Dabeisein ist alles, Januar 28, 2012, 21:11
Posted by Lila in Land und Leute.trackback
es ist ja schon eine Ehre, nominiert zu werden, so werden uns alle Kandidaten versichern, ob sie den Preis nun gewinnen oder nicht. Stimmt, es ist schon eine große Ehre, überhaupt auf die Liste zu kommen, in die nähere Auswahl. In den letzten Jahren haben ziemlich viele israelische Filme und Serien den Sprung zu den hochkarätigen Auszeichnungen geschafft – Fernsehserien wie Be Tipul bzw In Treatment, Chatufim bzw Homeland waren erfolgreich, Ramzor allerdings hob als Traffic Light nicht richtig ab.
Obwohl ich keine der Serien gesehen habe (mit Serien fang ich gar nicht erst an, diesem Grundsatz bin noch nicht untreu geworden), habe ich natürlich mitgekriegt, daß die israelische Film- und Fernsehindustrie stolz ist, wenn sich eines ihrer Erzeungisse international vermarkten läßt. Filme wie Beaufort, Waltz with Bashir und Ajami waren in den letzten Jahren erfolgreich und Kandidaten für den fremdsprachigen Oscar. Und diesmal ist wieder Joseph Cedar dabei.
Und es wird besonders interessant, weil nicht nur ein israelischer Film nominiert ist, sondern auch ein iranischer.
Best Foreign Language Film of the Year
Bullhead (Belgium)
Footnote (Israel)
In Darkness (Poland)
Monsieur Lazhar (Canada)
A Separation (Iran)
Hier der Trailer des israelischen Films:
und der des iranischen:
Interessant, daß beide Filme sich vom Thema her sogar ähneln. Meine Schwiegermutter sagt immer, mishpachtologia ist die schwierigste Wissenschaft von allen. Ich möchte beide Filme sehen, denn natürlich kann man nicht nach Trailer und Kritiken gehen. Aber ich würde, wenn ich Geld hätte, meinen Einsatz auf den iranischen Film wetten.
Wie gesagt, dabeisein ist alles. Ich hoffe, die iranischen und israelischen Nominierten können sich auf dem roten Teppich freundlich und respektvoll begegnen, als Kollegen. Eine aufregende Oscar-Nacht wird es auf jeden Fall. Vielleicht sogar interessant genug für mich, um mal wirklich wach zu bleiben… mit Tertia natürlich.
Kommentare
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Der iranische Film lief in Deutschland Anfang 2011 – rundum Begeisterung. (Ich habe ihn leider verpasst.) Footnote sieht auch sehr interessant aus. Ich werde wieder live die Academy Awards gucken. Und bloggen.
Auch “Waltz with Bashir” (toller Film!) war für einen Academy Award nominiert – für den “Auslands-Oscar” 2009. Verlor damals gegen den japanischen Beitrag.
Das wird wie im Sport sein. Wenn der Iraner dem Israeli die Hand reicht, sollte er besser nicht mehr ins Mullah-Land zurückkehren. Andererseits wird der iranische Film ohnehin nicht sehr regimekonform sein – sonst hätte er keine Oscar-Chancen. Gerade in der gegenwärtigen politischen Situation hängen die Aussichten des iranischen Films wahrscheinlich sehr davon ab, wie seine Macher zur Ahmadinedschad-Despotie stehen.
Also ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich den letzten Film gesehen habe. Da ist es wie beim TV: Ich schlafe ein. Auch kann ich mich überhaupt nicht an Oskars und anderen Tieren ergötzen. Aber das ist auch nicht wichtig. Ich erinnere mich mit Dankbarkeit daran das Marcel Reich-Ranicki, mit deutlichen Worten, den Deutschen Fernsehpreis abgelehnt hat. Darüber habe ich kürzlich gebloggt. Nein, die Welt der bewegten Bilder und grossen (?) Emotionen ist nicht meine Welt.
Jonah Hill ist an der Seite von Brad Pitt ebenfalls nominiert für die beste männliche Nebenrolle in dem überragenden Baseball-Film, der eigentlich keiner ist, ’Moneyball’.
Jonah Hill ist aus der Seth Rogen, Judd Apatow und Adam Sandler-Clique.
Was mich noch viel mehr freut, und womit ich schon gar nicht mehr gerechnet habe, soviel Zeit ist ins Land gegangen, das ist dieser israelische Film von Regisseur Avi Nesher, der mit dem heutigen Tage nun endlich auch in Deutschland (allerdings aber egal in kleinen Kinos) zu sehen ist: Ein Sommer in Haifa.
http://www.abendblatt.de/kultur-live/article2176693/Ein-Sommer-in-Haifa-Unvergesslicher-Ferienjob.html
Ich hatte den Film schon zweimal in Israel gesehen, wahrscheinlich weil er mir gut gefallen hat. Tolle Geschichte, tolle Schauspieler und das alles nicht weit weg von Lila. Hätte ich das damals schon gewußt, das mit Lila, hätt ich sie ins Kino abgeholt: “Echt, scheiß auf Dein Blog, wir gehn heut ins Kino.“
Tja, wenn man aber Adir Miller als die Nervensäge mit der unsäglichen Comedy-Show kennt… und hört, wie dick aufgetragen sich das Aksssent ist, Briederchen….
Nein nein, ich sage nichts, ich mag Avi Neshers Filme auch gern und das sieht nett aus. Irgendwie sehr israelisch
alle müssen partout unter die Haube gebracht werden.