Ist mal wieder still hier, Dezember 18, 2012, 23:15
Posted by Lila in Persönliches.trackback
ich weiss, aber mir kommt immer das Leben irgendwie so bloed zwischen die Bloggerei, weiss auch nicht wieso.
Viel bloggen kann ich entweder zu Krisenzeiten, wenn ich den Schlaf einfach durchs Schreiben ersetze, oder wenn ich krank bin, oder wenn ich zu Krisenzeiten krank bin. Dann geht’s irgendwie am besten.
Obwohl ich jeden Tag sehe, wie immer mehr Tuerchen am Adventskalender aufgehen, ueberrascht es mich wieder mal komplett, dass wir tatsaechlich schon am Shabat losfliegen nach Deutschland. Ich war lange nicht mehr zu Weihnachten in Deutschland und bin ganz aufgeregt. Frei habe ich natuerlich nicht, es ist alles ein ziemliches Gemurkse mit Arbeit und allem, und ich muss vorher noch so viel erledigen…
Aber sonst ist alles, soweit moeglich, ganz in Ordnung. In Hebron wird wieder weniger randaliert – es waren ein paar ganz heftige Tage. Ich habe was dazu geschrieben, hab den Beitrag aber nicht veroeffentlicht – wie viel besorgte-Mama-Prosa kann die Welt vertragen, wenn so viele wichtigere Dinge auf dem Spiel stehen?
Mir blutet das Herz fuer Syrien, fuer die unschuldigen Opfer, die von beiden Seiten angegriffen, terrorisiert, ermordet und als Schutzschild benutzt werden. Ich finde es so empoerend und weiss doch nicht, was man tun sollte oder kann. Die Opferzahlen steigen, ich habe keine Worte dafuer.
Erst recht nicht fuer solche Albtraeume wie den Amoklauf an der Sandy-Hook-Schule. Das Gehirn verweigert die Aufnahme solcher Informationen. Die Vorstellung, welche Aengste und welch grausamen Tod diese Kinder haben erleiden muessen – das ist mehr, als man ueberhaupt erfassen kann. Wie koennen die Ueberlebenden weiterleben, die Angehoerigen? Man fasst es nicht.
Ich erlege mir eine Nachrichtensperre auf – aber ich habe meine ganz eigene Definition davon. Ich gucke immer auf die Schlagzeilen in Ynet, und damit lebe ich ganz gut. Zu jeder Tages- und Nachtzeit, das hilft.
Die Naechte sind uebrigens wunderschoen und klar. Nach wie vor wird hier Strom gespart, nach ein Uhr nachts geht die Strassenbeleuchtung aus. Obwohl die Nachbarn ein paar Funzeln ums Haus herum haben, bleiben die gnaedig durch die alten Baeume und Buesche verdeckt. Ich stehe fast jede Nacht mindestens einmal entzueckt im Garten und kann mich nicht an der ausgestirnten Nacht sattsehen. (Es sind die Katzen, die mich wecken – einmal nachgegeben, wenn ich eine kuehle Pfote im Gesicht gefuehlt habe, und schwupps, schon habe ich jede Nacht drei erwartungsvolle Kunden fuer naechtliche Fuetterungen und das Tuerschwellen-Entscheidungs-Spiel.)
Die Arbeit macht Spass, das Semester laeuft, ich liebe die mittleren Stunden im Mittelalter-Kurs – die illuminierten Handschriften, die ich so gern mag. Der Wiener Dioskurides und das Buch von Lindisfarne sind meine Lieblinge, aber auch die Ada-Schule mag ich. Oh, und das Rabula-Evangeliar. Sie sind alle praechtig, und die armen Studenten koennen gar nicht schnell genug lernen, immer kommt neuer Stoff. Dabei habe ich das Material inzwischen ausgeduennt, weil ich den Stoff selbst immer besser im Zusammenhang sehe und auswaehlen kann, was wirklich wichtig ist. Inzwischen sehen die Studenten auch eine Art Zusammenhang – sie bemerken sehr wohl, dass bestimmte Motive immer wiederkehren, und dadurch spinnt sich (hoffentlich) doch eine Art Narrativ in ihrem Kopf.
Zwischendurch gebe ich immer wieder private Vortraege, wo man mich ruft, da komme ich. Gestern habe ich eine Vortragsreihe ueber Byzanz angefangen – die Veranstalter waren skeptisch, als ich mit der Idee ankam, waere nicht ein anderes Thema interessanter fuer das Publikum? Ich bin froh, dass ich bei Byzanz geblieben bin. Es wurde dann naemlich doch ganz interessant, und ohne Byzanz kann man eigentlich ganz viele Sachen nicht richtig verstehen. Auch die Renaissance in Italien hat dem Komposthaufen der Geschichte, in dem auch Byzanz irgendwann vermodert ist, ueber die Gotik und dann ueber Venedig eine ordentliche Portion davon mitbekommen. Und ich seh’s einfach gern, die gluehenden, starrenden Augen mancher Heiligen, die elegant laechelnden Damen mit den schlanken Fingern und den prachtvollen Juwelen, und die wie theologische Traktate ausgeschmueckten Kirchen.
Die Vorbereitung war hart, weil ich ja immer “wegnehmend” arbeite. Wie man bei der Bildhauerei zwischen hinzufuegenden Techniken (Ton, Gips) und wegnehmendem Techniken (Meisseln in Stein oder Holzschnitzerei) unterscheidet, so gibt es auch bei meiner Arbeit zwei Methoden. Meine ist die arbeitsintensivere. Ich stopf erstmal ALLES, was zum Thema gehoert und was ich, wenn ich Zeit und Raum genug haette, wuerde erwaehnen wollen, in mein Konzept und arbeite es aus… dann speichere ich es als Themensammlung ab. Und dann nehme ich ruchlos fast alles wieder raus. Aber wie ich immer sage, man kann nicht nur einen Loeffel voll Suppe kochen, sondern einen ganzen Topf voll, und man kann auch einen Vortrag oder einen Kurs nicht klein planen. Erst wenn ich ganz Byzanz vor mir bluehen und vergehen sehe, dann kann ich waehlen, welche Kirche, welches Elfenbein-Diptychon, welche Handschrift und welches Mosaik ich zeigen moechte.
Aber ich mag meine Arbeit sehr gern und staendig schwirren mir die Themen im Kopf herum und entwickeln sich und stossen zusammen und dann gibt’s Funken und Knall und sie entfernen sich wieder voneinander. Na ja, so eine Art mentaler screen saver. Nur dass am Ende doch was dabei rauskommt an Ideen. Und meist kann ich die Ideen auch ganz gut verwerten. Gut fuer mich. Nicht gut im Sinne von akademischer Verwertung. Ich bin keiner der akademischen Metzger, die jedes quiekende Ferkel vom Schnaeuzchen bis zum Ringelschwaenzchen nutzbringend verwursten und unters Volk bringen koennen.
Na, genug von der Arbeit.
Ich moechte mir ein bisschen Klamotten kaufen fuer Deutschland – ich laufe hier in Israel ja immer mit langen Roecken rum, die ich in Laeden fuer religioese Juedinnen kaufe, und damit falle ich hier ueberhaupt nicht auf. Diese konservativ-fromm wirkende Kleidung geht in Israel einfach als Stil durch, das kennt man hier. Ich glaube, fuer Deutschland muss ich mich anders anziehen – die deutschen Frauen tragen doch sehr viel Hosen im Winter, oder erinnere ich mich falsch? Meine Mutter findet es schrecklich, wenn ich mich anziehe wie eine Gutsfrau, die zu oft Herr der Ringe geguckt hat, aber ich bin ganz froh drum, dass mein ehrwuerdiges Alter mich von dem Zwang befreit, auszusehen wie andere auch. Ich bin bereit, ins Fach “durchgedrehte Alte” zu wechseln, aber ich will meiner Mutter auch nicht peinlich sein. Also, fuer Tips, was “man” im Moment so traegt in Deutschland, wenn man keinen Anstoss erregen will, und wenn man das Format einer wuerdevoll dahinsegelnden Fregatte hat, bin ich jederzeit dankbar.
Tja, so geht’s wieder alles durcheinander, das Schlimme mit dem Banalen. Und ich habe noch gar nichts zu den Vorwehen der Wahlen zur Knesset gesagt – eine qualvollere Austreibungsphase kann man sich kaum ausmalen. Und am Ende werden wir dieselben Leute, plus minus Zachi Hanegbi, in der Knesset sitzen haben. Die Dramen, an denen sich die politischen Kommentatoren ergoetzen, ermueden mich. Wenn Politiker mir jahrelang erklaeren, dass sie aus reiner Treue zu ihren Grundsaetzen immer schon in der Plattfuss-Partei waren, und dann kurzentschlossen in die Huehneraugen-Partei wechseln, wenn es bei den Plattfuessen karrieremaessig doch nicht so fluppt – dann helfen keine Gesundheitsschuhe mehr, es ist ein Trauerspiel des Opportunismus. Ein andermal vielleicht mehr dazu.
Und jetzt gute Nacht. Morgen ist noch so ein doofer Alles-auf-einmal-Tag.
Habt Ihr eigentlich schon Weihnachtsgeschenke? Ich nicht….
Kommentare
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wie viel besorgte-Mama-Prosa kann die Welt vertragen, wenn so viele wichtigere Dinge auf dem Spiel stehen?
Lila, wenn Du alles zusammenrechnest, ist besorgte-Mama-Prosa das Wichtigste überhaupt, nicht die Prosa an sich, aber das neue Menschen in die Welt gesetzt zu haben. (es dürfte natürlich auch Papa-Prosa sein).
Ich trage im Winter gern Röcke, sind viel wärmer als Hosen, Luftschichten wärmen. Hosen sind für die Übergangszeit. Allerdings sind meine Röcke etwas mehr als knielang, damit ich nicht drüber fallen kann, da drunter sind Leggings mit Stulpen drüber. Weiter unten kommen noch dicke Wollsocken und Jacoform-Schuhe
Aber bis Du damit durchkommst, ohne daß komisch geguckt wird, mußt Du wohl noch 20 Jahre warten. (ich finde das Styling in Anbetracht dessen, daß mein Rücken nun mal auf Jacoform besteht und mir nach so vielen Jahren andere Schuhe wie Folterinstrumente vorkommen eigentlich ziemlich gelungen)
Lass es Dir gut gehen bei Deinem Ausflug ins Gemäßigte und spar Dir das Geld für Klamotten, die Du nur anderen zuliebe kaufst. Mütter ertragen ganz anderes …
Wenn du kannst, fahr nach Mannheim ins Reiss-Engelhorn Museum – da ist noch bis zum 13.1. eine Ausstellung über Benediktiner-Klöster, und sie haben sehr schöne Sachen, z.B. das Ramsay-Psalter. Kuck Dir mal die Website zur Ausstellung an, vielleicht ist das was für dich. (Lindisfarne hab ich mir als Resultat übrigens danach auf der App der British Library angesehen – es ist schon toll, was man heute en passant so machen kann.) Übrigens ist die Tudorreihe von Hilary Mantel herausragend gut: Wolf Hall und Bringing Up the Bodies sind schon erschienen, und im letzteren macht Henry mit Cromwells Hilfe die Klöster dicht. Da hatte Ramsay dann Pech gehabt – im Hinblick auf Kunst und Kultur, und auch social services, ein Riesenverlust.
Viele Grüße, Annette
Wieder ein Lese-/Erlebnis-Genuß!
Aber: Gibt es wirklich ” illuminierte(n) Handschriften” ?
Viel Spaß in D, eine einigermaßen gute Jeans und eine passende Bluse dazu tun#s durchaus.
Aber auch daran denken, daß es dort wohl kälter als in Israel ist:
Jacke und Stiefel nicht vergessen einzupacken, griffbereit, damit das am Flughafen angezogen werden kann!
Klar gibt es die.
http://www.bsb-muenchen.de/Illuminierte-Handschriften-Bilderhandschriften.1687.0.html
Hab ich nicht erfunden
aber wurde schon einen Moment irre.
Oh weh, ich mag Jeans gar nicht. Ich find sie auch nicht schoen. Allein schon dass so viele Menschen sie tragen, macht sie mir suspekt. Ich glaub, ich bleib bei meiner Kleinen-Hexe-Ausruestung – werde mich auf Silke berufen
Ich finde auch, Roecke waermen viel besser als so Buxen.
Oh, die Ausstellung, das klingt ja so toll… ich hab leider nur ein paar Tage, und die Sonderbund-Ausstellung MUSS sein.
Ich tu mal Bilderlinks in den Text, ist ja sonst gemein.
Danke… über ein paar Tausend Kilometer mal wieder was gelernt!
Ich hielt “Illumination” auf den Begriff “Beleuchtung” beschränkt!
Kleidungsbetreff:
man sieht wieder mal, daß sich männliche Bewohner unserer Erde da nicht einmischen sollten und auf den (guten) Geschmack unserer Pendants vertrauen mögen!
Illuminationen beleuchten auch – Blattgold leuchtet sehr schoen. Kommt alles aus der Wurzel lumen, Licht.
Netterweise ist das hebraeische Wort fuer Illumination und Illustration – iyur, von der Wurzel or, Licht. Der Text wird metaphorisch und tatsaechlich durch leuchtende Farben und reflektierendes Gold erleuchtet.
Und ich glaube nicht, dass weibliche Kleidung geschmackvoller oder komplizierter ist als maennliche. Anne Hollander hat mich da vom Gegenteil ueberzeugt – sie sieht in der Maennermode den wahren Stil und Schick (“Sex and Suit” heisst das Buch zum Thema auf Englisch, etwas vorsichtiger als “Eros und Anzug” eingedeutscht). Die geheimnisvollen Riten der Herrenkleidung sind mir jedenfalls auch ein Raetsel. Wie entscheiden Maenner, was sie anziehen?
Es sind ja nicht alles Israelis, fuer die “Jeans, offenes Hemd und Trekking-Sandalen” von der Examensfeier ueber die Hochzeit bis zum feierlichen Empfang ausreichen
Traditionelle Herrenkleidung fordert eine gekonnte Kombination vieler Einzelbestandteile. Nicht weniger als bei uns jedenfalls.
http://anders-anziehen.blogspot.co.il/2012/05/time-machine.html
was Männerkleidung anlangt, so bin ich ganz oft von Fotos französischer Politiker (Namen merke ich mir nie) hingerissen – dabei sollen doch angeblich die Engländer die Meister sein, aber vielleicht kaufen die in London und das je ne sais pas quoi kommt einfach davon, wie sie sich halten
Lila
kleidungsmäßig fällt mir noch gerade ein, daß es sich evtl. lohnen könnte, nach ein paar Duckfeet zu suchen. (ja gelegentlich werde ich Jacoform untreu) Die haben Sandalen, die zu langen bunten Röcken sowohl was Unverwüstlichkeit als auch Styling anlangt, kaum zu toppen sein dürften.
http://www.duckfeet.com/de/
ich glaube, das hier sind meine, und die sind so stabil, daß die von Generation zu Generation weitergebbar sind.
http://www.duckfeet.com/de/duckfeet-damenkollektion/duckfeet-skagen-detail
Falls Du Winterstiefel brauchst, kannst Du die natürlich auch bei Lands End bestellen, an Deine Mutter liefern lassen, tragen und dann zurückschicken – in Deutschland wird der volle Kaufpreis erstattet – nicht sehr ethisch, aber ich vermute, das sind die beim Abzocken auch nicht
http://www.landsend.de/
Das dürfte bis zum Wochenende noch hinhauen, wenn Du Dich gleich dran machst.
Dafür, Silke, stehen die französischen Politikerinnen stilmäßig oft richtig neben sich – Ségolène Royal habe ich dieser Tage im Fernsehen gesehen (real vermeide ich meine Regionalpräsidentin, wo ich nur kann, ich reagiere allergisch auf die Frau), mit einem Mohair-Strickpulli in, halte dich fest, schwarz auf rotem Tigermuster!! Und das ist bei weitem keine Ausnahme, Ségolènes Nachfolgerin in der Assemblée Nationale und jetzige Ministerin Delphine Bato geht auch in komischen Pullis und Trenchcoat auf offizielle Termine…
“Meine Mutter findet es schrecklich, wenn ich mich anziehe wie eine Gutsfrau, die zu oft Herr der Ringe geguckt hat”
Käme Sie besser zurecht mit einer Kunsthandwerkerin auf dem zweiten Bildungsweg, die keine Vernissage der heimischen Provinzgalerien auslässt? Dann ginge, bitte alles in Erdfarben: über-Knie-kanger Rock aus dickem Stoff (nicht gereiht), flache Stiefeletten, kastiges Oberteil (gerne in mehreren sichtbaren Lagen), Tücher um den Hals, und vor allem: riesige Halsketten aus groben Halbedelsteinen, am besten kombiniert mit riesigen Ohrringen. Randloser Filzhut und lauter Lippenstift können, müssen aber nicht.
In Berlin kann jeder tragen was er will und wird nicht komisch angeguckt. Wenn man nach anderen deutschen Städten geht ist diese überhaupt die unmodischste…. (man könnte auch sagen, individuellste)
Röcke gehen auf jeden Fall!!! Im Zweifel mit schönen langen Stiefeln und nem schönen Wintermantel kombinieren und alles ist gut…
Ich lese dich seit Jahren und finde diesen Blog einfach wundervoll!!!! In welche Museen geht ihr in Berlin (und wann???
)
anziehen im dezember……
in einer grossen stadt gehen alle langen roecke auch…. auf dem land oder kleineren staedten hosen, roecke in wadenlaenge, kleider ebenfalls. ansonsten alles, was in deinem kleiderschrank haengt.
hauptsaechlich warmes. dicke wollstruempfe, leggins als strumpfhose. hatte das selbe problem mit meiner mutter seelig.
Ich hab gerade alles in den Schrank einsortiert, ist immer ein schoenes Gefuehl. Ich sortier immer alles schoen nach Farben und Materialien.
Einkaufen tu ich eher ungern, heute war auch ein fuerchterliches Gedraenge (nur Russinnen unterwegs
)…. aber alles huebsch ordentlich zuhause einsortieren ist immer ein schoenes Gefuehl. Wie wenn man sich die Scalps an die Wand nagelt.
Hosen – nee, mir reicht die eine Jeans, die ich hab. Ich konnt mich nicht ueberwinden, Geld fuer eine Zweit-Jeans rauszuschmeissen. Zwei schoene Winterkleider, eins knapp ueberm Knie und eins knapp darunter, ein paar Strickteile fuer drueber ueber zu ziehen
und weitere Strumpfhosen und na ja, lauter Sachen, die ich sowieso gekauft haette, und die genau in meine Garderobe passen.
Und dann war ich wieder, Kaltmamsell achtgeben!, in meinem Stamm-Waeschegeschaeft. Diesmal war es keine energische aeltere, sondern eine energische juengere Dame mit russischem Akzent, die mit einem Blick die Gefahr erfasste, und auch, wo fuer mich das Rettende waechst. Niemand kommt so selbstverstaendlich in Umkleidekabinen rein wie Waescheverkaeuferinnen, und sie geifen auch ungeniert zu, wenn sie meinen, zugreifen zu muessen.
Na, ich war so lange nicht mehr Klamotten einkaufen, jetzt reicht’s wieder fuer eine ganze Weile. Wenn man sich nicht modisch kleidet, hat das den Vorteil, dass man seine Sachen lange tragen kann. Dass es Leute gibt, die Spass am “Shoppen” haben, ist mir unverstaendlich.
Oh, und nach Berlin schaff ich’s diesmal leider nicht, da werde ich erst im Fruehling wieder sein, und dann mit einer viel zu grossen Gruppe Studenten. Die paar Tage werden wohl mit Weihnachten im Schosse der Familie ausgefuellt – ich hoffe, wenigstens fuer die Sonderbund-Ausstellung reicht die Zeit…
Ich wünsche dir viel Spaß in Deutschland. Leider ist hier ein ziemliches Schmuddelwetter, so dass man weiß schon gar nicht mehr weiß, die Sonne aussieht.
Frohe Weihnachten und komme gut im neuen Jahr an.
Schmuddelwetter! Ein Koenigreich fuer Schmuddelwetter!
Ich lauf hier immer noch im T-shirt rum…
“Tja, so geht’s wieder alles durcheinander, das Schlimme mit dem Banalen.” Nee, gar nicht schlimm, daran sieht man, woher du kommst, heißt es doch bei uns im Rheinland: “Da kommse vonet Höcksken aufet Stöcksken.”
Na, das klingt aber eher wie Bergisches Land… noerdlich der Benrather Linie jedenfalls. (Hab mir gerade den Rheinischen Faecher angeguckt – ich komm aus dem Ripuarischen… aber meine Eltern noerdlich davon. Sagt man bei Euch schlittern oder schlindern?)
Achje, ursprünglich vom Niederrhein “Kleverländisch”, dann habe ich Jahrzehnte in Düsseldorf, Köln und Mönchengladbach verbracht, noch dazu kam meine Oma aus Gelsenkirchen und Vater und Onkel berlinerten heftig, so dass es sprachlich bei meinem Bruder und mir ein absolutes rheinisches Gemisch ist. Wir sagen immer “schliddern” mit Doppel-D
Es gibt da sprachlich auch den Rhein als Grenze, rechts- bzw. linksrheinisch und große Waldgebiete, die man vor der Automobilisierung nicht so einfach gefahrlos durchqueren konnte. Zum Beispiel trennt ein Wald am Niederrhein Kaldenkirchen-Lobberich von Straelen-Herongen, Entfernung nur knapp 6 Kilometer, auf beiden Gebieten wird komplett anders gesprochen, das übersieht der rheinische Fächer. In Straelen wird eher holländisches Platt geredet, in Lobberich spricht man wie in Mönchengladbach. Z.B. Tisch heißt in Lobberich “Döhsch”, in Straelen “To(a)fel”, In Straelen sagt man “Ick” für Ich, in Lobberich rheinländisch schon mit “sch” “Isch”.
Jaja, da gibt’s schon neben den feinen lokalen auch ganz krasse Unterschiede. Mein Opa hat in den 1970er Jahren ein Mundartlexikon herausgegeben, das ist schon höllisch interessant – und ein fast unendlich weites Feld …
Schade, aber war abzusehen.
Der Blog oder das Blog oder wie das heißt entwickelt sich immer mehr zum Frauengedöns. Rock oder Hose? Schon klar.
Freundin
http://www.freundin.de/
Für Sie
http://www.fuersie.de/
Brigitte
http://www.brigitte.de/
petra
http://www.petra.de/
Frau im Trend
http://www.freizeitfreunde.de/de/landingpage/FrauImTrend/frauimtrend_1.html
Vielleicht mache ich dir ja mit dieser Seite zu Byzanz eine Freude …
http://www.arkeo3d.com/byzantium1200/new.html
in der großen Kaiser & Caesaren Ausstallung haben sie einige von deren Rekonstrunstruktionsbildern gezeigt, also solche Sachen
http://www.arkeo3d.com/byzantium1200/forum-c.html
Georg, das ist interessant! Bei uns ist auch so eine Mischung. Ein Teil der Familie aus dem Bergischen, ein anderer aus dem Ruhrpott, eine Oma, die fliessend Muehlheimer Platt sprechen konnte, und noch verschiedenes andere… gibt’s das Mundartlexikon noch? Eine Bekannte von mir schreibt auch Buecher ueber den Dialekt, der meine Kindheit mit Schrecken erfuellt hat.
Jack, ich wusste ja gar nicht, dass Du so belesen bist! Donnerwetter.
Willow, danke fuer die Links!!! Wird alles abgespeichert und verwertet.
Silke – ich habe leider einen ganz anderen Geschmack bei Schuhen und danke dem Schicksal, das mich zwar mit vielen NIeten bedacht hat, aber einem grossen genetischen Geschenk: ich kann immer noch einen ganzen Tag in hohen Schuhen rumlaufen, ohne dass es mir was ausmacht. Ich habe vor Freude fast geweint, als die Werkzeugkasten-Schuhe, die jahrelang den Markt beherrscht haben, endlich aus der Mode kamen und Fuesse wieder huebsch mandelfoermig aussehen durften.
Ich trage nur ganz selten flache Schuhe. Und ich hab mich letztes Jahr mit Stiefeln ein-ge-deckt. Kein flacher dabei
Qual der Wahl, welche ich einpacke – muss ja Platz fuer das Rueckflugsgepaeck lassen….
Bei anderen kann ich in Kombination mit entsprechenden Klamotten solche Duckfeet-Schuhe schick finden und bewundern (zierliche Knoechel machen sie allemal), aber ich selbst wuerde mich fuehlen wie Panzer Bueffel im Einsatz
Was Du weißt weiß ich schon lange. Voll langweilig. Wie neulich die gejagten Elfenbeinschnitzbilder und jetzt die Frage nach Rock oder Hose?
http://www.arte.tv/de/rock-oder-hose/3857540.html
Ich mein steh ich morgens und frag mich Rock oder Hose, oder wie? Nimm doch gleich Leggings oder nen Bademantel. Oder bleib zu Hause. „Wieso kommst Du nicht?“ „Ich weiß nicht was ich anziehen soll.“
Ich hab eine gute Idee fuer Dich…
http://www.utilikilts.com/
Ja, so seh ich auch aus.
Ich trag Jeans und hör damit auch nie auf. Jeanshose, Jeansjacke, T-Shirt, Turnschuhe und straßenköder-blonde Haare. Und wenn ich jemanden mit Anzug und Krawatte seh, dann lach ich ihn aus.
Hast Du schon gelernt, mit Messer und Gabel zu essen, oder findest Du diese oeden Konventionen ueberfluessig…?
Ich bin wild aufgewachsen. Das sagt meine Mutter auch immer über meinen Vater, wenn er schmatzt. “Dein Vadder ist wild aufgewachsen.” Hände reichen also durchaus aus. Danach kann man sie abwaschen. Messer und Gabel geht aber auch, wenn man auf kultivierten Schnösel macht.
apropos straßenköterblonde Haare – woanders hat kürzlich eine Angela.Merkel ein paar Blondenwitze erzählt. Ich find sie Klasse, krass aber gekonnt. Soll ich sie hier reinkopieren? oder werde ich dann verwarnt?
Jack, wenn Deine Mutter erkennt, dass Dein Vater wild aufgewachsen ist, bedeutet das, dass sie es nicht ist. Und damit bist Du bedeutend weniger wild aufgewachsen als Dein Vater. Da hilft Dir nichts.
mmh, mmh also ich könnt dir wohl ein paar Hosen leihen bzw. würd lieber gegen einen langen Rock tauschen. Lange Röcke zu bekommen, ist hier nämlich nicht so einfach. Vor lauter Verzweiflung hab ich schonmal selber genäht. Den Typ Gutsfrau mag ich nämlich auch….aber never ever in hohen Schuhen.
Zu bieten hätt ich so einen Mix-Stil zwischen Jeans und Anzughose in schwarz, dunkelgrün oder hellbraun. Suchen tu ich einen knöchellangen und nicht zu engen Rock
Mein schoenster langer Rock sieht am besten mit hohen Stiefeln aus. Finde ich.
Ich bestelle Roecke auch schon mal im Internet, wenn ich bei meinen Stamm-Laeden nichts finde – “Banot” und “Kim” in Nahariya.
Ich wollte dir noch einen guten Flug wünschen und einen schönen Aufenthalt.
Hey Girls, zum Rock sollte aber auch die Bluse passen, gerade zu Weihnachten. Sonst wird’s peinlich, aber auch lustig.
Bodenlange Röcke gibts in München z.B. im Bahnhofsviertel, wo sich fromme islamische Mädchen und junge Frauen sittsam einkleiden. Die Röcke sind aber eher schmal geschnitten und oft aus Jeansstoff.