Entscheidung März 13, 2011, 7:10
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In den Nachrichten geht es hier elliptisch zu: zwei Brennpunkte. Das Grauen in Japan, und das Massaker in Itamar.
Netanyahu überlegt jetzt, ob er die Bilder von Tatort und Leichen veröffentlichen soll. Wir tun das sonst nie. Auch beim großen Brand im Carmel haben israelische Zeitungen und Fernsehen die grauenhaften Bilder verkohlter Leichen nicht gezeigt, die in ausländischen Medien veröffentlicht wurden. Israel hat immer darauf verzichtet, das Grauen anschaulich zu machen, weil das Prinzip der Würde des Toten so hochgehalten wird.
Jetzt ist die Diskussion wieder aufgeflammt. Die Palästinenser zeigen Gräuel nicht nur, sie inszenieren auch Gräuel, die nie stattgefunden haben (Stichwort Pallywood). Wir zeigen dagegen nichts.
Da die ganze Welt sowieso nur mit dem viel riesigeren Thema Japan beschäftigt ist, würde es sowieso keinen Unterschied machen – ein weiterer Anschlag auf Siedler von den Al Aqsa-Brigaden, dem „bewaffneten Arm“ der Fatach. Unserer Friedenspartner also. (Es heißt aber, daß die Spuren zur Gaza-Fraktion weisen – ich weiß noch nichts Genaueres).
Unbemerkt von der Welt erobert Ghaddafi Libyen zurück, unbemerkt von der Welt sterben im Jemen Demonstranten, und wäre ich zynisch, würde ich sagen: jetzt können wir eigentlich das HQ der Al Aqsa-Brigaden in Gaza bombardieren, keiner schaut hin. Aber erstens würde die Welt natürlich sofort aufschreien, und zweitens weiß ich nicht, ob das die richtige Reaktion wäre. Ich bin froh, daß ich solche Dinge nicht zu entscheiden brauche.
Was würdet Ihr an Israels Stelle tun? Einen wichtigen Wert wie Respekt vor den Toten opfern (nur Lebensrettung steht noch höher in der Trumpfreihe jüdischer Werte, Lebensrettung sticht alle anderen Gesetze und Regeln) und deutlich zeigen, wie so eine blutlose Schlagzeile wie „Palästinenser tötet Siedler“ aussieht, wenn die Siedler im Plural stehen und eine Familie bedeuten, die im Schlaf abgeschlachtet wurden? Oder wie bisher keine blutigen Bilder freigeben?
ETA: Rutie Vogels Vater hat sich gegen die Veröffentlichung ausgesprochen – die Information, daß die Familie die Bilder freigibt, war also falsch. Das ändert natürlich das ganze Bild. Ich nehme den Link zu Israel Mazav raus.
Der Wille der Familie ist wichtiger als alles andere.
Oh nein März 12, 2011, 11:15
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Lange war kein so grausamer Terrorangriff mehr. Er spült die Erinnerung an die schlimmsten Zeiten des Terrors hoch. Mein Gott, das ist entsetzlich. Die Welt ist so schon grausam genug (auch ich verfolge mit Mitgefühl und Grauen die Ereignisse im Katastrophengebiet Japan), warum müssen Menschen so brutal sein? Eine ganze Familie abgeschlachtet. Ich denke daran, was in den drei überlebenden Kindern vorgeht, die mit einem Schlag Eltern und drei Geschwister verloren haben.
Ja, die Welt empört sich über Checkpoints und Zäune, aber sie schützen uns vor den Menschen, die zu solchen Taten imstande sind. Ein Ehepaar und drei kleine Kinder, darunter ein Baby, zuhause erstochen, im Schlaf – wird sich jemand dagegen empören? Oder wird es heißen, „ach ja, Siedler, na ja, die haben es nicht anders verdient“? Werden jetzt Süßigkeiten in Gaza und Ramallah verteilt, weil der zionistische Feind, in Ehebett und Strampelhöschen, ausgerottet wurde?
Und wenn die Täter gestellt werden – dann kommen sie in ein israelisches Gefängnis, wo sie Besuche empfangen können und im nächsten Deal freigepreßt werden, unter dem beifälligen Nicken der internationalen Gemeinschaft.
Ich kriege Panikattacken, wenn ich den Bericht lese. Nein, es gibt Menschen, die nicht so ticken wie ich, deren Ideal nicht friedliche Koexistenz ist mit gegenseitigem Respekt ist. Für sie sind nur tote Juden akzeptabel. Und jede Lösung für den Nahen Osten muß in Betracht ziehen, daß es diese Menschen gibt.

Nachruf auf einen Freund März 11, 2011, 13:15
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Ich bin mit Katzen aufgewachsen und habe nie einen Hund besessen. Wohl erinnere ich mich an nette Hunde meiner Freundinnen und Bekannten, aber ich selbst habe nur einen Hund in meinem Leben wirklich liebgewonnen.
Meine kleine Schwester hat ihn sich vor vielen Jahren gewünscht und ausgesucht: einen schwarzen Puli namens Lucky. Er war ein übermütiger, lustiger Familienhund, ein Hütehund, der eifrig um seine Herde herumlief und uns immer wieder zusammentrieb. Wenn die Herde sich zu sehr zerstreute, achtete er darauf, daß die jüngeren Lämmer nicht verloren gingen.

2001, Aaland-Inseln

2005, Dänemark
Er war ein treuer Hüter. Ich sehe ihn noch hinter Quarta her trotten, wenn sie zu nah an den Gartenteich kam – er hat sie nicht weniger behütet als wir Erwachsenen.

2005, Kopenhagen

Weihnachten 2005


Weihnachten 2007

Er hat uns immer mit Begeisterung begrüßt – er spürte schon Tage vorher, daß sich etwas zusammenbraute, wenn meine Mutter unsere Zimmer vorbereitete, und kam immer mit zum Flughafen. Er warf Menschen, die er kannte und mochte, fast um vor Freude. Er war meiner Mutter und meinen Geschwistern ein treuer Begleiter auf Urlaubsreisen und im Alltag. Er war an ihrer Seite in dunklen Zeiten. Er war immer dabei, immer freundlich, immer lustig, immer aufmerksam und klug.

Ein erfülltes Hundeleben ist letzte Nacht zu Ende gegangen. Wir werden den zottigen Kerl mit seinem lachenden Gesicht sehr vermissen.
Secundus März 5, 2011, 11:46
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Ich kann immer nur kleine Ausschnitte von dem, was Secundus mir erzählt, weitererzählen, aber manchmal wünschte ich mir, ich könnte einfach nur aufnehmen, was er so erzählt, und es so veröffentlichen. Es ist sehr interessant. Wenn er einmal in Schwung gerät, dann erzählt er richtig viel und gibt mir ein sehr aufschlußreiches Bild von dem Leben, das jetzt seins ist, und das ihm gut gefällt, trotz der Härten oder gerade deswegen.
Er ist ja jetzt auf Har Dov stationiert, in einem der vielen kleinen Posten die Grenze entlang – Gladiola, Dalia, Hadas, Lilach, sie tragen alle Blumennamen. Das Gelände ist unübersichtlich, und nicht erst seit der Geschichte mit den drei dort gekidnappten Soldaten ist es einer der gefährlicheren Punkte an der Grenze. Rund um die Uhr sind die Soldaten in Bereitschaft, was auch bedeutet, daß sie Uniform und Stiefel nicht ablegen und nicht sehr oft duschen.
Secundus flachst, als er mir erzählt, daß er in Stiefeln schlafen geht, aber ich verziehe keine Miene. Y. hat mir genügend vom Dienst in der Infanterie erzählt – ich weiß, daß der schwerer ist als Primus´ Luftabwehr mit ihren Fitneß-Studios und DVD-Abenden. Ich weiß auch, daß Secundus immer schon gern schwer gearbeitet hat – im Schulzoo hat er geschuftet, im Internat alles gegeben, damit jede Aufführung, Party oder andere Aktivität ein Erfolg wird, und an seine eigene Bequemlichkeit denkt er gar nicht.
Er erzählt mir auch, was mich nicht überrascht, aber besorgt – daß von Zeit zu Zeit eine Gruppe Männer auftaucht. Zivilkleidung, fetter Mercedes, riesige Feldstecher und grimmige Visagen. Die bauen sich auf der libanesischen Seite auf, keine 100 Meter von den Jungens entfernt, und betrachten sich die Posten der israelischen Armee genau. Wer mag das wohl sein?
In Sichtweite der israelischen Posten sind sowohl die UNIFIL als auch die libanesische Armee stationiert. Sie können sich alle gegenseitig in die Feldstecher gucken. Was sagen die zu den „Zivilisten“, die die Grenze in Augenschein nehmen? Das wissen wir nicht. Mich besorgt das mehr als die Stiefel im Schlafsack, aber ich kann wieder nichts sagen, wenn ich nicht Secundus´ Erzählung stoppen will. Ich sage nichts.
Secundus ist begeistert von seinem neuen mem-pe (mefaked pluga – Kompanieführer?), und nach den Bildern in der Zeitung zu urteilen, die die letzte Übung von Secundus´Kompanie begleitet und veröffentlicht hat, sieht er sehr nett aus. Sehr jung, und ich hoffe, vorsichtig, verantwortungsbewußt und kompetent.
Was er erzählt, klingt gut. Zum Beispiel war ein Soldat, der viele Probleme gemacht hat – und der mem-pe hat ihm einen verantwortungsvollen Posten gegeben, in seiner Nähe, und ihm einen Vertrauensvorschuß geschenkt, den nicht jeder aufgebracht hätte. Der Soldat hat sich bewährt und sehr positiv entwickelt. Einzelheiten kann ich natürlich nicht erzählen, aber diese Art, Probleme zu lösen, gefällt mir sehr.
Ähnlich wurde einem Soldaten geholfen, der mit großer Motivation dabei war, bis sein Profil heruntergestuft wurde, aus Gesundheitsgründen (ein akutes Problem mit Langzeitauswirkungen). Als „Kämpfer“ durfte er nicht mehr eingesetzt werden, aber die Nahal-Brigade bot ihm an, einen Kurs als Koch zu machen und bei seiner alten Kompanie zu bleiben. Der Soldat, halber Südamerikaner, stellte sich als Naturtalent heraus und macht nun ausgezeichnetes Essen. „Ich mag das ganze Zeug ja nicht, Salate und Avocado und so gesunde Sachen, aber die meisten finden das sehr lecker“, meinte Secundus. Er sagt auch, es ist schon ein running gag bei ihnen, daß das Essen immer besser wird, je höher auf dem Berg der Posten liegt. Sein Posten ist der dritthöchste, also phantasieren die Jungens über das Essen oben auf dem Gipfel. Aber sie sind zufrieden, der Koch ist zufrieden, und er durfte an der Front bleiben und genießt hohes Ansehen bei der ganzen Kompanie.
Und auch die Geschichte von dem „einsamen Soldaten“ gefiel mir. Es gibt ja viele Soldaten in Israel, deren Familien im Ausland leben und die als „einsame Soldaten“ ein paar Vorrechte haben, was sie aber nicht wirklich dafür entschädigt, mit allem allein klarzukommen. (Viele Familien in Israel adoptieren solche Soldaten, und ich würde es auch gern tun, kann es aber im Moment aus vielerlei Gründen nicht). Als Secundus und seine Kollegen einen neuen Ausguck aus Sandsäcken errichteten, der im Laufe der Zeit zu einem festen Mini-Posten ausgebaut werden wird, war sofort klar, wie sie ihn nennen – nach dem „einsamen Soldaten“ der Kompanie. Und der war sehr stolz, daß es jetzt den Punkt Shahori I auf der Karte gibt.
Sie sind ein gutes Dutzend Jungens da oben. Wie alle meine Kinder hat auch Secundus ein gutes Auge für Naturschönheiten, und wie sein großer Bruder füllt er sein Photo-Handy nicht nur mit Blödelbildern von den Freunden, sondern auch mit Wolken, Regenbogen und Sonnenaufgängen. Er erzählt mit Begeisterung, wie schön es ist, wenn sie oben auf dem Berg runtergucken auf die Wolken im Tal, und wie ein heftiger, plötzlicher Schneefall alle in schneeballwerfende Kinder verwandelte.
Er erzählt aber auch, daß ständig Übungen stattfinden – sowohl Übungen speziell für ihn, den Sani, aber auch Übungen für alle. Einmal wurde Alarm gegeben, „Feind dringt in Posten ein“, und Secundus überhörte das Codewort, das anzeigt, daß es nur eine Übung ist. Er tat sofort alles, was man ihm für diesen Fall beigebracht hatte, und das ohne Schrecksekunde. Er hat das Gefühl, gut ausgebildet und gerüstet zu sein, und ich habe nicht zu bedenken gegeben, daß man das erst nach dem Ernstfall weiß, nicht vorher. Denn ich hoffe, der Ernstfall tritt nicht ein.
Auch seine Aufgabe als Sani erfüllt er vergnügt. Er achtet darauf (eingedenk der Moritat von Dudu und dem Salat), daß alles hygienisch sauber ist, er kontrolliert Wasser, Lebensmittel und sanitäre Einrichtungen. Als ein Soldat mit einem Magen-Darm-Virus krank wurde, verhinderte Secundus die Ausbreitung des Virus. Er schnappte sich drei Kollegen und einen Kanister Desinfektionsmittel, reinigte alle Toiletten und Duschen und desinfizierte sie, teilte die Toiletten auf in Durchfall-Toiletten und Toiletten für Gesunde, gab allen grundlegende Anweisungen über Hygiene und kümmerte sich um den Kranken.
Stolz erzählte er, wie der Kranke Angst vor der Infusion hatte, weil er so schwierige Venen hat – und wie Secundus die Kanüle auf Anhieb und schmerzfrei an die richtige Stelle setzte. Der Soldat erholte sich und niemand anders wurde krank. Secundus telefonierte auch mit seinen medizinischen Vorgesetzten, um sicherzugehen, daß er nichts übersieht – insgesamt konnte ich nur staunen über die Sicherheit, mit der er agiert. Er verbirgt auch nicht, wenn er sich unsicher fühlt, er strunzt nicht – vielleicht weiß er selbst gar nicht, was für ein positives Bild im Zuhörer entsteht.
Er saß lange bei mir und erzählte mit großer Anschaulichkeit. Für einen Moment erinnerte ich mich wieder an die Zeit, als er zwölf, dreizehn Jahre alt war und mir mit gleicher Freude vom Zoo erzählte, von Tikki und Ephraim, den Ziegen, und I-Ah, dem Esel. Ich bewundere seinen Einsatz, seinen Fleiß, seine seelische Stärke. Alles, was er mit Stolz und höchstens ironischem Abstand erzählte, hätte man ohne weiteres in eine Jammer-und-Klage-Saga verwandeln können. Das tut er nicht.
Ich hoffe, daß es ruhig bleibt da oben, daß die Hisbollah stillhält und vielleicht die Verwerfungen in der arabischen Welt doch zu einer friedlicheren Lage führen. Ich hoffe, daß Ahmedinjads Macht schwindet (obwohl ich weiß, daß es nicht so aussieht, und daß die Schiiten überall unruhig werden), daß Syrer und Hisbollah sich beruhigen und ein stabiler Status quo gegenseitiger Duldung eintritt. Dazu kann ich persönlich nichts beitragen, außer intensiven Gebeten, positiven Energien oder wie man es nennen mag.
Und am Wochenende, wenn wir Secundus hier haben, dann können wir ihn mit Schokolade, Steaks, Fußmassagen und Anerkennung verwöhnen. Damit er Kraft hat für die nächsten zwei Wochen. Immer abwechselnd Wachen und Bereitschaft, Wachen und Bereitschaft. Bei ihm kommen noch die Sani-Aufgabendazu. Ein harter Dienst.
(Alle Bilder aus der Israel-Hayom-Reportage über Secundus´Kompanie)
Israelische Leser – hinhören März 2, 2011, 21:50
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Ich habe eine Anfrage. Demnächst kommt eine deutsche Besucherin nach Israel, die gern „das echte Israel“ erleben möchte, nicht nur Trampelpfade der Touristen. Sie sucht Unterkunft und Ansprache, gern auch Insider-Tips. Ich Landei habe natürlich keine Ahnung. Falls es hier Leser aus Tel Aviv, Jerusalem und anderen bedeutenderen Punkten als unserem Mini-Örtchen gibt, die sie beherbergen könnten und an einem netten Gespräch interessiert wären – bitte bei mir melden, ich leite alles weiter.
Bin selbst gespannt!!!
Gratulation März 2, 2011, 21:23
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an Yael Naim, die soeben in ihrem Traumland Frankreich, wo sie seit ein paar Jahren lebt, als beste Sängerin einen Preis gewann, was sie selbst gar nicht erwartet hat.
Eine Liebeserklärung an Paris auf Hebräisch, die wohl auch in Frankreich verstanden wird.
Ihren ersten Hit kennen bestimmt alle.
Gelacht März 2, 2011, 12:58
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Danke, Aussie Dave, für dieses herrliche Photo.
Ein Cafebesitzer in Tel Aviv dachte wohl, er hat einen besonders coolen Namen für sein Cafe gefunden. Nur auf Hebräisch funktioniert es nicht ganz – wegen der fehlenden Vokale. Statt piece of cake kann man genausogut piss off, kike lesen. Ich hielt es Tertia unter die Nase, die mich mit Kaffee versorgt, während ich blogge, statt zu arbeiten
, und sie las: face* off, cake… und dann breitete sich ein Grinsen auf ihrem Gesicht aus und sie kicherte: oy-va-voy…
In der Tat.
* das yud kann als i, j, y, ei und ey gelesen werden, je nachdem, wie es vokalisiert ist – und das Hebräische bezeichnet p und f mit demselben Buchstaben
Schon wieder falscher Alarm März 2, 2011, 12:32
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Das nervt langsam. Ich hab es zwar nicht mitgekriegt, weil ich Musik, Waschmaschine, Spülmaschine laufen hatte und außerdem so mit dem ganzen Hirn in Arbeit stecke, daß hier eine Katyusha fallen könnte, und ich würde es nicht merken. Aber Tertia rief mich besorgt an – sie war gerade im Schulbus und machte sich sofort Sorgen, daß mir was passiert wäre. Ich habe sie aber beruhigt, ich dachte mir gleich, wieder mal ein Fehlalarm.
Und ich möchte noch einmal betonen, was für eine wunderbare Seelenruhe so ein Schutzraum gibt. Auch wenn hier wirklich was los sein sollte – wir haben den Schutzraum. Wie ich den letzten Krieg ohne ausgehalten habe, weiß ich nicht. Es war schrecklich. Aber jetzt – wenigstens vor den bisher von der Hisbollah eingesetzten Waffen müssen wir uns nicht fürchten. Gegen ABC-Waffen hilft er wohl nicht, aber ich glaube nicht, daß damit ein Krieg anfangen würde. Und dickere Dinger werden über uns weg fliegen, wir sind ja keine 10 km von der Grenze weg. Der nächste Gebirgszug ist Libanon.
Aber es tut mir leid für Tertia, daß sie so eine Schrecksekunde hatte. So gesehen sind diese schrecklichen cell phones, die ich täglich verwünsche, doch noch zu was nütze.
Abends hinzugefügt: in ganz Nordisrael sind Schulkinder und Bürger in die Luftschutzkeller gegangen. Ein riesiger Schreck für viele. Na ja, sehen wir es als unangekündigte Übung an. Das automatische System hat sich wohl selbständig gemacht.
Meine 50 Pfennig… März 1, 2011, 13:40
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… weil das immer meine liebste Münze war, der ich noch nachtrauere.
Ich habe mich kritisch zu Guttenberg geäußert, und darum ist es fair, daß ich jetzt auch zur Kenntnis nehme, wie er die Konsequenzen gezogen hat. Es tut mir leid, einen Menschen so gedemütigt zu sehen, und er hätte sich das durch einen früheren Abgang nicht ganz ersparen können – aber es wäre weniger bitter gewesen.
Zu gehen, während die öffentliche Meinung noch größtenteils auf seiner Seite war, wäre eleganter und einfacher gewesen. So blies ihm der Wind doch sehr scharf ins Gesicht. Ehrlich gesagt, er sah fix und fertig aus. Ich weiß nicht, wie lange er mit dem Unbehagen rumgelaufen ist, daß irgendjemand mal seine Diss. genauer anguckt. Wer weiß, wie er sich da verwickelt hat.
Wie ich schon vorher gesagt habe – ich bin für zweite Chancen. Und Guttenberg ist es auch von anderen zu leicht gemacht geworden, über manche Stufen einfach leichtfüßig hinwegzuspringen. Wie bei manchen Schauspielern, die von der Schauspielschule zum smash hit springen. Ein bißchen Repertoire-Theater mit echten Zuschauern und soliden Klassikern und ein bißchen unpopulärer Avantgarde – und mit den Lorbeeren dann wiederkommen. Das kann er bestimmt, und ich würde es ihm gönnen.
Und ab jetzt können wir ihn persönlich in Ruhe lassen und der Universität Bayreuth den Rest überlassen.







