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Eine Zündel-Geschichte Februar 9, 2012, 18:59

Posted by Lila in Presseschau.
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Vor ein paar Wochen ging es auch durch deutsche Blätter: ein junger israelischer Tourist hat beim Verbrennen seines Klopapiers einen Nationalpark in Chile in Flammen aufgehen lassen.

Ein 23-jähriger israelischer Tourist wurde als mutmaßlicher Täter wegen fahrlässiger Brandstiftung angeklagt. Er hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft im Park Toilettenpapier verbrennen wollen, berichtete der Fernsehsender 24 Horas. Auf diese Weise werden in vielen Naturschutzgebieten auch kleine Mengen anderer Abfälle entsorgt.

Daß der Tourist das bestritt, wurde in Gänsefüßchen erwähnt. Ein deutscher Kommentator versäumte es nicht, spöttisch seinen Senf dazuzugeben:

>>Zipfelwalter

Ein Israeli wurde festgenommen ?Mal gespannt, wie lange es dauert, bis man den Chilenen ” Antisemitismus ” vorwirft …..

Ha ha. Dabei weiß doch jeder, daß es Antisemitismus gar nicht gibt. Außer als Keule natürlich. Das ist so wie mit dem Storch, den gibt es eigentlich ja auch gar nicht.

Nun, in Chile gibt es ihn vielleicht doch.

Die Chilenen jedenfalls schrien “stinkender Jude”, als Rotem Singer vor Gericht geführt wurde. Nicht etwa “leichtsinniger Israeli”, sondern “stinkender Jude”.  Chilenische Zeitungen phantasierten, daß die Israelis Chile besetzen wollen, und deswegen schon mal vorsorglich geräuchert haben. Ein Politiker twitterte, daß es sich bei dem Israeli bestimmt um einen Mörder palästinensischer Kinder handelte. Ja, die Juden, diese Kindermörder! Quellen für diese Geschichten u.a. hier, und die JPost hat ebenfalls viele Einzelheiten. Einen originalen Artikel, Google-übersetzt, habe ich in dieser Zeitung hier gefunden:

In 1895, Theodor Herzl wrote “The Jewish State” , manifest parent of Zionism as expansionist interpretations later, now based colonialist crime against the people of Palestine . At the time, one of the alternatives encouraged by the then British Empire was precisely to establish isrelíes in Patagonia, Argentina. And the Torres del Paine Park bounded on the north to the Parque Nacional Los Glaciaresin Argentina . ¿Pure coincidence?

According to the military’s grandfather  Roter Singer that would have caused the fire, the subject “served in a combat unit in the army of Israel.” That is, Singer is part of one of the better-armed armies of the planet (and none other than the U.S., which alone produces half of the military technology of the globe), and train their troops in the pride of occupation, in the scorn of your domain super apertrechado by U.S. imperialism in the concrete exercise of trying to break daily psiquiatrizado a people impoverished by militarization, control points on the civilian population, imprisonment, torture and invasive growing settlements; economic strangulation and racism were once ironically suffered by Jews themselves in their most outrageous, by the German Nazis.

Mancher Araberin ist die Berichterstattung nicht ätzend genug, und sie legt noch kräftig nach:

An Israeli soldier set fire to the “Torres del Paine” national park in the southern region of Patagonia in Chile on past 28 December 2011, allegedly while “burning toilet paper”. Meanwhile (3 January 2012), the fire has consumed between 12.000 and “at least 20.000” hectares of forest according to reports from Chilean media .

The Torres del Paine National Park has been set ablaze and the poor Chileans have lost a major source of national pride and income. The international community and the major “friends of nature” remained silence, watching the fire devour the most beautiful paradise of nature on the earth. The WWF only issued an opinion stating that “this time we can’t inculpate the tourist as in previous fires”. Is this so because the culprit is an israeli?

The Israeli military censors immediately banned the correspondents working for international newspapers, TV and media from reporting about the truth and true extent of what Israeli military officer, Rotem Singer (רותם זינגר) of the IDF, a resident of Ness Ziona (מנס ציונ), did. He burnt down between “over 11,000 hectares” (initial reports) and “over 20.000 hectares” (reported today 3 January) of the best-known Chilean Environmental Sanctuary, the National Park Torres del Pain in Patagonia. Singer returned to the hostel where he and his unit were staying in the nearby city of Puerto Natales to eat and have fun while the flames were swallowing the plants birds and animals in the National Park

“Ness Ziona” is the name given by Russian Haganah terrorists to the (razed) Palestinian village of Hanin (also Wadi Hunayn) which was inhabited by the Mhanna clan. The Russian jewish terrorists destroyed it completely and built on its ruins of the settlement of “Ness Ziona”. The Palestinian Arab owners and inhabitants were murdered or expelled (ethnically cleansed).

Ja ja, natürlich, Rotem war als Soldat mit seiner Einheit da, er hat nicht nur den israelischen Angriff auf Chile vorbereitet, über den Brand hämisch gelacht,  sondern auch eigenhändig Ness Ziona ethnisch gesäubert. … Manche Leute glauben aber auch alles. Außer natürlich, daß es Antisemitismus wirklich gibt.  Die Verschwörungstheorien, die sich auf dieser Seite entwickeln, könnten einen erstaunen, wenn man nicht wüßte, daß mancer den Israelis wirklich alles zutraut, und daß die arabische Presse und Blogwelt auch vor den blühendsten Märchen nicht zurückschreckt. Bereitet Euch also auf die Schlagzeilen vor, wenn Israel Patagonien annektiert. Die Chilenen jedenfalls sind schon in Verteidigungshaltung.

Nun, und was ist dran an der Geschichte? Tja, nichts. Rotem Singer, der Israeli, der nach seinem Wehrdienst nach Südamerika gereist ist für den typischen post-army-trip, war nur der Sündenbock. Er ist freigelassen worden.  Allerdings, wie wohl in einem Rechtsstaat wie Chile üblich, muß er Strafe zahlen und sich verpflichten, Sozialdienst im Jewish National Funds in Israel zu leisten, sonst hätten sie ihn nicht freigelassen – obwohl klargestellt wurde, daß er das Feuer nicht verursacht hat. Aber die reichen Juden, die haben´s ja, da wird dann mal ein bißchen erpreßt. Außerdem kann man es dann so hinstellen, als hätte Singer sich rausgekungelt, und als wäre er eigentlich der hämisch kichernde Brandstifter.

Werden die chilenischen Schreihälse, sogenannten Journalisten und Politiker sich bei Rotem oder Israel entschuldigen für Gift und Galle, die sich über die bösen zündelnden Juden ausgegossen haben? Nein, natürlich nicht. Und Zipfelwalter und seine Gesinnungsgenossen werden weiterhin spöttisch die Schultern zucken, wenn jemand irgendwo Antisemitismus zu erkennen glaubt.  Oder sich einbildet, einen Storch zu sehen.

Ob deutsche Medien Rotem eine Richtigstellung gönnen werden? Nein, dafür ist die Meldung nicht groß genug und das Interesse zu gering. Aber das, meine Lieben, bedeutet Israeli-sein. Selbst beim Klopapier-Verbrennen muß man gewärtig sein, am Ende alle eingebildeten oder echten Sünden des jüdischen Volks aufgepuckelt zu bekommen.

Kommentare

1. A.mOr - Februar 9, 2012, 19:53

Das kann doch alles nicht wahr sein!

Fassungslos…

2. Lila - Februar 9, 2012, 20:00

Leider doch. Ich hab mir erst eine Weile überlegt, ob ich das Thema anfasse – ich ärgere mich über sowas schwarz. Allein schon diese ganze Lügengeschichte über Ness Ziona. Man kann den Leuten wirklich den letzten Bullshit verkaufen, sie schlucken alles, sie glauben alles.

Und: wie im echten Leben werden alle Israelis zu Soldaten erklärt. In den Zeitungskommentaren wird das besonders deutlich. Damit verwischen die Gegner Israels wieder mal die Grenzen zwischen Kombattanten und Zivilisten. Jeder Israelis ist Soldat, ist damit Zielscheibe und potentielle Bedrohung.

Natürlich sind längst nicht alle Israelis Soldaten. Aber das ist die Taktik der anderen Seite.

Einfach nur widerlich.

Jetzt stell Dir vor, ich bin schon seit einer Woche stockheiser, wie ich Y. voll Empörung den ganzen Fall erzähle. Er mußte gegen seinen Willen lachen.

3. A.mOr - Februar 9, 2012, 20:15

Also, ich habe noch immer keine Worte, „widerlich“, da hast Du sicher recht und soviel mehr, das geht über drei Banden in der ganzen Welt, und letztlich handelt es nur von einem Juden, der Trekking-Urlaub macht.
Und die machen daraus so eine riesige (- – -), was kann man dazu noch sagen?

Eines, das erscheint ziemlich klar, und Du gehst auch darauf ein, hier werden menschenverachtende Fronten errichtet. Was sind das für Menschen, die so menschenverachtend, so verlogen schreiben? Was geht bei denen im Kopf vor? Was erhoffen sie sich in der Konsequenz ihrer „Weltbilder“?

Es ist ja nichts neues, daß Juden so schlimm verleumdet werden, aber ich kann es nicht fassen!
Mir drückt es das Herz zusammen!

4. Lila - Februar 9, 2012, 20:18

Und dann noch dieser Kosakenwalter, äh, Kosakenzipfel, der in der WELT satt und hämisch meint, da werden die Israelis wohl wieder ihr Luftsüppchen Antisemitismus drauf kochen… die Häme fand ich mit am ekligsten.

Wer aber nur die WELT liest oder andere deutsche Medien, wird von dem ganzen Zirkus nichts mitgekriegt haben. Und tatsächlich denken, die spinnen, die Israelis.

Perfide, perfide.

5. A.mOr - Februar 9, 2012, 20:26

Perfide, mit dem Wort triffst Du es auch gut.
Ich bin geneigt zu weiteren “Begriffen”, aber lieber nicht öffentlich. Man könnte wirklich versuchen, diese ganze Geschichte als “Witz”, wenn auch unfreiwilliger Art, zu betrachten, nur es gelingt mir nicht.
Häme, stimmt, das ist widerlich!

Nu, schone Deine Stimme, …ich bin fassungslos.

6. willow - Februar 9, 2012, 20:31

“Sie” schlucken buchstäblich alles … zum Speien!

bestimmt auch *das* :

null

7. A.mOr - Februar 9, 2012, 20:39

Haben diese Leute keine Innensicht, ist ihnen nicht bewußt, welchen Charakter sie damit offenbaren? Ist ihnen das gleichgültig? Was sind das für Menschen?

8. Paul - Februar 9, 2012, 20:43

Lila, vielen Dank, dass Du diese Geschichte angefasst hast. Obwohl ich viel im Internet unterwegs bin, bisher ist sie mir nicht begegnet.
Das Schlimme an dieser Sache, irgendwann, in einiger Zeit, ewentuell in ein bis zwei Jahren, wird in irgendeinem Zusammenhang dann nur noch geschrieben: “Juden haben auch den Nationalpark in Chile angezündet.”
Keiner kann sich mehr erinnern und dann im Internet diese Sache zu finden, um es richtig zu stellen, ist beinahe unmöglich. Ein gefundenes Fressen für die Palästinenser und ihre verlogene Propaganda.

KARAMBA MIR KOCHT DER BLUT

9. Aristobulus - Februar 9, 2012, 21:11

Lieber A.mOr,
perfide ist der richtige Ausdruck, davon hatten wir beide es ja erst gestern bei konstruktiven Bieren…

Es gibt ja genügend Gegenkommentare, die den Nagel auf den Kopf treffen. Der Erste unterm Artikel schreibt:

Jaime Hanson comentó el 7 de Enero, 2012 a las 6:46 pm
El comentario sobre el incendio en Torres del Paine no tiene pies ni cabeza. El supuesto autor involuntario es calificado de “militar”: ¿desde cuando un jóven que terminó su servicio militar es un militar?
La referencia a Herzl está equivocada también ya que los esfuerzos desplegados por el fundador del sionismo político -a fines del S XIX- siempre estuvieron orientados a asentar a los judíos en su tierra ancestral en Palestina, que estaba en manos turcas en ese momento.
Saludos.

Heißt:
Jaime Hanson am 7. Januar 2012 um 18:46
Der Artikel über den Brand in Torres del Paine hat weder Kopf noch Fuß. Der mutmaßliche Täter wird als “Soldat” bezeichnet: Seit wann ist ein junger Mensch, der seinen Militärdienst abgeleistet hat, ein “Sodat”?
Der Hinweis auf Herzl ist ebenso irreführend, insgleichen diese Hinweise auf den Gründer des militäriscen Zionismus – Ende des 19. Jahrhunderts ging es nur um die Ansiedlung von Juden auf dem Boden ihrer Väter in Palästina, das zu der Zeit von den Türken beherrscht wurde.
Grüße.

10. Lila - Februar 9, 2012, 21:16

Danke für den Originalton, damit kann Google natürlich nicht mithalten, und mein Spanisch ist leider nicht vorhanden.

Der Quark, den diese Bloggerin Kawther verzapft, ist hanebüchen. Ness Ziona wurde Ende des 19. Jahrhunderts gegründet, das Land wurde regulär gekauft, niemand wurde ethnisch gesäubert. Als ob Juden sich im osmanischen Reich einfach mal ein Araberdorf unter den Nagel reißen und die Bewohner an die Wand stellen konnten.

Aber irgendwer wird´s schon glauben.

Ich habe mir von Anfang an vorgenommen, die Sache weiter zu verfolgen, und bin irgendwie kein bißchen überrascht.

Ich werde auch versuchen, an der Geschcihte mit dem Mord der jungen Frau in Göttingen dran zu bleiben. Armes Mädchen.

11. Zahal - Februar 9, 2012, 22:27

Antisemitismus gibt es nicht, es ist und war und wird immer sein: JUDENHASS – ich könnte mal wieder…

12. Heimo - Februar 9, 2012, 22:57

in der Berichterstattung vom 1.Jan schrieb al-jazeera: “Prosecutor says traveler has acknowledged negligently allowing fire to start, burning 11000 hectares of Patagonia park.”
während am gleichen Tage z.B global-post “An Israeli backpacker suspected of starting a wildfire at Chile’s Torres del Paine national park in Patagonia has denied the allegations against …” – wobei das konträre ‘acknowledged vs. denied’ zu beachten ist -
ebenfalls am 1.Jan schrieb der telegraph in der Überschrift “Israeli accused in Chile fire is ‘scapegoat’

13. Sven Engel - Februar 9, 2012, 23:45

An wessen Facebook-Pinnwand erinnert mich der Artikel bloß?^^

14. Lila - Februar 9, 2012, 23:47

An wessen? Rück raus damit, ich bin praktisch nie auf Facebook, alle paar Monate guck ich mal rein.

Hab’s schon gesehen und BOAH, bin stinksauer. Nach ausdrücklicher Bitte trotzdem meine Sachen auf Facebook zu posten – der Hammer.

15. Jakobo - Februar 10, 2012, 0:02

Hallo Lila:
“Die Chilenen jedenfalls schrien „stinkender Jude“”

So ein Satz sollte dir zu denken geben. Sonst denke ich aehnlich wie du.

J

16. A.mOr - Februar 10, 2012, 0:27

A tifgrojsn dank tsu dir Aristobulus, mit dieser Übersetzung zeigst Du immerhin, daß auch in Chile der Antisemitismus eher „verordnet“ ist, aber sich nicht jeder solches verordnen läßt! Und das läßt hoffen!
Aber, etwas pointiert und (versuchsweise) pessimistisch, wurde nicht auch in Nazideutschland gehofft? Wurde nicht sogar noch …1941… gehofft?

Auf Hagalil hat Ralph Giordano einen Artikel veröffentlicht, betitelt ‘Mein politisches Testament’
Der Satz, der mich „skurrilerweise“ (?) wohl am meisten berührte aus dem Text geht so:
>>„Aber auch, wenn ich mich unnötig fürchten sollte – es ist schlimm genug, dass unsere Zeit mir solche Gedanken und Zweifel aufzwingt.“>>
(letzter Absatz, anfangs)

Warum nur komme ich jetzt auf diesen Satz?
Fürchten wir uns unnötigerweise? Hoffen wir umsonst?

Man sieht an dem Satz doch, daß er viele Ebenen anspricht, „verschachtelt“ ist?…
Dochdoch. Nu, Du Ari, oder Lila auch und einige mehr hier (g*tt sei’s gedankt!) verstehen das auch. Dochdoch…

~ * ~

PS/ „perfid“, war das beim achten oder beim neunten Bier? :roll:

PPS/Lila, jetzt, wo ich mich wieder etwas beruhigt habe, wo ich -dem Alltag trotzend- beinahe lethargisch einer unfaßbaren Realität gegenüber zu stehen scheine, (und wo willows Einwurf Balsam war) da fällt es mir nochmal auf, und es sei unbedingt erwähnt:
Dein Titel >>Eine Zündel-Geschichte>> ist auch brilliant, verschachtelt, tiefsinnig. Und treffend!

PPPS/ mal ehrlich, Neujahr der Bäume ist doch auch Neujahr der Menschen!
Daher möchte ich mir erlauben eine kleine Liturgie anzufügen, sonst bei jojmkiper, und schon wieder ehrlich, ist das nicht jeder Tag, gewissermaßen immerhin? Gewissermaßen, denn es geht um Rücksichtnahme, Wachsamkeit, Aufrichtigkeit, …mir lejbn ejbig! Und stets im Angesicht…Und schön isses auch! :)

PPPPS/ ;) willow, eine Video-Antwort für Dich – Das Imperium ojmelt zurück!
(Anm. Silke und ich sind übereingekommen, daß das verhunzte Wort „Eumel“ wieder im Originalton zu schreiben sei: „Ojmel“! Irgendwelche Einwände?)

Hm, Lila, vielleicht mag einer Deiner nicht mehr so kleinen Kinder (und hier sonstwer) ‘Orphaned Land’?

- – Lyrics – -
The Evil Urge

And I see that slowly your tears are drying
And I see an ocean made by your crying
And the ocean that’s within…

And I see misery to forget it I must
And all of the memories are lost
And the ocean is here within me
Flows on like an ever tear

In us all there are two separate sides
That which is evil and that which is good
Some people live by one side and others by the second
Both of them have a little bit of the other
But it must remain clear that the two depend on each other
Remember, evil is a part of the good and not the opposite
There is no sadness without joy and there is no joy without pain
There is no holy without impure and there can be no blasphemy without
holyness,
Thus the two sides must live in harmony
Unbalanced forever the evil urge brought lots of pain
It is so hard to defeat it
The evil urge sometimes arrives with heavy boots
And sometimes in gentle cat’s steps
And even through blessed deeds it can drive you into deeds of wrong
And here is the one which concurs his urge
And so we must wonder what shall be the faith of the man who destroys one
and embraces the other…

17. Jakobo - Februar 10, 2012, 1:00

@ Aristobulus:
Den link hab ich von oben irgendwo, (war der einzige den ich mir angeschaut habe):
http://www.emol.com/noticias/nacional/2012/01/03/519819/dos-compatriotas-incriminaron-a-israeli-como-autor-del-incendio-en-torres-del-paine.html

Lies dir mal den artikel und die kommentare durch und sag mir was fuer ein bild du davon hast.

J

18. Schaschlik « abseits vom mainstream – heplev - Februar 12, 2012, 23:22

[...] justification’ to kill all the Jews and annihilate Israel” – Eine Zündel-Geschichte – Der Boss der Palästinensischen Vereinigung der Islamischen Gelehrten im Libanon ist [...]

19. Aristobulus - Februar 16, 2012, 4:13

Jakobo (17), die Kommentare (alle hab ich ja nicht gelesen) sind oft schrecklich. Ein paar Juden schreiben da dann – und die schreiben so ganz anders als die vielen Anderen.
Deren unaggressive und wohlüberlegte Wortwahl fällt mir auf… oder hab ich nur was übersehen? So als ob man das dort so tun musse, wegen der Konsequenzen?
Was meinst Du?

20. Aristobulus - Februar 16, 2012, 4:31

A.mOr (16), ich hab keinen Schimmer, wieviel Antisemitismus in Chile verodnet wurde oder mit Anführungsstrichen, oder ob er dort als resident evil gilt.
In Argentinien, wo ich gelebt habe, herrschte damals noch die Generation, die politisch zuerst mit den Deutschen gemeinsame Sache gemacht hatte und erst im allerletzten Moment mit den Aliierten. Manche Deutsche der schrecklichen Art lebten dort völlig unabgefochten, es gab sogar eine deutsche Zeitung “Der La Plata-Ruf” von alten Nazis für eben solche.
Antisemitische Sprüche hab ich nicht gehört außer von denen – wohl aber hab ich von Mainstream-Argentiniern USA-hassende Sprüche zuhauf gehört, die wälzten sich förmlich darin. Bitter genug, es war vor 1975, als die Mode, die Musik usf. amerikanischer als amerikanisch war – aber sie hassten die USA inbrünstig, hatten jede Menge Verschwörungstheorien, ja Eroberungsfantasien.

21. Lila - Februar 16, 2012, 7:09

Freunde von uns aus dem Kibbuz mußten Venezuela wegen des Antisemitismus dort verlassen. Sie hatten sehr bittere Erinnerungen. Dort ist es natürlich von oben verordnet ganz besonders schlimm.

22. A.mOr - Februar 16, 2012, 9:04

Aristobulus (20) und Lila (21), von Amerika weiß ich nur sehr wenig. Es wäre töricht, mich dabei zu weit aus dem Fenster hängen zu wollen. Von Hugo Chavez habe ich üble Dinge irgendwann mal gelesen, mich aber nicht weiter vertieft. Judenhasser gibt es tatsächlich überall auf der Welt.
Und der „Anti-USAismus“ hat anscheinend eine gewisse Tradition in Amerika.

Um mehr zum Judenhass (und es gibt noch mehr dort als solches?) im Süden Amerikas zu erfahren, nu, Aristobulus, da frage ich Dich sehr gerne, denn da weißt Du aus eigenem Erleben und gesegnet mit scharfen Augen genaueres und zuverlässigeres zu sagen.

Und eben Lila, Deine Freunde aus Venezuela haben bitteres zu berichten. Ohne genaueres wissen zu können, alleine schon das, die Formulierung, ist betrüblich genug, meiner „Phantasie“ sind bei solchem leider kaum Grenzen gesetzt, jedoch bis zu einer Grenze zu irgendetwas mögen schon soviele solche überschritten worden sein. So ist das.

23. Lila - Februar 16, 2012, 9:56

http://rungholt.wordpress.com/2009/01/08/quarta-erzahlt-2/

Sie sind damals auch im Fernsehen interviewt worden, so überstürzt und dramatisch war ihre Ausreise. Wohlgemerkt, die Familie stammt aus Südamerika, ist zweisprachig und war in offizieller Funktion in Venezuela.

24. A.mOr - Februar 16, 2012, 10:24

Danke. Verstehe eigentlich nicht, was Hugo Chavez für ein Problem hat. Woher nur rührt dessen „Interesse“ an Israel? Erhofft er sich von den Juden seines Landes reiche Beute?

25. mibu - Februar 16, 2012, 10:37

Ich vermute, dass Chavez in Venezuela eher als Ausnahme für Südamerika gelten muss. Er hat mit seiner neuen Politik mehr Probleme geschaffen als gelöst und Venezuela in eine vielleicht nicht isolierte, aber immerhin exponierte Situation gebracht. Als sich das zunehmend auf die Stimmung im Land niederschlug, suchte er auf primitivste Weise Zuflucht in Sündenböcken, Juden, Amerikaner, Imperialisten, was ihm gerade als geeignet über den Weg lief.

Interessanterweise sieht die Situation in Cuba etwas besser aus. Ob’s nur Altersweisheit ist, aber diese Meldung deutet auf eine stimmige Haltung hin.

Ich habe immer wieder gelesen, dass Südamerika sowohl für Verfolgte der Nazis als auch für Nazis selbst ein Fluchtziel war.

26. Silke - Februar 16, 2012, 13:06

Ich meine es war Chile, von dem ich irgendwann gelesen habe, daß es eine große “Palästinenser”-Gemeinde habe.

Ich meine es wären Rückkehr fordernde Palästinenser gewesen.

27. A.mOr - Februar 17, 2012, 5:25

Ja mibu (25), des Fidel Castro Interview mit Jeffrey Goldberg habe ich damals gelesen. Es erstaunt mich nicht so sehr, was ich von Fidel dort lesen kann, und doch macht es mich etwas froh.
Und ich glaube auch nicht, daß Judenhass „originär“ südamerikanisch ist, umsomehr wundert mich eben so ein Hugo Cavez.
Allerdings, der Judenhaß von „katholischer Seite“ hat „Tradition“.

>>…Südamerika sowohl für Verfolgte der Nazis als auch für Nazis selbst ein Fluchtziel war.>>
Stimmt.
Und noch vor dem Nazi-Grauen gab es schon andere Juden, die nach Südamerika (zB, aber eben auch nach Israel) wanderten. Die Eltern von Giora Feidman wanderten um 1905 ein. Auch sie entflohen dem Pogrom.

Silke (26), davon weiß ich nichts, aber ich weiß einfach zu wenig von Südamerika. Möglich wäre es immerhin. Und Deine Quellen erweisen sich in aller Regel als sehr zuverlässig, selbst, wenn Du sie gerade nicht parat haben solltest. ;) Ich weiß doch, daß Du ein Juwel von Mensch bist!

(Wie ich Dir schon schrieb, bin momentan etwas knapp bei Zeit, auch bei der Recherche. Aber es ist schon wert, das mal etwas zu beleuchten. Mal angenommen, das stimmt einfach. Dann wundert mich dieser tamtam rund um einen israelisch-jüdischen Trekking-Touristen kein bisschen. )

28. mibu - Februar 17, 2012, 8:26

“Allerdings, der Judenhaß von „katholischer Seite“ hat „Tradition“.” Ich hoffe ja, dass man sagen kann hatte; zumindest versucht die Amtskirche da einiges.
Ich bin mir nicht sicher, ob diese Tradition mit der Eroberung nach Südamerika gelangt ist. Spanien und Portugal hatten zu großes Interesse an der Ausbeutung Südamerikas, so dass sie sich mit Verfolgungen, die in diesen Ländern selbst gängig waren, in den Kolonien zurückhielten. Die größten Einwanderungsbewegungen fanden nach Argentinien von ca. 1880 bis in die 1930er Jahre statt, also in jener Zeit, als in Europa der “traditionelle” christliche Antisemitismus mehr und mehr durch einen rassistischen überlagert und vermehrt wurde. Die autoritären Regime, die in jener Zeit in den meisten unabhängig gewordenen südamerikanischen Staaten herrschten, haben vielleicht von solchen importierten Stimmungen fallweise Gebrauch gemacht.
Was den gegen die USA gerichteten Antiamerikanismus in Südamerika betrifft, weiss ich nur, dass die USA schon in den 30er Jahren eine Ausbreitung des Kommunismus in Südamerika befürchteten und mit ihrer “Hinterhof”-Politik (our backyard) einiges in Gang setzten, um solche Entwicklungen und Bewegungen zu bekämpfen. Was zunächst auf viele verschiedene private und staatliche Schultern verteilt war, wurde irgendwann nach 1945 wichtiger Bestandteil der Arbeit der CIA. Hierbei hat sich die USA nach meinem Eindruck wirklich nicht mit Ruhm bekleckert. Vor einigen Jahren kam beispielsweise heraus, dass Kissinger über die Praxis der argentinischen Militärjunta, Leute “verschwinden” zu lassen, recht genau bescheid wusste und keinen Einwand dagegen erkennen ließ. Inweifern solch politisches Misstrauen mit antisemitischen Inhalten aufgeladen ist oder wird, weiß ich nicht.


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