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Enthüllungen des Ehebetts Februar 23, 2012, 22:37

Posted by Lila in Kibbutz, Kinder, Katzen, Persönliches.
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Nein nein, keine Bange. Aber ich plaudere gerade zum Abschluß des Tages mit meinem lieben Mann, von dem ich doch alles zu wissen glaubte. Dem ist jedoch nicht so.

Ich erzähle ihm vom Präsidenten-Kandidaten-Drama in Deutschland, und frage ihn: “dir sagt doch bestimmt der Name Beate Klarsfeld was?”

Er: “Na klar, die kenne ich”

Ich: “So, du weißt also, was sie in ihrem Leben..”

Er: “Nö, die Beate, die kenne ich natürlich. Den Arno auch. Die waren doch mal einen Sommer bei uns im Kibbuz. Hab ich dir das nicht erzählt? Der Arno ist im Alter meiner Schwester, der war bei uns in der chevrat yeladim (der Gemeinschaft der Kinder). Aber überhaupt, die Klarsfelds kennt doch wohl jeder hier in Israel…”

Ich: “Und davon hast du mir nie was erzählt? die ist doch eine ganz berühmte Frau!

Er: “Och, ich dachte, du weißt das… aber eine originelle Idee, eine Nazijägerin als Präsidentin Deutschlands… wüßte mal gern, was sie selbst dazu sagt…”

In der Tat. Ich glaube auch nicht, daß die Linke das durchzieht. Aber so wie ich damals Köhlers Begleitung durch den Kibbuz geführt habe – das wäre bei einer Präsidentin Klarsfeld natürlich nicht nötig. Die fände sich wohl allein zurecht.  Na ja, vielleicht kriegt sie jetzt nach all der Beschäftigung mit ihrem Leben doch noch das Bundesverdienstkreuz, schön wär es ja.

Und ich werde doch mal die alten Photoalben durchkämmen, am Ende finde ich da noch irgendwo die Klarsfelds im Badeanzug im Schwimmbad des Kibbuz.

Kommentare

1. Jakobo - Februar 23, 2012, 22:40

Nette geschichte. die welt ist einfach ein taschentuch :)

J

2. esther - Februar 23, 2012, 22:47

Hi Lila,

Wenn die angedachte ostdeutsch-sozialisierte Doppelspitze Merkel-Gauck in der BRD schon für Diskussionen sorgt, noch dazu, wo 50% derselben in “wilder Ehe” leben, wie kann dann wohl die “Nazijägerin” Klarsfeld einen breiten Konsens finden? Es wär so schön, wenn die Zeit reif dafür wäre, aber ich fürchte, das ist reines Wunschdenken!

Laila tov

esther

3. Jakobo - Februar 23, 2012, 22:54

Esther, bei deiner steigerung musste ich etwas schmunzeln: ostdeutsch, wilde ehe und dann nazijaegerin ;-)

J

4. Lila - Februar 23, 2012, 22:56

Ich hab ja schon gesagt, daß mE die Kandidatin Klarsfeld gar nicht aufgestellt wird. Hoffentlich ruft aber jemand bei ihr an und spricht mit ihr, daß sie es nicht nur aus den Medien hört.

Es ist natürlich eine rein symbolische Kandidatur, egal wen die Linken am Ende nominieren. Obwohl es natürlich ein weiterer Knüller dieser Seifenoper wäre, wenn am Ende ein Linken-Kandidat noch Stimmen der Grünen und der SPD auf sich zieht…. man kann schon nichts mehr ausschließen.

Wilde Ehe finde ich überhaupt ein gutes Konzept. Eine Ehe, in der keine Wildheit mehr herrscht, ist nicht wert, geführt zu werden.

Shimon Peres übrigens hat sich, als er das Amt antrat, von seiner Frau getrennt bzw sie sich von ihm. Sie wollte nicht in die Residenz umziehen. Niemand hat sie je gesehen, sie war einfach nur Privatperson. Er nahm von Anfang an alle seine Pflichten allein war, und niemand wunderte sich darüber, weil alle wußten, daß das einzige, was man von Sonja Peres weiß, ihr Insistieren ist, daß es nichts zu wissen gibt.

Daß sie sich wirklich getrennt hatten, wurde erst öffentlich, als sie starb. Sie hat sich auch nicht auf dem offiziellen Friedhof der Würdenträger begraben lassen, sondern auf ausdrücklcihen Wunsch auf einem ganz normalen Stadtfriedhof. Peres hat über ihrem Grab gesagt, daß sie die Liebe seines Lebens war. Aber das war das erste Mal, daß ich ihn über Sonja habe reden hören.

Diese Obsession mit “der Frau an seiner Seite” ist lächerlich. Wählt ne Frau, dann ist es eh egal.

Beate Klarsfeld gefällt mir auch :-) Wieso bin ich nicht selbst drauf gekommen?

5. Piet - Februar 23, 2012, 23:00

Klarsfeld wäre natürlich klasse, hat aber m.W. schon abgewunken; zumal sie vorher ja nicht mal gefragt wurde, sondern von sich aus bei den Linken anrief, um in Erfahrung zu bringen, was an den Gerüchten denn so dran wäre.
(Biermann fände ich ja auch ganz apart, aber auch der dürfte vielen Linken wohl ziemliche Kopfschmerzen bereiten. ;) )

6. Lila - Februar 23, 2012, 23:03

Biermann ist ein Freund von Y.s Onkel und Tante aus Tel Aviv (beide leider inzwischen verstorben), wär ich auch mit einverstanden….

PS: Mein Mann ist begeistert vom Ausdruck “wilde Ehe” (nessuey pere) und hat mir soeben die wilde Ehe angeboten!!!

7. esther - Februar 23, 2012, 23:12

Eben, keiner weiss, wie es bei einer Kandidatur eines “Linken” Kandidaten wirklich ausgehen würde, und ich beneide auch niemanden, der sich die ausgelatschten Filzpantoffeln seiner Vorgänge anzieht.

8. willow - Februar 23, 2012, 23:13

Putzig …. Gauck, Klarsfeld, Biermann – alles Kandidaten, mit denen ich seeeeehr gut leben kann.

Ob allerdings die “Linken” auch nur einen davon *wirklich* als Präsi haben wollen … ;-)

Ein “Hoch” auf die “wilde Ehe”!

9. Silke - Februar 23, 2012, 23:36

Also Wikipedia behauptet, daß der Ausdruck “wilde Ehe” zur gleichen Zeit als Alternative zur Onkelehe entstand. Die Onkelehe war eine “wilde Ehe”, die Witwen eingingen, um nicht ihre Witwenrenten (Krieger- und/oder Angestelltenrenten) einzubüßen, was sich in der Nachkriegszeit nur wenige leisten konnten.

Ich selbst hatte nach Vaters Tod zwei Onkel-”Väter” und freue mich sehr, daß das heute nur noch lustig ist. Das war ein furchtbares Rumgeeiere, weil die LehrerInnen natürlich wußten, daß da ein “Vater” war, aber so tun mußten, als sei da keiner und vieles andere mehr.

Onkelehen waren übrigens entgegen dem was Wikipedia behauptet nicht das Gleiche wie Bratkartoffelverhältnisse.

Bratkartoffelverhältnisse gingen möblierte Herren mit ihren Zimmerwirtinnen oder vermutlich häufiger mit deren Töchtern ein. Die kriegten dann abends Bratkartoffeln, sparten das Geld fürs Wirtshaus und mußten nicht ausschließlich von Stullen leben.

Sollte ein Eheversprechen gemacht worden sein, das dann nicht eingehalten wurde, dann konnte noch zu meinen Lebzeiten auf Erstattung der Kosten für Anschaffungen in Erwartung der Eheschließung wie Bettwäsche oder Möbel geklagt werden. Umgangssprachlich lief das noch unter dem Begriff Kranzgeld. Ich glaube aber Geld als Entschädigung für die eingebüßte Jungfräulichkeit wurde richterlich nicht mehr zugesprochen.

(alles nur Erinnerungen ohne Gewähr)

und nu freut Euch weiter an der schönen neuen Form der “wilden Ehe”.

10. Yael - Februar 23, 2012, 23:53

“Er: “Nö, die Beate, die kenne ich natürlich. ”

Da sieht man mal wieder wie klein die Welt doch ist. ;)

11. Lila - Februar 23, 2012, 23:57

Ich habe mir verkniffen, zu fragen, ob die Beate ihn denn kennt. Aber ich nehme an, wenn sie sich überhaupt an Kibbuzniks noch erinnert, dann bestimmt an Y.s Großeltern, diese wunderbar klugen, interessanten Yekkes.

Die Welt ist aber tatsächlich unheimlich klein. Besonders in Israel. Es ist kaum zu glauben, aber ich treffe nur selten jemanden, mit dem ich keine gemeinsamen Bekannten ausfindig mache. Bei Y. geht das natürlich noch schneller, durch Jugendbewegung, Kibbuz, Armee, Schule, Studium und Arbeit kennt er wirklich überall jemanden. Egal wo wir hingehen, er trifft mindestens zwei Leute, die er kennt. Daß ich schon so viele kenne, ist wirklich erstaunlich. Dabei sind wir nicht mal sehr gesellige Leute und reißen uns nciht um neue Bekanntschaften…

Aber Israel ist ein Dorf, wirklich.

12. Paul - Februar 23, 2012, 23:59

Udo Jürgens hat auch was zum Thema “Wilde Ehen”.

Leider kann ich es nicht so professionell einstellen wie Ihr.

13. Jakobo - Februar 23, 2012, 23:59

“Ich habe mir verkniffen, zu fragen, ob die Beate ihn denn kennt. ”

Na sie kennt bestimmt viele leute da ist es dann schwerer sich an jeden einzelnen zu erinnern, das muss man verstehn denke ich.

J

14. esther - Februar 24, 2012, 0:05

Ich liebe diesen Song!

15. Paul - Februar 24, 2012, 0:05

Mensch, da staun’ ick aba.
Hab’ ick noch nie jemacht un hat trotzdem funtsioniert.
Sieht ja richtich jut aus un funtsioniert sojar.
Na Mensch ick sachs ja.

Übrigens, Lila, heißer Tipp von mir nimm das Angebot von Y. an.
Watt de hast, haste! :lol:

16. Lila - Februar 24, 2012, 0:08

Siehst Du wohl, Paul, Du hast das System besiegt. Funktioniert super.

Hab schon akzeptiert – bevor er sich das nochmal überlegt…

17. Jakobo - Februar 24, 2012, 0:41

ich glaube er hat einfach eine super stimme und aus den konzerten kommt er immer nass vor schweiss raus weil er sich so verausgabt

J

18. A.Y. - Februar 24, 2012, 0:46

Wenn die Klarsfeld sich von den Linken vor deren Karren spannen lässt dann ist ihre Reputation dahin.Wie kann man auf der einen Seite Nazis jagen und auf der anderen sich zu den Mauerschützen ins Bett legen.Abgesehen davon dass die Linke ja auch nicht gerade Israelfreundlich ist.Was würde sie wohl sagen als Frau Präsidentin wenn z.B. Norman Peach wieder mal Israel mit den Nazis und Freitag den 13 vergleicht?

19. Uri D. - Februar 24, 2012, 3:44

Ach, da mach ich mir keine Sorgen, absolut nicht, was Beate Klarsfeld dann sagen würde.
Liebe Lila, danke, was für ein schöner Text, stilistisch, inhaltlich! Weizter so. Und immer wieder!
Achso, warum ich mir keine Sorgen mache… – lest ihre Kölner Dankesrede zur Preisverleihung vom 6.12.2011 – es war eine feine, launische, von angemessener Selbstbezogenheit nicht freie Rede (ein Geheimnis sei verraten: Ich hab sie auf haGalil veröffentlicht ;-) ;-(

20. Uri D. - Februar 24, 2012, 3:45
21. Roithamer - Februar 27, 2012, 19:16

Udo Jürgens wär doch auch n prima Präsikandidat. Vielleicht sollten die Grauen Panther ihn aufstellen.


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