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Oh, Kyrill Januar 18, 2007, 16:51

Posted by Lila in Uncategorized.
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Bin ich allein mit meinem Eindruck, daß Stürme zu Stars wurden, seit sie elegante Vornamen tragen? Früher war ein Sturm ein Sturm, doch seit sie Namen haben, werden sie wie Personen behandelt. Eine moderne Abart des Animismus, wie mir scheint. Allein die Anführungszeichen bewahren die Distanz der entzauberten Welt. Kyrill wütet unterdessen  schon. Vermutlich läßt er sich nur ungern „Kyrill“ nennen.

Kommentare»

1. rollblau - Januar 18, 2007, 18:38

Ich kann mich noch an einen Sturm in den siebziger Jahren erinnern, der ebenfalls massive Warnungen und vorzeitige Schulschließungen im Gefolge hatte. Ich denke, das Teil hatte auch einen Namen, denn Tiefdruckgebiete werden ja seit langer Zeit benannt, aber da gab es keine rotierenden Sondersendungen im Voraus, währenddessen, sondern eine Abarbeitung danach, als die Folgen absehbar waren. Nachrichten sind halt inzwischen auch Ware. Je mehr Chaos angeboten werden kann, desto höher die Zuschauerquote und damit die Werbeeinnahmen.
Allerdings denke ich, daß heutzutage doch eine Klima – Sensiblisierung eingetreten ist, und daß sich die Leute leicht beunruhigt mit den derzeitigen Wetterphänomenen befassen. LG rollblau

2. Carsten - Januar 18, 2007, 19:55

Elegant? Wäre ich ein Sturm, so ein richtiger großer, grimmiger Orkan, und würde auf ein Land treffen, in dem man mir so einen albernen Namen verpasst, dann würde ich denen aber mal zeigen, wozu Luft und Wasser so fähig sind. Aber richtig.

Ach, Mist, das wollte ich doch in mein Blog schreiben;)

3. Ach ja: Sturmwut--this city will kill me - Januar 18, 2007, 19:59

[…] von mir selbst […]

4. mona lisa - Januar 18, 2007, 20:11

Weiß einer von euch eigentlich woher die Namen kommen, wer sie sich ausdenkt? Gibt es da ein System? Ich weiß nur, dass die Tiefdruckgebiete mal Männer- mal Frauennamen haben, da man/frau es auf Dauer unangemessen fand, Tiefs nur mit weiblichen Namen zu benzeichnen?

5. Lila - Januar 18, 2007, 20:21

Guckst Du mal hier.
Wußte ich vorher auch nicht.

6. mona lisa - Januar 18, 2007, 21:48

Danke für den Hinweis, ich habe ihn sofort in meinen Artikel unter Bezug auf deine Seite aufgenommen. Werden sicher noch mehr Leute wissen wollen.

7. Schorschi - Januar 18, 2007, 22:09

Als Wahl-Floridianer kann ich diesen vorgeworfenen Brocken natürlich nicht liegenlassen.

Zur Namensvergabe der Hurricanes kann ich folgendes beitragen: Namen für besonders folgenschwere Stürme werden nie wieder verwendet. Es wird also z.B. nie wieder ein Sturm „Katrina“ benannt werden.

8. Lila - Januar 18, 2007, 23:01

…und dann hab ich noch gelernt, dass Leute in Florida Floridianer heissen!

9. Grantlhuber - Januar 18, 2007, 23:41

Denkt vielleicht mal jemand an die Opfer? Ihr amüsiert Euch über den Namen, während der Sturm in Europa schon zwanzig (!) Menschenleben gefordert hat! Aber was macht das schon, der Sturm ist ja kein Terrorist. Morgen wird er vorbei sein. (Zwanzig.) (Ich fordere Betroffenheitskult.)

10. Schorschi - Januar 18, 2007, 23:46

LOL. Ja, so heißen sie. Direkt aus dem Englischen („Floridians“) frei übersetzt.

11. Lila - Januar 18, 2007, 23:55

Oh, das wußte ich nicht. Ja bleibt denn nichts mehr, über das man ungehindert blödeln darf, nicht mal das Wetter? Böh.

12. Grantlhuber - Januar 19, 2007, 0:31

Aber ich blödel doch ganz ungehindert. Du in Deinem sicheren Kibbutz kannst Dir wahrscheinlich gar nicht vorstellen, wie das ist, im Orkan zu sitzen und nicht zu wissen, was die feindliche Natur noch bringen wird. Auf dem Nachbargrundstück ist ein großes Bauschild umgekippt. Das hätte einen Menschen erschlagen können, wie das ausgehebelte Scheunentor, unter dem ein Mann zu Tode kam. Bäume! Tausende Bäume sind umgekippt. Eine Frau wurde erschlagen, ein Mann starb, als er mit seinem Wagen auf einen Baumstamm fuhr. Und es reißen immer noch mehr Bäume aus, jeder könnte einen Menschen erschlagen. Oder auch zwei. Hast Du Dich jemals gefragt, wie die Eltern sich fühlen, die die Terrassentür leichtsinnigerweise offengelassen haben, die dann ihr achtzehnmonatiges Kind getötet hat? Oder die Mitarbeiter des internationalen Flughafens von Birmingham, denen der Sturm ihren Direktor entrissen hat? Das kannst Du Dir wohl gar nicht ausmalen in Deinem friedlichen Israel, wo man sich nicht einmal um die Gewässer kümmern muß. Wir wollen in Frieden mit der Natur leben, wir wollen es wirklich, weißt Du (ich weiß, Du glaubst mir nicht, aber es ist so), aber die Natur ist grausam, sie ist feindlich. Jawohl, feindlich. Immer wieder Stürme, Hochwasser, Erdbeben, Meteoriten. Es zerreißt mir das Herz (auch das wirst Du mir natürlich nicht glauben), denn ich liebe die Natur, ich liebe sie sogar sehr, aber irgendwann habe ich eingesehen, sie liebt uns nicht. Es hat keinen Sinn mit ihr. Ich weiß wirklich nicht, was wir noch tun können. Wir sind umzingelt von Natur, grausamer, feindlicher Natur, und irgendwann werden wir aussterben. Du sagst einfach, das ist das Leben. Sagt sich leicht aus der Entfernung.

13. Carsten - Januar 19, 2007, 2:49

Also, werter Grantlhuber, ich finde, du schießt ein wenig übers Ziel hinaus. Schon als ich „die feindliche Natur“ las, hörte ich auf, deinen Kommentar wirklich ernstzunehmen. Feindliche Natur? ja mei, was bildet die sich eigentlich ein, diese Natur? Feindlich und grausam ist sie, und diese Ökos wollen sie auch noch schützen! Nieder mit denen! Ich will wieder PVC-Packungen für die BigMäcs, die ich mit meinem Geländewagen vom McDrive geholt hab! Jetzt wird zurückgezahlt: Dinosauriertod, Tsunami, AIDS und auch Kyrill – das soll sie uns büßen, diese Natur! Auf Heller und Pfennig!

Ach ja, einen Hinweis hätte ich da noch: Wen wir („wir“ sind doch „die Menschen, oder?) aussterben, dann wäre Lila gar nicht mehr soweit weg. Soweit ich weiß ist sie nämlich auch einer.

Hat keinen Sturm gesehen und wird weiterblödeln:
Carsten

14. Grantlhuber - Januar 19, 2007, 9:15

Wir sind umzingelt von der Natur, Lila nicht, bei Lila gibt sich die Natur friedlich, das habe ich doch gesagt: In Israel kann man sich das leisten mit dem Wasser und so. Lila stirbt nicht aus, wir sind es. Aber das ist ihr ja egal.

15. Lila - Januar 19, 2007, 13:08

Carsten, sag mal, wieso bist Du eigentlich noch nicht auf meiner Blogroll???

16. Carsten - Januar 19, 2007, 18:05

Z-Blogger-Schicksal, schätze ich;)

Blamier ich mich hier eigentlich gerade? Ist der Grantlhuber Satire? Ich mein, dann wär er richtig gut. Aber ich bin ratlos. Schätze mal, meinem Ironiedetektor hats ne Antenne weggepustet.

17. Lila - Januar 19, 2007, 18:09

Ich weiß es selbst nicht, weswegen ich mich bedeckt halte 😉

18. willow - Januar 19, 2007, 18:18

Ich hoffe mal, es ist Satire…

Denn es ist doch zutiefst menschlich, über Bedrohliches, Übermächtiges seine Witzchen zu machen – und das sollten wir uns auch nicht verbieten lassen.

Mal ganz davon abgesehen hatte ich gerade ein sehr anregendes Gespräch mit einem der oberen Katastrophenschutzkoordinatoren unseres Bundesland – der meinte (sicherlich leicht überspitzt 🙂 ) wir hatten doch gar keinen richtigen Sturm… jedenfalls absolut keinen „Jahrhundertsturm“.

Und die Todesopfer sind -jedes für sich- ungeheuer tragisch. Böse statistisch gesehen für einen kräftigeren Sturm völlig im Bereich des Üblichen, keine gesunkenen Großfähren etc. Das einzig ungewöhnlich starke war die Intensität der Berichterstattung – da fehlte nicht mehr viel zur Hysterie.

19. Lila - Januar 19, 2007, 18:37

Über die Berichterstattung kann ich nicht viel sagen – hier in Israel war gegen der Ende der News ein Item mit ein paar reißerischen Bildern von Sturm und Menschen und Bäumen in ganz Europa. Aber daß die Sitte, Stürmen Namen zu geben und sie damit zu vemenschlichen, mich stark an Zephyr und Boreas erinnert, ist doch nicht als solches moralisch verwerflich.

20. Grantlhuber - Januar 19, 2007, 21:36

Wenn ich mißverstanden worden bin, Lila, Carsten, willow, alle anderen Leser, dann entschuldige ich mich ausdrücklich. Ob ich gut bin, weiß ich nicht, ich hatte eher zuviel getrunken. Aber eigentlich hatte ich gedacht, man könne „Ich fordere Betroffenheitskult“ nur als ironisch verstehen, und „ich blödel doch ganz ungehindert“ fand ich sehr explizit.

21. Lila - Januar 19, 2007, 21:39

Grantlhuber, prosit!

22. Grantlhuber - Januar 19, 2007, 21:43

Oans, zwoa, gsuffe!

23. Carsten - Januar 20, 2007, 19:50

Beim Betroffenheitskult übermannte mich das Satire-Gefühl, bei den Hinweisen auf die Opfer dann wieder nicht. Hätte es wohl besser gemacht wie Lila: Klappe halten;)

Prosit jedenfalls!

Und ich geh mich dann mal schämen, bin morgen wieder da.

PS: Danke für den Link, Lila!

24. Lila - Januar 20, 2007, 19:56

Trink lieber mit 😉

Es gibt so viele Irre im Net, dass es wirklich schwierig ist zu wissen, welche Spezies man vor sich hat. Und hey, Du bist auf meiner Blogroll!

25. Carsten - Januar 20, 2007, 21:02

Stimmt – das ist ein guter Grund anzustoßen!

Also hoch die Tassen!

Du stehst bei mir jetzt übrigens auch drin, auch wenn ich mir eigentlich sicher war, dass da schon lange ein Link hierher wäre…

26. jenjen - Januar 21, 2007, 11:55

oh Mann, ich bin auch reingefallen…
aber eigentlich wollte ich nur sagen, dass ich gelesen hatte: jemand hat von seiner Familie diese Namenspatenschaft geschenkt bekommen. Das daraus ein Sturm entstehen würde, war da noch nicht abzusehen…

also: ich werde dafür sorgen, niemals ne Patenschaft fürs Wetter zu bekommen… (einen kleinen Stern hab ich ja schon und das muss reichen!) 😉

Prost


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