Der andere Schuh drückt auch Februar 21, 2012, 13:16
Posted by Lila in Presseschau.trackback
Wenn ich Kommentare israelischer Beobachter lese, die sich über die Lage in Deutschland auslassen, schüttele ich auch manchmal den Kopf. Einfach um Euch mal zu zeigen, wie so ein Blick von außen danebengehen kann, hier ein Stückchen aus Eldad Becks Artikel in Ynet:
The expected yet very late resignation of German President Christian Wulff is not just another affair involving a politician suspected of wrongdoing being caught. It is yet another step in undermining Germany’s democratic system, a trend accelerated in the past decade.
Beck sieht die deutsche Demokratie in Todesagonien liegen, und das wegen Wulff. Er zählt Warnsignale auf, Rücktritte und politische Krisen, und kommt dann zum folgenden Schluß:
Studies undertaken in the past decade show a significant decline in Germans’ trust in democracy and growing support for a “strong leader.” Corruption affairs have hurt the image of most established parties, with sympathy growing not only for the “Pirates” but also for far Right parties, including the neo-Nazi party, which was not yet outlawed despite its clear involvement in terror against immigrants.
All of the above attest to the consistent weakening of democracy. Hence, instead of preaching to others, the German establishment would do well to wake up quickly.
Auch wenn die Einzelbefunde stimmen, wird das Gesamtbild trotzdem schief und krumm. Ich bin zwar nicht in Deutschland, aber lese ziemlich munter deutsche Zeitungen und habe ständigen Austausch mit Euch hier und auch “prifat” hab ich Kontakte nach Deutschland. Ich habe nicht den Eindruck, als wäre die Mehrheit der Deutschen auf dem Weg zum Starken Mann, der sie endlich von der Demokratie erlöst. Ich habe auch nicht den Eindruck, als würden die Instrumente der deutschen Demokratie nicht mehr funktionieren und ihre Institutionen dem Untergang entgegentaumeln.
Fehler kommen vor, Versäumnisse und Ungerechtigkeiten. Es gibt korrupte Politiker, Politikverdrossenheit, und es gibt auch extremistische Gruppen in der Bevölkerung, die manchmal zu lange unentdeckt bleiben. Auch deutsche Behörden leiden unter Vorurteilen und falschen Einschätzungen. Aber geht davon gleich die Demokratie unter? Das würde ich nur fürchten, wenn auf breiter Basis deutsche Behörden Neo-Nazis vor Strafverfolgung schützen würden. Aber das ist doch wohl nicht der Fall. Und was Politiker angeht? Macht korrumpiert, viel Macht korrumpiert sehr. Und selbst dann nur einen Teil der Mächtigen.
Ich bin keine Juristin und kann nicht beurteilen, ob mehr israelische Politiker im Gefängnis bzw auf der Anklagebank sitzen als deutsche, weil die Korruption hier schlimmer ist, oder weil die israelische Justiz ein kräftigeres Gebiß hat, oder die deutsche Öffentlichkeit einen besseren Magen. Ich wünschte, jemand könnte mir mal fundiert darlegen, wie deutsche, der Korruption überführte Politiker in Israel behandelt worden wären und umgekehrt. Ich bin mir ziemlich sicher, daß Hirshson und Benizri auch in Deutschland hinter Gittern gelandet wären.
Immerhin – Deutschland braucht sich um solche Kommentare wie von Beck, die mehr der Dokumentation vorgefaßter Meinungen als wirklicher Analyse der Situation geschuldet sind, nicht zu kümmern. Da genügt ein Achselzucken, um mit solchen Mißverständnissen fertigzuwerden. Deutschland braucht niemandes Zustimmung, Unterstützung, Solidarität. Trotzdem lesen sich solche Verallgemeinerungen nicht gut. Oder was meint ihr?
Kommentare
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Diese Analyse ist nicht nur verallgemeinernd, sondern auch in sich widersprüchlich. Wer die Piraten-Partei wählt, will alles andere als einen “starken Mann”, er will vom Staat alleingelassen werden.
Und die Mehrheit könnte wohl auch gut ganz ohne Bundespräsident leben.
Ein NPD-Parteiverbot geht nicht so einfach schwuppdiwupp, wie es Herr Beck glauben macht.
Ich finde Deutschland auch nicht besonders korrupt. Es treten zwar regelmäßig Politiker zurück, aber es geht immer nur um kostenlose Urlaube oder um die Privatnutzung enes PKW. Das sind doch Kinkerlitzchen. Das sind Probleme eines Landes, das keine wirklichen Probleme hat.
Von einer Freundin weiß ich dass Eldad Beck am Rande von Prenzl-berg wohnt.Man kann ihn auch gelegentlich hören
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/ausderjuedischenwelt/1364938/
Als Berliner Journalist müßte er gut durchblicken! Aber es ist auch viel
persönliche Meinung dabei…
Ganz recht. Und Dir fällt das alles sofort auf, mir auch, wenn auch in geringerem Maße. Weil Du drinsteckst, weil Du weißt, wovon die Rede ist.
So fällt mir in x Artikeln über Israel aus deutscher Feder auf, daß sie vorne und hinten nicht stimmen. Wie diese falsch genähten T-shirts, wo einfach die Nähe nicht passen und das ganze Ding in sich verdreht ist.
Aber so wie ganz viele deutsche Leser ihre Weisheiten aus solchen Artikeln mit inneren Verwurstungen nehmen, wenn es um Israel geht, so werden viele israelische Leser sagen: ach ja, diese Deutschen, wir wußten es ja schon vorher.
Und jetzt stell Dir mal vor, daß diese Israelis Dich in einer Diskussion belehren wollen, weil sie ja bei Eldad Beck gelesen haben, was in Deutschland abgeht
Was Du da für Späßchen dran haben kannst…
Dorothee, das ist interessant, wußte ich gar nicht. Ich weiß über Herrn Beck nichts, aber ich denke mir mal, er ist mit einer mehr oder weniger vorgefertigen Meinung über Deutschland hingezogen. Und er interpretiert die Ereignisse, wie sie in sein Schema passen.
So wie es auch Knaul, Schmitz und die anderen Unsäglichen tun
Es wäre besser gewesen, Ynet hätte außer Becks Artikel (der ja mehr opinion als news ist) einen zweiten Kommentator genommen, einen Deutschen, der diese ganzen Sachen zurechtrückt. Aber was würde dann ein Leser, der ans Schema glaubt, sagen? “Ach, der will es sich ja nur schönreden, der Beck wird es schon richtig erkannt haben”…. da tu mal was gegen
Praktisch ist die Demokratie aber tot. Man stelle sich mal vor, in Israel würde es eine legal zugelassene Partei geben und alle gesellschaftlichen Organisationen und Konkurrenzparteien würden ein Klima schaffen, in der Hotelbetreiber darin wetteifern, dieser Partei Übernachtungen oder Tagungen unmöglich zu machen und richterlich genehmigte Demonstrationen und Versammlungen würden von bunten Aktionsbündnissen blockiert. Wie geschrieben, es handelt sich um eine zugelassene Partei, so zugelassen, wie DIE LINKE oder die CDU, die aber mit allen legalen und illegalen Mitteln an ihrer Parteiarbeit gehindert wird. Wäre das dann noch eine Demokratie? Wohl kaum. Es werden Rituale zelebriert und Reden geschwungen aber Alternativen gibt es keine mehr. Am Getränkeautomaten kann man nur noch Kaffee bestellen, den aber in verschiedener Stärke. Und wenn jemand Tee will? Oder Limonade? Tja, das ist nicht vorgesehen. Außerdem, wer Tee oder LImonade will, der ist sowieso schon irgendwie verdächtig. Denn die Teetrinker damals, die haben ganz furchtbare Verbrechen begangen und wenn wir eins aus der Vergangenheit gelernt haben, dann ist es: “Nie wieder Tee!”
Die Piratenpartei wird meines Erachtens in einigen Jahren wieder ganz verschwunden sein. Sie war selbst von ihrem Erfolg überrascht und mußte sich erst einmal ein Parteiprogramm zimmern. Darin findet man eine “liberale Drogenpolitik”, d. h. das Rauchen von Cannabis soll freigegeben werden und man ist für ein Wahlrecht ab Geburt. Leider erkundigen sich die meisten Menschen nicht richtig über die Ziele einer Partei und denken, hier geht es nur ums Internet und Datenvorratsspeicherung.
Das beste Beispiel für Demokratie in Deutschland hat sich doch gerade erst hier gezeigt: Am Ende stellte man doch Herrn Gauck gemeinsam zur Wahl des Bundespräsidenten auf. Natürlich redet man jetzt darüber, wie zerstritten die CSU mit ihrem Partner FDP sei. In einer Demokratie muss halt diskutiert werden und das manchmal heftig. Man muss auch bedenken, dass SPD und Grüne extra den evtl. Zwist in der Regierung für sich ausnützen wollen. Leider beschränkt sich bei uns Politik darauf, den anderen “in die Pfanne zu hauen” oder schlecht zu machen. Das finde ich schlimm, hier gibt es keine Ehrenmänner mehr, sondern mißgünstige Politiker machen Karriere. Dies ist nur deshalb möglich, weil wir hier in Deutschland keine lebensbedrohenden Sorgen haben und es uns gut geht. Wäre es anders, könnte man nur zu den meisten Polikern nur sagen: GUTE NACHT Deutschland! Wie die Einstellung der meisten Poliker ist, messe ich immer daran, dass sie während des Wahlkampfes die Menschen als “Wähler” bezeichnen. Ich bin erst in zweiter Linie ein Wähler, in erster Linie bin ich ein Bürger, der pünktlich Steuern zahlt und hofft, dass mein Geld nicht zum Fenster hinausgeworfen wird (oder zu den Griechen, die uns von Anfang an beim Beitritt in die EU betrogen haben). Von der SPD, die damals auch einfach durchgewunken hat, hört man darüber nichts mehr. Sie rechnet damit, dass die Bürger schnell vergessen.
Die Linken haben zwar ihren Namen möglichst oft gewechselt, um vergessen zu lassen, dass sie ehemalige Kommunisten sind. Viele ehemalige Informanten der Stasi tummeln sich dort und RAF-Sympathisanten. Sie nennen sich zwar auch Demokraten, weil sie gewählt wurden. Wenn man aber Marx, Engels, Lenin, Trotzki, Liebknecht und Rosa Luxemburg verehrt, kann man kein Demokrat sein. Diese Herrschaften waren nämlich selbst keine Demokraten. Viele ehemaligen SED-Mitglieder befinden sich in dieser Partei. Das sind genau diese Leute, die 1989 hofften, die DDR würde bestehen bleiben. Nicht umsonst wurde von den Linken den ehemaligen DDR-Soldaten offiziell herzlichst gedankt, dass sie so tapfer und stolz die innerdeutsche Grenze jahrelang auch per Schusswaffen verteidigten. Es hat schon seinen Grund, diese Linken vom Verfassungsschutz überwachen zu lassen.
Ich kann Karl-Eduard nicht beipflichten, wenn er behauptet, die Demokratie sei praktisch tot. Auch die Demokratie hat ihre Fehler und ist oft nicht aufmerksam genug. Das beweist das Versagen beim Vordringen der Neo-Nazis und deren Mordserie. Ich habe aber keine Bange, dass man diese miese, verirrte Gruppe bald unter Kontrolle bringt und wegsperrt.
Margot
Lila, da sich zur Zeit in einer etwas ungewohnten Ecke noch ungewohntere Sympathie breit zu machen scheint, muss es irgendwo auch noch ein Gegengewicht geben
Und Watson und Mardell sind nicht die einzigen Briten, die in letzter Zeit einen wohlwollenden Blick auf unser Land geworfen haben.
Das Problem mit Becks Darstellung besteht aber letztlich immer. Seine Beobachtungen mögen gefärbt sein, aber so ganz falsch sind sie auch nicht. Einordnen kann man sie aber womöglich nur dann angemessen, wenn man den Alltag hier etwas näher kennt und sich regelmässig auf dem Laufenden hält, und wenn man sich auch der Vielfältigkeit unseres Landes bewusst ist. Wem dies nicht bewusst ist, wird kaum mehr daraus herausholen als das, was seinen Erwartungen am nächsten kommt und sich über den Wiedererkennungsseffekt freuen.
ich glaube in deutschland ist alles gut solange sich die leute ein neues handy leisten koennen und 1-2 mal die woche in ein restaurant gehen koennen und sich den urlaub im ausland leisten koennen.
J
Eldad Beck hält z.B. sehr viele Vorträge in Berlin. Er ist Berlin Korrespondent der Jedijot Achronot. Er kennt also den Alltag in Deutschland ganz gut.
zu 5.
“.. Denn die Teetrinker damals, die haben ganz furchtbare Verbrechen begangen und wenn wir eins aus der Vergangenheit gelernt haben, dann ist es: “Nie wieder Tee!”.
Selbst wenn es ironisch rüber kommen soll, ist das eine sehr ungute Art, pro NPD zu sprechen.
jakobo, jetzt musst du mir nur noch verraten, auf welchem Planeten es dein Deutschland gibt.
mibu, uebersetzt du mir bitte deine frage? oder sagst mir was dir oben nicht gefallen hast?
Jakobo, ich kenne eine Menge Leute in Deutschland, gerade Jüngere, die riesige Zukunftsängste haben. Ich kenne junge Leute, die sich nicht trauen, eine Familie zu planen, weil das wie ein unbesteigbarer Berg vor ihnen liegt. Es gibt in Deutschland viele Probleme, in jeder Region andere, und obwohl es natürlich auch die satten Wohlstandsbürger aus der ZEIT-Reportage vor Weihnachten gibt, die einem obdachlosen Paar keine Herberge gewähren, auch wenn die Frau schwanger ist…, gibt es auch jede Menge andere Deutsche.
Ich halte Becks Einschätzung, so kompetent er sonst sein mag, für falsch. Es mag heute mehr kritische Stimmen zum Thema Demokratie geben, Bitterkeit oder Enttäuschung oder Apathie. Es gibt ja auch viele Möglichkeiten, ernsthaften Entscheidungen aus dem Weg zu gehen. Aber ich sehe keine Gefahr für die deutsche Demokratie, und weiß Gott, ich bin kritisch meiner alten Heimat gegenüber.
Beck deutet an, daß ein entsprechend gelagerter Demagoge die Deutschen wieder in die anti-demokratische Trunkenheit führen könnte. Das halte ich für unrealistische Schwarzmalerei. Vielleicht bin ich zu optimistisch? Nein, glaube ich nicht. Weimar muß sich anders angefühlt haben.
Wer die Erfolge der Piratenpartei als Kronzeugen für eine De-Demokratisierung Deutschlands anführt, sieht die Sache m.E. falsch.
Karl-Eduard, ich habe neulich einen Kommentarstrang in einem anderen Blog gelesen (war es Tapfer im Nirgendwo?), wo Du offener als hier dargelegt hast, was Du von Juden und Israel wirklich hältst. War ganz interessant. Mal gucken, ob ich den Link noch finde – Yael weiß es vielleicht noch?
hmm… Lila, ich weis auch nicht genau bis zu welchem punkt… im november/dezember hast du nachrichten geschaut und alle waren der meinung, dass das naechste jahr schlimmer wird und mit dem euro dies oder jenes passieren wird und dass naechstes jahr alles bergab gehen wird und dann bist du in die innenstadt gegangen und die stadt war voll von leuten die alles moegliche gekauft haben es war anscheinend sogar der beste weihnachtsverkauf sein vielen jahren. ich hatte das gefuehl die leute leben in einer riesen seifenblase und ich hoffe dass die noch lange haelt. nicht nur aus den gruenden die ich oben genannt habe.
je mehr du in regionen kommst wo die leute nicth so viel konsumieren koennen je groesser wird der auslaender hass und je weniger sind die leute mit der eu zufrieden und wollen lieber nationalistische richtungen einschlagen. (ich glaube aber auch dass das eine sehr europaeische dinamic ist und nicht nur in deutschland so ist.)
Als Lektüre empfehle ich die Bücher von Colin Crouch. Sein erstes in Deutschland erschienenes Buch trägt den Titel “Postdemokratie”. Nach Crouch ist eine Postdemokratie ein Gemeinwesen, wo zwar noch formell Wahlen stattfinden, die Politik jedoch längst nicht mehr von den Bürgern bestimmt wird, sondern von privilegierten Eliten, die sich zu Lobbyvertretungen formiert haben. Ich glaube, das trifft die Lage in Deutschland und Europa ziemlich genau.
Ein Beispiel: Als Papandreou das von Regierungs- und Wirtschaftsexperten beschlossene Hilfsprogramm für Griechenland einer Volksabstimmung unterziehen wollte, war das Entsetzen der regierenden Eliten groß. Wie kann das sein? Ein Volk stimmt ab? Merkel drohte mit einem Stopp der Gelder und Papandreou musste einen Rückzieher machen. Und damit nicht genug: Unser oberster Finanzjongleur Schäuble schlägt nun vor, dass die Griechen doch lieber ihre Wahlen verschieben sollten. Demokratie? Die kann warten! Vielleicht kommt der Tag, wo er das auch uns Deutschen vorschlagen wird.
Was Israel betrifft gab es schon immer ein gefährliche Gemengelage von Wirtschaftsvertretern und Politikern. Wer Zeev Sternhells Buch über die Gründermythen Israels gelesen hat, weiß, dass die Arbeiterpartei (damals Achdut Haavoda und später Mapai) bereit war, alle und ich meine wirklich alle Prinzipien einer sozialistischen/sozialdemokratischen Partei aufzugeben, um die Unterstützung der Leute mit Geld zu bekommen.
Karl-Eduard hat nicht ganz unrecht. Hier in Frankreich stellt sich gerade die Frage, ob Marine Le Pen genügend Unterschriften bekommen wird (von gewählten Bürgermeistern), um sich als Kandidatin präsentieren zu können. Das System ist an sich fragwürdig, denn die Bürgermeister können und sollen nicht auf die Wahl einwirken. Aber wenn sich eine Front gegen einen Kandidaten bildet, dann kann der ausgeschlossen werden, obwohl eine breite Bevölkerung hinter ihm steht. Ist das demokratisch?
Das heißt beileibe nicht, daß ich Marine Le Pen auch nur im zweiten Wahlgang sehen wollte; heute sie nicht mehr als ihren Vater vor 12 Jahren.
Jakobo, du scheinst die falschen Leute zu kennen; ein- bis zweimal die Woche ins Restaurant zu gehen können sich nur ganz wenige Leute leisten. Außer, du rechnest Schul- und Betriebskantinen sowie Mensen mit in deine Statistik ein, aber dann solltest du mal den Mensafraß probieren – der ist oft nicht mal wert, was er kostet.
“Hier in Frankreich stellt sich gerade die Frage, ob Marine Le Pen genügend Unterschriften bekommen wird (von gewählten Bürgermeistern), um sich als Kandidatin präsentieren zu können.”
Warum soll sie dich nicht bekommen? Ihr Vater war bei den Präsidentschaftswahlen auch immer dabei.
Die einzige als extremistisch angesehene und auch vom V-Schutz beobachtete Partei, die im deutschen Parament sitzt, ist die Linkspartei. Rechtsradikale Parteien sind in D völlig marginalisiert; das gilt sogar für rechte, aber nicht radikale Parteien.
Übrigens ist es ausgerechnet eine dieser neuen, vom Verfasser erwähnten Kleinparteien (die obendrein als “rechts” wahrgenommen wird), die als (so weit ich weiß) einzige deutsche Partei das Bekenntnis zu Israel im Grundsatzprogramm stehen hat:
“Israel ist der einzige demokratische Staat im Nahen Osten und damit der Vorposten der westlichen Welt im arabischen Raum. Alle demokratischen Länder müssen höchstes Interesse daran haben, dass Israel in freier Selbstbestimmung und in Sicherheit existieren kann. Wir bekennen uns ausdrücklich zum Existenzrecht Israels, es steht für uns nicht zur Disposition. Für den Friedensprozess in der Region gibt es keine Alternative, deshalb unterstützen wir alle Bemühungen, diesen erfolgreich zum Abschluss zu bringen. Ebenso unterstützen wir eine Mitgliedschaft Israels in der NATO.”
(http://www.diefreiheit.org/politik/grundsatzprogramm/europa-und-welt/)
Hierbei handelt es sich, glaube ich zumindest, auch um die Partei, auf die Karl Eduard in seinem Kommentar Nr. 5 anspielt.
Die deutsche Demokratie wird gegenwärtig viel eher von links bedroht als von rechts. Aber sich dieser Tatsache zu stellen (also “umzudenken”) fällt offenbar so schwer wie die Einsicht, dass einflussreicher Antisemitismus in Deutschland und Europa heute zwar auch noch “von rechts”, aber vor allem und weiter zunehmend von links und vom Islam ausgeht.