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Reumütig März 25, 2013, 15:39

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Die marokkanischen Nachbarn von gegenüber halten im Garten ein wahnsinnig lautes Karaoke-Seder-Aufwärm-Fest. Das Leben in einer marokkanischen Großfamilie hat auch Schattenseiten… stellen die Töchter fest, die ja ganz gern marokkanisches Essen hätten.

Eines der Lieder als Kostprobe.

Jetzt stellt Euch das als Familien-Karaoke vor.

Wochenanfang März 24, 2013, 9:13

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mit Shlomo Artzi.

Text ist hier:

According to the movement of the trains
you’ll be arriving soon
According to the glasses
the sun is in my eyes

According to the amount of policemen
a bomb will explode at any moment
According to the smiles of the soldiers
the train is about to arrive.

According to the movement of the world
everything is turning
According to the clouds
the rain will be coming soon

According to the movement of the legs
we’ll soon escape from here
According to the movement of the watches
Time won’t stand still

According to what I know
it’s the train of the night
You’re coming for two days
and I am not yet calm.

According to what I know
I bought you a ring
And I offer myself – if you’re clever
you’ll tell me ‘yes’.

Chorus:
Tell me yes, tell me no,
But tell me something here!
According to the movement of the trains
I will soon – start to run towards – the train.

According to history
There will never be eternity here
According to the newspaper sellers
there’s no peace, just promises.

According to the amount of roughnecks
soon murder will occur here
According to the bulletin boards
Maybe there’ll be a tomorrow.

According to the sages
soon Moshiach will come
According to daylight savings time,
the nights are already terribly hot.

According to the amount of aaa
soon a meeting will occur
According to the amount of kisses
we’ll never be separated.

Secundus´ Abendmusik März 10, 2013, 9:20

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Wenn der Junge hier ist, bin ich so froh.

Ethnix, Ha-chaim kol kach yafim – Das Leben ist so schön

Er war auf einer “Kriegswoche”, einer regelmäßig abgehaltenen Woche, bei der unter Kriegsbedingungen trainiert wurde. Diesmal wirklich hart: in den abscheulichen Ostwinden eine Woche lang durch die Wüste laufen, nur mit kurzen Pausen, Tag und Nacht (insgesamt über die Woche verteilt haben sie nur sehr wenig geschlafen, und das auf dem nackten Boden), Secundus mit 35 Gepäck auf dem Buckel… die ganze Sani-Ausrüstung, Wasser und Essen… 100 km zu Fuß.

Mashina, Ba-rechovot shelanu – Auf unseren Straßen

(Idiotischer Clip, na ja, 80er Jahre halt :-) )

Er hat sich ausgeschlafen, aber er ist ganz vergnügt. Das war vermutlich, hoffentlich, seine letzte Übung dieser Härte.

Mashina, Tachzor, tachzor – komm zurück, komm zurück (das hab ich reingeschummelt, ist nun mal mein Liebstes von Mashina – besonders wegen Yossi Banai, der schon nicht mehr lebt und der ein viel größerer Sänger war als Yuval, sein Sohn, der Frontmann von Mashina )

Jetzt hört er Musik, und ich frage ihn, ob er Tips für meine Blogleser hat. Alles, was er vorschlägt, beantworte ich mit bescheidenem Stolz “ach, das Lied von Ninette hab ich letzte Woche schon verlinkt”, “Efrat Gosh – hab ich auch schon im Blog gehabt”, jawohl, ich kenne mich aus! und ich höre Secundus feixen. “Mama, du bist aber schwierig”.

Asaf Amdurski, Yekirati – mein Liebling

Trotzdem kommen wir noch auf ein paar Sachen, die noch nicht dabei waren.

Harel Moyal, Kmo ohavim – wie Liebende

Secundus ist ein Moyal-Fan der ersten Stunde – vor vielen Jahren hab ich meine Blogleser mal in Secundus´ Namen zu einer Abstimmung im Internet geschickt, als Moyal an dem israelischen Äquivalent einer Talentshow teilnahm. Moyal gewann tatsächlich, und Secundus war stolz. Das waren bestimmt die Stimmen aus Deutschland, die wir herangeschafft hatten! Oh, ganz bestimmt.

Yehuda Saado, Sadot shel irusim – Felder voll Iris

Ebenfalls bei dieser Talent-Sendung, nur ein paar Jahre später, gewann Yehuda Saado mit einem Lied voll Sehnsucht und Nostalgie. Sonst nicht unser Fall, der orientalische Sing-Stil, oder nur in kleinen Dosen, aber er sang das Lied mit echtem Gefühl. Wer es auf “ashkenasisch” hören will, bitte, es ist für alle gesorgt.

Shlomo Arzi, Sadot shel irusim – Felder voll Iris

Shlomo Arzi und Dudu Tassa, Latet ve-lakachat – Geben und Nehmen

Mei Feingold, Raziti lashir – ich wollte singen

Morgen ist er wieder weg.

Tomer Yosef, Ka-elu milim – Solche Worte

Lauf deinen Träumen nach… März 5, 2013, 14:39

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Bet ha Bubot, Ki im lo … az bishvil ma? 

תן, תן לי את הכוח
תן, תן את האמת
אחרי הכול אני עדיין לומד

קח, קח את השנאה
קח את הספק
כדי שאוכל יותר להתאפק

כי אם לא, אז בשביל מה?

לא לא לוותר
לא לשקר
תפתח ת’לב תזכור להיזכר

תעמוד לבד ובגאון
אל תיכנע לקלות הדיכאון

כי אם לא , אז בשביל מה?
כי אם לא, אז מי אתה?

שים הכול בצד לא להתכחש
ותדאג טוב טוב לא לפספס
רק לקוות ולבנות תקוות
תמיד תרוץ אחרי חלומות

כי אם לא, אז בשביל מה?
כי אם לא, אז מי אתה?

Gib, gib mir die Kraft

Gib, gib die Wahrheit

Schließlich lerne ich noch

Nimm, nimm den Haß

Nimm den Zweifel

Damit ich mich besser beherrschen kann

Denn nicht – wozu dann [das alles]?

Nicht, nicht aufgeben

Nicht lügen

Öffne dein Herz, vergiß nicht, dich zu erinnern

Steh stolz allein

Gib der Verführung der Depression nicht nach

Denn wenn nicht – wozu dann [das alles]?

Denn wenn nicht – wer bist du dann?

Laß alles beiseite, streit nichts ab

Achte darauf, nichts zu verpassen

Nur hoffen und auf Hoffnung bauen

Lauf immer deinen Träumen nach

Denn wenn nicht – wozu dann [das alles]?

Denn wenn nicht – wer bist du dann?

WordPress kann Hebräisch nicht leiden, weil das die Zeilenrichtung verwirrt… macht nichts

Musik März 3, 2013, 12:50

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Ein bißchen Musik, überwiegend weibliche Stimmen, für einen schönen Wochen-Beginn.

Karolina, Af echad lo ba li – Keiner kommt

Banot Nechama, So far

Efrat Gosh, Tamid kshe ata ba – Immer wenn du kommst

Dana Berger, Chamimut cholefet – Vorübergehende Wärme

Ninette Tayib, Hi yodaat – Sie weiß

Keren Peles, Im ele ha-chaim – Wenn das das Leben ist

Miri Mesika, Achshav at chozer be chazera – Und jetzt kommst du zurück

Yehudit Ravitz, Bach lo nogea – Dich berührt es nicht

Miriam Toukan und Inbal Avnaim, Lamouni la ghara meni (tunesisches Arabisch, hab ich leider keine Übersetzung von gefunden, ist ein Lied von Ishtar)

Saar Badishi, Af echad lo roäh – Niemand sieht es

Asaf Avidan Februar 18, 2013, 16:53

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in einem Remix des deutschen DJ Wankelmut – diese Fassung mochte Asaf anfangs nicht, sagt er selbst, aber dann hat er akzeptiert, daß er damit für ein internationales Publikum interessant wurde.

Er hat eine Stimme, wie ich sie noch nie vorher bei jemandem gehört habe. Das ist die originale, viel intimere Fassung.

Ich kannte ihn natürlich überhaupt nicht, aber ein Porträt im Fernsehen hat meiner Unwissenheit abgeholfen. Leider nur auf Hebräisch, aber das verstehen ja manche Leser… dort wird auch erzählt, daß er seine Karriere als Synchronsprecher für Kinderfilme angefangen hat. Die Reportage ist von Ilan Lukacz, der sich im Laufe der Jahre zu einem ganz interessanten Journalisten entwickelt hat.

Asaf Avidan ist ein Einzelgänger, sensibler Junge, einer, der bei der Armee fast zugrundegegangen wäre, und später Krebs hatte. Er hat einiges durchgemacht und das merkt man seiner Musik an. Schön, daß auch solche unangepaßten Talente Erfolg haben. Wobei Wankelmut ihm dabei geholfen hat, auch wenn er den Remix gemacht hat, ohne Asaf zu fragen. Asaf meint, er hat davon gelernt, daß er sein Werk loslassen muß, wie ein Kind, das man in die Welt schickt.

Es wird interessant, ihm in zwanzig Jahren zuzuhören.

 

Abschied Februar 17, 2013, 22:01

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Weit sehen, klar sehen

Shmulik Kraus war nie einer meiner Lieblingssänger, aber natürlich ein israelisches Urgestein. Er war sehr krank, die ganzen letzten Jahre waren wohl sehr schwer.

Wie sich das Rad dreht.

Mit Josie Katz – schlechte Klangqualität, aber ein goldener Klassiker. Shuv - gib mir einen Moment, mich wieder an dich zu gewöhnen.

Heute ist er gestorben.

Musik, Musik Februar 16, 2013, 12:26

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Ishai Swissa ist der Sohn von Meir Swissa und der Enkel von Yaffa Yarkoni (mit deren Musik Generationen von Israelis aufgewachsen sind). Er hat ein Lied seiner berühmten Oma neu interepretiert.

Das Lied heißt Kol haYonim, Alle Tauben, und den Text gibt´s hier auf Ivrit.

Alle Tauben werden ins Morgenrot fliegen

Alle Möwen zum Meer zurückkehren

Alle Nachtigallen werden ihr Lied erklingen lassen

Und die Raben werden in ihren Nestern schweigen

Statt Gewehr mit Bajonett

stecken wir dir eine Blume in den Gewehrlauf

statt Gürtel mit Handgranaten

lacht dich eine rote Anemone an

Alle Tauben werden ins Morgenrot fliegen…

Statt Felduniform und Helm

tragen wir Talit und Brot

statt Blei und Stahl

hängen wir dir einen Sack voll Lieder um

Alle Tauben werden ins Morgenrot fliegen…

Statt Jeep und Panzer

zieht ein Traktor seine Furchen

statt zischender Kampfflieger

singt ein Junge dir ein neues Lied

Alle Tauben werden ins Morgenrot fliegen

Alle Möwen zum Meer zurückkehren

Alle Nachtigallen werden ihr Lied erklingen lassen

Und die Raben bleiben für immer stumm.

Y.s Eltern hatten nicht viele Schallplatten, sie haben lieber selbst gesungen, aber eine Platte gab es, die Y. als Kind liebte: Yaffa Yarkoni. Das Lied vom dummen Bären Jumbo war sein Lieblingslied. Meine liebe Schwiegermutter singt es noch schöner.

Zu Meir Swissa, der im israelischen Film und Fernsehen auf komische Marokkaner abonniert ist: er hat mit seiner ashkenasischen Schwiegermutter kleine Szenen für Kinder gespielt, zum Beispiel zu Purim. Im Film “Die Band” spielt er Gidi Govs bebrillten, ungeschickten, kaugummi-kauenden Sidekick. Beide zahlen es den Stars der Truppe heim, daß sie von ihnen nicht akzeptiert werden.

Und jetzt hat er auch schon einen erwachsenen Sohn. Ein großer Sänger ist er meiner Meinung nach nicht, aber er bringt ein Lied seiner Großmutter, das man lange nicht mehr gehört hat (und das eigentlich in meine Sammlung von Liedern über Krieg und Frieden gehört hätte….), zurück ins Radio.

Herzenswunsch November 21, 2012, 13:17

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Shlomo Artzi, Mehr brauchen wir nicht

Gib uns Regen zur rechten Zeit, im Fruehling verstreu Blumen, und lass ihn nach Hause kommen – mehr brauchen wir nicht

Morgen soll es regnen.

(Wie oft habe ich das Lied schon hier reingestellt – ich habe nie so gut gewusst wie heute, was es bedeutet).

 

Ofra Haza November 20, 2012, 19:11

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Das Lied zu Hana Seneshs Text “Gang nach Caesarea” (Eli, eli – Mein Gott, mein Gott)

Am Meer entlang

Sie fehlt.

Musik Oktober 16, 2012, 19:24

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Daniel Salomon und Dana Adini, Viele Wege

Saar Badishi, Keiner sieht´s

Ehud Banai, Heute

Jacko Eisenberg, Auf den Dünen einschlafen

Nathan Goshen, Ein anderes Gesicht

Jacko Eisenberg, Ich verliere dich

Secundus ist heute früh gefahren, nach einem langen Wochenende. Er würde es nie sagen, aber ich weiß, daß ihm jetzt wirklich die Zeit lang wird, und Hebron ist so schwierig. Er läßt kaum andeutungsweise die Schultern hängen, wenn er in der Morgendämmerung in Vaters Auto klettert, um die sechs Stunden lange Fahrt anzutreten, aber es reicht mir. Ich gehe oft die Woche über in sein Zimmer. Auch Primus sagt: das letzte Jahr ist hart, eigentlich für alle.

Wenn er hier ist, hört er ununterbrochen Musik. Ich gebe ein bißchen davon weiter. (Secundus findet das übrigens lustig!)

Abendruhe September 27, 2012, 21:37

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Während ich meinen geplagten Sohn mit Fußbad und Schokolade verwöhne, suchen wir im Fernsehen nach was anderem als Bibis Schaubild. Wir finden auf dem Musiksender eine Sendung über Ethnix, stellen auf laut und freuen uns.

Tutim. Komm, wir kaufen einfach nur Erdbeeren, keine Kriegsmaschinen mehr.

Der Tag, an dem ich in Teheran das Äquivalent dazu höre, wird ein glücklicher Tag. Realis? Potentialis? Irrealis? Egal.

Hören wir noch ein bißchen Musik.

Ich hab sie alle drei hier – Primus ist ja leider weit weg.

Weil das Leben schön ist.

Grüße von Secundus September 24, 2012, 20:05

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Cookie Levanna

Schön, wenn der Junge zuhause ist. Wenn Tertia das nächste Mal hier ist, bitte ich sie auch um Musiktipps. Sie hört auch schöne Musik.

Meine Leser sind gut informiert :-D

Und jetzt ein Tip von mir persönlich.

Und das hier sind “alle schicken Jungs sind bei mir” (kol ha chatichim etzli), und guckt Euch die schicken Jungs gut an! Die waren meine Kindergartenkinder, als ich Volunteer im Kibbuz war. Ich habe sie geduscht und mit ihnen gespielt, und wie niedlich waren sie! Ich freue mich, daß sie jetzt Erfolg haben. (Das Lied heißt Bad Hair Day – ich seh ja normalerweise nicht so doof aus…)

Ethnix September 1, 2012, 17:12

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Ethnix, hi lo tashuv (sie kommt nicht wieder)

Ethnix, yesh elohim (es gibt einen Gott)

Im Moment hört Secundus gerade ziemlich viel von dieser Band, da dachte ich, ich häng mich einfach mal dran. Dann hab ich das Gefühl, er ist zuhause, obwohl er erst hm, weiß auch nicht wann wiederkommt.

Dieses Lied paßt zum Thema – Mahar ani babayit, morgen bin ich zuhause, auf einem Ethnix-Konzert für Soldaten aufgenommen. “Morgen bin ich zuhause, es reicht mir, die Welt zu retten in einem Land des Streits…” Das hätte durchaus in meine Sammlung israelischer Kriegslieder gepaßt, die allesamt davon handeln, daß der Frieden einem lieber wäre als Heldentum… und daß es zuhause doch am besten ist. Das sag ich ja auch immer.

Auf ungepackter Tasche Juni 11, 2012, 18:50

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sitze ich, in den frühen Morgenstunden geht mein Flieger und ich muß bald los. Ich habe heute sogar unterrichtet, weil ich es den Studenten schulde, das Semester vernünftig zu Ende zu bringen, aber ich war ein bißchen neben der Mütze.

Ich werde auch meine Pflichten beim Studentenaustausch erfüllen und nächste Woche irgendwie funktionieren. Dann fliegt die Gruppe aus Israel ohne mich zurück, ich bleibe in Deutschland, denn dann wartet die Trauerfeier und schließlich die Beisetzung.

Es wird eine Seebestattung an einem Ort, den wir ausgewählt haben, weil ich weiß, daß er unserem Vater sehr wichtig war. Unsere Liebe zum Meer haben wir ja von keinem Fremden.

Für die Anteilnahme danke ich sehr. Ich habe gezögert, überhaupt etwas zum Thema zu veröffentlichen – ich habe ja auch die ganzen letzten Monate und Wochen, in denen mein Vater sich furchtbar gequält hat und ich gebetet habe, daß ich noch zur rechten Zeit komme, nichts dazu geschrieben. Das war mir zu privat.

Andererseits wäre das Hauen und Stechen im normalen Blogbetrieb nicht zu ertragen gewesen. Und wirklich – gute Worte helfen, auch wenn sie auf elektronischem Weg das müde Auge erreichen. In diesen Situationen von Geburt und Tod hilft es, die menschliche Nähe zu spüren.

Weil wir doch alle miteinander verbundenes, lebendiges menschliches Gewebe sind. (Keine schwierige Situation des Lebens, dem israelisches Liedgut nicht gewachsen wäre…)

Danke also, ich vergesse Euch das nicht.

Primus meint: Mama, April 1, 2012, 16:48

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das ist was für deinen Blog.

Tomer Yosef und die Band Balkan Beat Box, die vermutlich einigen Lesern bekannt ist, haben für ihren neusten Clip in Neve Shaanan gedreht – einem Viertel in Tel Aviv, in dem viele sudanesische Flüchtlinge leben. Das ist die Gegend um den Busbahnhof herum. Man sieht sogar die Busse fahren.

Bitte auf der nächsten Demo gegen Apartheidsstaat Israel laufen lassen. Mal gucken, ob die Boykott-Prediger mittanzen oder sich empören über die brutale Ausbeutung hilfloser Flüchtlinge durch die israelische Musikindustrie.

Für Yair Lapid – mit freundlichen Grüßen von Y. Februar 25, 2012, 19:00

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Tislam – Schließlich und endlich (das Lied ist von Dani Basan)

“Dein Lächeln ist über die ganze Stadt gepflastert wie ein großes Versprechen,

du hast eine Anhängerschaft, die jedes deiner Worte im Chor mitsingt,

was soll man sagen?, alle Karten sind ausverkauft

aber schließlich und endlich:

wann hast du zum letzten Mal was für einen anderen Menschen getan?”

(das Publikum singt mit – ist ein bekanntes Lied)

Nu?

Und Musik Februar 17, 2012, 18:40

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Warum soll ich es allein gut haben? Einfach mal ein bißchen Musik hören, während draußen der Sturm heult. Ach, herrlich. Ich hab keine Energie mehr, um Doubletten zu suchen – so what, dann kriegt ihr eben zum fünften Mal Arkadi Duchin aufs Butterbrot geschmiert, muß ja keiner anhören.

Draußen ist es übrigens richtig kalt, der Wind pfeift ums Haus, die Katzen sind ernsthaft gekränkt und entgegen aller Vernunft und Logik hoffe ich, morgen doch von ein paar Schneeflöckchen geweckt zu werden.

Arkadi Duchin und Meir Banai, Kurze Liebe

ha-chaverim shel Natasha (Natashas Freunde), Melancholie

Efo ha yeled (Wo ist der Jung), Was bei mir los ist

Bari Sacharof und Rami Fortis, Funken (aus dem Film “Die heilige Klara”)

David Broza, Beduinisches Liebeslied

Shlomo Arzi und Shalom Chanoch, Wenn ich gucke, seh ich dich

Shlomo Arzi, Das Lied der Wünsche

Nathan Goshen, Alles was ich habe

Versprochen ist versprochen, Februar 10, 2012, 19:30

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zurückgenommen, in die Hölle gekommen.

Mit leichter Verspätung ein paar Lieder zum Thema Obst und Gemüse Frucht, Baum und Garten im israelischen Liedgut. Textübersetzungen ins Englische wie immer verlinkt.

Zuerst zum Thema Obst, Früchte und Obstgarten:

Rami Kleinstein, “Nimm Äpfel und Datteln, versüß dir den Tag. Er ist den Schmerz nicht wert, der durch dein Herz tobt…”

Ethnix, “Erdbeeren - Erdbeeren – komm, wir kaufen nur noch Erdbeeren statt Kriegsmaschinen..”

Und ein besonders trauriges orientalisches Lied: Frucht aus deinem Garten, gesungen von einem orientalischen Sänger:

Dudu Aharon

und einer ashkenasischen Sängerin:

Mariana Maximilian Blumin (die sich m.E. etwas schwertut)

Da kann man mal vergleichen, wie sich der Stil unterscheidet. Ich habe ja schon öfter davon erzählt, wie in den letzten Jahren orientalische Sänger zu richtigen Stars werden. Früher haben sie sich in die Nische gestellt gefühlt, aber das ist längst vorbei. Im Radio laufen unentwegt orientalische Lieder, und keine Party, keine Hochzeit mehr ohne orientalische Musik. Und alles wackelt mit allem, was sich wackeln läßt.

Mati Caspi, “In den heißen Sommernächten passiert nichts, man sitzt nur unter dem Maulbeerbaum und redet…”

Und ein Lied aus der Kindheit meines Mannes (der ja bekanntlich jedes, aber auch jedes israelische Lied kennt, weil seine Eltern seine ganze Kindheit hindurch im Kibbutz-Chor gesungen haben)

Ruhama Raz, “Schnee auf meiner Stadt… der Honig der Feigen, die Süße der Karob… in den Früchten liegt meine Sehnsucht”

Ofra Haza singt von der Erde:

Ofra Haza, “Adama… die Erde gibt uns allen ihre Frucht… gut und unschuldig…”

Und hier ein alter Auftritt der Paravrim, das Publikum singt mit (shira-be-zibur), das kennen meine Leser ja schon. Ist eine alte israelische Sitte, das sing-along, es macht allerdings nur Spaß, wenn man mitsingen kann, sonst kommt man sich so doof vor wie selten.

HaParvarim, “Reach tapuchim… der Duft des Apfels, Winter und Regen sind vorbei…”

Das waren die Früchte, jetzt ein paar Baum-Lieder:

Der Klassiker:

Shalom Hanoch, “Wie der Baum auf dem Feld wächst auch der Mensch nach oben…”

Und noch ein paar echte Oldtimer.

Tzila Dagan, “Lied für einen Baum“ 

Yehoram Gaon, “Der Eichbaum

Und hier ein echtes Tu-bi-Shvat-Lied für Kinder:

Tu bi shvat higiah, chag la-ilanot - Tu bi Shvat ist da, das Fest der Bäume…

Y. merkt dazu an, daß er das in seiner Kindheit anders gesungen hat, nämlich “der Mandelbaum blüht, und Ilan hat ne Glatze… (ha shkedia porachat, le Ilan yesh kerachat)” Ich habe den Ilan noch gekannt, er hatte tatsächlich eine.

Übrigens werden zu Tu bi Shvat geborene Kinder gern Ilan genannt, oder auch Amir oder sonst ein Baumname. Ich habe ja schon mal erwähnt, daß ich merere Familien kenne, wo alle Kinder Baumnamen haben, Ilan, Oren, Alon, Ela, Shikma, Dafna, Sheiyzaf, Livnat, Moran…. da kann man schon eine ganze Baumschule mit großziehen.

Noch ein Tu-bi-Shvat-Kinderlied:

Jetzt kommen die Baum-Pflanzer! 

Da sieht man auch mal, wie das Fest abläuft. Wirklich sehr hübsch. Alle gehen raus und pflanzen Bäume – der Kakal (Jüdische Nationalfonds) bereitet die Pflänzchen vor und deutet schon mal Pflanzlöcher an, und da können die Kinder und Eltern dann die Bäumchen reinsetzen. Im Kibbuz haben die Kinder sich die Bäume gemerkt, die sie gepflanzt haben, damit sie das Jahr über besuchen können. Das sind natürlich neue, eretz-israelische Sitten.

Essen gehört ja immer dazu – die erste Frage, die ein Jude einem stellt, wenn man von nichtjüdischen Festen erzählt, ist unweigerlich: “…und was ißt man?” Was ißt man also zu Tu bi Shvat? Ach, es ist ein wunderbares Fest, denn man futtert Trockenobst, bis man platzt. Das ganze Jahr über hat man hier die Auswahl zwischen sehr guten Trockenfrüchten, oft im Supermarkt an offenen Theken, wo man sich selbst abfüllen kann – da gibt es meist auch Körner und Nüsse, die Avi Normalisraeli vor dem Fernseher oder mit Freunden knabbert. Wir haben immer Sonnenblumenkerne, Pistazien, Kürbiskerne und Pinienkerne im Haus, es bräche ein Aufstand aus, wenn jemand knabbern möchte und die Sonnenblumenkerne sind alle! Aber zu Tu bi Shvat werden diese ganzen Köstlichkeiten vom Baum in Geschenkpackungen angeboten. Ich habe mal einen riesigen Korb geschenkt gekriegt, da habe ich ewig dran gefuttert. Dieses Jahr hatte ich den Cranberry-Rausch. Y. mag gern kandierte Ananas und Mango.

Ich weiß gar nicht mehr, ob es sowas auch in deutschen Läden gibt.

Hier wie gesagt das ganze Jahr über, aber zu Tu bi Shvat kaufen und essen alle davon.

In den letzten Jahren hat sich auch ein Seder Tu bi Shvat eingebürgert, aber da ich noch nie einen mitgemacht habe, kann ich nicht viel dazu sagen. Da weiß ich nur, was Dr. Wikipedia dazu hergibt. Aber vor ein paar Tagen, an Tu bi Shvat, fuhr ich im Bus durch eine ländliche Gegend. Da sahen wir eine Gruppe Menschen, die unter blühenden Obstbäumen lange Tische deckten. Das muß für so eine Feier gewesen sein. Es sah schön aus. Und es ist auch im Februar möglich, draußen zu sitzen und zu essen. Man muß nur eine warme Jacke anziehen.

Ja, es ist ein schönes Fest, und im Laufe der Jahre pflanzt jeder Israeli eine stattliche Anzahl von Bäumen. Nächstes Jahr muß ich rechtzeitig herausfinden, wo das hier stattfindet. Dann sind wir wieder dabei.

Jumbo tanzt nicht mehr Januar 10, 2012, 19:48

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Beim Grenzgänger kam schon die Rede auf sie – Yaffa Yarkoni, die Sängerin, die Israel durch alle Kriege und Krisen begleitet hat, ist neulich gestorben. Sie war die große Konkurrentin der großartigen Shoshana Damari, die vor ein paar Jahren starb – der Kampf der Diven war ein Motiv der Klatschpresse, das beide stets abstritten (und das von den Medien mit der Konkurrenz zwischen Yardena Arazi und Ofra Haza später noch einmal inszeniert wurde).

Ich war nie ein Fan von Yaffa Yarkoni, ehrlich gesagt. Aber ich habe ihr einen Platz in meinem Herzen bewahrt, denn ihre Platte mit Kinderliedern war die einzige Kinderplatte, die Y. als Kind kannte. Meine Schwiegermutter, die selbst sehr schön singt (und meines Erachtens eine lieblichere, wärmere Stimme hat als Yaffa Yarkoni…), hat mir erzählt, daß Y. als Kind besonders das Lied vom dummen tanzenden Bären Jumbo liebte. Es ist das zweite Lied in dieser Kurzfassung von Yaffas beliebtesten Kinderliedern.

Yaffa Yarkoni war jahrzehntelang ein Fixstern am Musikhimmel Israels. Ihr bekanntestes Lied für Erwachsene war Bab el Wad, ein Lied über die Toten des Unabhängigkeitskriegs.

Und da ich zu Shoshanas Tod versäumt habe, sie zu erwähnen, setze ich gleich nochein bißchen Shoshana hinterher (Verzeihung, Yaffa). Shoshana Damari war immer neugierig auf die Zusammenarbeit mit aktuellen und jüngeren Künstlern, die es als Ehre empfanden, mit der Legende aufzutreten. Wenn sie singt, hört man ihre wunderbare orientalische Aussprache – achtet auf das r und das ch, wie schön das klingt. So eine mächtige, warme Stimme.

mit Boaz Sharabi – die Live-Aufnahme ist nicht so gut, die Studio-Aufnahme ist besser

mit Idan Raichel, der sie verehrte und mit dem sie eine wunderbare Zusammenarbeit hatte.

Nun sind sie beide nicht mehr da, Yaffa und Shoshana, die Legenden aus dem Unabhängigkeitskrieg, zu deren Liedern an vielen Gedenktagen geschwiegen wurde.

(Soeben gefunden: ein schöner Nachruf)

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