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Es wird mal wieder Zeit Juli 28, 2006, 23:08

Posted by Lila in Rat und Tat.
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für ein bißchen zivilere Themen. Lange habe ich meine Leser nicht mehr mit einem Ausschnitt aus meiner Sammlung „Rat und Tat“ beglückt, meinen wunderbaren, unerschöpflichen Ratschlagsbüchern. Heute wieder einmal aus Elsa Veser-Duttis Klassiker „1000 Tips für die praktische Hausfrau“ von 1931, einem Buch, das meiner Oma gehört hat. Sie hat es mir geschenkt, als ich ein junges Mädchen war, damit ich mal sehe, wie schwer es die Frauen früher hatten.

Zum Einstieg (oder Wiedergewöhnen) also ein leichteres Thema, ein kosmetisches. Seite 231:

Haarpflege

Das beste und einfachste Mittel, das Haar zu waschen, ist folgendes: Man schabe gute, weiße Seife, koche sie unter Hizufügung von etwas Borax, und wasche mit der warmen, aber nicht heißen Lösung das Haar. Dann spüle man es mit warmem Wasser nach, bis der Seifenschaum entfernt ist. Nach dem Trocknen reibe man etwas Oliven- oder Klettenwurzelöl auf den Haarboden, was den Haarwuchs fördert und dem Haar Glanz verleiht. Die Brennschere ist zu vermeiden, ebenso kalte Duschen und Brausen. Auch minderwertige Öle und Pomaden haben schon manchen kräftigen Haarwuchs beeinträchtigt.

Oder: Zum Haarwaschen dient auch folgendes Mittel: 2 Eßlöffel Quillaja- oder Panamarinde koche man mit 1 Liter Wasser zusammen auf, lasse es so lange ziehen, bis die Brühe braun geworden ist, gieße dann die Flüssigkeit durch ein Tuch und verdünne sie mit warmem Wasser. Hierin wasche man gründlich Haarboden und Haar, spüle warm nach und trockne. Ist das Haar vollständig getrocknet, so reibe man den Haarboden mit etwas Olivenöl ein. Das Mittel ist vollkommen schadlos für den Haarboden.

Oder: Ein tadelloses Kopfwaschmittel ist ferner das in jeder Drogerie erhältliche Lavaren-Salz, von dem eine geringe Menge zum Waschen genügt. Das Haar wird vollkommen sauber, schön locker und glänzend.

Ein Wunder, daß die Leute sich überhaupt je zum Haarewaschen aufgerafft haben.

Kommentare»

1. Soeren Onez - Juli 29, 2006, 3:11

Nicht, dass ich vorhabe meine Haare mit dem Zeug zu waschen, aber es freut mich, dass du noch so bloggst wie vor einer Woche. War ja nicht da und habe auch wirklich nichts mitbekommen, lese mich jetzt mal durch um einen Überblick zu bekommen.
Das Phenomen, kein Fernsehen mehr sehen zu wollen, dass habe ich ganz sicher auch.[Ich beziehe mich auf deinen Artikel davor] Ich habe einfach nicht das Gefühl „richtig“ oder wahrheitsgemäß informiert zu werden. Ich weiß du willst es nicht, aber zusammen mit den auch mal kritischen Kommentaren halte ich deinen Blog für authentischer als die Medien. Les mich also mal bei dir durch die Woche. Später wasch ich mir dann vielleicht mit Bier die Haare
Altes Rezept von meiner Oma:-)

2. Soeren Onez - Juli 29, 2006, 3:12

Freu mich übrigens, dass ich wieder kommentieren kann, das ging nämlich vorher nie.

3. grenzgaenge - Juli 29, 2006, 20:48

hey leute, ich moechte aufch die „Blog Stats“ in meinem blogg unterbringen, auch wenn ich nicht auf so beeindruckende zugriffszahlen wie lila kommen werde. nun, das los der kleinen blogger ;-)) aber wie – zum t….. nochmal, bekomme ich die rubrik „Blog Stats“ auf meine seite ?? koennt ihr profi blogger da mal solidarische hinweise fuer verzweifelte geben ?? toda raba, euer grenzgaenger

* das passt im weitesten sinne auch zu „zivilen themen“ – hoffe ich *

4. Lila - Juli 29, 2006, 22:19

Oh je, wie habe ich das bloß gemacht??? Probier mal Dashboard, Presentation, Sidebar widgets. Und dann das Widget „Blogstats“ da in dieses komische Kästchen ziehen.

Und Zugriffszahlen.. tja, Y. meint, das sind sowieso immer dieselben paar Männeken, die sich aus Sorge um mich jeweils zehnmal am Tag einklinken. Mir sagen Zahlen nichts, ich hab die nie kontrolliert. Ich freue mich, wenn Leute kommentieren und zwar öfter, so daß ich sie „kennenlerne“. Aber Leser, die keine Spuren hinterlassen? Da weiß man doch nie, ob sie nicht denken „verblendete, arme Frau“, oder „die wird bestimmt vom Mossad alimentiert“ oder „miserable Rezepte“ oder „oh Gott, ´ne Lehrerin“… für mich nehmen die Zahlen erst Gestalt an, wenn sie kommentieren.

5. saxanasnotizen - Juli 30, 2006, 14:15

ALso jetzt werde ich auch mal einen Kommentar hinterlassen. Ich lese deine Seite regelmäßig, d.h. täglich und das hat auch Einfluss auf meine Meinung. In den achtzigern machte ich eine Reise durch Israel mit einem sehr sehr guten Führer. ER sagte, wir hätten schon längst die Schwerter in Flugscharen umgeschmiedet, wenn wir das könnten. Auch deine Erinnerung an die Karrikaturen läßt mich diesen Hass besser nachvollziehen. Man kann nichts dagegen tun. Auch deine Rezepte fürs Kopfwaschen habe ich – was das Olivenöl betrifft – nachvollzogen.
Es ist schon wahr, man macht sich Sorgen um Freunde in einem Kriegsgebiet. Ich habe noch den zweiten WEltkrieg als Kind miterlebt. Ich bekomme deshalb sofort wieder diese Angst, wenn ich auf Videos die Schüsse höre und die Soldaten und Panzer sehe.
Passt auf Euch.

6. saxanasnotizen - Juli 30, 2006, 14:16

Der Kommentar sollte unter den heutigen Eintrag.

7. Lila - Juli 30, 2006, 14:58

Ja, ich habe mehrere Anrufe von Verwandten bekommen, die als Kinder die Angriffe des Zweiten Weltkriegs miterlebt haben und denen der ganze Horror wieder hochgestiegen ist. Heutzutage ist auch alles so medial präsent, daß man nirgendwohin fliehen kann. Man läuft mit Wackersteinen im Bauch rum, es ist gräßlich. Vielleicht habe ich morgen wieder Hoffnung, ich will es hoffen, aber im Moment habe ich eher das Gefühl, wir fahren alle zusammen heißa zur Hölle.

8. Remington - November 23, 2006, 16:20

Das muss ja ein tolles Buch sein. Ich bin ganz hingerissen vom Satzbau und der Wortwahl…Muss dringend mal wieder ins Antiquariat.

9. Lila - November 23, 2006, 16:59

Ich habe mir nach der Lektuere dieses Buchs eine Art Handcreme zusammengemischt, die hat toll funktioniert.. Bestandteile: Eiweiss, eine Prise Salz, Eau de Cologne (hab ich mein gutes Jean Nate http://tinyurl.com/yjw3nq benutzt), was noch? Das habe ich im Kuehlschrank aufbewahrt und nach der Hausarbeit benutzt.

Ich guck das genaue Rezept noch nach, es war genau in derselben energischen Tonart abgefasst. Freut mich, wenn Dir das gefaellt, ich habe ein ganzes Regal voll mit den Dingern, und wenn ich das Gefuehl habe, die Welt um mich herum bricht zusammen, dann greife ich nach der Modernen Hausfrau von 1913 oder dem Kinderstuben-Lexikon aus demselben Jahr. Oder Monika, die Zeitschrift fuer die katholische Frau und Mutter, da hab ich mehrere Jahrgaenge von, 1906? Da wackelt das Weltgebaeude nicht, sondern ist fest auf Gaenseschmalz, kalte Waschungen und Trockenpflaumen gestellt.


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