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13 Jahre Quarta Februar 19, 2012, 17:02

Posted by Lila in Kinder, Uncategorized.
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In meinem Kopf sehe ich sie immer noch als kurze, kleine, niedliche kleine Motte. Ich zucke immer erstaunt und fast überwältigt, wenn das schmale, hübsche, langbeinige junge Mädchen auftaucht, in die sich meine Jüngste verwandelt hat. Ihr großer Bruder findet, sie hat am meisten Pfeffer von allen vieren, und das kann sein. Sie hat einen scharfen Humor und eine ebenso scharfe Beobachtungsgabe. Außerdem sehr viele Freundinnen und Freunde, unglaublich gute Noten in allen Fächern, riesige Tierliebe und gute Menschenkenntnis. Es ist spannend, ihr beim Großwerden zuzusehen.

Heute ist sie also dreizehn Jahre alt geworden. Als wir in der Morgenfrühe den Kuchen anschnitten, machten Primus und Tertia mir die Rechnung auf – nicht nur wie viele Kindergeburtstage wir schon auf dem Buckel haben, sondern wie viele Kuchen ich dazu gebacken habe. Pro Geburtstag sind das mindestens drei Kuchen, oft vier oder mehr. Ein Kuchen für die Morgen-Feier im kleinen Kreis, einer für Schule oder Kindergarten, einer für Kinderhaus oder Kindergeburtstag, zwei Kuchen für Familienfeier.

Selbst wenn wir pro Geburtstag nur drei Kuchen ansetzen, ist das eine erschreckende Menge Eier und Schmalz, Butter und Salz, Milch und Mehl – mit oder ohne Safran. Meine Kinder sind 21, 20, 18 und 13 Jahre alt, rechnet es selbst aus…

Einige Kuchen sind in unsterblicher Erinnerung geblieben – das Schwimmbad, das ich zu Primus´ fünftem oder sechstem Geburtstag gebacken habe, mit Kinderüberraschungseier-Figuren verziert und Wackelpudding gefüllt! Wie viele Eisenbahn-Kuchen habe ich gebacken. Zebrakuchen, Schneewittchenkuchen, endlos viele Schokoladenkuchen mit Smarties und Kerzen obendrauf, Napfkuchen mit Mandeln, versunkene Apel- und Kirschkuchen, Mandelkuchen vom Blech, Biskuitrollen, vereinfachte Schwarzwälder-Kirsch-Variationen…. kaum nachzuvollziehen.

Ich war im Kibbuz, bevor ich raus in die feindliche Welt von Studium und Arbeit ging, als Kuchenbäckerin ganz bekannt. Mehrere Freundinnen baten mich um Torten für festliche Anlässe, und wenn bei der Arbeit jemand Geburtstag hatte und ein Kuchen fällig war, habe ich ihn gebacken.

Noch vor unserer Hochzeit hat mir meine liebe Schwiegermutter ein schönes unterteiltes Büchlein geschenkt, wo ich Rezepte eintragen konnte. Das ist jetzt neulich voll geworden, und ich habe angefangen, alles in Ziplist zu übertragen. Langsam langsam. Ich habe immer lieber gebacken als gekocht, die Freude am Kochen hat sich erst entwickelt, seit ich eine vertretbar große Küche habe – also in den letzten zehn Jahren. Mein Rezeptbüchlein zeigt diese Vorliebe, zwei Drittel der Rezepte sind Kuchenrezepte. Jedes Rezept mit Namen der Quelle und Datum.

Michals gekochter Schokoladenkuchen, Zippis salzige Sesamkekse, Jocelyns Quarksahnetorte – alles Erinnerungen an Teams, in denen ich mal gearbeitet habe, und an Gelegenheiten, bei denen diese Rezepte mal der ganz große Hit waren.

Leider habe ich nicht alle Rezepte meiner Oma, der besten Kuchenbäckerin und Köchin der Welt, überliefert bekommen. Ihr Haselnußkranz war so unglaublich lecker, daß ich manchmal nachts daran denke. Wie ich als Kind die einzelnen Schichten auseinandergepellt habe und genußvoll immer abwechselnd ein bißchen Teig, ein bißchen Füllung gegessen habe. Und wie schön und satt diese Rolle aussah.

Die Kinder dürfen sich natürlich immer Kuchen aussuchen. Als sie noch klein waren und ihr Sinn nach Eisenbahn, Schwimmbad und Schatztruhe stand, habe ich nach diesem Buch gebacken – da ging es mehr um Verzierung als um Geschmack. Alle Mütter im Kibbuz hatten dieses Buch, und es war ein kleiner Wettkampf zwischen den Müttern, wie wohl der Esti die Autobahn geraten war…

Als die Kinder größer wurden, kristallisierten sich die Geschmäcker heraus. Der eine mag gern, wie ich als Kind, eine Zitronen-Biskuitrolle, der andere lieber was ganz Schokoladiges oder Cremiges, Y. schwärmt für Mohnkuchen und ich für Obst, am liebsten Prummen- oder Apfelkuchen vom Blech.

Heute habe ich übrigens einen Kuchen gebacken, den alle gern mögen, der ganz einfach geht und den ich von einer Kollegin gelernt habe, mit der ich vor zwanzig Jahren im Altersheim gearbeitet habe. Chanas Biskuittorte geht ganz einfach und schnell, und nicht nur Kinder essen sie gern.

Also, eine einfache Biskuittorte backen, schön fluffig. Auskühlen lassen und aus der Springform nehmen. Mit einem scharfen Messer die Oberfläche des Kuchens kreisförmig einschneiden. Das abgeteilte Innere mit einem Löffel ausheben, so daß der Boden und ein Ring übrigbleiben. Den ausgelöffelten Teig in eine Schüssel bröseln, mit geschlagener Sahne und Obststückchen vermischen – entweder Fruchtcocktail aus der Dose (so hat Chana das gemacht), oder frisches Obst, oder gekochtes Obst. Mit gefrorenen Himbeeren find ich es auch sehr gut. Die Mischung gut verrühren, in die leere Vertiefung des Kuchens schaufeln, gut andrücken. Das ergibt einen kleinen Hügel. Mit Sahne überziehen und ein bißchen bunte Zuckerperlen drüberstreuen. Wenn der Kuchen ein paar Stunden zieht, wird er noch leckerer.

Inzwischen ist sie, mit Ballons und Geschenken beladen, aus der Schule zurück. Mazal tov, kleine Maus.

Kommentare

1. Yael - Februar 19, 2012, 17:26

Oh, die Pupertät ist in Sicht. ;)
Die Zeit vergeht so schnell. Und schon sind sie alle erwachsen.
Sag ihr unbekannterweise von mir Mazzal tov.

2. Marlin - Februar 19, 2012, 17:30

Kuuchen!! Gemein, was Du alles erzählst, ich bekomme solchen Appetit. :(

Deine Kinder haben es echt gut. (Nicht nur wegen des Kuchens. :D Aber auch.)

Dann hat Quarta ja doch irgendwan Bat Mizva, oder?

Meinen Glückwunsch jedenfalls. Ich würde ja irgendwas mit viel Schoko nehmen, oder auch sehr gern Mohn. (Mit richtig dicker Mohnschicht… *sabber*)

Übrigens im Knast und im Entzug ist Mohn hier jedenfalls verboten. Weißte bestimmt.

3. mibu - Februar 19, 2012, 17:51

… aber SO ist es ja eigentlich IMMER: die kleinsten(jüngsten) sind die frechsten ! Alles Gute !

4. willow - Februar 19, 2012, 19:02

Viele liebe Grüße an das “Kind” auch von “uns”! AllesAllesAlles Gute…

(die Jungs werden ihr sicher über Facebook gratulieren … )

Was hat “Kind” denn so für Geburtstagswünsche … ?

5. zimtapfel - Februar 19, 2012, 19:21

Herzliche Glückwünsche und alles Gute für Quarta!
Und – wie ging noch dieser Segensspruch, den gestern irgendwo weiter unten in den Kommentaren las? – möge sie alt und fett werden! ;-)
Last euch die Torte schmecken, das klingt wirklich sehr lecker! :-)

6. A.mOr - Februar 19, 2012, 20:20

Massl tow an die “Motte”! ;)

7. Paul - Februar 20, 2012, 7:51

Von mir auch herzliche Geburtstagsgrüße.
Gottes Segen möge sie begleiten.

8. Eva - Februar 22, 2012, 10:11

Wieder ein leckeres Rezept. Deinen “Salmonellenkuchen” mache ich gerne für meine Arbeitskollegen – er hat hier im Buero schon einen legendaeren Status und wird immer gewuenscht.

Masal Tov fuer die Kleine!


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