Ein Kassandraruf April 8, 2011, 8:35
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in Ynet. Yoel Meltzer erklärt, was die unilaterale Ausrufung eines palästinensischen Staats mit Unterstützung der UNO zur Folge hätte bzw haben könnte. Kurz gesagt: einen Krieg, in dem die internationale Gemeinschaft den Palästinensern mit Gewalt zu einem Staat verhilft, und in dem Israel gegen den Rest der Welt ums Überleben kämpft.
Das ist seit langem schon meine Befürchtung, und wie Meltzer sehe ich sie Schritt für Schritt wahr werden. In Deutschland wäre das Triumphgeheul groß, falls das worst case scenario einträfe.
Mal sehen, was im September wirklich ins Rollen kommt. Man darf gespannt sein.
Wo bleibt der Aufschrei, April 8, 2011, 7:28
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darüber, daß die Palästinenser mit voller Absicht einen Schulbus aufs Korn genommen haben? Nur ein Wunder hat ein weiteres Massaker an Kindern verhindert.
Wo sind die Leitartikel, die mit voller Schärfe solche Verbrechen verurteilen? Ich sehe sie wohl nur nicht. Aber die volle Wucht der deutschen Empörung ist wohl dem Siedlungsbau vorbehalten – selbst wenn er in Gebieten stattfindet, die auch bei einer palästinensischen Staatsgründung bei Israel verbleiben würden (im Tausch gegen andere Gebiete natürlich). DAS ist ein Verbrechen. Auf einen Schulbus mit nun-tet schießen? Ach Gott, irgendwie müssen sich die Palästinenser ja gegen die aggressiven Häuslebauer wehren….
Ich kann das Entsetzen gar nicht schildern, das mich bei diesem Bild überkommt. In ganz Israel sind alle Schulbusse gelb, und auf der Seite steht jeweils der Name der Gemeindeverwaltung, zu dem dieser Bus gehört. Selbstverständlich wissen die Terroristen im Gazastreifen, daß das ein Schulbus ist – nur die Schulbusse sind gelb, und genauso sahen die Schulbusse auch aus, als sie im Gazastreifen noch fuhren.
Das sind die Bilder von gestern. Es gibt wohl niemanden, der den Angriff auf den Schulbus von Kfra Darom vergessen hat, als drei Kinder der Familie Cohen Füße und Beine verloren. Das ist neun Jahre her, und wir haben seither den Gazastreifen geräumt, aber was hat es uns geholfen?
Wie kann Merkel wissen, daß die Räumung des Gazastreifens die Gewalt gegen Israel nicht beendet hat, und fordern, daß wir nun dasselbe Experiment noch einmal wagen?
So sieht die Raketenbedrohung für den Süden aus (hier gefunden). Wir sind sowieso direkt im Visier der Hisbollah, Irans und vieler anderer guter Freunde, warum also sollte es uns stören, wenn die Palästinenser direkt aus der Westbank auf unsere Schulbusse feuern können?

(Das sind Shihabs)
Nun, die Terrorgruppen der Palästinenser haben wesentlich weniger Hemmungen, auf uns zu schießen, als andere. Was andere Länder zu diesem Gefühl beigetragen haben, daß man ungestraft und ohne Konsequenzen auf Schulbusse und Wohnhäuser schießen kann, das sollte sich auch Merkel mal fragen.
Die Palästinenser jedenfalls machen Terror UND fordern Zugeständnisse von Israel. Und die deutsche Regierung, mit Hilfe auch der Medien und Meinungsbildung in Deutschland, unterstützt diese Strategie.
Und das hier auf der Karte sind „nur“ Katyushas – inzwischen ist der Gazastreifen ja mit Grads und nun-tet gut bestückt.
Das also ist der europäische Friedensplan, in Raketenbedrohung umgesetzt.
Nachhilfe April 7, 2011, 22:32
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Morgen hat Quarta eine wichtige Prüfung: wenn sie besteht, wird sie in die Hochbegabtenklasse der weiterführenden Schule aufgenommen. (Zynisch gesagt: angesichts des Niveaus dieser Nicht-Kibbuz-Schule klingt das besser, als es wirklich ist… hrrr-hmmm….)
Nun hat sie viele Aufgaben zur Vorbereitung bekommen und sitzt seit zwei Tagen dran, alle Aufgaben zu lösen. Englisch und alle anderen Fächer sind kein Problem, aber in Mathe hat sie beim Umzug die Bruchrechnung verpaßt, und obwohl sie die Lücke ganz gut geschlossen hate, zeigt sich nun bei den anspruchsvolleren Aufgaben, daß ihr Wissen fehlt.
Ich kann sowas nicht erklären – obwohl ich Bruchrechnung noch zu den mathematischen terrae cognitae rechnen darf, kann ich das auf Hebräisch nicht. Rechnen in fremden Zahlen bringt das Hirn durcheinander, und meine früher sehr gute Kopfrechenkünste (in jahrzehntelangen Romme-Turnieren geschmeidig gehalten) haben dramatisch nachgelassen, seit die Zahlen in meinem Schädel durcheinanderschwirren. Und dann die ganze Bruch-Terminologie – herzlichen Dank.
Y. ist gut in Mathe und erklärt auch gut, aber er hat wenig Geduld für Quartas Spökereien, die nicht gern ernsthaft über längere Zeit an ihren Hausaufgaben sitzt. Und da hat sich heute der geniale Nachhilfelehrer gefunden. Primus hat sich mit ihr hingesetzt, ihr geduldig, systematisch und kompetent alles erklärt, hat sie ausdrücklich für ihr mathematisches Verständnis gelobt und beim Zuhören habe sogar ich alles, alles verstanden.
Ich war vor Müdigkeit auf der Couch hingesunken, die Kinder haben mich gut zugedeckt und weiter Mathe gelernt. Beim Einschlafen dachte ich noch: was für ein Geschenk ist so ein großer Bruder… Quarta meutert oft, daß es schwierig ist, die Jüngste zu sein, aber wie gut hat sie es mit großen Geschwistern, die wie eine Burg um sie stehen und ihr helfen.
Alle Leser, die große Brüder und Schwestern sind – seid stolz. Ihr seid ein Geschenk für eure jüngeren Geschwister. Freut euch dran. (Als große Schwester weiß ich, was für ein Geschenk jüngere Geschwister sind – das setze ich als bekannt voraus).
Ha, und ich kann jetzt bruchrechnen auch auf Hebräisch!
Heute April 7, 2011, 20:46
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Ein Schulbus mit einer Panzerabwerhrrakete beschossen – ein schwerverletzter Jugendlicher. Im Moment wird er operiert. (Schickt gleich ein Gebet für das Mädchen Odelia hinterher, das seit dem Anschlag in Jerusalem noch nicht aufgewacht ist und in Jerusalem um sein Leben kämpft).
Minuten vorher waren gerade alle Schüler aus dem Bus gestiegen. Sonst… nicht zu Ende denken.
Übrigens war es die Hamas, die uns solchermaßen bedacht hat.
Iron Dome hat eine Grad abgefangen und einen ganzen Schwarm anderer Geschosse identifiziert, aber nicht abgefangen, weil das System berechnet hat, daß sie in leerem Gelände niederfallen. Die Grad-Rakete war für Ashkelon gedacht. Das sind Primus´ Freunde! Immerhin eine gute Nachricht.
Miserable Neuigkeiten ansonsten. Die Palästinenser im Gazastreifen drehen die Schraube eine Runde weiter. Gleichzeitig macht die internationale Gemeinschaft, dieses amorphe Wesen, weiter Druck auf Israel, den Palästinensern weitere Abschußrampen zur Verfügung zu stellen. Da kann man nur den Kopf schütteln. Was soll daraus werden?
Die einzige SPon-würdige Schlagzeile bisher widmet sich den News von gestern, dem Luftangriff auf die Waffenhändler der Hamas. Putzchen hat wohl nicht mitgekriegt, daß es inzwischen ein israelischer Ungenannter erklärt hat, ja, wir waren es.
Attacke im Sudan
Israel soll Waffenhändler per Luftschlag liquidiert haben
Merke: Israel wird NUR als Täter, nicht als Opfer gecastet. (Wenn als Opfer, dann als Opfer, das seine Täter aufgestachelt hat…)
Wäre der Schlag früher erfolgt, müßte der Junge heute nicht im Krankenhaus um sein Leben kämpfen.
Ich meine, angesichts dieser Welle von Angriffen ist evident, warum Israel mit allen Mitteln dagegen kämpft. Ja, und auch das arme Opfer Mabhou, um dessen Tod die Wellen der Empörung mal wieder hoch brandeten, auch er ist ein Faktor im Terrorkampf gegen Israel gewesen. Und daß er nicht mehr ist, hat Leben Unschuldiger geschont und bewahrt.
Ja, auch ich würde gern in einer idealen Welt leben, in der ein Staat nicht vor die Wahl gestellt ist, zu solchen Mitteln zu greifen, um seine Schulbusse raketenrein zu halten. Noch schöner wäre eine Welt, in der die Empörung sich gegen den Schulbus-Beschießer und nicht den Verteidiger richtete. Aber man kann nicht alles haben, nicht wahr?
Ach ja, in Kalifornien ist in einem Chabad-Haus bei einer Synagoge eine Bombe hochgegangen. Keine Verletzten. Israel und die Juden – im Auge ihrer Feinde sind sie eins und die Unterscheidung, daß gegen Israels Politik protestiert wird und das mit Juden doch nichts zu tun hat, ist eine einzige Augenwischerei. Chabad war ja auch in Mumbai Zielscheibe… (ETA: Fehlalarm, Gott sei Dank – es war eine Explosion aus anderen Ursachen. Danke fürs Update, Heplev.)
Gräßlicher Tag. An Japan und die Elfenbeinküste denke ich ebenfalls mit Grausen. Die armen Menschen. In Syrien geht es ebenfalls weiter. In Libyen sterben Menschen.
Daumen drücken (gestern geschrieben) April 6, 2011, 19:00
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für Primus. Er ist unterwegs zur Schule für Luftabwehr, wo er die Grundausbildung gemacht hat. Dort findet morgen die nächste Stufe im großen Sani-Wettbewerb statt. Primus tritt nun gegen Sanitäter aus der gesamten Luftabwehr an. Hoffentlich kommt er in die nächste Runde – Sanitäter aus der ganzen Luftwaffe.
Ach, egal, ich bin eigentlich gar keine so ehrgeizige Mutter. Er tut seine Arbeit gern und gut, das ist die Hauptsache. Der Lohn liegt in der Arbeit selbst – wenn die Menschen, die er behandelt hat, sich erholen.
Heute:
Ich hab das dann gestern doch nicht veröffentlicht – meine Güte, am Ende gewinnt der Jung nicht, und dann sind wir beide blamiert
Er hat gewonnen. Er ist der beste Sani der Luftabwehr (mit seinen Kollegen – sie treten zu zweit als Team an, als „taagad“). Er ist gegen die Jungs von Iron Dome angetreten, weil beide jeweils in der Vorrunde die höchsten Punktzahlen errungen hatten. Hawk, Patriot, die ganzen verschiedenen Batterien der Luftabwehr waren auch dabei.
Der Wettbewerb läuft so ab: jeder „taagad“, also jede Gruppe von Sanis, bekommt vier Verletzte zugeteilt. Diese Verletzten („nafgamim“, also Abkürzung für „nifga medume“, also „gespielter Verletzter“) werden vorher genau instruiert und täuschend echt geschminkt. Die Sanis müssen so schnell wie möglich die Diagnose stellen, erste Hilfe geben und die Verletzten auf Rettungswagen und -hubschrauber verteilen.
In der Sani-Ausbildung ist die Frage, wie teilt man Verwundete ein und in welcher Reihenfolge behandelt man sie?, mindestens so wichtig wie die Frage, welche Maßnahmen man ergreift, um ihnen zu helfen. Primus hatte einen Kopfverletzten, einen Bauchverletzten, einen Thorax und einen mit abgerissenem Bein. Kopf und Thorax waren bewußtlos, der Bauchverletzte war ansprechbar. Darum entschied sich Primus, obwohl sonst die Regel gilt „Bauchverletzten kannst du nicht helfen, schick sie so schnell wie möglich weiter“, den Bauchverletzten nicht in den Hubschrauber zu verladen, sondern Kopf und Thorax. Der Bauchverletzte mußte auf den Rettungswagen warten, der länger braucht, gemeinsam mit dem Verwundeten mit der schweren Blutung am Gliedmaß. Da konnte Primus am besten eingreifen.
Alle anderen verluden den Bauch- und Kopfverletzten vor dem Thorax, aber als Primus hinterher selbstbewußt erklärte, daß der Bauchverletzte in gutem Zustand war und zu ihm gesagt hatte, „kümmer dich um die anderen“, sahen die beurteilenden Ärzte sich an und Primus kriegte die volle Punktzahl.
(Als Primus mir das erzählte, meinte er: “wer wirklich verletzt ist, der sagt nicht: kümmer dich um die anderen, der will überleben. Die einzige Ausnahme sind Mütter“, hier grinste er zu mir rüber, „das hab ich schon erlebt. Mütter sind echte Kanonen, egal was sie haben – zuerst die Kinder. Aber sonst kannst du davon ausgehen – wer sagt, kümmer dich um die anderen zuerst, der ist nicht in Lebensgefahr“).
Das viele Training und noch mehr die vielen Einsätze in den Gebieten haben sich bezahlt gemacht. Primus und sein Kollege sind auf den ersten Platz gekommen.
Auch in den anderen Disziplinen waren seine Leute gut. Er hat noch am Tauziehen teilgenommen und dank seiner überlegenen Taktik (lehn dich zurück wie ein Baum und laß die anderen nur ziehen, bis sie müde sind) hat er bisher jeden Wettbewerb im Tauziehen gewonnen. Auch diesmal. Damit hat er auch persönlich eine hohe Punktzahl bekommen. Außerdem hat er sehr viele Leute getroffen, die er schon lange nicht mehr gesehen hatte,Er war sehr zufrieden, als er mir davon erzählte und seine Pasta mit Lieblingssauce (mit viiiiel Thunfisch, wegen der Proteine) in sich hereinschaufelte.
Ich war auch sehr zufrieden. Wie schön, wenn man ohne eigene Leistung stolz sein kann! Aber Primus deutete auf die Sauce und sagte: „hör mal, da kannst du auch stolz drauf sein, die ist dir diesmal sehr gut gelungen“.
Also alles rundherum gut. Jetzt muß nur noch Secundus morgen eintrudeln.
Zwischen den Stühlen – darüber April 6, 2011, 17:18
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Ich habe mich gefragt, wo Juliano Mer Khamis wohl begraben wird – und jetzt weiß ich es. In Ramot Menashe, dem Kibbuz, das wir aus unserem Fenster gesehen haben (im Blog-Banner müßte man nur ein bißchen nach links gucken, dann sieht man Ramot Menashe). Neben seiner Mutter (Palmach-Kämpferin und pro-arabische Kommunistin) wird er dort begraben – in einer säkularen, individuellen Zeremonie. Jugendliche aus Jenin sind dabei, viele kulturelle und intellektuelle Größen Israels.
Kibbuzniks sind guteund loyale Zionisten, aber sie sind auch tolerant. Y. hat immer gesagt, daß es niemand auf der Welt gibt, der sich ehrlicheren Herzens für die Palästinenser eingesetzt hat als die israelische Linke – bestimmt ehrlicheren Herzens als die palästinensische Führung selbst, von anderen Arabern ganz zu schweigen. (Und auch so viele Europäer, die eigentlich gar nicht FÜR die Palästinenser sind, sondern nur GEGEN Israel – was sich deutlich zeigt, wenn Palästinenser von anderen als Israelis getötet werden…)
Die Generation von Y.s Großeltern sah keinen Widerspruch darin, gleichzeitig loyale Bürger Israels und für die Rechte der Araber zu sein. Eigentlich besteht da ja auch kein Widerspruch. So gesehen ist es konsequent, daß er jetzt zwischen Kibbuzniks ruht. Mer Khamis´ persönliche Identität war gespalten, aber von allen Friedhöfen in Israel und Palästina paßt so ein Kibbuz-Friedhof, der keine Partei ergreift, am besten. Jedenfalls zeigt sich wieder mal, daß Israel sehr wohl ein Lebensrecht hat – Mer Khamis hätte in einem anderen Land des Nahen Ostens nicht so leicht ein Grab gefunden.
Danke, Paul, April 6, 2011, 11:17
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für dieses schöne Bild. Leider hast Du im Netz nur die verfälschte Version gefunden, das Original sieht selbstverständlich so aus:
Es gibt übrigens deutliche Hinweise darauf, daß diese Waffe schon länger in Gebrauch ist:
Zwei Männer, zwei Meldungen April 5, 2011, 7:58
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Juliano Mer-Khamis. Der Sohn einer jüdischen Mutter und eines christlichen Arabers wuchs in Nazareth auf, war bei der Armee (Fallschirmjäger), stand aber politisch sehr weit links und kritisierte Israels Politik heftig. Er trat für eine Einstaatenlösung ein – ein Staat Palästina, in der Juden willkommen sind (wie das ausgesehen hätte, kann man sich vorstellen…).
Er war ein begabter Schauspieler und spielte auf der Bühne und im Film. In den letzten Jahren baute er mit viel Engagement ein „Theater der Freiheit“ in Jenin auf. Seine Produktionen wurden hochgelobt. Manchmal wurde er boykottiert, wenn er in iraelischen Produktionen mitspielte, auch wenn die Israel von innen kritisierten und den Boykotteuren eigentlich hätten gefallen müssen. Er erhielt Todesdrohungen, weil sein Theater Islamisten nicht gefiel.
Er wurde gestern erschossen, von fünf maskierten Männern. Seine Frau, schwanger mit Zwillingen, saß neben ihm und wurde verletzt. Die palästinensische Polizei sucht die Mörder. Chanin Zouabi fordert die Todesstrafe für die Mörder – sie geht davon aus, daß es eine jüdische Bande war, die maskiert ins Flüchtlingslager in Jenin eindrang und Mer-Khamis erschoß. (Bisher weist nichts darauf hin, daß Zouabi recht hat.)
Ein begabter und engagierter Künstler. Wer Menschen, dessen politische Ansichten oder kulturelle Aktivitäten ihm nicht gefallen, so zum Schweigen bringt, ist eine Gefahr für die Gesellschaft, in der er lebt. Ich hoffe, die Mörder werden bald gefunden.
Dirar Abu Sisi, der Ingenieur aus dem Gazastreifen. Es hat mich amüsiert zu sehen, wie die Spekulation im Spiegel, der Fall könnte ja was mit Gilad Shalit zu tun haben, in Israel begierig aufgegriffen wurde. Der Spiegel erfreut sich hier nämlich hohen Respekts, ich weiß auch nicht warum, und da die Nachrichtensperre während der Ermittlungen den Journalisten verbot, eigene Erkenntnisse anders als in grinsenden Andeutungen ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen, stürzte man sich eben auf „fremde Berichte“.
Die Anklage wegen Entwicklung von Waffen für die Hamas klingt einleuchtender. Gestern habe ich einen Bericht gesehen über die Waffenarsenale der Hamas – sie haben sich trotz Blockade (die wir uns wohl hätten sparen können) bis an die Zähne bewaffnet. Sie verfügen über Raketen mit Reichweite bis Tel Aviv, und das in riesigen Mengen. Die Hamas rüstet zum Krieg, und man muß kein Prophet sein um zu wissen, gegen wen. Daß Abu Sisi wichtige Informationen geben kann, glaube ich gern.
Es heißt, er hat an einer ukrainischen Militärakademie studiert, sich dabei auf Raketen vom Typ Scud spezialisiert, und war unter Mohammad Def aktiv. Wenn das stimmt, und wenn es bewiesen werden kann, dann ist der Mann ein dicker Fisch. Und er hat ausgesagt. Bibis smirk wirkte echt, als er meinte, Abu Sisi habe „wertvolle Informationen“ gegeben. Hoffen wir es, denn vielleicht wird durch diese Festnahme eine Aktion Gegossenes Blei II verhindert.
Zwei sehr verschiedene Männer, die jeder auf seine Art für die Palästinenser kämpfen bzw gekämpft haben. Der eine durch künstlerische und soziale Arbeit, Demonstrationen und lauten Ausdruck seiner Meinung. Der andere durch Waffen und Terror. Der Kampf des einen diente den Palästinensern – der Kampf des anderen erweist ihnen, in meinen Augen jedenfalls, einen Bärendienst.
Seite an Seite April 4, 2011, 6:27
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In Japan scheinen sich gute Kontakte zwischen der iranischen und der israelischen Gruppe von Helfern (ZAKA) aufzubauen. Sie bergen Leichen – eine schwere Arbeit, die wohl alle anderen Probleme in die richtigen Proportionen rückt.
When the team of ZAKA members from Israel met their Iranian counterparts, “We exchanged greetings. We decided that we have the same mission, no matter what is happening with our governments,” said ZAKA head Yehudah Meshi-Zahav, who spoke to Arutz Sheva‘s Hebrew-language news service about the organization’s mission in Japan.
The 12 members of the ZAKA crew worked alongside the Iranians, and when the teams set up camp, both flew their flags, putting the Israeli and Iranian national symbols side by side.
Ist das keine gute Nachricht? Wenn ich ein Bild der beiden Flaggen sehe, die einträchtig nebeneinander wehen, stell ich es hier ein.
ETA: noch besser: ein Bild der Menschen (Ynet).
Die Iraner haben zu den Israelis gesagt: wir sind Vettern.
Die Beziehungen zwischen Israel und dem Iran vor der Ayatollah-Revolution waren ja sehr gut. Es ermutigt mich sehr, daß nach Jahrzehnten der Hetze gegen Israel die Iraner immer noch imstande sind, in Israelis einfach Mitmenschen, ja Vettern zu sehen. Was für ein schönes Bild – ein Lichtstrahl.
Mein Regenzauber April 4, 2011, 6:18
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hat gewirkt. Ich habe im Laufe der letzten Woche sämtliche Fenster geputzt, innen, außen, Rahmen und Fliegengitter. Jetzt hat der Regen angefangen, der hoffentlich noch zwei Tage anhält – die Wetterfritzen im Fernsehen schwärmen die Aufnahmen jagender Wolken geradezu an. Ich freue mich. Es ist gut möglich, daß das der Malkosh ist – der letzte Regen des Jahres…
Kleine Welt April 3, 2011, 17:53
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Ich amüsiere mich gerade über eine kleine Illustration der banalen Weisheit von der kleinen Welt, das ich bei Aussie Dave gefunden habe. Es betrifft Ismal Haniyah, den allseits beliebten Hamas-Chefs aus dem Gazastreifen.
Ismael Haniyah hat drei Schwestern, die schon vor 30 Jahren aus dem Gazastreifen nach Südisrael umgezogen sind und sich dort so wohl fühlen, daß sie ihre Familien dort großziehen. Sie haben Beduinen geheiratet. Israelische Beduinen können,wenn sie wollen, in der Armee dienen, und einer von Haniyahs Neffen hat sich dafür entschieden.
Ist das nicht verrückt? Das gräßliche, rassistische Israel ist ein solcher Albtraum, daß Haniyahs Neffe dort die Uniform anzieht und das Land aktiv verteidigt – gegen die Parteigänger seines prominenten Onkels. Ich habe hohen Respekt vor dem jungen Mann.
Von meinen Söhnen weiß ich, wie enorm wichtig viele Beduinen in der Armee sind. Besonders als Spurenleser sind sie unersetzlich. Die anderen Soldaten haben geradezu Ehrfurcht vor dem Wissen dieser Tracker, ohne die die Grenzen nicht zu sichern wären. Außerdem ist es wohl ein Erlebnis, mit so einem Mann auf Patrouille zu gehen, vor dessen Auge jedes Blatt und jeder Grashalm ihre Geschichte erzählen.
Yoram Ettingers Artikel über Araber in Israel, wo Aussie Davie die Information über den Neffen Haniyahs wohl gefunden hat, ist unbedingt lesenswert, wenn man Israel über Schlagworte hinaus verstehen möchte.
Mr. Goldstone regrets April 2, 2011, 13:12
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Erstaunliche Erkenntnisse - ob sie wohl außerhalb von Israel jemand zur Kenntnis nimmt? Richter Goldstone gibt in der Washington Post zu, daß er die Tatsachen nur teilweise kannte, als er seinen Bericht verfaßte. Und er bezieht sich ausdrücklich auf die Arbeit der israelischen Armee und Behörden, die selbst ermittelt haben und dabei ein wesentlich differenzierteres Bild ergeben haben als das von Goldstone selbst vermittelte.
„We know a lot more today about what happened in the Gaza war of 2008-09 than we did when I chaired the fact-finding mission appointed by the UN Human Rights Council that produced what has come to be known as the Goldstone Report,“ Goldstone wrote, adding: „If I had known then what I know now, the Goldstone Report would have been a different document.“
…
While Israel has shown to probe itself „to a significant dgree“ over Gaza war actions, Goldstone writes, Hamas, who has been in control of the coastal enclave since 2007, „has done nothing.“
The former jurist also criticizes the UN Human Rights Council’s anti-Israel bias, saying that he had hoped that the report could „begin a new era of evenhandedness at the UN Human Rights Council, whose history of bias against Israel cannot be doubted.“
…
Goldstone also urged the UN’s rights body to condemn a recent stabbing attack at the West Bank settlement of Itamar, saying that „the Human Rights Council should condemn the inexcusable and cold-blooded recent slaughter of a young Israeli couple and three of their small children in their beds.“
„Simply put, the laws of armed conflict apply no less to non-state actors such as Hamas than they do to national armies,“ Goldstone concluded in his Washington Post column, saying that „ensuring that non-state actors respect these principles, and are investigated when they fail to do so, is one of the most significant challenges facing the law of armed conflict.“
„Only if all parties to armed conflicts are held to these standards will we be able to protect civilians who, through no choice of their own, are caught up in war,“ he added.
Ob Goldstones Worte Widerhall finden werden? Ich glaube eher, das Kind ist schon vor so langer Zeit in den Brunnen gefallen, daß seine Einsicht zu spät kommt. Außerdem würde mich mal interessieren, wann genau ihm unbehaglich wurde mit den Folgen seines Berichts.
Es ist immer die alte Geschichte: wenn die Tatsachen korrigiert werden und sich die Verurteilung Israels als voreilig herausstellt, hört schon keiner mehr hin. Richter Goldstone wird damit leben müssen, daß sein Name nicht nur mit unrühmlichen Urteilen zur Zeit der Apartheid in Verbindung gebracht wird, sondern auch mit einem ungerechten, verzerrten, einseitigen und auf unvollständigen Informationen und Lügen aufgebauten Bericht.











