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Haniya hat´s versprochen Februar 25, 2012, 19:17

Posted by Lila in Presseschau.
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und schon ist´s eingetroffen.

Das war Haniyas Rede in Teheran, falls jemand sie noch nicht kennt:

Der Widerstand, den er so betont hat, drückt sich an diesem Wochenden an mehreren Orten gleichzeitig aus:

- bei Unruhen auf dem Tempelberg gibt es Verletzte auf beiden Seiten

- bei gewaltsamen Demonstrationen in Qalandia gibt es einen Toten

- bei der Beerdigung des Toten kommt es zu Unruhen

- in Haifa werden zwei Soldaten in Zivil von einer Gruppe junger Araber fast gelyncht

Mir scheint, wir steigen rundherum in eine neue Runde der Eskalation ein.

International sieht es auch nicht gut aus die versuchten und teilweise gelungenen  Terroranschläge in Georgien, Indien, Aserbaijan und Thailand – da kann durchaus was nachkommen. Der Raketenbeschuß im Süden wird wieder zur täglichen Routine, heute eine Rakete auf Ashkelon. (Beides sind aggressive Akte, die vom Iran ausgehen – der Krieg läuft auf kleiner Flamme schon längst.)

In den Gebieten und in Israel selbst häufen sich gewaltsame Vorfälle. Ich würde mich nicht wundern, wenn die Zahl der vereitelten Anschläge ebenfalls gestiegen ist, nur werden dazu selten deutliche Zahlen bekanntgegeben.

Wie sich das anfühlt? Miserabel. Und verdammt bekannt.

Kommentare

1. grenzgaenge - Februar 25, 2012, 19:21

Ja, die Nachrichten werden immer schockierender. Wo nimmt das bloss ein Ende ?

http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/153130#.T0kX8odRZqU

Und das mitten im wunderschönen Haifa. Gerade in Haifa. Welche Stadt setzt sich mehr für die Koexistenz von Juden und Arabern ein ? Vielleicht sind die Soldaten gerade deshalb in Haifa Opfer der Gewalt geworden ?

2. Lila - Februar 25, 2012, 19:30

Gerade deshalb? Glaub ich nicht. Ich finde es ziemlich unerwartet. Haifa ist normalerweise wesentlich entspannter als zB Jerusalem. Ich muß aber noch Einzelheiten dazu hören.

Ethnisch motivierte Gewalt unter jungen Männern kommt hier immer wieder vor. Mit oder ohne arabische Beteiligung. Russische Einwanderer gegen Sabres oder äthiopische Neueinwanderer oder einfach alle gegen alle. Ich weiß nicht, ob es das Testosteron ist, das junge Männer dazu bewegt, mit dem heiseren Schrei “der hat mich blöd angeguckt” oder “der hat meine Freundin blöd angeguckt” oder “der hätte mich fast blöd angeguckt” das Messer zu zücken und sich gegenseitig an die Kehle zu gehen. NIcht als ob wir Frauen besser wären, wir lassen unsere Aggressionen anders raus, aber Messerstechereien auf der Damentoilette (ohne Männer) sind eher selten.

Wenn jedoch erst gefragt wird: seid ihr Juden?, und dann geht die Prügelei los, das ist ein böses Zeichen.

Ich hoffe, wir treten nicht gerade in eine dritte Intifada ein.

Leute, dafür habe ich kein Tröpfchen Energie mehr. Beim bloßen Gedanken krieg ich die Krise. Entschuldigt, wenn ich das persönlich sehe, aber ehrlich – das kann ich nun gerade gar nicht.

3. Silke - Februar 25, 2012, 19:51

Wieso Entschuldigung, wie anders als persönlich genommen sollst Du es denn sehen?

Es sei denn, Du hast uns verschwiegen, daß Du an Deiner Entrückung ins Nirwana oder wie immer das PC-mäßig heißt, arbeitest.

Du hast eins oder mehrere Kinder bei der IDF, ganz davon abgesehen, daß Du weiter am Leben teilnehmen willst.

Also ich würde das HÖCHSTpersönlich nehmen und kein bißchen drüber stehen. Schließlich habe ich, als bei uns im Dorf der Feuerteufel los war, das auch äußerst persönlich genommen.

4. Eine dritte Intifada ? « grenzgaenge - Februar 25, 2012, 21:04

[...] Aber eine dritte Intifada, behüte Gott, scheint sich am Himmel des Nahen Ostens anzudeuten. Ich teile mit Lila die Sorge vor dieser Entwicklung. Aber deutet nicht alles darauf [...]

5. grenzgaenge - Februar 25, 2012, 21:16

Die Tagesschau berichtet über etwas anderes:

http://www.tagesschau.de/ausland/israel1208.html

(Ich habe das in meinem Weblog kommentiert …)

6. esther - Februar 25, 2012, 23:07

Hi Lila, shavua tov!

Ja bitte, nimm es weiter persönlich, denn es betrifft schlicht und einfach jeden von uns, der hier lebt!
Gestern war ich in Ramat HaNadiv, von da hat man einen wunderbaren Blick auf das Land hinter Um-el-Fahm, wie weit entfernt ist es von uns? Luftlinien 15,5 Km, das schaffen die heute mit links!
Und wenn ich von oben Richtung Kraftwerk Caesarea schaue, so ist dies 11 Km entfernt, das von Yoqneam gar nur 9 Km.
Ich kann nur für uns alle hoffen, dass Intifada III uns erspart bleibt, aber auch eine Auseinandersetzung mit dem Iran und seinen Spiessgesellen!

7. Silke - Februar 25, 2012, 23:29

Ich “kannte” den Engelbrecht bisher nur vom dradio und da klang er immer, als sei er so gerade eben dem Teenageralter entronnen.

Irgendwie hat mich die Vorstellung, daß da ein Jüngling plappert, immer etwas getröstet. War wieder nix, Google sagt 43 oder ganz nah dran.

grenzgaenge
die machen da was ganz Gezieltes. Auf dradio zum Beispiel ließen sie Christen erzählen, ausschließlich Israelis würden sie daran hindern in Jerusalem zu beten.

Ich habe Google gefragt “attacks Christians Israel”, das bekam ich zuoberst

http://rt.com/news/palestine-stone-throwers-attacking-christian-135/

Between a rock and a holy place: Palestinians pelt Christian tourists (VIDEO)

Also bevor ich glaube, daß es eine nennenswerte Anzahl von der Art gibt, wie Engelbrecht sie berichtet, würde ich schon gern den Untersuchungsbericht israelischer Ordnungskräfte mit exakten Angaben dazu sehen.

8. Jakobo - Februar 26, 2012, 1:50

“Ich hoffe, wir treten nicht gerade in eine dritte Intifada ein. ”

hast du den eindruck dass sowas ansteht?
hmm…. evtl wenn die pali un bid fehlschlaegt….

aber glaubst du die stimmung ist wirklcih so?

J

9. Heimo - Februar 26, 2012, 3:29

man kann die Augen nicht mehr verschließen, so gerne man es möchte – da braut sich gewaltig was zusammen – seit die sogenannten Freunde in der Nachbarschaft Israels aufgeweicht sind & der arabische Frühling, die einst relativ sichere Grenze gen Sinai durchlässig für Anschläge & Attacken gemacht, hat, Irans Kriegschiffen die Passage durch den Suez-Kanal erlaubt hat etc., triumphieren die Feinde Israels ringsum, da sie jetzt ungestört ringsum ihre Stellungen ausbauen können. – Erinnert etwas an die Situation 1967, als Ägypten mit einer übermächtigen sowjetisch aufgerüsteten Luft-Flotilla kurz vor dem Angriff stand & Israel mit einem Präventivschlag Ägyptens Luftüberlegenheit verhindern konnte. – Ma la’asot? – Was soll man tun? – Warten bis die umkreisenden Agressoren mit eindeutigen Absichtserklärungen die optimale Angriffs-Stellung & -Stärke erreicht haben? – Oder ihnen versuchen zuvorzukommen. – Es ist wie bei Biedermann & die Brandstifter – die werden schon nicht angreifen, ist die falsche Vermutung . –
aber Iran ist nicht Ägypten & allein wird Israel das Angriffspotential Irans wohl kaum ausschalten können ..
hm – ja wenn man realistisch ist, ist es vielleicht ein Fehler, solange zu warten, bis der Feind sich bestens aufgerüstet & in Stellung gebracht hat – wenn man realistisch ist, ist es allerdings auch ein Fehler, den ersten Schritt zu tun & anzugreifen, & somit ein gewaltiges Inferno mit ungewissem Ausgang zu entfesseln

10. Piet - Februar 26, 2012, 9:25

Sebastian Engelbrecht (Jahrgang ’68 und Dr. theol.) hat erst gestern wieder den Kairos-Mitri öffentlich-rechtlich in den Himmel gehoben. Aber ob das nun der GEZ-gesponsorte Engelbrecht tut (er ist ARD-Korrespondent) oder sein Ziehvater Verenkotte… :(

Ach Lila, wie ungern sehe ich, dass du in der Vergangenheit oft ein sicheres Gespür für politische Entwicklungen gezeigt hast. Ich wünsche dir sehr, dass du dich diesmal irrst!

11. Lila - Februar 26, 2012, 9:30

Ich hab mich mindestens so oft geirrt, wie ich Recht behalten habe. Vermutlich viel öfter. Trösten wir uns damit, daß ich villeicht komplett daneben liege.

Letzte Nacht: zwei Qassams, Gegenangriffe der IAF. Wie lange noch?

Auf Herrn Engelbrecht habe ich schon ein Auge geworfen, der Mann macht seine Agenda peinlich deutlich. Ist er es wert, kostbare Lebenszeit auf ein Auseinandernehmen seiner äußerst tendenziösen Schreibereien zu wenden? Vermutlich nicht.

Das grenzt wirklich an Indoktrination. Gerade wo es sich als Nachricht tarnt, nicht als Kommentar. Gift in der Pipette ist wirksamer als im Eimer verabreicht.

Aber das wissen wir ja alles.

12. willow - Februar 26, 2012, 11:07

Naja, ich denke gerade anläßlich dieser fürchterlichen Preisverleihung an den Vater des Kairos-Dokumentes fühlt sich diese Giftspritze berufen, von den tatsächlichen Christenverfolgungen abzulenken, die unter den Augen der Initiatoren stattfindet.

Für Giftnattern wie Engelbrecht muß es unerträglich sein, daß in Israel die Zahl der Christen wächst, sie aber unter den Palästinensern wohl ausgerottet werden … also tut er, wofür er bezahlt wird.

13. Jack - Februar 26, 2012, 11:23

[Anmerkung von Lila: Jack hat seine Aussage seither korrigiert, s.u., ich laß sie aber trotzdem mal stehen]

Engelbrecht war letztes Jahr mal in einem öffentlich gesendeten NDR Info-Forum-Scheiß oder irgend sowas zu hören. Hatte ich hingehört. Da hat der Dr. seine ganz persönliche Sicht der Dinge von sich gelassen, speziell zur sogenannten Blockade des Gaza-Streifens und der offenbar ultimativen Nahostkonflikt-Lösung durch eine Aufhebung. Keine Ahnung, ob es wirklich so war, also ob er größenwahnsinnigen Dünnpfiff im Hirn hatte, aber so kam es mir vor. Und bei so etwas täusche ich mich selten, dafür ist mein Zinken viel zu groß, das riecht man mit etwas Fantasie dann auch durch’s Radio. Außerdem hat er mich angemacht, nicht ich ihn. Das fand ich nämlich mehr als nur dreist von ihm, was er so sagte, mit dieser Absolutheit des mit dem Finger auf Israel zeigen.
Offensichtliches Fazit: Der Dr. ist auf eigener Mission und verwechselt dabei nicht mal sein vermutlich GEZ finanziertes Korrespondenten-Gehalt für derlei eigenes Anliegen. Ne, das macht er ganz ungeniert, die Kohle steckt er wahrscheinlich wie selbstverständlich ein. Schließlich ist er Dr. vor dem Herrn, so ungefähr oder wie immer man sich das vorstellen mag.

Weshalb ich die Gelegenheit mal wieder am Schopfe packe und mich sehr, sehr gerne wiederhole: Lieber tausend Mal Trottel-Dr. Gutti, dem eine perfekt ausgearbeitete Disssss offenbar am Arsch vorbei ging, der dafür aber ganz gute Politik machte, als so einen Typen wie Engelbrecht, der sich vermutlich auf seinen Dr. einen einbildet und daraus scheinbar Intellellen-Deutungshoheit ableitet, um in ursprünglich öffentlich-rechtlicher Funktion eigene Hoheitspolitik zu missionieren.

Ach wie schön, ich liebe meine Vorurteile. Aber wer’s genau wissen will, der braucht sich nur einmal das folgende Foto vom Dr. anzugucken.
http://www.sputnik.de/sixcms_upload/media_fast/43/korri-engelbrecht-BB.jpg
Nein, man sollte nicht vom Äußeren auf’s Innere schließen. Dass ich nicht lache. Doch, das sollte man, nämlich dann, wenn’s drauf ankommt. So wie hier: Engelbrecht scheint wie ein Fragezeichen zu stehen, das Becken und die Hüfte breiter als der Oberkörper und dann auch noch nach vorne gestreckt. Oh man, da kann man gar nicht hinsehen. Das kann kein Zufall sein, solche Typen sehen meistens so aus.
Gutenberg sah nie so aus. Deswegen find ich Gutti auch gut. Denn wenn man ein bißchen Grips in der Birne hat, dann weiß man eigentlich schon vom Gucken, daß Gutti was drauf hatte, was viele andere nicht mal mit einem unverfälschten Dr. hinbekommen: Nämlich Charakter. Gutti hätte die Leute sicherlich nie so im Stich gelassen, wie viele von diesen ihn.

Aber lieber lassen sich viele Deutsche von einem Dr. wie Engelbrecht blenden – nur anders als ich. Denn ich hab mich nie von Guttis Doktor-Arbeit blenden lassen. Ich hab ihn mir stattdessen als Menschen angeguckt. So wie auch den Engelbrecht.
Einfach mal an sich selber glauben und weniger an das, was andere schreiben. :-)
Ich schreib Mischmasch, alles in den Topf und schön herumrühren.

14. mibu - Februar 26, 2012, 12:17

“Ich schreib Mischmasch, alles in den Topf und schön herumrühren.”

Jack, du machst das so konsequent, das fällt schon gar nicht mehr auf ;-) Engelbrecht hat seinen Doktor für seine theologische Arbeit bekommen, nicht für seine journalistische Arbeit. Sein Name hat bei mir inzwischen eine ähnliche Alarmwirkung wie der von Kühntopp oder Verenkotte. Da hat sich die ARD wirklich ein sehr seltsames Gespann zusammengestellt.

15. Lila - Februar 26, 2012, 12:24

Ich hatt ihn schon im Verdacht, seine Diss. zum Thema “Jesus war Palästinenser” geschrieben zu haben :-D aber dem ist doch nicht so. Er hatte ein Thema über die DDR. Nix eisenhart Theologisches also, mehr politisch-historisch.

Na ja. Ich erwarte von der ARD nicht mehr viel.

Zu Kühntopp: ich erwarte mit Spannung Casulas illustrierten Schüttelreim. Irgendwas muß sich doch draus machen lassen.

16. Ludwig - Februar 26, 2012, 12:36

Zur Aufmunterung, so was wie eine gute Nachricht. Haniyeh war am Freitag in Kairo und hat anscheinend öffentlich mit Syrien gebrochen:

“I salute all the nations of the Arab Spring and I salute the heroic people of Syria who are striving for freedom, democracy and reform,” Hamas leader Ismail Haniyeh, visiting Egypt from the Gaza Strip, told thousands of Friday worshipers at Cairo’s al-Azhar mosque.

“We are marching towards Syria, with millions of martyrs,” chanted worshipers at al-Azhar, … “No Hezbollah and no Iran. The Syrian revolution is an Arab revolution.”

http://www.jpost.com/MiddleEast/Article.aspx?id=259264

So gesehen gibt es etwas mehr Einigkeit zwischen Israel und der Hamas, als man gemeinhin annimmt. :)

Lila, ich wünsche Dir möglichst wenig Grund zur Sorge, ein wenig von dieser „Keine-Bombe-kann-die-Teatime-stören“-Gelassenheit der Briten und einen schönen Sonntag.

17. Jack - Februar 26, 2012, 12:44

Ne, mibu und Lila,
oberflächlich wie ich gerne bin hab ich oben unter 13. Engelbrecht mit Clemes Verenkotte verwechselt. Der war das in dieser Radio-Diskussion. Ist mir eben eingefallen, müßte so gewesen sein.
Tut mir leid, Basti, solltest Du das von mir über Dich gelesen haben. Verwechselungen können passieren, guck nicht gleich so sauer, nur für den Fall. Nobody’s perfect. Aber tu trotzdem mal was für Deine Figur. Steh zumindest mal gerade, das ist schon die halbe Miete.

So, mal gucken wie Verenkotte aussieht.
http://www.andremarty.com/uploads/Clemens.serendipityThumb.JPG
Ach Du meine Güte, dagegen find ich Engelbrecht ja schon wieder sympathisch mit seinem nach vorne gedrückten Hüft-Becken.

Kann bitte mal jemand gucken, ob Verenkotte auch auf Dr. macht? Weil, dann könnte ich meinen Mischmasch in 13. so ungefähr stehen lassen. Liest ja doch niemand, da braucht man sich auch keine Mühe geben. Wußt ich’s doch. :-)

18. mibu - Februar 26, 2012, 12:48

Was für die Atomenergie ist Hahn-Üntropp,
ist für’n Nahostjournalismus der Carsten Kühntopp.

(‘ne besseren Reim hat m.E. nicht verdient)

19. mibu - Februar 26, 2012, 12:53

… Kühntopp wurde letzthin mal als Korrespondent in Rom vorgestellt. Wahrscheinlich darf er jetzt am Vatikan “radioaktiv abklingen”.

20. grenzgaenge - Februar 26, 2012, 15:12

Darf ich etwas Werbung für diese tolle Reportage über Tel Aviv machen ?

21. Yael - Februar 26, 2012, 18:41

“Ich hoffe, wir treten nicht gerade in eine dritte Intifada ein. ”

Ich hoffe auch nicht, aber so abwegig ist es ja leider nicht. Ich erinnere mich daran, als die 2. Intifada 2000 begann, begann es mit einigen Selbstmorattentaten und nicht zu vergessen als zwei Soldaten, ich glaube es war in Ramalah, gelyncht wurden.
Ich hab das damals vor Ort mitbekommen, die Situation war gespenstig.
Irgendwie erinnert mich das jetzt wieder daran.

22. mibu - Februar 26, 2012, 21:03

grenzgänger, danke für den Link, das kannte ich noch nicht und ist sehr interessant.

Davon abgesehen: Irgendwie riecht’s nach Wahnsinn, egal ob mit oder ohne Methode. Dieser hier dürfte mit sein.

23. Lila - Februar 26, 2012, 21:03

Die 2. Intifada begann mit mehren EReignissen gleichzeitig, ich meine, ich habe darüber auch schon ein paar Mal sinniert.

1. die Konferenz in Durban, die die Welt dafür weich kochte (die Auswirkungen dieser Konferenz sehen wir diese Woche an vielen Hochschulen der USA - Israeli Apartheid Week oder wie dat Dingen heißt – gibt es sowas in D. auch schon?)

2. die gescheiterten Gespräche in Camp David und die Ablehung der Barakschen Vorschläge durch Arafat – und das Gefühl der Palästinenser, durch Gewalt mehr “holen” zu können

3. der künstlich hochgepushte Zorn über einen Besuch des (jüdischen, aber für Juden wegen seiner Heiligkeit verbotenen) Tempelbergs durch einen abgehalfterten, damals recht unbedeutenden Oppositionspolitiker namens Ariel Sharon

4. die Tode israelisch-arabischer Bürger in Demonstrationen und die unzureichende Reaktion der israelischen Politik – damals entstand ein tiefer Riß auch bei ARabern, die sich vorher ziemlich mit Israel identifiziert und sogar solidarisiert hatten. Ich konnte das an Studenten ablesen, die sich noch ein Jahr zuvor bei einem internationalen Austausch problemlos als Israelis eingeführt hatten.

Dann kam Al Dura, dann der Lynch von Ramallah, und dann der Abstieg in die Hölle.

24. Monika - Februar 26, 2012, 23:59

Ich lese gerade von Jörg Bremer “Unheiliger Krieg im Heiligen Land”. Ich verstehe es so, daß der Autor der Meinung ist
- daß nach Camp David beide Parteien ohne eine klare Linie kamen.
- und daß der Besuch des Tempelbergs von Sharon als Provokation gemeint war.

Ich bin mit dem Buch noch nicht fertig, und ich habe keine Position, ich würde einfach gerne darüber diskutieren.

Mir ist durch dieses Buch zum ersten Mal klar geworden, daß der Gaza Streifen ungefär so groß ist wie München und auch ungefär so dicht besiedelt, ca 4000 Menschen pro qkm. Immer da wohnen zu müssen, nie an einen “weiteren” (weitläufigeren) Ort zu kommen, muß schrecklich sein.

Und ich habe die ganzen letzten Jahre über die Siedler einfach hinweggelesen. Die neu errichteten Siedlungen sind nicht auf israelischem Staatsgebiet. Das bedeutet doch, daß die Siedler diese Gebiete für Israel reklamieren wollen?

Gerade geht es um die Armee, aber da werde ich morgen weiterlesen.

Liebe Grüße

Monika

25. Lausanne - Februar 27, 2012, 13:58

Die Geschichte ist etwas länger als das.

Zu Camp David II:

Ich habe mir die ganze Oslo-Geschichte einfach auf Wiki durchgelesen und bin zu dem Schluss gekommen, dass das Ganze von vornherein etwas schlampig gemacht war, und bei Camp David II wurde es offensichtlich.

Ich denke, Clinton lag sehr viel daran, Frieden im Nahen Osten zu schaffen. ER war ständig dort, in den 90er Jahren gab es ständig Staatsbesuche von irgendwelchen Präsidenten.

Also haben sich ein paar Leute in Oslo getroffen, ein paar Sachen aufgeschrieben, und irgendwie wurde das dann hochgespült.

Davor war die PLO am abserbeln. Ich kann mich noch daran erinnern, wie man nach Madrid gedacht hat, Arafat & co gehen ganz unter. Sie hatten also an Oslo ein Interesse, denn daher waren sie wieder “in”.

Die Israelische Seite hatte auch ein Interesse an Oslo, denn wer will keinen Frieden?

Das Problem ist nur, dass man aneinander vorbei geredet hat und die eigentlichen Probleme ausgeklammert hat. Damals hiess es “Wir werden schon sehen, wir versuchen erst, und zu versöhnen, und wenn wir dann versöhnt sind, können wir ja die schwierigen Probleme (Jerusalem, Flüchtlinge, Siedlungen abbauen) weiter besprechen.

Wenn man das heute liest, greift man sich an den Kopf, aber damals klang es irgendwie plausibel: es wurde so viel Hoffnung geschaffen, für alle: Die palästinenser kriegten zum ersten mal einen Staat (der praktisch nur aus ihren Städten bestand), Israel schloss Frieden mit Jordanien, die Welt applaudierte, Arafat, Peres und Rabin erhielten den Friedensnobelpreis, Clinton klopfte ihnen wohl wollend auf die Schulter.

Die Probleme waren zahlreich. Für die Palästienser war diese aufteilung in A, B, und C-Gebiete nicht übertrieben praktisch, es zerstückelte ihr gebiet (sieh dir mal eine Karte davon an). Sie freuten sich aber über die zahlreichen Waffen die sie bekamen, um ihre Polizei aufzubauen. Amira Hass schreibt, dass plötzlich jeder eine Knarre hatte.

Folgerichtig nahm die Anzahl Anschläge zu. Das machte den Friedensprozess in den Augen der Israelis unglaubwürdig. Lila und das israelische Friedenslager hat sich bis heute nicht davon erholt.

Gleichzeitig versuchten die Falken in beiden Lagern, Gegensteuer (gegen den Frieden) zu geben, und sie spielten einander vorzüglich in die Hand: Palästinenser organisieren Attentate, was wiederum die israelische Rechte fördert, ist ja logisch. Damit wurde dann auch ein Premierminister gewählt, der an einer Räumung der Palästinensergebiete kein Interesse hatte (Netanjahu), und er zögerte alles hinaus, so lange er konnte.

Das einzige Positive, was aus Oslo herausgekommen ist, ist der Frieden mit Jordanien. Und für die Palästinenser dass sie ihre Flagge hissen dürfen und eine offizielle Vertretung haben (aber da haben sich die Sachen mit dem Bürgerkrieg Hamas-Fatach dann auch kompliziert…

26. Karl Eduard - Februar 27, 2012, 15:59

Ach Du meine Güte, Unruhen? Liest sich ja fast wie Syrien, wo die Opposition grausam niegergehalten wird und alle guten Menschen um Krieg beten, damit die Zustände endlich beendet werden.

27. willow - Februar 27, 2012, 19:02

@24 Monika

Nur einige Gedanken:

Wie soll der Sharon-Besuch eine Provokation gewesen sein – er war mit der arabischen Verwaltung des Tempelberges abgesprochen … richtig ist allerdings, daß Arafat auf solch einen Anlaß gewartet hat, um eine Revolte anzufangen (die Pläne dafür lagen bereit).

Schreibt Herr Bremer auch, daß bis vor 20 Jahren (dem sog. Friedensprozess) weder Gazastreifen noch “Gebiete” (aka Westbank, Westjordanland, Judäa & Samaria) irgendwie abgetrennt waren, es nicht mal Checkpoints gab?

Die “neuen” Siedlungen … du meinst die Siedlungen, die im Gegensatz zu denen im Sinai und im Gazastreifen (noch) nicht geräumt sind?

Schreibt Herr Bremer irgendetwas zum Status der “Westbank” oder ist das für ihn einfach so “palästinensisches Land”, von Juden widerrechtlich besetzt? Ich meine, irgendwie scheint der Status dieses Gebietes ja nicht soooo eindeutig zu sein – deshalb wird von einigen Politikern auch von “umstrittenen Gebieten” gesprochen … deshalb gibt es ja letztlich auch Verhandlungen zwischen Israeli und Palästinensern um Korrekturen an den “Friedensgrenzen” von 67 – die ja nur Waffenstillstandslinien waren ;-)

28. willow - Februar 27, 2012, 19:06
29. charly - Februar 27, 2012, 19:36

Schalom Monika,
Mosab Hassan Yousef, Sohn eines Hamasführers schreibt in “Sohn der Hamas” : “Barak hatte Arafat etwa 90% des Westjordanlandes, den ganzen Gazastreifen und Ostjerusalem als Hauptstadt eines neuen palästinensischen Staates angeboten. (…..) Dieses Angebot “Land für Frieden” stellte eine historische Gelegenheit für das seit langem leidende palästinensische Volk dar – was kaum ein Palästinenser auch nur in seinen kühnsten Träumen für möglich gehalten hätte. Doch für Arafat war es nicht genug.
Yassir Arafat war international zum Inbegriff der Opferrolle des palästinensischen Volkes geworden – und dabei auserordentlich reich. Er wollte diesen Status auf keinen Fall aufgeben und die Aufgabe übernehmen einen funktionierenden Staat aufzubauen.”

Also bestand Arafat, so Youssef weiter, auf dem Rückkehrrecht für alle Flüchtlinge nach Israel, weil er wusste dass dies zum Scheitern der Verhandlungen führen würde.

Verschiedene führende Palästinenser haben zugegeben, dass die sog. 2. Intifada schon Monate vor Scharons Besuch auf dem Tempelberg von langer Hand geplant wurde. Sieh dazu U.Sahm:
http://www.n-tv.de/politik/Loeste-Scharon-die-Intifada-aus-article1590271.html

30. charly - Februar 27, 2012, 20:26

Yousef rückt auch den Tempelbergbesuch Scharons ins rechte Licht.
Der muslimische Waqf hatte in den Wochen zuvor auf dem Tempelbergareal mit schwerem Gerät Bauarbeiten an neuen unterirdischen Moscheen begonnen. Die israelische Altertumsbehörde wurde nicht einbezogen, mit Bulldozern, Löffelbaggern und Kippladern wurden die Spuren der jüdischen Tempel willkürlich zerstört und auf den Müll gekippt. Der Tempelberg sollte entjudaisiert werden.
Scharon stellte als Oppositionsführer seinen potetiellen Wählern klar, dass er dieser sinnlosen Zerstörung ein Ende setzen würde. Bei der Planung des Besuches, so Yousef weiter, hätten die Mitarbeiter Scharons vom pal. Sicherheitschef Jibril Radjub die Zusicherung erhalten sein Besuch sei kein Problem, solange er keine Moschee beträte. (Was er definitiv nicht getan hat.)

Die Siedlungen sind sicherlich einer Zweistaatenlösung hinderlich, das weitaus größere Problem ist, wenn eine Seite diese Lösung gar nicht haben will. Jedenfalls nicht als Endstatus um den Preis der Beendigung des Konfliktes. Israel hat Siedlungen im Sinai und im Gazastreifen geräumt. Das Ergebnis ist leider nicht ermutigend.
Eine wesentlich großzügigere Zweistaatenlösung hätte es schon 1948 ohne Blutvergießen gegeben, hätten die Araber nicht abgelehnt.
Nach dem Sechstagekrieg wollte Israel verhandeln, die Araber nicht: http://de.wikipedia.org/wiki/Khartum-Resolution
Inzwischen gibt es die Siedlungen, manche davon von den Kindern der 1948 ermordeten Verteidiger auf dem Land, auf dem sie vor 1948 standen, erbaut. Wäre der Wille da könnte man für die großen Siedlungsblöcke Land tauschen, die grüne Linie war nie eine Grenze, sondern ausdrücklich nur eine Waffenstillstandslinie.

31. charly - Februar 27, 2012, 20:35

Und noch zwei Empfehlungen für Monika:

Der israelische Historiker Yaacov Lozowick mit einem Vortrag in Hamburg. Er legt seine, mir einleuchtende Sicht dar, warum die Zweistaatenlösung nicht zustande kommt.

Und das Buch von Lozowick:
http://www.bpb.de/publikationen/97CE06,0,0,Israels_Existenzkampf.html

32. Yael - Februar 27, 2012, 21:08

@Monika

Der Besuch war mit der Autonomiebehörde abgesprochen. Shlomo Ben-Ami hatte persönlich mit dem höchsten paläst. Sicherheitschef Jibril Rajoub darüber gesprochen.
Rajoub hatte Scharon versichert, dass es keine Probleme geben würde, wenn Scharon sich von der Moschee fernhielt.
Ich wäre sehr vorsichtig mit den falschen Behauptungen des Buches.

33. Yael - Februar 27, 2012, 21:13

PS: Wie Charly würde ich dir das Buch von Lozowick ans Herz legen.

34. Silke - Februar 27, 2012, 21:48

Karl Eduard

zu den Unruhen in Syrien habe ich gerade ein Schmankerl für Dich gelesen. Da Du, wie Du mir andernorts erklärtest, ein eifriger Leser von Zeitungen aller Jahrgänge bist, kannst Du mir sicher sagen, ob Rod Liddle da was richtig sieht.

Are they fighting anywhere except Homs? It looks very peaceful in Damascus. In the country’s biggest city, Aleppo, back in the Autumn, an anti-Assad rally attracted 1,000 people. However, a subsequent pro-Assad Rally attracted more than one million. Is there fighting there now? I don’t think there is.

Are China and Russia right?

http://www.spectator.co.uk/rodliddle/7680143/what-do-the-syrian-people-really-want.thtml

35. Silke - Februar 27, 2012, 22:06

Monika

und nu ich auch noch –

jeden Autor, der Dir erzählt, Sharon’s Besuch sei so eine Provokation gewesen, daß …

kannste getrost vergessen und ich kann nur hoffen, daß Du ihn aus der Bücherei geliehen und nicht etwa dafür gelöhnt hast.

Wenn ich es mit dem vergleiche, was Abbas & Co so ablassen, hätte sich Sharon mit nem Megaphon auf ein Podest höher als diese Goldkuppel stellen und die schrecklichsten Dinge brüllen können und es wäre immer noch keine Rechtfertigung gewesen für das, was dann abging.

Lozowick’s Buch ist erste Sahne, Lozowick’s Blog war erste Sahne und jede Minute, die man mit Nachlesen verbringt, lohnt sich, sogar dann wenn’s nur mit Google translate geht.

Und das mit den Siedlungen, dazu gibt es viele Standpunkte (da hat mich Lozowick nie überzeugen können), einer der meinigen ist, hätten nicht so viele Staaten ihre Juden nach 1948 vertrieben i.e. deren Siedlungen platt gemacht und/oder sich angeeignet/geklaut, wäre heute manches einfacher.

Sagt Herr Bremer zu jenen Siedlungen auch etwas?

Und jeder, der über Siedlungen in Judea und Samaria meckert, muß sich auch fragen lassen, wie er/sie sich davon abgrenzt, daß er/sie damit die judenfrei-Machung eines weiteren Stückchens Erde unterstützt.

Noch niemand hat mir verklickern können, warum es für “Palästinenser” unzumutbar sein soll, mit ein paar Juden zusammenzuleben, während Israelis das mit 15 oder so % ihrer Bevölkerung offenbar erheblich mehr recht als schlecht hinkriegen.

Hat Herr Bremer dafür vielleicht eine Erklärung?

36. Silke - Februar 27, 2012, 22:07

hach und ich vergaß, hätte Sharon zusätzlich während jenes Besuches die ganze Zeit den Stinkefinger gezeigt, es wäre immer noch kein Grund gewesen.

37. Lausanne - Februar 27, 2012, 22:23

Ach, der Besuch von Sharon auf dem Tempelberg war entbehrlich. Schliesslich gibt es seit Jahrtausenden einen Konsens unter Juden, dass man dieses Gebiet aus rituellen Gründen nicht betreten darf. Der Rabbiner der Klagemauer (der, nehme ich an, auch für den Tempelberg zuständig ist) vertritt nach wie vor diese Meinung.

Warum gerade die rechts-Nationalen Zionisten so ein Vergnügen finden, dort rauf zu gehen, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Das sind an sich “spinnerte” Splittergruppen, die gleichen die das Hellblau (Indigo??) für die Zizit angeblich wieder gefunden haben, und schon mal anfangen, Kleider für die Kohanim zu weben und rituelle Handlungen zu üben… Ihre Ober-Spinner haben sogar schon versucht, die Al-Aksa Moschee zu sprengen…

Diese Gruppe steht ausserhalb des “Mainstreams” der Orthodoxie. Es gibt sowohl “links” davon als auch “rechts” davon innerhalb der Orthodoxie zahlreiche Autoritäten & Fussvolk, die sie ablehnen.

Andererseits hat der Besuch Sharons im Tempelberg-Tunnel genauso heftige Reaktionen ausgelöst…

38. Yael - Februar 27, 2012, 23:17

Scharon war doch nie so religiös oder?

39. Ludwig - Februar 27, 2012, 23:23

Nachdem es zurzeit nicht die geringste Perspektive für eine Zweistaatenlösung gibt, frage ich mich, was Israel tut, damit der Konflikt mit den Palästinensern in der Westbank möglichst zivil verläuft. Ich kann da keine klare Strategie erkennen, es sei denn natürlich, man versteht die Siedlungspolitik als vertrauensbildende Maßnahme.

40. Yael - Februar 27, 2012, 23:31

Weil das viele nicht wissen. Zuvor wurde am 27. September ein 19-jähriger israelischer Soldat (David Biri) aus Jerusalem von einer Bombe getötet. An diesem Tag begann die 2. Intifada. Also vor dem Besuch Scharons. Scharon war nur der Vorwand. Man muss daher genauer hinsehen.

41. Yael - Februar 27, 2012, 23:33

@Ludwig

z.B das:

http://www.hagalil.com/archiv/2012/02/21/jordantal-2/

Bekommt mal wieder keiner mit?

42. Lausanne - Februar 28, 2012, 0:00

“damit der Konflikt mit den Palästinensern in der Westbank möglichst zivil verläuft.”

Na ja, man kann sich tatsächlich fragen warum die GEwalt der Palästinenser mal hier, mal dort überschwappt…

Eine zeitlang waren Flug-zeug-Entführungen und Attentate im Ausland in, (das war ursprünglich das Core-Business der PLO), dann Autobomben, dann Selbstmord-Attentate, heute sind es mehr Raketen…

Bei der ersten Intifada waren die Unruhen vor allem in der Westbank (“Flüchtlingslager neben Jenin” war damals immer in den Schlagzeilen), Gaza-Streifen war mehr oder weniger ruhig. Heute hat sich die Situation umgekehrt. Warum? Da würde ich wirklich gerne durchblicken…

43. Silke - Februar 28, 2012, 0:04

Ludwig 39

Nachdem es zurzeit nicht die geringste Perspektive für eine Zweistaatenlösung gibt, frage ich mich, warum die “Palästinenser” alles in ihrer Macht stehende tun, um Israel bei jeder sich bietenden und nicht bietenden Gelegenheit am Zeuge zu flicken.

Es sei denn man betrachtet das Errichten von Denkmälern für Israelis gemordet habende als vertrauensbildende Maßnahme.

Wieso immer nur Israel? Wie hätten sich wohl die mich besetzt haltenden Amis benommen, wenn wir uns ähnlich Leib und Leben gefährdend benommen hätten.

Wieso erregen sich in allen Kommentaren, die ich mitkriege, die Schreiberlinge nur darüber, daß ein paar Korane verbrannt wurden in einem Land, das in den 70ern noch als Hochburg der Hippie-Glückseligkeit galt, und tun so als sei das eine ausreichende Rechtfertigung dafür, daß da losgezogen und wahllos gemordet wird was nicht bei drei hinter ner Sandbarriere ist?

Die Kohle wollen sie, ja die wollen sie alle, aber ne Gegenleistung dafür? I wo denn, doch nich mit uns.

Wie sollen Eltern früher so schön gesagt haben? So lange Du die Beine unter meinen Tisch streckst …

44. colchico - Februar 28, 2012, 0:10

Hm. Weshalb sollen eigentlich immer die Israelis etwas und noch etwas tun, damit der Konflikt möglichst zivil verlaufe?

45. Lausanne - Februar 28, 2012, 0:40

Na ja, vielleicht sollte man sich schon überlegen, wo man sowas macht, wenn man unbedingt das Bedürfnis danach verspürt.

Wenn man bei der Ostermesse im Petersdom auf den Altar scheisst wird man wahrscheinlich auch unsanft abgeführt. Ja, man darf nicht einmal nackt während eines Matches über ein Fussballfeld oder einen Tennisplatz flitz, schon kommen diese humorlosen Sicherheitsleute.

Nicht dass ich Gewalt wegen so was rechtfertigen will, aber Soldaten im Dienst in Afghanistan sollten sowas besser unterlassen.

46. Lausanne - Februar 28, 2012, 0:43

“Wie hätten sich wohl die mich besetzt haltenden Amis benommen, wenn wir uns ähnlich Leib und Leben gefährdend benommen hätten.”

Komisch, ich habe das im Geschichts-Unterricht anders gelernt. Uns wurde gesagt, dass die Amis euch damals von den Nazis befreit hatten…

47. Lausanne - Februar 28, 2012, 0:47

..und vor den Russen geschützt…

48. Yael - Februar 28, 2012, 0:52

@Lausanne

nun, das hat Scharon nun nicht gemacht. ;)
Aber im Ernst, es war mit den Palästinensern abgeprochen. D.H. sie waren einverstanden. Er kam nicht mit Gewalt und ohne, dass die Paläst. es nicht wussten.

49. Silke - Februar 28, 2012, 2:11

ja die Amis haben uns von den Nazis befreit und anschließend waren wir besetzt. Ich glaube wir wurden erst am 5. Mai 1955 wieder so was wie ein souveräner Staat.

Und was mich betrifft, so gehört jene Besatzung mit zum Besten was mir im Leben widerfahren ist.

Da Du offenbar den Gedankengang nicht verstehst, hier ist er (hoffentlich erkläre ich es dieses mal so, daß es nicht wieder mit irgendwas aus einem Deiner Bücher kollidiert)

Derzeit ist medienmäßig Besatzung = böse, immer böse, abgrund böse, allzeit zu verurteilen.

Nu meine Erfahrung iss ne andere, ich meine mich zu erinnern, daß ab und zu wohl mal ein Schriftsteller erzählt hat, daß er was Schones unter den Amis erlebt hat, erster Kaugummi und so, aber als ehemals Besetzte die Besatzung Lobende bin ich bis jetzt anscheinend ziemlich allein.

Kapiert? oder soll ich noch mal?

50. willow - Februar 28, 2012, 9:24

Lausanne, warum ist es eigentlich eine Provokation, wenn Juden jüdische historische Stätten besuchen? Warum ist das für “die Araber” ein solches Problem?

Ich meine, in der Realität ist es so, daß in vielen Teilen der arabischen Welt jüdische Stätten zerstört oder “umgewidmet” werden, gleichzeitig ist das Geschrei groß, die Juden wollen die Al-Aqsa zerstören …

Ich finde, eine Provokation wäre es, würden sich “die Israeli” so verhalten wie z.B. die Palästinenser bezüglich Josef-Grab oder Rachel-Grab …

51. Lausanne - Februar 28, 2012, 10:16

Ach so. Na dann bin ich beruhigt. Das klang nämlich vorher so, als wärest du eine ewig gestrige, die dem wackeren Autobahnbauer nachtrauert und die Besetzung durch die Amerikaner als Niederlage erlebt hat…

52. Serious Black - Februar 28, 2012, 10:17

@ Silke #43 Koranverbrennung

Als die Taliban 2010 ein paar Moscheen abgerissen und dabei ein paar Koranexemplare verbrannt haben, hat sich niemand aufgeregt.

Die haben ein effizientes ‘Beschwerdemanagement’.

53. Lila - Februar 28, 2012, 10:41

Lausanne, Silke kommentiert hier und auf anderen Seiten seit Jahren. Ein etwas gründlicherer Blick in anderen Kommentarstränge hätte Dich vor diesem Verdacht bewahrt.

54. Lausanne - Februar 28, 2012, 10:52

Ach so! Weisst du, mit Antisemiten muss man nämlich vorsichtig sein. Die geben sich oft ganz unverfänglich, und es kann ziemlich lange dauern, bis man merkt, was die im Schilde führen.

Zum Beispiel bin ich einmal auf einen Blog gestossen, ich glaube er hiess “Korrektheiten” oder so, der sich sehr Israel-freundlich gab. Aber irgendwie wurden dort immer wieder Artikel von Holocaust-Leugnern (mit positiven Kommentaren) veröffentlicht. Das schien mir etwas suspekt. Dann habe ich mich sehr gründlich umgesehen, die Links angesehen: die führten teilweise zu expliziten Neonazis, aber das war ja noch immer kein Beweis.

Auf dem Blog sprach man immer sehr verächtlich über Moslems und Linke und Politiker, aber positiv über Israel.

Erst nach und nach habe ich kapiert, dass Israel laut dem Autor dieses Blogs zwar erwünscht ist, Juden in Deutschland/Europa aber eher nicht. Er redete immer so komisch über den “jüdischen Volkscharakter” und so. Nicht unbedingt negativ. Juden sind z.B. “intelligent” und “tüchtig”, aber eben immer “die Juden” im “Volkscharakter”…

Deshalb bin ich etwas vorsichtig. Auch wenn jemand sich pro-Israel äussert, heisst das nicht unbedingt dass er kein ewig gestriger ist.

55. Lausanne - Februar 28, 2012, 11:02

“gleichzeitig ist das Geschrei groß, die Juden wollen die Al-Aqsa zerstören …”

Ich fände die Sprengung der Al-Aksa Moschee oder des Felsendomes genauso skandalös wie die Zerstörung der Buddhas von Bamyan durch die Taliban. So was macht man einfach nicht. Das ist Kulturerbe und das muss man bewahren.

Daher habe ich keinerlei Sympathie für solche Spinner. Ich hoffe, Sie auch nicht…

Natürlich habe ich auch keine Sympathie für Synagogen-Zerstörer oder Synagogen-in-Magazin-Verwandler.

56. willow - Februar 28, 2012, 12:20

Das ist mir klar Lausanne, aber das mit “Felsendom/AlAqsa sprengen” sind Träumereien (da seien zudem die israelischen Sicherheitskräfte davor), die Zerstörung jüdischer heiliger Stätten ist tägliche Realität, auch wenn “unsere” Qualitätsjournalisten” darüber ebensowenig berichten wie über die beinahe tägliche Zerstörung vorislamischer historischer Stätten in so vielen Ländern des Islam …

57. Silke - Februar 28, 2012, 12:58

Serious Black

Genau und alle professionellen Journalisten betätigen sich als freiwillige Helfer

Alle alle alle, die ich gehört habe, haben nur die Unsensibilität, die Unwissenheit der kulturellen Besonderheiten, die Unvorbereitetheit der Soldaten und was weiß ich noch bejammert. Mit anderen Worten sie haben sich lustvoll und wortreich dem Amerika Bashing hingegeben.

Einer hat erwähnt, daß in die Korane was reingeschrieben worden sein soll, daß die also als ne Art stille Briefkästen gedient haben. Falls das wahr ist, hätten die Truppen dann nen Hochsicherheits-Schrein zur öffentlichen Aufbewahrung für die Dinger errichten sollen?

58. Lausanne - Februar 28, 2012, 13:02

“Träumereien” also ich träume von sowas nicht. Ich träume davon, dass man sich vertragen kann.

Soviel ich weiss gab es schon konkrete Versuche, die aber tatsächlich von den Sicherheitskräften vereitelt wurden.

59. Silke - Februar 28, 2012, 13:03

Danke Lila,

aber lass man Lausanne ruhig weiter seinen Spaß damit haben, meinen von Euch allen bisher unentdeckten Anti-Semitismus zu entlarven. Einer muß ja wachsam bleiben.

60. Lausanne - Februar 28, 2012, 13:04

…jetzt zum Beispiel ärgern diese Spinner den Waqf indem sie auf den Tempelberg gehen und dort Birkat Kohanim sagen, was der wapf nicht will…

http://www.france24.com/en/20120227-modern-day-zealots-envision-new-jewish-temple-jerusalem

61. Lausanne - Februar 28, 2012, 13:11

Ich sehe gerade, dass der Blog “Korrektheiten” hier auch verlinkt ist. Das ist genau der, den ich meinte.

Den sollte man genauer unter die Lupe nehmen, bevor man ihn verlinkt. Meiner Meinung nach gehört er ziemlich eindeutig zur ewig gestrigen Szene und stellt zumindest historische Aussagen über die Shoah in Frage.

Ich weiss, es ist ziemlich mühsam, das so genau zu analysieren, und man muss auch ziemlich viel lesen, bis es so richtig eindeutig wird, was wiederum unangenehm ist, denn wir liest schon gerne was die “neuen Rechte” so von sich gibt?

62. Lausanne - Februar 28, 2012, 13:18

….dieser Blog “Korrektheiten” macht z.B. auch Reklame für Fjordman. Wenn ich mich nicht täusche, ist das einer der Blogs, von dem sich Breivik für sein Manifest inspiriert hat…

Es gab auch einen deutschsprichigen “Fjordman” alias “As der Schwerter”, der war explizit antisemtisch (Judaismuskritik heisst das heute). Der war bei Korrektheiten auch verlinkt.

63. willow - Februar 28, 2012, 13:41

@60. Lausanne

Für mich ist der Wunsch, auf dem Tempelberg beten zu dürfen etwas völlig anderes, als der Wunsch, dort nach Zerstörung des Felsendomes einen dritten Tempel errichten zu wollen.

Ich meine, es wird weitgehend akzeptiert, daß der Tempelberg (z.Zt.) als drittheilgste Stätte der Moslems gilt – aber der Hinweis auf seine Bedeutung für Juden scheint irgendwie ein ganz schlimmes Sakrileg …

64. Lausanne - Februar 28, 2012, 14:10

“Für mich ist der Wunsch, auf dem Tempelberg beten zu dürfen etwas völlig anderes,”

Den Wunsch, auf dem Tempelberg oder im Tempel zu beten drücken Juden seit 2000 Jahren x -mal am Tag aus.

Leider wurde dieser Tempel vor knapp 2000 Jahren zerstört, und deshalb sind die Rituale, die die “Reinigung” für das Betreten des Tempels ermöglichen, nicht durchführbar (abgesehen davon, dass man auch so eine rote Kuh erst finden müsste). Deshalb ist es laut rabbinischer Überlieferung seit der Zerstörung des Tempels verboten, sich auf den Ort zu begeben, wo der Tempel gestanden haben könnte. (Weil man diesen Ort nur in Reinheit betreten dürfte) Beim Tempelberg geht man davon aus, dass es sich um das Gebiet handelt, wo der Tempel stand, also stellte das Rabbinat Warntafeln auf, damit fromme Juden nicht aus versehen dieses Gebiet betreten.

Ich weiss, den nicht-religiösen ist das wurst, die wollen die Al-Aksa und Felsendom sehen, also gehen sie hinauf.

Aber diese Spinner, die glauben ja, dass sie es besser wissen als die Rabbiner… und gehen explizit dort hin, wo man eben nicht hingehen sollte.

65. Silke - Februar 28, 2012, 15:51

Lausanne’s Verweis auf Fjordman hat mich neugierig gemacht. Ja Fjordman war in Breivik’s Manifest, doch Broder war auch drin und massenweise andere Leute, tot und lebendig, auch.

Jedenfalls ist das erste, was ich auf der Korrektheiten-Seite zu Fjordman fand, dieses hier

http://gatesofvienna.blogspot.com/2011/10/rule-of-law-after-722.html

und die Lektüre empfehle ich insbesondere Paul und seinem unerschütterlichen Vertrauen in den Rechtsstaat.

Sollte nämlich Fjordman’s Geschichte vom letzten Jahr sich tatsächlich so abgespielt haben, dann ist sie echt mehr als lecker.

… und so weit mir bekannt ist, gilt Norwegen als Rechtsstaat.

66. Silke - Februar 28, 2012, 15:56

und noch einmal zu “Korrektheiten”: da Lausanne auch bei mir gut verborgenen Antisemitismus ausgemacht hat, hätte ich gern mal einen Hinweis, wo genau er den auf “Korrektheiten” sieht.

Mir erscheint das auf den ersten Blick strikt “rechts” (zu “rechts” für meinen Geschmack) und ja aus der Ecke kenne ich Forderungen an Israel, die ich für unzulässige Einmischung und nicht zielführend halte.

Meinst Du das Lausanne?

67. Yael - Februar 28, 2012, 16:15

Ich sehe Korrektheiten ähnlich kritisch wie Lausanne.

68. Yael - Februar 28, 2012, 16:30

Das passt jetzt zwar nicht hierher (slicha Lila), aber vielleicht hats der eine oder andere nicht mitbekommen.
http://www.abendblatt.de/sport/article2200229/Vorfall-um-Shechter-loest-Entsetzen-und-Empoerung-aus.html

69. Lila - Februar 28, 2012, 16:37

Mit sowas muß man immer rechnen, leider. Unter Fußballfans gibt es auch immer Hools, und die machen den meisten Lärm.

Sowas passiert auch Fußballspielern mit dunkler Hautfarbe oder fremdem Paß. Davon kann man nicht auf Fußballfans allgemein schließen. Viele davon sind fair, und auch die meisten Spieler.

Hab lange den Namen Kuntz nicht mehr gelesen. Soweit ich mich an ihn erinnere, ist er ein ganz sympathischer Mann. Meine Kinder haben sein Abschiedsspiel auf dem Betzenberg gesehen. Ist auch schon ne Weile her… war ein großes Erlebnis für sie.

70. Lausanne - Februar 28, 2012, 18:06

Wie gesagt, es ist nicht sehr angenehm, auf besagtem Blog herumzuwühlen und schon gar nicht, die Texte, die dort publiziert werden zu lesen. Aber da ich direkt angesprochen wurde, hier ein paar Beispiele.

Ich hoffe, Silke, Sie werden sie aufmerksam studieren.

[Links von Lila gelöscht - wer will, kann selbst zu Manfred rüberklicken und sich dort schlaumachen. In meinem Blog über seine Ansichten zu diskutieren dient niemandem.]

Und dann war noch so ein richtig schöner Holocaust-Leugner-Text, den er aber wahrscheinlich inzwischen entfernt hat…

Dazu ist es auch interessant, Kommentare und Verweise zu lesen…

71. Jack - Februar 28, 2012, 20:19

Na, daß sich da wenige Leute mit Hitlergruß auf den Plan gerufen fühlten, war doch klar. Da kann man die Uhr nach stellen.

Ich sehe die ganze Sache aber überaus positiv, nämlich daß der 1. FC Kaiserslautern einen israelischen Spieler verpflichtet hat. Das find ich toll und sagt viel mehr über den Verein aus.

Die Reaktionen des Zentralrats der Juden find ich leicht überzogen. Man braucht daraus kein Drama machen, schon gar nicht wegen solcher rechten Wichser.

72. Lausanne - Februar 28, 2012, 21:31

oder hier zum Beispiel:
[Links von Lila gelöscht - wer will, kann selbst zu Manfred rüberklicken und sich dort schlaumachen. In meinem Blog über seine Ansichten zu diskutieren dient niemandem.]

Besonders die Kommentare sind äusserst erbaulich! Da hört man, wie Volkes Mund spricht.

73. Lila - Februar 28, 2012, 22:18

Lausanne, was soll das? Wenn Du Beschwerden hast, reich sie doch bei Manfred ein. Ich habe auf meiner Ich-Seite ausdrücklich erwähnt, daß ich mit keiner der verlinkten Seite 100% d´accord gehe, und auch zwischen mir und Manfred gibt es Meinungsverschiedenheiten. Manfred und ich sind uns dessen wohl bewußt und haben beide kein Problem damit.

Bist Du von der Blogpolizei? Ich mag es nicht, wenn in anderen Blogs in den Kommenten über mich gesprochen wird, und ich lasse es auch andersrum nicht zu. Darum lösche ich Deine Links. Hier über Manfred zu sprechen grenzt an Tratsch. Ich mache sowas nicht.

Jeder hat das Recht, sich selbst rüber zu Manfred zu begeben, sich schlau zu machen und, wenn ihm der Sinn danach steht, sich in eine Sachdiskussion mit ihm zu stürzen. Aber was soll das hier?

74. Lausanne - Februar 28, 2012, 22:30

“da Lausanne auch bei mir gut verborgenen Antisemitismus ausgemacht hat, hätte ich gern mal einen Hinweis, wo genau er den auf “Korrektheiten” sieht.”

Tja, jetzt habe ich mir die Mühe gemacht und in ziemlich langer Arbeit belebe für meine Behauptungen gesucht, und nun werden die einfach aus den Kommentaren rausgelöscht.

Dann kann ich meine Aussagen natürlich nicht belegen. Aber ich habe mich redlich bemüht. Leider habe ich die Links auch nicht gespeichert, d.h. die Arbeit ist jetzt wirklich futsch.

75. Lausanne - Februar 28, 2012, 22:35

Ich bin etwas befremdet, dass sich Lila mit diesem ewig gestrigen so solidarisch gibt…

76. Lausanne - Februar 28, 2012, 23:02

Aber wenigstens ist jetzt klar, dass der Link nicht einfach aus Unwissen da steht, sondern im vollem Bewusstsein dessen, was dahinter steht.

Mir ist schon klar, dass man nicht mit jedem Blog, den man verlinkt, 100% einverstanden ist… Aber links zur Neonazi-Szene zu schalten gehört für mich schon zur Förderung dieses Gedankengutes…

77. Lila - Februar 28, 2012, 23:07

Vielleicht überlaß mir das einfach? Ich habe begriffen, daß Du Manfred als zur Neonazi-Szene gehörig einschätzt. Ich bin nicht SO schwer von Begriff. Bitte überlaß mir, wie ich damit umgehe, und verzichte auf den Rest der Diskussion.

78. Lausanne - Februar 28, 2012, 23:18

Wie sind wir darauf gekommen? Ach ja richtig, es ging um Vorsicht vor Antisemitismus. Da wollte ich am Beispiel dieses Blogs zeigen, dass Antisemitismus nicht immer auf den ersten Blick offensichtlich ist. Plötzlich sehe ich diesen Blog hier auf der Blogroll. Da denke ich mir: sicher hat Lila diesen Blog nur oberflächlich betrachtet und weiss daher nicht, wes Geistes Kind es ist.

Dann bittet Silke um Belege. Ich war, ehrlich gesagt, schon lange nicht auf diesem Blog, weil er mir zutiefst zuwider ist. Auf französisch sagen wir “touche pas la merde, ça éclabousse”. Aber ich dachte wirklich, dass man hier diesen Blog noch nicht durchschaut hat, weil Informationen dazu fehlten. Ehrlich gesagt habe ich auch etwas länger gebraucht (und mehr davon gelesen, als mir eigentlich lieb war), um mir ein eindeutiges Bild zu machen.

Also nehme ich es auf mich, noch einmal auf diesen Blog zu gehen und auf einschlägige Inhalte zu untersuchen.

Und jetzt wird diese ganze Liste gelöscht, und mir wird bedeutet, dass man diese Tatsachen einfach nicht zur Kenntnis nehmen will – oder schon zur Kenntnis genommen hat und gut damit leben kann. (Ich bin noch nicht ganz sicher, welches von den beiden es ist).

Wenn ich aus versehen einen Neo-Nazi-Blog verlinkt hätte, wäre ich froh gewesen, wenn man mich darauf aufmerksam gemacht hätte.

79. Lausanne - Februar 28, 2012, 23:24

…und wenn es kein Versehen war, kann ich nur sagen: Oh, welch Abgrund!

80. Manfred - Februar 28, 2012, 23:26

Danke, Lila. Zu den Hintergründen von Lausannes Bemühungen empfehle ich den Lesern diesen Artikel:

http://korrektheiten.com/2012/02/12/debatte-mit-antideutschen/

Dasselbe Spielchen, das Lausanne hier spielt, haben seine antideutschen Genossen erst vor kurzem erfolglos bei Ruth gespielt; ich habe es in diesem Artikel dokumentiert.

81. Lausanne - Februar 28, 2012, 23:36

Ich bin tatsächlich noch relativ neu auf diesem Blog und habe nur ca 1 bis 2 Wochen zurück gelesen.

Aber wenn man schaut, wie schnell man hier mit Antisemitismus-Vorwürfen gegen die Jennies und Culatellos dieser Welt ist, dann muss es einen doch sehr befremden, wie bedenkenlos man sich hier einem echten Neo-Nazi in die Arme stürzt.

82. Lila - Februar 29, 2012, 0:00

Wer ist “man”? Ich benutze das A-Wort nur sehr sparsam und wenn es wirklich nicht mehr anders geht. Es ist ein Begriff, der einfach von zu vielen in jeweils anderer Bedeutung benutzt wird, ebenso wie Rassismus. Das sind einfach Totschlag-Begriffe, die ich wirklich nur dann einsetze, wenn sie mir unersetzbar passend erscheinen.

Die Jennies und Culatellos dieser Welt – die kommen her, seit Jahren, kommen und sagen, was sie zu sagen haben, ich hör´s mir an. Und dann verschwinden sie wieder. Culatello taucht alle paar Monate mal auf, Jennie war wohl ein one day´s wonder, keine Ahnung. Ich blogge aber fast täglich (außer in meinen Blogpausen). Meine Leser, so sie denn sorgfältig lesen und über längere Zeit hinweg (wofür es allerdings keinen vernünftigen Grund gibt, wir alle müssen uns unsere Zeit sorgsam einteilen) – aber so sie es denn tun und sich die Mühe machen, zu begreifen, wie ich eigentlich denke, und mir nicht sofort mit der Tür ins Haus fallen von wegen “rechtfertige mir jetzt mal sofort Bibis Politik und die Siedlungspolitik und den Mord an Bernadotte und die Altalena, aber fix, ich muß heut abend noch weg” – also falls jemand sich Zeit nimmt und nciht sofort seine Aggressionen gegen Israel an mir ausläßt, dann kommt es auch zu einem Dialog.

Aber ich blogge jetzt seit acht oder neun Jahren oder so, und es ist einfach zu oft vorgekommen, daß jemand mit einem Bauch voll Wut auf Israel (der sich oft genug aus Unwissenheit, Überdosis deutsche Medien oder Informationen durch arabische Freunde speiste…) hier aufschlug, sich bei bei mir schnell auskotzte, um dann wieder zu verschwinden.

Ich bin absolut nicht verpflichtet, mich von jedem beliebigen Israel-Wutbürger ankotzen zu lassen. wirklich nicht. Keiner zahlt mir was dafür, keiner schenkt mir was dafür, keiner dankt es mir. Warum sollte ich der Watschenfänger für Israel sein?

Ich lebe hier, ich blogge, das ist alles. Ich schulde niemandem Rechenschaft oder Auskunft. Oft genug stehe ich trotzdem Rede und Antwort, obwohl ich weiß, daß mein Gegenüber keine Ahnung von der Materie hat, keine Ahnung davon hat, wer ich bin, und ich die grundlegendsten Dinge zum x-ten Mal wiederholen muß – ohne daß der Andere mir auch nur die Ehre antut, mir zu glauben.

Du selbst erklärst nonchalant, daß Du “davon überzeugt” bist, von den deutschen Medien vielseitig und fair über den Nahen Osten informiert zu werden. Es reicht, mal zu fragen, warum die Raketen auf Israel in den letzten zehn Tagen nicht gemeldet wurden, die Bomben an zwei Grenzen, um zur Erkenntnis zu kommen, daß da jemand auswählt. Es reicht, einen Artikel von Knaul oder Schmitz oder Günther oder Engelbrecht zu lesen und einfache sprachliche Analyse zu treiben, um zu sehen, wo die Empathie der Schreiber liegt und durch wessen Linse sie die Welt wahrnehmen.

Ich guck mir das seit acht Jahren aus der Nähe an. Das war kein vorgefaßtes Urteil von mir. Ich war selbst verblüfft, als mir aufging, welches Narrativ eigentlich in den deutschen Medien vorherrscht. Nicht in Monokultur, aber doch als Mehrheitsmeinung.

Aber Du kommst einfach daher, aus Deinem Schweizer Computersessel entscheidest Du ganz einfach den Befund, und dann glaubst Du noch, Du hast ein Argument gebracht oder mir jetzt aber mal bewiesen, wie gut Du informiert bist. Und daß ich total falsch liege. Obwohl ein riesiger Teil meines Blogs genau daraus besteht, zu zeigen, daß tatsächlich die Berichterstattung zu Ungunsten Israels verzerrt ist. Nicht immer, natürlich nicht. Aber doch allzu oft. Und allzu viel echtes Verständnis für die arabische Seite sehe ich auch nicht. Eher Vorurteile gegen alle, patronisierende den Arabern gegenüber, mißtrauisch-feindselige Israel gegenüber.

Daß ich mit so Leuten wie Dir, die mit einem Satz über meine jahrelang zusammengetragenen Befunde hinweggeht, überhaupt noch Worte wechsle, zeigt nur, daß ich ein engelsgeduldiger Mensch bin.

Das ist, wie wenn man einem Menschen 100 Studien darüber zeigt, daß Reflexzonentherapie Bullshist ist, und der sagt daraufhin: ja, aber ich glaub trotzdem dran.

Was kann man da machen? Nichts. Deswegen schrei ich nicht Antisemit, wenn jemand mir nicht glaubt. Gott, dann macht halt weiter Reflexzonentherapie, dann engagiert euch halt weiter bei Pax Christi, demonstriert gegen Ahava-Läden, boykottiert israelische Waren, Computerteile, Medikamente und Technologien.

Wenn mein gesammeltes Werk Dich und andere nicht überzeugt – ja schön, ist nicht meine Sache. Ich schreib für mich selbst, um meine bedrückte Seele etwas zu durchlüften. Über jeden, der mir zuhört, freue ich mich. NIcht alle glauben mir.

Aber welches Recht haben Jennie und Culatello und ihre Kollegen überhaupt auf mich, meine Aufmerksamkeit, Beachtung, Zeit, Seelenruhe und Energie? Gar keins. Sie können sich von meinem Blog nehmen, was sie wollen, und es ausspucken oder nicht.

Ich habe keinerlei Einfluß drauf.

Auch Dich kann ich doch nicht überzeugen. Du erwägst ja nicht einmal, ob nicht sein könnte, daß ich vielleicht doch Recht habe und Israel mit einem riesigen Handicap in dieser asymmetrischen Auseinandersetzung belastet wird.

Nein, Deine Meinung steht fest. Ob sog. antijüdische, antizionistische oder gar antisemitische Reflexe oder Unterströmungen dabei eine Rolle spielen, ob Du verschiedene Maßstäbe an Israel oder die Türkei oder Belgien anlegst – woher soll ich das wissen? Ich bin doch nicht Deine Analytikerin. Ich werde das Wort Antisemitismus doch nicht dadurch entwerten, daß ich es jedem entgegenschleudere, der nun mal seine eigenen Meinungen hat oder zumindest glaubt, er hat sie.

MIch hat mißtrauisch gemacht in den letzten Jahren, daß viele Meinungen gebündelt daherkommen. Wer links oder grün wählt, der ist auch gegen Atomkraft, sympathisiert eher mit dem Iran als mit Israel und sowieso mit den Palästinensern, der mißtraut den USA, ergreift automatisch Partei für Frauen, Minderheiten und sonst Benachteiligte und automatisch gegen die, die er als privilegiert wahrnimmt – kurz, das ist wie ein Parteiprogramm, wo man mit einer Unterschrift ein ganzes Paket Meinungen und Standpunkte kauft. Einen Teil davon prüft man – diejenigen, die einem wichtig sind. Andere kriegt man mitgeliefert, wie Fernsehprogramme, die man nie sieht, die aber im erworbenen Bündel dabei sind. Das geht beim Kabelfernsehen – bei der Meinungsbildung ist es nicht genug.

Genug, ich habe noch Arbeit.

Aber das mußte ich doch noch mal loswerden.

Ich schulde Dir überhaupt keine Rechenschaften, egal wie aggressiv Du sie einforderst.

83. Jakobo - Februar 29, 2012, 0:12

“MIch hat mißtrauisch gemacht in den letzten Jahren, daß viele Meinungen gebündelt daherkommen. Wer links oder grün wählt, der ist auch gegen Atomkraft, sympathisiert eher mit dem Iran als mit Israel und sowieso mit den Palästinensern, der mißtraut den USA, ergreift automatisch Partei für Frauen, Minderheiten und sonst Benachteiligte und automatisch gegen die, die er als privilegiert wahrnimmt – kurz, das ist wie ein Parteiprogramm, wo man mit einer Unterschrift ein ganzes Paket Meinungen und Standpunkte kauft. ”

Du wirst lachen, aber genau das ist der grund warum ich mir oftmals keine lust habe bestimmte themen anzusprechen.

J

84. Lausanne - Februar 29, 2012, 0:30

Ich verstehe jetzt nicht ganz, warum ich jetzt in den Genuss des “Ihr bösen Deutschen habt uns Israelis nicht gerne”-Vortrages komme. Spult sich der automatisch ab?

Was ich gesagt habe, ist dass es in Deutschland/Europa Pressefreiheit gibt. Damit wollte ich Sophist X widerlegen, der irgendwelchen Verschwörungstheorien anhängt und behauptet, dass freie Meinungsäusserung in Deutschland unterdrückt wird. Meistens kommen solche Behauptungen aus der Neo-Nazi-Ecke, denn die Neonazis werden in Deutschland tatsächlich an der freien Meinungsäusserung gehindert.

Ich habe auch nicht aggressiv Rechenschaft eingefordert. Ich habe nur gesagt, dass ich geglaubt habe, der Link zu “Korrektheiten” stünde aus Versehen hier, und dass ich (aufgrund der anderen Sachen, die ich hier lese) enttäuscht wäre, wenn dieser Link en connaissance de cause aufgeschalten worden wäre.

Es ist durchaus ehrbar, nicht hinter den Rücken über andere Leute zu reden, es ist durchaus verständlich, dass man auf dem eigenen Blog nicht unbedingt fremde Blogs diskutieren will. Aber dass man einfach die Augen verschliesst vor den Tatsachen: das würde ich als “vogel-Strauss-Politik” bezeichnen.

85. Lila - Februar 29, 2012, 0:37

Du bist einfach ein verdammt freches Aas und hast nichts verstanden. Such Dir ne andere Spielwiese.

86. Silke - Februar 29, 2012, 1:30

Lila

daß ich ein engelsgeduldiger Mensch bin.

ich hege immer noch die Hoffnung, daß Du es aus Schlitzohrigkeit tust, weil es Dir so wunderschöne Aufhänger für Deine besten Texte liefert.

Es ist ein Jammer, daß die in den Kommentarthreads “verschwinden”, aber für Kenner (wie ich natürlich eine bin;o) sind sie der reine Hochgenuss.

87. Lila - Februar 29, 2012, 1:33

Ha! Jemand traut mir Schlitzohrigkeit zu! Das ist aber ein schönes Kompliment, danke! Leider bin ich bar jeder Schlitzohrigkeit, aber ich habe das Fehlen dieser schönen Eigenschaft immer beklagt. Ich erkenne sie nicht mal bei anderen :-( also schon, aber erst, wenn´s zu spät ist.

88. Silke - Februar 29, 2012, 1:42

Manfred

Danke für den Link, aber ich verstehe so Sachen wie den Zoff zwischen Konservativen und Anti-Deutschen nicht und ich will mich da überhaupt nicht einlesen. Ich bin Agatha Christie Fan und über das Niveau will ich auch nicht hinaus.

Und somit gehe ich bei der Auswahl der Leute, die ich lese immer ganz unakademisch vor. Justus Wertmüller hat bei mir mit einem Stück über die Oderflut für alle Zeiten versch..en. Lizas Welt schätze ich sehr und wenn er Mist schreiben würde, würde ich vermutlich versuchen, mich mit ihm zu zoffen. Beide gehören meines Wissens zu den Anti-Deutschen.

Wenn ich von Anglos angesprochen werde, was das mit der Vaterland-Basherei der Anti-Deutschen auf sich hat, pflege ich zu antworten, daß ich da nicht mit kann, aber sollte es eng werden, würde ich zuerst bei denen gucken, ob die irgendwas wie Hilfs-Netzwerk im Angebot haben.

Was Deinen Blog anlangt, ich habe nur einen kurzen Blick in Dein Profil geworfen und als ich auf die Worte Popper und Offene Gesellschaft stieß, gewußt, daß ich “Dich” vermutlich nicht haben muß.

Vielleicht tue ich Dir unrecht, aber ich habe in den vergangenen Jahren so viel wohlfeilen Unsinn unter dem Schlagwörtern serviert bekommen, daß, nein, mehr davon muß ich nicht haben. Ein gutes hatte aber der “wohlfeile Unsinn”. Er hat mich davon überzeugt, daß der Spruch “gute Zäune machen gute Nachbarn” einen guten Rat enthält. (und ja, es kann sein, daß ich, sollte ich Popper’s Buch endlich mal lesen, eine 180° Wende mache, doch bis dahin muß der arme Popper damit leben, daß ich auf seine Nennung allergisch reagiere.)

PS: Hast Du die Fjordman Geschichte bei Gates of Vienna irgendwie gecheckt? Falls ja, DAS würde mich sehr interessieren.

89. Manfred - Februar 29, 2012, 2:28

Vielleicht tue ich Dir unrecht, aber ich habe in den vergangenen Jahren so viel wohlfeilen Unsinn unter dem Schlagwörtern serviert bekommen, daß, nein, mehr davon muß ich nicht haben.

Das kann ich mir lebhaft vorstellen, unter der “Offenen Gesellschaft” werden uns gelegentlich auch Projekte verkauft, die durch und durch totalitär sind. Ich bin kein Popper-Jünger (ich habe mich auch nur in der Formulierung “Offene Gesellschaft” auf ihn berufen), und ob er unter der Offenen Gesellschaft dasselbe verstanden hätte wie ich, daran habe ich Zweifel. Was ich darunter verstehe, habe ich in meinem Profil ziemlich ausführlich dargelegt; wenn es Dich also wirklich interessiert, lies es bitte ganz, und lass Dich nicht von dem Namens Popper abschrecken, wenn Du gegen den nun einmal allergisch bist.

Was Fjordman angeht, so bin ich Mitherausgeber seines bisher einzigen Buches in deutscher Sprache (“Europa verteidigen”), in dem wir einige seiner wichtigsten Aufsätze zusammengestellt haben. Ich lese schon seit Jahren seine Essays und verdanke ihm viele wichtige Anregungen. Ich habe seine Darstellung nicht “gecheckt” (wie soll ich das von Deutschland aus tun?), aber ich sehe nicht den geringsten Grund, seiner Darstellung zu misstrauen.

90. Silke - Februar 29, 2012, 3:18

danke Manfred

ich werde mal ein ernstes Wort mit mir und meinen Allergien reden

und ja Fjordman’s Darstellung hat auch in mir keinerlei Mißtrauen erregt und das obwohl die Geschehnisse eigentlich so komplett unvorstellbar sein sollten.

91. Silke - Februar 29, 2012, 3:21

Manfred

ich hab’s noch mal versucht, you are talking way over my head – tut mir leid.

92. willow - Februar 29, 2012, 10:39

Immerhin bestätigt dieser Kommentarstrang meinen Verdacht, daß die Hemmschwelle, jemanden als “Nazi” zu diffamieren sehrsehr niedrig geworden ist … teilweise reicht es da wohl schon, ein realistisches Israelbild zu haben, den Islam ebenso kritisch zu sehen wie die katholische Kirche oder politische Ansichten zu vertreten, die in den 70er Jahren “typisch SPD” waren …

Besoders schlimm finde ich, daß genau so die tatsächlichen neuen und alten Nationalsozialisten und Rassisten regelrecht verharmlost werden.

93. willow - Februar 29, 2012, 15:29

Aber an diesem Beispiel:

sieht man sehr schön, wie die Menschen “hierzulande” ticken … ich hoffe nur, daß diese Umfrage nicht repräsentativ ist. Weiah.

94. Lila - Februar 29, 2012, 15:57

Wo findest Du nur immer diese Sachen??? Mein Favorit: die Juden sind im KfZ umgebracht worden…

Nö, so richtig wundern tut´s einen nicht. Aus arabischen Ländern, sag ich mal, aus ARABISCHEN Ländern. Jawohl.

95. Silke - Februar 29, 2012, 16:27

Das ist ein Link zu der kompletten Sendung – ich habe nur den Anfang mit den unsäglichen Antworten gesehen und ziemlich bald weggeklickt.

Unter dem Video steht auch ein Beschreibungstext

96. mibu - März 1, 2012, 0:14

Vielen Dank, Silke ! Ich finde den Film sehr interessant, wobei er in einigen Punkten auch sehr gut mit meinen Erfahrungen mit vielen aus Russland nach Deutschland gekommenen (soweit ich’s von manchen weiss wegen ihrer deutschen Vorfahren) übereinstimmt. Ich habe grossen Respekt vor dem, was diese Leute auf sich genommen und geleistet haben.

Leider bestätigt der Film auch meinen Eindruck, dass zu wenig Kenntnisse über Juden und Judentum bei uns vermittelt werden. Mit der genauen Bedeutung des Begriffs Kontingentflüchtlinge wäre ich allerdings ebenfalls in’s Schlingern gekommen ;-)

97. Ima - März 1, 2012, 10:39

und eigentlich gehört der Begriff Kontingentflüchtlinge mit zum Grundlagenwissen über das Judentum in Deutschland,
denn bis 1989 lebten in Deutschland nur noch ca. 26.000 Juden, die zumeist aus Polen, Ungarn, der Tschechoslowakei und Rumänien stammten und als Überlebende des Holocaust in Deutschland strandeten.

Erst nach dem Zerfall der Sowjetunion erhöhte sich die Anzahl der in Deutschland lebenden Juden
http://www.zentralratdjuden.de/de/topic/62.html
„Die Jüdischen Gemeinden in Deutschland haben heute ca. 105.000 Mitglieder.“

98. mibu - März 1, 2012, 15:21

Ima, um einem eventuellen Missverständnis in meinem Fall vorzubeugen: die Zuwanderung von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion und die Hintergründe sind mir bekannt. Ich konnte nur den Begriff Kontingentflüchtlinge nicht recht zuordnen. Meine Vermutungen sind in eine ähnliche Richtung wie die des befragten Geschichtslehrers gegangen.

Ich bin froh, dass die jüdischen Gemeinden bei uns wieder gewachsen sind und hoffe, dass das anhält. Man muss sich aber auch im klaren sein, dass damit nur noch ansatzweise an ebendas jüdische Leben in Deutschland angeknüpft werden kann, das durch das dritte Reich zerstört wurde. Zu viel ist davon verschwunden. Für das noch Erhaltene ist es aber wichtig, dass es Menschen gibt, die diese Kultur leben und verstehen. Zudem waren auch die einstigen jüdischen Gemeinden nichts statisches; so wenig, wie es die christlichen Gemeinden waren und sind. So kann man gespannt sein, wie sich Überliefertes und Neues verbinden werden.


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