Zusammen lesen, Januar 18, 2012, 7:59
Posted by Lila in Presseschau.trackback
was zusammengehört.
Zuerst den Artikel in SPon, der dankenswerterweise einmal darstellt, welche Blüten die Betroffenheitsindustrie, besonders europäisch gedüngte, treibt.
Als die israelische Armee vor kurzem den Viehstall einer palästinensischen Familie zerstörte, standen die NGOs am Schauplatz Schlange. Insgesamt sechs Organisationen waren herbeigeeilt, um den Vorfall zu dokumentieren. “So pervers es klingen mag, solche Geschichten sind begehrt”, sagt die Politikstudentin aus Zürich.
Morgen ist Live Jam Session im “Andarin-Club”. Eine Truppe ausländischer Hobbymusiker wird irische Musik spielen und die jungen Vertreter der NGO-Industrie werden sich im Takt wiegen, so wie beinahe jeden Abend in der Disco Ramallah.
Das ist die eine Seite – Hedonismus und der naive Wille, den armen Palästinensern was Gutes zu tun, den eigenen Lebenslauf mit ein bißchen Engagement für eine gute Sache zu garnieren und als Belohung des Edelmuts ein bißchen Sex mit exotischen Partnern. Daß sie dabei das sogenannte palästinensische Narrativ schlucken, als wäre es die Wahrheit, versteht sich von selbst. Sonst wären sie ja nicht mit einer der 1000 ach so wichtigen NGOs in Ramallah, wo der Bär abgeht.
Danach liest man dann zweckmäßigerweise einen Artikel über die Bösen dieses Narrativs – solche wie meine Jungens, die drei Jahre ihres Lebens drangeben, um in stickigen, trostlosen Checkpoints Sprengsätze abzufangen.
Military Police forces working at the Salem checkpoint caught two Palestinians carrying 10 pipe bombs, a gun and several bullets. The bombs were dismantled and the Palestinians were turned over to security forces.
An initial investigation suggests that the soldiers detected two Palestinians in their 20s approaching a checkpoint near the military court carrying two bags. After a check they discovered the contents of the bags.
Last week, a Palestinian man trying to cross a Jenin checkpoint was caught in possession of 11 explosive devices.
Den verwöhnten, in Sicherheit aufgewachsenen, arroganten jungen Männern und Frauen aus Europa, die mit dem Palästinensertuch kokettieren und in Ramallah ein lustiges Leben führen, kommen diese israelischen Soldaten unendlich gemein vor, weil sie darauf bestehen, Bomben und Sprengsätze abzufangen, bevor sie in Supermärkten oder an Falafelständen explodieren. Wie sie ihrerseits uns vorkommen, mag ich nicht auszudrücken, ohne dabei verbal ausfällig zu werden.
Aber die Kausalkette ist eindeutig klar, ich habe es schon unendlich oft betont. Zuerst kommt der Terror, er ist die Wurzel aller Probleme hier. Gegen den Terror verteidigt sich Israel mit defensiven Mitteln (Checkpoints, Schutzzaun, Einsätze der Armee, Zusammenarbeit mit palästinensischen Sicherheitskräften, Technologie), die von denen, die den Terror nicht als solchen erkennen und benennen wollen, als reine Willkür angesehen werden. Gegen diese Willkür protestieren sie dann, engagieren sich, zürnen über die israelischen Soldaten, mit denen sie gleichaltrig sind, von deren Problemen sie aber keine Ahnung haben, und die sie nicht als Menschen wahrnehmen können.
Wie weit sie imstande sind, die Palästinenser als Menschen wahrzunehmen, ist mir ebenfalls zweifelhaft. Vielen dieser NGO-Helden geht es allein um sich selbst, diesen Verdacht habe ich schon lange. Was sich zB die palästinensischen jungen Frauen oder die Eltern denken, wenn sich die jungen Männer auf die jungen Europäerinnen mit dem Bierglas in der Hand stürzen, würde ich zu gern mal wissen.
Und oft genug sind es Vertreter dieser NGOs, die Informationen an Journalisten weitergeben. Denn täuschen wir uns nicht – außer den NGO-Aktivisten tummeln sich in den Gebieten ja auch zahllose Journalisten, viele davon pendeln von Israel rüber. Ihre Sicht der Verhältnisse hier prägt das Israel-Bild der Medien.
Man könnte sich die Haare raufen, wenn es einem um ebendiese nicht zu schade wäre. Immerhin, mal ein kritischer Artikel dazu, das ist ja auch nicht schlecht. Aber fair wäre die Berichterstattung erst, wenn auch die deutschen Medien Laut gäben, wenn die “Apartheidsmauer” mal wieder ihre Berechtigung beweist.
Kommentare
Sorry comments are closed for this entry


Armut trägt dazu bei, die Menschen zu radikalisieren (ich spiele keineswegs auf die Palis an, die sind gar nicht so arm), Wohlstand tut das Seine, sie zu degenerieren (wie man auch an den erwähnten jungen Abenteuerurlaubern sieht).
Diesen Helfern sollte man einen Zwangsaufenthalt in z.B. Sderot verordnen.
Ich bin davon überzeugt, dass sich schon nach dem zweiten Raketenalarm die Weltsicht ändern würde.
Noch was anderes:
Der gesamte “Hilfemarkt” ist zu einer gewaltigen Mißbrauchsblase aufgebläht. Dies gilt nicht nur für NGO’s, die nur den Zewck haben ihren Betreibern ein angenehmes Leben voller Events und Abenteuer zu ermöglichen. Ihnen einen Wohlstand zu sichern, den sie durch ehrliche Arbeit niemals erreichen würden.
Leider gilt das auch für Spendensammler in Deutschland und auch für große Teile der Sozialindustrie. In Berlin haben wir gerade mit der “Treberhilfe” die Spitze eines Eisbergs gesehen.
Das Bestreben die Not anderer für eigenen Wohlstand auszunutzen ist leider sehr groß und wird staatlicherseits durch großzügige finanzielle Zuwendungen ohne ausreichende Kontrolle der Mittelverwendung auch noch unterstützt.
Für mich sind diese “Wohltätigkeitsdorganisationen”, die NGO gehören dazu, schlicht und einfach krimminelle Vereinigungen.
Leider werden diejenigen, die wirklich ehrlich sinnvolle Hilfe leisten dadurch in Mißkredit gebracht. Das schmerzut dann noch zusätzlich.
Lila, OT, entschuldige, aber das treibt mir die Tränen in die Augen.
Passt nicht direkt zum Thema? Aber vielleicht doch. Ist es doch ein Mosaikstein der Gesamtsituation in Israel
Aus dem Infobrief der Botschaft Israels in Deutschland vom 17.1.:
http://newsletter.cti-newmedia.de/index.php?site=newsletter&id=1082&uid=16207&sid=NA==#n1
Neben den Tränen entsteht in mir auch eine völlig unchristliche unbändige Wut.
Ein fünfacher Mörder lächelt bei der Urteilsverkündung und macht abfällige Bemerkungen gegenüber dem Gericht.
Ist diese Menschenverachtung noch zu überbieten?
Entschuldige bitte meine Emotionen, aber dass musste ich jetzt einfach los werden.
G’TT SCHÜTZE ISRAEL
Ein qualifizierter Beitrag, Malte. Besonders, da Sie nicht der einzige sind, der sich die DDR zurückzuwünschen scheint.
In meinem eigenen zugegebenermaßen eher schlichten Weltbild tat der Wohlstand allerdings das seine, den Menschen ein gesünderes, komfortableres, längeres und friedvolleres Leben zu generieren.
Die “Degeneration”, welche Sie dem Wohlstand unterschieben, ist aber dem Mangel an Erziehung, Tradition, Herkunftsbewusstsein, Familie, Regeln, Bildung, Fleiß, Pflichtgefühl und Kenntnis wirtschaftlicher Zusammenhänge geschuldet. Und dem daraus resultierenden Missverständnis, der in Jugendjahren und durch die Generation der Eltern und Großeltern erarbeitete und selbsterfahrene Wohlstand setzte sich lückenlos fort ohne einen eigenen Leistungsbeitrag.
Solange die lustigen NGOs von den Steuergeldern hart arbeitender Europäer (und den Spenden wohlhabender Naivlinge) weiter die verwöhnte Lotterjugend bespaßt, haben die sogar recht.
@Lila: Siehste, DA hält die dumme Putz geflissentlich die Klappe. Und auch der SpOn kann einen noch überraschen: hatte ich den Artikel doch gesehen, aber extra ignoriert, in der sicheren Erwartung, er enthalte doch noch die üblichen Hinterfotzigkeiten.
Grüße aus dem Ruhrpott…!
#1 @Malte S. Sembten: «Armut trägt dazu bei, die Menschen zu radikalisieren»
Jain — nicht Armut an sich, sondern als ungerecht empfundene Armut z.B. in Folge extremer Ungleichverteilung und eines großen Wohlstandsgefälles. Normalerweise würde sich die Wut nun gegen die Verursacher, also z.B. die eigenen korrupten Eliten richten (einer der Gründe, warum die Fatah nach den Wahlen keine Mehrheit mehr erhielt, war ja der Korruptions-Vorwurf). Dass sich der Mob stattdessen gegen Israel, genauer: gegen die Juden richtet (man tötet ja keine arabischen Israelis, nimmt dies höchstens billigend in Kauf), muss also andere Gründe haben. Z.B. den, dass sog. „Widerstand“ lukrativ ist (direkte Zahlungen, Vergünstigungen und Zuteilungen für die Familie, etc.), während es gleichzeitig attraktiv ist, weil diese Zuteilungen nicht als Hinweis auf die eigene Korrumpierbarkeit angesehen wird, sondern als gerechter Lohn für den gerechten „Widerstand“ (aufrechter Kämpfer klingt eben besser als käuflicher Kämpfer, die Verantwortung einem Sündenbock zuzuschieben ist attraktiver als sie bei sich selbst zu suchen).
Und hier wären wir wieder beim Ursprung, der Frage nämlich, wo man die Ursache für den Konflikt sieht: Die Feinde des jüdischen Staates werden immer, immer! betonen, dass die Korruption auch nur Folge der kolonialen Geschichte und der illegalen Besetzung sind, absichtlich aufrechterhalten, weil der pöse Westen kein starkes, selbstbewusstes Palästina wolle, sondern der Rohstoffe wegen einen mittels des „Satelliten“ Israel beherrschten Mittelmeerraum („Kein Blut für Öl“ und so). Also alles ganz perfide, wenn man den Palästinensern auch dafür noch die Verantwortung zuschustere.
Gleichzeitig ernährt dieser Konflikt eine ganze NGO- und Berichterstattungsindustrie, die nicht immer lukrativ, aber oft attraktiv ist (soll sie ja auch). Dass das ganze System den Gewaltkreislauf mindestens auch stützt, wenn! man die Palästinenser als „Opfer“ von ihrer Verantwortung entbindet (Opfer sind unverschuldet in dieser Situation, also besteht ein Anspruch auf Wiedergutmachung), ist eine traurige Erkenntnis. Und zwar nicht!, weil NGOs oder Journalisten ein Übel an sich darstellten (@Paul #2, „kriminelle Vereinigung“): Win-Win-Situationen können im Gegenteil sehr effektiv sein und NGOs sind selbstverständlich notwendig, um das Augenmerk dorthin zu lenken, wo sonst kein Licht ist. Aber wo Licht ist, ist meist auch Schatten. Und wo der palästinensische Narrativ der Palästinenser als Opfer und des Westens/USA/Israel als Täter mehrheitlich aufrechterhalten wird statt ausgewogen professionell und aus möglichst vielen Blickwinkeln eine komplexe Situation transparent zu machen, teils aus ideologischen Gründen, teils weil es bequem ist, teils, weil Leute davon gut leben, wenn sie liefern, was ihre Organisationen / Leser erwarten, werden eigentlich hilfreiche Branchen zur Stütze von Ungerechtigkeit und Leid.
Ach ja, die NGOs. Ein endloses Thema. Eigentlich wäre es das Beste, diese Vereinigungen einfach abzuschaffen. Den Titel “am überflüssigsten – XXL” hat sicherlich Amnesty International verdient. Schlimm das Es Leute gibt, die diesen Verein noch etwas spenden. Und natürlich, Danny, bekommen diese widerwärtigen Vereinigungen auch noch Steuergelder. Bevor ich hier noch deutlicher werde, schreibe ich mal in meinem Weblog darüber. Ich weiß nicht ob Lila einen Eimer zur Hand hat *zwinker*.
Sorry, ich habe ein Buch zum Thema vergessen:
http://www.campus.de/sachbuch/politik/Die+Mitleidsindustrie.95423.html
Paul,
so etwas, wie die Mörder von Itamar, gibt es auf beiden Seiten.
Paul,
was ist schon ehrliche Arbeit?
Bitte, bitte hör nie auf zu schreiben, Lila!
Ach wirklich? Auf beiden Seiten? Es ist mir entfallen, wann das letzte Mal ein israelischer Jude eine arabische Familie aus reinem Haß abgeschlachtet hat. Allerdings gab es ein paar so vereinzelte jüdische Terroristen, daß jeder noch ihre Namen kennt – Ami Popper, Baruch Goldstein und Eden Natan Zada.
Aber wie viele jüdische Familien sind schon ermordet worden, seit dem Massaker von Hebron? Wo werden in Israel Kinder systematisch zum Haß erzogen? Wo hängen in Israel Poster von Mördern als Idole an den Wänden? Wo werden ihnen Altäre errichtet? Wer kann noch alle Terrorangriffe im Kopf behalten?
Wer glaubt, der Haß und der Wille zum Terror wären symmetrisch, der täuscht sich. Wer es behauptet, täuscht andere.
Lila,
du kannst meinen Kommentar gerne löschen!
@ Gerd,
nachdem du dich bei mir ausgetobt hast und ich deinen Ansichten u.a. diesen Beitrag von Lila entgegengesetzt habe, musst du doch nicht auch hier noch rumgeistern mit abstrusen und kryptischen Fragen und Behauptungen!
Und da du ja ganz offensichtlich nichts dem ursprünglichen Beitrag kommentierend oder ergänzend hinzufügen kannst, müssen eben andere Kommentatoren “dran glauben”.
(Sorry, ich wende mich ja auch an einen Kommentator, aber der regt mich ziemlich auf…. tut mir leid! Soll nicht wieder vorkommen…
Ah, Dir hab ich ihn also zu verdanken
Wer Israelis als neue Nazis bezeichnet, fällt bei mir in die Kategorie Troll. Soll er sich lieber im ZEIT- oder SPon-Forum unter Gleichgesinnten tummeln.
Rika und Lila, ihr Lieben,
, ihr habt dem Troll schon die erforderliche Antwort gegeben.
ich sehe ich komme zu spät, ohne aber vom Leben bestraft zu werden
Der gehört zur 5. Kolonne der Pal/Arab.
hallo, schon gelesen?
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/notorisch_nuechtern_in_syrien/
lieben gruss
Es stimmt: die palästinensische Seite scheint aggressiv, die israelische ruhig und gemessen.
Doch wenn man in die Gleichung nicht mit einberechnet, dass die israelischen Streitkräfte ruhig und gemessen mindestens doppelt so viele palästinensische Zivilisten tötet wie die Palästinenser mit all ihrer Aggression israelische Zivilisten tötet, wird einem immer etwas entgehen.
Ihr habt doch gerne Asterix: wahrscheinlich fühlen sich die Palästinenser genau so wie “unser kleines Dorf”, das von Römern, pardon, Israelis umzingelt und auch immer wieder schikaniert wird.
Wenn Obelix einem Römer die Fresse poliert finden wir das alle lustig. In Realität wäre er wahrscheinlich ein Terrorist.
Nun Vera, der Klassiker: Sind sie bösartig oder nur uninformiert/desinformiert?
Sicher, den Zahlen nach mögen sie Recht haben – aber ist für sie tatsächlich ein (womöglich im Kampf) getöteter palästinensischer Kämpfer genauso “Zivilist” wie ein israelisches Schulkind?
Oder sind für sie alle Israeli -vom Säugling bis zum Rentner- Soldaten, alle Palästinenser aber Zivilisten?
Im Übrigen hinkt ihre Geschichte: Der ganze Orient ist von den (muslimischen) Arabern erobert, (fast) alle Nichtmuslime und Nichtaraber vertrieben – nur ein winziges Land leistet Widerstand und bringt der 1:100 Übermacht eine Niederlage nach der anderen bei …
Lesen bildet.
http://www.camera.org/index.asp?x_context=2&x_outlet=118&x_article=1603
http://www.eretzyisroel.org/~jkatz/mostly.html
Palästinensische Zivilisten werden zu Opfern in einem Konflikt, in dem sie nicht geschont werden. Wer Waffen in Wohngebieten abfeuert, gefährdet damit die Nachbarn – immer wieder kommen Palästinenser ums Leben, weil Terroristen in ihrer Nachbarschaft leichtsinnig mit ihren Zutaten umgehen oder Raketen nicht weit genug fliegen.
Palästinensische Zivilisten werden als Schutzschilde vorgeschoben. Kinder stehen neben Kämpfern, Raketen werden von Schulhöfen aus gefeuert.
Kein Wunder, daß so viele palästinensische Zivilisten sterben – weil niemand Maßnahmen ergreift, sie zu schützen. Außer den Israelis, die sich mit Abwurf von Flugblättern, SMS und Mikrofondurchsagen bemüht, Zivilisten fernzuhalten.
Oft genug werden in israelischen Krankenhäusern Verletzte gepflegt, die durch israelische Waffen zu Schaden gekommen sind. Israel schickt Krankenwagen und Hilfe. Sicheres Zeichen dafür, daß Israel im Normalfall und als Grundsatz Zivilisten schont.
Leider kommen Unfälle vor – übrigens auch friendly fire. Beides ist nicht beabsichtigt, aber als Risiko nie auszuschließen. Einer der Gründe, weshalb es viel sinnvoller ist, friedlich zu verhandeln, als Raketen abzuschießen.
Während Israel sich alle Mühe gibt, Zivilisten beider Seiten zu schonen und zwischen Zivilisten und Kombattanten deutlich zu unterscheiden, nehmen palästinensische Terroristen diesen Unterschied gar nicht wahr. Sie greifen friedliche Bürger an, Kindergärten, Eisdielen, Schulen, Arzpraxen, Bushaltestellen, Schulbusse… Sie nennen diese “weichen Ziele” militärische Ziele, um das Unrecht zu verwischen, das darin liegt, zivile Bevölkerungen zu terrorisieren.
Jede Rakete der Hamas ist bewußt auf zivile Ziele gerichtet, und es ist ihren Herstellern egal, wen sie trifft. Terroristische Morde werden gern an Hilflosen zelebriert. Großer Jubel herrschte zB nach dem Mord an der Familie Fogel, als wäre es eine Heldentat, drei kleine Kinder, einen schlafenden Vater und eine Mutter im Bad hinzuschlachten. Die Mörder sind ausdrücklich stolz darauf und sehen den bestialischen Mord an Kindern als legitimes Mittel des Widerstands wahr.
http://www.israeltoday.co.il/tabid/178/nid/22697/Default.aspx
http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4078506,00.html
Das kann mit dem Wertsystem Israels nicht mal in einem Atemzug genannt werden.
Krieg und Konflikt korrumpieren, zweifellos gibt es brutale, gemeine und primitive IDF-Soldaten, die ihr Mütchen an Hilflosen kühlen. Dafür werden sie auch zur Rechenschaft gezogen. Trotzdem geschieht noch immer genug Unrecht. Das ist sehr bitter für alle Beteiligten.
Aber absichtlich und als Strategie Frauen, Kinder, Familien, Schwangere, Passanten, Falafelverkäufer aufs Korn nehmen – das bleibt den Palästinensern vorbehalten.
Vera, ich gratuliere Ihnen zur Wahl der Sache, die Sie unterstützen. Sie haben mit ihrer Parteinahme für die palästinensischen Terroristen zweifellos eine durch und durch moralische Wahl getroffen. Was kümmert es Sie, daß diese Terroristen die eigenen Landsleute ausbeuten, bedrohen, gefährden und isolieren? Das verwischt sich aus der Ferne doch.
Was Sie Schikane nennen, ist einfach die Gegenwehr eines von Feinden umzingelten, ständig bedrohten Volks.
Warum stehen von einer Synagoge bewaffnete Wachen, vor einer Moschee aber nicht? Wer bedroht wen?
Und haben Sie schon mal daran gedacht, wie viele Schikanen jeder Israeli täglich über sich ergehen lassen muß? Ich muß auf dem Weg in die Arbeit mindestens dreimal die Tasche aufmachen und durchsuchen lassen. Ich kann nicht mehr zählen, wie oft ich im Stau stand, in einer Warteschlange, einen Bus oder ein Restaurant räumen mußte, wegen einer Terrorwarnung.
Terror hat dazu geführt, daß Israel “Schikanen”, die unser Leben schützen, überhaupt erst eingeführt hat. Vor den Intifadas gab es weder Schutzzaun noch Checkpoints. Die Grenzen waren offen. Wie viele Terrorbomben brauchte es, bis Israel den Schutzzaun gebaut hat? Bestimmt wesentlich mehr, als Deutschland ausgehalten hätte.
@willow:
Stimmt, da haben wir eine Verschachtelung von gallischen Dörfern. Wir stellen also fest, dass sowohl die Israelis als auch die Palästinenser sich fühlen wie das kleine gallische Dorf. ERstere belagert von übermächtigen arabischen Staaten, zweitere belagert von einem übermächtigen israelischen Staat.
Das bringt und schon einen Schritt weiter, denn hier haben wir eine Gemeinsamkeit entdeckt.
Was die genaue Anzahl der zivilen Opfer auf palästinensischer Seite betrifft: Stimmt, man weiss nicht so genau, wie viele Opfer Zivilisten sind und wie viele “Kämpfer”, also revidiere ich meine Aussage auf: Wenn man nicht berücksichtigt, dass die israelischen STreitkräfte ruhig une gemessen mehr palästinensische Zivilisten umbringen als die Palästinenser mit all ihrer Aggressivität israelische Zivilisten töten, wird man der Sache nicht gerecht werden.
@Lila
Hui, was für eine emotionale Antwort. Gar nicht ruhig und gemessen…
Und was für Unterstellungen… Wo habe ich für die palästinensischen Terroristen Partei genommen? Im Gegenteil, ich habe gegen Obelix Partei genommen und die Leser aufgefordert, die Situation einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten.
Vielleicht ist auf diesem Blog aber auch nur eine klar abgesteckte Einheitsmeinung erwünscht.
Wieder mal ein Leichenrechner. Um die Gleichung aufgehen zu lassen, soll Israel also Bombardierungen und Attentate einfach hinnehmen und am besten auch gleich die Befestigungen von den Schutzräumen entfernen, die Bombenunterstände einreißen, die Alarmierung der Bevölkerung unterlassen und die Dreijährigen auch nicht mehr trainieren, sich jederzeit innerhalb von Sekunden in den Unterstand zu begeben. Am besten verzichten sie auch auf die Sperranlage, die Sicherung von Schulbussen und die Kontrollen am Eingang so ziemlich aller Gebäude mit größerem Publikumsverkehr, damit man den Schnitt der zweiten Intifada wieder ermöglicht: rund 5’000 Anschläge pro Jahr.
Wenn die Israelis dann auch noch Familienausflüge zu Straßenkämpfen unternehmen, ihre Kinder zum Mittun auffordern und mit Blindgängern umgehen, als handle es sich um Spielzeug, dann wird’s endlich genug israelische Tote geben, um die europäischen Rechenkünstler zufriedenzustellen. Wer weiß, vielleicht suchen sich dann auch die Abenteuerurlauber andere, etwas bequemere Gefilde.
Hat eigentlich schon jemand die Schweine mit Flügeln gesichtet? Es kann sich ja jetzt nur noch um Stunden handeln, nachdem sogar der Spon einen Artikel über die Clowns des Hilfszirkus gebracht hat.
Lila, der Vergleich mit Deutschland hinkt allerdings, weil wir nicht das Gebiet eines anderen Volkes besetzt halten und dort Siedlungen für unsere Bevölkerung bauen. Du lässt ebenso konsequent Kardinalfehler der israelischen Politik ausser Acht wie du anderen Ignoranz vorwirfst. Angesichts solch fahrässig vereinfachender Sichtweisen wie jener von Vera ist es zwar nach vollziehbar, dass du auf ‘nen groben Propagandaklotz einen ebenfall recht einseitigen Keil setzt. Ob’s die Bereitschaft, auch unbequemere Einsichten zuzulassen fördert, bezweifle ich.
Vera, ist dir eigentlich klar was für eine dämliche Vereinfachung du hier zum besten gegeben hast ? Ist dir klar, gegen wen die Terroraktionen eigentlich gerichtet sind(*) ? Dass Organisationen wie Hamas und Islamischer Djihad eher mit den brutalsten Zweigen der Camorra und Ndrangheta als mit irgendwelchen Freiheitsbewegungen zu vergleichen sind ? Dass diese Organisationen eine wesentliche Rolle für Versuche des Iran spielen, größeren und keineswegs menschenfreundlichen Einfluss im Nahen Osten zu erlangen ?
Ich vermute, angesichts ihres primitiven Vergleichs, dass ihnen meine Fragen recht fremd vorkommen. Um ihnen einen kleinen Einblick zu geben: Khaled Meshal ist noch Führer der Hamas und lebte bis vor kurzem in Syrien im Exil. Bisher war er einer der radikalsten Verfechter des bewaffneten Kampfes gegen Israel. Vermutlich, weil er die Positionen des Irans zu Israel für eine gute Sache hielt und die nicht gerade in Menschenrechtsfragen zimperlichen iranischen Mullahs für seine natürlichen Verbündeten hielt. Im Gegensatz dazu, war Ismael Haniye, der die Hamas im Gaza-Streifen führt, bisher als der eher gemäßigtere der beiden bekannt.
Seit Monaten nun setzt Bashar Assad die syrische Armee, den syrischen Geheimdienst und Hilfstruppen der libanesischen Hezbollah und der iranischen Revolutionsgarden gegen die eigene Bevölkerung ein. Offenbar hat ihm das zu Denken gegeben.
Der Iran wiederum versucht immer deutlicher seine Verbündeten auf Linie zu halten, was im Gaza-Streifen besonders für die Terrororganisation Islamischer Djihad zutrifft, mit der die Hamas aus Gründen des Machterhalts (z.B. Fatah als gemeinsamer Gegner) im Gaza-Streifen zusammenarbeitet.
Nach dieser Meldung in Haaretz könnte man den Eindruck gewinnen, dass sich die Rollen von Haniye, der bisher als der gemässigtere galt, und Meshal, der zeitweise als treuer Iranfreund erschien, vertauscht haben. Egal, was davon nun zutrifft und wieviel, zeigt es, dass das Eintreten für die Interessen der palästinensischen Araber im politischen Kalkül palästinensischer Terrororganisationen eine eher untergeordnete Rolle spielt. Von wegen kleines gallisches Dorf – das ist wirklich eine zynische Verniedlichung einer rein machtorientierten Terrorstrategie. Könnte es sein, dass du eine solche naive Romantisierung im Wesentlichen deshalb vertrittst, weil du zu bequem bist, dir ein fundierteres Urteil zu bilden ?
(*) nur falls es dir noch nicht aufgefallen ist: gegen palästinensische Araber aus Gründen politischer Macht; ein Wettbewerb darum, wer skrupeloser um die Vormacht seiner Partei zu kämpfen bereit ist, egal wer oder was dabei draufgeht.
@22. mibu
Nun Mibu, da ist er wieder, der Vorwurf vom “Landräuber Israel” … da sie offenbar Experte sind möchte ich die Gelegenheit nutzen und sie bitten, mir doch die völkerrechtlichen Grundlagen ihrer Behauptung darzulegen. Ganz kurz, auf welcher völkerrechtlichen Basis steht dieser palästinensische Anspruch von dem täglich mehrfach in den Medien zu hören ist? Mit welchem Argument stützen sie ihre Behauptung, Israel würde “das Gebiet eines anderen Volkes besetzten”? Welches Volkes übrigens, ketzerisch gefragt?
Auch wenn es gern ausgeblendet wird, Israel hat durchaus berechtigte Ansprüche auf diese Landstriche – ob sich diese Ansprüche jemals (wieder) international anerkannt werden steht auf einem anderen Blatt und ist eher unwahrscheinlich. Aber es gibt diese Ansprüche, abgeleitet aus den Beschlüssen der San-Remo Konferenz und dem Völkerbundmandat … ob sie es glauben oder nicht, bis zur endgültigen Klärung des völkerrechtlichen Status spielen diese Beschlüsse durchaus noch eine Rolle. Inklusive dieses ominösen Paragraphen, jüdische Ansiedlung zu fördern …
Aber bestimmt sehe ich das völlig falsch und Israel sollte deiner Meinung nach einfach alle umstrittenen Gebiete als einseitige Geste räumen, dann werden die Palästinenser bestimmt in sich gehen und die Angriffe auf die Juden einstellen … nach dem Abzug aus Gaza und der Räumung des Südlibanon gab es ja in dieser Hinsicht ermutigende Zeichen …
“Wo hängen in Israel Poster von Mördern als Idole an den Wänden? Wo werden ihnen Altäre errichtet?”
Lila, in Israel kann ein Terrorist, der 91 Menschen -darunter 17 Juden- ermordet hat, sogar Ministerpräsident werden.
Diese Schwarz-Weiß-Malerei (“…..absichtlich und als Strategie Frauen, Kinder, Familien, Schwangere, Passanten, Falafelverkäufer aufs Korn nehmen – das bleibt den Palästinensern vorbehalten”)finde ich unerträglich.
Ebenso wie die Tatsache, dass -sofern man kein BEDINGUNGSLOSER Israelfreund ist sondern auch nur einen Hauch von Kritik absondert- einem von euch sofort Sympatie für Terroristen unterstellt wird.
Auch in Veras Beitrag lese ich keine Sympathie für palästinensische Terroristen heraus, auch wenn du ihr das unterstellst.
Wir sogenannten Friedenshetzer haben es nämlich gar nicht nötig Terroristen zu verteidigen, das überlassen wir den Etappenhengsten Zions, die einen der “erfolgreichsten” Terroristen, Menachem Begin, sogar zu ihrem Ministerpräsidenten gemacht haben.
willow, auf dich ist eben Verlass. Immer die gleiche Platte abzuspielen ist zwar nicht gerade hohe Kunst, aber mit deiner Beharrlichkeit näherst du dich dieser wenigstens ein klein wenig an. Ich vermute, dass ich noch Nachts um beispielsweise 3:25 irgendetwas schreiben könnte, und eineinhalb Stunden später wäre deine Replik da. Vielleicht sogar, wenn Lila meinen Beitrag nicht mal online gestellt hätte, wer weiss …
“Vera, ist dir eigentlich klar was für eine dämliche Vereinfachung du hier zum besten gegeben hast ?”
Interessant, dass mein Beitrag hier als “Vereinfachung” wahrgenommen wird (zu den begleitenden Adjektiven möchte ich mich nicht äussern).
Meine Absicht war, im Gegenteil, auf einen Faktor hinzuweisen, der die Situation noch komplexer macht, der aber auf diesem Blog anscheinend gerne ausser Acht gelassen wird.
Ich empfinde es als unzulässige Vereinfachung, wenn man sagt “Wir haben eure Leute schliesslich nicht absichtlich umgebracht, also zählt es nicht. Ihr hingegen, ihr seid böse, denn ihr macht es absichtlich”.
Was diese Sichtweise auch ausser Acht lässt, ist dass die Personen, die Bomben zünden oder Raketen schiessen eben nicht dieselben sind wie die, die dann beim Luftangriff ums Leben kommen. Es stimmt, die Opfer sind sowohl Geiseln ihrer eigenen Extremisten, als auch Opfer der Gegenseite. Aber das macht es nicht besser.
Diese Vereinfachende Sichtweise triff man zum Beispiel auch im Zusammenhang mit 9/11 an. Aufgrund von 9/11, wo ca. 3000 Menschen ihr Leben verloren haben, sind die USA in Afghanistan einmarschiert. Dort haben sie, soviel ich sehen kann, wesentlich mehr als 3000 Zivilisten getötet. Aber das nimmt der durchschnittliche Amerikaner kaum zur Kenntnis, denn es ist weit weg, und Afghanen zählen weniger als Amerikaner, und überhaupt war es nicht absichtlich (oder manchmal doch?).
Natürlich ist jeder Tote ein unwiederbringlich verlorener Mensch, einzigartig, nicht in Zahlen auszudrücken.
Aber es ist etwas unredlich, (wenn auch menschlich) immer nur die eigenen Toten vorzurechnen (von wegen Leichzähler) und so zu tun, als hätte die eigene Seite eine völlig weisse Weste, besonders in den Fällen, wo sie mehr Menschen tötet als die Gegenseite.
Auch die Unterstellung, dass ich freie Bahn für die Terroristen wünsche, finde ich unredlich. Im Gegenteil. Ich bin dafür, dass man Gewalt und Übergriffe verhindert, wo immer sie auch vorkommen.
@Vera
das gegeneinander aufrechnen von Toten ist eine ganz besondere perfide Methode der Diskussion und Manipulation. Und komischerweise kommt es immer von einer bestimmten Seite. Mich ekelt es an.
“das überlassen wir den Etappenhengsten Zions”
Überlegen Sie eigentlich was Sie so von sich geben, bevor Sie schreiben? Sie sind und bleiben unerträglich.
@Yael
So? Welcher “ganz bestimmten” Seite ordnest du mich zu?
Ich werde dir dann sagen, ob es stimmt.
Ich habe das starke Gefühl, daß ich Vera, das unermüdliche Schweizermädel, besser kenne, als ich eigentlich möchte… und Du auch, Yael.
Simha
Loreley
fille
Meforash
Loreley
Ora
OL
Ora Klein
Vera
ETA: ich habe die ohnehin erlogenen Email-Adressen und die IPs, die zu jedem dieser Namen gehören, wieder rausgenommen. Es ist eindeutig immer dieselbe Person.
UPS
“Sie sind und bleiben unerträglich.”
Nicht ich habe aber die Behauptung, Israel würde niemals Mörder und Terroristen akzeptieren einfach so in den Raum gestellt, sondern das scheint hier allgemeiner Konsens zu sein.
Warum wurde dann aber ein gewisser Menachem Begin nicht in lebenslängliche Haft genommen, sondern – im Gegenteil – für seine Taten auch noch mit dem höchsten Amt belohnt ?
Ja, die Wahrheit wird oftmals als unerträglich empfunden, Yael.
Nun Mibu, solange sie Israel stereotyp als Landräuber diffamieren, kommt halt die entsprechende Antwort. Gegenargumente haben sie ja -wie es scheint- nicht …
Nun Culatello, zumindest wurde Begin nicht wegen sondern trotz seiner terroristischen Vergangenheit gewählt … das sieht bei den Anführern der Palästinenser schon etwas anders aus.
Für mich besteht der gravierende Unterschied aber vor allem darin, daß “die Araber” (ebenso wie “die Deutschen”) nie grundsätzlich in ihrer Existenz gefährdet waren – ganz im Gegensatz zu den Juden.
Auch wenn sie das vielleicht nicht nachvollziehen können, es ist schon ein erheblicher Unterschied, ob die arabische Welt 0,5% ihres Territoriums einbüßt, oder ob der einzige Staat der Juden vernichtet wird.
Den Arabern (selbst später den Palästinensern) war immer klar, daß es es für sie nie “ums Ganze” geht – ebenso wie die Israeli immer die bittere Gewißheit hatten, daß eine Niederlage tödliche Konsequenzen hätte. Für mich ein Argument für “mildernde Umstände” …
(und wenn ich das Verhalten der israelischen Sieger gegenüber den Unterlegenen aus diesem Blickwinkel betrachte, dann schneiden sie im historischen Vergleich alles andere als schlecht ab.)
Hm, interessant. Ich dachte, die e-mail-Adressen würden nicht veröffentlicht…
Na ja, man kann sich auf solche Angaben eben nicht immer verlassen.
Nein, das kann man nicht. Ich hatte schon ganz vergessen, daß es Dich gibt. War ein schönes Gefühl!
Und Du kannst noch froh sein, daß ich so nett bin, meine Drohung doch nicht wahrzumachen und nicht Deinen Klarnamen zu veröffentlichen.
Aber woher sich Deine Besessenheit mit meinem Blog und meiner Person speist (ich erkenne Dich immer, immer an den ad feminam-Seitenhieben, die Du einfach nicht sein lassen kannst), das verstehe ich wirklich nicht.
Hmmm… Anscheinend scheint es mit der fest abgesteckten Einheitsmeinung doch etwas auf sich zu haben…
Sachliche Argumente scheinen keine vorhanden zu sein, also wird man erst mächtig böse, und dann faselt man irgend etwas von “ich kenne dich”.
Na ja, jedem seine Art…
@Culatello
ich kann mal andersherum argumentieren:
“Das überlassen wir den Etappenhengsten Zions, die einen der „erfolgreichsten“ Terroristen, Menachem Begin, sogar zu ihrem Ministerpräsidenten gemacht haben.”
Das überlassen wir den Etappenhengsten Teutoniens, die einem “erfolgreichen” Massenmörder, Adolf genannt, sogar zu ihrem Führer gemacht und gehalten haben, als längstens klar war, dass es sich um einen solchen handelt.
Dabei müssen wir nicht auf die sofortige Ermordung und “Schutzhaft” von Regimgegner verweisen, denn selbst seine eigenen Leute, SA, hat er in Massen ermorden lassen und das einen Tag später als rechtens erklärt.
Möchten Sie so weiter machen?
Begin wurde gewählt und zwar von Juden, die Sie als “Etappenhengste Zions” bezeichnen und das wiederum bezeichnet Ihre Einstellung. Sagen Sie ruhig Juden, es ist immer noch kein Schimpfwort.
@Vera
“So? Welcher „ganz bestimmten“ Seite ordnest du mich zu?
Ich werde dir dann sagen, ob es stimmt.”
Das hat dankenswerterweise schon Lila getan. Ich gebe Ihnen nur noch eines mit auf dem Weg:
“dass die israelischen Streitkräfte ruhig und gemessen mindestens doppelt so viele palästinensische Zivilisten tötet wie die Palästinenser mit all ihrer Aggression israelische Zivilisten tötet, wird einem immer etwas entgehen.
Ich empfinde es als unzulässige Vereinfachung, wenn man sagt „Wir haben eure Leute schliesslich nicht absichtlich umgebracht, also zählt es nicht. Ihr hingegen, ihr seid böse, denn ihr macht es absichtlich“.”
Nicht nur schon rein rechtlich ist es ein Unterschied, ob ich jemanden mit Absicht töte oder “ausversehen” und/oder durch Selbstverteidigung. Niemand wird in Israel davon kommen, wenn er mit Absicht einen Mord begeht, sogar wenn es Araber betrifft. Den man natürlich auch nachweisen muss, wie es sich in einem Rechtsstaat gehört. Bei den Palästinensern werden die hingegen gefeiert. Dies hat schon ein bestimmtes Geschmäckle.
Lila hat schon in ihrem Beitrag 18 zu Anfang darauf hingewiesen, durch welche Fahrlässigkeit und Menschenverachtung immer wieder leider auch Zivilsten getötet werden. Diesen Vorwurf müssten Sie schon der Hamas und Co machen, denn auch das Leben ihrer Leute interessiert die einen Dreck. Für Propagandazwecke werden sie dann natürlich gern eingesetzt.
Ja ja, Vera, alles gefaselt
Natürlich alles ein tragischer Irrtum oder eine bösartige Unterstellung. Vielleicht hast Du noch eine Persönlichkeitsstörung dazu und merkst gar nicht, daß Du ein ganzes Kasperltheater von sock puppets hier losläßt. Und das gegen jede Netiquette. Das allein schon würde Dich disqualifizieren, selbst wenn Du mir sympathisch wärst. Oder ich Dir.
Aber was stört Dich eigentlich daran, wenn ich eine Monokultur auf meinem Blog möchte? so what? Und keine stutenbissigen Bemerkungen über mich lesen mag, oder über andere Kommentatorinnen (bei Männern bist Du ja dankenswerterweise weniger angriffslustig)? Bin ich gesetzlich verpflichtet, Deine Kommentare zu durchzulassen? Oder irgendwelche anderen?
Ein privates Weblog ist nun mal keine öffentliche Meinungsseite. Sehr ärgerlich. Und doch gibt es hier durchaus Kommentatoren mit Meinungen, die von der meinen abweichen, in verschiedene Richtungen, “rechts” oder “links” von mir, und die hier willkommen sind. Aber ich habe keine Lust, mich anzicken zu lassen.
Deine übelsten Bemerkungen unter der Gürtellinie, auch über meine Kinder, habe ich gar nicht erst durchgelassen. Ich weiß, wie Du tickst. Und darum erkenne ich Dich auch immer wieder. Du kannst es einfach nicht lassen
Noch eine Anmerkung: Wer jetzt auf die Idee kommt ich vergleiche Begin mit Hitler und relativiere den letzten, sei gesagt, dass ich mit voller Absicht überzogen habe, um zu zeigen wie absurd man solche Diskussionen weiter führen kann.
Du große Güte -
da stehen einem ja die Haare zu Berge beim Lesen der “Vera-”Kommentare.
Ich unterscheide grundsätzlich danach, ob jemand VORSÄTZLICH unschuldige Zivilisten tötet oder nicht. Und die paläst. Seite tötet vorsätzlich unschuldige Zivilisten.
Das macht die israelische Seite nicht!
Die paläst. Opferzahlen sind erfunden und rundherum manipuliert, siehe z.B. Jenin, Gazakrieg usw. Selbst wenn die Palästinenser ihre Opferzahlen widerrufen (mussten), erscheint es nicht in deutschen Medien. Warum auch – Palästinenser sind im Gegensatz zu Juden schon mal per se für den Deutschen glaubwürdig, egal was sie erzählen.
Ferner deklariert die paläst. Seite als Opfer der IDF:
Eigene tödl. Waffen-Unfälle / hingerichtete Kollaborateure / tote Terroristen / verunglückte Bombenbastler & Nachbarn / Tunnelbauer / Palästinenser, die bei Kämpfen zwischen Hamas und Fatah und anderen paläst. Terrorgruppen getötet wurden / die Toten, die es gibt, wenn bei paläst. Beerdigungen/Hochzeiten üblicherweise scharf in die Luft geschossen wird usw. usw.
Die Zahl der israel. Frauen und Kinder, die von paläst. Terroristen getötet oder verletzt wurden, ist im Übrigen DREI bis VIER mal höher als die Zahl paläst. Frauen und Kinder, die umgekehrt durch die Zahal UNBEABSICHTIGT getötet wurden.
Abgesehen davon hat die paläst. Seite zigtausend mal mehr Israelis zu töten versucht, als es ihnen bis heute real gelungen ist!
Bei dem geplanten Bombenanschlag auf den Shalom-Tower z.B. wären viele Hunderte Israelis getötet worden. Bei dem vereitelten Anschlag auf das Treibstoff-Lager Pi Glilot bei Tel Aviv wären es Zigtausende toter Israelis gewesen usw. usw. usw.
Außerdem haben die Israelis die medizin. Behandlung von Terroropfern zu einem weltweit anerkannten medizinischen Spezialgebiet gemacht – auch dadurch blieben unzählige Israelis am Leben (wenn auch z.T. schwerbehindert), die sonst tot wären.
Dazu kommt, dass die israel. Antiterror-Einheiten, Polizei und IDF sehr erfolgreich darin waren/sind, geplante Terroranschläge aufzudecken bzw. zu verhindern – schließlich sind die Juden grundsätzlich dickköpfig, wenn es darum geht, am Leben zu bleiben.
Missglückte oder verhinderte paläst. Terroranschläge auf israel. Zivilisten sind moralisch ganz genauso verbrecherisch und völkerrechtswidrig wie “erfolgreiche” Terroranschläge und dürfen nicht ignoriert werden.
Die Hamas feiert gerade 11 Jahre Terrorattentate auf Israelis. Stolz präsentiert sie ihre Bestenliste: a) lasergesteuerte Panzerbekämpfungsrakete auf israel. Schulbus (nur ein toter Junge, weil die anderen Schüler ja vorher ausgestiegen waren) – b) der Mord an den 8 lernenden Jungs in der Jeschiwah in Jerusalem – c) das Attentat in Netanya, als beim Sederabend 30 Juden ermordet wurden, darunter auch Holocaustüberlebende.
willow, die Gegenargumente kennst du, weil wir sie schon einmal hier ausgetauscht haben. Willst du das hier wirklich wieder aufrollen ? Ehrlich gesagt, ich nicht – aus verschiedenen Gründen z.B. Zeitaufwand für eine bereits reichlich breitgetretene Sache.
Nun Mibu, du hast mit diesem “Blut & Boden”-Quatsch angefangen …
Is ejal, kommt schunkeln.
Ich verstehe nicht, wieso die Gleichung Terror-Siedlungen immer aufgemacht wird bzw immer wieder so getan wird, als wären Siedlungen das größte, wichtigste, einzige und älteste Hindernis auf dem Weg zum Frieden. Sind sie nachweislich nicht.
Ich habe auch im Laufe der Zeit mitgekriegt, daß die Siedlungsfrage nicht so einfach ist, wie ich früher gedacht habe. Früher waren für mich Siedler die inneren Feinde auf der anderen Seite der politischen Karte, und ich habe ihre Argumente abgelehnt. Im Laufe der Jahre habe ich wie gesagt gesehen, daß die Sache nicht so einfach ist und daß sie durchaus einen “case” haben. Daß zB in der Zeit der jordanischen Besatzung jüdisches Land besetzt wurde, Juden vertrieben wurden und viele Siedler ihre Siedlungen als Wiederherstellung einer Situation VOR der jordanischen Besatzung sehen. Und daß dieses ganze Bündel von Problemen leider nicht mit Schlagworten zu lösen ist.
Auch wenn mich diese Erkenntnis nicht davon abhält, letztendlich eine Räumung, zumindest eine teilweise, für die richtige Lösung zu halten.
Ich kann auch nicht verstehen, wieso die Regierung partout immer wieder mit großem Getöse neue Bauprojekte ankündigt. Ebensowenig kann ich verstehen, wieso der Bau von ein paar Wohnkomplexen internationale Schlagzeilen macht. Noch dazu wenn diese in Stadtteilen wie Gilo liegen, die nach sämtlichen Plänen in sämtlichen Schubladen ohnehin Israel zugeschlagen werden.
Ich halte die ganze Emotionalisierung des Themas Siedlungen für eine gelungene Taktik der Palästinenser. Und ich halte die rücksichtslose Taktik vieler Siedler, mit Provokationen und Ruckzuckverfahren ihre Interessen durchzusetzen, für äußerst destruktiv.
Es wäre meines Erachtens besser gewesen, wenn die israelischen Regierungen Gush Emunim nicht so freie Hand gelassen hätten. Ich habe es schon x-mal gesagt und sage es noch einmal: die Gebiete sind nach dem Sechstagekrieg wegen der drei Nein von Khartoum bei Israel geblieben, als Pfand. Durch die Besiedlung ist dieses Pfand nicht aufgewertet, sondern entwertet worden. Die Auslösung des Pfands ist nämlich inzwischen so kompliziert, daß Generationen daran verzweifeln.
Aber abgesehen davon glaube ich, daß das Kernproblem des Konflikts der Unwille der arabischen Welt incl. Palästinenser ist, Israels Existenz zu akzeptieren – und daß die Wahl der Mittel so eintönig ausfällt – nämlich Terror. Ohne die Ablehnung Israels mit gewaltsamen Mitteln wäre es nie zur vielbeklagten Besatzung und Besiedlung gekommen.
Und solange jede Räumung von Gebieten mit Gewalt beantwortet wird, solange uns immer wieder gezeigt wird, wie brüchig jede Abmachung ist – solange überzeugt mich das Konzept land for peace nicht.
Peace for peace, so muß es heißen. Peace ist nicht etwas, wofür Israel zahlen muß, und das Israel auch jederzeit wieder entzogen werden kann.
Das hab ich in den bitteren Jahren seit der Räumung der Pufferzone im Südlibanon und des Gazastreifens gelernt.
Wenn wir uns sicher fühlen werden, dann wird es in Israel auch eine Mehrheit für eine Räumung geben (wie es sie schon einmal gab). Wie lange es bis dahin dauern wird? Vor zehn Jahren hätte ich gesagt: noch ein bißchen. Vor fünfzehn Jahren hätte ich gesagt: wir sind schon fast da. Heute sage ich: es ist nicht absehbar.
So, und jetzt wird aber wirklich geschunkelt.
Nun, wir werden ja bald sehen, ob dieses Konzept “Land für Frieden” eine Zukunft hat … schickt die neue ägyptische Regierung Truppen in den Sinai, steht das Nahost-Quartett, stehen die Garantiemächte des israelisch-ägyptischen Friedensabkommens vor einer echten Zerreißprobe … bleiben sie tatenlos, so wie sie das Angesichts des Abzuges aus Gaza, des Abzuges aus dem Südlibanon, dem Bruch der Vereinbarungen zum letzten Libanonkrieges blieben – dann ist der sogenannte Friedensprozess Mausetot. Punkt.
PS: Aber hast schon Recht, nüchtern & nicht schunkelnd lassen sich solche Gedanken schwer ertragen
Und Karnevalslieder singend! Ich weiß nicht, was mit meinem Hirnchen los ist, muß wohl in den letzten Zügen liegen, aber wie bereits neulich erwähnt schießen mir zu den unpassendsten Zeiten uralte Schlager durch den Kopf.
Jedenfalls stehe ich auf dem Standpunkt, daß unter geeigneten Umständen eine Räumung richtig sein kann. Wenn das bedeutet, daß der Konflikt damit beendet ist, die Scheidung vollzogen, keine Ansprüche mehr angemeldet werden und keine Gewalt mehr ausgeübt wird – dann räumen wir, dafür wird jede Regierung eine Mehrheit suchen und auch finden.
Aber wie ebenfalls schon neulich erwähnt – wenn es keine Garantien gibt und keine bindende, zuverlässige Abmachung, keinen Schlußpunkt – dann wird ein pausenlos angegriffenes und traumatisiertes Volk nicht dazu zu überreden sein, denen, die von seiner Vernichtung faseln, eine Abschußrampe vor dem einzigen wichtigen Flugplatz des Lands zur Verfügung zu stellen.
Dafür ist es hier einfach zu eng, und dafür haben wir zu oft miterleben dürfen, wie es sich anfühlt, Zielscheibe zu sein. Kleiner Tip: ganz und gar nicht angenehm. Selbst ich werde davon krebenstig.
Und jetzt weiter, Willow: wer soll dat bezahlen, wer hat so vell Jeld…
du machst mir Angst …. !
Auf die Bäume, ihr Affen, der Wald wird gefegt…
Davor hatte ich als Kind auch Angst. Ich weiß bis heute nicht, warum die armen Affen die Ohren anlegen müssen.
Am schlimmsten aber war der Lazarus Stromanus. Vor dem hatte ich richtig Angst. Wenn der in den Fluß flog… huh. Barbarische Sitten der Heimatstadt…
ot: Was bedeutet “krebenstig”? (Google findet zu “krebenstig” und “bedeutung” exakt einen Beitrag, und der liegt auf – rungholt
Da meint es anscheinend so viel wie “hartnäckig” oder “widerspenstig”, aber hier? Hat es was mit Eingeweiden zu tun? http://woerterbuchnetz.de/DWB/?lemid=GK13026 )
colchico, ich vermute mal, es bedeutet sowas ähnliches wie “fuchsig”
Lila, das scheint wohl eine Prägung zu sein, der du von früher Kindheit an ausgesetzt warst … vielleicht steckt das bei euch “Rheinländern” auch in den Genen, dieses Bedürfniss, um diese Jahreszeit automatisch in Schunkeln zu verfallen – weiß nicht, was mich mehr verängstigt
Keine Sorge. Ich bin ja keine geborene Rheinländerin, sondern ene Immi, und meine Eltern (ihrerseits nördlich vom Ruhrpott stammend) waren zu Anfang schockiert von den Rheinländern. Wir sind jedes Jahr zu Karneval geflohen, und wenn meine Freundinnen mich mal mitgeschleppt haben zum Feiern, fand ich es immer ziemlich schrecklich.
Ich war mal zu Karneval im Krankenhaus, und stell Dir mein Entsetzen vor, als morgens zur Visite alle mit Zöpfche, Ringelströmpf, Sommersprosse un so aantanze.
Noch schlimmer war es, als mich mal eine Freundin ins Festzelt mitschleppte, von einer dieser Karnevalsgesellschaften mit Namen wie Ulk (L bitte tief im Rachen) oder Maiblömche oder Schanzeremmele. Mitten im Trubel stand mein bewunderter Philosophie- und Deutschlehrer mit Prinzenkapp und Feder. Er sah meine vor Entsetzen geweiteten Augen, lud mich zum Tanz ein und meinte, mer moss och feiere könne. Seither hieß er bei uns in der Familie nur noch Dr. Prinz Karneval. Er war aber trotzdem ein toller Lehrer.
Mein Bruder und ich haben uns so weit es ging akklimatisiert und die geborenen Rheinländer um ihren Frohsinn und Humor manchmal beneidet. Mein Bruder sagt immer, der Rheinländer scherzt über Dinge, für die in Süddeutschland die Polizei gerufen wird.
Aber glaub mir, wenn ich schunkelnde Menschen sehe, dann mach ich einen weiten Bogen
Ich hab nur so Erinnerungs-Flashbacks in letzter Zeit, weiß auch nicht warum. Backup der Festkarte vermutlich.
Ah, danke, mibu! (http://synonyme.woxikon.de/synonyme/fuchsig.php : “ungenießbar”, “wütend”, “ungeduldig” – ergibt Sinn. Selbst Füchse werden ungehalten, wenn man sie nicht in Ruhe lässt.)
Krebenstig finde ich sogar im Wörterbuch wieder, interessanterweise westmünsterländisch. Ist doch ein ganz gebräuchliches Wort.
Keine Ahnung, wie es in meinen Wortschatz gelangt ist… ich entdecke alle möglichen seltsamen Redewendungen, besonders beim Rommespielen
“Kinder, ich bin am kruusen Böömken”, was meine Oma immer gesagt hat, das habe ich da auch gefunden.
ETA: Schon gefunden. Meine Urgroßmutter aus Mühlheim, Oma Anneken, hat diese Redewendungen vermutlich mitgebracht. Sie sprach noch Mölmschen Dialekt. Ich habe diese schöne alte Redewendung gesucht und gefunden, die meine Oma manchmal als höchstes Lob benutzte:
Mölmsch kann aber keiner von uns mehr, auch meine Mutter und ihre Geschwister nicht, obwohl sie als Kinder ein sehr inniges Verhältnis zu Oma Anneken hatten. Oma Anneken muß eine sehr humorvolle und warmherzige Frau gewesen sein, und ich hoffe immer noch, weitere Verwandte aus ihrer Linie per Internet zu finden… aber so ziehen sich Worte durch die Generationen.
Liebe Lila, den Süden kann man nicht so einfach über einen Kamm scheren. Beispiel Schwaben: die pietistischen Unterländer haben erst nach 1945 und auch da nur sehr langsam rheinische Karnevalstraditionen importiert. Im katholischen Oberland (d.h. südlich der Donau) gehen die Gebräuche der schwäbisch-alemannischen Fasnacht sehr viel weiter zurück, wie z.B. in Weingarten/Oberschwaben. Und da sind auch die Sitten und Spässe gelegentlich etwas rauher – und nicht nur zur Fasnet.
Den Unterschied gibt’s, soweit ich weiss, auch im badischen: Nordbaden und Kurpfalz haben recht spät den rheinischen Karneval übernommen, während in Mittel- und Südbaden die schwäbisch-alemannische Fasnet gefeiert wird.
Lila, zu 54:
“Seither hieß er bei uns in der Familie nur noch Dr. Prinz Karneval. Er war aber trotzdem ein toller Lehrer.”
Lila, schon mal darüber nachgedacht?
Vielleicht war er gerade “deswegen” ein toller Lehrer?
Stimmt vermutlich. Ich habe mein Leben lang Glück gehabt mit meinen Lehrern, und er war zweifellos einer der besten. Sein Vater war übrigens bei uns an der Schule Hausmeister, und auch als der Lehrer Schulleiter wurde, hat er mit seinem Vater in den Pausen im heimischen Dialekt geplaudert. Er hat sich aus sehr einfachen Verhältnissen hochgearbeitet, auch die Schulleitung war nur eine Station auf seinem Weg, und hat das nie verborgen, im Gegenteil.
Er ist wirklich ein sehr besonderer Mensch, und ich freue mich immer, wenn ich ihn wiedertreffe. Er hat mich in vielem sehr beeinflußt. Und nicht nur mich, sondern Generationen von Schülerinnen (et wor en Mädschenjümnasium un es et noch).
“Durch die Besiedlung ist dieses Pfand nicht aufgewertet, sondern entwertet worden.”
Stimmt, genau so ist. es. Abgesehen davon, dass es gegen jede politische Vernunft geht, die Siedlungsgebiete zu vermischen, statt zu entmischen…
Nun Nobo, klingt logisch, allerdings *nur* unter der Annahme, daß die Araber/Palästinenser tatsächlich “irgendwann” einmal bereit sind, ihren Frieden mit Israel zu machen … unter der Annahme, daß die Palästinenser Israel eh in “alle Ewigkeit” bekämpfen werden, ist es schon nicht mehr so logisch – da könnte es tatsächlich vernünftig sein, stärkere Präsenz zu zeigen als ein paar Militärposten.
Ganz davon abgesehen, warum gilt diese “entmischen” eigentlich nur für die besetzten Gebiete? Warum nicht gleich auch für Israel? Ich fühle mich irgendwie unbehaglich, wenn (wie in so vielen arabischen/islamischen Ländern zu beobachten) immer nur die Nichtmoslems weg-entmischt werden …
Nobo, logisch ist das nur, wenn Du davon ausgehst, daß bei der Gründung eines Staates Palästina die Juden ethnisch gesäubert werden müssen. Warum wir davon so automatisch ausgehen, auch ich, ist wirklich eine interessante Frage. Ich weiß, daß Juden in einem Staat Paästina einfach Freiwild wären, ohne den Schutz der Armee gäbe es noch mehr Fogel-Familien.
Aber warum wird das im Falle Palästina einfach so hingenommen? Ich frage schon seit Jahren: warum messen wir andere Staaten daran, wie sie mit ihren Minderheiten umgehen, die Palästinenser dagegen nicht? Warum ist es eigentlich unzumutbar für die Palästinenser, eine jüdische Minderheit, die gern weiter an den heiligen Stätten der Juden leben möchte (wie in Hebron zB, wo seit Jahrhunderten Juden leben), zu schützen und zu ertragen? Ich rede nicht von Randalemachern, sondern ganz normalen, gesetzestreuen Familien, die nur eben jenseits der grünen Linie leben.
Warum ist es selbstverständlich, daß meine Nachbarn in Aramshe und Yaara und Kfar Yasif unbehelligt in Israel leben können, ob Moslem, Beduine oder Druse, und ebenso selbstverständlich, daß eine jüdische Minderheit im Staat Palästina unerträglich ist?
Diese Fragen sollte man sich schon mal ganz ruhig und sachlich stellen. Die Antwort ist leider ziemlich traurig: siehe oben, wir wissen einfach, daß das Leben für Juden im Staat Palästina ganz anders aussähe als das Leben der Minderheiten im Staat Israel. Oder kannst Du Dir einen jüdischen Richter vorstellen, der einen palästinensischen Präsidenten in einem palästinensischen Gerichtshof rechtskräftig verurteilt?
Es herrschen eben zwei Maßstäbe. Und ob man den Palästinensern damit einen Gefallen tut, ihnen wie verzogenen Kindern gewisse Zugeständnisse an demokratische, zivilisierte Normen einfach nicht abzuverlangen, das halte ich für sehr fraglich.
Ich finde die Forderung Abu Mazens, nicht nur Juden auszuweisen, sondern auch die palästinensischen Flüchtlinge der arabischen Welt, die dort in Flüchtlingslagern dahinvegetieren, rechtlose und ausgegrenzt, ebendiese Flüchtlinge NICHT aufzunehmen, einen absoluten Skandal. Warum das nicht durch die deutschen Medien ging, frage ich mich wirklich. Die palästinensischen Flüchtlinge genießen doch in den deutschen Medien und der deutschen Öffentlichkeit einen so hohen Sympathiewert, im Gegensatz zu den jüdischen Siedlern.
Wenn Abu Mazen also den Siedlern das Recht auf freie Wahl des Wohnorts abspricht, wundert es mich, daß niemand protestiert. Aber wenn er erklärt, Palästinenser aus dem Libanon oder Jordanien können sich die palästinensische Staatsbürgerschaft abschminken, warum protestiert dann keiner???
http://www.dailystar.com.lb/News/Politics/2011/Sep-15/148791-interview-refugees-will-not-be-citizens-of-new-state.ashx#axzz1Ya5JM3af%20
“Ich finde die Forderung Abu Mazens, nicht nur Juden auszuweisen, sondern auch die palästinensischen Flüchtlinge der arabischen Welt, die dort in Flüchtlingslagern dahinvegetieren, rechtlose und ausgegrenzt, ebendiese Flüchtlinge NICHT aufzunehmen, einen absoluten Skandal.”
… angenommen, es würde ein palästinensischer Staat gegründet und die palästinensischen Flüchtlinge würden ein Angebot, in diesen Staat überzusiedeln, zu einem Großteil annehmen, dann würden die Einwohnerzahl und die Bevölkerungsdichte möglicherweise in kurzer Zeit enorm ansteigen, mit entsprechenden Problemen für z.B. die Wasserversorgung.
Es geht ja nicht mal ums Übersiedeln – einfach nur um die Anerkennung der Rechte. Ein Staat Palästina könnte ja vielleicht die Rechte der palästinensischen Flüchtlinge garantieren, so wie die Existenz des Staats Israel den Juden in aller Welt eine Sicherheitsgarantie gibt? Sie könnten ihnen aus der Staatenlosigkeit helfen, einen Paß geben, eine internationale Stimme geben.
Mibu, Du bist ja weiß Gott nicht dumm und nicht naiv. Du weißt genauso gut wie ich, warum ein Staat Palästina das Flüchtlingsproblem NICHT lösen darf. Denn wenn es gelöst wäre, meinetwegen auch mit tatkräftiger Hilfe Israels und anderer Nachbarn – wo wären dann die Ansprüche der Palästinenser? Dann müßten sie ja am Ende sagen: wir sind satt. Es ist gut so. Kommt, wir gehen zum nächsten Tagesordnungspunkt über.
Das wollen sie aber nicht. Das können sie vielleicht nicht. Sie haben den Flüchtlingen, die selbst ja gar keine Flüchtlinge mehr sind und in keinem anderen Fall als Flüchtlinge anerkannt würden, jahrzehntelang Lokschn verkauft, Illusionen und Lügen.
Das ist ein Verbrechen.
Ich habe gerade heute früh in einem Blog was dazu gelesen… wo war das noch… hier:
http://heplev.wordpress.com/2012/01/19/seit-63-jahren-werden-die-palastinenser-betrogen/
Das politische Kapital, das man aus dem Flüchtlingsstatus der Menschen in den Lagern schlagen kann, darum geht es, nicht um Wasser oder Land. Die Flüchtlinge wurden zur Geisel genommen, und das über Jahrzehnte hinweg. Das ist eine echte Schweinerei. Aber eine, über die sich niemand wirklich aufregt.
Lila, rückschauend betrachtet mag das so sein. Was wäre jedoch gewesen, wenn die USA nach dem Unabhängigkeitskrieg Israel unter Druck gesetzt hätte nach dem Motto: Ihr glaubt doch nicht im Ernst, dass wir zulassen, dass einige hunderttausend Menschen einfach so aus ihrer Heimat vertrieben werden können ? Das Schicksal der arabischen Flüchtlinge ist eher nicht mit jenem der vertriebenen Deutschen in Europa vergleichbar. Man kann darin den ursprünglichen Grund für die Errichtung der Flüchtlingslager und der UNRWA mit der Zustimmung Israels sehen. Ich habe auch nicht den Eindruck, dass Israel mit reinstem Gewissen die Flucht vieler Araber “unterstützte”. Die Rückkehr zumindest eines Teils der Flüchtlinge war offenbar von der UN und damit auch der amerikanischer Seite beabsichtigt.
Die USA hatten auch durchaus gute Gründe, sich so vorsichtig gegenüber arabischen Staaten zu verhalten. Der eine waren die Rohstoffe und der andere der kalte Krieg, der in jener Zeit latent in einen weiteren heißen umzuschlagen drohte – und im Fall Koreas sich auch tatsächlich entzündete. Von den arabischen Staaten haben sich damals nur Syrien und der Irak enger an die Sowjetunion angelehnt. In den anderen Ländern waren die Beziehungen zum Westen jedoch keineswegs spannungsfrei – was z.T. mit ökonomischen und strategischen Abhängigkeiten im Zuge der Auflösung verschiedener Kolonialreiche zusammenhing. Mein Eindruck ist, dass sich die USA sowohl gegenüber Israel als auch gegenüber den arabischen Staaten gerne zurückhaltend verhielt, wodurch eine zeitnahe Lösung von Konflikten immer wieder aufgeschoben wurde. Darin spiegeln sich vermutlich auch rivalisierende aussenpolitische Auffassungen innerhalb der jeweiligen amerikanischen Regierungen und Ministerien wieder. Nachträglich fällt eher das auf, was sich bis heute auswirkt, wodurch vermutlich auch der Eindruck starker Lobbies aufkommt. Mein Eindruck aus dem, was ich bisher darüber gelesen habe, ist aber eher der, dass es immer wieder Entscheidungen zum Handeln oder nicht handeln gab, die fast ebenso wahrscheinlich auch anders hättten ausfallen können.
Inzwischen hat sich jedoch so vieles ereignet und verändert, dass ich aus diesem Grund der Meinung bin, dass eine Integration der palästinensischen Bevölkerung in den jeweiligen Ländern und die Gründung eines separaten palästinensischen Staates der bessere Weg wäre. Die Voraussetzungen dafür sind jedoch nicht gerade übertrieben günstig.
Dass “entmischen” vorzuziehen ist gilt natürlich nur vor dem Hintergrund, dass Feindseligkeiten bestehen.
Sobald Friede herrscht, besteht auch keine Gefahr, wenn man sich annähert.
Was ich sagen wollte war:
Es ist ein Denkfehler, Zivilisten in militärisch besetzem Gebiet anzusiedeln, weil man diese Zivilisten dadurch in Gefahr bringt.
Man sieht ja auch, dass diese Siedlungen meist von einem Zaun umgeben und schwer bewacht sind. Wer will schon so leben? Wer will schon seine Kinder im Panzerfahrzeug in die Schule bringen?
Genauso wie Lila finde ich, dass die Gleichung “Land gegen Frieden” nicht funktionieren kann. Das Land muss ja zu einem gewissen Zeitpunkt übergeben werden, was macht man, wenn der Friedensvertrag danach nicht mehr eingehalten wird?
Andererseits muss man sagen, dass der Friedensvertrag mit Jordanien seit 1994 ein Erfolg ist, für beide Seiten. Der Oslo-Prozess hat zwar sonst nicht viel gebracht, aber das war es doch wert…
Auch um unser Örtchen steht ein Zaun. Du wirst in Israel keine Schule, keinen Kindergarten, kein Einkaufszentrum und kein Kino ohne Sicherheitsschleuse finden. Ich muß auf dem Weg zur Arbeit mindestens drei passieren.
Allerdings ist der Frieden mit Jordanien ein Erfolg – bisher und wenn alles stabil bleibt. Sobald die Haschemiten-Herrschaft dort wackelt und die Islamisten dieser oder jener Couleur ans Ruder kommen, werden wir auch dort Äußerungen wie jetzt aus Ägypten erwarten können.
Wenn die Ägypter den Friedensvertrag aufkündigen, dann sind wir wirklich vor einer vollkommen neuen Situation. Ich mag mir nicht ausdenken, was die Konsequenzen sein könnten.
Genau! Die Androhungen die seit dem Arabischen Frühling aus Ägypten kamen, dass der Friendsvertrag von 1979 gekündigt werden soll sind das beste Beispiel dafür, dass “Land gegen Frieden” nicht nachhaltig ist.
Was soll Israel machen, wenn Ägypten den Friedensvertrag aufkündigt? Den Sinai wieder besetzen? Wird die Weltöffentlichkeit das als logische Konsequenz der Aufkündigung des Vertrages von Ägyptischer Seite sehen? Ich zweifle daran.
Man kann nur hoffen, dass Ägypten ebenso wie Jordanien einsieht, dass es an Krieg kein Interesse hat… Übrigens habe ich gelesen, dass auch Syrien insgeheim einsieht, dass es an Krieg kein Interesse hat.
@64. mibu
“Was wäre jedoch gewesen, wenn die USA nach dem Unabhängigkeitskrieg Israel unter Druck gesetzt hätte nach dem Motto: Ihr glaubt doch nicht im Ernst, dass wir zulassen, dass einige hunderttausend Menschen einfach so aus ihrer Heimat vertrieben werden können ?”
Wie ich sehe ist ihnen das Schicksal der hunderttausenden “arabischen” Juden, die zeitgleich mit den späteren Palästinensern Flüchtlinge wurden nicht ganz so wichtig … warum eigentlich?
Was sprach eigentlich dagegen, daß die arabischen Staaten die arabischen Flüchtlinge aufnehmen, der Judenstaat die jüdischen Flüchtlinge – und gut iss? Es haben deutlich mehr Juden ihre Heimat verloren als Araber …
Dann hätten “die Araber” auch längt einen Frieden mit Israel und die heute Westbank genannten Gebiete wären schmerzfrei Teil des Palästinenserstaates Jordanien.
Aber ach, ich vergaß, es ging nie um die Flüchtlinge, nie um einen (weiteren) palästinenserstaat, es ging immer nur um die Vernichtung des Judenstaates …
Nobo: Syrien unter Assad hat allerdings kein Interesse an einem Krieg, oder hatte es bisher nicht. Syrien unter irgendwelchen durchgeknallten Islamisten? Keine Ahnung.
Wenn Ägypten den Friedensvertrag offiziell aufkündigt, dann wird sich Israel den Sinai nicht mit Gewalt nehmen. Israel wird erwarten, daß Ägypten den Sinai zurückgibt, bzw wird erwarten, daß die Garantiemächte, die diesen Frieden mit unterzeichnet haben, darauf bestehen, daß er nicht einfach einseitig aufgelöst, sondern ordnungsgemäß abgewickelt wird. Woran die Ägypter natürlich kein Interesse haben. Sie wollen die Geste, sie wollen die arabische Ehre retten, die durch einen Frieden mit dem zionistischen Feind besudelt ist.
Ja, für das Konzept Land für Frieden ist das der Todesstoß, das hab ich schon mehrmals gesagt. Keiner, aber wirklich keiner wird von Israel mehr verlangen können, weitere Gebiete gegen Nichts einzutauschen. Bisher hat Israel für soche Tauschversuche im Gegenzug nicht einmal Nichts gekriegt, sondern Raketenbeschuß und Terror.
Wenn die Ägypter wirklich die Ware behalten wollen, ohne den Preis dafür zu zahlen, ist auch dem letzten Friedensträumer klar, daß diese Art Tauschhandel ein Irrweg ist. So wie man Liebe nicht mit Geld kaufen kann, verzeiht das Pathos, so kann man Frieden wohl leider doch nicht mit Land kaufen. Schön wär es ja.
Ich denke tatsächlich, dass die Frage der Flüchtlinge das Hauptproblem ist.
Man hätte sie in den 60er Jahren angemessen entschädigen sollen und fertig.
Ich habe in einem Bericht aus den 60er Jahren (ich glaube, nach dem 6-Tage-Krieg) gelesen, dass die meisten Flüchtlinge wohl mit einer entschädigung von 1000 $ einverstanden wären. Damals schien das zu teuer. Bis heute haben UNRWA und weiss ich wer noch alles (EU, Israel, USA) aber ein Vielfaches davon bezahlt, was es damals gekostet hätte, und rausgekommen ist dabei absolut nichts…
Das nennt man sich selber ins Bein schiessen, auf beiden Seiten..
@ Nr. 61.
“Die palästinensischen Flüchtlinge genießen doch in den deutschen Medien und der deutschen Öffentlichkeit einen so hohen Sympathiewert, im Gegensatz zu den jüdischen Siedlern.”
Äh Lila, der Satz ist zur Hälfte richtig (deutsche Medien) und zur anderen Hälfte (deutsche Öffentlichkeit) geht’s einmal mehr Richtung Spekulation. Kann ich so nicht bestätigen, und ich lebe diesem Land mit all den deutschen Michels (wie mich).
Es gibt bezüglich des erwähnten Sympathiewertes eher keine Meinung bzw. eine gewisse Indifferenz.
Ich habe nach wie vor das Gefühl, Du rechnest die Leserkommentare oder sonstwas in den deutschen Online-Medien hoch und machst Dir dann einen Reim drauf. Das ist zwar verlockend, aber dennoch zu einfach (strukturiert) und geht mir mal wieder auf die Nerven (und muß jetzt mein Maul aufmachen). Dabei mag ich meine Landsleute nicht mal besonders, im Gegenteil.
Oder umgekehrt: Wenn ich manchmal die ‘israelischen Leserkommentare’ (die u.a. von überall auf der Welt herkommen) in den englischsprachigen israelischen Online-Medien durchlese, könnt ich öfter im Quadrat abkotzen, so schlecht wird mir da zuweilen beim Lesen. Aber das rechne ich nicht hoch auf die israelische Öffentlichkeit, weil ich die durchaus anders wahrgenommen habe. Wäre auch schlimm, sonst.
Oder guck Dir z.B. diese Wulff-Geschichte an. Die Hoheit des beleidigten und ach so empörten Wulff-Gemeckeres in den Online-Kommentaren spiegelt vom Verhältnis her überhaupt nicht die Meinung Öffentlichkeit wieder.
Weiß nicht, aber eine Verselbständigung funktioniert irgendwie nicht, nö, jedenfalls nicht so und deckt sich auch nicht. Auch nicht durch ständige Wiederholung. Kannst mir erzählen, was Du willst. Tu ich ja auch, oberflächlich betrachtet.
Jack, ganz und gar nicht. Ich urteile, was die öffentliche Meinung angeht, nach meinen Erfahrungen in Deutschland. Oh diese anekdotischen Fehlurteile
Ich habe es einfach zu oft erlebt, wie pampig und irrational ganz normale Leute wurden, wenn ich gesagt habe, daß ich in Israel lebe. Ich kann Dir gar nicht aufzählen, wie oft ich aus allen Wolken gefallen bin, wenn Menschen, die ich mein Leben lang kenne, irgendwann zu später Nachtstunde und nach der vierten Flasche Wein angefangen haben, auszupacken, was sie über Israel denken. Natürlich gibt es auch die Israel-Fans, die habe ich aber vor 20 Jahren viel öfter getroffen als heute.
Heute ist die normale Reaktion, wenn ich mich offenbare: “na ja, für eure Regierung könnt ihr ja nichts”. Im besten Falle. Im schlimmsten Falle kommen die bekannten Sprüche.
Nein, Jack, da brauch ich mir die Leserkommentare nicht hochzurechnen. Ich weiß schon, daß es nur Streithanseln wie ich sind, die im Internet ihre Meinung öffentlich kundtun, und daß die ganzen ausgeglichenen Menschen in der Zeit lieber online Poker spielen oder Musik hören. Daß es bei den meisten Zeitungen, wo ich so auf die Leserkommentare gucke, beim Wort Siiiiiedler sofort um Grade heißer wird, und außer ein paar unentwegten Israel-Fürsprechern, die keiner ernstnimmt, sofort sich alle einig sind – das ist schon auffällig.
Was die Palästinenser angeht – je nun, da ist Volkes Stimme ähnlich gespalten in Bezug auf Türken und Erdogan.
Die Palästinenser, die es den Israelis ordentlich zeigen und wie Gandhi friedlich- edelmütig protestieren, die werden geliebt und bewundert. Die Palästinenser hingegen, die ins Nachbarhaus ziehen möchten, die sähe man dann doch lieber im Nahen Osten. Ebenso wie Erdogan, der es Israel mal ordentlich eintränkt, ein mutiger ehrlicher Mann ist, dagegen der Erdogan, der es Deutschland mal ordentlich eintränkt, ein wirr sprechender Populist und Hetzer ist.
Natürlich ist es aus anderer Perspektive genau umgekehrt
Alles Unfug, es gibt Volkes Stimme nicht.
Aber Umfragen zeigen, daß Israel in Deutschland sehr, sehr unbeliebt ist. Von Zeit zu Zeit bringen die Medien mal einen neutralen bis positiven Bericht über Israel – über Austauschstudenten oder das Nachtleben in Tel Aviv oder so. Dann brauchst Du nur bis zehn zu zählen, und die ersten Kommentare laufen schon ein: aaaber die Palästinenser!
Dieses ceterum censeo kriegt man in Deutschland fast überall dazu, wie Rotweiß auf die Fritten.
Der Unterschied zwischen dem dämonisch-roboterhaften Image des emotionslosen Kämpfers, das Israelis im Ausland haben, und der herzlich-rauhen Wirklichkeit hat manchmal wirklich komische Züge.
Für mich ist ja immer der Übergang von einer Welt in die andere der Flughafen. Wenn wir da in einer Reihe stehen, die Bordkarten in der Hand, dann guck ich mir die Leute an. Die Deutschen: beige gekleidete Mittfünfziger mit ernstem Blick, attraktive aschblonde Mädchen und sportliche Jungs. Die Israelis: streitende Großfamilien und Russen mit riesigen Kartons aus dem Elektromarkt und Araber mit genervtem Blick.
Und denke mir, daß der einzige Mensch, der sie alle WIRKLICH versteht und ticken sieht, natürlich ich bin
Lila, was kann ich denn dafür und andere, was Du für ’komische’ Leute kennst. Und dann auch noch Dein Leben lang. Das ’n Los, Deine Probleme möcht ich nicht haben
Ich kenne andere. Die sind auch komisch. Nur anders, so wie ich. Und Du solltest mal mit mir unterwegs sein. Da gibt’s kein Widerspruch, sondern gleich auf’s Maul.
Nein, natürlich nicht.
Aber ich schmiere gerne gleich jedem leidenschaftlich und freudig auf’s Brot, wie sehr ich Israel mag und gerne dort hinfahre. Ich mach’s aber vielleicht geschickter oder anders und mit viel Liebe, stell mich sehr gerne dümmer hin als ich bin (obwohl …), schleich mich sozusagen von hinten an und erwische sie dann wie zufällig dort, wo sie nicht mehr einfach mit ihren vorgefaßten Meinungen auf schlau machen können. Im Gegenteil, sie ertappen sich plötzlich selber dabei, daß gewisse Dinge dann doch komplexer und komplizierter erscheinen, als diese vorher allzu schnell angenommen wurden. Sie schämen sich ein wenig, auch wenn sie’s nicht immer gleich zugeben. Aber man sieht und hört es heraus. Und das gefällt dann auch mir. Man erreicht damit eher wirkliche Neugier und ein umfassenderes Interesse bei Leuten, die das vorher selber von sich gar nicht kannten. Jedenfalls, ich kann das (ganz gut).
Ich mein, ich kenn das ja auch, Du nicht? Diese ‘sich bei etwas ertappen …’
Tendenziell stimme ich Dir ja durchaus zu, aber ich teile lieber leidenschaftlich aus als bös einzustecken. Auch wenn’s nicht immer gleich offensichtlich ist. Am Ende zählt was rauskommt.
Und ganz klar ’nein’ zu Deinem letzten Punkt – ich denke mir, daß der einzige Mensch, der sie alle WIRKLICH versteht und ticken sieht, natürlich ich bin.
Ich mag das nicht wenn jemand vor mir läuft. Konnt ich noch nie ab. Also, was soll das?
Ja, Du bist eben cool. Ich nicht.
Ich kriege kein Wort raus, wenn am Flughafen ein älteres Ehepaar nach gemeinsam verwarteter Stunde sich vor mich und die Kinder schiebt und der Mann süffisant sagt, “nur keine jüdische Hast”. Er denkt vielleicht, wir verstehen ihn nicht, weil wir untereinander Hebräisch gesprochen haben.
Oder wenn mir zum hundertsten Mal Leute erklären, wieso meine Kinder den Armeedienst verweigern sollen. Oder wir gleich aus Israel weggehen sollen.
Entschuldige bitte, Jack, aber als begeisterter Tourist wäre ich vielleicht cooler. Die Sachen, die ich teilweise zu hören kriege, sind grundlegende Angriffe auf das Leben, das wir hier führen. Das ist auf die Dauer schwierig.
Und außerdem will ich niemanden begeistern. Meine Güte, es ist das gute Recht eines jeden, Israel gegenüber gleichgültig gegenüberzustehen oder sich in Kanada wohler zu fühlen. Das einzige, was schön wäre, wäre eine allgemeine Übereinstimmung, daß man über Israels Existenzrecht nicht mehr diskutieren muß, und daß dieses Existenzrecht das Recht auf Selbstverteidigung einschließt. Damit wär ich schon zufrieden.
Aber das ist im deutschen Konsens, wie ich ihn im Rahmen meiner bedauerlich eingeschränkten Bekanntschaft kennengelernt habe, nicht wirklich drin. Israels Existenzrecht wird gegen das der Palästinenser oder Iraner aufgerechnet und oft genug zu leicht befunden, und das Recht auf Selbstverteidigung ist indiskutabel. Israel hat das Recht, ein edles Opfer zu sein. Alles was darüber hinausgeht, wird von vielen Bekannten mit deutlichen Anzeichen von Unwillen oder Hilflosigkeit begrüßt. Das höchste der Gefühle ist ein “ja aaaber….” und der Rekurs auf die Siedler.
Am besten ist in diesen Fällen ein Themewechsel. Das Wetter in Israel hat mich schon aus mancher Patsche geholt.
Und mißversteh mich nicht: es ist wirklich das gute Recht eines jeden Menschen, über Israel zu denken, wie er will. Mich erschrecken nur die Vorurteile, die auf einseitiger Information beruhen, und die daraus resultierenden emotionalen, heftigen negativen Urteile, mit denen ich manchmal konfrontiert werde. Manchmal könnte man meinen, Israel wäre noch schlimmer als Belgien. Und jeder weiß doch, daß die Belgier… ich meine…
Ich habe in den letzten Wochen eine bedenkliche Erfahrung gemacht. Zu Zeiten der Mavi Marmara habe ich meine pro-Israel-Sondierungen an “einfachen” Leuten ausprobiert und war angenehm überrascht von der positiven Reaktion.
Derzeit wage ich mich behutsam wieder näher an “gebildete” Kreise ran. Ich hoffe, ich irre mich, wenn ich wahrnehme, wie da die Gesichter zugehen und das Thema gewechselt wird.
Das ist sehr interessant. Ich würde wirklich sehr gern wissen, wie Deine Versuchsreihe weitergeht… ich bin ja wieder mal weit weg vom Schuß.
“Manchmal könnte man meinen, Israel wäre noch schlimmer als Belgien.”
Das war jetzt aber eindeutig antisemitisch…schlimmer als die Belgier geht wirklich zu weit. Und begruenden tust du es auch nicht
J
Deutsche Angriffe auf Dich, eine in Israel lebende Deutsche, von Freunden bzw. Bekannten? Ist das richtig, Lila?
Ja, aber Du lebst doch da! ’Ist doch Dein Entschluß, nicht der Deiner „bedauerlich eingeschränkten Bekanntschaft“. Sollen die doch selber sehen, wie sie glücklich werden, statt andere anzumachen. Ich verstehe das nicht und halt mich raus.:-)
Du machst Dir viel zu viele Gedanken, Lila. Ich weiß, das sagt sich leicht. Ich kenn das (ja) auch und es ist manchmal verflixt mit den Gedanken.
Und auch das am Flughafen bei Euch, das Gemeckere der Deutschen. Du läufst aber nicht weg, wenn ich dem älteren Ehepaar eins draufhaue: „Sie sehen gut aus, heute schon gekotzt?“:-)
Sowas tut immer gut. Immerhin.
Seit dem Libanonkrieg II meide ich das Thema, wenn ich in Deutschland bin. So ging mein Besuch im letzten Sommer problemlos über die Bühne.
Oh, und ich kann es um keinen Deut besser abhaben, wenn jemand mir sagt, “ja ja, die Araber, dieses Ungeziefer, macht nur Schluß mit denen”.
Ehrlich, was man manchmal zu hören kriegt, da wünscht man sich Ohrenlider, um selbige dicht verschließen zu können.
Ich bin von Iran. Wollte gerne nach Israel flüchten, aber leider bekam ich kein Visum. Später konnte ich nach Deutschland.
Auch in Deutschland denken Menschen, jeder Iraner ist gleich. Sie sagen: “Iran-Khomeini”. Ich hasse Khomeini mehr als sie. Er hat mein Land kaputt gemacht.
Heute habe ich Deutschen Pass. Ich möchte gerne nach Israel reisen, denn ich liebe dieses schöne Land. Ist das möglich?
Manchmal habe ich den Eindruck, dass gerade einige Klischees, die sich im Laufe der Zeit gebildet haben, eine weniger voreingenommene Sicht verstellen. Dass ausgerechnet das “heilige Land” zugleich auch einer der hartnäckigsten “politischen Krisenherde” ist, verleitet einerseits zu Parteinahme und andererseits zu geringer Bereitschaft, hinter die von den Medien bereitgestellten Bilder zu sehen. Was mich immer wieder besonders ärgert, ist die Neigung, Bewertungen zu verlautbaren bevor eine Situation wenigstens näherungsweise ausreichend beschrieben wurde. Die Seriosität, mit der Journalisten auftreten, ist nicht selten hohle Attitüde, mit der ein Anschein von Kompetenz erweckt werden soll, von der sie in Wirklichkeit erstaunlich weit entfernt sind.
Ist es in umgekehrter Richtung so viel besser ? Mir scheint, dass auch in Israel immer häufiger ein recht einseitiges Bild von Europa gezeichnet wird. Und gelegentlich eines, das verdächtig stark jenem ähnelt, dass zur Zeit in den republikanischen Vorwahlen strapaziert wird. Gerade in JPost sind es nicht nur die Leserbeiträge, die mir diesen Eindruck vermitteln.
Ich habe etwas die Befürchtung, dass die gegenseitige Wahrnehmung zunehmend dadurch verzerrt wird, dass Meinungen und Bewertungen von den Medien häufig schneller ausgetauscht werden als Informationen. Dementsprechend können wir über politische Entwicklungen wie z.B. den “arabischen Frühling” gar nicht mehr rechtzeitig informiert oder darauf vorbereitet sein.
@Jack
“Lila, was kann ich denn dafür und andere, was Du für ’komische’ Leute kennst.”
Hmmm, kennst du das Wochenblatt “Die Zeit”? Stimmst du mir zu, daß Zeit-Leser als überdurchschnittlich gebildet, überdurchschnittlich kultiviert gelten?
Dann schau mal hier – http://www.zeit.de/gesellschaft/2012-01/deutschland-antisemitismus-bericht?commentstart=41#comments – wobei es mir hauptsächlich nicht mal um diesen Expertenbericht geht, die Leserkommentare finde ich interessant …
@Mibu
Diesen Eindruck kann ich nicht wirklich bestätigen, selbst die Haaretz (deren Artikel ja -natürlich nur wenn sie den gängigen Stereotypen entsprechen- fast ausschließlich das Israelbild “der Deutschen” formen) schreibt durchaus kritisch über problematische Entwicklungen in Europa – ohne wirklich rechtsextrem zu sein
Generell nehme ich die israelischen Medien als vielfältig und ziemlich respektlos war, politisch wesentlich weit gefächert … vielleicht ist ja doch manches fauler in EUropa als unsere doch sehr gleichförmigen Medien (um mal den Begriff “gleichgeschaltet zu vermeiden) es darstellen?
PS: Welches “Bild von Europa” ist denn in den israelischen Medien so einseitig und falsch?
Passt auch irgendwie dazu.
“Die Ergebnisse des Berichts “Antisemitismus in Deutschland” sind erschreckend: Judenfeindlichkeit und negative Stereotypen ziehen sich durch fast alle Bereiche der deutschen Gesellschaft [...]”
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,810766,00.html
“Heute habe ich Deutschen Pass. Ich möchte gerne nach Israel reisen, denn ich liebe dieses schöne Land. Ist das möglich?”
Wenn du einen deutschen Pass hast, ist es kein Problem.
Yael, der Artikel ist ja albtraumhaft. Das sind ja meine schlimmsten Befürchtugen, mit Zahlen untermauert.
Das kann Jack nicht hinwegscherzen. Das entspricht genau meiner Erfahrung – nach kurzem Kratzen an der Oberfläche findet sich Müll der übelriechendsten Sorte. Und zwar gerade auch bei Leuten, von denen man es nicht erwarten würde – Lehrer, Pfarrer, engagierte Leute. Bei denen setzt einfach etwas aus, wenn es um Israel und Juden geht.
Mann Mann Mann, ich bin gerade total entsetzt. Das ist ja furchtbar. Wie froh bin ich, daß wir damals nicht nach Deutschland gezogen sind, sondern uns hier niedergelassen haben.
Ich glaube, ich trink jetzt erstmal nen Kaffee. Wie schrecklich sind diese Befunde, man möchte glauben, sie sind nicht wahr.
Nun, die Speigel-Leute wissen schon, warum sie diesen Artikel nicht für Kommentare freigeben …
@willow 82.
„Stimmst du mir zu, daß Zeit-Leser als überdurchschnittlich gebildet, überdurchschnittlich kultiviert gelten?“
Hilfe willow. Tu mir das nicht an, nicht diese Frage. Nicht jetzt.
Nur soviel: Ich halte den klassischen ZEIT-Leser für komisch und wenig originell, weil er sich und seine eingebildete Bedeutung gerne überschätzt. Ich lese natürlich auch die Zeit, aber im positiven Sinne, ist doch klar, und gebe mich im Gegensatz zu den anderen möglichst als nicht kultiviert aus – weil ich mit den meisten von denen nichts zu tun haben möchte. Aber auch das ist eine Art Kultur, die unbedingt und notwendig sein sollte.
Oder anders gesagt – Bildung ist fast alles, gar keine Frage – aber all das nützt nichts, wenn man sonst nichts drauf hat. Dann geht’s nach hinten los und die Leute werden unangenehm und garstig und gehen auf ihre linkische Art auf alles und jeden los, weil sie ihre eigenen Komplexe nicht wahrhaben und erkennen wollen.
Jammerlappen der fiesen Sorte. Der zunehmende Antisemitismus, meist schlecht getarnt als infame Israelkritik, ist da nur eine logische Folge dieser besonderen Spezies.
Und was ich z.B. richtig lustig finde – und ziemlich bezeichnend – sind Seiten wie diese:
http://www.elitepartner.de/Akademiker#
Fehlt nur noch der Zaun, den sollten sie auch noch um sich ziehen.
Weißt Du, ich mag ja Amerika und das Entertainment dort, gerade auch den Film und das Fernsehen. Und der Unterschied der dortigen ‘kultivierten Szene’ liegt darin, daß die erfolgreichen Sendungen, Shows und Filme dort nur funktionieren, weil sie sich nicht über den Menschen stellen, sondern zu ihm. Und dazu dann auch gerne und viel über sich selber lachen können. Dies ist sozusagen das Gegenteil der hiesigen sogenannten kultivierten Szene. Und deswegen wird das Entertainment in Deutschland zu großen Teilen immer peinlich bleiben und erfolglos. Ist ’ne Mentalitätssache.
Ich frag mich ja auch immer, warum z.B. hier im Norden die Skandinavier z.B. im Filmischen seit Jahren so mit das Beste an weltweiter Qualität hervorbringen, so wie im Süden z.B. auch die Franzosen. Zufall ist das nicht.
@Lila 85.,
natürlich kann man das hinwegscherzen. Man muß es sogar, es ist eine Form der notwendigen Auseinandersetzung, da diese ein unabdingbares Element ein wirklich kultiviert-toleranten Gesellschaft ist.
Oder wie der Helmut Dietl neulich im Interview meinte: “Da fehlen schon mal die Juden, die fehlen sowieso überall …. der Film hierzulande braucht sie unbedingt, damit wieder echte Komödien enstehen statt deutscher Lustspiele.“
„Deutsche Lustspiele“ – wenn Du mich fragst, trifft diese spezielle deutsche kultivierte Lust auch ziemlich genau den in gewissen (deutschen) Kreisen zunehmenden antisemitischen Ton dieser Zeit. Lustspiele haben im Gegensatz zu einer Komödie oft immer auch eine perverse Seite, die dann leider auch als böse und widerlich daherkommt.
Muß man ernst nehmen, aber andererseits sollte man diese Sache auch nicht überbewerten, wie ich oben unter 71. schon erwähnt habe. Denn es wird auch hier übertrieben.
Trink Deinen Kaffee ruhig weiter und mach Dir bitte nicht wieder so viele Sorgen.
Hier gibt’s auch noch was …
http://www.tagesschau.de/inland/antisemitismus108.html
… sei bereit für einen weiteren Kaffee. Ich trink ja nur Espresso wie George Clooney.
#85 Lila
“Erfahrung – nach kurzem Kratzen an der Oberfläche findet sich Müll der übelriechendsten Sorte. Und zwar gerade auch bei Leuten, von denen man es nicht erwarten würde – Lehrer, Pfarrer, engagierte Leute. Bei denen setzt einfach etwas aus, wenn es um Israel und Juden geht. ”
Genau das ist auch meine Erfahrung. Eine Diskussion ist leider auch nicht möglich. Die Gesprächspartner sind Erkenntnisresistent. Das ist jedenfalls meine Erfahrung.
Deshalb äußere ich mich sehr zurückhaltend und teilweise auch ironisch.
Auf den Einwurf, dass die Juden alles in der Hand haben, alles beeinflussen und deshalb auch an allem schuld seien, stelle ich dann schon mal die Frage, warum sie, wenn es so ist, das Nahost-Problem nicht längst in ihrem Sinn gelöst haben.
Um meine Freudschaften, Bekanntschaften nicht zu gefärden, vertiefe ich dann diese Diskussion sehr oft nicht. Manchmal, “schwillt mir aber schon der Kamm”.
Wohlwollend sagen dann meine Gesprächspartner: “Na, Du nun wieder!”
Das Ganze ist schon sehr traurig und deprimierend.
Wieso fällt mir jetzt Don Quichotte ein?
Oh, und die reizenden Kommentare! Die sind ja sehr schnell zusammengekommen, fast 150. Donnerschlag.
.
…
…
….
….
….
…..
….
…….
Und so weiter und so fort.
Es scheint ein riesiges Bedürfnis an Israel-Kritik zu geben, ohne zu hinterfragen, ob sich manches an dieser Kritik nicht aus antijüdischen Stereotypen speist oder aus einer Doppelmoral, die Israel bzw Juden nur als Opfer zu sehen bereit ist.
Das ist schon recht irritierend.
Woher haben die denn alle das Wissen, Israel zu kritisieren? Woher die Sicherheit, daß Israel so schreckliche Dinge tut? Was für Hintergrundwissen haben die meisten deutschen Israelkritiker denn? Oft genug ist es doch nur das dumpfe Gefühl, daß Israel nervt und sich zu viel rausnimmt. Wie bequem, daß es den Staat Israel gibt, der sich seit Jahrzehnten seiner Haut wehrt (und mehr nicht), auf den kann man dann alles schieben.
Und dieses dumpfe Gefühl hat eben oft anti-jüdische Ressentiments zur Wurzel.
Über DEN Zusammenhang möcht ich mal ne Studie lesen.
@Paul (89):
„Erfahrung – nach kurzem Kratzen an der Oberfläche findet sich Müll der übelriechendsten Sorte.”
Stimmt leider. Die Erfahrung macht man öfters. Allerdings scheint mir, der Antizionismus = Antisemitismus, in sich links nennenden Kreisen, noch heftiger vertreten zu sein.
(Ist meine Erfahrung …)
Zum Thema Antisemtismus und Israelkritik hier mehr. http://www.fr-online.de/meinung/analyse-zur-lage-der-linken-kostuemierte-antisemiten,1472602,8583648.html
“Über DEN Zusammenhang möcht ich mal ne Studie lesen.”
Wenn du mich fragst, in deutschland ist es einfach sehr verbreitet minderwertigkeitskomplexe zu haben. egal zu welchem thema du die kommentare liest die deutschen sehen sich meistens als die kleinen an, die immer zurückstecken müssen und es sich nicht mehr gefallen lassen wollen. mann koennte beim lesen schon fast meinen es handelt sich um ein kleines land in afrika oder so.
J
sefi, mit einem deutschen Pass benötigt man für einen Besuch in Israel nicht mal ein Visum. Ausnahme: Geburtsjahr vor 1928.
Mit iranischem Pass benötigt man eines. Ein iranischer Bekannter mit Wohnsitz in Italien erhielt sein Visum vor einigen Jahren aber ohne große Probleme. Die aktuellen Bestimmungen können Sie vermutlich hier erfahren:
http://embassies.gov.il/berlin/ConsularServices/Pages/consular-services.aspx
Viel Spaß auf der Reise! Es ist ein beeindruckendes und außerordentlich vielfältiges Land.
Jurek Becker im Begleitbuch zu seiner Lesung von Jakob der Lügner, S. 10 – Suhrkamp Verlag 1992 (CD von 1976)
Ich empfinde keine Scham darüber, daß es Juden sind, die sich im Nahen Osten als Herrenmenschen etablieren und Politik betreiben, für die mir kein originelleres Attribut einfällt als: räuberisch. Ich empfinde nur Zorn darüber, daß Menschen so mit Menschen umgehen.
Paul, diese Erfahrungen mache ich seit etlichen Jahren auch, egal, ob in Deutschland, Italien, Frankreich, GB, Spanien, der Schweiz oder in Österreich. (Nur fällt es mir leicht, Müllabsonderungen solcher Art nicht still hinzunehmen, ich bin der geborene Eigenbrödler.)
Vorher machte ich sie selten, weil ich in sehr jungen Jahren selbst zu den “Rebellenbewunderern” gehörte. “Die Palästinenser” der ersten Intifada sah ich als eine Mischung aus “Freiheitskämpfern” und “edlen Wilden”. Im Grunde dienten sie mir damals einfach als Projektionsfläche für die romantischen Vorstellungen von Heldentum, die man als junger und vollkommen unbedeutender Mensch so hegt.
Mit der Realität ließ sich das Bild nicht lange vereinbaren. Endgültig verflog die Sympathie aber erst, als die beiden Israelis gelyncht wurden, die sich in der West Bank verirrt hatten. Den Ausschlag gab die Zustimmung, auf die eine derart abscheuliche Tat in der Bevölkerung stieß. (Sie findet sich bis heute. Noch immer freuen sich die Erwachsenen im Publikum, wenn Kinder die rotgefärbten Hände auf der Schulbühne hochstrecken.)
Lila, die Zahlen sind albtraumhaft. Aber man weiß schon seit Jahren, dass der Judenhass in Deutschland konstant bei ca. 20 % liegt.
Die Reaktionen auf diesen Bericht sind in Israel ebenso vorhersehbar wie in Deutschland. So wie die Deutschen grummeln, daß man ja wohl noch sagen darf, daß die Israelis die allerallerschlimmsten sind… so sticheln die Israelis:
http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4180063,00.html
Die schlechte Meinung ist also durchaus gegenseitig.
Für den Judenhass (ich nenne es lieber beim Namen und unschreibe nicht mit Israelfeindlichkeit, Antizionismus, Antisemitismus u.ä.) in Deutschland habe ich kein Verständnis.
Dagegen habe ich für die Beurteilung der Israelis sehr viel Verständnis. Wenn ich Jude wäre würde ich genauso über die Deutschen denken.
Und, “Hand auf’s Herz”, so ganz unberechtigt ist das Urteil in Israel über die Deutschen nicht.
@Silke #95
Darf der das?
Böser, böser selbsthassender Jude, sozusagen ein Autoantisemit.
Der Bericht basiert auf bereits bekanntem Zahlenmaterial. Ich finde ihn dennoch beunruhigend. Er ist recht differenziert, aber für politisch interessierte meines Erachtens gut verständlich – zumal der Untersuchungsgegenstand und dessen Facetten recht genau umschrieben wird.
Lediglich zur Darstellung der Statistiken fällt mir etwas negativ auf, dass zur statistischen Signifikanz keine Angaben wie Vertrauensintervalle, Fehlerbalken oder ähnliches angegeben wird. Angesichts eines Erhebungsumfangs zwischen 500 bis 3000 Personen, d.h. nicht einmal im Promillebereich, ist das etwas ärgerlich. Allerdings sind die Erhebungen auch nicht vom Expertenkreis ausgegangen, dieser hat bestehende Zahlen lediglich für diesen Bericht herangezogen. Für statistische Details muss man sich die ursprünglichen Publikationen besorgen.
Aus Zeitmangel konnte ich den Bericht bisher nur flüchtig durchsehen. Er ist gut strukturiert, so dass man anhand des Inhaltsverzeichnisses schnell an jene Stellen gelangen kann, die einen interessieren. Dort fand die jeweiligen Informationen gut und ausreichend tief beschrieben.