jump to navigation

Ein Kassandraruf April 8, 2011, 8:35

Posted by Lila in Presseschau.
trackback

in Ynet. Yoel Meltzer erklärt, was die unilaterale Ausrufung eines palästinensischen Staats mit Unterstützung der UNO zur Folge hätte bzw haben könnte. Kurz gesagt: einen Krieg, in dem die internationale Gemeinschaft den Palästinensern mit Gewalt zu einem Staat verhilft, und in dem Israel gegen den Rest der Welt ums Überleben kämpft.

Das ist seit langem schon meine Befürchtung, und wie Meltzer sehe ich sie Schritt für Schritt wahr werden. In Deutschland wäre das Triumphgeheul groß, falls das worst case scenario einträfe.

Mal sehen, was im September wirklich ins Rollen kommt. Man darf gespannt sein.

Kommentare

1. Zahal - April 8, 2011, 9:36

Die Achse des Guten hatte vor kurzem eine Zusammenfassung, die unbedingt beachtet werden sollte:

Was passiert, wenn die Palästinenser einen Staat ausrufen?
Kevin Zdiara

Es waren dramatische Worte, die der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak Mitte März in einem Vortrag wählte: „Israels Delegitimierung ist in Sichtweite.“ Der Grund für diese düstere Einschätzung ist die geplante Abstimmung über einen palästinensischen Staat, die in den kommenden Monaten von der palästinensischen Autonomiebehörde (PA) bei den Vereinten Nationen (VN) anberaumt werden wird. In seinem Vortrag äußerte Barak die Befürchtung, dass sich unbemerkt von der Öffentlichkeit ein diplomatischer Tsunami auf Israel zubewege. Diese Unaufmerksamkeit sei ein Fehler, so Barak, es sei eine gefährliche Situation und entschlossenes Handeln sei gefordert.

Weiterlesen:

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/was_passiert_wenn_die_palaestinenser_einen_staat_ausrufen/

2. Naomi - April 8, 2011, 9:51

Ich hatte den Artikel auf YNET gestern ebenfalls sehr besorgt gelesen.

Es gab vorher bereits einige andere Artikel, die genau so pessimistisch auf den “September der Palästinenser” schauten.

Ob Deutschland dann ein zweites, großes Mahnmal in Berlin baut?

3. Lila - April 8, 2011, 9:55

Diesmal aber bitte in Blau-Weiß.

Ich hätte auch gern eine Dokumentation der Nachrufe und eine Ehrenwand für die Journalisten, die aktiv zur Delegitimierung Israels beigetragen haben. Bundesverdienstkreuze für Schmidt, Putz, Knaul und Mittelstädt!

4. Lila - April 8, 2011, 10:46

http://www.debka.com/article/20813/

Noch ne Unke… Robert Gates in DebkaFile. (Wüßte ja zu gern mal, woher die immer ihre Informationen nehmen – nicht immer sind sie richtig, darum zitier ich DebkaFile nur selten.)

5. Hans - April 8, 2011, 10:55

Bei dem Szenario des einseitig ausgerufenen und von der UNO anerkannten Staates wird eines nicht erwähnt: Wenn alle jüdischen Siedler die Westbank verlassen müssten, dann würden selbstverständlich auch alle Palästinenser aus Israel ausgewiesen werden. Und wieso Israel einem einzigen sogenannten Flüchtling die Einreise erlauben sollte, sehe ich auch nicht. Ein Krieg wäre zwar sehr wahrscheinlich, die Existenz des israelischen Staates aber keineswegs so gefährdet, wie die Spekulationen vermuten lassen.

6. boxi - April 8, 2011, 11:09

ich habe mir den artikel bei achgut durchgelesen, kann mir jmd. erklären, warum es ein problem ist, wenn die pa einen staat über die un ausruft? ich sehe darin auch jede menge vorteile.

einen internationalen krieg gegen israel sehe ich deswegen aber trotzdem nicht. internationaletruppen im grenzgebiet? warum nicht und auch da sehe ich vorteile für israel.

7. Malte S. Sembten - April 8, 2011, 11:18

2. Naomi – April 8, 2011, 9:51

Ob Deutschland dann ein zweites, großes Mahnmal in Berlin baut?

Dieses Mahnmal – sorry: Denkmal! – ist die subtilste, perfideste und wirkungsvollste Rache der Deutschen an den Juden. Dies erkannte am Klarsten der Historiker Eberhard Jäckel, als er sagte: “In anderen Ländern beneiden manche die Deutschen um dieses Denkmal.” Andere Länder wollen auch eins haben dürfen! Und die sitzen in der UNO!

8. CK - April 8, 2011, 11:28

Also nicht dass ich das gutfände, aber wird hier nicht überdramatisiert? De facto gibt es den Staat Palästina ja schon längst. Sie haben ne eigene Nationalhymne, ne eigene Flagge, ne eigene Regierung (jedenfalls in der Westbank), Autonomierechte in den sog. Autonomiegebieten und Palästina hat m.W. auch bereits eigene Vertreter in der Weltstaatengemeinschaft der UNO.

Was würde sich also nun konkret ändern? Ist das nicht nur eine reine Formalie?

VIELLEICHT wäre es sogar aus völkerrechtlichen Gründen für Israel gut, wenn Palästina als Staat zählen würde, weil man dann direkt mal die Palästinenser für manche Dinge verantwortlich machen kann(???)

9. Malte S. Sembten - April 8, 2011, 11:32

1. Zahal – April 8, 2011, 9:36

Die Achse des Guten hatte vor kurzem eine Zusammenfassung, die unbedingt beachtet werden sollte.

Danke für den Hinweis.

10. willow - April 8, 2011, 13:11

@8. CK

Nun, zunächst mal wären “endlich” nicht nur Sderot, Ashkelon und Beersheba von regelmäßigem Beschuß betroffen…

Du glaubst doch nicht wirklich, daß eine “judenreine” UN-Hilfstruppe für Palästina Angriffe auf Israel verhindern würde!?

11. Mitnadewet - April 8, 2011, 13:26

@ 3. Lila

Schmitz braucht aber eher einen Check statt ein Bundesverdienstkreuz. Der Arme konnte sich seine Wohnung in TA nicht mehr leisten, musste nach Berlin ziehen und schreibt nun halb wehmütige (es war nicht alles schlecht) halb jammernde (Mietpreise, Mietpreise) Artikel von der Spree aus. Ich musste fast weinen. http://www.stern.de/reise/europa/tel-aviv-vom-leben-in-der-seifenblase-1669389.html ;-) ))

12. Lila - April 8, 2011, 13:36

Da bricht mir ja das Herz.

Wenn Schmitze menscheln, nennt man das dann “schmitzeln”? Er schmitzelt :-)

Hab mal ein bißchen im Stern rumgeguckt, was ich sonst nicht mache. Guck doch mal, was passiert, wenn Du Israel in die Suchmaske eingibst. Irgendwie finden Angriffe auf Israel nie statt. Trotzdem fliegt dauernd Israel Vergeltungsschläge. Komisch, oder?

13. CK - April 8, 2011, 14:12

@willow: Woher schliesst Du, dass eine UN-Hilfstruppe im Westjordanland eine direkte und logische Konsequenz einer Anerkennung Palästinas wäre?

M.E. handelt es sich hierbei um die offizielle Anerkennung eines Staates, der de facto bereits seit Jahren existiert, (inoffiziell) seit langem anerkannt wurde und mit unseren (europäischen wie auch amerikanischen und vermutlich sogar israelischen) Steuergeldern mitfinanziert wird.

Leider zählt hier nicht “Wer zahlt, schafft an” :(

Die Kampagne ist m.E. eine reine Propagandaaktion gegen Israel. Nicht weniger, aber gottseidank auch nicht mehr. Oder was überseh ich?

14. yael1 - April 8, 2011, 14:43

Es ist aber keine Propagandaaktion, wenn die PA die Anerkennung eines palästinensischen Staates durch die VN durchsetzen will.
Die Konsequenzen schreibt doch achgut sehr detailliert.

15. boxi - April 8, 2011, 15:05

@yael1.. weil mir keiner auf meine frage geantwortet hat… wo ist das problem, wenn es den staat gibt?

16. anti3anti - April 8, 2011, 15:08

Jede Voraussage über die Zukunft im Nahem Osten ist Kaffee-Satz-Lesen.

So empfiehlt der pazifistische, christlich angehauchte Aachener Friedenspreis der NATO, Bomben auf Israel regnen zu lassen, was ebenfalls unwahrscheinlich ist.

http://anti3anti.wordpress.com/2011/04/05/bomben-auf-aachen/

17. Jakobo - April 8, 2011, 15:42

Keine Ahnung was passieren wuerde… Die Sahara Occidental ist auch von allen africanischen ländern anerkannt und sogar zumindest offiziel in gremien. UN und Spanien wollen ewigkeiten eine volksabstimmung um zu sehen ob sie unabhaengig werden wollen oder weiter von maroki anektiert werden wollen. Es gibt sogar eine Trennmauer und fluechtlingslager. Aber niemanden interessiert es…

J

18. CK - April 8, 2011, 15:57

@yael1: Entscheidend ist dass Europäer und Amerikaner den Geldhahn zudrehen können. Wir sitzen am längeren Hebel. Ohne unser Geld kann die UNO den Laden zumachen. Leider fehlen uns mutige Politiker, die das endlich sagen. DAS ist seit Jahren das egtl. Problem.

Jeder, pardon- dahergelaufene Wilde (anders kann man das leider nicht nennen)-, tanzt uns heute unverschämterweise auf der Nase herum.

19. Jakobo - April 8, 2011, 16:25

“Entscheidend ist dass Europäer und Amerikaner den Geldhahn zudrehen können. Wir sitzen am längeren Hebel.”

Das ist relativ, CK. Die Araber sitzen auf dem OelHahn und koennen den auch zudrehen.

Deshalb kann man auch gegen Libyen nichts mit sanktionen machen, weil der Europa und USA wahrscheinlich mehr darunter leiden würden als Gadafi. Mit dem Iran ist es auch nicht viel
anders, nur das da noch dazukommt das Iran ein wichtiger absatzmakt ist.

20. CK - April 8, 2011, 17:45

Das ist natürlich leider ebenfalls wahr, Jakobo. Wobei die das Öl wiederum auch nur dank uns haben.

Es waren böse westliche Geschäftsleute, sog. “kapitalistische Ausbeuter”, die es entdeckt und aus dem Boden geholt haben. Heute wird das als “Diebstahl” bezeichnet, als ob die autochtone Bevölkerung es allein hätten fördern können, ja auch nur das Knowhow dazu gehabt hätte. Eigentlich ist der Begriff allein schon ein “stolen concept” weil klauen kann man nur, was Anderen vorher gehörte. Mir wäre neu, dass die Araber da Öl gefördert hätten, bevor der böse weisse Mann, die Quelle allen Übels dieser Welt, in ihr Paradies eingedrungen ist und Arbeitsplätze in der Ölindustrie schuf.

Naja, es ist nun so wie es leider ist. Gewisse mächtige Männer kontrollieren den Ölhahn zum Leidwesen der Menschenrechte aller und zur Ungunsten der Sicherheit Israels.

21. Silke - April 9, 2011, 10:52

ein anderer Aspekt zu dem Staat-Anerkennen-Bohai – übrigens Taiwan gibt es seit undenklichen Zeiten, es gibt massenweise Verträge von anderen Staaten mit denen, dennoch ist es UN-mäßig gesehen, als ich das letzte Mal bei Geistigem Eigentum geguckt habe, immer noch Province of China i.e. nicht-existent. Und der offizielle Status einer Einheit macht einen Unterschied, genau wie zusammen-leben, eingetragene Partnerschaft und Ehe nich das exakt Gleiche sind. Aber Internationales Recht ist ein weites Feld und da sollte man auch einen Essay von einem noch so intelligenten gerade Fertig-Studierten im Wortsinne als Essay ansehen.

Ich hab’s zwar schon bei Yaacov gesagt, aber hier noch mal auf Deutsch: Wenn ich mir die Schuhe von nem palästinensischen Großkopferten anziehe, wäre mir dann nicht klar, daß, sobald ich mich für ein Szenario entscheide, ich ne Menge von meinem Power-Appeal verliere? (z.B. keine Peace Nobels mehr via meine Kümmernisse) Was wird dann aus all den Roten Teppichen, wie viele White House dinner kriege ich noch? Wie oft wird es mir noch gelingen, die Welt glauben zu machen, man müsse mich bitte unter allen Umständen glücklich machen, sonst geschehe Fürchterliches? Falls ich nicht total verblödet wäre, wäre mir klar, daß nur, wenn ich mich weiter launisch ziere, ich dem Schicksal entgehen kann, von der begehrenswertesten Maid weit und breit zur Hausfrau degradiert zu werden.

Ich glaube bei Zola habe ich gelesen, daß es zum Berufs-Know-How von Mätressen gehörte, daß man seine Forderungen vor dem Coitus durchsetzt, weil danach nich mehr viel geht.

Bei EoZ wurde was erwähnt, daß die Palästinenser schon mal einen Staat ausgerufen hatten. Ich merke mir sowas schlecht, mich interessiert mehr das Hier und Jetzt und da führen sie sich auf, wie die Ballkönigin vom Dienst, als es sowas noch gab. (Übrigens manche Sekretärinnen von mächtigen Chefs, die dennoch so’n Zauber dulden, ziehen ähnliche Nummern ab.)

22. CK - April 9, 2011, 15:08

@Silke: Also bitte, auch Hausfrauen können begehrenswert sein :D :D :D


Sorry comments are closed for this entry

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Join 124 other followers