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Am um am räumen…. Kuh für Kuh Januar 1, 2011, 13:10

Posted by Lila in Kibbutz, Kinder, Katzen, Klippschliefer....
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Genau am Heiligabend vor einem Jahr sind wir hier eingezogen, und genau am Heiligabend vor ein paar Tagen haben wir für die Jungen beim Nachbarn eine Einliegerwohnung dazugemietet. Die in unserem Haus theoretisch geplante extra Wohnung wird nämlich noch eine Weile brauchen, und die Söhne streben nach Privatheit und einer Tür, die nur sie abschließen können. Unser sehr netter Nachbar vermietet eine schöne große Wohnung, die für zwei Soldaten eigentlich viel zu komfortabel ist, mit schicker neuer Küche samt riesigem Kühlschrank  (Secundus: “endlich Platz für unser Bier”)  und Jacuzzi-Bad (Primus: “die macht mehr Lärm als Blasen”).  Das alles im Haus nebenan, so daß die Jungens nur durch den Garten gehen müssen, ein paar Stufen hoch und sie sind bei uns.

 

Dafür haben wir die kleine Wohnung im Kibbuz aufgegeben, die dasselbe kostete, elend schäbig war (schon als Y. dort zu seinen Soldatenzeiten wohnte, waren die Häuser alt) und die eigentlich nur Secundus nutzte. Sie können bei Freunden schlafen, meine Schwiegermutter hat ihnen ebenfalls einen Schlüssel für ihr Gästezimmer gegeben. Denn ihre besten Freunde sind nun mal im Kibbuz und der alten Umgebung – obwohl sie dank Armee nun auch Freunde in Shlomi und Maalot haben. Mit einer eigenen Wohnung können sie diese Freunde auch einladen. Sogar eine Terrasse mit Grillplatz hat der Nachbar für seine Untermieter eingerichtet.  Da sitzt der Klippschliefer gern, der gar nicht mehr scheu ist, unserem Nachbarn die Gemüsebeete leerfrißt und unseren Katzen bräsig vor der Nase rumspaziert.

 

Das bedeutet auch, daß wir nun mehr Platz im Haus haben. Quarta ist in das Zimmer gezogen, das vorher Primus´ war, und wir erledigen die Räumerei der Reihe nach, in kleinen Abschnitten.

 

(Auf Hebräisch nennt man das übrigens para-para, Kuh-Kuh – nach einem alten Histörchen über den neuen Arbeiter im Kuhstall, der entsetzt auf die vielen, vielen Kühe starrt und stammelt: wie soll ich die bloß alle melken? Und der alte Arbeiter sagt trocken, “para-para”, also “Kuh nach Kuh”. Und einer dieser Kühe verdanke ich auch meine Überschrift, nämlich der, die unser Lateinlehrer immer am Schwanz am Stall am raus am ziehen war… )

 

Ein Jahr wohnen wir hier nun, das Haus kommt uns schon nicht mehr so unwahrscheinlich groß vor, aber ich genieße es jeden Tag, Platz zu haben. Nicht nur Platz, um alles unterzubringen, sondern einfach so – ein bißchen Luft im Haus.  Und dann das große Sonnendeck und die schöne Aussicht. Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich jeden Tag rauslaufe, um sie zu bestaunen.

Stürmisches Wetter Dezember 11, 2010, 12:39

Posted by Lila in Bilder, Kinder, Klippschliefer....
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Ja, ja, wir haben richtig kühles Wetter! Es ist so um die 15 Grad, also Strickjacken-Wetter. Meine Mädchen haben sich die Heizung angemacht, um sich aufzuwärmen – Tertia ist eine Frostbeule, der leicht kalt wird, und Quarta, der immer warm ist, rennt dauernd nach draußen, um sich vom Regen und Hagel durchnässen zu lassen, und wärmt sich dann auch an der Heizung. Um beim nächsten wilden Regenstoß wieder rauszurennen.

Die Katzen verstehen die Welt nicht mehr. Die Fensterbank vor dem Schlafzimmer, sonst das beliebteste gemütliche Plätzchen im Haus, weil es nach Süden liegt und den ganzen Tag Sonne hat, ist auf einmal fies naß und ungemütlich. In Regenpausen rennen sie durch den Garten und sind empört über die nassen Pfoten, die sie davon bekommen.

Ich kann mich an diesem Wochenende nicht sattsehen an Wolken und Wasser. Wir hoffen sehr, daß das nun bis März so weitergeht, aber wir erwarten es eigentlich nicht. In den letzten Jahren war nicht nur wenig Regen in unserer Gegend – er fiel auch so, daß er kaum zu verwerten ist, also in ein paar wenigen, sehr heftigen Regenfällen, den die ausgetrocknete Erde kaum aufsaugen kann.

Auch dieses Wochenende, das viel Niederschläge bringt (an manchen Orten bis zu einem Viertel des erwarteten jährlichen Niederschlags – eine ganze Menge!), ist zwar schön anzusehen, aber wie viel von dem Wasser wirklich im Boden gehalten werden kann oder ins Grundwasser durchsickern kann, das ist gar nicht sicher. Wir haben echte Angst, daß auch diesen Winter ein paar große, kräftige Stürme kommen, ansonsten aber wieder scharfe, trockene Winde wehen.

Aber ich genieße das schöne Wetter, so lange es anhält. Es macht mir nichts aus, auf dem Weg zur Arbeit naß zu werden, und daß unsere Terrassentüren nicht mehr ganz dicht sind, stört mich auch nicht. Wasser, Wasser Wasser.

“Unser” Klippschliefer allerdings, der unter unserem Schlafzimmer wohnt und sich vor den Katzen kein bißchen fürchtet, ist deutlich weniger begeistert.

Frische Luft September 14, 2010, 20:48

Posted by Lila in Klippschliefer..., Uncategorized.
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Noch ist der Sommer nicht vorbei – und der Herbst-Chamsin steht uns noch bevor. Das weiß ich. Aber wir haben gerade eine Atempause mit frischer Luft, und was mehr ist: mit echten, erkennbaren Wolken, mit festem Umriß, auf knallblauem Himmel. Wolken!

Monatelang war der Himmel verhangen, eine grelle erstickende Glocke, heiß und hell und diesig. Keine Wolke war zu erkennen, der Himmel war niedrig und bedrückend und monoton.

Monatelang konnten wir vom Balkon aus Haifa nicht mehr erkennen, ja oft genug war auch das Meer nur noch eine verwischte Linie. Morgens, wenn ich die Tür zum Garten öffnete, kam mir statt der erhofften frischen Morgenluft ein feuchter, heißer Dunstschwall entgegen. Ohne Klimaanlage war es auch in unserer luftigen Höhe und nachts nicht auszuhalten.

Aber seit ein, zwei Wochen hat das Wetter sich endlich geändert. Wir brauchen nachts keine Klimaanlage mehr, weil die Luft draußen frisch und kühl ist. Morgens ziehen Gone-with-the-wind-würdige dramatische Wolken vom Meer her über unsere Hügel, und wenn dann von Osten die Morgendämmerung und der Sonnenaufgang für die richtige Beleuchtung sorgen, möchte man geradezu rufen: I shall never be hungry again! Wir trinken unseren ersten Kaffee auf dem Balkon und erquicken das Auge an den gestochen scharfen Linien der Hügelkette gegenüber. Ich erkenne Haifa, von Stella Maris über die Dan-Hotels zieht sich die Stadt bis zur Uni, dann Usfiya, dann Daliyat-al-Karmel, die Drusenstädte, und das Carmelgebirge zieht sich bis Muchraka, das wir vom Kibbuz aus auch sehen konnten.

Auf dem Meer sehen wir die langen, rostfarbenen Frachter, die auf den Hafen von Haifa zustreben wie die Männeken beim Mensch-ärgere-dich-nicht in den Pott. Wir sehen einen Teil des Hafens, das Dagon-Lagerhaus, den schiffsförmigen hohen Neubau des Erziehungsministeriums. Wir sehen Nesher, wir sehen den Bahai-Tempel und die Gärten. Wir sehen die Klippschliefer, die den Tag damit beginnen, daß sie auf den Felsen sitzen und sich putzen und umgucken. Wir sitzen mit unserem Kaffee in der Hand und sind froh, daß der Herbst endlich, endlich da ist.

Und abends, wenn Y. wiederkommt, setzen wir uns wieder raus und warten auf den Sonnenuntergang. Wir sehen leider nicht, wie die Sonne im Meer versinkt – da sind Häuser dazwischen, sehr lästig. Und so warm der Tag auch war – abends kühlt es richtig schön ab. Noch nicht wolljackenkühl, nicht schultertuchkühl, ja nicht mal sockenkühl. Aber deutlich kühler als der Tag.

Da habe ich drauf gewartet. Wenn ich im Sommer jammere und klage, dann muß ich auch im Herbst danken und mich freuen. Und das tu ich hiermit.

Kleines Erlebnis August 6, 2010, 12:31

Posted by Lila in Klippschliefer....
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Gerade ging ich raus in die Hitze, um mir ein paar Zweige Pfefferminz und Bergkraut für meinen Tee zu holen. Ich guckte in den weißen Eimer unter der Ableitung unserer Klimaanlage, wo ich das Wasser sammle, mit dem ich morgens oder abends die Pflanzen wässere – und erschrak. Der Eimer war fast voll, und im Wasser schwamm eine kleine Eidechse. Den blassen Bauch hatte sie nach oben gekehrt, die Beinchen in alle Richtungen ausgestreckt. Wie ein kleiner Fallschirmspringer hing sie da, regungslos, und wartete auf einen Fallschirm, der nie aufgeht. Gegen das Weiß des Eimers hob sie sich gut ab, und ich konnte deutlich jedes Schüppchen erkennen.

Ach, arme Eidechse, hattest du Durst, dachte ich, und schüttete vorsichtig die oberste Schicht des Wassers ab, um die kleine Leiche auf den Kompost zu befördern. Doch die Eidechse war gar nicht tot. Sie fiel auf den Rücken, drehte sich schnell um, und hielt dann inne. Sie atmete schwer, ich sah ihren kleinen Brustkorb heftig arbeiten. Sie guckte sich um, und nach einem winzigen Moment war sie verschwunden. Sie flitzte über die Hauswand in Richtung Garten, elegant und flink, als wäre nichts gewesen.

Und ich habe kleinen Napf nach draußen gestellt, damit das nicht noch einmal passiert. Bei der entsetzlichen Hitze suchen bestimmt viele Tiere eine Wasserquelle.  Wie gut, daß ich die Eidechse noch rechtzeitig gefunden habe. Noch dazu, wo ich jetzt weiß, daß es eine Lacerta Laevis war, eine bedrohte Art.

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