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Die Katzenschnauze lugt aus dem Sack April 3, 2007, 12:11

Posted by Lila in Land und Leute.
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Ich verfolge die Nachrichten nicht sehr intensiv im Moment, aber die erläuternden Bemerkungen des saudischen Königs kann ich nicht ignorieren. Gucken wir sie uns mal genauer an.

The Saudi official told The Associated Press that „before any meeting could be considered,“ Israel should accept the 2002 Arab peace initiative that would recognize Israel in exchange for withdrawal from captured territory and a just solution for the Palestinian refugees.

Aus Olmerts Friedensgipfel wird also erst was, wenn wir ohnehin alle Bedingungen der Araber erfüllt haben und ein Friedensgipfel ohnehin überflüssig ist. Eigentlich geht es also nicht um Verhandlungen, sondern darum, Israel die Bedingungen zu diktieren. Alles, was eigentlich zu verhandeln ist (Territorium, Grenzen, Flüchtlingsfrage), muß Israel von vornherein erfüllen. Und zwar so, wie die Araber es wollen. Ja aber was bleibt dann noch zu verhandeln? Eigentlich wollen sie, daß Israel, als hätten wir einen Krieg verloren, sich ergibt und alle Forderungen ohne Wenn und Aber akzeptiert.

Der einzige Haken: wir haben den Krieg nicht verloren, und wir sehen keinen Sinn darin, ohne Verhandlungen alle Forderungen zu erfüllen. Haben wir denn keine Rechte, keinen Anspruch auf irgendwas? Anscheinend in den Augen der Araber nicht. Wenn wir alle ihre Forderungen erfüllen, dann, ja dann anerkennen sie uns vielleicht. Vielleicht aber auch nicht! Schließlich weigert sich die Hamas-Regierung ja störrisch, bereits unterschriebene Verträge anzuerkennen – eine der drei Minimalforderungen, die die Europäer an die palästinensische Regierung gestellt haben – und wer garantiert uns, daß das anders wird, nachdem wir alles getan haben, was sie gefordert haben?

Wir haben schon einmal angefangen, die Westbank Schritt für Schritt an die PA zu übergeben – und dann kam die Intifada. Die Versicherungen der Hamas, die ja immer noch in der Regierung sitzt, daß sie den Kampf weiterführen, kann nicht anders verstanden werden als: sie werden den Terror weiter benutzen. Denn das ist nach ihrer Terminologie mit „Kampf“ gemeint.

Ein Pferdefuß lauert ebenfalls in den aufschlußreichen Bemerkungen eines Beamten des ägyptischen Außenministeriums.

Egypt’s assistant foreign minister for Arab affairs, Hani Khallaf, was quoted as saying Monday that the Arab side cannot negotiate on behalf of the Palestinians.

Oh ja, und das bedeutet: auch wenn Israel die Forderungen der Arabischen Liga erfüllt, bedeutet das noch nicht, daß sich die Palästinenser an die Versprechen der Arabischen Liga gebunden fühlen. Denn die Arabische Liga kann ja keine Verhandlungen anstelle oder im Namen der Palästinenser führen. Somit auch keine Versprechen abgeben, die die Palästinenser dann einhalten müssen. Das wäre ja noch schöner, wenn sie sich festlegen müßten! Erst muß Israel durch alle Reifen springen, die die Araber uns hinhalten – und wenn wir dann wieder gelandet sind, werden wir hören dürfen, welche Versprechen die Araber ihrerseits einhalten. Und welche nicht.

Auch die Aussage, Israel sollte „arabisches Gebiet“ räumen, ist von betörender Doppeldeutigkeit. Denn was ist, nach arabischer Definition, „arabisches Gebiet“? Natürlich auch Haifa und Tel Aviv. Jüdische Ansprüche auf Land gibt es nach arabischer Defnition gar nicht – wieso würden sie sich sonst so schwertun, uns anzuerkennen? Wieso wird dann diese Anerkennung auf einen wolkigen Sankt-Nimmerleins-Tag verlegt? So behalten sich die Araber das Recht vor, nachlegen zu können, ob wir nun wirklich „arabisches Gebiet“ vollkommen geräumt haben oder nicht. Und wir begeben uns willig von der staatlichen Souveränität in die Hand der Feinde, die uns bisher wort- und tatenreich Vernichtung versprochen haben – das einzige Versprechen, das sie wirklich halten zu wollen scheinen.

Auch an der syrischen Front sieht es nicht hoffnungsfroh aus.

At a meeting on Sunday, Olmert asked US House Speaker Nancy Pelosi to take a message to Syrian President Bashar Assad that if Syria stops its support for terrorism, Israel would be interested in making peace.

In a March 22 interview with French television, Assad said seeking peace with Israel is a „firm principle,“ but stressed that the return of the Golan Heights, captured by Israel in the Six Day War, was a Syrian right that would not be compromised.

„The land must be returned in full. Any other details are subject to negotiations but land is not. It is Syrian land,“ he said.

Nach den Erfahrungen des letzten Sommers, als Syrien die Hisbollah gegen uns in den Krieg schickte, haben wir keinerlei Veranlassung, den Syrern zu glauben. Für die Syrer sind die Golanhöhen nur ein winziges Anhängsel. Der Vorteil dieses Anhängsels: wer darauf sitzt, hat Israel auf dem Handteller. Ich persönlich glaube nicht, daß Syrien sich vertrauenswürdig genug gezeigt hat, um die Syrer in Steinwurf-Weite an mich heranzulassen. So sehr es mir gegen den Strich geht, irgendeinem Menschen grundsätzlich zu mißtrauen: die Syrer haben die Golanhöhen jahrzehntelang dazu benutzt, Israel zu beschießen. Und wieso sollten sie heute die Golanhöhen zu einem anderen Zwecke brauchen? Schätzen sie den guten Wein? Wir können gern Wein nach Syrien exportieren.

So gern die Welt uns zum Selbstmord überreden würde: ich glaube nicht, daß man uns verlangen kann, daß wir uns freiwillig wieder unter syrischen Beschuß begeben. Na ja, die Welt verlangt es trotzdem, siehe letzten Sommer, aber wir machen das dann eben einfach nicht. So gemein sind wir, daß wir den Menschen im Norden ein Leben im Bunker nicht mehr zumuten mögen. Unbelehrbar eben. Gingits Freundin N. kann bezeugen, wie schön es war, unter syrischem Beschuß an der Nordgrenze aufzuwachsen, über Jahre und Jahrzehnte hinweg. Ach nee, das muß nicht wieder sein. Warten wir halt, bis die Syrer auch bereit sind, für ihr verlorenes Land (in einem von ihnen angestifteten Angriffskrieg verlorenen Landstückchen, wohlgemerkt) auch etwas zurückzugeben. Es einfach nur wiederhaben zu wollen ist nicht genug. Das bindende Versprechen, uns von dort nicht mehr anzugreifen, dürfen wir schon fordern.

Und wieso ich nicht dafür bin, die Golanhöhen in einen international geschützten Friedenspark umzuwandeln, diese Idee, die irgendwann mal durch die Medien spukte? Das wäre theoretisch sehr schön, mit Syrern in einem Restaurant am Fuß des Hermon-Bergs zu sitzen – ich weiß sogar schon das Restaurant, wo ich gern sitzen würde und am Nebentisch Syrer sehen würde. Doch die Erfahrungen mit der UNIFIL haben uns gelehrt, daß solche internationalen Truppen nicht daran interessiert sind, Araber zu verärgern. Über kurz oder lang könnten wir uns in einer sehr peinlichen Situation befinden – so wie wir sie demnächst erleben werden, wenn uns das Ergebnis der internationalen Bemühungen, die Hisbollah an der Aufrüstung zu verhindern, um die Ohren fliegen wird. Wortwörtlich.

Dazu kommt der auch in ausländischen Medien bemerkte drohende Unterton. Amr Mussa sagt klipp und klar: entweder Israel akzeptiert den Vorschlag wie er ist, oder…

„The Arab initiative is not open for review,“ Mussa told a meeting of Arab foreign ministers in Cairo.

„Any twisting of the Arab initiative will cause great harm to the Palestinian cause and can affect any movement towards a just peace,“ he said.

Tritt man wirklich so in Verhandlungen mit einem gleichberechtigten Partner ein?

Und so stimme ich leider der Einschätzung der JPost zu. Das Ultimatum der Arabischen Liga dient mehr dazu, Israel als Friedenshindernis zu brandmarken, als realistische, gegenseitige Verhandlungen einzuleiten. Das sehen natürlich andere Leute anders.

At the Arab summit in Riyadh on Wednesday, UN Secretary General Ban Ki-moon reportedly said, „The Arab peace initiative is one of the pillars for the peace process… This initiative sends a signal that the Arabs are serious about achieving peace.“

Daß der neue UN-Generalsekretär von diesem Vorschlag der Saudis begeistert ist, wundert mich nicht.

Und so wird also der internationale Druck auf Israel wieder einmal zunehmen, die deutschen Medien werden wieder mal den Kopf schütteln, wieso Israel denn nicht vor Freude jubelt, alle Bedingungen rasch zu erfüllen, in der Hoffnung, vielleicht eventuell dann doch noch wenigstens anerkannt zu werden! (oder auch nicht, aber wer will so pessimistisch sein?), und ach Gott, wir waren schon so oft in dieser Zwangslage.

Dabei hat mich der Kommentar des SPon zum Lachen gereizt. Einerseits schimpft er mit Israel, daß es nun so störrisch ist und auf Gegenleistungen der Araber pocht.

Die Anerkennung von 1967 und die Auflösung der jüdischen Siedlungen im Westjordanland wären Schritte, mit denen Olmert Geschichte schreiben könnte und nicht nur Schlagzeilen.

Ja, das wäre schön, nicht wahr? Wir haben das auch gedacht, und zu diesem Behufe wurde Olmert ja auch gewählt. Leider kam dann die Reaktion der Palästinenser auf die Räumung des Gazastreifens dazwischen – ein Probedurchlauf, der zu meinem aufrichtigen Bedauern zeigt, daß eine Räumung der Westbank nur zur Folge hätte, daß jetzt wirklich ganz Israel in Schußweite liegt. Sderot überall, gewissermaßen.

Und ehrlich – so links ich mein Leben lang gewesen bin, so gern lebe ich auch. Es widerstrebt mir, an der Besetzung der Westbank festzuhalten, die ich aus pragmatischen wie moralischen Gründen eigentlich für nicht wünschenswert und unglücklich halte – ich sage ja immer, sie ist als Pfand besetzt worden und das Pfand dann durch die Siedlungspolitik unbrauchbar gemacht worden – aber bis die Palästinenser mir nicht beweisen, daß sie auch ohne Terror und Raketen können, habe ich nicht genügend Vertrauen, die Besetzung aufzuheben. Das ist ja wohl verständlich. Der deutsche Journalist hat das wohl einen Moment lang vergessen, daß unsere eigentliche Absicht, die Westbank zu räumen, durch die palästinensischen Abschußrampen vermasselt worden ist.

Aber zu sehr auf den arabischen Friedensvorschlag anspringen dürfen wir auch nicht, wenn wir seinen Ermahnungen folgen.

Im Übrigen riskiert Olmert mit seinen wiederholten Komplimenten für die Saudis, dass diese in der islamischen Welt als Vermittler unglaubwürdig werden. König Abdallah hat bereits genug Schwierigkeiten, seine Friedensinitiative an die radikalen arabischen Regime zu verkaufen.

Wie wir es auch machen, es ist immer verkehrt.

Wir nehmen die strikten Vorschriften der Arabischen Liga, wie ein Frieden auszusehen hätte, nicht an – und die Araber nehmen die Einladung zu Verhandlungen darüber, wie ein Frieden auszusehen hätte, nicht an. Wer angesichts dieser Sachlage zur Einschätzung kommt, daß die Israelis eben verdammte Sturköppe sind, die an Frieden gar nicht interessiert sind, ja dem kann ich auch nicht helfen.

Kommentare»

1. eran - April 3, 2007, 12:33

Chag Sameach Lila,

teile deine Meinung.
Was ich jedoch interessant finde, ist der Kommentar von Ulrich W. Sahm. Da er ganz eindeutig nicht zu denen in den Medien dazugehört, die mit Naivität und viel Unwissen zum täglichen Volksverdummung der Deutschen beiträgt.

http://www.n-tv.de/785933.html

Sonntag, 1. April 2007
Merkwürdiger Optimismus
Merkels Besuch in Israel

Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem
(…)
Ganz offenbar ist Merkel nicht in den Nahen Osten gekommen, um mit Israel über Mauer, Sperren oder Details zur Verwirklichung der von Präsident Bush verkündeten und von ihr voll übernommenen Vision einer Zwei-Staaten-Lösung für Israel und Palästinenser zu diskutieren. Sie scheint in Saudi Arabien Hinweise erhalten zu haben, dass die gemäßigten arabischen Staaten zu einer Öffnung gegenüber Israel bereit seien. Und da stehen nicht mehr die Palästinenser im Mittelpunkt, sondern der gemeinsame Feind Iran, dessen engster Verbündeter Syrien und nicht zuletzt die Hamas.
(…)
Es ist klar, dass die Araber bei ihrem Gipfel nicht wirklich aufgeschrieben haben, was sie tatsächlich schmerzt und besorgt. Doch Merkel und Olmert verheimlichen offenbar Dinge, die sie wissen oder gehört haben, aber noch nicht reif für Veröffentlichung sind. Anders ist die Diskrepanz zwischen den äußerst negativen Äußerungen der Araber über Israel und die Begeisterung von Merkel und Olmert kaum nachvollziehbar.

2. Manfred - April 3, 2007, 12:46

Ich fürchte, „wer durch des Argwohns Brille schaut, sieht Raupen selbst im Sauerkraut“ (W.Busch).
Du hast zwar natürlich vollkommen recht, was die Palästinenser betrifft – ich sehe auch nicht, wie Israel, rebus sic stantibus, das Westjordanland räumen soll. Nach dem Probelauf im Gazastreifen verbietet sich das wirklich von selbst, zumindest, solange die Palästinenser ihr Heil bei den Islamisten suchen. Daran wird die ganze Initiative am Ende wahrscheinlich auch scheitern.
Was aber die arabischen Staatschefs angeht, so bin ich ganz sicher, dass sie jedes Interesse der Welt haben, den Konflikt zu beeenden, egal wie. Einfach deshalb, weil sie um ihre Throne/Präsidentensessel zittern, und der israelisch-palästinensische Konflikt das Lieblingsthema oppositionell-islamistischer Propaganda ist. Wenn nicht mehr von Rückkehr der Flüchtlinge, sondern von einer „gerechten Regelung“ die Rede ist, so wird damit in meinen Augen das Feilschen ums Bakschisch eröffnet.

Gruß
Manfred

3. Lila - April 3, 2007, 12:46

לערן.

Na, wollen wirs hoffen. Ich könnte mir sogar vorstellen, daß auch Sahm etwas weiß, das wir nicht wissen…

Ich weiß zwar nicht, wie beliebt Merkel in Deutschland ist, aber in Israel würde sie mit hohen Mehrheiten rechnen können. Im Elend der Außenpolitik ist sie ein Lichtblick. Sie ist doch tatsächlich zum zweiten Mal nach Yad vaShem gegangen – deutliches Zeichen, daß der erste Besuch nicht nur Pflicht war. Kol ha kavod.

4. Lila - April 3, 2007, 12:55

Lieber Manfred, eigentlich neige ich gar nicht zu Argwohns Brille, sondern eher zur rosigen, und gegen Raupen habe ich auch nichts.

Feilschen ums Bakschisch – das ist ein Oxymoron. Ob im Sinne von Almosen oder Schmiergeld, um Bakschisch wird nicht gefeilscht. Feilschen um den Preis des Friedens jedoch, im Rahmen eines Geschäfts, das ist eine ganz normale Sache. Nur in Verhandlungen kann man zu einer austarierten, fairen Lösung kommen, in der jede Seite Zugeständnisse machen muß.

Olmert hat deutlich gesagt, daß er zu solchen Zugeständnissen bereit ist – die Arabische Liga dagegen hat nur gesagt, daß Gewalt droht, wenn wir die Forderungen nicht erfüllen. Interessanterweise sehen deutsche Kommentatoren wie Inge Günther den arabischen Vorschlag als substantiell, Israels Gesprächsangebot dagegen als reine Show an.
Seufz.
Würdest Du das machen?

5. Manfred - April 3, 2007, 13:26

Ich weiß wirklich nicht, was ich von solchen Kommentatoren wie Inge Günther halten soll. Der Spruch mit des Argwohns Brille passt hier natürlich auch wieder, nur umgekehrt. Vor allem ist es erschütternd zu sehen, dass da Leute schreiben, die buchstäblich nicht in der Lage sind, die Dinge aus israelischer Sicht zu sehen. Man muss diese israelische Sicht ja nicht teilen, wenn man sie für falsch hält. Aber sie zu verstehen – das kann doch nicht so schwer sein. Außer natürlich für Menschen, die grundsätzliche Vorbehalte gegen Israel haben (um das mal freundlich auszudrücken…).

6. Rika - April 3, 2007, 14:44

Frohe Feiertage, Lila!

ich würde gerne deinen artikel an die hannoversche allgemeine zeitung weiterleiten, dort arbeitet nämlich ein neunmalkluger redakteur, der sich für den nahostexperten schlechthin hält! und natürlich ist er der ansicht, wenn israel nur endlich die zugeständnisse machen würde, die die araber und palästinenser erbitten, dann käme der frieden mit sicherheit, denn das bißchen land, das die palästinenser zurückhaben wollen, kann doch nicht die welt sein, von den rückkehrern ganz zu schweigen.

darf ich ihm deine sicht der dinge mal vermitteln?
liebe grüße, rika

7. Lila - April 3, 2007, 14:52

Liebe Rika, das darfst Du gern. Aber ich bezweifle, dass sich ein neunmalkluger Redakteur von mir belehren läßt. Ich bin ja keine Journalistin. Einmal habe ich einen Schulkameraden, der für den Lokalteil unseres Käseblättchens arbeitete, zu einer Aufführung in der Stadthalle begleitet und ihn zu einem Verriß inspiriert – näher bin ich dem Dunstkreis des Wahren und Einzig Echten Journalismus nie gekommen. Was kann also schon an meiner Meinung dran sein?

8. arabrabenna - April 3, 2007, 21:43

Da du sehr fundiert und gut informiert schreibst und dazu noch eine Betroffene bist, ist an deiner Meinung sehr viel dran! Wäre fantastisch, wenn die Zeitung es abdruckt. Und es besteht die Chance, daß doch so mancher ins Nachdenken kommt, der sich sonst keine anderen Informationen sucht. Der Bericht eines Betroffenen ist immer etwas anderes und wird meiner Meinung nach auch eher ernst genommen.

9. Lila - April 4, 2007, 10:41

Hier ist eine Einschaetzung der JPost zu lesen:

On Sunday, at a joint press conference with visiting German Chancellor Angela Merkel, Prime Minister Ehud Olmert made a proposal that should be taken seriously.

„I invite for a meeting all the heads of Arab states – including, of course, the king of Saudi Arabia, who I see as a very important leader – to hold talks with us,“ Olmert said. „I do not intend to dictate to them what they should say, but I am certain they understand that we also will have something to say.“ This idea does not come out of thin air. In past weeks, there has been considerable speculation over the prospects of a „4-plus-4-plus-2 meeting,“ which is diplomatic lingo for the Quartet (US, UN, EU, and Russia), the „Arab quartet“ (Saudi Arabia, Egypt, Jordan, and UAE), and Israel and the Palestinian Authority.

Such a meeting would seem to be a natural outgrowth of the Arab summit, which reissued the Arab League’s 2002 Beirut initaitve. If the Arab states want to jump-start a peace process with Israel, why not begin with a meeting of the nations that say they want peace? Though he did not explicitly say so, Olmert’s proposal can be construed as endorsement of a 4-plus-4-plus-2 meeting. If so, this would likely entail an Israeli concession of sorts, since it would mean Hamas Prime Minister Ismail Haniyeh might also attend such a summit.

What is not clear is why the Saudi King Abdallah would refuse such a meeting. After all Palestinian Authority Chairman Mahmoud Abbas and Olmert have announced that they will meet every two weeks. Why should Saudi Arabia be boycotting Israel to a greater degree than Abbas? In the past, the Arabs have pressed hard for an international conference, while Israel has demurred out of concern that such a meeting would pressure Israel into making unacceptable concessions. Olmert’s proposal, then, is either a massive miscalculation or an indication that the shoe is now on the other foot.

10. B.L.O.G. - Bissige Liberale ohne Gnade » Erst zustimmen, dann verhandeln - April 4, 2007, 16:15

[…] siehe auch: Lilas Beitrag auf ihrem Blog “Letters from […]

11. Carsten - April 15, 2007, 18:06

Irgendwo verstehe ich deine Kritik an der UN und der UNIFIL ja. Ist natürlich unschön, wenn da eine Organisation mit dem Selbstverständnis, die neutralste und gerechteste von allen zu sein, auftritt und etwas sagt, dass aus deiner Perspektive sachlich falsch ist. Nur: Wenn sie so auftreten würde, dass du damit zufrieden wärst, würden die Araber sich noch ungerechter behandelt fühlen. Da es nunmal keine allgemeingültige Wahrheit gibt (und für die verblendeten Idioten, die Israel für den „kleinen Satan“ halten, ist das tragischerweise die Wahrheit…), wird eine solche Organisation immer zwischen den Stühlen sitzen. Israel fühlt sich von der UNIFIL nicht genug beschützt, der Libanon befürchtet eine Besetzung und lässt nicht einmal Schiffe in seine Hoheitsgewässer – so ist jeder unzufrieden.

Oder glaubst du, es hätte für Israel irgendeinen positiven Effekt gehabt, wenn Ban Ki-moon gesagt hätte: „Die arabische Friedensinitiative ist nur ein Bluff. Die arabischen Staatschefs sind gar nicht an Frieden interessiert.“?

12. Lila - April 15, 2007, 18:35

Lieber Carsten, Du wirst lachen. Ja, ich fände es IM INTERESSE der Araber höchst nützlich, wenn die Weltgemeinschaft sie nicht als verblendete Idioten behandeln würde, als Crybabies, denen man immer nachgeben muß, weil man ja eh nicht mit ihnen reden kann…. sondern als erwachsene, verantwortliche Menschen.

Wie sollen die Palästinenser oder andere Araber je einsehen lernen, daß ein Vertrag bindend ist und eingehalten werden muß? Daß Verpflichtungen einzulösen sind? Pacta sunt servanda – nicht einmal diese grundlegende Selbstverpflichtung gehen sie ein. Und ich verstehe sie sogar – denn aus ihrer Geschichte lernen sie bisher nur eins: egal wie kindisch wir uns anstellen, irgendein norwegischer Politiker hilft uns wieder aus de Patsche.

ist es nicht an der Zeit, im Interesse der zukünftigen Generationen, diesem Spielchen ein Ende zu machen und auf die Schattenfechtereien zu verzichten? Wieso sollte Ban Ki-Moon nicht sagen: liebe Saudis, es ist allgemein üblich, ERST zu verhandeln und DANN zu Ergebnissen zu kommen, nicht umgekehrt“? Alice hat es der Herzkönigin ja auch gesagt….

13. Carsten - April 15, 2007, 18:47

Hmmm… Da hast du mal wieder was Wahres gesagt. Aber ich befürchte fast, das Diplomatie so nicht funktioniert, sondern eher aus dem bekannten Herumlavieren besteht – vom Herrn Krushchov und seiner Schuhabsatz-Rede einmal abgesehen.

14. heplev - Februar 7, 2014, 17:12

Hallo Lila, du hast bei mir den Eintrag hier verlinkt. Ist dein Blog wieder öffentlich? Oder soll ich deinen Text bei mir übernehmen, damit ihn jeder lesen kann?

15. Lila - Februar 7, 2014, 18:31

Öffentlich, öffentlich.


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