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Eine schöne kleine Geschichte Juli 26, 2006, 18:20

Posted by Lila in Land und Leute.
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Ich bin immer dankbar, wenn ich so eine Geschichte finde, wie sie Ynet heute erzählt.

Verwundete, die nach den Raketenangriffen ins Rambam-Krankenhaus eingeliefert werden, werden dort von einem jungen Arzt aus Shfaram behandelt, der Nasrallah heißt. (Meine Freundin hatte mal einen Kollegen, der hieß Assad Nasrallah, auch schön). Er klingt sehr nett, der Dr. Nasrallah, und er ist nur einer von vielen arabischen Ärzten, Pflegern und Schwestern aus allen religiösen Gruppen, Christen, Drusen und Moslems, die in Haifa, Afula und überall sonst in den Krankenhäusern arbeiten. (Woran sich wieder mal zeigt, wie rassistisch der israelische Staat ist…)

„I treat whoever arrives at the Rambam hospital, without consideration of origin, religion, or nationality. I am Israeli and I am a resident of Israel – and I’m proud of that and the wonderful relations that exist in the Rambam hospital between all of the staff and patients, without regard for race or nationality,“ he says.

Die Krankenhäuser hier sind wirklich Vorbilder des Zusammenlebens, bestimmt auch wegen des medizinischen Ethos, auf dem ihre Arbeit begründet ist. Ärzte, die gemeinsam um das Leben von Kranken kämpfen, die wissen, daß wir von innen alle ähneln und daß wir alle dasselbe brauchen, um zu überleben – die gucken nicht mehr, ob ihre Patienten A-Hörnchen oder B-Hörnchen heißen. Da können wir uns alle ein Beispiel dran nehmen. Bravo, Dr. Nasrallah, Du gefällst mir.

Ich werde NIE den Arzt vergessen, der meiner Tertia das Leben rettete. Ja, alle Ärzte kämpften um ihr Leben, die russische Neueinwanderin, der streng religiöse orthodoxe Jude (den ich in meinem Schrecken für den Rabbi hielt, der mir mitteilen will…), alle Ärzte, alle Schwestern und Pfleger, das ganze Team. Doch der beste von allen war ein großer, schlaksiger Mann mit langen schwarzen Locken, der mich an meinen Bruder erinnerte, gern lachte und mich bat, ihn zu rufen, wenn ich aufs Klo muß – damit er an Tertias Bettchen wacht und mit ihr spricht, weil nur so ihr Sauerstoffgehalt im Blut zu halten war. Als wir nach Jahren mit Tertia zu einer Folgeuntersuchung kamen, erkannte er uns sofort, schnappte sich die Kleine, trug sie auf den Schultern ins Ärztezimmer und rief, „dieses Mädchen ist meins!“, und die Kleine strahlte. Das war Dr. Naif, ein Moslem und begnadeter Arzt. Wo immer er heute ist und was er tut, wir werden ihn nie vergessen, und ich bin sicher, ohne ihn hätten wir unser Mädchen verloren.

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