jump to navigation

Keine Überraschungen Dezember 16, 2011, 0:17

Posted by Lila in Presseschau.
trackback

Ein schwedischer Professor hat einen Artikel veröffentlicht, in dem er darlegt, warum seiner Meinung nach der norwegische Massenmörder Breivik als Marionette Israels gehandelt hat. (Ynet, schwedische Zeitung) Der Mann ist übrigens sog. Friedensforscher, da wird er ja genau wissen, wer schuld daran ist, wenn irgendwo Unfrieden herrscht. Wie praktisch übrigens, daß es überall immer dieselben sind – das macht die Forschungsarbeit so viel leichter.

“We have discussed the right-wing extremist Israeli and Judeo-Christian side of Breivik’s network, Israel’s interest in disciplining Norway, and Israel’s celebration of bomb attacks. In this respect, Breivik’s attack appears to resemble a new king David Hotel attack: July 22nd,” he said.

Vielleicht würde er für seine Thesen auch in Deutschland Zustimmung bei bestimmten Leuten finden, und andere würden raunen… ja man weiß ja nie… der Mossad…

 Israel’s interest in disciplining Norway

Und für sowas würde Bibi einen durchgedrehten Massenmörder auf eine Insel schicken, um dort in einem Ferienlager unter Jugendlichen ein Blutbad anzurichten. Liegt nahe, nicht wahr?

Es gibt wirklich bald keinen Klumpen Dreck mehr, der nicht irgendwann gegen Israel geschleudert wurde. Nichts kann einen da mehr überraschen.

 

Kommentare

1. David - Dezember 16, 2011, 7:37

Beim Tätger in Belgien übrigens versucht man akribisch zu belegen, daß das mit Terrorismus nichts zu tun habe. Und der Täter wird als Belgier gehandelt – er ist aber Marokkaner, was von den Medien ebenso heruntergespielt wird. Als ich dessen Bild zum ersten Mal sah, dachte ich spontan: Islamist und Terrorist.
Und was Norwegen angeht: Das Land ist – genau wie auch Schweden – doch ziemlich auf den Hund gekommen. Hier in Deutschland applaudiert man derartigen Perversionen stets sehr gerne, sieht man doch den eigenen Antisemitismus “bestätigt”.

2. Barbara - Dezember 16, 2011, 10:54

Was die merkwürdige These des Professors vermeintlich untermauert, ist wohl auch die (gerne verschwiegene) Tatsache, dass die Jugendlichen in dem Ferienlager der norwegischen Arbeiterpartei anti-israelisch ideologisiert wurden, von “Boykottiert Isreal”-Schildern bis zu “Flottillen-Spielen” (als ich damals den Artikel im “Israelnetz” darüber bei Facebook eingestellt hatte, wurde ich prompt von einer langjährigen Internetfreundin – bezeichnenderweise aus Schweden – “entfreundet”, obwohl ich das nicht mal kommentiert hatte – aber alleine, das zu erwähnen, war offensichtlich schon eine Todsünde). Dass Breivik inzwischen offiziell für paranoid-schizophren erklärt wurde, war den Medien nur eine Randbemerkung wert, während man sich ja schon zeitig auf die Aussage eines Polizeichefs gestürzt hatte, er sei ein “christlicher Fundamentalist”. Auch dass er sich israelfreundlich geäußert hatte, wurde ja breitgetreten, wobei man es nicht widersprüchlich fand, ihn gleichzeitig als “rechtsextrem” (= Nazi) zu bezeichnen. Aber damit ist man natürlich auf der Seite gewisser Leute, die gerne den Davidsstern und das Hakenkreuz nebeneinander stellen. Und Breivik ist mit seinen irren Aussagen natürlich der ideale christlich-fundamentalistische Zionisten-Nazi.

3. Markus - Dezember 16, 2011, 13:27

Es ist DER Hammer, was Leute behaupten dürfen, ohne Anstand, ohne Konsequenzen zu fürchten.
Die Liebe zur Wahrheit, die Wahrhaftigkeit – sie geht den Bach runter. Ein einziges Trauerspiel.
Danke, Lila, für die Info!

4. Malte S. Sembten - Dezember 16, 2011, 23:07

Man hüte sich vor Gesindel wie “Friedensforschern” und “Migrationsforschern”.

5. A.mOr - Dezember 18, 2011, 2:33

Es gibt wirklich bald keinen Klumpen Dreck mehr, der nicht irgendwann gegen Israel geschleudert wurde. Nichts kann einen da mehr überraschen.

Nu, Lila, hier genügt es mir einfach, Deine Worte zu rezitieren…
In den letzten Wochen liegen alle diese seltsamen Vorgänge mir schwer im Magen, was öffentlich geschieht, ja, selbst in meinem privaten Umfeld muß ich befürchten, daß sich einige „Gutmenschen“ den Botschaften des „guten Hasses“ anschließen…
Bin da noch nicht sicher, aber das wird (ist schon) mindestens ein harte Probe auf die Freundschaft.
Allerdings hoffe ich (so sehr), daß ich mich nur täusche…

Zu 3. Markus
richtig, das ist der Hammer, aber nicht, was sie dürfen, sondern was sie tun…

6. Lila - Dezember 18, 2011, 6:36

A.mOr, ich habe in den letzten Tagen neugierigkeitshalber ein paar Namen von ehemaligen Schulkameraden und guten Freunden aus der Kindheit gegoogelt. Einer ist heute Professor für ein Fach, das ihm Gelegenheit gibt, bei jeder Gelegenheit gegen Israel auszuholen. Ein anderer ist aktiv bei den Linken und seine Unterschrift findet sich auf jeder Petition gegen Israel, die je durch den Dickdarm des Internets geisterte.

Das hat mir gereicht. Ich will gar nicht wissen, wer von meinen Bekannten es als Lebensziel sieht, dem zionistischen Gebilde die Legitimität abzusprechen und die Juden als Parasiten und Eindringlinge im Land der Palästinenser zu brandmarken. Sie alle kennen die Tatsachen nicht, die Heplev aufzählt, und wenn ich sie ihnen zu lesen gäbe, würden sie nur abwinken. Unwichtig.

Hat sich etwa ein deutscher Parlamentarier bei Israel entschuldigt, nachdem alle Tatsachen über die Flotilla bekannt wurden?

Es ist bitter.

7. mibu - Dezember 18, 2011, 11:58

Aus meiner Sicht widerspricht die Position dieses Professors ebenso der Idee von Wissenschaftlichkeit wie die Positionen der Partei “Die Linken” mit ihrem überwiegend oberflächlichen Politgeplänkel meinem Verständnis von linker Politik widerspricht.

Das trübe in beiden Fällen ist, dass dadurch die Glaubwürdigkeit des jeweiligen Bereichs, Friedens- und Konfliktforschung im einen, linke Politik im anderen Fall, untergraben wird. Denn letztlich sind die dabei vertretenen Thesen meist schon so abgefahren, dass bei den meisten, die von solchen Publicity Stunts überhaupt erfahren, lediglich hängen bleibt, dass mal wieder jemand es geschafft hat, eine problematische Sache in ein noch problematischeres und unglaubwürdigeres Licht zu setzen. Das mag zwar zunächst harmlos aussehen. Ich sehe darin allerdings einen Grund, weshalb sich immer Menschen nicht nur aus solchen öffentlichen Diskussionen zurückziehen sondern überhaupt jeglicher Auseinandersetzung mit entsprechenden Themen ausweichen. Entsprechend bewegen sich öffentliche Debatten immer mehr auf Extrempositionen zu, die gar nicht erst im Hinblick auf mögliche Maßnahmen und Lösungen sinnvoll berücksichtigt werden können.

Womöglich liegt im Falle des Professors ein weiteres Problem auch darin, dass es unter dem Deckmantel der Freiheit der Wissenschaft in Geistes- und Sozialwissenschaften leichter ist, extreme Standpunkte zu vertreten.

8. Lila - Dezember 18, 2011, 12:19

Nota bene: er meint, er ist mißverstanden worden. Er hat einfach nur dargestellt, was so alles angedacht wurde – aber öm Joddes welle hat er Israel nichts in die Schuhe schieben wollen.

Dies ist der Original-Artikel.

Ich kann ihn nur per Google translate lesen, aber die “timeline” ist m.M.n. ein perfides Stückchen, das einen kausalen Zusammenhang durch vielsagende Betonung der Chronologie suggeriert.

Hier ein Auszug, von mir in leserlichere Absätze geteilt.

A simple chronology of May can give an indication. The 5th May criticized Israel’s President Shimon Peres Norway for talks with Hamas (TV 2, 2011a). The 14th July criticized the Jerusalem Post ‘s Foreign Minister Jonas Gahr Støre.

The 18 July had a large Palestinian President Mahmoud Abbas on a visit to Oslo. Minister said: “Norway is ready to recognize a Palestinian state when it is ready.” He signed an agreement with President Abbas and the Palestinian messenger in Oslo was given ambassadorial rank (MFA, 2011).

Two days later, said Jonas Gahr Støre on Utøya: “The occupation must end, the wall must be demolished and it has to happen now” (TV 2, 2011b).

This was a language that the Israelis perceived as unacceptable.

The 22 July completed the pro-Israeli Breivik’s terrorist attacks in the government quarter and the Utøya. He wrote in his manifesto that he aimed at the Labour Party and its “multiculturalism” which opened to Muslim immigration and for talks with Hamas.

Two days later, said Defense Minister Ehud Barak (2011) to the Israeli army: “The government’s main task is to mobilize Europe to stop the Palestinian leadership’s proposal [for a Palestinian state].”

The 24 July regretted Jerusalem Post event in Norway, but wrote that Norway must question the “multiculturalism” (JP, 24 July).

Und so weiter.

Schlußsätze:

In the 2000s, when the PLO had problems with activists from the al-Qaeda, found PLO security service that al-Qaeda’s contact officer for the Palestinians belonged to the Shin Beth, domestic intelligence in Israel (Claude, 2002). These facts have led to a discussion about whether the essential elements of al-Qaeda has been infiltrated by the Israelis, and the latter uses these groups to discredit Islam (Veterans Today, 2010).

Perhaps the Saudis believe that the Israelis have gone too far, and that as a countermeasure has recruited paramilitary anti-jihadists through the Eastern European mafia in order to allow them to question the anti-jihad collapse of legitimacy. Far West has close ties to Chechen terrorism, but first and foremost to the Saudis, while ties with Israel and the neoconservatives appear to be of financial / criminal nature.

In this case, Breivik Templars paradoxically NOK regarded as a reflection of al-Qaeda. According to this hypothesis is 22 July Saudi ernes sophisticated response to Israel activism, alternative is the Israeli-American-Saudi network primarily interested in a general destabilization (Scott, 2011) which I have previously described as “calibration of violence” (Tunander, 2009).

In short, the characters we can interpret pointing in different directions, but historically, this type of terrorist attacks have often been associated with any government service, and we can not exclude that this is the case this time also. However, it is not unlikely that the terrorist attack in Oslo is more hard-boiled actors than the ideologues I described in the first paragraph.

Israel, die USA und die Saudis haben eigentlich, wenn man das konsequent zu Ende denkt, den islamistischen Terror in Gang gesetzt, um den Islam unmöglich zu machen. Ganz schön raffiniert. Es wundert einen nur, mit welcher Begeisterung die Terroristen darauf anspringen. Merkt es wirklich keiner der al Qaida-”Aktivisten”, daß sie eigentlich nur eine Oper inszenieren, zu dem der böse Jude das Libretto geschrieben hat…? Aaaaber Tunander will das nur mal zur Sprache bringen, er würde es natürlich nie und immer aussprechen. (Außerdem würde die Israel-Lobby ihn doch sofort enteiern, das weiß man doch. Israel darf man ja nie kritisieren, das kommt einfach nie vor, die Presse veröffentlicht darum immer diese furchtbaren Lobgesänge auf Israel).

Eine Antwort auf Tunander hier. Verdient der Mann detaillierte, ernsthafte Antwort? Vermutlich schon. Sonst findet sich das Geraune in zwei Jahren als Tatsache wieder. So wie es heute sehr viele Menschen gibt, die tatsächlich glauben, Israel hat 9-11 auf dem Gewissen. Obwohl natürlich bei überzeugten Konspirationstheoretikern keine Tatsache die Theorie besiegen kann.

Und daß dieser einstimmig blökende Chor der “Israelkritiker” von links genau das diskreditiert, wofür Links eigentlich stehen sollte, nämlich die Pflicht zur eigenen Meinung, das ist schon ein bißchen traurig. Sie fühlen sich auch alle ungeheuer mutig, wenn sie in den Chor einstimmen. Gewissermaßen ein ganzer Chor einsamer Rufer…

9. Stoff für’s Hirn « abseits vom mainstream – heplev - Dezember 18, 2011, 20:51

[...] „Keine Überraschungen“ sind die Äußerung eines schwedischen „Friedensforschers“, der vor allem eins kann: antiisraelische Hetze betreiben. Lilas Fazit: Es gibt wirklich bald keinen Klumpen Dreck mehr, der nicht irgendwann gegen Israel geschleudert wurde. Nichts kann einen da mehr überraschen. Aber wer den Bericht liest, aus dem sie ihre Informationen hat, der fragt sich (hoffentlich), ob akademische Intelligenz wirklich jemals vor Vollidiotie und geistiger Umnachtung schützen kann. In diesem Fall jedenfalls nicht. [...]

10. A.mOr - Dezember 19, 2011, 7:07

(zu 6.),
ach Lila, um bei dem Titel zu bleiben, das sind dann wohl doch (aber böse) Überraschungen. Schade, daß es dabei eben nicht nur um Geschmack geht, aber ich neige dazu, es als solchen abzutun. Es macht einen sonst noch trübsinnig. Ich schätze, daß Du momentan sowieso recht angespannt sein dürftest (Bedrohungslage..), aber Kopf hoch.
Daß wir auch im persönlichen Bereich solche Erfahrungen sammeln, es kann scheinbar nicht ausbleiben. Ich glaube, das Hauptfeld, auf dem die Panaraber wirklich „gewonnen“ haben, es ist das Feld des Mitleids. Es wirkt ja sogar auf Juden, wobei gerade dort es -sprichwörtlich, was auch immer- nicht so eine große Überraschung ist. Aber die „aufgeklärte Welt“, so scheint mir, sie ist kalt und die Menschen begegnen einander nicht, sondern sie rennen aneinander vorbei. Es gibt hier einen Defizit des menschlichen Ausdrucks, man wird bald zum Spinner, wenn man einfach a mensch ist. Und in Deutschland heißt’s doch auch: „zum Lachen in den Keller“, und zum Weinen usw.
Dieses Mitleid an die „Palästinenser“ gepaart mit dieser Ignoranz gegenüber den realen Verhältnissen, da haben die Panaraber eine „Marktlücke“ /sozusagen/ gefunden. Meine Worte sind vielleicht ein hilfloses (V)Erklären nur, und alleine beim Schreiben dieser fällt mir auf, wievieles ich noch unaufgegriffen lasse ganz zu schweigen von dem, was mir jetzt gerade vielleicht nicht auffällt. Verzeih, etwas stümperhafte „Küchenpsychologie“ mag es sein.

Was den Antisemitismus angeht, der dieses „Nächstenlieben an die Palaraber“ (Pal—geschicktes Wort, nicht?;) schließlich bedeuten muß, er entsteht bei vielen Leuten anscheinend aus der Ignoranz heraus, die sich zum einen erst ergibt aus dem „pro dem pal“. Dieses pro wiederum bedeutet auch dem pal Glauben zu schenken.

Bei jeder Packung Müsli im Laden gucken die Leute sich die Inhaltsangabe genauer an, bei jeder kleinen Schramme daran, obwohl das Lebensmittel davon nicht beeinträchtigt ist, wird sich darüber erregt, das Teil an der Kasse wieder eingetauscht, aber bei dem pal sind diese Leute -um es mit einem jiddischn Wort zu sagen- behämmat! Dumm wie Vieh, blauäugig, lassen sich Bananen an die Nase reden blabla…
Aber an dem Herzen kriegt man die Leute, traurige Augen, und die „bööösen Juden“… Sie lassen sich übertölpeln, die ganze Uni, die ganzen Diskussionen über Gott und die Welt, die ganze Kritik am establishment (ja, selbst an diesem Worte nun), die klugen Ratschläge, die einst klugen Fragen?
Alles null und nichtig, die 1000 und zweite Nacht benebelt den Verstand der Leute, Karl May ist auferstanden und millionenfach unterwegs mit seiner Vision vom „palindianer“, und die Leute saugen dies Wasser wie ein trockener Schwamm, bis dann „die Hand“ daherkommt um sie auszudrücken und mit ihnen Tische und Kloränder abzuwischen…Also „reinen Tisch“ machen, und etwas scheiße bleibt auch hängen…
Scusi, ein Versuch einer kleinen Abreaktion gegenüber den blitzgescheiten Freunden, es war einmal…

Wünsche Dir einen Guten Morgen!


Sorry comments are closed for this entry

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Join 124 other followers