Wieder da Dezember 31, 2012, 14:51
Posted by Lila in Bloggen, Persönliches, Uncategorized.trackback
Die Woche ging so schnell rum, ich hab es kaum gemerkt, dass ich weg war. Ausser an der Menge Mails natuerlich, die mich nach einer Woche fast ohne Internet erwartet haben. (Die Verbindung war so unzuverlaessig, dass ich erst am letzten Tag den Dreh raushatte, in welcher Ecke und Etage ich sitzen musste, um ins Internet zu kommen…. war aber nicht schlimm, ein paar Tage ohne haben mir ganz gut getan….)
Das Wiedersehen mit allen, auch Primus. Der Aachener Weihnachtsmarkt. Der sentimentale Ausflug an die Staetten unserer Kindheit mit meinem Bruder – nur wir zwei, bis ans Grab unserer Oma. (Unser Vater hat ja sein Grab in der Ostsee.) Eine Bescherung mit diesmal tatsaechlich deutlich weniger Geschenken – wie gut, dass wir es nach so vielen Ankuendigungen endlich geschafft haben. Ein paar Besuche. Ein paarmal im Schweinsgalopp durch ein paar Geschaefte, einkaufen, was es “in Israel nicht gibt”. Und dann schon zurueck, mit Primus und Quarta. Im Flugzeug, natuerlich in der Klo-Schlange, wurde ich angesprochen, ob ich nicht die Rungholt-Dame sei. (Und kleine Panik: WAAAS, da lesen wirklich Leute mit? Oh nein!!! Sagt mir, dass das nicht wahr ist!)
Am Flughafen warteten Y., Secundus und Tertia. Ich hatte sie alle zusammen, meine Viere, wie schoen war das. Secundus’ Geburtstag musste schnell nachgefeiert werden mit Kinobesuch und Restaurant, also sind wir auf dem Heimweg erst beim Hobbit und dann beim Pinguin eingekehrt – beides enttaeuschend. (Der Hobbit hatte aber wesentlich mehr Pluspunkte als der Pinguin – das war das letzte Mal, dass wir uns dieses Restaurant angetan haben.)
Und dann eine kurze Nacht, in der mein Schiffchen voll war und alle Betten besetzt waren und alle Kinder zuhause waren. Sonntag frueh dann waren meine zwei Soldaten schon wieder weg. Und ich musste arbeiten. Und ueberhaupt.
Ich sitz im Lehrerzimmer, um mich herum Leute, die Salat und Kekse knurpsen. Wenn ich nur gefragt wuerde, haette ich schon manche Idee zur Optimierung des Menschen, aber das dringlichste Anliegen waere eine bessere Schallisolation des Kau-Apparats. Oder Ohrenlider.
Ich mag Routine. Aus dem Gleis springen ist schoen, wieder das Gleis unter den Raedern zu spueren ist auch schoen.
Kommentare
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Du warst in Aachen!? Hättest Dich ja mal melden können. :}
Hab ich ja. War nur niemand zuhause
Ohrenlider. Herrlich! Auf die Wahlen hin, und überhaupt.
“Wenn ich nur gefragt wuerde, haette ich schon manche Idee zur Optimierung des Menschen,…
Nun, ich frage!
Allerdings nicht ohne die besten Wünsche für das Neue Jahr anzuschließen.
(Ist der Neujahrstag in Israel auch ein Feiertag, und WIE wird er -bejahendenfalls- begangen?
Ich wünsche Euch allen ein gutes Jahr 2013 !
Wird bei Dir (auch) gefeiert, liebe Lila ?
Frohes Neues an dich und die Familie! Ihr wurdet am Fughafen/im Flugzeug offensichtlich mehrfach erkannt. Auch M. war an Bord (Familienbesuch) und hat euch erkannt, sie meinte aber, dass ihr genauso müde ausgesehen habt, wie sie selber war, so dass sie darauf verzichtet hat, euch zu belästigen… Tja, langsam wirst du eine Person des öffentlichen Lebens…
Schade, dass wir erst auf den allerletzten Drücker am Flughafen ankamen, sonst wären wir uns alle vielleicht noch über die Füße gestolpert.
Viele Grüße, K.
Dat jit et nit. Ich dachte schon in Koelle, dass sie mir bekannt vorkommt. Haette sie mich mal angesprochen und raten lassen, wer sie ist! Ich waer drauf gekommen.
Muede waren wir allerdings, aber ich haette mich gefreut. Wir waren wie stets unnatuerlich frueh am Flugplatz, ich hab doch einen Horror vorm Zuspaetkommen.
Wir haben’s fast auf die Spitze getrieben und waren erst eine Stunde vor Abflug da – wurden aber auch ausgeschimpft dafür…
Na, wir sind wahrscheinlich zu Pessach wieder gemeinsam in Land, vielleicht schaffen wir es ja dann mal!
Dir und den Deinen wünsche ich ein glückliches neues Jahr 2013, Lila!
“Wir waren wie stets unnatuerlich frueh am Flugplatz, ich hab doch einen Horror vorm Zuspaetkommen.”
Ist das der deutsche Pünktlichkeitswahn ? Ich leide auch darunter.
Hat mit Deutschsein nichts zu tun. Als ich Kind war, habe ich immer darunter gelitten, dass meine schusselige Mutter (die damals noch sehr jung war) ueberall zu spaet gekommen ist. Heutzutage passiert ihr das nicht mehr. Aber ich erinnere mich, wie ich es als Kind gehasst habe, dass wir immer die Letzten waren. Und ich selbst war auch immer zu spaet – sowohl zum Kindergarten als auch zur Schule bin ich nie rechtzeitig aufgebrochen.
Irgendwann habe ich das geaendert und bin seitdem immer ueberpuenktlich. Ebenso wie ich ordentlich geworden bin. Na ja, halbwegs.
Beinahe zu spät Kommer sind auf der Suche nach nem billigen Thrill i.e. zu feig zum echten Risiko
Immer zu spät Kommer sind Masochisten, die zu geizig sind, für ein ordentliches Runtergemachtwerden zu löhnen
– iss allens eine Frage der Perspektive
und dann gibt es natürlich noch den Spruch: Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige – stimmt der so? oder spinnt mein Gedächtnis?
Ein frohes neues Jahr 2013 aus Aachen!
Liebe Lila, schön das Du mit Erlebnissen reich beladen wieder nach hause gekommen bist.
Es ist schön abzufahren. Aber es ist auch schön wieder zurück zu kommen.
Was ich vermisse, Du hast kein Wort über die grässliche Kälte in Deutschland verloren. Die wohltuende Wärme in Israel hast Du auch nicht erwähnt.
Dir und Deiner Familie Gottes Segen und Gesundheit für 2013 und Israel den Frieden.
Herzlich Paul
Der an der Kloschlange war mein Mann. Haette ich ihm das bloss nicht gesteckt
Lese schon seit Jahren, eher still, aber dafuer sehr gerne mit und hin und wieder die ein oder andere Zeile auch vor (z.b. zum Thema Lakritz oder anderes, da gibt es einige Gemeinsamkeiten). In Panik versetzen wollten wir dich aber auf keinen Fall.
Wieso, das war doch sehr nett! Meine Kinder fanden es cool
Tuschel tuschel. ‘Laß das. Man zeigt nicht mit dem Finger auf andere Menschen’, hat meine Mutter früher immer gesagt. Und dann weiter getuschelt. War das immer spannend mit Mama. Das bleibt ein Leben lang.
Was war am Hobbit denn schlecht? Mir hat der Film gut gefallen.
Übrigens halte ich die Zwerge für die Juden von Mittelerde. Manche Dialoge haben mich jedenfalls sehr stark an den Zionismus erinnert und laut Wikipedia war Tolkien auch von der Judenfrage inspiriert als er sich die Zwergengeschichte ausdachte (hab ich erst später erfahren, nachdem ich ganz von selbst die Parallelen erkannt habe…)
Als Musterbeispiel gilt für mich die Szene wo Bilbo meint, die Zwerge seien halt dafür bestimmt herumzuwandern (oder halt inmitten fremder Kulturen zu leben und dabei an der eigenen festzuhalten) um nachher sich zu entschuldigen und noch später im Film zu meinen, er wollen ihnen helfen, die alte Heimat wiederzuerobern.
Ich finde, die ganzen Kamerafahrten in die Tiefen der Erde waren reichlich uebertrieben – mir kam am Ende Mittelerde vor wie ausgehoehlt, so endlos waren diese fuer 3D konzipierten rasanten Fahrten.
Auch die Kaempfe auf diesen komischen Holzbruecken waren so steril und so vorhersehbar, dass es kein bisschen spannend war – wie durch ein Wunder stuerzen immer nur Goblins ab, aber die 14 bleiben zusammen. Sie scheinen sich auch gar nicht umeinander zu sorgen, gleichzeitig bemerken sie nicht, dass Bilbo fehlt. Das fand ich ermuedend.
Fuer Primus war es enttaeuschend, weil er jetzt von Game of Thrones gewoehnt ist, dass niemand geschont wird – der Autor laesst auch Figuren sterben, an denen man haengt und die man gern sicher wuesste. Dass Tolkien nicht einfach ein paar der Zwerge opfert, von denen ja nicht jeder wirklich feste Konturen hat, ist fuer jugendliche Zuschauer heutzutage nicht mehr akzeptabel. Sogar bei Jugend-Literatur wie bei Harry Potter und den Tributen von Panem sterben wichtige Figuren bzw werden ruchlos von den Autoren gemeuchelt. Die Unangreifbarkeit der Zwerge plus Gandalf ist also etwas befremdend.
Dann kommt hinzu, und das ist fuer mich wirklich ein echter Kritikpunkt, dass am Computer konstruierte Boesewichter nun mal selbst fuer bibbernde Hemden wie mich keinen “boesen vibe” haben. Im Herrn der Ringe fand ich die bedrohliche Gegenwart der Orks vollkommen ueberzeugend, ich habe sie gespuert – auch wenn es “nur” Stuntleute in Gummikostuemen war, sie haben ihre Rollen ausgefuellt und ich fand sie wirklich ueberzeugend. Dieser Moment, als der grosse Ork mit der weissen Hand am Flussufer sichtbar wird – ein echter Schreckmoment. Ich habe den Orks wirklich abgenommen, dass sie Orks sind.
Aber Orks, die eindeutig dem Computer entsprungen sind wie der bleiche Ork- die jagen nicht mal mir Angst und Schrecken ein, und ich bin wirklich bereit, mich zu fuerchten und finde es immer noch gruslig, wenn Hermione sich als Bellatrix verkleidet und so weiter….
Tolkiens Welt funktioniert aber nur, wenn das Boese eine feste, solide, spuerbare Groesse ist, gegen die seine Werte und Helden dann Widerstand leisten. Wenn es das Boese nur als blutloses, entworfenes Hirngespinst gibt, dann faellt Mittelerde fuer mich zusammen. Visuell ist es von Orks unterhoehlt, und moralisch von nur behaupteten, nicht aber ueberzeugend hingestellten Boesewichten. Mittelerde ist hohl, das Gefuehl hatte ich die ganze Zeit beim Gucken. Beim Lesen aber, und darum lese ich seit nunmehr fast 40 Jahren gern Tolkien, ist Mittelerde sehr solide, ich spuere es unter den Fuessen.
das sind meine Einwaende. Alles andere hat mir gefallen.
Der Humor, der Respekt fuer Tolkiens diverse Gedichte und Lieder, auch die von ihm uebernommene Schwaeche, dass Thorin und seine Zwerge eigentlich nicht ganz zusammenpassen – die schoenen Bilder. Kleinere Maengel, wie ein allzu hektisch-hysterischer Radegast und gar zu laecherlich-hochkomplizierte Flechtfrisuren in Zwergengesichtern stoeren mich nicht. Die Musik fand ich schoen, die Graphik habe ich schon den Studenten als Vergleichsbild zu insularen Manuskripten vorgestellt, die Kostueme waren gut, obwohl die Designerin Dickson nicht mehr dabei ist.
Die Zurueckbindung an den Anfang vom HdR fand ich schoen – wie Frodo praktisch aus dem Bild direkt in die Szene laeuft, mit der der HdR anfaengt, das ist fuer Fans gemacht und Fans goutieren es. Ein bisschen zu spiessig ist Bilbo vielleicht – das Haekeldeckchen haette ich weggelassen, man braucht solche Motive nicht zu verdoppeln, das Geschirr haette mir gereicht.
Im Herrn der Ringe sind die Elben die grossen Helden und die Zwerge in Form von Gimli zu einer Art Lachnummer verkommen. Ich habe die Zwerge immer geschaetzt, trotz ihrer Schwaechen, und freue mich, dass wir nun eine Korrektur zum allzu geschoenten Bild der Elben bekommen. Bei Tolkien reicht die Spannweite bei den Elben ja auch ziemlich weit. Das Bild des kuehl abwaegenden Tharanduil, der nur nach eigenen Interessen handelt, hat mir gefallen. Mal gucken, ob Jackson ihn rehabilitieren wird – fuer mich braucht er das nicht zu tun, mir ging der Elben-Kult im HdR zu weit.
Ich habe den Film zweimal im Kino gesehen und einmal zuhause, und das ist bisher mein Eindruck.
Ich fand Bilbo immer schon unsympathisch, im Film allerdings weniger als im Buch. Bei Frodo war es umgekehrt – der Buch-Frodo ist ein stoischer, tapferer Hobbit,der Film-Hobbit dagegen ein jugendlicher Jammerlappen. Im Vergleich mit dem HdR fand ich sowohl Elrond als auch Galadriel gelungener – beiden haben die zehn Jahre mehr auf dem Buckel gutgetan. Saruman und Gandalf sieht man immer gern
Zweifellos ist die interessanteste Figur Gollum, und auch dort funktioniert die technologische Umsetzung nur, weil ein Schauspieler sein Herzblut in die Figur gegossen hat. Die Gollum-Szene ist fuer mich das Highlight des Films und macht vieles andere wett. Nur hier haben Tolkien und Jackson den Mut, Empathie auch mal einen Anti-Helden zu zeigen. Bilbo hat den Ring gestohlen, und das ohne guten Grund. Er war eben wirklich der Dieb, als den Gandalf ihn gleich erkannt hat. Nicht besser als seine Verwandte Lobelia. Klar, auch Smeagol hat den Ring gestohlen. Aber das macht Bilbos Trick nicht besser. Meine Sympathien jedenfalls sind auf Gollums Seite.
Und was die Juden angeht: beim Schluessel-Symbol werden heutige Zuschauer nicht an die Juden denken, sondern an die Palaestinenser, die es geschafft haben, die Geschichte der Juden fuer sich umzudrehen und sich ihr Schicksal anzueignen. Vermute ich mal.
@Lila: Danke für die ausgiebige Kritik am Hobbit! So wie das sich liest, klingt das aber schon ganz anders als „enttäuschend“, sondern recht ausgewogen. Ich teile sogar Deine Kritik an den rein computergenierten videospielähnlichen Sequenzen. Ich hab den Film bisher nur einmal gesehen: im Kino aber „nur“ in 2D.
Punkto Elben und Zwerge: einverstanden! Zu Bilbos Ehrenrettung kann man vielleicht anmerken, dass wir ja längst wissen dass der Ring ein Eigenleben hat und seine Träger/Finder korrumpiert.
Game of Thrones kenne ich noch nicht. Lohnt es sich sich diese Serie zu geben? Interessieren würde sie mich wohl schon nach einem kurzen Blick auf Wikipedia.
Und was die Juden angeht: beim Schluessel-Symbol werden heutige Zuschauer nicht an die Juden denken, sondern an die Palaestinenser, die es geschafft haben, die Geschichte der Juden fuer sich umzudrehen und sich ihr Schicksal anzueignen.
Meinst Du? Ich hab an die Juden gedacht, aber aufgrund der Sprache und Volksmusik auch an Iren und Schotten