, dass die Kommentar-Fkt. abgeschaltet wurde, zumal man bei der Zeit eh nur als registrierter und (mit Ablauf der Probewoche) zahlender User kommentieren kann. Natürlich wäre auch mit abschätzigen Bemerkungen zu rechnen gewesen, aber eine Diskussion wäre doch endlich dringend notwendig.

Ich bin eher gespannt, ob (und wenn ja, wie oft) der Artikel in den RSS-Feeds der Zeit wieder auftaucht, nachdem das (mich nervt das prinzipiell ja eher) mit einer Reihe von Artikel dort so gehandhabt wird. Es wäre also auch eine Art von Gradmesser…

10. Lila - April 25, 2007, 0:01

Die ZAHLEN für das Recht, sich mit anderen in diesen unübersichtlichen, oft unlesbaren Kommentarsalamis rumzukloppen???!!! Na in Deutschland scheint´s ja wirklich zu viel Geld zu geben 😉

11. Piet - April 25, 2007, 0:31

Ich fand das zunächst auch sehr eigenartig, aber „bezahlen“ ist wohl identisch mit „Zeitungs-Abo“, was heißt, dass sich online nur Abo-Kunden äußern können sollen, und von denen sind Namen und Adressen ja bekannt. Um so verwunderlicher fand ich die abgeschaltete Funktion…

Zahlen für’s Rumkloppen? *gg* So weit kommt’s noch, egal wo.

12. Chajms Sicht » Vergangenheitsbewältigung und Antisemitismus - April 25, 2007, 1:44

[…] zwei Blogs (soweit ich weiß: Lila und Der Fuchsbau) berichten über den Artikel „Judaphobie” von Jürgen Krönig in der […]

13. Jakobo - April 25, 2007, 18:47

@ Lila:

„Die ZAHLEN für das Recht, sich mit anderen in diesen unübersichtlichen, oft unlesbaren Kommentarsalamis rumzukloppen???!!! Na in Deutschland scheint´s ja wirklich zu viel Geld zu geben ;-)“

Ich fall gleich lachend vom Stuhl….. *loool*


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