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Im Schnee März 28, 2011, 22:11

Posted by Lila in Land und Leute, Uncategorized.
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Bei Aussie Dave habe ich schöne Bilder gefunden – von den Alpinisten der IDF. Die sitzen ja auf dem Berg Hermon, wo im Winter Schnee fällt. Ich wußte es gar nicht, aber schon seit zehn Jahren laden die Soldaten in der Schneesaison kranke und behinderte Kinder zu Tobe-Tagen ein. Auch palästinensische Kinder.

Man braucht nicht viel dazu zu sagen – nur die Bilder angucken.

 

(Das grüne Barett bedeutet Nahal – wie Secundus.)

Kommentare

1. Silke - März 28, 2011, 22:30

wie militaristisch – das ist bestimmt nur ne Groomerei, um die später umso leichter ins Militär locken zu können

auch palästinensische Kinder ist natürlich ein klarer Beweis für gelebte Apartheid

In der Welt gibt es übrigens ne wütende Schelte, wie sich das THW in Japan aufgeführt hat, kann sein, kann auch nicht sein. Ich hab nix anderes dazu gelesen, fand den Text aber in sich nicht sehr schlüssig. Aber da’s um die Branche von Lila’s Söhnen geht: bitte sehr!

http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article12983447/Apokalypse-jetzt.html

(Achtung: die ersten 2 Absätze sollen Satire sein)

2. Silke - März 28, 2011, 23:12

OT aber immerhin ist Schnee ja auch irgendwie Wasser – faszinierend – Israel kommt gut auf dem Europateil – sehr beeindruckend

http://ngm.nationalgeographic.com/2010/04/water/water-animation

3. Silke - März 29, 2011, 1:09

der “nur in Israel”-thread ist außer Betrieb, unerreichbar, futsch

und die letzten Texte die für mich im RSS-feed auftauchen, können nicht die ganze Geschichte sein, es sei denn Lila, Du hättest zur Flasche gegriffen.

Danke für die Bescheinigung von Bissigkeit, es war immer mein Ideal da mal hinzukommen – im wirklichen Leben habe ich allerdings immer noch das Gefühl, daß ich mich einmachen lasse, von wem immer danach zumute ist. Aber vielleicht beeinflußt ja mein virtulles Ego vor meinem Hinscheiden noch mein reales. Wäre richtig schön. Andererseits geschehen mir aufgrund meiner Totalverträglichkeit oft wahre Wunder und Dinge laufen bei mir total glatt, die bei anderen als reiner Horror berichtet werden.

Man kann wohl nich allens haben, aber im richtigen Leben einen mal so richtig zur Sau machen, ja das wünsche ich mir schon.

4. Silke - März 29, 2011, 1:54

damit ich’s mir nicht über Nacht merken muß, hier ist was Brauchbares zum Beitrag “nur in Israel” und dem Beitrag der Diaspora-Juden – der Zusammenhang ist, daß einer bemerkt hat, daß es keinen Juden in ner arabischen Fußballmannschaft gibt, woraufhin Aparatchik sofort den Gegenbeweis antrat – Enjoy!!!

http://elderofziyon.blogspot.com/2011/03/apartheid-thumbnail-ad.html#comment-173248320

(ich liebe es, wenn mich einer typisch deutsch nennt – es erinnert mich so an meine Teenagerjahre)

5. Lila - März 29, 2011, 6:44

Wir haben einen Großteil des Kommentarstrangs damit verbracht, über eine Bloggerin zu urteilen, die nicht mal verstehen kann, was wir geschrieben haben – macht mir Bauchschmerzen. Ich habe den Eintrag erstmal auf Eis gelegt und werde mir überlegen müssen, was ich damit mache. Ich kann das aber nicht so stehenlassen. Wenn ich mir vorstelle, daß es umgekehrt wäre… hmmm….

6. boxi - März 29, 2011, 7:35

gemeinsam schimpft es sich halt doch am besten. in dem sinne, eine gute entscheidung lila.

7. boxi - März 29, 2011, 7:44

zu dem eigentlichen inhalt… in deutschland hätte ich wohl schon irgendwie bauchschmerzen mit solchen fotos/aktion, in israel existiert aber natürlich ein ganz anderes verhältnis zum militär und wenn es für beide seiten ein schöner moment war.
umenschen mit behinderungen mehr in die öffentlichkeit zu bringen, daran kann man ohnehin nicht sparen. was ich mich aber ja doch frage, was die eltern der kids gesagt haben… und gibt es ähnliche projekte auch in die “andere richtung”?

8. Lila - März 29, 2011, 8:00

Würde es Dich stören, wenn deutsche Soldaten mit afghanischen Kindern toben und spielen und Geld sammeln, um ihnen einen schönen Tag zu machen? Diese Tage im Schnee werden ja von Spenden der Reservisten finanziert, die eben nicht zwischen jüdischen und arabischen kranken Kindern unterscheiden.

Was die Eltern gesagt haben? Ich nehme an, sie werden sich gefreut haben.

Und die Absicht war nicht, die Kinder in die Öffentlichkeit zu bringen. Die Aktion wurde von den Medien auch nicht berichtet, soweit ich weiß. Die Absicht war, den Kindern einen schönen Tag zu machen, sie zum Lachen zu bringen, zum einfachen Genuß im Schnee, den es hier so selten gibt.

Selbstverständlich gibt es keine Einladungen der palästinensischen Sicherheitskräfte an jüdische krebskranke Kinder.

Erinnert sich noch jemand an die Justizbeamten, die im großen Feuer auf dem Carmel verbrannt sind? Ihre letzten Bilder zusammen sind von einer Chanukka-Feier mit behinderten Kindern. Das gehört zu ihrer Ausbildung dazu, soziales Engagement.

Ich kenne eine Gruppe Israelis, die jedes Jahr für palästinensische Kinder einen schönen Tag am Meer organisieren, in Tel Aviv, mit Picknick und Spielen. Einfach so.

9. boxi - März 29, 2011, 8:14

“Würde es Dich stören, wenn deutsche Soldaten mit afghanischen Kindern toben und spielen und Geld sammeln, um ihnen einen schönen Tag zu machen?” vermutlich nicht, in D wäre es aber irgendwie etwas anderes. ich kann aber gerade gar nicht genau sagen warum sich das anders anfühlt. vermutlich weil ich mir eine andere organisation besser vorstellen könnte, als das militär… aber wie gesagt, auch in afgahnistan mit deutschen soldaten fänd ich das eigentlich super. gerade ein wenig verunsichert.

schade, dass es sowas nicht von der anderen seite gibt. aber wenn sich die eltern gefreut haben, ist es schön,sehr sogar. da es versöhnt, beide seiten.

10. Lila - März 29, 2011, 8:23

Boxi, viele dieser Kinder werden in israelischen Krankenhäusern behandelt, von israelischen Familien beherbergt oder von israelischen Freiwillige ins Krankenhaus gebracht. Wenn das die Familien nicht versöhnt, dann wird ein Tag im Schnee auch nicht helfen.

Aber ich freue mich, wenn ich Dich verunsichert habe :-)

11. boxi - März 29, 2011, 8:31

ah ok. hatte mir eher vorgestellt wie sie mit nem bus über die grenze zu den soldaten gefahren werden:)
naja, mein verhältniss zum militär ist nunmal irgendwie “verkrampft”, da mag jede verunsicherung gut sein um das aufzulockern. :)

über sowas zu berichten halte ich trotzdem für wichtig, unabhängig davon ob die kids eine behinderung haben oder nicht. aber falls ja, dann erst recht, weil dieses “thema” zu oft zu kurz kommt. zumindest hier in D…

12. Lila - März 29, 2011, 8:33

Sie werden nicht zu den Soldaten gefahren, sondern in den Schnee. Auf Kosten der Soldaten und betreut von Soldaten, aber das Wichtige ist das Erlebnis, oben auf dem verschneiten Hermon zu toben, Schlitten zu fahren, Seilbahn zu fahren…

Guck Dir die Bilder an.

An anderen Tagen kommen andere Gruppen, alle auf Kosten der Soldaten. Die palästinensischen Gruppen sind nur eine unter vielen.

13. Chajm - März 29, 2011, 10:22

Am Ende heißt es ohnehin: »Die zionistischen Schergen bringen die Kinder in den Schnee, damit sie sich erkälten…« ;-)

14. Lila - März 29, 2011, 10:26

Aussie Dave hat aus dem Schneefolter-Motiv bereits den letzten Tropfen gepreßt :-)

15. Silke - März 29, 2011, 11:45

Lila
der “nur in Israel” thread ist immer noch unerreichbar – Absicht oder das böse Netz???

16. Lila - März 29, 2011, 11:52

Absicht. Ich mag ihn weder so reinstellen, wie er war, noch in den Kommentaren anderer Leute jäten. Laß mich da mal in Ruhe drüber brüten.

17. boxi - März 29, 2011, 11:53

fotos erst jetzt komplett angeschaut, da die nur mit flash anschaubar waren (ich hatte nur das eine bild in dem verlinkten artikel gesehen). toll, da will man am liebsten auch sofort in den schnee…

18. Silke - März 29, 2011, 12:07

Lila

ich kann mich in Deutschland eigentlich an keine derartigen Aktionen erinnern. Was ich mitkriege von derartiger privater Hilfe ist von privaten Gruppen und ziemlich dünn (eine Gruppe besucht Patienten im Krankenhaus). Aber ich müßte mal die örtliche Bibliothekarin fragen, die einen behinderten Sohn hat und vermutlich alle Töpfe kennt, die man abklappern muß, um an irgendwelche Extras zu kommen.

Ich vermute, daß das Angebot bei uns so spärlich ist, ist eine unbeabsichtigte Nebenwirkung des allumfassenden Sozialstaats. Irgendwie scheint eine seiner Folgen zu sein, daß das Annehmen von privaten Wohltaten als erniedrigend empfunden wird und das Geben derselben als bereits erledigt.

Ich kann dieses Gefühl nich belegen, aber ich habe es, seit ich mich auf nem Ökonomieblog auf die ganz ganz anderen als die meinigen Einstellungen von Amis zu Charity gestoßen bin.

Beispiel:
ich kenne einen jungen Mann, der dank Verkehrsunfall sehr im Rollstuhl sitzt. Ich finde es ungeheuer beruhigend, daß Gesundheitskosten das letzte sind, worum er sich Sorgen machen muß und finde es gut und richtig, daß ich dafür zwangsweise zur Kasse gebeten werde. i.e. ich ziehe das einem System von Spendenaufrufen ganz entschieden vor. So bin ich nun mal kulturell geprägt, typisch deutsch eben.

Und nachdem ich mal darüber nachgedacht hatte, wünschte ich, ich könnte meine Zeit als privat Versicherte rückgängig machen, einschließlich der viel besseren Leistungen für weniger Geld. Meine Entschuldigung? Falls es die Botschaft gab, daß ich mich damit vor der Mitfinanzierung derer, die niemand privat versichern würde, drücke, ist sie nie zu mir durchgedrungen.

Gemeinsinn iss nix, was in meiner Schulzeit unterrichtet wurde. In keiner der hochinteressanten Vertretungsstunden, wo Lehrer das mit uns machten, was IHNEN lieb und teuer war, war Gemeinsinn dran. Es war wohl noch zu belastet, nach dem Mißbrauch, den es erfahren hatte. Hoffentlich ist es heute besser.

19. boxi - März 29, 2011, 12:29

“ich kann mich in Deutschland eigentlich an keine derartigen Aktionen erinnern. Was ich mitkriege von derartiger privater Hilfe ist von privaten Gruppen und ziemlich dünn (eine Gruppe besucht Patienten im Krankenhaus).”
hm, große, voralem überregionale aktionen gibt es, sind aber sehr selten (ich denke da z.b. an das down-sportlerfestival). regional kommt es einfach darauf an, wieviel sich die person darum kümmert. also nicht nur jede person selbst, sondern auch z.b. die heimleiter etc. da kenne ich schlechte beispiele, wo bewohner im jahr vielleicht max. 1-2mal überhaupt die einrichtung verlassen, aber auch gute, die vorallem im dorf, in der kirchgemeinde etc, … gut eingebunden sind.
aber vieles nimmt man halt auch nicht wahr, denn die einrichtungen sind oft eher außerhalb des “normalen” lebens gebaut. von am rande der stadt bis zu ganzen zentren, wo nur menschen mit behinderungen wohnen. teilweise ein elend.

20. willow - März 29, 2011, 14:12

“in Wirklichkeit” ist es noch viel schlimmer – behinderter Kinder haben in der arabischen Gesellschaft vorsichtig formuliert häufig keine optimale Betreuung (nicht, daß es nicht auch arabische Eltern gibt, die ihr behindertes Kind rühren umsorgen!), um so schöner und wichtiger finde ich es, wenn israelische Pflegeeinrichtungen sich auch um diese Kinder kümmern.

es würde den Rahmen sprengen, hier über Stellenwert und Betreuung zu dozieren, aber viele der Kinder werden regelrecht in israelischen Pflegeheimen abgeschoben. Es gibt aber nicht wenige Fälle, wo die Nachbarn das Elend nicht mehr mitansehen können

21. willow - März 29, 2011, 16:16

Übrigens scheint es für israelische Soldaten nicht ungewöhnlich zu sein, für kranke oder behinderte Kinder aktiv zu werden – in Beit Uri kamen wie mein “Kind” berichtete regelmäßig Gruppen von Soldaten und Soldatinnen, um bei der Betreuung der Behinderten aber auch bei der Pflege der Grünanlagen zu helfen…

22. Marlin - März 29, 2011, 19:34

Ich muss in diesem Zusammenhang Boxi sogar mal recht geben: In D ist die letzte militaristische Diktatur erst vor ca. 21 Jahren eingegangen, ich hatte Glück dort nicht gezogen zu werden..

so gesehen ist die mangelnde Aufmerksamkeit durch die Bundeswehr doch nachvollziehbar. Ich vermute jedoch, dass das dank der ausgesetzten Wehrpflicht mittelfristig wiederkommt. Denn jetzt müssen sie aktiv Leute werben. :) Wollen ja jetzt schon Ausländer haben.

Aber wieder mal schöne Aktion der IDF.

Um so hassenswerter sind die, die Israel und Juden hassen.

23. willow - März 29, 2011, 20:02

@Marlin:

Die vor 21 Jahren eingegangene Militärdiktatur war ziemlich bemüht in Sachen “Jugendbetreuung” – aber mit den Kranken und Behinderten hatten sie es nicht so…

PS: Herzlichen Glückwunsch zum “nicht gezogen werden” – sind paar Freunde dran zerbrochen, körperlich und/oder seelisch…

24. Silke - März 29, 2011, 20:41

Marlin
die Bundeswehr muß beim Werben noch viel lernen. Hier im Norden hatten sie gerade als Afghanistan anfing, gefährlich zu werden, ne Anzeige mit dem Werbespruch “Ihr sicherer Weg nach oben”

Ich habe mich dämlich gesucht, das Teil aber leider online nicht gefunden.

25. lalibertine - März 29, 2011, 21:00

Also die Bundeswehrsoldaten tun schon auch Gutes:

http://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/!ut/p/c4/FcsxDoAgEAXRE8n2dp5CsfvABjfCQsRI4umVTPuGdvpTPBJxS1Ek2sh6mV03rgc2rbyCxM20yhpYcQ7GSusY64WYQVbL5OEPpprz8gEKRRIU/

Im Kosovo gabs z.B. eine Aktion, dass jedes Kind, das bei den deutschen Soldaten ein Spielzeugwaffe abgibt sich ein neues (nicht militaristisches) Spielzeug aussuchen kann.

Unsere Reservisten werden ja nicht zu Auslandseinsätzen gezwungen. Die machen das aus Überzeugung, um zu helfen.

Leider bekommen diese Menschen keinerlei Anerkennung von unserer Gesellschaft :(

Israel, Du hast es besser!

26. Lila - März 29, 2011, 21:08

Das ist aber eine schöne Aktion, gefällt mir.

27. boxi - März 29, 2011, 21:28

@willow… “aber mit den Kranken und Behinderten hatten sie es nicht so…”
dem kann ich so nicht zustimmen. zum einen war die rehabilitationspädagogik damals allgemein nicht die beste, ideen gab es zwar genügend, speziell aus der usa, niederlande und den “skandinavischen” ländern, nur waren sie weder in der ddr noch in der brd weit verbreitet. in manchen bereichen war die integration der menschen sogar besser als heute, zumindest bei den eher “leichteren” fällen. natürlich gab es aber trotzdem teilweise eklatante mängel, die sich aber -verglichen mit der brd- nicht soo viel nahmen. manches war damals einfach noch so üblich.
und im moment verschlechtert sich die situation gefühlt auch wieder, vermehrt grßere einrichtungen, zentren, teilweise sind das ja ganze dörfer.

@lalibertine danke dafür, auf jedenfall eine gute sache. stimmt, soldaten haben es hier nicht unbedingt leicht. wobei das halt auch viel mit der vergangenheit zu tun hat. meine abneigung hat sich einfach in den jungen jahren entwickelt, aber das war halt auch noch nva&co. und der 2. weltkrieg lag auch noch nah genug.

@silke, marlin… auch wenn ich gegen eine freiwilligen armee bin/war, seh ich der zukunft der armee hier eher besorgt entgegen. vorallem möchte ich nicht, dass die armee ein sammelbecken von menschen wird, die keinen anderen weg mehr haben/sehen. sondern wir brauchen ja eine relativ heterogene gruppe, nicht nur “zuhause”, sondern erst recht an der front. aber die werbungen laufen ja erst an und vielleicht kann man sie ja auch so verkleinern, dass man nicht auf werbung angewiesen ist. ich möchte keine armee die mit der gesellschaft nichts mehr zu tun hat.

28. Marlin - März 29, 2011, 22:09

Ich bin auch für die Wehrpflicht.

Willow, danke, aber dafür kann ich nix, wurde zum Glück spät genug geboren. ;) Im kalten Krieg wahr vermutlich auch die BW nicht so kuschelig. (Nur im Vergleich.) Meine Zeit war hart genug, aber bei der Grundi hatte ich wohl Glück.

Silke, das ist nicht schlecht. Ich denke, die werden noch dazulernen. :P

29. Silke - März 29, 2011, 22:50

also wann immer ich Soldaten im Mufti in Läden begegne, versuche ich es mit Lächeln – iss nix, die sehen mich nich, da gibt es keinen Augenkontakt nix

vielleicht iss es, weil sie, wenn sie da sind, immer in Gruppen auftreten und also nich fest hier sind, aber vielleicht probiere ich’s das nächste Mal mit ganz versehentlich ganz leicht Anrempeln und schenke ihnen dann mein schönstes Omalächeln.

Blogs geben einem wirklich Ideen

Mir mißfällt das mit der Berufsarmee auch, aber wenn die nur noch so wenig Leute brauchen, daß beim Wehrdienst keine Gerechtigkeit mehr zu erkennen ist, dann ist sich verpflichten wohl wirklich nicht mehr zu umgehen. Übrigens haben zumindest früher die Zeitsoldaten nach ich weiß nich wie lange schöne warme Pöstchen im öffentlichen Dienst bekommen und ich kannte mal einen aus ner Gegend ohne Bildungsangebot mit armen Eltern (aber ner lesenden Mutter), der hat über die Bundeswehr seinen Architekten gemacht.

Mit anderen Worten, das sich verpflichten konnte durchaus was bringen. Daß wir Deutschen uns mit Uniformen gegenseitig nicht über’n Weg trauen, sollte aber bitte noch ne Weile so bleiben, aber das muß ich ja nicht am einzelnen Soldaten ausagieren.

30. willow - März 30, 2011, 11:46

@27 boxi

„aber mit den Kranken und Behinderten hatten sie es nicht so…“

Es gab auch in der DDR durchaus “vernünftige” Ansätze für die Betreuung von Behinderten – nur eben nicht durch staatliche Einrichtungen, sondern durch kirchliche Betreuungsstellen.

Die gesunden, wehr- und arbeitsfähigen Jugendlichen dagegen hatten in Kindergarten, Schule und Hochschule recht häufig Kontakte mit Armeeeinheiten, selbst die “Klassenpatenschaften” gab es nicht nur zu Brigaden in Industrie und Landwirtschaft sondern auch zu Einheiten in Armee oder Polizei. Ich kenne sogar einen Fall, da übernahm die lokale Staatssichheit solche Klassenpatenschaften, muß schon lustig gewesen sein, so eine Weihnachtsfeier im Stasi-Untersuchungsknast…

31. yael1 - März 30, 2011, 15:35

“Leider bekommen diese Menschen keinerlei Anerkennung von unserer Gesellschaft”

So ist es, lalibertine. Statt dessen wird so getan, als wäre es die Wehrmacht. Früher haben sie gejubelt und heute verteufeln sie sie. Scheinbar gibt es hier immer nur diese Extreme.

32. boxi - März 30, 2011, 16:18

lieber habe ich soldaten die mit demut und wenig begeisterung in den krieg ziehen, als die mit begeisterung und nationalstolz versuchen ihre ziele “durchzusetzen”.

die nva ist übrigens auch nicht so lange her und mit dem nationalstolz haben wir es ja auch nicht so. ich kann damit ganz gut leben.

33. yael1 - März 30, 2011, 17:14

Mein Neffe wird, wenn er nach Afghanistan muss, sicher nicht mit Begeisterung in den Krieg ziehen. Ich glaube, dass wird niemand tun.

34. Silke - März 30, 2011, 17:47

ich dachte immer, nach Afghanistan “müssen” nur Freiwillige …

35. Silke - März 30, 2011, 17:55

also ich wäre gern nationalstolz weil

- z.B. ich sagen könnte, daß in Deutschland das jüdische Gymnasium Berlin keine bewaffneten Bewacher nötig hat, weil ich sagen könnte, daß allüberall Kippah-Träger gemächlich spazieren gehen können, daß Juden-Beschimpfungen bei uns so verpönt sind, daß noch nicht mal der Dööfste auf sie verfallen könnte usw. usw.

- z.B. weil ich sagen könnte, daß das Parlament seine unsägliche Marmara Resolution widerruft, daß Merkel sich bei Netanyahu entschuldigt, daß die Polizei grundsätzlich alle IsraelFahnenSchwenker beschützt, so wie es die Kalifornische Polizei ganz selbstverständlich mit Jung-Daniel tat und so vieles mehr

mit Recht stolz auf die Gegend sein zu können, in der man zu Hause ist, muß ein schönes Gefühl sein und ich hätte es gern.

36. yael1 - März 30, 2011, 18:04

Silke, meine Neffe ist zwar Berufsoldat, aber er kann sich nicht aussuchen wohin er geschickt wird. Wahrscheinlich wird es Afghanistan, evtl. auch der Kosovo. Aber soviel ich weiß, kann er es sich nicht aussuchen wohin er geschickt wird.

37. yael1 - März 30, 2011, 18:12

PS: Ich muss hinzufügen, dass er nicht bei der direkt kämpfenden Truppe ist oder wie sich das nennt, sondern arbeitet im organisatorischen Bereich bei der BW. Dort wird er nämlich, im Unterschied zu seiner früheren Arbeit, wesentlich besser bezahlt, er wird dort auch besser und weiter ausgebildet. Natürlich muss er für seine Tätigkeit Offizier werden, nächstes Jahr im Januar hat er seine zwei Jahre zur Offiziersausbildung abgeschlossen.

38. boxi - März 30, 2011, 18:32

“Dort wird er nämlich, im Unterschied zu seiner früheren Arbeit, wesentlich besser bezahlt, er wird dort auch besser und weiter ausgebildet.”
mit was soll die bundeswehr die leute auch sonst locken. freundlicher umgang ist bei all den skandalen der letzten jahre ja auch nicht überall verbreitet.

“Aber soviel ich weiß, kann er es sich nicht aussuchen wohin er geschickt wird.”
stimmt, soweit ich weiß. das eine(auslandseinsatz) kommt halt mit dem anderen (verpflichtung) und das muss jeder für sich entscheiden, ob er/sie das kann oder eben nicht.

39. yael1 - März 30, 2011, 18:46

Das Problem ist, dass ihr nur Skandale mitbekommt, aber nicht das tägliche Leben, so entstehen eben eure unsäglichen Vorurteile und die finde ich zum Kotzen.
Natürlich ziehen Jobs und bessere Bezahlung, denn wo bekommst du denn heute noch einen sicheren und gut bezahlten ähnlichen Job in der freien Wirtschaft?

40. boxi - März 30, 2011, 19:05

“Das Problem ist, dass ihr nur Skandale mitbekommt, aber nicht das tägliche Leben, so entstehen eben eure unsäglichen Vorurteile und die finde ich zum Kotzen.”
wer ist denn euch? und bei so manchen skandal kann sich die bundeswehr auch ruhig selbst an die nase fassen. aber immerhin hat sich innerhalb der letzten jahre viel verbessert.
grundsätzlich finde ich es aber schade, dass man über die arbeit der bundeswehr so wenig erfährt. wir haben ja auch soldaten in anderen ländern als in afgahnistan, aber wer berichtet darüber schon. fast könnte man den eindruck bekommen, die medien würden über die bundeswehr ähnlich wie über israel berichten. wenn es etwas negatives zu berichten gibt schreien sie alle laut auf, die vielen positiven sachen gehen dabei unter…

für mich würde die bundeswehr auch mit “netten mitarbeitern” (die es zweifellos gibt) nicht infrage kommen, genauso wie ich niemals als polizist arbeiten würde, ebenso wenig als beamter oder ähnliches. aber es gibt ja zum glück menschen, die das anders sehen.

41. yael1 - März 30, 2011, 19:32

Die Skandale werden zumindest aufgedeckt, deshalb ist es gut, dass es einen Bundeswehrbeaufragten gibt und ähnliche Kontrollinstanzen. Die BW ist ja genauso ein Spiegelbild der Gesellschaft wie andere Institutionen bzw. deren Mitarbeiter.
Ich persönlich würde auch nicht zur BW gehen, ich könnte mit diesen Kommandos und Befehle schon nicht gut umgehen. Aber ich bin froh, dass es sie gibt, genauso wie ich froh bin, dass es Menschen gibt, die Polizisten sein wollen. Denn schließlich sind wir es, die die Polizei rufen, wenn uns etwas passiert. Und denen bin dankbar dafür sein, dass sie diesen sehr schwierigen Job machen.
Warum die Medien wenig berichten, weiß ich auch nicht, wahrscheinlich denken sie, das würde die Menschen nicht interessieren. Außerdem sind bad news immer die, die Quoten und Aufmerksamkeit bringen. So läuft das leider.

42. Silke - März 30, 2011, 20:32

also ich habe mal einen sehr guten Bericht gelesen über den Dienst in Sachen Piratenwacht irgendwo da unten ich glaube es war Djibouti – das Problem bei Berichten übers Militär ist aber nun mal leider, daß da vernünftigerweise keine Details drin stehen sollten, die Angreifern das Leben leichter machen könnten.

Frage an boxi:

ich nehme an, daß Du doch gewisse öffentliche Einrichtungen nutzt? Nun dann solltest Du auch die Leute, die daran arbeiten, daß es sie gibt, nicht gering schätzen.

Denn diese Einrichtungen werden ziemlich oft von Steuergeldern finanziert, die ganz ganz fiese Finanzbeamte unsereinem aus der Tasche ziehen. Beamter, Polizist, Soldat alles höchst ehrenwerte Berufe. Richter sind z.B. Beamte und soweit mir bekannt ist das gut, weil es ihre Unabhängigkeit garantieren hilft.

Übrigens kann ich mich aus meinem langen Berufs- und Privatleben nur an einen einzigen Finanzbeamten erinnern, der mir bescheuert erschien und zu dem hatte ich nur indirekt Kontakt. Ansonsten kenne ich selbige sowohl privat als auch beruflich als überwältigend hilfsbereit und kenntnisreich. Polizisten habe ich praktisch auch nur nette kennengelernt. Und was Soldaten anlangt – ich glaube die meisten Stützpunkte veranstalten Tage der Offenen Tür. Bei den Amis bin ich mal bei so nem Auftrieb gewesen. War richtig nett. Warum bin ich noch nie zur Bundeswehr gegangen? Ich glaube, das sollte ich bei nächster Gelegenheit machen.

Falls jemand so etwas etwas abgewinnen kann, hier hat mich Paul Kirchhoff überzeugt, daß Steuerzahlen der für Freiheit zu entrichtende Preis ist und auch sonst ne Menge Kluges gesagt.

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kulturfragen/1217332/

43. boxi - März 30, 2011, 21:06

@silke… natürlich nutze ich gewisse öffentliche einrichtungen und die menschen die dort arbeiten schätze ich auch. ich schätze auch polizisten, beamte und soldaten, auch wenn ich gerade an der bundeswehr & polizei genug kritikpunkte habe. aber dafür kann am wenigsten die einzelne person etwas dafür.
wie gesagt, ich schätze jede person, die die arbeiten macht, die ich mir selbst nicht vorstellen kann. und meine steuern bezahle ich nebenbei auch gerne:)

44. willow - März 31, 2011, 8:21

“für mich würde die bundeswehr auch mit „netten mitarbeitern“ (die es zweifellos gibt) nicht infrage kommen, genauso wie ich niemals als polizist arbeiten würde, ebenso wenig als beamter oder ähnliches. aber es gibt ja zum glück menschen, die das anders sehen.”

Ja, schon klar, irgendein “Bekenntniss für diesen Staat” ist äußerst unpopulär – aber ganz laut jammern und schreien, was der Staat doch bitteschön leisten soll…

45. boxi - März 31, 2011, 12:48

@willow… “Ja, schon klar, irgendein „Bekenntniss für diesen Staat“ ist äußerst unpopulär – aber ganz laut jammern und schreien, was der Staat doch bitteschön leisten soll”
keine ahnung warum, aber sie schließen auf etwas, was so nicht stimmt. ich mache halt dafür arbeiten, die andere nicht gerne machen wollen (schlechte bezahlung, schlechtes ansehen..), wo ist das problem? verurteilen sie auch die leute, die meine arbeiten nicht leisten wollen?

auf der anderen seite… wie oft musste ich allein in den kommentaren in diesem blog lesen, wie doof hier in deutschland “alles” ist, von den menschen, medien, politikern. und nein, ich sehe es gar nicht so schlimm, fühle mich diesem land aber nicht mehr verbunden, als das ich hier geboren bin. ich verrichte meine arbeit, bezahle meine steuern, helfe im lokalen kiez, gehe wählen, … ob das genug ist, keine ahnung. ob nun populär oder nicht, ich bin kein freund von diesem system, von diesem land mit seiner geschichte. aber muss ich das denn? und wenn ja, warum?

46. Lila - März 31, 2011, 13:16

Boxi, erzähl mal von Deiner Arbeit, interessiert mich. Schlechte Bezahlung, schlechtes Ansehen – das klingt sympathisch. Trifft auf einige wirklich schöne Berufe zu.

Ich sehe da auch kein Problem dran, sich von manchen Institutinonen isoliert zu fühlen.

Menschen sind überall gleich doof, Medien auch, Politiker auch. Da nehmen sich glaube ich die verschiedenen Länder nichts. Mal ist man mehr in Meckerlaune und es nervt einen, mal kann man drüber lachen.

Arbeiten, Steuern zahlen, sich lokal engagieren und wählen – damit erfüllst Du Deine Bürgerpflichten.

Nationalstolz muß nicht sein – ich sehe das so wie Familienstolz, den manche haben. “Ja, das ist ein echter Müller” :-) Wenn man auf das Kollektiv, zu dem man ohne eigenes Zutun gehört, stolz sein kann, ist das schön. Aber notwendig ist es nicht, so lange man vom Kollektiv auf Dauer nicht mehr erwartet, als man selbst zu geben bereit ist.

Und nicht nur als Beamter, Soldat oder Polizist kann man nützliche Arbeit leisten. Da stimme ich Boxi mal ausnahmsweise :-D zu.

47. boxi - März 31, 2011, 14:30

arbeite mit schwerst-mehrfach behinderten menschen (sprich: 2 können sprechen, 1ne laufen (dafür blind, verhaltensaufällig, psychose,autist), 4 mit sonde, 5 mit katheter, 2 mit atmungsgeräten, 2 autisten und das in kombination).

danke, dass ich meine bürgerpflichten erfülle. :)

mit dem nationalstolz ist es halt so eine sache, zuviel davon birgt auch gefahren, vorallem wenn dieser mit nichts “untermauert” ist. es gibt da einen spruch von schopenhauer, der es ganz gut beschreibt: “Jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz seyn könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu seyn.”

auf die nation stolz sein des stolzes willen, halte ich halt für seltsam und auch gefährlich. wenn dieses kollektiv aber wirklich etwas geleistet hat, warum nicht.

48. willow - März 31, 2011, 14:30

“ich bin kein freund von diesem system, von diesem land mit seiner geschichte.”

Nun, so in etwa hatte ich mir das vorgestellt…

49. willow - März 31, 2011, 16:07

“Und nicht nur als Beamter, Soldat oder Polizist kann man nützliche Arbeit leisten. Da stimme ich Boxi mal ausnahmsweise :-D zu.”

Völlig Richtig! Sieht man ja auch an mir :-D – aber dieses “ich bin gegen alles” ist sooooo typisch für weite Teile unseres Landes…

50. boxi - April 2, 2011, 11:44

@willow… ich versteh nicht, warum sie eine andere haltung zu diesem land so negativ bewerten. ich kritisiere ihr verhältnis zu diesem land doch auch nicht. warum können denn beide ansichten nicht richtig sein?

und wer redet denn hier von “ich bin gegen alles”? immerhin beschwere ich mich nicht wie sie, dass es menschen gibt, die nicht meiner meinung sind. man.


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