Noch immer nicht repariert März 24, 2013, 15:22
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Die Schäden in unserer abgehängten Decke aus Rigipsplatten – die Druckwelle der Explosion in Goren ist zehn Tage her. Der Mann von der Versicherung, der die Schäden schätzen kam, meinte, wir können von Glück sagen, daß uns das Ding nicht auf den Kopf gerasselt ist (was mir allein schon wegen der dort lebenden extragroßen Spinnen sehr contre coeur ginge). Inzwischen wissen wir auch, daß der Schwerverletzte noch immer auf der Intensivstation ist, Brandverletzungen, der arme Mann, und daß nur durch ein Wunder die Arbeiter dem Tod entkommen sind – sie warteten alle draußen auf ihre Fahrgelegenheiten. Die Schicht war gerade fünf Minuten vorher beendet.
Angeblich gab es noch ein zweites Lager, viel größer. Wenn das in die Luft geflogen wäre, sähe es aber ganz anders aus bei uns. Keiner in der Gegend wußte überhaupt, daß es diese Fabrik gibt. Die Gerüchte kann man sich vorstellen.
Mal gucken, wie lange es dauern wird, bis das magische Dreieck Versicherung – Hausbesitzerin – Handwerker uns von diesem häßlichen Riß (und vielen anderen, kleineren) erlöst.
So sieht es jedenfalls an der Unfallstelle, nur wenige hundert Meter von uns entfernt, aus:
Dauernd sehe ich dieses Auto… März 24, 2013, 15:07
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… und neulich haben wir mal ein Bild gemacht.
Body parts – klar, es sind Autoteile, die da beworben werden, aber ich zucke trotzdem jedesmal ein bißchen. Es gehört auf jeden Fall in meine Sammlung.
Und noch ein Schild September 1, 2012, 15:32
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No tremp heißt eine Aktion, die Soldaten vom Trampen abhalten soll. Im Moment hängen diese Plakate in vielen Eisenbahnen in Israel.
Das Lachen über die Schreibung von tremp bleibt einem aber im Halse stecken. Leider ist es bittere Realität, daß Terrororganisationen mit dem Kidnappen von Soldaten drohen, und das Schicksal von Nachschon Wachsmann und auch von Gilad Shalit ist zu bekannt, um die Warnung als leere Drohung abzutun. Andererseits ist mir unbehaglich bei der Darstellung von Arabern als gesichtslose Angstkulisse. Im Zug fahren auch sehr viele Araber, besonders auf meiner Linie, zwischen Lod und Akko. Ob die diese Darstellung so toll finden?
Ich kann mir auch nicht vorstellen, was die Shalit, die ich ja in der Eisenbahn schon gesehen habe, beim Ansehen eines solchen Plakats empfinden. Bestimmt kriegen sie erstmal zuviel und alles kommt wieder hoch.
Eine sehr drastische Darstellung. Und mit Spellcheck wäre sie noch ein Stück eindrucksvoller.
Chol ha-moed pessach April 10, 2012, 8:07
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heißen die Zwischen-Feiertage, zwischen Anfang und Ende von Pessach z.B. Eine Woche, in der manche Leute frei haben (ich) und andere arbeiten müssen (Y.), in denen die Geschäfte offen sind, aber überall eine festliche Stimmung herrscht. Viele Leute machen Ausflüge. Die Nationalparks bersten geradezu. Wer die Nase vom Prä-Pessach-Putzen noch nicht voll hat, der stürzt sich jetzt auf häusliche Arbeiten.
In den letzten Tagen habe ich mit Primus im Garten gewütet. Ich habe Unkraut gerupft, er ist mit dem Freischneider rangegangen. Ich habe geputzt und geschrubbt, er Äste abgesägt. Wir haben uns stundenlang drangehalten. Mit Primus zusammenzuarbeiten macht wirklich Spaß. Er ist lustig und bärenstark und wir lachen viel. Manchmal unterhalten wir uns über gemeinsame Erinnerungen und vergleichen seine Kinder- mit meinen Erwachsenen-Erinnerungen. Leider besteht die Natur ja darauf, unerfahrenen jungen Eltern die Kinder in den Arm zu legen. Irgendeinen Sinn wird es wohl haben, daß die jungen Eltern dreist draufloserziehen und erst nah der Fünfzig begreifen, was sie da eigentlich gesät haben.
Der Garten ist ein ungelöstes Problem – da wir den Sommer über kaum wässern können, werden wir wieder keinen Rasen haben, den versagen wir uns ja schon seit vielen Jahren. Nur meine geliebten Kräuter, die ich hätschele und hege, werde ich wässern, und von Zeit zu Zeit die Sträucher und Bäume, besonders die jungen. Die Fläche ist aber doch ziemlich groß, und viel Ahnung habe ich nicht vom Gärtnern. Keine Ahnung, was wir damit anfangen sollen.

Y. und ich hatten im Kibbuz vier verschiedene Wohnungen – ein kleines Haus mit Garten, eine etwas größere Etagenwohnung mit Gartenstück, ein wiederum größeres Haus mit wunderhübschem Garten und eine noch etwas größere Etagenwohnung, zu der ein Gartenstück gehörte, das aber von der Nachbarin beackert wurde. Ich habe in allen Gärten außer dem letzten als erstes Minze, Pfefferminz, Thymian, Rosmarin und Salbei angepflanzt, Majoran, zuta levana, Zitronenverbene, Lemongrass und all die anderen. Ich fühle mich erst dann richtig zuhause, wenn ich rauslaufen und meine Tee- oder Gewürzkräuter selbst pflücken kann. Mit Kräutern ist es so einfach, sie sehen schön aus, duften gut, sind einfach zu behandeln, und wir brauchen immer welche. Kräuter und Komposthaufen – das sind immer meine ersten Schritte.
Wenn Quarta und Primus einen Ausflug in die Umgebung machen, nehmen sie einen Primuskocher und Teekräuter mit, und ein bißchen Zucker. Dann kochen sie sich in der Wildnis einen Tee. Meine Kräuterbeete sind also sehr nützlich. Jawohl.
Aber wo andere Leute einen Rasen anlegen würden, haben wir immer nur vertrocknetes Unkraut gehabt im Sommer. Auch im Kibbuz wurde grundsätzlich Wasser gespart, und große Flächen wurden nicht gewässert. Also, was kann man mit einem Garten machen, wenn man den langen, heißen Sommer über strikt Wasser sparen will oder muß? Was soll ich statt der Unkrautbüsche anpflanzen?

Beweis April 9, 2012, 13:56
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Wer hat über mich gelacht, als ich mich vor den Riesenspinnen grauste, die uns heimsuchen? Kein Tag vergeht ohne mindestens zwei Begegnungen. Das da oben ist eine solche Spinne, nachdem sie mich getroffen hat. Ja, ich benutze die Waffe der Feigen und Frauen – ich sprüh sie an, dann ziehen sie die Beine an und sterben. Ich wünschte, ich wäre gruselfrei genug, sie wie kleinere Tiere einfach per Besen wieder hinauszubefördern. Aber sie sind flink und riesig und knacken beim Laufen. Darum erlege ich sie aus dem Hinterhalt, wenn sie sich in mein Territorium wagen.
Besonders bei Quarta, die meine Abneigung gegen dieses Getier teilt, tummeln sie sich. Gestern hatte sie zwei fette Brüder auf dem Fenster. Wir haben sie Gregor und Sandor genannt. Und die Sprühdose geholt.
Das da oben ist Sandor. Als er noch lebte, war er so groß wie meine Hand.
Regentanz Februar 2, 2012, 16:34
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David Bogner hat sich ein paar Gedanken zum regnerischen Winter gemacht, die ich absolut lesenswert und klug finde, wie eigentlich alles, was er so von sich gibt.
… having lived here through years of terrible drought, a part of me loves watching the rain soak into the parched landscape… knowing it will make its way to the depleted underground aquifers. I can almost hear the ground sighing with satisfaction, like a man who has stumbled out of the desert and into a lush oasis.
Genau das fühle ich ja auch immer. Ich habe immer das Gefühl, gegen Ende des Sommers ist die Erde so durstig, und wenn dann der erste Regen kommt, sehe ich förmlich Erde, Bäume und Sträucher glücklich seufzen. Ich bin nicht die einzige Komische, die sich über Regen freut, auch ganz rationale Menschen und Scooterfahrer tun das.
Und auch David Bogner fügt sofort ein tfu tfu tfu ein, gegen den bösen Blick, wenn er über den Regenfall jubelt. Wir wollen es nicht berufen. Aber ehrlich – bisher war dieser Winter gar nicht so übel. Wer immer in einem mit Regen gesegneten Land gelebt hat, der weiß nicht, wie man sich über jeden Tropfen freuen kann.
So habe ich vor ein paar Minuten die Sicht aus dem Fenster photographiert,

wo ich gerade sitze. Der Abend fällt über Haifa und der Bucht. Ich sehe mit FReuden, wie klar die Luft nach den vielen Regentagen ist, und wie ich den ganzen Hafen überblicken kann. Und zwischen der Bibliothek, in der ich mir wie immer das beste Plätzchen ausgesucht habe, und dem Meer sehe ich jede Menge kleiner Teiche und Wasserreservoirs. Ja sogar in den Ackerfurchen steht noch Wasser. Der Kishon, den ich bei der Rückfahrt überquere, führt richtig viel Wasser. Ich kann einfach nicht ausdrücken, wie sehr mich das beglückt. Tfu tfu tfu. Im Februar soll es bitte so schön naß weitergehen.
Frei Februar 1, 2012, 21:29
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Die Medien haben ihr Versprechen gehalten. Sie haben ihre obsessive Berichterstattung (Sensation: Gilad Shalit geht zum Mülleimer! Sensation: Gilad fährt Fahrrad!) eingestellt, und selbst der hartnäckigste aller Reporter, ein Kerl in scheußlichem schwarzem Hemd, hat Mitzpe Hila irgendwann verlassen. Wir wissen, daß Gilad eine OP an der Hand hat machen lassen, um die Splitter in seiner Hand zu entfernen, die dort seit seiner Gefangennahme für Probleme gesorgt haben.
Er hat sich beim französischen Botschafter bedankt, der wohl die Familie Shalit die ganze Zeit über unterstützt hat.
Wir wissen, daß er manchmal mit seinem Vater an die Betzet beach fährt, eine Entscheidung, die wir gutheißen, da es der schönste Strand des Nordens ist. Er war auch zu Besuch bei der Familie eines Soldaten, der bei seiner Gefangennahme ums Leben kam. Bestimmt keine einfache Begegnung.
Gilad hat sich auch bedankt, bei den vielen Menschen, die für seine Freilassung gekämpft haben. Dabei hat er ein schönes Wortspiel benutzt – “assir” heißt Gefangener, und “assir toda” heißt ein dankbarer Mensch – er ist gewissermaßen in Dankbarkeit gefangen, aber ohne jeden negativen Beiklang. Er hat damit gesagt, daß er kein assir mehr ist, aber assir toda, und das sein Leben lang.
Bei diesen Aufnahmen sieht man, wie schüchtern er ist, und daß er wohl noch eine Weile brauchen wird, um sein Trauma zu überwinden. Schüchtern wird er vermutlich sein Leben lang bleiben – ich glaube, seine Mutter ist es auch. Und darum sollte man ihn in Ruhe lassen. Er hat sein Leben wieder, und das ist wunderbar.
Aber gerade hat Quarta mir ein Bild geschickt, das sie auf einer Seite gefunden hat – sie weiß selbst nicht mehr wo. Es hat ihr so gut gefallen.
Wie schön ist dieses Bild. Es macht deutlicher als alle anderen klar, was Freiheit bedeutet. Wie lange muß er sich nach so einem Moment gesehnt haben. Er hat erzählt, daß er während der langen Gefangenschaft immer wieder im Geiste die Wege und Pfade der Umgebung hier abgegangen ist, daß er Mitzpe Hila und die Umgebung auf Papier gezeichnet hat, das man ihm gegeben hat, detaillierte Pläne, die er in seiner Phantasie entlanggelaufen ist. Jetzt kann er es wirklich tun. Gott sei Dank.
Tierreicher Haushalt Februar 1, 2012, 17:55
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Nein, nicht wir, wir haben nur unsere Katzen. Unser Nachbar aber hält Tiere. Die laufen frei herum. Leider habe ich das Bild vom Hasen, der plötzlich bei uns im Garten saß und die Katzen selbstbewußt in Schach hielt, versehentlich gelöscht. Unsere schwarzen Racker waren schwer irritiert, der Hase aber hoppelte irgendwann zurück in sein Revier, ohne daß einer der Helden ihm zu nahe gekommen war.
Der Nachbar hat auch zwei Pferde, die im Winter im Regen stehen und mir immer leidtun, obwohl der Nachbar meint, das macht denen nichts aus. Ich glaube, die Pferde sind anderer Meinung. Sie brechen immer wieder von ihrer Weide aus und wandern durchs Dorf.

Ich weiß nicht, was man für so ein armes, nasses Pferd tun kann. Ich kann es ja schlecht ins Wohnzimmer holen und trockenrubbeln und ihm heißen Kakao anbieten.


Der Nachbar hat auch eine Menge Hunde. Die waren es gewöhnt, auf unserem Grundstück gefüttert zu werden, und haben nur unwillig begriffen, daß das vorbei ist. Wir haben die Löcher im Zaun geflickt, und so kommen sie nur noch selten zu uns. Luzifer würde sicher sagen, daß das auf seine drohende, unerbittliche Haltung zurückzuführen ist. Obwohl die Hunde mir mal zum Trocknen rausgestellte Sportschuhe geklaut haben (die der Nachbar zerknirscht zurückgab – sie waren auch kaum zerkaut), mag ich sie eigentlich und finde sie ganz lustig. Ich klinge also nicht sehr überzeugend, wenn ich sie verscheuche. Die schlauen Viehcher wissen das natürlich. Trotzdem – wenn es kein Fressi-Fressi mehr gibt, bleiben sie irgendwann weg.
Aus dem Badezimmerfenster kann ich sie aber auf ihrem Lieblingsplatz sehen: einem alten Luftschutzbunker.


Außerdem hat der Nachbar noch einen wirklich bildschönen Siamkater, der sich von Luzifers Knurren keineswegs beeindrucken läßt. Er wartet nur kühl, auf Luzifers Kissen sitzend, bis Luzifer die Drohpose aufgibt und sich in der Nähe niederläßt. Es muß die Frechheit sein, die sich aus prinzenhafter Schönheit speist, denn den rauflustigen Roten vertreiben wir aus dem Gebiet unserer Katzen. Aber wer kann einem so schönen Tier widerstehen, das sich so selbstverständlich zu mir gesellt, wenn ich im Garten rumkrame?

Hühner hält er auch. Der Hahn kräht morgens aus Leibeskräften, ich höre das gern. Manchmal flattert ein Huhn zu uns rüber, guckt uns gekränkt an und flattert wieder zurück. Es fühlt sich hier wirklich ländlich an.
Von den heulenden und kichernden Schakalen, den quakenden Fröschen und zirpenden Grillen will ich erst gar nicht anfangen. Die hat der Nachbar nicht zu verantworten.
Sibir! Sibir! mamash Sibir! Februar 1, 2012, 17:28
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So war es heute wieder mal zu meinem stillen Vergnügen zu hören. Sibirische Temperaturen, aber wirklich! Das erste Thema in den Morgennachrichten im Radio war die Bitte an die Bürger, das Stromnetz nicht übermäßig zu belasten. Weil die meisten Haushalte elektrisch heizen (Radiatoren oder Klimaanlagen oder beides), kommt es von Zeit zu Zeit zu kurzen Stromausfällen, drum bitte Geschirrspüler und Waschmaschine lieber nachts benutzen.
Außerdem staunten die Wetterfrösche die Statistik an. Im Januar waren 29 Tage regnerisch, eine beachtliche Zahl, besonders wenn man bedenkt, daß der meiste Regen in unserer Gegend fiel. Das war wirklich ein wunderbarer Monat. So viel Regen in einem Monat hat es seit den 40er Jahren nicht mehr gegeben. Und einer meinte mit Ehrfurcht in der Stimme, als er hörte, daß in den nächsten Tagen heiße Luft auf Israel zukommt: “ich hätte nie geglaubt, daß ich mal erleichtert auf die Sonnenschein reagiere. Man kann geradezu die Europäer verstehen, denen wohl irgendwann der Regen mal aus dem Hals heraushängt”, und der andere Radiofritze meinte ernst: “ja, wirklich, ich fühl mich wie in London”.
Hm. Es war morgens früh kurz nach sechs, ich saß im Sammeltaxi und das Meer war stahlgrau im Morgenlicht. Ich trug eine warme Strumpfhose, einen langen Rock mit Stiefelchen, ein langärmliges T-shirt und einen leichten Cardigan. Einen Baumwollschal aus T-shirt-Stoff hatte ich auch um, damit ich ihn mir um den Kopf schlingen kann, falls es regnet. Mir war nicht kalt. Und ich bin nicht abgehärtet und habe auch keine Hitzewellen. Es war angenehm kühl und frisch, aber nicht kalt.
Und um mich herum rieb sich alles schaudernd die Hände, kuschelte sich in Anoraks und prahlte mit der sibirischen Kälte.


Das war der Gaaton in Nahariya Anfang Januar.
Und derselbe Gaaton heute früh:



Ich finde, man sieht schon einen Unterschied. Und im Sommer, wohlgemerkt, ist der Gaaton gar nicht da – sondern nur ein stinkiges Stehsal. In einem regenarmen Land bedeutet das eine Menge Wasser. Mein Mann staunt ja immer, daß die Rur, dieser mächtige Strom, der duchs Dörfchen meiner Mutter fließt, niemals austrocknet.
Aber regnerisch wie London, kalt wie Sibirien…?
Gestern auf dem Weg zur Arbeit Januar 20, 2012, 12:59
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Gestern hatten wir einen picke-packe-vollen Tag. Y. und ich fuhren durch herrliches Winterwetter in Richtung Süden, als Y. plötzlich sagte: guck doch mal, das sieht ja aus wie ein Mini-Tornado! Und tatsächlich senkte sich aus einer Regenwolke ein Rüssel herab.

Aus dem fahrenden Auto konnte ich ihn nicht fotografieren, also haben wir schnell angehalten.
Und bitte sehr, da sieht man ganz deutlich eine Windhose – so heißt das doch auf deutsch, oder? Sie zog über den Carmel hin.

Mag es auch nur ein Windhöschen gewesen sein, gestaunt haben wir trotzdem. So etwas ist nämlich sehr selten in Israel.

Ein kleines Naturschauspiel versüßt einem doch sofort den ganzen Tag.
Für Stefanie Januar 19, 2012, 7:44
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Wir hatten was Bürokratisches zu erledigen, und auf dem Heimweg war die Luft so herrlich frisch und sauber, wie geputzt, daß wir einfach einen kleinen Zwischenstopp einlegen mußten. Wir stellten uns genauf auf den Parkplatz, wo ich vor zwei Wochen mit Stefanie war, und ich dachte mir, jetzt mach ich mal ein paar Bilder. Ich hab gerade keine Zeit, sie alle einzeln reinzustellen, also klickt rüber, wenn Ihr Lust auf ein bißchen Seeluft habt…
Wochenende Januar 9, 2011, 8:38
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Ach, wie genieße ich es, wenn alle Vier zuhause sind! Gestern waren wir bei Schwägerin und Schwager eingeladen, das neue Baby anstaunen. Sehr niedliches kleines Mädchen! Y. hat es lange auf dem Arm gehabt und beide waren begeistert voneinander. Er hat ein Händchen für Babies, das verlernt man auch nicht.
Bei der Gelegenheit habe ich auch wieder mal meinen Rosalie-von-Tümmler-gleichen Sinn dafür bewiesen, “wo wat am kommen is”. Ich häkle ja so gern und habe von meinem letzten Baby-Decken-Projekt vor zwei Jahre noch jede Menge blaue und grüne Babywolle übrigbehalten. Die schlummerte in meiner Wollekiste, aber neulich holte ich sie raus und fing an, kleine Vierecke zu häkeln. Für eine Babydecke. Und da die meisten Leute viel auf proppere Farben für Jungen und Mädchen halten, für ein männliches Baby.
Auf die Frage: “für welches Baby wird das denn?”, hatte ich keine Antwort außer, “es wird sich schon noch ein Baby dafür finden”. Und tatsächlich – Jung-Neffe und seine Frau erwarten ihr erstes Kind. Das erste Kind der jüngeren Generation – und mit Anfang, Mitte 30 sind die beiden nicht mal blutjung. Wir fühlten uns geradezu großelterlich beglückt. Und die junge Frau erzählte mir auch, daß es ein Junge wird. Jawohl. Wußt ich´s doch.
Es war auch sonst sehr nett – Y.s Familie ist von der freundlich-stillen Sorte. Keine Dramen, keine Kräche, alle verstehen sich gut und respektieren die Privatsphäre des jeweils anderen, so daß man sich immer herzlich freut, wenn man sich sieht. Wir sind auch größtenteils Vegetarier bzw Grenz-Vegetarier, also Leute, die lieber ein Stück Pastete oder einen Salat statt Fleisch essen. Das fällt mir immer auf, wenn ich das angebotene Essen sehe – außer meinen Söhnen, den Säbelzahntigern, vermißt keiner das Fleisch dabei.
Interessante Gespräche hatten wir auch. Ein junger Neffe beendet jetzt sein M.A.-Studium – Geschichte und Politik des Nahen Ostens. Er schreibt gerade an einer Hausarbeit über islamische Fatwas – und zwar vergleicht er Fatwas für Moslems, die in westlichen Ländern leben, mit denen für Moslems in islamischen Ländern. Er hat mir erklärt, daß es Websites gibt, auf denen sich Moslems Rat bei religiösen Autoritäten holen, besonders wenn westliche Gewohnheiten mit der Überlieferung kollidieren (wann betet man in einem Land mit Sommerzeit? zum Beispiel). Ich habe ihm den heiligen Schwur abgeknöpft, mir eine kurze englische Zusammenfassung zu schicken oder mich anzurufen, wenn die Arbeit fertig ist, weil ich das Thema so interessant finde. Und ich hoffe doch auch auf Interesse meiner Blogleser
Das war also Freitag, und Samstag war ein heimprusseliger Tag, nur abends sind wir weggegangen, ins Freakit. Als Secundus dem Kellner auf der Karte etwas zeigte, sah der wohl das Abzeichen von seiner Einheit auf dem Armband seiner Uhr und meinte: “ach, du bist in der Nahal, Battalion X? da kriegst du hier extra Service”. Ich habe ihm dann anvertraut, daß Secundus Geburtstag hatte, und er hat seinen Nachtisch mit Wunderkerzen serviert bekommen. Es ist immer so nett, mit vier so großen Kindern loszuziehen – wir gucken sie an, Y. und ich, und sehen, daß sie uns eigentlich bald nicht mehr brauchen. Dabei waren sie mal so abhängig von uns. Daran darf man sie natürlich nicht erinnern.
Gestern haben wir auch Erinnerungen rausgekramt – wie wir auf den Aaland-Inseln waren und uns jeden Abend betrunken haben, wir Erwachsenen (meine Mutter und Tante, mein Bruder und seine damalige Freudin). Und wie wir zweimal die Fähre nach Eckerö nehmen mußten, um uns Weißwein nachzukaufen. Und wie die Kinder am vorletzten Abend die letzte Flasche versteckt haben, und wie wir nach unserem Wein geschrieen haben und meine Tante grundlos verklagt haben – “du hast doch garantiert das Abendessen damit verfeinert, gib´s doch zu”. Bis die Kinder unter großem Gekicher die gesuchte Flasche rausrückten….

Erst zehn Jahre her… im Wadi unter unserem alten Haus im Kibbuz
Und wie Quarta, damals wirklich noch ein ganz kleines Mädchen, mit der aaländischen Flagge durch Mariehamina marschiert ist. Die Flagge haben wir immer noch. Wie süß war das.
Als sie klein waren, war es ganz selbstverständlich, daß wir immer alle Vier um uns hatten. Manchmal wurde uns das sogar zu viel. Aber schön war es doch. Jetzt sind es besondere Anlässe, wenn ich sie alle Vier bei mir habe, denn die Jungen streben am Wochenende eher zu Freunden.
Heute früh dann – Secundus, bewehrt mit extra warmer Wäsche und seinen neu “verbesserten” Ausrüstungsteilen (über dieses Ritual israelischer Soldaten, shifzur, muß ich unbedingt mal schreiben! aber nur mithilfe eines der Söhne), fährt zurück nach Arad, in die Wüste, wo es nachts kalt ist und tagsüber kühl. Primus, Gott sei Dank, ist noch zwei Wochen bei uns. Leider werde ich die Barett-Verleihung von Secundus verpassen, denn sie fällt auf einen Tag, an dem ich keinesfalls den Unterricht absagen kann. Prüfungen. Primus wird versuchen, hinzufahren.
Ich tröste mich mit der schönen Aussicht, dem herrlich klaren Morgen, der gut vollgeregneten Erde. Im Garten gucken mich Disteln an – egal wie viele ich rausziehe, sie wachsen schneller, als ich mich bücken kann. Aber sonst hat die ganze Aussicht etwas Kontemplatives.
Das ist die Aussicht in Richtung Meer.
Und das ist Haifa bzw Nesher. Zwischen den dunklen Bäumen und den Häusern von Nesher liegt die Bucht von Haifa. Ein paar Meter höher, und man sieht sie – von unserer Mülltonne aus zum Beispiel.
Die doofen Disteln – wir zögern, ob wir nicht doch mit chemischen Zeugs drangehen sollen. Egal wie viel ich rupfe, es macht gar keinen Unterschied.
Der Weg nach Mitzpe Hila – Blick in Richtung Osten, in Richtung Maalot. Das Haus neben uns ist fertig, aber der Nachbar zieht nicht ein – ich weiß nicht wieso. Das Haus unten wird bald fertig, jeden Tag arbeitet dort eine Truppe netter junger Männer. Und das Haus daneben wird gerade erst angefangen – auch dort wird jeden Tag gearbeitet. Ich weiß, daß eine Reihe Häuser da unten bedeutet, daß die Straßenbeleuchtung dort weitergeführt wird – und damit sehe ich nachts die Sterne nicht so gut. Denn jetzt ist das Tolle an unserer Aussicht, daß nachts außer den Sternen und Haifa in der Ferne Dunkelheit herrscht. Ich mag das.
Oh, und ich mag die Pfützen so gern. Als Kind habe ich geglaubt, daß in Pfützen kleine Geister leben, die Pfützenmädchen. Ich wäre gern eine von ihnen gewesen. Aber näher als bis auf die Fensterbank (von außen) sind mir die Pfützenmädchen nie gekommen, und auch das war nur bis zu meinem 10. Geburtstag. Danach waren sie verschwunden.
Meine Küchenkräuter, vom Deck aus photographiert. Die wachsen wie verrückt, und dort schaffe ich es auch, das Beet unkrautfrei zu halten. Na ja, es ist eben klein. Aber beim Nachbarn tut sich nichts – eigentlich soll da ein Zaun hin, wer weiß, wie lange das noch dauern kann…
Oben auf dem Haus – der Solarboiler. Eine sehr praktische Sache.
Das Haus der Nachbarn auf der anderen Seite – sehr nette Leute, jünger als wir, mit kleinen Kindern. Ihre Einligerwohnung in der unteren Etage haben wir für die Jungens dazugemietet.
Die Gärten stoßen aneinander. Die Jungens brauchen also nur durch Matsch und Disteln zu tappen, und sie sind bei uns.
Hier ist der Eingang zur Wohnung der Söhne. Die Schlammpfoten sind von ihnen. Ich geh gleich hin und mach sie sauber – die Nachbarin ist Marokkanerin, und sie ist eine sehr ordentliche und saubere Hausfrau…. Man sieht, daß die Söhne eine große Terrassentür haben, Terrasse und Grill, und die Wohnung ist sehr komfortabel. Alles neu und sehr schick. Die Nachbarin hat einen sehr guten Geschmack. Was den Jungens natürlich ganz egal ist.
Noch ein paar Aussichts-Bilder. Ich weiß, es sind immer dieselben Bilder, die Kamera taugt auch nicht viel…. aber ich freue mich dran
Das Carmelgebirge zieht sich hin. Irgendwo im Dunst liegen Yokneam und die Kibbuzim am Rand des Yisrael-Tals… man kann das gut auf der Karte erkennen. Das Tal ist dunkel, der Berg heller gezeichnet.

Wir sitzen nördlich von Kabri, gucken bis Nesher rüber, und die Ausläufer des Carmel ziehen sich bis ins Gebiet, wo wir gewohnt haben.
Und die Aussicht in Richtung Nahariya. Manchmal, wenn ich Zeit habe, guck ich durch den Feldstecher die Schiffe an und vergleiche sie mit dieser Liste. Ich freue mich, wenn ich ein Schiff erkennen kann. Leider habe ich nur selten Zeit dazu. (Auch diese Seite ist nützlich, um Schiffe zu verfolgen – auch wenn sie Israel nicht nennt und nicht kennt, sondern das Gebiet blank läßt wie anno dazumal die ostdeutschen Karten Westberlin….die Schiffe sehe ich trotzdem.)
Ja, die Welt ist schön, und ich muß mich daran freuen, auch wenn mir wieder vor der Woche graut, die vor mir liegt. Tag für Tag anpacken, wie im jüdischen Gebet: danke, daß Du uns den heutigen Tag hast erreichen lassen. Denn das ist schon so viel.
Unfair, Fudel und Gemeinheit Januar 4, 2011, 14:29
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Das war persönlich gemeint, und darum nehme ich es auch persönlich. Das laß ich mir nicht ausreden.
Den ganzen Sommer, ach was, das ganze Jahr über – Sonne, Sonne, Sonne. Man weiß nicht, wohin flüchten. Die Augen tränen, der Schädel brummt, keine Wolke am Himmel. Einfach nur jeden Tag knallender Sonnenschein. Meine Klagen verhallen ungehört, mein Einspruch wird abgeschmettert, die Sonne scheint von Januar bis Dezember.
So. Aber dann.
Am 4. Januar gibt es eine partielle Sonnenfinsternis. Und wie sieht das aus?
So und nicht anders:
Mir scheint, die Beziehungen zwischen mir und der Sonne haben ihren Tiefpunkt erreicht. Über Konsequenzen denke ich bereits nach.
Stürmisches Wetter Dezember 11, 2010, 12:39
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Ja, ja, wir haben richtig kühles Wetter! Es ist so um die 15 Grad, also Strickjacken-Wetter. Meine Mädchen haben sich die Heizung angemacht, um sich aufzuwärmen – Tertia ist eine Frostbeule, der leicht kalt wird, und Quarta, der immer warm ist, rennt dauernd nach draußen, um sich vom Regen und Hagel durchnässen zu lassen, und wärmt sich dann auch an der Heizung. Um beim nächsten wilden Regenstoß wieder rauszurennen.
Die Katzen verstehen die Welt nicht mehr. Die Fensterbank vor dem Schlafzimmer, sonst das beliebteste gemütliche Plätzchen im Haus, weil es nach Süden liegt und den ganzen Tag Sonne hat, ist auf einmal fies naß und ungemütlich. In Regenpausen rennen sie durch den Garten und sind empört über die nassen Pfoten, die sie davon bekommen.
Ich kann mich an diesem Wochenende nicht sattsehen an Wolken und Wasser. Wir hoffen sehr, daß das nun bis März so weitergeht, aber wir erwarten es eigentlich nicht. In den letzten Jahren war nicht nur wenig Regen in unserer Gegend – er fiel auch so, daß er kaum zu verwerten ist, also in ein paar wenigen, sehr heftigen Regenfällen, den die ausgetrocknete Erde kaum aufsaugen kann.
Auch dieses Wochenende, das viel Niederschläge bringt (an manchen Orten bis zu einem Viertel des erwarteten jährlichen Niederschlags – eine ganze Menge!), ist zwar schön anzusehen, aber wie viel von dem Wasser wirklich im Boden gehalten werden kann oder ins Grundwasser durchsickern kann, das ist gar nicht sicher. Wir haben echte Angst, daß auch diesen Winter ein paar große, kräftige Stürme kommen, ansonsten aber wieder scharfe, trockene Winde wehen.
Aber ich genieße das schöne Wetter, so lange es anhält. Es macht mir nichts aus, auf dem Weg zur Arbeit naß zu werden, und daß unsere Terrassentüren nicht mehr ganz dicht sind, stört mich auch nicht. Wasser, Wasser Wasser.
“Unser” Klippschliefer allerdings, der unter unserem Schlafzimmer wohnt und sich vor den Katzen kein bißchen fürchtet, ist deutlich weniger begeistert.
Und nun das Wetter Oktober 11, 2010, 23:06
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Es wird ja öde, aber es muß raus. Ich genieße die klaren Herbsttage, die nach einem staubigen Zwischenspiel wieder eingekehrt sind, mit allen Sinnen. Vor drei Tagen fiel hier der Yore, also der erste Regen nach dem Sommer. Wie hab ich auf den gewartet! Wir gingen gerade einkaufen, und es fing an zu tröpfeln, als wir auf dem Parkplatz das Auto beluden. Um uns herum erstarrten die Wochenend-Shopper genau wie wir und hielten die Hände auf, ein leicht idiotisches Lächeln auf den Gesichtern. Ja Mensch, von diesem Himmel kann auch Wasser runterkommen, das haben wir ja schon fast wieder vergessen! Welch ein Glück!
Dann ging es richtig los. Der Himmel wurde gritzegrau und es pläästerte nur so runter. Wir fuhren langsam in Richtung Norden. Da sah ich in einer Nebenstraße, die auf ein Dörfchen zuführt, einen Soldaten mit riesiger Tasche durch den Regen rennen. Ich sagte nur zum Fahrer: Y., dreh um, wir müssen den Jungen mitnehmen. Er wendete den Wagen klaglos und fuhr in die Nebenstraße rein. Dort fanden wir den Soldaten in einer Bushaltestelle, er hatte Schutz vor den Wassermassen gesucht. Wir boten ihm an, ihn nach Hause zu fahren. Er guckte etwas überrascht, meinte aber, er hat schon seinen Vater angerufen, aber danke. Ganz bestimmt? Bestimmt.
Da konnte ich den Regen wieder genießen. Als wir nach Hause kamen, war er schon fast vorbei. Luzifer stakste ums Haus und begutachtete die Pfützen.
Ich schloß mich ihm an und schnappte mir schnell die Kamera. Wer weiß, wann es das nächste Mal regnet?
Das rauschende Bächlein, in das sich unsere Straße verwandelt hatte, war schon verschwunden.
In Richtung Meer konnte man wenigstens noch Wolken sehen.
Das ist in Richtung Kabri – die Wolke steht ziemlich genau über Tertias Schule.
Dann klarte es langsam auf.
Luzifer schloß seine Inspektion der nassen Erde gründlich ab.
Und seitdem ist die Luft so klar, daß man jedes Fenster in Nesher sehen kann, jedes Lämpchen auf jedem Schiff auf dem Meer, und jeden Stern am Himmel. Zu meinem Entzücken ist der Weg unter unserem Haus nach wie vor unbeleuchtet, so daß wir richtig gut Sterne erkennen können. Ich wache manchmal nachts auf und kriege so große Sehnsucht nach den Sternen, daß ich rausgehe auf die Terrasse und einfach nur hochgucke. Das geht immer noch barfuß und leichtbekleidet, die Nächte sind frisch, aber nicht kalt.
Dann warte ich oft, bis der Morgen anbricht, das geht ja hier leider sehr schnell. Die Dämmerung ist sehr schön, meine schröddelige alte Kamera kann natürlich nichts davon einfangen als das Bekenntnis, daß ich sie gesehen habe und sie gern mitgeteilt hätte. Der frühe Morgen ist eine wunderschöne Tageszeit – ich habe dabei immer das Gefühl, der liebe Gott gibt uns eine neue Chance…
Und seit dem Regen ist es wirklich eine Freude, zu sehen, wie rein die Luft ist. Ich habe als Kind bei meinen Cousinen mal ein Buch gelesen über eine sehr schmutzige Stadt, die mit Seifenblasen vom Himmel gereinigt wurde – das war im prä-ökologischen Zeitalter und hat mich sehr beeindruckt. Eine ähnlich gründliche Wäsche hat die staubige Luft hier hinter sich. Die getrockneten Tropfen sind geradezu Dreckpladdern. Aber die Luft ist sauber.
Und das war unsere Aussicht heute. Das Meer war so blitzeblau, daß ich in Akko am liebsten gejauchzt hätte und aus dem Bus gesprungen wäre. Leider hatte ich keine Kamera dabei, aber zuhause habe ich sofort angefangen, Bilder zu machen.
Es ist ja Quatsch, ich mache Hunderte von dilettantischen Aufnahmen von immer derselben Aussicht, aber jedes Bild erinnert mich an die Luft an dem Tag, an das Licht und die Temperatur und mein Gefühl dabei. Heute war mein Gefühl: Mensch, ist das schön hier, und: hurra, der Herbst kommt, und: endlich Luft, endlich Kühle, vielleicht brauch ich ja sogar mal ne Strickjacke, in zwei, drei Wochen?
Das war dann am späten Nachmittag,
und das der Sonnenuntergang. Leider haben wir keine freie Sicht auf die Sonne, wenn sie untergeht, so wie im alten Haus, als wir den Sonnenuntergang jeden Abend frei Haus geliefert bekamen. Da müssen wir jetzt schon entweder eine Dachterrasse einplanen (das ginge eigentlich) oder aber ein paar Schritte laufen.
Trotzdem, ich klage nicht. Nein nein, ich genieße jede Minute auf diesem wunderschönen Fleckchen Erde.
Bilder Juli 2, 2010, 19:05
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Das ist der Abschluß-Video von Secundus´ Jahrgangsstufe:
Das sind Bilder von Klassenfahrten und Vorbereitung auf die Armee und von allen möglichen anderen Aktivitäten. Mein Secundus immer mittendrin. Wenn jemand einen Video von der Feier bei Youtube veröffentlicht, stell ich ihn hier rein. Alles nette Kinder auf den Bildern. Eine besonders nette Jahrgangsstufe.
Und “unsere” Klippschliefer, vom Balkon aus photographiert, morgens und abends:
Ich sehe sie morgens, wenn ich mit dem ersten Kaffee auf den Balkon taumele, um mich von der Morgensonne richtig wecken zu lassen, und ich sehe sie abends, wenn ich der Sonne beim Untergehen über dem Meer zugucke. Sie drapieren sich malerisch auf den Felsen und genießen die Sonne. Wenn jemand sich nähert, sind sie weg, als wären sie nie dagewesen. Ich sehe so gern, wie ihre Jungen über die Felsen hüpfen, wie winzige Gummibälle.




















































