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Nichts als Arbeit und Alltag Januar 17, 2013, 20:12

Posted by Lila in Persönliches.
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Mein Leben ist im Moment ungeheuer langweilig, was mir nicht schlecht gefaellt, und darum habe ich gar nichts zu erzaehlen. Vor einer Woche war in unserer Gegend Schnee, da sind wir mit Primus und Quarta nur ein paar Kilometer weit gefahren und standen auf einmal im Schnee – vielleicht stell ich ein paar Bilder rein? Man sollte meinen, Kanadier und Norweger muessten alle Analphabeten sein, wenn man sieht, was hier los ist, wenn es schneit – Schulen machen eher oder ganz zu, Eltern lassen ihre Kinder nicht aus dem Haus, alles wegen ein paar cm Neuschnee. Schon lustig. Die Strasse nach Fassuta war dann auch irgendwann gesperrt.

Einen Tag spaeter war der Schnee dann schon wieder weg. Statt dessen weht jetzt wieder der von mir innig gehasste Ostwind mit grosser Staerke, trocken, scharf und unangenehm. Immerhin ohne Staub – die Naechte sind sternklar und kuehl.  Ich bin so froh, dass es bei uns im Ort ab Mitternacht die Strassenbeleuchtung abgeschaltet wird, und finde mich oft nachts im Garten wieder, Sterne angucken.

Das Semester geht seinem Ende zu, ich feile an den Fragen fuer die Pruefungen, und die Tage sausen vorbei. Ich werde mich noch nach diseser Zeit sehnen – Primus ist auf Heimatbesuch, Secundus kommt jedes Wochenende nach Hause, voll mit neu gelerntem Wissen ueber ansteckende Krankheiten, das er besonders bei Tisch gern weitergibt, Tertia hat interessante Aufgaben, von denen sie nicht viel erzaehlt, aber sie hat leuchtende Augen, und Quarta bewaeltigt Schule und soziales Leben mit beneidenswerter Leichtigkeit. Heute abend habe ich sie alle wieder beisammen. Das sind meine schoensten Stunden.

Nachrichten und Wahlkampf ignoriere ich nach Kraeften. Es deprimiert mich nur. Und die Anrufe von Politikern, die mir dann irgendwelche Aufnahmen vordudeln, nerven wirklich. Wann ist das denn Mode geworden? Oder hatten die vorher unsere Nummer nicht? Man hetzt ans Telefon, um von einer aalglatten Politikerstimme begruesst zu werden, die dann eine Rede voller Selbstlob herunterspult. Hoert sich jemand das wirklich bis zu Ende an? Ich finde das jedenfalls graesslich.

Bald haben wir’s hinter uns.

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Kommentare

1. Silke - Januar 17, 2013, 22:14

OT
um Dein Glück hoffentlich vollkommen zu machen

viele Info-Bits, aber viel viel zu wenig, zu Martha Gellhorn, doch irgendwie scheint mir die Autorin sich nicht festlegen zu wollen – Schade drum.

Ich kenne von Gellhorn nur den Bericht von ihrer Reise durch Eure Gegend und Liana und bin jetzt aufs Neue motiviert, mir mehr von ihr an Land zu ziehen – beides: Fiction und non-Fiction – von Liana ist mir nicht mehr geblieben als die Erinnerung an ein lesenswertes (weil wahres?) Buch und daß es angenehm war in dem Sinne, daß sie eine Autorin ist, die ihre Charaktere mag.

http://www.the-tls.co.uk/tls/public/article1195444.ece

2. Silke - Januar 17, 2013, 22:15

PS: es gibt nix Schöneres als uninteressante Zeiten

und falls Du Dich nicht über Politiker ärgern willst, schau Dir das Titelbild des aktuellen Stern NICHT an.

3. Paul - Januar 18, 2013, 2:13

Liebe Lila, nach den Wochen voller Aufregung hast Du Dir diese Ruhe verdient.
Solche Wahlkampfanrufe gibt es hier in Deutschland nicht. Mach das blos nicht publik, sonst kommen sie hier auch noch auf dumme Gedanken.
Wenn Du immer noch nachts durch den Garten wandelst hat sich Deine Schlafsituation auch in dieser Ruhephase noch nicht verbessert? Das ist nicht gut.

Kanadier und Norweger geraten sicherlich nicht bei Schnee aus dem Häuschen, aber vielleicht, wenn dort mal 45° sind?
Herzlich Paul

4. Jack - Januar 18, 2013, 9:02

Mein Leben ist noch langweiliger. Schöner geht’s kaum, wie ein herrlicher Traum. Nichts ist wie es ist, muß aber auch nicht, geht auch so.

Hier südlich der Elbe in Niedersachsen ist auch Wahl. Voll die Honks, könnt Ihr Euch die Hand geben. Allein schon VW, ich mein wer war schon mal in Wolfsburg – schönen Dank auch, könnt Ihr haben.

5. Hadassa - Januar 18, 2013, 9:36

Was du zum Wahlkampf schreibst, kann ich gut verstehen. Obwohl ich das Theater nicht so gut ignorieren kann wie du, das ist bei mir wie bei einer Unfallstelle: Man will nicht hinsehen, aber tuts dann doch und kann einfach nicht mehr wegschauen. “Eretz Nehederet” hilft mir als Gegengift aber ganz gut….

6. Margot - Januar 18, 2013, 19:02

@ Jack
Ich bin immer wieder begeistert vom wissenschaftlichen Museum “phaeno” in Wolfsburg. Meine Tochter mit Familie wohnt in Braunschweig. Selbst deren (kleine) Kinder und meinem anderen 11jähr. Enkelkind wird es dort nicht langweilig.
Gruß Margot … und wähl’ mal die Richtigen

7. Silke - Januar 18, 2013, 19:17

ein Blick auf die Homepage der London Times hat mich gerade überzeugt, daß die Briten aus’m Häuschen geraten, wenn es mal schneit …

vielleicht haben sie Euch das vererbt – im Norden Deutschlands, wo ich jetzt lebe, veranstalten die bei Schnee Räum- und Streuhappenings, die jeden Mittelgebirgskundigen fragen lassen: Ham die se noch alle?

Turmoil as snow sweeps across Britain

und entgegen ihrem Ruf, klingt das gar nicht so, als hätten sie noch ihren Humor – bei Yaacov lasen sich die entsprechenden Einträge jedenfalls viel Britisher.


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