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Musik für einen Herbsttag Oktober 31, 2009, 10:44

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Ich bin zu faul, nachzugucken, ob ich die schon mal hier reingestellt habe… Arik Einstein, Aviv Gefen, Ivri Lider.

Jeden Tag vier Stunden Juli 6, 2009, 17:03

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Lila am Stück, das hält selbst der stärkste Student nicht aus. Die Armen. Es sind alles gestandene Lehrer und Lehrerinnen auf dem Weg zu einem weiteren akademischen Feigenblatt, und sie sind nett, interessant und anregend. Natürlich kann ich von dem Material, das ich letztes Jahr so mühselig zusammengestellt habe, nur wenig gebrauchen, weil ich mich auf die Gruppe vollkommen einstelle und jede ihrer Anregungen aufnehme. Bei der Hitze in einer leeren Hochschule zu sitzen, während die Kinder zuhause nichts zu tun haben, ist nicht einfach. Es sind alles Familienväter und -mütter.

Ich bin so müde, daß ich gut schlafe, obwohl es nachts unerträglich heiß ist. Wir sind dabei, einen Flug in die alte Heimat zu buchen, nur für die Mädchen und mich. Primus wartet auf seine kurze regila-Zeit, also Kurzurlaub von der Armee, aber das reicht natürlich nicht für einen Urlaub in Deutschland. Secundus fliegt nach Polen. Bis dahin arbeitet er als shiputznik, hilft einer Familie im Kibbuz beim Umbau ihres Hauses. Dafür kriegt er gutes Geld und kann sich mit Hacke und Hilti austoben. Bisher reißen sie nämlich nur ein. Da der Mann selbst shiputznik ist, also normalerweise für andere Leute um- und anbaut, kann Secundus sogar noch von ihm lernen. Es macht ihm großen Spaß.

Tertia schuftet in der Küche der Feriensiedlung. Im Moment ist es dort so voll, daß die Arbeit unheimlich anstrengend ist. Meine großen Kinder kommen also müde und schweißgebadet wieder – Secundus in einer Wolke von Baustaub, Tertia in einer Wolke von Küchendunst. Und Quarta hat die Zahl der Stunden im Reitstall erhöht. Aber meist ist sie tagsüber im Kinderhaus, wo jeden Tag eine andere Aktivität läuft. So sehen im Moment unsere Ferien aus. Ich kann nicht behaupten, daß sie sich großartig von Nicht-Ferien unterscheiden. Na ja, bisher. Bis September haben wir ja noch ein bißchen Zeit…

Ach sooooo…. Mai 19, 2009, 9:34

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das ist natürlich was anderes.

Wieder zuhause Mai 8, 2009, 12:26

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Meine Jungens sind wieder da. Primus hat ein langes Wochenende. Das bedeutet für uns viel Wäsche (die Socken fallen m.E. unter die Regelungen betreffs Massenvernichtungswaffen, und Löcher haben sie auch), viel zuhören und von Zeit zu Zeit eine Umarmung mit dem Jungen. Er vermißt uns, wir ihn auch.

Auch Secundus ist wieder da – er war vier Tage lang in Sde Boker, bei der Gadna, ganz nah bei Primus´ Basis. Dabei haben wir eine Gadna-Basis fünf Minuten von hier entfernt. Aber im Negev ist es natürlich viel interessanter, und in Sde Boker ist Ben Gurions Grab. Es hat ihm erwartungsgemäß gut gefallen, auch wenn das Essen miserabel war und die Nächte kalt. Er hat sogar eine Urkunde gekriegt, weil er der Beste seiner Gruppe war.  Sie haben viel Sport gemacht, meint er. Ansonsten hat es ihn nicht sehr beeindruckt, denn er will ja zur Luftwaffe, Pilot werden (*ächz*).

Tja, ich weiß auch nicht. Einerseits würde ich alles, was Armee heißt, so lange wie möglich von den Kindern fernhalten, andererseits kann man sie auch nicht vollkommen unvorbereitet lassen. Ich habe gemischte Gefühle.  Aber ich bin immer froh, wenn ich sie alle vier zuhause habe, so wie jetzt. Wenn wir wieder alle um einen Tisch sitzen, bin ich zufrieden.

Oh, und meine Tertia hat ihre ersten Klausur geschrieben, deren Note als Vornote (oder so ähnlich) ins Abitur mit einfließt. Weder Primus noch Secundus habe ich je einen Handschlag als Klausurvorbereitung tun sehen, dabei hat Primus letztes Jahr Abi gemacht und Secundus ist nächstes Jahr dran – er ist ein Jahr weiter als Tertia und hat schon viele abitur-relevante Klausuren hinter sich gebracht. Primus hat mit mündlicher Mitarbeit wettgemacht, was ihm in den Arbeiten fehlte – er kann ja gut reden. Secundus ist noch nonchalanter und betätigt sich lieber als Verantwortlicher für alle möglichen Aktivitäten an der Schule. Dauernd organisiert er was. Seine Noten sind ihm egal, er schrammt gerade so durch, obwohl alle seine Lehrer ihn für begabt halten. Secudus hat schlicht Glück, daß an seiner Schule Engagement für die Gemeinschaft viel gilt und die Lehrer ihm keinen Strich durch die Rechnung machen. Keiner meiner Söhne hat auch nur eine Minute Schlaf über Noten verloren.

Tertia ist da ganz anders.  Sie hat einen genauen Zeitplan, wann welche Klausur ansteht und wie sie sich darauf vorbereiten muß. Und das tut sie dann tatsächlich. Sie arbeitet ihre Notizen und Bücher durch unDas Ergebnis ist bisher eine glatte Eins in Mathematik. Natürlich ärgert sie sich, daß sie die Eins plus so knapp verpaßt hat… Sie hat den Ehrgeiz, ein tadelloses Abitur zu machen. Schön, daß wenigstens eines meiner Kinder die Schule ernstnimmt.

Lied für Oz April 27, 2009, 19:23

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Neulich spitzte ich überrascht die Ohren, als Secundus ein Lied hörte, das ganz anders klingt als seine sonstige Kost. Ich fragte nach. Das ist von Idan Chaviv. Hm, sagt mir nichts. Auch Secundus kannte ihn nicht, er ist wohl irgendeiner Reality-Sendung entsprungen, die gänzlich an uns vorübergegangen ist. Ja, und das Lied ist für seinen Freund Oz Tzemach, der im Libanonkrieg vor fast drei Jahren gefallen ist.

Das Lied ist kein großes Meisterwerk, aber zusammen mit den Bildern von Oz paßt es ganz gut. Der Text ist einfach, aber Trauer macht keine großen Worte. Oh nein, gebt ihn mir zurück, seine Zeit war noch nicht gekommen. Er steht stellvertretend für die vielen, die nicht aus den Kriegen wiedergekommen sind. Die Bilder zeigen Oz als israelischen Jedermann. Seine Kindheit und Erziehung sind typisch israelisch.

Der Gedenktag hat angefangen, mit der Sirene um acht Uhr. Morgen sind Feiern auf allen Friedhöfen und in allen Städten, Orten, Kibbuzim und Moshavim. Um elf wieder Sirene. Morgen abend dann beginnt der Unabhängigkeitstag, wie jedes Jahr der krasseste denkbare Übergang von Trauer zu Freude.

Happy Passover April 8, 2009, 15:58

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Lange nicht mehr gehabt Februar 27, 2009, 19:49

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Musik zum Wochenende.

Shalom Chanoch – Ahavat neurai, Liebe meiner Jugend

Arik Einstein – Gitara ve-kinor, Gitarre und Geige

Leah Shabat – Tamid yechaku lcha, du wirst immer erwartet

Denkmäler setzen Februar 5, 2009, 20:27

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sollte man den Töchtern des Arztes Abu al-Aish, über den ich schon öfter geschrieben habe. Die Armee hat heute die Ergebnisse ihrer Untersuchung veröffentlicht: wie der Vater von Anfang an gesagt hat, waren es Geschosse eines israelischen Panzers, die seine Töchter töteten, und in seinem Haus waren keine Waffen. „Meine Mädchen waren mit Liebe, Wissensdurst und Bereitschaft zum Frieden bewaffnet“, sagt er, und so war es wohl auch. Seine Älteste, eine BWL-Studentin, war Teilnehmerin bei einem Friedenscamp mit israelischen Studentinnen, und ihr Vater wird weiterhin israelische Patientinnen behandeln.

Wie mein Mann von Anfang an vermutet hat, hatte die Hamas wohl bemerkt, daß der bekannte Arzt mit den guten Verbindungen es kurz vor dem Unglück durch seinen Einfluß fertiggebracht hatte, einen israelischen Panzer aus der Nähe seines Hauses entfernen zu lassen. Und sich mit Scharfschützen in einem Haus ganz in der Nähe niedergelassen. Er war ja bekannt genug. Der Golani-Offizier, der den fatalen Befehl gab, wartete vorher eine halbe Stunde ab. Er glaubte, die sich bewegenden Menschen seien Scharfschützen. Es waren aber die Töchter und die Nichte des Arztes. Die Soldaten bemerkten ihren Fehler und halfen bei der Evakuierung der Verletzten, aber für die vier jungen Mädchen kam die Hilfe zu spät.

Und was sagt der Vater heute, nachdem die Armee sich bei ihm entschuldigt hat?

„First of all, I would like to thank all those who worked, and had the courage and good conscience to shed light on the truth that I always believed. Thank you to everyone who took upon themselves to publicize this truth seeking investigation,“ Abu al-Aish said in an interview with Channel 2.

The Palestinian doctor went on to say „I have two options – the path of darkness or the path of light. The path of darkness is like choosing all the complications with diseases and depression, but the path of light is to focus on the future and my children. This strengthened my conviction to continue on the same path and not to give up.“

Abu al-Aish did not neglect to thank the Israelis who met with him and offered him strength, saying „the love that I’ve received, from people I knew and people I didn’t know, gave me strength.“

Das sind die Menschen, die mir Hoffnung geben – nicht umsonst wieder ein Arzt. Wirklich ein Licht in der Finsternis. Wer weiß, wie viele Menschen es gibt, die sich auch durch unvorstellbares menschliches Unglück nicht in Haß und Verbitterung treiben lassen. Denn das ist nicht zwangsläufig. Es ist eine Wahl, die der Mensch trifft. Abu al-Aish hat seine Wahl getroffen. Ich wünschte, viele würden sich daran ein Beispiel nehmen, und seine Worte nicht vergessen. Und auch die Töchter und Nichte nicht, Bisan, Mayar, Aya und Nur.

Dicke Luft Januar 24, 2009, 9:30

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Wieder so ein Sandsturm-Tag. Gestern hat es sich schon angekündigt, mit dicken gelben Schlieren in der Luft. Jetzt ist es das volle Bild: bräunlicher, klebrig bedeckter Himmel. und ein Licht, das alle Farben verfälscht. Daß der Sandstaub fingerdick liegt und zweimal täglich staubwischen so wirkungslos ist wie in einer Sandgrube, will ich gar nicht erst erwähnen. Jetzt fallen dicke Tropfen, Gott sei Dank, ein bißchen Regen. Hoffen wir, daß er den Sand runterwäscht. Seltsames Wetter, an das ich mich nie gewöhnen werde. (Quarta und ich haben in aller Eile ein paar Bilder gemacht, hier sind sie zu finden.)

In Wirklichkeit sieht die Sache noch viel gelblich-brauner aus. Flimmert richtig in den Augen.

Im Norden Januar 8, 2009, 7:42

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Einschlaggeräusche von drei Raketen.

Guten Morgen!

Ich hoffe, es stellt sich als harmlos heraus. Noch wird geprüft, worum es sich handelt.

Ehud Yaari berichtet Januar 7, 2009, 20:56

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Der französische jüdische Schrifsteller Marek Halter hat Khaled Mashaal in Damaskus interviewt. Da hat Mashaal ihm gesagt (sinngemäß wiedergegeben): „Wir wollten keinen großen Krieg mit Israel. Wir hätten nicht gedacht, daß die Israelis so draufhauen. Wir dachten, sie trauen sich nicht“.

Das kommt mir glaubwürdig vor, daß sie es nicht geglaubt haben.  Nasrallah hat ja Ähnliches gesagt. Ich erinnere mich noch an die Protzerei noch vor wenigen Tagen, sie wollten eine Soldatin kidnappen, sie struntzen, Israel traut sich nicht rein, sie machen Israel die Hölle heiß. Manchmal kommt es mir vor, entschuldigt das Bild, wie die Szene, als Aslan die Mähne gestutzt wurde – wie teuflisch ist die Freude, den Starken zu demütigen.  Und dann das ungläubige Erstaunen, wenn der Löwe mit Krallen und Zähnen losspringt.

Hier ist eine Quelle für Halters Aussage, Haaretz, aber knapper:

The French-Jewish writer Marek Halter met with Khaled Meshal on Friday at 2:00 A.M. in Damascus and relates that the head of the Hamas political bureau in fact evinced a spirit of conciliation toward Israel.

In a phone conversation from Paris, Halter repeatedly said yesterday that he had formed the impression that Meshal „had wanted to provoke Israel and never imagined that it would react with such force.“

Wenn man auf der Seite ein bißchen runterscrollt, kommt man an den Artikel. Ganz interessant. Vor allem, was die Rolle der Franzosen angeht. Mashaal geht ganz selbstverständlich davon aus, daß die Franzosen in seiner Tasche bzw auf seiner Seite sind. Na sowas.

The conversation with Meshal also dealt with the fate of abducted Israeli soldier Gilad Shalit.

Meshal said, „I very much regret that it turns out that Shalit is French, something that obligates Sarkozy to act on his behalf.“

He asserted that Hamas does not abduct civilians, as it is not a terror organization, and that Shalit is a prisoner of war, like the 12,000 Palestinians who are imprisoned in Israel.

Halter says that President Sarkozy has shown a great deal of interest in the report he sent him about the conversation, immediately upon his return to Paris.

Das will ich gerne glauben.  Ich finde es auch interessant.

Die Reservisten Januar 4, 2009, 22:01

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Wohin ich auch heute ging, überall hieß es: und hst du ´n zav shmone gekriegt? Zav shmone, Benachrichtigung Nr. 8, ist die sofortige Einberufung. Die erste, die ihn kriegte, war die Nichte von der Luftwaffe, die die ganze Zeit an der Grenze zum Gazastreifen gedient hatte und schon auf Urlaub war – sie war eine Woche vor der Entlassung. Seitdem sind meine Studenten und Y.s Kollegen einberufen worden, Leute aus dem Kibbuz und von überallher.

Natürlich lassen sich die Nachrichten auch diesmal die Gelegenheit nicht entgehen, ein paar dieser Reservisten zu begleiten. Ein junger Mann Mitte 30, Offizier in Uniform, bringt seinen Sohn in den Kindergarten, verabschiedet sich liebevoll und fährt zur Armee. Ja, das war schon der dritte zav shmone. Er war in Jenin, er war im Libanon, jetzt fährt er in den Gazastreifen. Er hat das Gefühl, bereit zu sein, und hat den Unterschied deutlich gefühlt, seit Ashkenazi Ramatkal ist. Er ist bereit, ja ja. Er läßt seine schwangere Frau und den Kleinen nicht gern zurück, aber es muß ja wohl sein. Er ist ganz locker und selbstbewußt.

Ja, meint, er, er weiß ja, daß er vermutlich eingezogen wird, um reguläre Soldaten zu ersetzen, die dann nach Gaza gehen. „Seht ihr ja, uns haben sie als letzte eingerufen“, sagt er mit mildem Mißfallen. „Dabei sind wir Miluimnikim in guter Form. Wir werden es ihnen schon zeigen, den Sadirnikim (regulären Soldaten)“. Das ist das kampflustigste Wort, das sie aus ihm rauskriegen. Ja, den jungen Schnöseln würde er´s schon gern zeigen.

Auf dem Weg macht die Kamera einen Schwenk auf die Straße. Da braust ein Motorrad vorbei. Der Fahrer ist in Uniform und Stiefeln. Noch ein Miluimnik auf dem Weg in den Süden.

Senf, Senf, Senf Januar 2, 2009, 23:19

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Das hat uns das Internet jedenfalls leichter gemacht: den Senf dazuzugeben. Vor lauter Senf sieht man die Wurst manchmal kaum noch.

Ich habe großen Spaß daran, bei Amazon, IMD und anderen freundlichen Stätten die Kommentare der Leser und Zuschauer zu lesen. Leider habe ich nicht immer die Zeit dazu, einen schönen Abend mit einem schönen Film dann auch bei IMD abzurunden, aber wenn es sich ergibt, ist es wunderschön.

Um dem circulus vitiosus zu entkommen, der sich durch zu häufiges Nachrichtengucken einstellt (weil man dann so unruhig wird, daß man sofort noch mehr guckt und noch unruhiger wird…), haben wir Orson Welles´ Third Man geguckt. Ich freue mich ja, daß meine Kinder an solchen Klassikern Freude haben und sich drauf einlassen, Filme zu gucken, die eben nicht für den zappenden Fernseh- oder Leih-DVD-Zuschauer gedreht wurden, der sich vom Acker macht, sobald er sich mehr als ein paar Minuten konzentrieren muß. Hitchcock und Welles setzen den Zuschauer voraus, der sein mühsam verdientes Geld in einer Kinokarte angelegt hat, und der sich gern die Mühe macht, die erste Dreiviertelstunde mit ihrer trügerischen Langsamkeit zu genießen und auf zu erwartende Verwicklungen abzuhorchen.

Danach kann man sich dann mit den Kindern noch prima unterhalten und erntet die schönste Freude geplagter Eltern, nämlich durch die Augen der Kinder etwas Bekanntes wiederzuentdecken. Secundus hat durch seinen LK Filmtheorie und -praxis ein gutes Auge für Winkel, Beleuchtung, Einstellungen und Gruppierungen im Raum. Tertia als Leseratte achtet mehr auf Narrativ, Charaktere und überzeugende Motivation. Und Quarta mit ihrem Gefühl für Menschen und ihrer Intuition nimmt jeden Hinweis des Regisseurs und der Schauspieler, jede hochgezogene Augenbraue,  aufmerksam auf. Sie begleitet jeden Film mit Kommentaren, Ausrufen und Fragen.

Wir hatten einen richtig, richtig schönen Abend. Ja, und zum Abschluß spinxe ich bei IDM ein und sehe zu meinem Ergötzen, daß jemand gespannt fragt: Do you ever get to know who the Third Man was? Und andere fragen ratlos, warum spanische Gitarre oder eine Ukulele aus Hawaii für die Filmmusik verwendet wurde. Ich kann mich über solchen Senf einfach wunderbar amüsieren, fies wie ich bin. Ja, es ginge auch ohne, aber schön ist es doch. Von allein wäre ich da doch nie drauf gekommen.

Für abgehärtete Mägen Dezember 30, 2008, 0:51

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eine Portion Nahost-Grütze.

Ei ei ei. Ich geh ins Bett.

Schlagt mich nicht, aber – ich bin so froh, daß ich nicht mehr in Deutschland lebe, so froh, so froh. Es würde mich um das letzte bißchen Verstand bringen, wenn ich mir Leute, die so denken wie diese Zeitungsfritzen, jeden Tag im Bus oder der Bücherei angucken müßte.  Israelis haben ja auch den einen oder anderen Sprung in der Schüssel, aber… oh, da fällt mir ein, jetzt kann ich ja endlich den Videoclip anhängen, den uralten, den ich schon ewig aufbewahre und der nie paßt. Dieser miese Tag (für mich privat gut, aber für den Rest des Nahen Ostens mehr als miese!) muß unernst beendet werden.  Damit meine Leser so froh, so froh sein können, daß sie NICHT in Israel leben :-D

Shuki und Dorit sind zur Hochzeit von Dorits Kollegin eingeladen. Zartfühlend, sensibel und Gentleman vom Scheitel bis zur Sohle, so sieht man in Shuki den Israeli, wie er einem täglich begegnet. Hebräischkenntnisse sind nicht erforderlich.


Bilanz einer kinderlosen Woche Dezember 28, 2008, 19:43

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1. Man kriegt unheimlich viel geschafft, wenn der Tag nicht durch kindsbedingte Pflichten unterbrochen wird. Morgens muß man sich nur um die eigne kostbare Person kümmern, mittags reicht ein Apfel zum Käsebrot, abends ist man überhaupt ein freier Mensch und kann dem Ehemann mehr als einen flüchtigen Blick schenken. Nur des Bloggens müßte man sich enthalten :wink:

2. Kinderzimmer müssen regelmäßig entrümpelt werden. Auch große Kinder, die willig im Haus mithelfen und halbwegs Anstrengungen machen, ihre Zimmer in menschenwürdigem Zustand zu halten, sind damit überfordert. Bei näherem Hinsehen schreien die Zimmer  nach einer Goldmarie, die sie erlöst. Und so habe ich, was die Kinder mir sonst nicht erlaubt hätten, gründlichst aufgeräumt und reinegemacht. So schön waren die Zimmer noch nie. Insgesamt fünf Säcke mit Kleidungsstücken und Spielzeug werden morgen in einem Kinderdorf abgegeben. Den Kindern wird nicht auffallen, daß etwas fehlt, ich gehe jede Wette ein.

3. Ohne menschliche Ansprache bin ich unglücklich. Ja, meine Freundinnen haben mich besucht, eingeladen und angerufen. Abends habe ich Y., den Unvergleichlichen, der mich immer zum Lachen bringen kann. Wir waren bei Schwiegermutters zum Chanukka-Feiern (das Fest ist immer noch nicht vorbei, dieses Jahr kommt es mir noch länger vor als sonst…), aber Chanukka und Weihnachten zusammen machen keinen Spaß, wenn man allein ist. Ich zünde für mich selbst keine Kerze an. Ich koche für mich allein nicht.

4. Die Katzen spüren, daß mir morgens Kinderfüße im Bett fehlen, und besonders Leo hat sich bemüht, einen ganzen Kindergarten zu ersetzen. Alle drei halten mich mit Sonderwünschen in Schwung, erzählen mir was von der Welt draußen, fressen keinen Happen ohne vorheriges Streicheln, trinken nur fließendes Wasser und auch das nur, wenn ich daneben stehe, suchen ihre Plätze ganz in meiner Nähe und trappen mit, sobald ich aufstehe. Immer kratzt jemand an der Tür, entweder innen oder außen. Brave, brave Katzen. Ich muß mich kümmern, sonst fühle ich mich nicht lebendig.

5. Ohne ihre Mutter sprechen die Kinder Deutsch, fühlen sich in Deutschland sehr wohl und verstehen sich in unerwarteten Konstellationen gut. Secundus und Quarta, die sich sonst oft zanken, kommen prima miteinander aus – Secundus meint düster, „sie weiß, daß sie sich bei mir nichts erlauben kann, und hier ist niemand hier, der sie in Schutz nimmt, wenn sie frech zu mir ist“. Die Mädchen dagegen, die sonst ein Herz und eine Seele sind, liegen überkreuz. „Sie hört nicht auf mich, sie ärgert mich, sag ihr was!“, klagt Tertia, und Quarta zürnt, „die lügt aber, ich habe gar nichts getan!“ Aus der Ferne unlösbar, für meine Mutter ebenfalls, da sich die Kinder auf Hebräisch zoffen.

6. Heute wird Secundus 17 Jahre alt. Der erste Geburtstag eines Kindes, den wir nicht zusammen verbringen. 17! Fast erwachsen (er würde sich gegen das FAST wehren!). Er klingt zufrieden. Meine Mutter weiß, wie man Geburtstage feiert, und es trägt dazu bei, daß er sich erwachsen fühlt. Ist es tatsächlich schon 17 Jahre her, daß ich diese leichte, fröhliche Geburt hatte? Es war eine Bilderbuchgeburt, ohne Medikamente und Komplikationen und mit erträglichen Schmerzen, bei der die Hebamme nur gestört hat. Das einzige Schwierige an der Geburt war die Kälte.  Secundus war auch mein unkompliziertestes Baby. Stillvergnügt und ausgeglichen, ein Schmusekind mit Dickkopf, aber leicht zu beruhigen.  Er hat längst schon durchgeschlafen, als sein großer Bruder noch aufwachte.

6. Ich bin froh, daß sie morgen wiederkommen.

Gut erklärt Dezember 27, 2008, 23:38

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Einfach nur widerlich Dezember 27, 2008, 0:39

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sind die Drohungen der Hamas, eine Soldatin zu kidnappen. Niedriger kann man wohl nicht sinken in den Drohungen gegen den Feind.

Specifically, the group would aim to kidnap a female soldier, the PRC’s Abu Abir told the Nazareth-based Arb al-Dahel.

„The resistance movement is talking about the abduction of a female soldier, and we’re certain we’ll succeed,“ he said. „Then, Gilad Shalit will be able to start a family, and the negotiations will be for the release of the Shalit family.“

Dieser Zynismus kommentiert sich selbst, jedes Wort der moralischen Verdammung einer solchen Art der „Kriegsführung“ erübrigt sich. Was die Eltern Shalit fühlen mögen, die ihren Sohn in den Händen solcher Menschen wissen, mag man sich in seinen schlimmsten Albträumen nicht ausdenken.

Die grandiose Selbstüberschätzung und ungezügelten Machtphantasien, die ShrinkWrapped narzißtischen Persönlichkeiten bescheinigt, zeigen sich deutlich.

„Ehud Barak won’t dare attack,“ the spokesman told the newspaper, addressing the possibly of an Israeli strike. „He and the Shin Bet know what awaits them in Gaza. Should the IDF attack, Israel won’t be able to sustain the Palestinian response even for a day. Any entry into Gaza would prompt the abduction of soldiers – either alive or dead.“

„Should Israel enter Gaza, our madness would grow tenfold,“ Abu Abir added.

Es ist in Abu Abirs Vorstellungswelt wohl einfach nicht denkbar, daß man aus anderen Gründen als Feigheit nicht angreift. Unsere Erwägungen, Abwägungen, Bedenken, ja unser Mitgefühl mit seinen, Abu Abirs, Mitbürgern, ist ihm völlig unverständlich. Er kann es nur als feiges Kneifen interpretieren und redet sich damit in eine Rage, der das Wort madness in der Tat angemessen ist.

Wie schnell dieser Wutrausch umschlagen wird in Selbstmitleid und Klagen über die unangemessene Gewalt Israels, wenn die Militäraktion läuft, kann man leicht vorhersehen. Wie kritiklos die Welt diese Klagen abdrucken wird, ohne sich daran zu erinnern, wie laut Abu Abir gekräht hat, während seine Leute auf israelische Zivilisten geschossen haben, unentwegt, Woche um Woche, Monat um Monat, Jahr um Jahr… das kann man sich leicht  ausmalen.

Doch vielleicht bin ich zu pessimistisch, was die Presse angeht. So anerkenne ich, daß auch der SPon den Tod von zwei Kindern berichtet hat, zwei Schwestern, die durch eine palästinensische Rakete ums Leben gekommen sind. Ich habe mich beschwert, daß die internationalen Medien solche Vorfälle mit Schweigen übergehen, doch ich hatte Unrecht. Wer die Palästinenser vom Böllern abhält, schützt auch das Leben dieser Kinder.

(Allerdings erwähnen die internationalen Medien nicht, daß ein Palästinenser, der bei einem solchen Unfall verletzt wurde, vielleicht der Vater der Mädchen?, in einem israelischen Krankenhaus behandelt wurde. A Magen David Adom ambulance evacuated the man from Gaza to the Sourasky Medical Center in Tel Aviv.)

Auch Heumann kann man nicht anders als fair bezeichnen. Er erwähnt, daß auch Amos Oz, der wirklich alles andere als ein Falke ist, ein militärisches Eingreifen für gerechtfertigt hält. Denn es geht nicht um hohles, eitles Kräftemessen. Es geht darum, den Menschen um den Gazastreifen herum ein menschenwürdiges, sicheres Leben zu verschaffen, was die Aufgabe der Regierung ist. Ich glaube, aus Heumanns Artikel läßt sich das verstehen, auch wenn er keine Seite ergreift, was er ja auch gar nicht soll.

Ich bin bekanntlich auch nicht begeistert von der militärischen Option, ganz im Gegenteil, ich sehe ihr mit Bangen und Grausen entgegen. Nicht nur weil ich um das Leben Unschuldiger fürchte,  sondern auch, weil ich an übermorgen denke. „Und was dann? und was dann?“

Ich weiß es nicht.

PS: Die barbarische Drohung, eine Soldatin zu kidnappen, hat mich zum Bloggen getrieben, obwohl ich mich wie ausgehöhlt fühle. Wir sind  soeben todmüde von einem höchst anstrengenden Besuch zurückgekommen, und so beschränke ich mich unfairer- und kurzsichtigerweise wieder mal auf SPon. Für jeden Kommentator, der einen weiteren Link anhängt zu Kommentaren aus anderen Zeitungen oder Nachrichtenquellen, bin ich mehr als dankbar.

Nichts ist anstrengender als ein netter Abend mit einem bis in die Grundfesten in Grimm und Gram verbohrten Ehepaar. Wo jede verbindliche Bemerkung, jeder Versuch, das unbehagliche Gefühl höflich zu überspielen, sofort zu Munition im Ehekrieg wird.  Ehrlich, das hat mir gerade noch gefehlt heute. Immerhin, wir waren mit Primus fein zu Mittag essen.

Oy vey is mir Dezember 25, 2008, 14:47

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Dieser Clip kreist hier gerade per Email. Y. hat ihn von Kollegen zugeschickt gekriegt und mir sogleich weitergeleitet.

Nichts ist doch schöner, als wenn man über sich selbst lachen kann.  Ich glaube, die Krone im über-sich-selbst-Lachen kann den Juden nicht genommen werden.

Dankbar begrüßt: Dezember 8, 2008, 9:06

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Regen in der Nacht. Jetzt hat er aufgehört, aber hoffentlich kommt noch mehr. Ich habe alle Fenster aufgerissen. Ach, war das ein schönes Gefühl. Die Welt sieht gleich viel besser aus.

Falls es jemand nicht mitbekommen hat… Dezember 7, 2008, 9:52

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