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Noch eine Berlin-bezogene Frage März 28, 2013, 8:17

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eines Mitreisenden, die ich hiermit weitergebe. Er möchte eine Sim-Karte für seinen i-pad kaufen, sobald wir landen (Schönefeld). Hat jemand einen Tipp? Ich bin seit 25 Jahren nicht mehr in Schönefeld gewesen… und von allem, was mit i anfängt, habe ich keine Ahnung. Aber da sich Eure Tipps bisher bewährt haben, meinte er: frag doch mal in Deinem Blog, da wird doch bestimmt jemand wissen, wo man sowas kauft. Hoffen wir´s :-)

Hab’s getan Februar 17, 2013, 12:51

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Ich habe einen Paypal-Button angebracht. Eigentlich wollte ich das nie, aber viele ehrenwerte Blogger haben einen, und ich zwinge ja keinen. Aber wir haben im Moment eine solche Holperstrecke – ich nenne es Unglück im Glück, denn ich kann mich über mein Leben nicht beschweren, aber… Und nun ist das Auto auch noch kaputt :-(

Der Button ist mehr zu meiner eigenen Beruhigung, wenn ich kostbare Arbeitzeit (oder Schlafzeit, die mir dann fehlt) beim Bloggen verschwende. Ich weiß, wir sind alle pleite, und ich lese im Internet auch viel, ohne zu bezahlen.

Na ja. Wenn es mir zu unangenehm wird, nehm ich ihn wieder raus. Aber einen Versuch ist es doch wert. Oder hat jemand eine bessere Idee?

Wieder da Dezember 31, 2012, 14:51

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Die Woche ging so schnell rum, ich hab es kaum gemerkt, dass ich weg war. Ausser an der Menge Mails natuerlich, die mich nach einer Woche fast ohne Internet erwartet haben. (Die Verbindung war so unzuverlaessig, dass ich erst am letzten Tag den Dreh raushatte, in welcher Ecke und Etage ich sitzen musste, um ins Internet zu kommen…. war aber nicht schlimm, ein paar Tage ohne haben mir ganz gut getan….)

Das Wiedersehen mit allen, auch Primus. Der Aachener Weihnachtsmarkt. Der sentimentale Ausflug an die Staetten unserer Kindheit mit meinem Bruder – nur wir zwei, bis ans Grab unserer Oma. (Unser Vater hat ja sein Grab in der Ostsee.) Eine Bescherung mit diesmal tatsaechlich deutlich weniger Geschenken – wie gut, dass wir es nach so vielen Ankuendigungen endlich geschafft haben. Ein paar Besuche. Ein paarmal im Schweinsgalopp durch ein paar Geschaefte, einkaufen, was es “in Israel nicht gibt”. Und dann schon zurueck, mit Primus und Quarta. Im Flugzeug, natuerlich in der Klo-Schlange, wurde ich angesprochen, ob ich nicht die Rungholt-Dame sei. (Und kleine Panik: WAAAS, da lesen wirklich Leute mit? Oh nein!!! Sagt mir, dass das nicht wahr ist!)

Am Flughafen warteten Y., Secundus und Tertia. Ich hatte sie alle zusammen, meine Viere, wie schoen war das. Secundus’ Geburtstag musste schnell nachgefeiert werden mit Kinobesuch und Restaurant, also sind wir auf dem Heimweg erst beim Hobbit und dann beim Pinguin eingekehrt – beides enttaeuschend. (Der Hobbit hatte aber wesentlich mehr Pluspunkte als der Pinguin – das war das letzte Mal, dass wir uns dieses Restaurant angetan haben.)

Und dann eine kurze Nacht, in der mein Schiffchen voll war und alle Betten besetzt waren und alle Kinder zuhause waren. Sonntag frueh dann waren meine zwei Soldaten schon wieder weg. Und ich musste arbeiten. Und ueberhaupt.

Ich sitz im Lehrerzimmer, um mich herum Leute, die Salat und Kekse knurpsen. Wenn ich nur gefragt wuerde, haette ich schon manche Idee zur Optimierung des Menschen, aber das dringlichste Anliegen waere eine bessere Schallisolation des Kau-Apparats. Oder Ohrenlider.

Ich mag Routine. Aus dem Gleis springen ist schoen, wieder das Gleis unter den Raedern zu spueren ist auch schoen.

Leseempfehlung Dezember 7, 2012, 9:22

Posted by Lila in Bloggen, Presseschau.
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Ein grundlegender Text von Richard Landes zum Thema Anti-Judaismus, Anti-Semitismus, Anti-Zionismus und dem ganzen Stimmungsbild, das dazugehoert. Dabei betont er besonders das Konzept der “moralischen Schadenfreude”, das Israel gegenueber oft zum Vorschein kommt.

Tatsaechlich habe ich dieses Suchen nach moralischer Ueberlegenheit in Gespraechen, sowohl hier im Blog als auch “live”, oft bestaetigt gefunden – das selbstgefaellige Laecheln, wenn man Israel der Unmenschlichkeit “ueberfuehren” kann, und die obsessive Suche nach Beweisen fuer diese Unmenschlichkeit. Landes greift zu drastischen Metaphern, die in einem Vortrag vermutlich staerkere Wirkung haben als bei einem geschriebenen Text, wo sich die Metaphern irgendwann ins Gehege kommen und, zumindest in meinem Kopf, unstimmige Bilder erzeugen. Aber in der Sache ist seine Analyse, meiner Erfahrung nach, korrekt.

Take the case of Muhammad al Durah, the nuclear bomb of Jihadi cognitive warfare, the first blood libel of the 21st century, the first spread by an identified Jew, the first post-modern blood libel. Europeans loved this story: “This picture erases, replaces the image of the boy in the ghetto.” From a moral point of view, it’s hard to imagine a more deranged statement. Only when one realizes that al Durah was Europe’s get-out-of-Holocaust-guilt-free card does such “logic” make sense.

Hence let me introduce the term Moral Schadenfreude: it is the core of the anti-Judaism I discussed above. It designates the thrill (frisson) that accompanies the ability to accuse Israel, to knock it off its moral pedestal, to announce (as one of my friends did repeatedly in the years after al Durah) “this time Israel’s lost the moral high ground.” Somehow there is a great pleasure that accompanies inflicting moral pain on the Jews. Somehow one gets great pleasure from being able to say, “You Jews, two thousand years you suffered persecution and no sooner do you get power, but you turn around and do it to the poor Palestinians. You’re just as bad as everyone else (off the pedestal), you’re as bad or worse than the Nazis (sadistic version).”

Und wenn man Israel sonst nichts vorwerfen kann, dann wirft man ihnen eben vor, dass sie Wohnungen auf umstrittenem Gebiet bauen – als ob je ein Hahn danach gekraeht haette, in welchem Teil Zyperns Tuerken siedeln, wobei sie die einheimische Bevoelkerung vertreiben. Arme Zyprioten, wenn es mal einen Artikel darueber gibt, wird selbst das Wort “Siedler” in Anfuehrungszeichen gesetzt, denn man weiss doch: so richtige Siedler gibt’s eben nur in einer Ecke der Welt.

Bei Wikipedia allerdings fehlen die Gaensefuesschen, und da liest man:

Estimates state that 36,000 (about 1/3) Turkish Cypriots emigrated in the period 1975-1995, with the consequence that within Northern Cyprus the native Turkish Cypriots have been outnumbered by settlers from Turkey.

In 2010, the International Crisis Group estimated that the total population of Northern Cyprus was 300,000, perhaps half of which were either born in Turkey or are children of such settlers.[74] One source claims that the population in the north has reached 500,000,[75] split between 50% Turkish Cypriots and 50% Turkish settlers or Cypriot-born children of such settlers.

Donnerwetter. Wann habt Ihr das letzte Mal davon gehoert, dass in Nordzypern gesiedelt wird? Und dort ist der Fall, im Gegensatz zu den von Israel besetzten Gebieten, rechtlich vollkommen klar.

(Ich darf daran erinnern, dass Israel die Gebiete den Jordaniern abgenommen hat, die sie nicht zurueckwollten. Es ist ja nicht so, als haette es dort vorher einen Staat Palaestina gegeben, den man nur wiederherstellen muesste. Und es ist ja auch nicht so, als haette Israel die Verhandlungen verweigert – ich weise wieder mal auf die Beschluesse von Khartoum hin, die in Deutschland ziemlich unbekannt zu sein scheinen. Die anti-israelische Lesart kennen alle – aber die andere sollte man sich schon mal zu Gemuete fuehren, auch wenn man, wie ich, die Besatzung gern friedlich beendet saehe. Aber so einfach ist es eben nicht.)

Kurz, es wird mit der Lupe nach Aktivitaeten Israels gesucht, die man als moralisch verwerflich deklarieren kann, selbst Defensivmassnahmen wie ein Zaun zur Terrorabwehr und Checkpoints zur Kontrolle. Wenn man dann positive Dinge erwaehnt, kommt als Antwort nur knapp, “das ist selbstverstaendlich”. Dem Gazastreifen medizinische Hilfe und Lebensmittel schicken, waehrend in Israel noch die Raketen fallen? Selbstverstaendlich. Den Gazastreifen umsonst mit Strom versorgen? Selbstverstaendlich. Israelische Sanitaeter wie meine Soehne retten taeglich palaestinensische Menschenleben? Selbstverstaendlich. Nicht der Rede wert.

Israel muss einfach, damit diese Art Israel-Kritiker ihre Ruhe hat, moralisch im Minus bleiben. Da werden Terroristen als Zivilisten gezaehlt, damit man ihren Tod bedauern kann, und Aggressionen gegen Israel heruntergespielt, damit man Israels Gegenwehr als unverhaeltnismaessig verurteilen kann. Und immer, immer wird moralisch argumentiert.

Wohlgemerkt nur Israel gegenueber – wo waeren die Palaestinenser, wenn man sie nach denselben strikten Massstaeben beurteilte? Aber wenn man Israel als die Staerkeren, Ueberlegenen, eigentlich nicht Bedrohten, als die Paranoiden und Agressiven castet, dann handelt die andere Seite eben nur aus Verzweiflung und ist damit moralisch entlastet. Und jeder weiss doch, dass verzweifelte Menschen nun mal Schulbusse in die Luft sprengen und Babies im Schlaf erstechen – das ist doch ueberall so, nicht wahr? So bleibt die Bilanz immer schoen unausgeglichen.

Der Holocaust-Komplex muss wirklich sehr tief sitzen, wenn Landes Recht hat und dieses Beduerfnis nach moralischer Argumentation wirklich eine Reaktion auf die jahrhundertalte, brutale Repression der Juden in Europa darstellt, von deren beschaemender, quaelender Erinnerung man sich befreien will, indem man nachtraeglich die Juden de-humanisiert.

Sehr deprimierende Lektuere fuer einen Freitag-Morgen.

Ein Palaestinenser sagt seine Meinung November 27, 2012, 16:19

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und die sollte man einfach mal zur Kenntnis nehmen. Wo geht es den Palaestinensern am misrabelsten? Fragt wen Ihr wollt, die Antwort wird immer “in Israel” heissen, ich verwette mein schoenstes Geschirrhandtuch dafuer und meinetwegen noch einen genialen Geschirrschwamm, den’s in Deutschland nicht gibt.

Wo werden Palaestinenser bei der Berufswahl und -ausuebung massiv eingeschraenkt ?

Wer hat 450.000 Palaestinenser vertrieben?

Wo haben die Palaestinenser keine Chance, dauerhaftes Aufenthaltsrecht zu erwerben?

Kleiner Tip: die Antwort lautet NICHT “Israel”.

Fazit:

Moral of the story: Israel naturalized over 1.5 million Palestinians. They enjoy full citizen rights and many of them would remain in Israel even if a Palestinian state is established. Palestinians in the Arab world on the other hand suffer from discernible and vile discrimination. If a non-Palestinian Arab speaks of the maltreatment of Palestinians by Israelis, tell them to STFU and demand rights for Palestinians in their countries before they complain about Israel. People living glass houses shouldn’t throw stones.

EDIT: Don’t downvote the truth.

Will das jemand in Deutschland hoeren? Nein. Warum sich mit Fakten verwirren lassen, wenn man doch schon felsenfeste Ueberzeugungen hat und genau weiss, wer alles Leid der Welt verursacht?

Gefunden hier.

Ist es wirklich so schlimm? November 23, 2012, 11:46

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Das ist ja schlimmer, als ich gedacht hatte – ich kenn ja nur die Internet-Versionen der Zeitungen, aber anscheinend sind Fernsehen und Radio, besonders die oeffentlich-rechtlichen, noch schlimmer.

Da wundert einen ja wirklich gar nichts mehr. Oder besser: es wundert mich dann doch, dass es noch genuegend Leute gibt, die auf die Luegen nicht reinfallen und selber nachdenken. So gesehen ein ermutigender Befund.

 

Anna Rau, Tel Aviv November 22, 2012, 19:33

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Wie ist mir ihre Bericht vorher entgangen? Y. hat Anna Rau im Radio gehoert. Ja, die Tochter von. Dass die Tochter eines der groessten Freunde Israels in Deutschland in Tel Aviv studiert, freut mich zu hoeren. Wie schoen sie schreibt und die Israelis beobachtet. Klar, die geben sich auch gern vor einer Deutschen einen Tick gelassener, als sie vielleicht in Wirklichkeit sind – und ich habe ja schon zu Zeiten des Libanonkriegs II festgestellt, dass auch die Deutschen in Haifa zu der Zeit mit bewundernswerter Gelassenheit reagiert  haben. Was auch in den Medien registriert wurde.

Eine junge Frau, die ich damals kannte, war mit ihrem Mann, einem Austausch-Wissenschaftler am Technion, und ihren zwei kleinen Kindern in Haifa. Sie sagte mir: “wenn der Alarm kommt, geh ich mit den Jungens ins Treppenhaus, halte sie fest im Arm und denke an meine Oma”.

Also, das ist wohl auch eine persoenliche Sache, ob man eher mit Panik oder kuehlem Kopf reagiert, und ich finde, auch Anna klingt nicht panisch. Keine Ahnung, wie ich reagieren wuerde.

Jedenfalls werde ich mal gucken, wo ich noch mehr von Anna Rau finde.

Israelische Kinderstube November 20, 2012, 21:16

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Danke, Matzav Israel. Sein Sohn hat als Kind “pigua” gespielt, Terrorangriff – hat Strassenszenen mit Lego nachgebaut, alles umgestuerzt unter “pigua, pigua”-Rufen.

Wer nur die koerperlichen Verletzungen zaehlt, der taeuscht sich und andere. Die Kinder im Sueden kennen kein Leben ohne Sirene und panische Angst.

Wie haben wir das so viele Jahre dulden koennen? 2003 fiel die erste Grad-Rakete auf Ashkelon.

Gehet hin in alle Welt… November 20, 2012, 18:33

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… und sagt allen: Lest Yaacov. Er bloggt selten, aber nur Perlen. Sein heutiger Eintrag charakterisiert nicht nur Twitter-Eintraege zum Thema Israel-Palaestinenser, sondern liefert auch eine Typologie vieler Kommentatoren hier auf Rungholt. Nur Hamas-Terroristen hab ich hier noch nie gehabt, aber die naiven Menschen ohne historisches Bewusstsein und Wissen und die pflichtbewusst linken Underdog-Cheerleader… die kommen mir sehr bekannt vor.

Coole Anekdote November 20, 2012, 18:26

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hier gefunden, von hier verlinkt.

Warum Iron Dome so schwer verkaeuflich ist:

Back in mid-June, during the great Paris weapons show, the Rafael pavilion was absolutely the busiest around, and everybody wanted to look at the new, exciting, Iron Dome system, the greatest achievement in rocket defense ever. But by the end of the show, Rafael hadn’t made a single sale. The Arrow sold well, other systems did great – Iron Dome wasn’t moving. So they contacted their big clients, the serious ones, and asked what gives.

And those clients told them no one except Israel has any use for these things. Because in any normal, sane country, if some hooligans were to start targeting civilians with rockets – the army would go and kill them.

Liebe Trolle, November 18, 2012, 14:50

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Ihr muesst leider draussenbleiben.

Damit Ihr aber nicht dahinkuemmern musst, schenke ich Euch einen Link, der alle Eure Fragen beantwortet.

Wenn die Lage sich entspannt, lass ich hier wieder Trolle rein, ich versprech es. Aber nicht jetzt. Jedes Ding hat seine Zeit.

Ich gebe weiter, November 16, 2012, 14:51

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was ich so lese, obwohl ich auch ein Ohr aufs Fernsehen habe (wiewohl ich Uzi Landau nur mit Schwierigkeiten zuhoeren kann – der arme Mann pfeift und zischt durch sein Gebiff, dass es mich jammert und ich kaum hoere, was er sagt…).

Elder gibt ebenfalls weiter, was er bei Palestine Today gelesen hat und was auch im Channel 2 schon erwaehnt wurde: ein Mann, der als Kollaborateur verdaechtigt wurde, ist kurzerhand exekutiert worden.

Angeblich war er es, der Informationen ueber al-Jabaris Aufenthalt weitergegeben hat. Ob das stimmt, weiss ich nicht. Dass es nicht gerecht und rechtsstaatlich ist, einen Festgenommenen kurzerhand abzuschlachten, statt ihm einen ordentlichen Prozess zu machen, zeigt nur, was fuer Barbaren die Nachbarn im Sueden in die Haende gefallen sind bzw welche Barbaren sie sich an den Hals gewaehlt haben.

(Sagt mir jetzt nicht, wir haetten al Jabari auch den Prozess machen sollen – haetten die Autoritaeten im Gazastreifen ihn uns ausgeliefert, haetten wir das auch getan. Und in vielen anderen Faellen auch.)

Ich denke oft an die “mashtapim”, die mit Israel zusammenarbeiten – manche davon unfreiwillig oder als Teil eines Deals, manche aus Groll auf die Hamas, manche aus dem Wunsch nach Frieden und Vermeidung weiterer unschuldiger Opfer. Sie gefaehrden sich. Keiner erwaehnt sie. Sie riskieren sehr viel und man kann gar nicht nachvollziehen, wie sie sich durchlavieren muessen – nach aussen hin, aber auch nach innen, mit ihrem Gewissen, ihren Gefuehlen.

Es tut mir leid um den Mann, der zu Recht oder Unrecht verdaechtigt wurde, und der dafuer mit dem Tod bezahlt hat. Er ist eine Anklage. Ist der Gazastreifen, sind die Autonomiegebiete wirklich faehig, einen funktionierenden Staat zu gruenden?

Wenn Yaacov was sagt, November 16, 2012, 14:39

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lohnt sich das Nachlesen.

According to the twitter feed of the IDF, as of this morning more than 500 targets had been hit from the air in Gaza, many of them underground storage installations of weapons.

We don’t know how many people in Gaza have been killed so far. The highest number I’ve seen is 18. Of them, how many are civilians? We don’t know that, either. Some of them. The death of any non-combatant is always tragic (The deaths of terrorists is tragic for their families, but they made the choice to be terrorists and their possible death was part of that choice).

Hoffentlich wird weiterhin sorgfaeltig gearbeitet, so dass friendly fire und der Tod von Nicht-Kombattanten nicht vorkommen. Obwohl Zahal in einem Gebiet operiert, das fast so dicht besiedelt ist wie Tel Aviv (ja, ja, der Mythos vom Gazastreifen als am dichtesten besiedelte Gegend der Welt ist ebendies, ein Mythos – bestimmt gibt es neuere Berechnungen, hab aber leider gerade keine Zeit zu suchen!)

Und wenn wir einfach drauflosballerten, wie die wohlwollenden Beobachter uns unterstellen und wie die Palaestinenser das machen? Wahllos in die Landschaft schiessen? Da saehe Gaza aber ganz, ganz anders aus.

Es ist nicht einfach, gezielt militaerische Ziele in dicht besiedelter Gegend anzuvisieren. Noch dazu, waehrend gleichzeitig die eigene Familie im Luftschutzraum hockt. Einfach einen Bombenteppich legen waere vielleicht einfacher.

Das Schoene ist: die Beobachter in Europa erkennen den Unterschied gar nicht. Sie halten uns fuer blutdurstig, weil es fuer sie moralisch dasselbe ist, ob man eine Fajr-Abschussrampe zerstoert oder wild in die Gegend ballert.

 

Ein Lichtblick November 14, 2012, 18:02

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Nicht nur ich habe meine Probleme mit arabischen Knesset-Abgeordneten, die meiner Meinung durch ihre verleumderischen Anklagen gegen Israel und ihre Konzentration auf palaestinensische Interessenpolitik den Arabern in Israel mehr geschadet als genuetzt haben. Chanin Zouabi ist ein klassisches Beispiel – sie redet, als saessen ihre Waehler in Jenin und nicht in Nazareth.

Es ist wunderbar, ueber einen Politiker zu reden, der sich um die Probleme kuemmern will, die seine Waehler wirklich betreffen. Heplev hat einen Artikel von Philippe Assouline uebersetzt, der so einen Mann portraitiert. Absolut lesenswert.

Aatef Karinaoui heisst der Mann, er ist Beduine aus Rahat, glaeubiger Moslem, und er hat, genau wie ich, eine Wut auf die arabischen Knesset-Abgeordneten, die darauf hinarbeiten, die juedische und arabische Bevoelkerung in Israel gegeneinander aufzubringen und zu trennen, auch auf Kosten der Wahrheit – womit niemandem gedient ist.

„Alles Schlechte, das sie über Israel und seine angeblich schlechte Behandlung der Araber sagen, ist gelogen, eine schamlose Lüge“, sagte er entschlossen nur Augenblicke, nachdem wir uns setzten. „Arabische Knessetabgeordnete legen einen Brand. Sie nähren sich durch die Politik der Teilung und repräsentieren die arabische Öffentlichkeit nicht. Die arabischen Knessetmitglieder tun nichts, um die Menschen zu bilden oder ihre Lage zu verbessern… Aber [derzeit] gibt es keine Alternative zur aktuellen Führung.“

Ich habe vor ein paar Monaten Aehnliches gesagt und mir die ueblichen Verdaechtigungen dafuer eingefangen – aber ich habe das nicht aus “rassistischer” Missachtung fuer die Anliegen der israelischen Araber gesagt, sondern aus Zorn ueber Leute, die diese Anliegen links liegen lassen, sie ihren eigenen Zielen unterordnen. Man hoert von ihnen nur, wenn es um ein Anschwaerzen des Staats gibt, der ihnen ein fettes Gehalt zahlt, damit sie ihn vertreten. Sie hetzen ihre Waehler auf, statt sie dazu zu ermutigen, sich zu integrieren und ihre Talente zu nutzen und alle Chancen beim Schopf zu packen, die Israel ihnen bietet – man kann nur dankbar sein, dass genuegend israelische Araber genau das tun und ihr Leben in die Hand nehmen und an allen Unis zu finden sind, und in allen Bereichen des Lebens.

Darum ist ein Mann wie Karinaoui ein Mann nach meinem Herzen.

„Wir brauchen die arabischen Knessetmitglieder nicht, um uns zwanghaft mit marginalen Dingen und Außenpolitik zu beschäftigen, wie sie es getan haben“, erklärt er. Die arabische Abgeordnete Hanin Zoabi nahm z.B. im Mai 2010 am Versuch der Mavi Marmara teil Israels Seeblockade des Gazastreifens zu brechen, während ihr Kollege Ibrahim Saroor letztes Jahr die „Ermordung“ Osama bin Ladens durch die Amerikaner verurteilte. „Wir haben echte, drängende Probleme – dass 15 Personen in einem kleinen Haus leben, Landbesitzstreit, Bildungsprobleme“, sagt Karinaoui. „Wir haben viel, das wir bewältigen müssen. Doch die arabischen Abgeordneten bringen uns weit aus dem Mainstream und wollen keinen Fortschritt. Ihre Art der Führung ist das wahre Versagen.“

Karinaoui glaubt, wenn er die Chance bekommt, dann kann er etwas bewirken. „Unsere Führer haben uns 60 Jahre lang betrogen. Gebt uns ein einziges Knesset-Mandat und wir werden in vier oder fünf Jahren mehr für Menschen tun als sie in 60 Jahren getan haben.“

Warum der Mann auf einem unrealistischen Listenplatz des Likud herumlungert, ist mir raetselhaft – das heisst, mir ist schon klar, warum in einer Partei das Hauen und Schlagen um aussichtsreiche Plaetze zu solchen Ergebnissen fuehrt. Aber wir brauchen solche  Politiker. Nicht nur die Araber in Israel, sondern das ganze Land. Jeder Buerger muss sich entfalten koennen, jedes Kind braucht Bildungschancen und eine Zukunft. Das ist gut fuer uns alle.

Ich sehe ja immer meine Studenten vor mir. Vorgestern habe ich eine Klasse unterrichtet, die zu drei Vierteln aus arabischen Studenten besteht – keine jungen Studenten, sondern erfahrene Lehrer, die eine Zusatzausbildung machen. Wer laenger bei mir mitliest, weiss, dass ich fuer diese Kurse eine ganz besondere Schwaeche habe. Die letzten Gruppen waren nicht so stark, aber diesmal habe ich wieder eine tolle Truppe von hellwachen Studenten, und ich sehe mit riesiger Freude, was fuer begabte, ehrgeizige, wissensdurstige, lebenserfahrene und kluge Menschen sind. Ich bin stolz, dass ich zu einem Team gehoere, dass sie weiterbildet und etwas dazu beitraegt, dass die Qualitaet der Lehrerbildung im arabischen Sektor steigt. Und natuerlich arbeiten im Team auch arabische Kollegen.

Wir brauchen einander, und wer nicht gerade Politiker ist, der weiss das, auch auf der arabischen Seite. Ich wuerde Karinaoui gern in einflussreicher Stellung sehen, und ich hoffe, er erreicht es – ich hoffe, jemand erkennt, dass der Mann Gold wert ist.

Es ist aber nicht nur das wahrgenommene Versagen der arabischen Politiker ihren Pflichten nachzukommen, das ihn antreibt; Karinaoui identifiziert sich sehr mit dem Staat Israel. Er will die arabischen Israelis als Bürger voll engagiert sehen und dass sie Verantwortung für die Veränderung übernehmen, die sie herbeiführen können. „Wir wollen beweisen, dass wir loyale und treue Bürger sind“, sagt er. „Wir brauchen mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung durch den Staat… Ich bin ein stolzer Araber und auch ein stolzer Israeli. Ich bin kein Palästinenser… Sehen Sie sich Syrien an. Sehen Sie sich Ägypten an, Libyen und auch Tunesien; und sehen Sie sich Bahrain an: Das Problem ist nicht Israel, es sind die Araber.“

Wenn wir im Inneren einig sind, ehrlich und fair zueinander, koennen wir jedem Aussendruck besser standhalten. Karinaoui redet die Situation der Araber in Israel nicht schoen. Aber statt sich auf die Mavi Marmara zu setzen, will er was dagegen tun. Ich finde das ermutigend und wunderbar.

Einfach wenig Zeit November 11, 2012, 7:45

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Die Wahlen in den USA habe ich nicht kommentiert, weil ich keine Zeit hatte – und weil ich ehrlich gesagt kein anderes Ergebnis erwartet haette. Ich teile den Pessimismus Obama gegenueber nicht. Ich bin kein Fan, und mir ist die an Verehrung grenzende Bewunderung fuer einen Politiker eher unheimlich, vor allem, weil Obama sich nicht merklich von anderen Politikern unterscheidet. Die Amerikaner waehlen nicht Israels wegen, weswegen sollten sie auch? Und ob die enge und freundschaftliche persoenliche Beziehung zwischen Romney und Netanyahu letztendlich besser gewesen waere fuer Israel? Ich bezweifle es, manchmal arbeitet man mit einer gewissen kritischen Distanz besser zusammen. Ich lasse das auf mich zukommen und erwarte keine dramatische Verschlechterung der Lage.

Viel mehr besorgt mich, was im Sueden passiert. Wir naehern uns mit Riesenschritten einem militaerischen Eingreifen. Egal was die deutschen Medien von Spirale der Gewalt und so weiter daherreden – ohne den staendigen, durch nichts zu rechtfertigenden Beschuss israelischer Zivilisten aus dem Gazastreifen gaebe es gar keine Eskalation. Angriffe aus dem Gazastreifen sind der Grund dafuer, eindeutig. Seit dem Rueckzug Israels aus dem Gazastreifen ist es vollkommen unverstaendlich fuer rationale und normale Menschen, wieso dieser Beschuss ueber Jahre hinweg weitergeht.

Israel hat wieder mal lange gewartet. Angriffe an der Grenze haeufen sich, der Raketenbeschuss, Waffenschmuggel, alles hoffnungslos. Ich sitze vor dem Fernseher und hoere, dass im Sueden die Menschen wieder in Luftschutzraeumen sitzen. Es ist eine Frage der Zeit, wann die Armee dort einmarschiert, und jedem ist klar, warum mir das Herz davon noch schwerer wird als bei frueheren Gelegenheiten. Bleischwer, bleischwer, faellt in unendliche Tiefen, ich kann nicht mehr sagen.

Der Wahlkampf geht weiter, und die Brownsche Molekularbewegung ist behaebig verglichen mit dem hektischen Hin und Her der Politiker und Parteien, die sich zusammenschliessen, anschliessen, ausschliessen, annaehern, entfernen – man kriegt Kopfschmerzen beim Zusehen. Die reinste nach allen Seiten offene Murmelbahn, in der Dutzende von Murmeln gleichzeitig in alle Richtungen herumschiessen und aneinander stossen. Mal gucken, wie es weitergeht.

Y. war am Wochenende zu einem Treffen seiner alten Einheit geladen, 31 Jahre, nachdem er eingezgen wurde. Er ist armee-maessig gesehen Jahrgang Nov 81, also der Jahrgang, der gegen Ende der Grundausbildung in den Libanon geschickt wurde, dort fuenf Jahre blieb und sich davon eigentlich nie richtig geloest hat. Wer dabei war, nimmt das ueberall mit hin – israelische Filme zum Thema zeigen es, ob Beaufort oder Waltz with Bashir. Das Treffen fand beim damaligen mem-peh statt, Nir Barkat, der heute Buergermeister von Jerusalem ist, und auch der magad B0gi Yaalon war dabei.

Und es kamen tatsaechlich Leute, die zu allen vorherigen Treffen nicht gekommen waren – die Geburtstagsfeiern des im Krieg schwer verletzten Kameraden, die Treffen bei den Eltern des gefallenen Freundes. Obwohl Y. seit Jahr und Tag zu allen Treffen geht (was er bis vor zwoelf Jahren eher vermied), gab es immer noch Gesichter, die er seit dem Krieg damals nicht mehr gesehen hatte. Die unermuedliche Offizierin, die seit damals den Kontakt mit allen aufrechterhaelt, hat alles organisiert. Schade, dass ich nicht dabeisein konnte. Mir sind diese Einblicke in Y.s Vergangenheit wichtig. Ich war damals in der Oberstufe, las Eichendorff und Hoelderlin, ueberlegte, wohin ich zum Studium gehen sollte und lebte ein behuetetes Leben.

Und wieder kommt der Bericht durch: Beschuss auf Sderot, im Sueden ist in manchen Staedten die Schule abgesagt, in anderen nicht. Wenn ich dort lebte, wuerde ich meine Quarta wohl zuhause halten, wie schickt man Kinder in die Schule, wenn die Gefahr so gross ist? Ich wuerde ja am Rad drehen vor Sorge.

Ich habe viel Arbeit. Der Semesteranfang ist gemacht, jetzt kommen die Reaktionen auf Noten und Ladungen zum Disziplinarausschuss. Ja, ich habe es endlich getan, nachdem ich jahrelang gedroht und dann doch die copy-paste-Studenten mit einer Verwarnung habe durchschluepfen lassen, elendes weiches Herz! Diesmal waren die Anweisungen von den hoechsten Hoehen der Hochschule eindeutig – kein Ermessensspielraum mehr, jeder Fall muss weitergereicht werden, und ich habe entdeckt, dass die Vorsitzende des Ausschusses eine sehr nette, herzliche und kluge Dame ist, der es genauso schwerfaellt wie mir.

Allein schon, dass es noetig ist, abgekupferte Texte zu suchen, und dass wir immer wieder welche finden, trotz aller Verwarnungen, Erklaerungen und Anweisungen – das ist frustrierend. Ich werde dazu vielleicht mal mehr schreiben, aber es ist eine Ohrfeige. Und dann weinen die Studenten am Telefon und meinen, sie wussten nicht, dass es verboten ist, Wikipedia-Artikel als eigene auszugeben… und das Schlimmste ist: ich werde sofort weich. Ich kann nun mal nicht ertragen, wenn jemand traurig ist. Deswegen ist es gut, dass es nicht mehr allein an mir haengt, was weiter geschieht. Aber es nimmt endlose Stunden in Anspruch. Und die fehlen mir dann anderswo.

So ist das. Herz bleischwer, tagesueber mehr als ausgelastet, nachts unruhig, schwierige Zeiten.

Yael bittet um Hilfe Oktober 19, 2012, 7:05

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und ich mach einen Eintrag daraus, damit es nicht untergeht:

 

Ich brauche Hilfe. Es geht um einen besonders schlimmenen Fall von Volksverhetzung, der auch Ausrufe zum Mord beinhaltet. Da ich mit der Polizei bzw. mit der Staatsanwaltschaft nicht besonders gute Erfahrung gemacht habe, was das Verfolgen dieser Straftaten betrifft, hätte ich eine Frage, ob jemand einen guten Kontakt zur Polizei oder zu einem Anwalt hat, der sich intensiv damit auseinandersetzt, also nachhakt und die Sache nicht im Sande verlaufen lässt. Am besten jemanden aus Berlin. Wenn also jemand gute Kontakte hat, schreibe mir bitte über mein Kontaktformular auf meiner Seite. Es ist wirklich wichtig.

Tilman lesen, hören, sehen September 22, 2012, 16:33

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Einfach mal durchlesen. Tilman Tarach in Rostock.

Unter Berufung auf die „besondere deutsche Verantwortung für Israel“ sei „noch selten etwas Vernünftiges gesagt worden. Haben Sie schon mal einen dieser deutschen besonders Verantwortlichen davon reden hören, gerade wir als Deutsche dürften zum palästinensischen Judenhass nicht mehr länger schweigen? Es wäre geradezu erfrischend zu hören, man sei doch nur Palästinakritiker, habe aber nichts gegen Muslime, und gerade als Deutscher müsse man schließlich die palästinensische und insgesamt arabische Politik doch wohl noch kritisieren dürfen, ohne deswegen gleich in die philosemitische Ecke gestellt zu werden.“

Und wenn er bei Euch in die Gegend kommt – hingehen. Auch wenn man seine Ansichten nicht teilt. Ich glaube, er ist souverän genug, um kritische Fragen sachlich und kompetent zu beantworten. Seine Termine findet man immer auf seinem Blog.

Danke an den Leser, der mir den Link zugeschickt hat. Ich habe Tilmans Buch schon öfter verschenkt und vermutlich auf mehrere Hühneraugen damit getreten…. aber den Schmerz nennen Homöopathen wohl die Erstverschlimmerung :-D

Eine Schildersammlung Juli 27, 2012, 19:50

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Wenn ich so unterwegs bin, fallen mir immer wieder lustige Schilder auf. Längst habe ich noch nicht alle photographiert – auch Y. fallen immer wieder welche auf, und sein Sinn für das Absurde ist viel ausgeprägter als meiner. Da kommt also noch was dazu – aber ein paar ganz nette Exemplare kann ich doch beibringen.

Ich glaube, das hier kennen schon einige – durch dieses Schild bin ich erst auf die Idee gekommen, weitere Exemplare zu sammeln.

Eine Boutique mit ziemlich billiger Mode, die sich Atrakzia nennt – was natürlich eine verrückte Hebraisierung von Attraktion ist – eize atrakzia, was für eine Attraktion!, das sagt man wirklich auf Hebräisch. Ich freue mich immer, wenn ich dieses Schild sehe, und das ist jedesmal, wenn ich in Nahariya in die Nebenstraße einbiege, wo die Sherut-Taxis warten. Für mich ist das jedesmal eine atrakzia.

Auch das nächste Bild ist aus Nahariya, aber einer Ecke, wo ich seltener bin. Das Telefon war ein bißchen klebrig nach einem langen Arbeitstag, aber das Schild läßt einen die miese Qualität vergessen, finde ich.

Denn dieser Friseur, liebe Leser, verheißt nicht etwa nur schnödes super hair, das könnte ja jeder sagen. Nein, SUPPER hair können seine Kundinnen tragen. Mal gucken, ob die Speisekarte je um breakfast oder lunch hair erweitert wird…. nur vom soup hair würde ich abraten.

Bei diesem Bild handelt es sich nicht um einen Schnitzer mit dem schwierigen loasit, der “Sprache fremder Völker”. (Loasit nennt man auf Hebräisch alle Sprachen, die nicht Hebräisch sind – so wie alle fremden Länder kurz chuz-la-aretz heißen, “außerhalb vom Land”. DAS Land ist immer Israel.)

Hier berührt mich die Diskrepanz zwischen der hoheitsvollen Mona Lisa und der Schäbigkeit ihrer Umgebung. Irgendjemand hat mal ein Schild für ein Möbelgeschäft auf der Straße Akko-Haifa entworfen, auf dem Leonardos berühmtestes Porträt für Qualität wirbt. Längst ist das Geschäft pleite und zugemauert, das Schild zerfällt – aber die Mona Lisa ist immer noch zu erkennen, in drei verschiedenen Versionen. Auch dieses Schild ist auf meinem Weg zur Arbeit, und ich habe es aus dem fahrenden Sherut-Taxi heraus aufgenommen. Ganz melancholisch eigentlich, der Anblick.

Das Schild war die Frucht eines Spaziergangs durch Haifa. Auf dem Schild steht ein Name und als Berufsbezeichnung: nihul proyektim, Projekt-Management. Ich weiß natürlich nicht, was für Projekte der Mann managt – aber das Haus kann schwerlich den Anspruch einlösen, den das Schild stellt. Bevor er andere Projekte übernimmt, sollte er wohl erstmal die Ruine restaurieren, in der sich sein Büro befindet…

Auch dieses Schild sehe ich oft auf dem Weg vom Norden in Richtung Haifa, und es hat eine Weile gedauert, bis mir ein Licht aufging, was überhaupt gemeint ist. Makiage? Schule für Kosmetik…? Ach du liebe Güte. Maquillage natürlich. Die Rück-übersetzung vom Hebräischen ins loasit birgt doch immer wieder Tücken.

Ähnliche Probleme hatte der Besitzer dieses Cafes. Shtroudl (das L am Schluß ist auf dem Bild nicht erkennbar, ich verspreche aber, daß es existiert), sehr passend für ein Cafe, denn wer ißt nicht gern… Shtroudl?

Natürlich könnt Ihr jetzt sagen, es ist häßlich von mir, über Leute zu lachen, die weder Deutsch noch Französisch können, Maquillage und Strudel nur im Hebräischen kennen und jetzt eifrig drauflos transkribieren, nur von den vage erinnerten Ausspracheregeln des Englischen geleitet. Aber man könnte ja mal einen Muttersprachler fragen oder das Internet bemühen, bevor man sich mit einem Schild lächerlich macht. Wobei ich natürlich sehr dankbar sein muß für diese kleinen Peinlichkeiten.

Das hier ist ein Fundstück meines Mannes. Es ist das Schild eines Bauunternehmens, das gerade die Polizeiwache von Nahariya renoviert. Ken-ha-tor heißt die Firma, und laut Website ist das die Hebraisierung des Namens Kantor. Ken-ha-tor bedeutet “Nest der Turteltaube”, wie auch das Bild andeutet. Was daran so lustig ist? Daß diese Vögel ein paar Zweige zusammenrupfen und das ihr Nest nennen. Es wird dann durch die Ausscheidungen ihrer Nachkommen zusammengehalten, das steht sogar in Lehrbüchern über die Vogelwelt Israels. Y. amüsiert sich köstlich darüber, wie ein Bauunternehmer meint, ausgerechnet diese schäbigen, dreckigen Nester flößten seinen Kunden Vertrauen ein.

Ein weiterer Fund meines Mannes, in Zusammenarbeit mit Secundus, dem das besonders gut gefallen hat. KYC – Kentucky Yarka Chicken – steht auf dem Schild, das für ein Hühnchen-Schnellrestaurant wirbt. Zweifellos in Anlehnung an Kentucky Fried Chicken. Aber statt ihr Lokal Yarka Fried Chicken zu nennen, haben sie es eben Kentucky Yarka Chicken genannt – entweder, weil sie die Bedeutung nicht kannten oder weil sie so nah wie möglich am KFC-Logo bleiben wollten. (Übrigens finde ich das Schild darunter für ein Fleisch-Restaurant auch nicht schlecht – Dona Drama. Wenn ich je ein Restaurant eröffne, wäre das zweifellos der passendste Name.)

In Akko sehe ich schon seit einiger Zeit den Brautsalon Shontal. Da haute couture richtig geschrieben ist, spekuliere ich mal, daß die Schreibung Shontal auf die Eltern der Besitzerin zurückzuführen ist oder den Beamten, der Shontal mal ihren ersten Reisepaß ausstellte und dabei mit ihrem Vornamen experimentierte. Na, angeblich gibt´s ja auch in Deutschland Shanett und Nikoll.

(Ein anderer Brautsalon in den Krayot heißt mon sheri - ich werde den auch mal photographieren. Auch dort wurde der Name wohl von jemand transkribiert, der nicht wußte, daß das hebräische shin im Englischen zwar als sh geschrieben wird, aber nicht zwingend auch in allen anderen Sprachen…)

Eine Art Kapitulation sehe ich auch im Namensschild des Restaurants Bordo in Nahariya. Wer kann denn auch ahnen, daß diese verrückten Franzosen vier Buchstaben verschwenden, wo man mit einem o prima auskommt? Bordo, übrigens auf der ersten Silbe betont, ist als Farbbezeichnung sehr gebräuchlich.

Leider darf ich eine ganz bestimmte Speisekarte nicht in meine Sammlung aufnehmen, das hat mein Nachwuchs mir unter Androhung sämtlicher Höllenstrafen verboten. Die israelische Sitte, englische Speisekarten bereitzuhalten, finde ich lobenswert (die israelischen Studenten haben sie in deutschen Restaurants schmerzlich vermißt), und ich bitte oft um eine – aus reiner Faulheit. Und da stoße ich dann schon mal auf einen salat nissoas oder ähnliche Fundstücke. Korrigieren darf ich nicht, die Kinder schämen sich so schon genug für mich.

Ich dürfte über solche Sachen eigentlich auch gar nicht lachen, denn ich komme aus dem Rheinland, wo man Baguette Päng-Brot nennt, ganz logisch, denn päng heißt ja Brot auf französisch… normal, ne…

Wie gesagt, da kommt noch mehr zu, aber fürs erste Mal reicht das doch, oder?

In alten Zeiten, Juli 23, 2012, 22:14

Posted by Lila in Bloggen, Deutschland, Persönliches.
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liebe Kinder, da gab es hier was zu lesen. Ja, richtig, kaum zu glauben, so verwüstet und leer, wie es jetzt hier aussieht!

Tja, ich weiß einfach nicht, wo anfangen. Der Tod meines Vaters und meine Reise und alle ihre Erlebnisse – hm, die sind kein richtiges Blog-Material, aber es ist Zeit darüber vergangen. Ich bin seit mehr als einer Woche wieder zurück, langsam akklimatisiere ich mich wieder und verarbeite die Früchte meiner Reise.

Zuerst war ich ja fast eine Woche mit einer Gruppe israelischer Studenten unterwegs, und das war sehr, sehr interessant und lehrreich. Ich freue mich, wenn die deutschen Studenten nach Israel kommen, und bin neugierig. Man lernt ja immer noch dazu, es ist absurd  - ich war Begleiterin und habe doch so viel gelernt! Ein Höhepunkt war der Besuch eines Kindergartens – vier israelische Studentinnen, ein deutscher Student, alle aus pädagogischen Fächern – und ein deutscher Kindergarten, der ganz anders ist, als ich meinen alten Kindergarten in Erinnerung hatte. Das gegenseitige Interesse auf allen Seiten war riesengroß. Und so ein Gewimmel von zufrieden beschäftigten Kindern in einer guten Umgebung ist für mich immer eine Ermutigung und Freude. Ich hatte auch Freude an den israelischen Studentinnen, die professionelles und menschliches Interesse zeigten, und an den ebenso professionellen und menschlich warmen Mitarbeiterinnen des  Kindergartens.

Schön war auch ein Abend in einem Biergarten, als Deutschland gegen die Niederlande Fußball spielte. Die Israelis, die wohl immer gedacht hatten, Deutsche sind würdevoll wie Eulen, fanden sich nun in einer ziemlich verrückten Atmosphäre wieder. Auf dem Rückweg zum Gästehaus wurden wir umarmt und die ganze Huperei drumherum und das viele Schwarzrotgold… “Ist hier Unabhängigkeitstag?” hatte eine Studentin gefragt, als sie die vielen Flaggen an den Autos sah. Ich war nicht weniger verblüfft als sie, denn es war das erste Mal, daß ich zu so einem Spektakel tatsächlich anwesend war.

Nachdem die Studenten abgeflogen waren (ich habe dem Flieger noch mit ein paar deutschen Studenten zugewinkt), fing der private Teil an. Ein großes Familientreffen mit viel Austausch, eine Trauerfeier für meinen Vater, eine Woche Amsterdam mit meiner Jüngsten und schließlich die Seebestattung meines Vaters an dem Ort, der ihm einer der liebsten war – so ging der Monat vorüber.

Bei meiner Mutter war es schön wie immer. Der herrliche Garten, das wunderbare Wetter, die Johannisbeeren und zu Anfang der Spargel – und das platte Land, das einen geradezu aufs Rad zwingt – das war richtig schön. Mir fiel wieder auf, wie herrlich doch so ein klarer Himmel ist, an dem sich die Wolken perspektivisch bis zum Horizont staffeln, so daß der Blick ein richtiges weites Himmelszelt sieht. Leider haben wir im Sommer meist nur einen undurchdringlich staubigen, metallisch-grellen Himmel, an dem der Blick abprallt. Meine Mutter würde sagen: und wir haben so tiefe, dicke Regenwolken, daß wir außer unseren Gummistiefeln gar nichts mehr sehen. Jedoch, ich habe mir sagen lassen, daß auch nach Deutschland eine Art Sommer zurückgekehrt ist… und als ich da war, war es angenehm, nicht zu heiß und nicht zu kalt, nicht zu trocken und nicht zu naß.

Morgens  dann der Kaffee aus Mamas phantastischer Maschine (die einen endgültig für alle anderen Sorten Kaffee verdirbt), dann ein ruhiger Blick in die kleine Zeitung  mit Nachrichten von gestern, und das war´s. Internet konnte ich nicht immer erwischen, ich wollte auch nicht immer, oder wenn, dann nur für die dringendsten dienstlichen Sachen. Daß es in Israel nicht ganz ruhig war, kriegte ich wohl mit. Syrien beschäftigt uns wohl alle – und das Dilemma, ob und wie man überhaupt eingreifen soll oder kann. Aber die große Welt ließ mich in Ruhe, und ich sie. In Amsterdam und Kiel erst recht, da war ich wie aus der Zeit gefallen.

Seit meiner Rückkehr nach Israel dann stürmen die Ereignisse wieder gegen meine innere Ruhe an – die Selbstverbrennung eines Aktivisten, der verzweifelt und hoffnungslos war, weil er zu spüren bekam, daß das sogenannte soziale Netz niemanden mehr auffangen oder halten kann. Er hat damit eine ganze Welle von versuchten Selbstverbrennungen ausgelöst, heute allein drei, und gestern ist es einem Mann auch gelungen. Er liegt nun ebenfalls im Sterben.

Nicht weit von ihm liegt der am schlimmsten verbrannte Burgas-Urlauber.  Seine zwei Freunde, mit denen er unterwegs war, sind tot, er selbst hat schwerste Brandverletzungen erlitten. Seine Eltern stehen unentwegt an seinem Bett und streicheln ihn und sprechen mit ihm. Wenn er durchkommt, dann hat er das ihnen zu verdanken – ohne die Kunst der Ärzte in Zweifel zu ziehen, die ihr Bestes tun.

Die zwei Betten auf der Intensivstation symbolisieren unsere Lage. Von außen immer noch durch Terror bedroht, von innen von sozialer Härte und immer weiter klaffenden Gegensätzen. Gewinner und Verlierer. Der Mittelstand gerät langsam an seine Grenzen. Ich verstehe nicht viel von Wirtschaft, aber das Konzept einer sozialen Marktwirtschaft leuchtet mir ein – nur haben wir sie hier nicht, sondern eine reine Marktwirtschaft mit ein paar sozialen Zugeständnissen, die man sich durch einen Sumpf der Bürokratie erkämpfen muß, wenn man sie braucht. So kann es nicht weitergehen, aber es wird wohl so weitergehen. Ein Land der Zeitarbeiter, Leiharbeiter, die so wie ich eigentlich in der Luft hängen, jederzeit entlassen werden können, keinerlei Sicherheit haben. Und dabei geht´s mir ja noch gut.

Heute wurde irgendwo im Gazastreifen eine Schule eröffnet, die, wie viele palästinensische Schulen, nach einem Terroristen benannt ist. Selbstverständlich ist diese Lappalie keine Meldung in deutschen Zeitungen wert – auch viele israelische sind bei solchen Meldungen schon abgestumpft. Ich weiß nicht, wie viel Gewicht der Name einer Schule für die Schüler hat, denn meine Grundschule hieß einfach nur Nordschule. Aber ich kann mir vorstellen, daß die Schüler einer Erich-Kästner-, Geschwister-Scholl-, Helene-Lange- oder Elsa-Brandström-Schule ihre Namenspatrone kennen und dieser Name immer einen besonderen Klang für sie hat.

Nun, die Schüler der Adnan al-Ghoul-Schule können stolz darauf sein, daß der Namenspatron ihrer Schule die Qassam-Rakete entwickelt hat und aktiv an mehreren Anschlägen beteiligt war. Er hat die Bomben für Bet Lid (1995) und den Purim-Anschlag auf Dizengoff  (1996) gebaut, zwei Anschläge, die jedem Israeli in deutlicher Erinnerung sind. Na ja, Peanuts, warum sollte eine deutsche Zeitung das erwähnen? Weil das Geld für die Schule von der UNDP kam, einer Unterorganisation der UNO? Weil Haniya, dessen Hamas eine Terrororganisation ist, auch in Augen der deutschen Regierung, die Eröffnungs-Ansprache halten durfte?

Eine weitere Meldung, die hier natürlich in den Nachrichten war, finde ich ebenfalls bisher nicht in deutschen Zeitungen. Der Ramadan hat begonnen, das haben wir wohl alle mitgekriegt. Und damit werden wieder die Serien ausgestrahlt, die man abends beim Festmahl im Fernsehen genießen kann. Die meisten dieser Serien, die wohl populärer sind als selbst die Advents-Vierteiler meiner Kindheit (welches war übrigens euer liebster?), beschäftigen sich mit der Perfidie Israels und schwelgen in Träumen, wie man den verhaßten zionistischen Feind demütigen und zermalmen kann. Ramadan karim, kann ich da nur sagen. Die Gehirnwäsche nimmt immer groteskere Formen an – die Ausschnitte aus diesen Serien waren einfach lächerlich, aber es scheint, Millionen von Menschen nehmen sie ernst. Das ist eine Tradition, von der vielleicht mancher nichts weiß.

Außerdem findet hier in Israel das albernste Geharke aller Zeiten statt. Die Kadima-Partei, die eigentlich seit ihrem Start immer nur an Bedeutung verlor, nicht gewann, zerbricht wohl jetzt in Stücke, und das sieht nicht schön aus, hört sich nicht schön an, und riechen tut es auch nicht gut. Avoda und Likud werden wohl die Reste zwischen sich aufteilen. Egal wie die Manöver in der Knesset ausgehen – ich kann mir nicht vorstellen, daß viele Leute für Kadima stimmen werden, wenn die nächste Wahl ansteht. Eigentlich schade, denn eine vernünftige, pragmatische, weltoffene Partei im Zentrum, in der weder linke noch rechte Themen tabu sind, die fehlt eigentlich. Aber so wie die anderen Versuche gescheitert ist, so geht nun auch die Kadima den Bach runter.

Ich nehme an, bis gegen Ende des Jahres oder ins nächste Jahr hinein kann sich die Regierung noch retten. Aber irgendwann gibt es Neuwahlen. Sie werden weniger drastisch vorgezogen sein als in anderen Legislaturperioden, aber bis zu Ende schafft Bibi es vermutlich nicht. Ich weiß leider nicht mehr, wer es gesagt hat, aber es trifft auf unsere Politiker zweifellos zu: sie haben eine so dicke Haut, daß sie auch ohne Rückgrat zurechtkommen.

Und sonst? Ja, sonst. Ich freu mich auf Primus und Quarta, die morgen nacht nach Hause kommen. Ich vermisse Deutschland und bin doch froh, hier zu sein. Obwohl Israel sich gerade düster und grimmig anfühlt. Ein Lichtblick: Vered bloggt.

 

Nichts für Zyniker… März 20, 2012, 22:23

Posted by Lila in Bloggen.
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… diese Internet- und Facebook-Aktion.

Nicht erst, seit ich bekannte Gesichter bei der Aktion entdecke, frage ich mich natürlich: würde ich da mitmachen? Würde ich. Allerdings würde ich nicht das Wort “love” benutzen, das finde ich (wie “hate”) zu stark und dramatisch.

Ich würde sagen:

Iranians, I have nothing against you. I’d like to get to know you and I hope our governments find ways to reconcile. I’m happy you feel the same

ایرانیان، من هیچ چیزی بر علیه شما. من می خواهم برای رسیدن به شما می دانید و من امیدوارم که دولت های ما پیدا کردن راه هایی برای آشتی دادن. خوشحالم شما هم همین احساس رو.

(Keine Ahnung, ob Google translate dem gewachsen ist – ich hoffe es).

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