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Ich habe keinen Grund, November 15, 2006, 12:47

Posted by Lila in Land und Leute.
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mich aufs hohe Roß zu setzen und über die Medien zu seufzen, die den Qassam-Raketen erst dann Beachtung schenken, wenn etwas passiert – denn nicht nur der SPon, die Nachrichten von Channel 2 und ARD tun das, sondern auch ich. Jeden Tag sind hier in den vergangenen Wochen die Qassams geplumpst – nein, eben nicht HIER, sondern in Sderot, und das ist weit genug weg, und ich habe es zur Kenntnis genommen und gedacht, na hoffentlich passiert nichts. Und jetzt ist eine Frau tot und es gibt Verletzte. Ähnlich habe ich mich für mich selbst geschämt, als letztes Mal eine Qassam Todesopfer gefordert hat – die letzten Male waren es Kinder, wenn ich mich recht erinnere. Aber kann ich jeden Tag registrieren: wieder fünf Qassams in einem Feld neben Ashqelon gelandet? Ich bin doch nicht der Haaretz-Ticker.

Manchmal könnte man am Timing verzweifeln. Gerade, aber wirklich gerade fing die Diskussion um Chalutzens Amtsführung an, solche Formen anzunehmen, daß erste Andeutungen von Rücktritt umliefen —
(daß ich als Frau eines Chirniks nie viel von einem Airforce-Ramatkal gehalten habe, mag man als kritiklose Anerkennung der Genialität meines Mannes abtun – für den sind Leute wie Chalutz fliegende Schachtzanim, also Angeber, denen der Abstand aus der Luft die Sicht auf das, was auf dem Boden vorgeht, leicht verzerrt – wir hätten lieber Gabi Ashkenazi als Ramatkal gesehen, aber dieser Bandwurmsatz führt zu nichts als Seufzen, denn der letzte Ramatkal, dem ich persönlich vertraut habe, war Lipkin-Shachak, und auch da haben seine blauen Augen und seine intelligente Frau mein Urteil vermutlich beeinflußt…)

— und gerade meinte Olmert, sein Plan für die Westbank ist keinesfalls begraben…. gerade also Andeutungen, daß vielleicht doch andere Wege aus der Post-war-Krise gesucht werden als Eskapismus und Einbuddeln… da passiert sowas. Die beste Veranlassung für einfallslose Militärs und Politiker, von jetzt-erst-recht zu blöken und Gaza wieder ganz und gar zu besetzen. Dabei hat sich doch gezeigt, daß Qassams auch fliegen, wenn Gaza ganz in unserer Hand ist. Was statt dessen? Ja was weiß ich.

Ich gebe nicht so viel auf scharfe Kritik aus Deutschland, gebe ich gern zu, weil ich mir nur vorstellen muß, was in Jülich los wäre, wenn die Holländer mit kleinen Raketen täglich die Große Rurstraße beschießen würden, und wie schnell man da nach harten Maßnahmen rufen würde, um den Beschuß zu stoppen. Da würde ich ihnen aus der Ferne auch zurufen, „mal langsam, Leute, da stirbt doch nur alle paar Monate jemand dabei, das solltet ihr doch verkraften können, Hauptsache, es bleibt friedlich!“. Ich hab da auch noch nie einen konkreten Ratschlag gehört, nur so allgemeine Phrasen von Gutem Willen und Aufhören, so arrogant zu sein, und lauter so Sachen, mit denen ich prinzipiell übereinstimme. Aber die gegen Qassams irgendwie nicht richtig helfen. Auch da darf ich nicht in die Steigbügel klettern, um mich aufs hohe Roß zu schwingen, denn wie gesagt, auch meine konkreten Ideen sind sehr vielversprechend.

Doch eines muß ich sagen, auf die Gefahr hin, von Erst-und-nur-dieses-Post-Lesern sofort als eingefleischte Araberhasserin verteufelt zu werden (…und danke für die vielen Emails! much appreciated!) – ich gucke mir die letzen anderthalb Jahre an und verzweifle. „Die Palästinenser“ wollen die Besatzung beenden? „Wir“ auch. „Wir“ räumen den Gazastreifen, eine allgemein so verstandene Generalprobe für die Räumung der Westbank – für die nach Sharons Ausfallen Olmert das Mandat bekommt. „Die Palästinenser“ aber schießen aus dem geräumten Gebiet mit kleinen, nervigen Raketen, die nur selten, aber dann stets zivile Opfer fordern, auf „unser“ Staatsgebiet. Meinen sie, daß uns das ermutigt, ie Räumung der Westbank durchzuziehen – der Gedanke, daß sie dann in Jenin, Ramallah und Bethlehem genügend Platz haben, all ihre neuen Grads und Scuds auszuprobieren, kann uns doch nicht ganz geheuer sein. Ich würde mich eigentlich gern an die Grenze stellen, ihnen meinen schönsten strengen Matronenblick schenken und rufen: „macht es uns doch nicht so schwer. Wollt ihr nun unseren Rückzug oder nicht? Wenn ja, dann sorgt dafür, daß die Bedingungen stimmen, sonst wird da NIE was draus. Und was soll dann aus uns allen werden?“

Ich habe hier „die Palästinenser“ und „uns“ in Anführungszeichen gesetzt, um klar zu zeigen, daß ich weiß, kein Volk ist eine homogene Einheit. Unter unseren Nachbarn gibt es die demonstrierenden Bauern, denen gutes Land von raketengeilen Banden weggenommen wird. Sie würden gern die von den Siedlern hinterlassenen Gewächshäuser übernehmen und eine erfolgreiche Landwirtschaft aufbauen, ich hab schon öfter über diese Schicksale geschrieben. Diese Bauern sind eigentlich meine natürlichen Verbündeten, sie und ich wollen dasselbe. Das ist etwas, das die Haudraufs aus Deutschland nicht kapieren -daß die Unterstützung für Raketenbauer und Bombenattentäter nicht nur Opfer bei uns fordert, sondern Hunger für Kinder in Gaza bedeutet. Wem diese Kinder, die nicht mal einen Teddybär haben, wirklich am Herzen liegen, der sollte uns helfen, die Banden mit ihren Raketen-Abschußrampfen auf Autodächern aufzuhalten.

Ich habe lange geglaubt, daß unter den Palästinensern diese Bauern und Bürger die Mehrheit sind, die genau wie wir einfach nur Ruhe und Frieden haben wollen, die ihre Kinder in die Schule schicken wollen, ihnen Teddybären oder Bücher kaufen wollen und die des Kampfs so müde sind wie ich. Seit dem Wahlsieg der Hamas habe ich Schwierigkeiten, diese Position mit so großer Selbstsicherheit zu vertreten wie zuvor. Immerhin haben wir Olmert und damit den Weg zur Aufgabe von Gebieten gewählt, die Palästinenser dagegen die Hamas und den Schwur zur Zerstörung Israels.

Nun stellt sich heraus, daß beide Wahlziele allzu großmäulig waren. So schnell wird die Westbank nicht geräumt werden, danke, ihr Qassambauer! (äh, das war sarkastisch gemeint), und so schnell werden auch wir nicht vernichtet werden.

Aber wer sich klaren Kopfes, ohne Voreingenommenheit und Ressentiments, die Lage ansieht, der kann sich schon nach einem hohen Roß sehnen. Und wenn nur, um damit so schnell wie möglich so weit weg wie möglich aus dieser Wirklichkeit zu entfliehen.

Kommentare»

1. Ruth - November 15, 2006, 16:33

Lila,

vielleicht koenntest Du allmaehlich den Gedanken zulassen und aushalten, dass es „den Palaestinensern“ nicht um einen eigenen Staat in den Grenze von 1967 geht.

Den Terrororganisationen (und zu denen zaehlt auch die Fatah) kann es nicht darum gehen, denn sie brauchen den staendigen Konflikt, um ihren Einfluss halten und ausweiten zu koennen.

Die pal. Bevoelkerung hat nicht nur die Hamas gewaehlt, sondern spaeter noch in einer innerpalaestinensischen Umfrage klar zu Protokoll gegeben, dass sie von der Hamas erwarten, Israel nicht anzuerkennen, obwohl das erneuerte Finanzhilfe bedeuten wuerde.

2. Schmages - November 15, 2006, 16:41

Ich bin dankbar für diesen tiefen Einblick in die Seele von dir und deinem Volk.
Denn ich hatte eigentlich aufgehört mich weiter mit dem Thema Israel und Palästina zu beschäftigen, weil die Nachrichten in mir eigentlich nur Resignation und Wut erzeugten. Jetzt aber lese ich spannende, witzige und manchmal auch schon fast poetische Artikel über Israel.

Denn hier in den Medien hörst du nur den Tod.

Du hilfst mir mit deinem Blog sehr Lücken an Wissen zu schließen um die Welt nicht nur in Schwarz und Weiß zu sehen.

Deshalb mach weiter so!!

3. Lila - November 15, 2006, 16:56

Liebe Ruth,

na gut, was sollen wir denn dann tun? So weitermachen wie bisher, in einem Kampf, in dem wir auf die lange Sicht chancenlos sind, oder aber die Palästinenser (notfalls mit internationaler Unterstützung) dazu bringen, zwingen, zu einer realistischeren Position zu kommen oder wenigstens danach zu handeln? Es haben schon andere politische Einheiten oder Völker den Weg von einer grandiosen Maximalforderung in die Realpolitik gefunden. Natürlich können wir das nicht allein, aber es wäre auf jeden Fall klüger, Bündinispartner für so ein Vorgehen zu suchen, als durch militärische Fashlot unsere moralische Stärke zu untergraben.

Ich meine, der letzte Krieg hat deutlich gezeigt, daß wir diese Art Kampf gegen Zivilbevölkerung so oder so nur verlieren können. (Nein, auch die andere Seite kann dabei ncht gewinnen, aber im Gegensatz zu uns haben sie kein Problem damit, unseren mangelnden Sieg als ihren Sieg zu feiern).

Ich weiß, daß wir uns da nicht einig sind. Aber ich möchte eine andere Politik nicht den Palästinensern zuliebe, sondern uns zuliebe. Ich möchte eine Grenze, eine unangefochtene Grenze, international anerkannt und zu verteidigen.

Gut, ich weiß, guck dir an, was in Philadelphi abgeht, nicht sehr ermutigend. wir können ja nicht mal die Einhaltung der bereits bestehenden Abkommen durchsetzen.

Aber was wäre Deine Zukunftsvision? Daß wir die vielen Siedlungen weiter bewachen und subventionieren, daß noch unsere Enkelkinder mit der Wache in der Hand vor irgendwelchen Outposts patrouillieren? Meine Zukunftsvision ist vielleicht nicht sehr konkret, aber ich möchte gern sehen, daß den Palästinensern dieser Zahn von der Vernichtung Israels gezogen wird, und zwar nicht von uns (auf uns hören sie eh nicht), sondern von ihren Freunden, den Saudis und Ägyptern. Darauf müssen wir dringen.

Nicht, damit sie sich hinstellen und uns offiziell anerkennen (wir existieren so oder so), sondern damit sie endlich anfangen, eine Politik zu machen, die auf der Realität beruht und auf Vernunft. Ich möchte gern sehen, daß sie von den Europäern für eine vernünftige und realistische Politk mit Geldern unterstützt werden, nicht aber, wie es seit Jahrzehnten der Fall war, für eine destruktive und ziellose Politik.

4. Carsten - November 15, 2006, 20:08

Der letzte Absatz ist toll.

Ohne Witz – So fühlt es sich an, hier von außen: Die Wirklichkeit ist viel zu kompliziert. Was für ein Bild soll ich mir machen von einer Welt, deren Nachrichten nur daraus bestehen, dass schon wieder irgendwer irgendwen irgendwo irgendwie in die Luft gesprengt hat?

5. arabrabenna - November 15, 2006, 23:16

Wann immer ich solche Nachrichten höre tut es mir weh um alle, die drunter leiden, aber ich habe den starken Eindruck, daß in diesem Konflikt westliche Logik (oder wie auch immer man das nennen mag) fehl am Platz ist. Ich habe mich in letzter Zeit mal mehr mit dem Islam beschäftigt und entdeckt, daß gläubige Muslime ganz anders denken als wir. Ein deutscher Journalist, der in Jerusalem lebt erzählte am vergangenen Wochenende von seiner Begegnung mit einem Hamas Chef. Der hat ihm ganz klar gesagt, daß der Islam für Frieden ist. Das Wort Salam steckt schließlich im Wort Islam drin. Die Ungläubigen und Fehlgeleiteten (Juden und Christen) brauchen sich nur zum Islam kehren, dann wird Frieden sein. Ich schätze mal, daß wir diesen Tatsachen ins Auge sehen müssen, ob es uns paßt oder nicht. Paßt mir auch nicht, ist aber ein nicht zu unterschätzendes Faktum.

6. anneka-anath - November 16, 2006, 13:37

arabrabenna – ich hab richtig gelesen, Du meinst fuer einen FRIEDEN A LA HAMAS SOLLEN WIR ALLE MAL SCHNELL mOSLEMS WERDEN !!!!????? Und wenn nicht dann geht der Glaubenskrieg weiter…. Kopfschuettelnd Anneka (wieder in Schweden)

7. Lila - November 16, 2006, 13:44

Königin, Du hast zu schnell gelesen. A. meinte, sie hat in einem Gespräch mit einem Moslem kapiert, wie anders sie denken als wir, und daß die Tatsache, daß zwei Menschen mit einem Begriff, zB Frieden, operieren, noch lange nicht bedeutet, daß beide dasselbe meinen. Und das muß man natürlich bedenken.

8. Ruth - November 16, 2006, 15:22

Lila,

auf eine klare Unterscheidung zwischen Wunsch und Wirklichkeit kann nicht verzichtet werden, das gilt auch fuer uns. Meine Vision (Wunsch) fuer die Zukunft meiner Kinder unterscheidet sich nicht von Deiner.

Realistisch sieht die Alternative aber wohl eher so aus, 1) dass es den Staat Israel entweder noch gibt und auch meine Kinder in der Armee dienen muessen oder 2) dass es der Staat im Absterben begriffen ist, weil so gut wie jeder, der die Moeglichkeit dazu hat, aus einem Land auswandert, das regelmaessig von allen Seiten her mit Raketen beschossen wird oder jedenfalls beschossen werden kann oder 3) dass es den Staat nicht mehr gibt, weil Ahmadinejad von der Weltoeffentlichkeit unterschaetzt seine Drohung umsetzen konnte. Von diesen 3 Optionen wuerden wir beide wohl die erste waehlen, oder?

Die Bevoelkerungsmehrheit in Nazideutschland brauchte die verheerende Niederlage, um sich aus dem Wahn verabschieden zu koennen. Solange die Palaestinenser vor den Folgen ihrer eigenen destruktiven Politik bewahrt werden, haben sie keinerlei Anlass, eine konstruktive Politik zu machen. Emotional haben sie dermassen viel in das Ziel Zerstoerung Israel investiert, dass ihnen der Wechsel unglaublich schwer fallen wird.

9. arabrabenna - November 16, 2006, 18:20

Liebe anneka-anath!
Lila hat Recht, du hast da was falsch verstanden. Das mit dem Frieden hat ein Hamas Scheich zu einem deutschen Journalisten gesagt. Ich habe es nur wiedergegeben.

10. Lila - November 16, 2006, 19:17

Liebe Arabrabenna, mein Arabisch ist nicht gut genug, aber ich weiß, daß diese Herleitung von Salaam – Islam oft gemacht wird. Inwieweit das stimmt? Hier ein paar Stimmen dazu:

http://www.whitehouse.gov/news/releases/2001/09/20010917-11.html
http://answering-islam.org.uk/Terrorism/peace_concept.html
http://www.youngmuslims.ca/online_library/books/peace_in_islam/index.htm#peace_fighting
http://www.answering-islam.de/Main///Hoaxes/salamislam.html

Ein paar pro-islamisch, und auch islamkritisch. Vermutlich gibt es auch im Islam so´ne und solche, aber leider gibt es eine ganze Menge Gewaltpotential. Da muß man nur die Abendnachrichten gucken. Viel Gewalt von Moslems gegen andere Moslems bleibt von den westlichen Medien unbeachtet, weil Israel oder andere westliche Staaten eben nicht darin verwickelt sind.

Hier war neulich eine Aufstellung in der Zeitung, wie viele moslemische Opfer jeweils welcher Konflikt gefordert hat. Unserer hier kam auf einen der hinteren Plätze – anderswo kommen viel mehr Moslems um als durch uns. Aufrechnungen von Opferzahlen sind geschmacklos, deswegen habe ich das damals hier nicht zitiert, aber um ein Verständnis für die Größenordnungen der Konflikte zu bekommen, im Vergleich zu ihrer Medienprominenz, war es ganz lehrreich.

Die ersten Opfer radikaler Moslems sind meist moderate Moslems, siehe Algerien… und wir sehen weg.

11. Lila - November 16, 2006, 19:27

Ah, walla, und hier ist auch der Artikel über Opferzahlen in diversen Konflikten.
http://www.nrg.co.il/online/1/ART1/483/521.html

Wenn Du den Normalbürger in Europa fragst: „Wer hat die meisten Moslems auf dem Gewissen?“, wirst Du vermutlich von der Mehrheit die Antwort „ISRAEL!!“ hören. Irrtum.

The total count reaches about 60,000 Arabs killed in the framework of the Israeli-Arab conflict. Among them only several thousand Palestinians, although it is because of them, and only them, that Israel is the target of the world’s anger. Every Arab and Muslim death is regrettable. And it is okay to criticize Israel. But the obsessive and demonic criticism emphasizes a far more amazing fact: The silence of the world, or at least relative silence, in the face of the systematic extermination of millions of others by Muslim and Arab regimes.

Zum Vergleich Opferzahlen aus inner-moslemischen und anderen Konflikten:
Algeria summary: 500,000 to 1 million in the war of independence; 100,000 in the civil war in the 90’s.
Sudan summary: 2.6 million to 3 million.
Afghanistan Summary: One million to one and a half million, as a result of the Soviet invasion; about one million in the civil war.
Somalia Summary: 400,000 to 550,000 victims in the civil war.
Bangladesh summary: 1.4 million to 2 million.
Indonesia summary: 400,000 killed, with an additional 100,000 to 200,000 in East Timor
Iraq Summary: 1.54 million to 2 million victims.
Iran Summary: 450,000 to 970,000 victims.
Lebanon summary: 130,000.
Yemen summary: 100,000 to 150,000 fatalities
Chechnya summary: 80,000 to 300,000 fatalities.

Okay? Die Frage bleibt: wo sind die Mahnwachen, Demos und Proteste, die UN-Verurteilungen und Sanktionen, Boykotte und Sonntagsreden gegen die Genozide, die in der islamischen Welt Millionen von Toten fordern?

Nirgends. Die Leute erwachen erst, wenn Israel oder die USA ihre Finger in der Sache haben. Ansonsten: nada. Diese Opfer, Bangladesh, Somalia, Ost-Timor, haben keine Lobby. Keine UNRWA, kein UNIFIL, nichts. Kofi Anan redet nur selten von ihnen. Die deutschen Friedensfreunde interessieren sich nicht für sie.

Eigentlich hätte ich das „groß“ posten sollen, vielleicht verschieb ich es mal. Für heute hab ich genug gepostet. Aber empörend ist die Gleichgültigkeit der Welt schon.

12. arabrabenna - November 17, 2006, 13:40

Liebe Lila!
Danke für diese Infos! Hin und wieder habe ich gelesen, daß gerade auch in den palästinensischen Gebieten mehr Menschen durch die eigenen leute umgebracht werden. Leider ist mein Englisch ziemlich mangelhaft, so daß es mich einige Mühe kostet, Nachrichten in dieser Sprache zu lesen. Inzwischen lasse ich mir von der israel. Botschaft in Berlin den News Letter schicken und im Internet lese ich bei http://WWW.israelnetz.de die Nachrichten. Da schreibt z.B. der Journalist, den ich erwähnte. Er heißt Johannes Gerloff und ich habe den Eindruck, daß er sich wirklich um objektive Nachrichten bemüht.
Liebe Grüße für heute, ich muß los!
P.S.habe ausversehen einen Blog eröffnet, jetzt aber beschlossen, ihn mit Inhalt zu füllen. Wird aber erst nächste Woche. Bin in solchen Dingen etwas unerfahren. Muß mich mal beraten lassen.

13. Marlin - November 18, 2006, 15:25

Liebe Lila, ich muss dir widersprechen: Gerade DU solltest auf einem höheren Ross sitzen als die ganzen anderen Büro- Techno- und sonstige Kraten.

Du hast es einfach drauf. 🙂

Grüßle aus Berlin

14. Rosemarie - November 19, 2006, 20:12

Liebe Lila,

durch Zufall, bin ich vor einigen Tagen auf Deine Seite gestoßen und habe mit großem Interesse die November-Berichte gelesen (die anderen Monate werde ich auch noch lesen).
Danke, für die Infos über das tägliche Leben in Israel, für Deine Beiträge über die jetzige Situation aus Sicht der Israelis.
Die Medien in Deutschland berichten ziemlich einseitig und Israel kommt dabei nicht gut weg.
Hier ein Beispiel: Als dieser Tage Qassam-Rakaten auf Sderot eine Frau töteten und es mehrere Verletzte gab wurde in den Nachrichten auf WDR 5 erst berichtet, das die israelische Armee in den Gazastreifen eingedrungen sei und mehrere Häuser in die Luft gesprengt hätte. Dieser Einsatz währe 5 Stunden nach nach dem Vorfall in Sderot geschehen.

Deshalb, danke für Deine Beiträge, die mir auch die andere Seite zeigen.

15. Nur zur Erinnerung « Letters from Rungholt - März 2, 2008, 0:09

[…] 15. November 2006 : Ich gebe nicht so viel auf scharfe Kritik aus Deutschland, gebe ich gern zu, weil ich mir nur vorstellen muß, was in Jülich los wäre, wenn die Holländer mit kleinen Raketen täglich die Große Rurstraße beschießen würden, und wie schnell man da nach harten Maßnahmen rufen würde, um den Beschuß zu stoppen. Da würde ich ihnen aus der Ferne auch zurufen, “mal langsam, Leute, da stirbt doch nur alle paar Monate jemand dabei, das solltet ihr doch verkraften können, Hauptsache, es bleibt friedlich!”. Ich hab da auch noch nie einen konkreten Ratschlag gehört, nur so allgemeine Phrasen von Gutem Willen und Aufhören, so arrogant zu sein, und lauter so Sachen, mit denen ich prinzipiell übereinstimme. Aber die gegen Qassams irgendwie nicht richtig helfen. […]


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