Kurze Nachrichten aus Israel April 2, 2013, 15:36
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In den Gefängnissen randalieren die palästinensischen Häftlinge – sie machen Israel für den Tod eines Gefangenen verantwortlich. Maisara Abu Hamdiyeh war (unter anderem) an der Planung des Attentats auf das Cafe Kafit in Jerusalem beteiligt, das 2004 beinahe zur Ausführung gekommen wäre. Er wurde zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt.
Im Februar wurde unheilbarer Speiseröhrenkrebs bei ihm diagnostiziert. Die bürokratische Prozedur seiner vorzeitigen Freilassung aus humanitären Gründen ging nicht schnell genug über die Bühne, und der Mann starb im Krankenhaus in Beer Sheva. Nun haben die palästinensischen Häftlinge einen neuen Märtyrer und wüten.
Palestinian Authority Minister of Prisoner Affairs Issa Qaraqe accused Israel of medical negligence and demanded an international investigation of Abu Hamdiyeh’s death.
Qaraqe described the death as a “heinous and dangerous crime that was deliberately committed as a result of medical negligence.
Aber ja, immer nur her mit dem internationalen Komittee, der Richter Goldstone ist doch nicht etwa schon in Ruhestand getreten?
Bestimmt erinnern sich noch Leser an die Qassam-Raketen, als Obama zu Besuch war? Eine der Raketen wurde nicht gefunden – bis heute früh. Als nach den Pessach-Ferien ein Kindergarten wieder geöffnet werden sollte, fand man die nur teilweise explodierte Rakete dort. Riesiges Glück gehabt. Nicht auszudenken….
Außerdem beschäftigt der arabische Paramedic, der hoffentlich der kleinen Adele Biton das Leben gerettet hat, die Medien weiter. Er wurde gestern bei der Mimouna-Feier im Ort der Bitons als Held gefeiert. Ich hoffe, daß die Kleine sich erholen kann.
Das sind drei Nachrichten, die vielleicht außerhalb von Israel nicht viel Widerhall finden, uns aber wichtig sind.
Knallharte Beweise April 1, 2013, 13:53
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Wer noch nicht hier war an einem Sharav-Tag, der glaubt mir bestimmt nicht. Aber bitte, ich kann Beweise vorlegen.
Der Blick vom Balkon in Richtung Nordosten – bei klarer Luft, bei Gewitter.
Derselbe Blick – man erkennt, daß dort Berge liegen (auf denen die libanesische Grenze verläuft).
Und heute. Nein, es ist nicht nur die neue Blätterpracht meines treuen Ombus, der jeden Versuch meines Mannes, ihn vom Dach fernzuhalten, mit trotzigen neuen Zweiglein und Blättern beantwortet. Die Welt ist weg, ausradiert, in Staub gehüllt.
Ebenfalls vom Balkon photographiert, aber in Richtung Nordwesten – in Richtung Meer. Das Meer reflektiert so stark, daß man es nur selten auf Bildern einfangen kann, aber man kann deutlich erkennen, daß auf dem Hügel gegenüber Goren liegt, nicht wahr? (Wo die Fabrik explodiert ist). Heute ist Goren weg, retuschiert, nicht mehr vorhanden.
Noch nicht überzeugt? Das ist die Aussicht aus unserem Schlafzimmerfenster. An einem gewittrigen Tag, an einem klaren Tag. Auch in diese Richtung sehen wir Hügel oder was man hier Berge nennt.
Aber nicht heute. Sie sind weg.
Ja, das sieht aus wie Nebel, aber es ist keiner. Es ist warmer, ekelhafter, staubiger Sand, den ich morgen von den Möbeln und Böden wischen kann, der sich auf die Fenster und Bücher und Kleider legt. Heute sitzt er in der Nase, den Augen und kitzelt. Dazu fegt ein aggressiver Wind, der mich nachts wachhält, und das Licht draußen ist braungelb, so daß normale Lampen lila wirken. Wir warten jetzt darauf, daß der Sharav “bricht”. Ich wünsche niemandem was Schlechtes, aber der Sharav kann meinetwegen auf Dauer brechen und nie mehr wiederkommen.
Unwiederbringlich April 1, 2013, 11:13
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Eine uralte Synagoge in Damaskus ist zerstört, die Jobar-Synagoge. Die Existenz solcher Altertümer, 2000 Jahre alt, beweist, daß Juden im Nahen Osten heimisch waren, Hunderte von Jahren vor der Erfindung moderner Nationalstaaten. Daß ein Zeugnis dieser Geschichte jetzt dahin ist, tut mir weh, auch wenn ich diese Synagoge niemals hätte besuchen können. Die Altstadt von Aleppo ist auch so ein Verlust. Ich habe Angst, daß am Ende auch Dura Europos dran glauben muß – dabei war es immer mein Traum, da mal hinzufahren, Hauskirche, Synagoge und Mithräum anzusehen.
Auf iranischen und arabischen Seiten kreisen auch andere Interpretationen der Zerstörung – es waren natürlich verkleidete Zionisten, die ja überhaupt für die ganze Krise in Syrien zuständig sind. Ob jemand dieses Zeug glaubt?
Barbaren in Aubin März 29, 2013, 0:20
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Yariv Horowitz ist ein israelischer Filmemacher, der einen Film gegen die Besatzung gedreht hat. Für den Mob junger Araber, die Horowitz bewußtlos geprügelt haben, ist es egal, ob der Regisseur für oder gegen die Besatzung ist – er ist ein Feind und muß zusammengeschlagen werden. Das war bei einem Film-Festival in Aubin in Frankreich. Haaretz vermerkt, daß man nicht weiß, ob die Araber wußten, daß sie einen Israeli verprügeln. Das fällt für sie wohl in die Kategorie “teuflischer Zufall”. In der Jerusalem Post heißt es, die französischen Behörden gehen von einem rassistischen Hintergrund aus. Horowitz hat sich schnell erholt, aber findet Ihr nicht, daß die Angriffe auf israelische Kulturschaffende langsam unangenehm überhand nehmen? Ich werde wohl tatsächlich nicht um eine Blogkategorie Barbaren herumkommen.
Spät und müde März 29, 2013, 0:14
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kam Secundus nach Hause. Y. holte ihn aus Akko ab, ich kochte ihm einen ziemlich großen Pott Paprika, Reis und Fleisch, wie er es gern mag. Nicht immer erzählt er uns viel, aber heute hatte er viel auf dem Herzen. Das Lazarett in 105 ist wohl nicht ganz neu, und es war ein riesiger Aufwand, bei sehr starkem Wind die Zelte aufzustellen. Secundus sagt, zu zehnt hielten sie die Planen fest und flogen alle davon. Die Armee stellte extra einen Bautrupp an, um tiefe Löcher in den Boden zu bohren, sonst hätte man die Zelte gar nicht verankern können. Mobile Röntgenzimmer und OPs und eine besondere Reserve-Einheit von erfahrenen Ärzten und Pflegekräften, alles wartet auf den Einsatz. Die Ärzte meinten, bei dem Wind kann man in Zelten nicht arbeiten, und sie stellten statt dessen Container auf.
Die “leichtverletzten” Syrer, die vor Ort behandelt wurden, hatten Verletzungen, die ich nicht als leicht bezeichnen würde, sondern als schrecklich… aber im medizinischen Jargon gilt wohl alles, was nur schmerzhaft ist und verstümmelt, nicht aber lebensbedrohlich ist, als mittelschwer oder leicht. Im Vergleich zu anderen Einsätzen handelt es sich um Verletzte, die schon seit ein oder zwei Tagen mit ihren Verletzungen leben, sich zur Grenze geschleppt haben, sich in gewisser Hinsicht daran gewöhnt haben. Also nicht der Schock, die Überraschung und das Entsetzen, das die Sanis bei anderen Einsätzen sehen. Nur Verletzte, die lebensrettende OPs benötigen, wurden in Krankenhäuser transportiert, und jetzt, wo das mobile Feldhospital fertig ist, ist auch das nicht mehr nötig. Sie können an Ort und Stelle behandelt werden.
Ich habe Secundus gefragt, ob sie sich mit den Syrern verständigen konnten, und er sagte, selbstverständlich. Er hat ja schon auf der Schule Arabisch gelernt und kann es jetzt noch besser. Er sagt, es war kein Problem, mit ihnen zu sprechen. Er hat auch erzählt, daß die Soldaten untereinander diskutiert haben, wie weit unter diesen Umständen Hilfe gehen kann oder soll – immerhin sind mehrmals israelische Soldaten gezielt aus Syrien beschossen worden, und es ist nicht selbstverständlich, daß diese Mühen für Feinde gemacht werden. Aber letztendlich, sagt er, waren sich die Sanis sowieso und auch die anderen Soldaten einig, daß man helfen muß, wenn man kann.
Als Quarta fragte: aber hassen die uns denn nicht?, hat Secundus ihr erklärt, daß manche uns hassen, andere nicht, aber daß wir keinen Haß auf einzelne Menschen eines Volks fühlen, auch wenn wir mit dem Volk keinen Frieden haben oder die Regierung dieses Volks Haß gegen uns predigt. “Wenn du in Deutschland einen Iraner träfst, würdest du dich nicht mit ihm unterhalten wollen?” “Kommt drauf an, ob er Israel haßt oder nicht,” meinte Quarta. Secundus meinte, in lebensbedrohenden Situationen spielt Haß keine Rolle mehr, und er tut seine Arbeit, egal wen er vor sich hat.
Interessant auch, daß es zwar Kombattanten sind, die er behandelt hat, aber (höchstwahrscheinlich) eben keine ausgebildeten Soldaten. Es ist ein brutaler Krieg, ein Bürgerkrieg, ein Bruderkrieg, der sich ganz nah bei uns abspielt und der mir heute durch Secundus´ Erzählung noch näher gekommen ist. Was tun wir, wenn zivile Flüchtlinge an unsere Tore klopfen und um Einlaß bitten? Wir nehmen Flüchtlinge aus Afrika auf, können wir vor den Nachbarn die Tür abschließen? Was würden wir tun, und was würde sich auf Dauer daraus ergeben?
Einige der post-kolonialen Staatsgebilde sind in Gefahr, zu zerfallen, in die Stämme und ethno-religiösen Gruppen, die durch gerade Linien auf der Landkarte in einen Staat gezwungen wurden. Im Balkan haben wir so etwas auch schon gesehen. Wie wird es in Libyen oder Syrien in zehn Jahren, in dreißig Jahren aussehen? Keiner kann es vorhersagen. Angesichts der Unwägbarkeiten – wie viel Mut zum Risiko darf man Israel in dieser Nachbarschaft abverlangen?
Es sind kleine Geschichten und Einzelfälle, bisher, darum wundert es mich nicht, daß die internationalen Medien sich nicht dafür interessieren, was israelische Soldaten und Sanitäter an der Grenze tun. In Jordanien und der Türkei und im Libanon sind so viele Flüchtlinge gelandet, auch über sie hört man wenig. Mir kommt die Geschichte groß vor, weil mein Secundus dabei ist. Aber auch wenn die Geschichte größer wäre, weiß ich nicht, wie die normalen deutschen Medien darüber überhaupt berichten können. Manchmal kommt es mir vor, als ob sie außerhalb des Palästina-Israel-Konflikts gar kein Interesse an Palästinensern oder Israelis hätten, und auch gar kein Vokabular. Was nicht ins Schema paßt, ins Narrativ, das bemerkt man vielleicht gar nicht.
Konsequenzen März 28, 2013, 20:25
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Die Armee hat die Konsequenzen aus den Vorfällen an der syrischen Grenze gezogen. In den letzten Wochen haben mehrmals verletzte syrische Kämpfer am Grenzzaun um Hilfe gebeten und sind in Israel behandelt worden.
Welche Konsequenz? Wollt ihr raten? Nach allem, was ihr aus den Medien über Israel hört, was wäre eine typisch israelische Konsequenz?
Ein Feldhospital natürlich.
In light of the steady increase in the number of wounded SyriansIsrael has been treating, the IDF has set up a “military field hospital” at army outpost 105 in the Golan Heights, AFP reported Thursday.
Israeli officials confirmed that the hospital was set up to treat injured Syrians near the border fence and avoid having to evacuate them to hospitals inside the country.
Oh, diese Unmenschen.
Noch eine Berlin-bezogene Frage März 28, 2013, 8:17
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eines Mitreisenden, die ich hiermit weitergebe. Er möchte eine Sim-Karte für seinen i-pad kaufen, sobald wir landen (Schönefeld). Hat jemand einen Tipp? Ich bin seit 25 Jahren nicht mehr in Schönefeld gewesen… und von allem, was mit i anfängt, habe ich keine Ahnung. Aber da sich Eure Tipps bisher bewährt haben, meinte er: frag doch mal in Deinem Blog, da wird doch bestimmt jemand wissen, wo man sowas kauft. Hoffen wir´s
Steine März 27, 2013, 19:31
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Das kleine Mädchen, Adele Biton, das so schwer verletzt wurde bei einem Autounfall, der durch Steinwürfe auf das Auto ihrer Mutter ausgelöst wurde, schwebt nach wie vor in Lebensgefahr. An ihr Krankenbett kam auch der Rettungssanitäter, der Ersthilfe geleistet hat – ein Araber. Immer wieder erweist sich der medizinische Bereich als der menschlichste (nein, nicht Dr. Rantissi, aber sehr sehr viele andere). Wer helfen kann, hilft ohne Ansehen der Person. Vielleicht hat sein schnelles Eingreifen ihre Überlebenschancen verbessert.
Ich hoffe, daß die Kleine durchkommt. In die Eltern kann ich mich sehr gut reinversetzen, auch wenn die Umstände bei uns damals anders waren. Aber so hilflos danebenzustehen,wenn das Kind leidet und man es vielleicht verlieren könnte – das ist so ziemlich das Schlimmste, was man durchmachen kann.
Wunderschön März 27, 2013, 18:45
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In der FAZ – Bilder aus einer Glockengießerei in der Eifel, wo ich als Kind mal bei einer Klassenfahrt war, ich erinnere mich noch ganz genau. Dazu die Erläuterungen eines Glockengießers. Manche Arbeiten kann man eben nicht abkürzen, automatisieren, modernisieren. Höchstens daß der Kran die fertige Glocke aus der Grube hebt statt Menschenkraft, und daß der Ofen nicht mehr mit Kohle oder Holz beheizt wird. Aber die Arbeit tun Menschenhände.
Ich habe großen Respekt vor Menschen, die sich bei der Arbeit die Hände schmutzig machen, sich körperlich anstrengen und genau wissen, was sie tun, ob es Hebammen, Fliesenleger, Bergleute, Posamentierer oder Glockengießer sind. Manchmal scheint es so, als würde alle Welt nur noch im Büro arbeiten, alle sind Manager, alle tun ihre Arbeit vor Bildschirmen. Nein.
Die Bilder sind sehr schön, und ich kann gar nicht sagen, wie sehr mir das Läuten der Glocken fehlt. Einmal bin ich an einem Sonntag an einer Kirche in Haifa vorbeigefahren, da bin ich aus dem Bus gestiegen, um dem Läuten zuzuhören.
Verwundete Syrer März 27, 2013, 16:04
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haben auch heute den Weg an den Grenzzaun gefunden, und sind wie zuvor eingelassen und behandelt worden. Zwei Leichtverwundete wurden von Sanis an Ort und Stelle behandelt, zwei Schwerverletze liegen in Nahariya im Krankenhaus. In Zfat liegt übrigens noch immer der Schwerverletzte von der ersten Aufnahme, in Intensivpflege. (Wer dafür zahlt? Keine Ahnung. Vermutlich der rassistischste Staat der Welt, der partout boykottiert werden muß. Ob Assad oder die Rebellengruppen einen Kassenwart für solche Ausgaben haben? Wohl kaum.)
Übrigens sind die verletzten Syrer Einwohner des syrischen Teils der Golanhöhen. Die Leichtverletzten werden sich bestimmt interessiert im israelischen Teil umsehen. Hoffentlich sind sie nicht so klug wie Eli Cohen.
PS: Ich habe gerade mit Secundus telefoniert. Er hat bestätigt, daß der Bericht bei Ynet korrekt ist. Und ja, er war einer der Sanis, die die Syrer behandelt haben. Bilder wird es nicht geben, aus Sorge um die Syrer und was ihnen zustoßen könnte, wenn sie zuhause in Syrien erkannt werden.
Mein tüchtiger Secundus.
Ich lese soeben, daß einer der Schwerverletzten gestorben ist. Jetzt wäre doch der richtige Moment für die europäischen Medien den Fall aufzugreifen – Schlagzeile: “Israel kidnappt schwerverletzte Syrer zwecks Organraub”.
Reumütig März 25, 2013, 15:39
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Die marokkanischen Nachbarn von gegenüber halten im Garten ein wahnsinnig lautes Karaoke-Seder-Aufwärm-Fest. Das Leben in einer marokkanischen Großfamilie hat auch Schattenseiten… stellen die Töchter fest, die ja ganz gern marokkanisches Essen hätten.
Eines der Lieder als Kostprobe.
Jetzt stellt Euch das als Familien-Karaoke vor.
Vor einem Jahr März 25, 2013, 13:15
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haben wir hier über die Beduinen auf dem Sinai diskutiert. Damals waren Raketen auf Eilat der Anlaß. Ich habe damals gesagt:
Im Sinai muß aufgeräumt werden, aber wir können das nicht machen. Das müssen die Ägypter anpacken. Sonst entsteht ihnen da ein beduinischer Freistaat, der nur von Menschen-, Waffen- und Drogenschmuggel lebt, von Unterstützung des Terrorismus jenseits der Grenzen, und in dem kein Gesetz herrscht.
In Camp David haben die Ägypter den Sinai von Israel zurückbekommen. Es wäre schön, wenn sie ihn so in Ordnung halten würden, daß Ägyptens Nachbarländer ihn nicht fürchten müssen. Vielleicht sollten die USA, die den Vertrag damals vermittelt haben, die Ägypter mal sanft daran erinnern, daß das ihre Verantwortung ist.
Die Kommentare sind leider ziemlich entgleist, und ich würde sie gern nachträglich etwas souveräner umfälschen
… aber heute fiel mir dieser Wortwechsel wieder ein.
Der Sinai, der Ägypten mit Israel verbindet, ist zum Ort des Martyriums für Tausende Migranten aus Subsahara-Afrika geworden. Sie kommen aus Eritrea, Somalia und dem Sudan und hoffen auf ein besseres Leben in Israel oder Europa. Unterwegs werden sie gekidnappt, festgehalten, gefoltert. Kriminelle Beduinen erpressen Lösegeld von den Familien der Geiseln in deren Heimatländern. Nicht selten quälen sie die Afrikaner bis zum Tod. Die Regierung in Kairo ignoriert die grausamen Verbrechen.
Es ist fast unerträglich, diesen Bericht zu lesen, so grausam sind die Verbrechen, die dort begangen werden, jenseits aller Rechtsstaatlichkeit. Israel warnt davor schon länger, und Israel nimmt auch Flüchtlinge auf. Der Artikel vergißt zu erwähnen, daß in Israel inzwischen Zehntausende Flüchtlinge leben, besonders in ohnehin schon sozial schwachen und armen Gegenden.
Wenn einer von ihnen ein Verbrechen begeht (was mit erschreckender Regelmäßigkeit geschieht, besonders Vergewaltigungen haben in letzter Zeit von sich reden gemacht), dann protestieren die Anwohner dagegen, werden aber mit dem Vorwurf des Rassismus abgespeist. Richtige Vorstellungen, was der Staat Israel tun soll, um diesen Menschen wirksam zu helfen und sie nicht nur einfach abzuschieben in das Elend, aus dem sie kamen, hat keiner, die Frage ist auch, ob Israel das kann, soll, ob es nicht nur weitere Hoffnunglose auf eine Odyssee lockt, die grauenhaft enden kann.
Kurz, wir haben dieses Problem vor der Haustür. Meine beiden Söhne waren bei Einsätzen dabei, um solche Flüchtlinge an der Grenze aufzupicken und zu retten, bevor sich von ägyptischen Soldaten erschossen werden konnten, und Secundus hat die Todesschreie eines Mannes gehört, der es nicht geschafft hat.
Vielleicht nimmt es ja jetzt auch mal jemand anders zur Kenntnis. Oder fragt sich mal, wie es kommt, daß Sudanesen und Eritreer, Moslems wohlgemerkt, ausgerechnet nach Israel fliehen wollen, in diesen brutalen Apartheids- und Polizeistaat. Und ob Israel wirklich moralisch so verkommen ist, wenn es Menschen aufnimmt, und sie nicht vor Lampedusa ertrinken läßt.
Es kann jedenfalls nicht so weitergehen. Und ich sage das ohne eine Spur von Rassismus.Falls ich das noch mal unterstreichen muß.
Mondkalender März 25, 2013, 10:44
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Irgendwie sehr verwirrend, diese Feste. Ich erinnere mich, daß vor vielen Jahren der Karfreitag auf Purim fiel. Dieses Jahr fällt er in die Woche nach dem Sederabend (der heute ist, wir sind bei Schwiegermuttern im Kibbuz, wo seid ihr?). Dauernd bewegen sich die drei Ringe, säkulares Jahr, Kirchenjahr, jüdisches Jahr, gegeneinander. Das ist einerseits sehr interessant und faszinierend, und wäre ich mathematisch ein bißchen schlauer, dann verstünde ich es auch besser. Aber wie gesagt, es ist auch verwirrend, sich jedesmal wieder neu zu tarieren. Bei mir kommt dann noch das akademische Jahr hinzu mit seinen Semestern und vorlesungsfreien Zeiten und Semesterferien.
Meine Nachbarn bereiten sich alle auf Pessach vor. Nachbar Moshe hat im Garten ein Feuerchen gemacht, nach dem Juchzen der Enkelchen zu schließen, werden dort Mazzot gebacken. Ich habe seit heute früh um halb sechs insgesamt 23 Fenster und vier Glastüren geputzt, von innen und außen, allerdings nicht dem Frühlingsputz-Standard meiner Oma entsprechend, sondern mehr nach dem Standard “ach guck mal, da draußen wachsen ja Bäume, schön, die auch mal wieder zu sehen”. Im Haus habe ich schon in den vergangenen Tagen gehaust – im wahrsten Sinne des Wortes. Gleich fangen Tertia und ich an zu kochen – sie will eine Fischsuppe machen, ich ein Zitronenhühnchen. Der Lebensgefährte meiner Schwiegermutter setzt trotz schwerer Krankheit und allgemeiner Schwäche seinen Stolz darein, uns fürstlich zu bewirten, eigentlich ist Gegenwehr zwecklos, aber wir bringen trotzdem was mit.
Jedenfalls werde ich mir wieder mal das schöne Buch über die christliche Zeitrechnung zu Gemüte führen und danach wieder das Gefühl haben, daß ich es fix verstehe, diese ganzen Möglichkeiten, ein Jahr zu unterteilen und in die Zeitachse Pfähle einzuschlagen, nach denen gezählt wird. Als Kind fand ich den französischen Revolutionskalender so schön, wegen der ordentlich sortierten und anschaulichen Namen. Ich bin im Floreal geboren, klingt doch toll. Der 5. Germinal ist heute, wenn man dem Umrechner trauen darf. Auch 14. Nisan klingt besser als 25. März. Überhaupt sind die hebräischen Monatsnamen schön und werden gern als Vornamen verwendet – merkwürdigerweise oft für Kinder, die in ganz anderen Monaten geboren werden. Ich kenne Sivan, Elul und Adar, alles Mädchen. Oh, und auch eine Mai, die allerdings im September Geburtstag hat.
Gut, ich muß weiter putzen, irgendwie steckt das an, ich fühle förmlich die Wellen der Putz-Energie, die über das Land schwappen, an diesem herrlichen, frischen, blaugrünen Frühlingstag.
Noch immer nicht repariert März 24, 2013, 15:22
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Die Schäden in unserer abgehängten Decke aus Rigipsplatten – die Druckwelle der Explosion in Goren ist zehn Tage her. Der Mann von der Versicherung, der die Schäden schätzen kam, meinte, wir können von Glück sagen, daß uns das Ding nicht auf den Kopf gerasselt ist (was mir allein schon wegen der dort lebenden extragroßen Spinnen sehr contre coeur ginge). Inzwischen wissen wir auch, daß der Schwerverletzte noch immer auf der Intensivstation ist, Brandverletzungen, der arme Mann, und daß nur durch ein Wunder die Arbeiter dem Tod entkommen sind – sie warteten alle draußen auf ihre Fahrgelegenheiten. Die Schicht war gerade fünf Minuten vorher beendet.
Angeblich gab es noch ein zweites Lager, viel größer. Wenn das in die Luft geflogen wäre, sähe es aber ganz anders aus bei uns. Keiner in der Gegend wußte überhaupt, daß es diese Fabrik gibt. Die Gerüchte kann man sich vorstellen.
Mal gucken, wie lange es dauern wird, bis das magische Dreieck Versicherung – Hausbesitzerin – Handwerker uns von diesem häßlichen Riß (und vielen anderen, kleineren) erlöst.
So sieht es jedenfalls an der Unfallstelle, nur wenige hundert Meter von uns entfernt, aus:
Dauernd sehe ich dieses Auto… März 24, 2013, 15:07
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… und neulich haben wir mal ein Bild gemacht.
Body parts – klar, es sind Autoteile, die da beworben werden, aber ich zucke trotzdem jedesmal ein bißchen. Es gehört auf jeden Fall in meine Sammlung.
Wenn die Geschichte stimmt… März 24, 2013, 12:02
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… was man nicht ohne weiteres voraussetzen kann, dann ist klar, warum Ben Zygier im Gefängnis saß. Und auch, warum seine Festnahme auf gar keinen Fall durchsickern sollte, weil damit die Hisbollah weitere Schlußfolgerungen ziehen konnte.
Dann hatte er also den Verrat an zwei Libanesen auf dem Gewissen. Kein Wunder, daß er damit schwer fertig wurde. Ich beneide niemanden, der in die Hände der Hisbollah fällt, als Spion Israels.
Wie gesagt, ob es stimmt oder nicht, wissen wir nicht, und auch nicht, wie es genau passiert ist, was er sonst noch an die Hisbollah verraten hat, ob er es mit Absicht und aus welchen Gründen, oder aber aus Dummheit getan hat.
Augen auf den Golan März 24, 2013, 11:06
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Gestern das bereits erwähnte Feuer auf den Jeep, heute auf eine Patrouille zu Fuß. Diesmal hat Israel zurückgeschossen. Bei der Entscheidung zwischen ignorieren und reagieren balanciert man auf einer dünnen Linie. Wir wollen weder als ungefährliches Opfer oder Zielscheibe von Provokationen gesehen werden (kann man sich in dieser Nachbarschaft ohne Beißhemmung einfach nicht leisten), noch leichtsinnig eine Eskalation in Gang bringen. Ich muß mich darauf verlassen, daß die Menschen, die diese Entscheidungen fällen, wissen, was sie tun.
Interessant auch, ob weitere syrische Verwundete wieder aufgenommen würden, sollten sie sich in Grenznähe begeben und um Hilfe bitten. Bisher hat Israel das zweimal gemacht und die Verwundeten behandelt. Sollten sich die Zwischenfälle häufen, wird das vermutlich nicht mehr der Fall sein, allein schon aus Vorsicht.
Bisher hat es keine Verwundeten gegeben, weder bei den Syrern noch bei uns. Wenn chalila das erste Mal jemand bei einem Schußwechsel verletzt wird, wird es vermutlich kritisch.
Übrigens hat Israel eine Beschwerde bei der UNO eingereicht – korrekt, wenn auch vermutlich vollkommen nutzlos.
PS. Ich habe Secundus angerufen – er ist unterwegs auf die Golanhöhen, aber noch nicht angekommen. Irgendwie klingt das Wort “Golanhöhen” ganz anders als zu Primus´ Zeiten….
Wochenanfang März 24, 2013, 9:13
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mit Shlomo Artzi.
Text ist hier:
According to the movement of the trains
you’ll be arriving soon
According to the glasses
the sun is in my eyes
According to the amount of policemen
a bomb will explode at any moment
According to the smiles of the soldiers
the train is about to arrive.
According to the movement of the world
everything is turning
According to the clouds
the rain will be coming soon
According to the movement of the legs
we’ll soon escape from here
According to the movement of the watches
Time won’t stand still
According to what I know
it’s the train of the night
You’re coming for two days
and I am not yet calm.
According to what I know
I bought you a ring
And I offer myself – if you’re clever
you’ll tell me ‘yes’.
Chorus:
Tell me yes, tell me no,
But tell me something here!
According to the movement of the trains
I will soon – start to run towards – the train.
According to history
There will never be eternity here
According to the newspaper sellers
there’s no peace, just promises.
According to the amount of roughnecks
soon murder will occur here
According to the bulletin boards
Maybe there’ll be a tomorrow.
According to the sages
soon Moshiach will come
According to daylight savings time,
the nights are already terribly hot.
According to the amount of aaa
soon a meeting will occur
According to the amount of kisses
we’ll never be separated.
Und wieder ein syrisches Geschoß März 24, 2013, 7:52
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auf einen Jeep in den Golanhöhen. Zufall, Irrtum, Absicht? Keiner weiß es.
Eines aber ist mir klar: die ganze Show um den Mavi-Marmara-Zwischenfall, um Entschuldigung mit oder ohne Kniefall ist nur deswegen beendet worden, weil Syrien zunehmend unberechenbarer wird, und weil Israel und die Türkei einander doch brauchen. Netanayhu hat eine weitere vorsichtig formulierte Entschuldigung abgegeben, die gar nicht viel weiter geht als das bereits vorher geäußerte Bedauern über den Verlust von Menschenleben, Erdogan hat sie akzeptiert und seinerseits kein bißchen Bedauern darüber ausgedrückt, daß eine schon länger anhaltende Kampagne seinerseits gegen Israel mit einer Pseudo-Hilfsflotte ohne Hilfsgüter, rein zu Propagandazwecken gestartet und mit gewaltbereiten Demonstranten bestückt, kulminiert ist. Netanyahu nimmt den Gesichtsverlust in Kauf, um Obama einen Gefallen zu tun und um wieder halbwegs normal mit den Türken zusammenarbeiten zu können, besonders militärisch.
Erdogan haßt Israel wie eh und je, und er hat Israel einen Gefallen damit getan, diesen Haß so unverhüllt zu zeigen, in vielen umjubelten Reden. Falls jemand die Illusion einer wirklichen Freundschaft gehegt hatte, ist diese Illusion nun dahin, und so möge es allen Illusionen gehen. Aber eine Kooperation, die die Auswirkungen einer Implosion Syriens minimieren kann, ist für alle Seiten gut. Israel ist isoliert, und auch eine minimale, kühle, mißtrauische Kooperation ist besser als gar nichts.
Wer weiß, was als nächstes aus Syrien kommt.
Hamas nimmt Salafisten fest März 23, 2013, 13:17
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wegen der auf Sderot abgefeuerten Raketen. Das ist wahrlich eine Neuigkeit. Wenn die Hamas ihrer Regierungsverantwortung nachkommt und die Abmachung einhält, nach der Israel nicht mehr beschossen wird, dann wären das gute Neuigkeiten. Ein größerer Durchbruch als so manches, was als Durchbruch gefeiert wird. Wenn die Hamas pragmatisch würde und es sich nicht nur um eine leere Geste handelt – das wäre gut für alle Seiten, nicht zuletzt für die Menschen im Gazastreifen.


















