Düstere Stimmung Februar 28, 2012, 0:10
Posted by Lila in Presseschau.trackback
nach wie vor. Wie kann es anders sein? Während in deutschen Zeitungen der Oscar Schlagzeilen macht, Griechenland und die Präsidentschafts-Kandidatur von Beate Klarsfeld für die Linken … währenddessen drücken mich andere Themen.
Die Konferenz in Doha. Ich weiß nicht, wie die bei Euch in den Nachrichten vorkommt – ich finde Abu Mazens Rede und den ganzen Tenor dieser Konferenz (eine Konferenz gegen die drohende Judaisierung Jerusalems….) einen absoluten Schlag ins Gesicht.
The Prime Minister’s Office on Sunday blasted Palestinian President Mahmoud Abbas for his declaration that Jerusalem has always been and will remain an Arab city.
Abbas made the remark earlier Sunday in a speech at theInternational Conference for the Defense of Jerusalem in Doha, Qatar. The Palestinian leader promised to “encourage Arabs and Muslims to visit Jerusalem in order to strengthen our hold on the city, and to establish the Palestinian culture and heritage sites.”
Arabische Knesset-Abgeordnete wie Ahmed Tibi haben die Konferenz als Abgeordnete des Staats Palästina besucht – wenn eine Geste klarmacht, wie sie das Verhältnis von Israel und Palästina sehen, dann diese. Sie deklarieren damit eindeutig, daß Palästina Israel ersetzen soll. Andernfalls hätten sie ja wenigstens als Abgeordnete beider Staaten auftreten können. Aber nein. Palästina tritt an Israels Stelle, das sagen uns Ahmed Tibi und seine Kollegen damit. Leider sind es aber israelische und nicht palästinensische Steuerzahler, die ihn in Amt und Würden halten. Lippendienst zur Zweistaatenlösung dem UNO-Abgeordneten gegenüber kann darüber nicht hinwegtäuschen. Daß der überhaupt eine solche Konferenz mit seiner Anwesenheit beehrt, sagt einem alles über die UNO.
“Die Judaisierung Jerusalems” ist also ein Riesenproblem. Tja, würde ich sagen, seit seiner Gründung war Jerusalem mit diesem Problem belastet. Ganz schön judaisiert, schon damals. Daß während der jordanischen Besatzung in Ostjerusalem Synagogen und Häuser zerstört wurden, die Juden vertrieben wurden und dort entjudaisierte Fakten geschaffen wurden, soll ja wohl nicht jetzt nachträglich international abgesegnet werden. Oder doch?
Ein weiterer Angriff auf die ägyptisch-israelische Grenze wurde vereitelt, nur Tage nach dem Versuch, den ich schon gemeldet hatte.
Just like in the previous incident, the soldiers found a bag with a large explosive device near the Egypt border.The device was detected during a routine patrol in the area. The soldiers identified suspicious activity near the fence and began pursuing a suspect. They initiated the suspect detention protocol but the man was able flee into the Sinai Peninsula.
Wer weiß, ob der nächste Versuch nicht gelingt? Anscheinend sollen diese Bomben abgeholt und irgendwo plaziert werden – Einzelheiten wissen wir nicht. Man mag sich nicht ausdenken, welche Pläne es für diese Bomben gab. Angsichts der Skrupellosigkeit des Terrors, die wir ja zur Genüge kennen, ist nichts auszuschließen. Und zwei Bomben in weniger als einer Woche bedeuten, daß auf der anderen Seite der Grenze ein paar Leute wirklich fieberhaft arbeiten.
Bei Ramallah explodiert ebenfalls eine Bombe.
A bomb exploded Sunday night near the West Bank security barrier, northwest of Ramallah. There were no reports of injury or damage.
Israeli defense officials believe the explosive device was meant to target an IDF force. Israeli security forces were combing the area in search of the perpetrators.
Auch das ist der zweite Versuch innerhalb weniger Tage, Patrouillen-Wege der IDF anzugreifen.
Ich bin keine Expertin für Armee, Sicherheit und Verteidigung, ich weiß nur, was die Medien durchlassen. Aber ich spüre ganz deutlich, daß sich diese Fälle häufen. Es sind einfache Sprengsätze, und bisher hat die Armee sie rechtzeitig entdeckt und entschärft. Ich denke, daß Shabak und Grenzschutz mit Volldampf daran arbeiten, die Hintermänner aufzuspüren.
Insgesamt sehe ich einen Anstieg aggressiver Akte, die sich sowohl gegen die Armee als auch potentiell gegen Zivilisten richten. Dazu wird die anti-israelische Rhetorik bis zum Absurden aufgeblasen, Vorschläge Netanyahus werden abgeschmettert, Gespräche laufen auf Grund. Die Kampagne der Palästinenser, Israel zu de-legitimisieren, jeden historischen Bezug der Juden zum Land Israel zu leugnen und gleichzeitig eine Hysterie zu schüren, als würde Israel den Islam bedrohen, während gleichzeitig auf brutalste Art und Weise archälogische Spuren der jüdischen Präsenz in Jerusalem beseitigt und zerstört werden – diese Kampagen trägt deutliche Früchte.
Was kriegt Ihr in den deutschen Medien von diesem bei uns deutlich fühlbaren Klima der Aggression mit? Gibt es überhaupt keine Besorgnis in Deutschland? Fällt jemandem auf, wie frech die Palästinenser die Geschichte fälschen? Noch in den 50er Jahren gab es den Begriff “Palästinenser” überhaupt nicht, erst in den 60ern wurde dieser Sprachgebrauch eingeführt. Es gibt keinerlei “palästinensische” Kultur vor dieser Zeit – es gibt lokale arabische Kultur, denn es gab ja palästinensische Araber, wie es palästinensische Juden gab. Eben Araber und Juden, die in der Provinz Palästina bzw im Mandatsgebiet lebten. Aber die Geschichtsfälschung der Palästinenser leugnet das alles. Unwissende Beobachter müssen davon ausgehen, daß es hier eine uralte palästinensische Kultur gibt, die von jüdischen Neuankömmlingen zerstört wird. Es ist für mich unfaßbar, daß sich gegen diese Verdrehung der Tatsachen kein Protest rührt, außer natürlich bei uns.
Außer im Israel-Netz finde ich übrigens keine deutschen Nachrichten zu dieser Konferenz. Oh, und natürlich das iranische Radio. Liegt bestimmt nur an meiner Ungeschicklichkeit beim Suchen. Übrigens haben Vertreter aus 70 Ländern an der Konferenz teilgenommen.
Ich sehe schon seit ein paar Jahren in pessimistischen Stunden vor mir, wie die UNO den Staat Israel für illegal erklärt und aufhebt, um ihn durch einen Staat Palästina zu ersetzen… hoffen wir, es kommt nicht so weit.
Kommentare
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Ich sehe zwar momentan wenig Fernsehen, aber wenn ich einschätzen soll, ist das hier gar kein Thema.
Ach Lila,
ich wollte ich hätte tröstende Worte für Dich. Habe ich aber leider nicht. Kann Deine Ängste und Sorgen aber sehr gut verstehen.
Im Augenblick bin ich über die deutschen Medien nicht auskunftsfähig, weil ich hier von Blog zu Blog eile und das meine ganze Zeit beansprucht.
Nur soviel: In der Tagesschau und in Heute kam nichts davon vor.
Hab’ eben nochmals nachgesehen: Spiegel, Sueddeutsche, NZZ, Zürcher Tagesanzeiger – nichts von Doha (auch nicht in den Online-Ausgaben von Independent und Telegraph). Erstaunt bin ich aber nicht: Neuigkeiten sind ja von dieser Konferenz keine zu erwarten, und im Nahen und Mittleren Osten ist mehr als genug “Spannenderes” los. – Wer weiß, vielleicht steckt genau das hinter den Ereignissen der letzten Wochen: der Wunsch, endlich mal wieder Schlagzeilen zu machen.
Lila
wenn “Ihr” je als alldort Verwurzelte anerkannt werden wollt, müßt Ihr mehr Bilder von Typen mit knorrigen Händen und Ziegen oder Schafen produzieren. Auch Bekopftuchte mit Esel sind nicht schlecht, denkt man immer gleich so an Weihnachten und Maria.
Aber so Dinge wie international geschätzte Fernheizungsmesser, also ich bitte Dich, das taugt doch nu wirklich nich für Wurzeln.
Ich glaube, daß die Mischung aus Romantisierung und Patronising mit dem wir die “Palästinenser” serviert bekommen, die armen armen Rückständigen, denen die Israelis, die alles haben, den Zutritt ins 21. Jahrhundert verbauen, daß das eine der vielen Variationen ist, mit denen man derzeit Lippenstift schmiert aufs gute alte anti-jüdische Ressentiment, weltweit als Anti-Semitismus bekannt geworden.
http://www.ted.com/talks/sharmeen_obaid_chinoy_inside_a_school_for_suicide_bombers.html
Sehr interessantes Video. (wohl gemerkt: hat nicht mit Israel zu tun. Aber die Methoden sind wohl überall mehr oder weniger dieselben)
“Arabische Knesset-Abgeordnete wie Ahmed Tibi haben die Konferenz als Abgeordnete des Staats Palästina besucht”
in spanien wurde die baskische partei schon vor jahren verboten. ich glaub israel ist das einzige land das sich sowas antut (oder sich den luxus erlaubt so tolerant und demokratisch zu sein, wie man es sehen moechte)
J
Lila –
hier in den Medien wird nichts über die wachsende Aggression gegenüber Israel geschrieben. Neulich gab es im Spiegel einen Artikel über die Änderung des TAL-Gesetzes, mit dazu gehörender Forumsdiskussion, so ätzend wie immer, wenn es um Juden geht.
Ansonsten finde ich es ebenfalls unglaublich erschreckend, wie geschickt überall der Mythos von der uralten palästinensischen Kultur propagiert wird.
Von Gil Yaron gibt es dazu gerade einen Artikel im SPIEGEL, mit dem Titel “Mode-Islamismus in Palästina – Frauen, warum so trist?”.
Darin schreibt Yaron über die Kleidung in Palästina – wie farbenfroh sie früher gewesen sei und nun sei sie “islamisiert”. Auch für ihn gibt es anscheinend bereits einen Staat Palästina.
Interessant ist dabei die Fotostrecke des Spiegels. Es wird u.a. auch historische Kleidung gezeigt, mit der Unterschrift dazu:
“So kleideten sich palästinensische Frauen in Nazareth im 19. Jahrhundert. Diese Aufnahme entstand circa zwischen 1870 und 1899.”
http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-79079-7.html
Auf dem Foto handelt es sich aber schlicht um arabische Kleidung aus dem 19. Jahrhundert – und nicht etwa um dezidiert “eigene palästinensische” Kleidung. Aber so wird natürlich der Eindruck suggeriert, es handele sich bei den Palästinensern tatsächlich um ein uraltes eigenes Volk und um eine uralte eigene Kultur.
Der Artikel ist mir auch aufgefallen. Arabische Kleidung hatte natürlich im 19. Jahrhundert, wie traditionelle Trachten überall, fein differenzierte lokale Variationen – in jedem Dorf, in jedem Landstrich wird traditionelle Kleidung anders getragen. Manchmal sind die Unterschiede sehr subtil, manchmal deutlich. Bestimmt gab es Besonderheiten, die für unsere Gegend charakteristisch waren.
Es besteht aber kein Grund, den modernen Begriff “palästinensisch” einfach so anzuwenden, als hätte es damals schon Palästinenser gegeben.
Es sei denn, man beteiligt sich an der Kampagne, diese erfundene Geschichte der Welt aus allen Ecken und Enden präsentieren. Die meisten Deutschen glauben ja bestimmt schon daran. Der Vorwurf, daß Israelis hier Eindringlinge und Landfremde sind, kommt ja immer wieder.
Lächerlich, wenn man sich daran erinnert, wie sie als Orientalen und Fremde in Europa diskriminiert wurden. Lächerlich auch, wenn man weiß, wie viele Juden im gesamten Nahen Osten seit Jahrhunderten gelebt haben (und da andere nahöstliche Länder sie nicht dulden – wo sollen sie hin? und warum sollen ausgerechnet sie keinen Staat bekommen?). Und noch lächerlicher, wenn man archäologische Funde kennt, die eindeutig die Verbindung zwischen jüdischer Kultur und dem Land zeigen, das heute Israel heißt.
Ja, Lila, auch hier um mich herum spuere ich, dass viele einfach davon ausgehen, dass die Palaestinenser die aelteren Rechte haben. Die Juden kamen, und vertrieben sie. Punkt.
Und – man muss die Umgebung sogar auf die Tatsache aufmerksam machen, dass es vorher ein britisches Mandat gab, dass davor die Tuerken da waren und und…
Nein, man sorgt sich nicht darum, ob Israel bedroht ist, mehr gespraechsstoff bietet Assad und dass er sein Volk umbringt. (bekannte, Kollegen sprechen darueber. Israel wird voellig totgeschwiegen, jedenfalls wenn ich im Raum bin.) andererseits hatte ich vor Monaten ein kurzes Gespraech mit einem Kollegen, der meinte, die “Palaestinenser wuerden ja jetzt sogar enteignet” und als ich in eine Diskussion darueber einsteigen wollte, wurde mir kurz und knapp gsagt, er wissen wovon er rede, denn ER bekaeme ja seinen Infos aus “erster Hand”, er habe eine Freundin im Auswaertigen Amt, die muesse wissen, wovon sie redet.
hier kann man mit Hasbara meiner meinung nach nicht viel mehr ausrichten. Und – ich bin froh, hier bald weg zu sein.(nicht, dass ich nicht schaetze, was Deutschland mir an Sicherheit geboten hat, aber zurzeit wuerde ich sagen, ist fuer Juden kein platz in der Galut, es sei denn, die verbiegen sich komplett und wettern gegen Isael.)
Noa
Ich weiß solche Dinge auch nur aus dem Israelnetz und der evangelikalen Zeitschrift IdeaSpektrum bzw. von israelischen (und pro-israelischen) Twitter- und Facebook-Seiten.
Es ist komplett irrational, wie dieser Konflikt im Rest der Welt gesehen und gehandhabt wird – manchmal hat man das Gefühl, die Menschen leiden in diesem Fall an so einer Art Geistesverwirrung, während sie in anderen Dingen relativ vernünftig und überlegt vorgehen (nicht immer, aber doch meistens).
“In spanien wurde die baskische partei schon vor jahren verboten.”
Es wurde EINE baskische Partei verboten, weil sie dem Terrorismus zu nahe stand. Aber die Eusko Alderdi Jeltzalea (baskische Nationalpartei) gibt es noch immer…
In Österreich läuft es meistens so ab: Wird Israel attackiert, sagen wir mit Raketen von Gaza aus, dann gibt es nur dann eine Meldung, wenn Israel zurückschlägt. Die Meldung lautet dann: Israel bombardiert den Gazastreifen als Schlagzeile, irgendwann später kommt dann, dass man von dort selbstgebastelte Raketen abgelassen hat, aber wirklich nur neben bei.
Die sogenannte “Volksmeinung” lässt sich an Hand der Postings von den Lesern solcher Artigkel gut nachvollziehen, wie der “Lindwurm” dokumentiert:
http://lindwurm.wordpress.com/2012/02/22/dahinter-steht-zion/
Wenn die UNO eine Flugverbotszone über Israel errichte, um die palästinensischen Zivilisten zu schützen, dann wisst Ihr ja, was die Glocke geschlagen hat. Anschließend gibt es dann einen israelischen Frühling. Wir kennen das ja.
Die deutsche Presse ist gleichgeschaltet, und zwar bei den Themen Naher Osten (pro Islam, contra Israel), EU-Politik, Klima- und Atompolitik. Aber bei Themen wie wer wird deutscher Fußballmeister oder ist der neue 3er BMW besser als der alte ist eine offene Kontroverse kein Problem.
DAs sehe ich gar nicht so.
Es stimmt, dass manchmal “nationale Interessen” die perspektive der Presse eines Landes bestimmen. z.B. wird man über die Euro-Krise in Griechenland sicher anders schreiben als in Deutschland… Aber insgesamt gibt es eine breite Vielfalt.
Was Sophist X hier schreibt klingt eher danach, als hätte er gerne eine gleichgeschaltete Presse und eine gleichgeschaltete Nation ohne “fremdländische Elemente”… Das ist so ein typisches Argumentationsmuster: dem anderen unterstellen was man selber eigentlich möchte.
@Lausanne
Fingerhakeleien in fremden Kommentarbereichen verkneife ich mir und sage ertappt „So isses!“.
Grüßle.
Ja, die Stimmung ist wirklich düster. Ich frage mich wirklich, wann die schlechten Nachrichten mal aufhören. Aber um die schlechten Nachrichten aufhören zu lassen, muss wohl erst Ha Moshiach kommen.
Bisher habe ich auch nur auf der Seite von http://www.israelnetz.com über die Konferenz in Doha Näheres gelesen und mich furchtbar geärgert. Mal sehen, ob die WELT morgen darüber etwas bringt oder die Fernsehnachrichten heute Abend berichten.
Ja, die Palästinenser lügen immer dreister und biegen sich die Geschichte so hin, wie sie ihnen passt. Sie können sich das erlauben, weil niemand ihnen Einhalt gebietet, niemand ihnen widerspricht (außer Israel natürlich) und alle Antisemiten still halten. Es gibt ein Sprichwort, das heißt: Dem anderen das Licht ausblasen um selbst besser gesehen zu werden. Die Palästinenser/Araber wissen genau, sie können sich geistig und intellektuell mit den Israelis nicht messen. Siehe auch zum Beispiel:
http://www.welt.de/print/die_welt/vermischtes/article13862763/Israel-so-klein-wie-Daenemark-so-innovativ-wie-die-USA.html
Da müssen sie eben anders auf sich aufmerksam machen. Wie sah denn das “arabische Palästina” früher aus, bevor 1948 der Staat Israel entstand? Ödnis und Wüste herrschten. Weshalb stellt die UN nicht richtig, dass das Land damals in zwei Teile offiziell aufgeteilt wurde und verbietet den heutigen “Palästinensern” zu sagen, die Israelis hätten ihnen das Land gestohlen? Da beginnen die Lügen doch schon, ohne Widerspruch zu erzeugen. Es müßten einfach mal westliche Politiker wagen, den Palästinensern zu sagen, sie sollten öffentlich und definitiv erklären, ob sie überhaupt Frieden mit ihren Nachbarn erreichen wollen und sich nicht immerzu wie ungezogene Kinder benehmen, die nicht wissen, was sie wollen. Denen muss man nämlich auch irgendwann einmal ernsthaft sagen: Bis hierher und nicht weiter!
Margot
“Es stimmt, dass manchmal “nationale Interessen” die perspektive der Presse eines Landes bestimmen.”
sagen wir so: die selbe nachricht wird in unterschiedlichen laendern oder kulturen unterschiedlich wahrgenommen und deshalb auch unterschiedlich aufgeschrieben und gelesen.
Ist es so fuer dich besser ausgedruckt?
J
Margot, ich sehe es etwas anders. Die wahre Tragödie ist, daß sie intellektuell, kulturell und wissenschaftlich sehr wohl mit westlichen Staaten, auch Israel, mithalten könnten. Ich habe oft schon betont, wie leistungsbewußt und aufgeschlossen meine arabischen Studenten sind, und wie arabische Israelis, sobald sie in die wissenschaftliche oder kulturelle Welt nicht als Feinde, sondern Mitarbeiter eintreten, dort wertvolle Arbeit liefern.
Es ist ein wahrer Jammer, daß die Araber in Israel und um uns herum sich weigern, mit Israel zusammenzuarbeiten. Wo sie es tun oder taten, waren die Ergebnisse beeindruckend. Arabische Ingenieure, Ärzte, Bildhauer und Geschäftsleute sind um keinen Deut weniger gut als jüdische.
Ich sehe ein riesiges Potential und bei vielen von ihnen geradezu Sehnsucht, wieder, wie zu Oslo-Zeiten, mit Israel und anderen westlichen Staaten zu kooperieren. Deswegen finde ich ja gerade ein Projekt wie das mit der Solarenergie so wichtig – da werden lokale Kräfte angelernt und die Palästinenser selbst können die Technologie warten und auch weiterentwickeln und anpassen und so weiter.
Manchmal bedrückt mich der Gedanke, daß Haß und Denkverbote und Lügen so stark sind und so viele Araber so einengen, daß sie ihr eigenes Potential nciht verwirklichen können oder wollen. Ehrgeizige und begabte Palästinenser wandern oft aus – nicht nur, weil sie, wie sie klagen, von Israel schikaniert werden, sondern weil sie in der palästinensischen Gesellschaft gar keine Freiheit für ihre Ideen finden.
Ich werde nie vergessen, wie bedrückt mein Mann jedesmal war, wenn er mit den palästinensischen Geschäftsfreunden und Ingenieuren und Arbeitern aus Jenin und Umgebung sprach, die früher mit den Fabriken des Kibbuz zusammengearbeitet haben. Sie mußten diese Kontakte aufgeben, aus Angst, sonst als Kollaborateure verfolgt zu werden.
Die Verwandten dieser Menschen, die in Israel leben, arbeiten in Israel und arbeiten exzellent. Der kreativste und intelligenteste Kollege, mit dem Y. zusammenarbeitet, ist ein junger Mann aus einer großen moslemischen Familie, in der alle, Söhne und Töchter, was geworden sind. Alle mit Beruf oder Studium oder florierendem Geschäft, alle haben die Chancen ergriffen, die ihnen Staat, Familie und auch die Umgebung (Galiläa) bietet.
Ich selbst trage, wo ich nur kann, mein Geld in arabische Läden. Mein Gasmann ist Araber – freundlich, fix, zuverlässig und humorvoll. Mein Hausarzt ist Araber – er ist allerdings weniger nett und ich werde wohl wechseln, leider, vermutlich zu einer arabischen Ärztin.
Sie müssen nur wollen, das ist es. Oft genug wollen sie nicht, denn sie wollen lieber in Armut und Unwissenheit darben, als mit dem zionistischen Erzfeind kooperieren. Die Palästinenser der Westbank könnten ganz anders leben, wenn es den Terror nciht gegeben hätte.
Es ist ein absoluter Jammer.
Meine arabische Lieblingsstudentin, die sich wirklich schwertut in Kunstgeschichte und für die ich mir jede Woche stundenlang für Nacharbeiten Zeit nehme, weil sie so begabt und ehrgeizig ist und so fleißig ganz viel Stoff nachholt – die hat mir heute nachmittag gesagt: Lila, du möchtest wirklich, daß ich es schaffe, nicht wahr? So viel Zeit hat sich noch niemand für mich genommen. Und ich habe ihr gesagt: ich weiß, daß du es schaffst, wären nur alle Studenten so wie du.
Wirklich, ich stehe voll dahinter, und ich würde, wenn die Angst vor dem Terror nicht wäre, alle Barrieren abbauen, Palästinenser in unsere Unis und FHs lassen (in Ariel zB studieren sie mit Juden und SIEDLERN zusammen!), die Handelszentren Erez und Karni wieder aufbauen und gemeinsame Industrieparks aufbauen. Auch mit Jordanien gibt es die Pläne für eine gemeinsame Uni in der Arava-Wüste. Der Terror, der Terror, der macht das leider alles unmöglich, man kann nicht mehr ohne Angst solche Projekte anleiern. Mir tut das weh, wenn ich daran denke.
Und dann kommen hier von Zeit zu Zeit unwissende Kommentatoren und werfen mir vor, ich wäre von Haß zerfressen etc. Weil es ihnen reicht zu wissen: Israel. Dann wissen sie ja schon, daß ich Araber hasse und verachte, und sie machen sich nicht die Mühe, mich als Menschen zu sehen. Genau was sie mir mit den Arabern vorwerfen.
Es ist alles ein einziger Jammer, eine Verschwendung von Begabung und Lebensfreude. Die ganze verdammte Gegend krankt daran.
Ohne diesen Judenhaß und das Mißtrauen gegen Westen und Zionismus und Wissenschaft und Aufklärung und Gleichberechtigung wären die Araber, wäre der ganze Nahe Osten ganz, ganz woanders.
Wer hat daran Freude? Wir bestimmt nicht.
In Israel wurde, auch von mir, der iranische Oscar-Kandidat ausdrücklich gelobt. Joseph Cider selbst, der israelische Kandidat, hob hervor, wie gut der iranische Film ist, und sagte das den iranischen Kollegen auch. Viele hier meinten, es ist keine Schande, gegen einen so guten Film zu verlieren. Und was machen die Iraner aus ihrem Sieg? Einen Triumph gegen den zionistischen Erzfeind. Bei so primitiver und kleinlicher Denke verliert man den Mut. Da guckt man sich nur um und denkt: okay, die sind ganz schön schräg drauf.
Und Joseph Cider denkt schon an den nächsten Film…
Der Unterschied ist nicht im Talent oder der Begabung oder Intelligenz. Der Unterschied ist mental.
Lausanne, es tut mir einerseits leid, daß Deine Arbeit, die Du Dir gemacht hast, futsch ist. Ich hätte das gleich stoppen sollen, war nur heute nachmittag zu beschäftigt, um mehr zu tun, als Kommentare freizuschalten. Zum Mitreden hat´s nicht gereicht.
Aber es ist absolutes no-no, hier bei mir in den Kommentaren ein Gespräch über einen anderen Blog zu führen. Das macht man nicht. Vielleicht macht man das in anderen Blogs, aber nicht bei mir. Ich rede nicht über andere hinter ihrem Rücken.
Das hat gar nichts damit zu tun, wer der entsprechende Blogger ist und wie nah oder fern er mir steht, oder wie groß unsere Schnittmenge ist.
Ich habe schon verstanden, daß es Dir mißfällt, Manfred auf meiner Blogroll zu finden. Wenn Du nur weiter suchst, wirst Du bestimmt noch mehr Links dort finden, die Dir nicht gefallen.
Aber mit welchem Recht nimmst Du Dir, die heute zum ersten Mal hier aufgeschlagen ist (falls es nicht wieder mein altvertrauter Schweizer Troll-Mädchen ist, das sich nicht von mir losreißen kann…), zu kritisieren, wie ich meine Blogroll gestalte?
Machst Du das auch so, wenn Du zu Leuten nach Hause eingeladen bist: “wo hast du denn das Bild her, häng das lieber ab, ich finde es scheußlich, und das Motiv ist mal bei dem und dem Buch verwendet worden…”
“Ohne diesen Judenhaß und das Mißtrauen gegen Westen und Zionismus und Wissenschaft und Aufklärung und Gleichberechtigung wären die Araber, wäre der ganze Nahe Osten ganz, ganz woanders.”
Ich vermute, genau das ist das Problem. Nicht Israel, nicht der Zionismus, nicht die Juden oder was sie tun oder lassen, sondern der Umstand, dass die (extrem wohlhabende) Machtelite in den arabischen Ländern des Nahen Ostens ihre Stellung nur halten kann, solange aus den Untertanen keine gleichberechtigten Bürger werden.
Eigenständiges Denken und Handeln, eigene Ideen statt bloße Wiedergabe von Auswendiggelerntem, Mut zur Abweichung von vorgegebenen Normen würden die seit Jahrzehnten herrschende Ordnung gefährden, denn mündige Menschen wollen in der Regel Gleichberechtigung und Mitbestimmung und bestehen auf der Beseitigung von Missständen. Da ist es praktisch, wenn man jedes Mal, wenn diese Gefahr droht, äußere Feinde berufen kann, gegen die es zusammenzuhalten gilt. (Dieser alte Trick funktioniert ja nicht nur im Nahen Osten. Es zeigen sich auch in Europa wieder entsprechende Phänomene.)
Wenn die Weltpresse erst wieder über den Nahostkonflikt berichten würde, wenn die Palästinenser mit einem vernünftigen Vorschlag rausrücken und vom Terror abrücken, wäre das aber vielleicht gar nicht so schlecht? Manchmal habe ich jedenfalls den Eindruck, nach Berichten über Attentate und Gewalttaten allgemein häuften sich ähnliche Verbrechen.
Es ist nicht nur der Judenhass, es ist auch der Hass gegeneinander und die Angst davor, aufzufallen. Denn wenn man dort positiv auffällt, kann man sich sehr unbeliebt machen, und so ein Klime fördert natürlich nicht unbedingt Anstrengung und Fortschritt.
Ich? Nichts. Die deutschen Medien warten ab, bis Israel sich wehrt, um dann von Überreaktion, Forcieren der “Gewaltspirale” und “alttestamentarischer Rachsucht” zu schwadronieren.
Ein „Schlag ins Gesicht“ durch Abbas, so ist das zu bewerten.
Und ein rhetorischer Kniff, so wie auf dem Markt, wo man mit einem hohen Anfangs-Preis vom runterhandelnden Käufer einen guten End-Preis rausschlagen will.
Jedem Historiker der Welt ist klar, daß Abbas einen Schwindel treibt.
Aber von Historikern hört man nicht soviel dieser Tage? Und, wie’s scheint, ist selbst dort nicht garantiert, daß der Kniff angewandt wird, wie wir’s schon im Grundstudium beigebracht bekamen: „Objektivität bei einem Menschen, auch einem Historiker, gibt es nicht. Und doch sollten wir uns bemühen zu „objektivieren“.“ In anderen Worten also „sachlich“ zu bleiben.
Es ist grausam in Betracht ziehen zu müssen, daß die ‘hudna’ mal wieder vorbei sein könnte, daß die radikalmoslemischen Kräfte (von Ägypten bis zum Iran…) sich wieder stark genug fühlen (könnten), um Israel „hochoffiziell“ den Krieg zu erklären, daß es auch der letzte Leugner aus Deutschland nicht mehr hinweg ignorieren kann.
Und genau diese Leugner machen es den radikalen und kriegstreibenden Kräften umso leichter.
Letztlich sind sie Helfer (Begünstiger) etlicher Verbrechen gegen die Menschen (Juden und Nichtjuden), die unter dem Deckmantel von „offiziellen Frieden“ geschehen. Die zu einem „gerechten Krieg“ (absurd!) führen könnten. Ein Elend.
Mir ist übrigens aufgefallen, das bei den wenigen blogs, wo ich regelmäßiger reinsehe, die antijüdischen Ausfälle zunehmen. Es wird auch häufiger der „Zionist“ unterschieden von dem Juden“ (der „Keil“ wird also gesetzt), der Holocaust wird geleugnet, usw.
Kennen wir schon; nur scheint es im Hintergrund ein größeres Bemühen, eine Stimmungsmache zu geben.
Die eigentliche Absurdität der Behauptungen ist wohl als nichts anderes zu betrachten, als wie es wirkt: Provokation.
Ein verärgerter Jude (wie jeder verärgerte Mensch) wird sich leichter zu unbedachten Äußerungen hinreißen lassen, ideal, um es dann wieder an diese „Puppe“ -die antisemitische „Karikatur des Juden“- zu hängen, ein weiterer „Zettel“, der „beweisen“ soll, daß es am „Juden“ nur „Schimpf und Schande“ zu finden gäbe.
Abgesehen davon ist jeder verärgerte Mensch jemand, der leichter die Übersicht verliert.
Die Frage zu all diesen Bemühungen: handelt es sich um koordinierte Aktionen, die Teil der Bemühungen sind einen weiteren „gerechten Krieg“ vom Zaun zu brechen?
Ein beunruhigendes Klima wird geschaffen. Allein das schon ist „unsauber“.
Lila (no8)
„Der Vorwurf, daß Israelis hier Eindringlinge und Landfremde sind, kommt ja immer wieder.
Lächerlich, wenn man sich daran erinnert, wie sie als Orientalen und Fremde in Europa diskriminiert wurden…“
Liebe Lila, bemerkenswert, diese so treffende Beobachtung.
„…Und noch lächerlicher, wenn man archäologische Funde kennt, die eindeutig die Verbindung zwischen jüdischer Kultur und dem Land zeigen, das heute Israel heißt.“
Funde, die wie am Tempelberg, systematisch zerstört werden.
Und überhaupt, seit wann müssen Selbstverständlichkeiten, wie tausende Jahre jüdischer Präsenz im urjüdischem Land selbst „bewiesen“ werden, als redeten wir von der Präsenz außerirdischen Lebens auf dem Mars? Es ist nur noch absurd!
Es geht um schwache Argumentation, bestenfalls als Provokation zu verstehen. Dahinter aber steckt nur die eine Absicht, so wie zuvor: die Vernichtung der Juden.
Weiter dahinter wiederum wirken offenbar Kräfte, denen es gleichgültig ist, wie man „den Juden“ angeht, obgleich es nur im Interesse ist von gewissen „Weltenlenkern“ (nu, ich rede von der „globalen Wirtschaft“), daß Identitäten sich auflösen. So mein Eindruck. Kurz, die radikalMoslems sind auch nur ‘ne Figur auf einem größeren Brett.
Verschwörung?
Ich würde eher sagen: „Interessengruppen“. Ist nichts neues, wirklich nicht.
Noa (no9)
„…dass viele einfach davon ausgehen, dass die Palaestinenser die aelteren Rechte haben. Die Juden kamen, und vertrieben sie. Punkt.“
Ja, das ist zunehmend auch meine Erfahrung. Und, genauso, wie Du schreibst: „Punkt.“
Dabei ist dieses „Wissen“ unumstößlich, und jede Erklärung meinerseits wird nicht als Erläuterung historischer Fakten betrachtet, sondern als „Verteidigungshaltung“, oder aber es gibt einfach kein Interesse sich weiter zu bilden, denn manche Leute „wissen“ es eben bereits…
Und, wohlgemerkt, ich rede nicht von bewußten Judenhassern, jedoch durchaus von Nichtjuden.
Das traurige daran ist eben, daß ein Großteil „der Welt“ offenbar gegen sich selbst (Leben auf der Welt/die Schöpfung) argumentiert. Den Leuten fällt einfach nicht auf, daß „Haß“ böse ist. Absurd.
Vertreter aus 70 Ländern – aber auch ein Staat war offiziell vertreten: Das US-Außenministerium nahm offiziell an der Konferenz teil!
http://israelmatzav.blogspot.com/2012/02/us-state-department-participating-in.html
“Welt online” am heutigen Tage (lesenswert!):
Komplett: http://www.welt.de/politik/ausland/article13895821/Erdogans-Bruch-mit-Israel-war-lange-geplant.html
Es kommt in der Presse wenig an.
Ein Bericht ist mir jedoch ins Auge gesprungen:
http://m.welt.de/article.do?id=%252Fpolitik%252Fausland%252Farticle13895821%252FErdogans-Bruch-mit-Israel-war-lange-geplant.html
“Was kriegt Ihr in den deutschen Medien von diesem bei uns deutlich fühlbaren Klima der Aggression mit?”
Liebe Lila, leider ist es in Deutschland derzeit einfach so, dass man sich selbstständig vor Allem aus dem Internet informieren muss, um ein halbwegs ausgeglichenes Bild von der Welt zu bekommen. Und gerade deswegen sind Blogs wie Deiner so wichtig!!
Die allermeisten Medien sind in Deutschland derart linksorientiert, dass beispielsweise eine Politikerin, die einer erklärt christllich-konservativen Zeitung ein Interview gibt, sich vorwerfen lassen muss, sie habe “die Grenze zum Rechtsextremismus” überschritten.
Ich denke auch, dass die sogenannte Medienkrise in Deutschland davon herrührt, dass die Zeitungen irgendwann begonnen haben, ihre Leser erziehen zu wollen, anstatt sie zu informieren. Das spüren die Leser, verlieren Vertrauen und kündigen ihre Abos.