Secundus März 5, 2011, 11:46
Posted by Lila in Kinder, Uncategorized.trackback
Ich kann immer nur kleine Ausschnitte von dem, was Secundus mir erzählt, weitererzählen, aber manchmal wünschte ich mir, ich könnte einfach nur aufnehmen, was er so erzählt, und es so veröffentlichen. Es ist sehr interessant. Wenn er einmal in Schwung gerät, dann erzählt er richtig viel und gibt mir ein sehr aufschlußreiches Bild von dem Leben, das jetzt seins ist, und das ihm gut gefällt, trotz der Härten oder gerade deswegen.
Er ist ja jetzt auf Har Dov stationiert, in einem der vielen kleinen Posten die Grenze entlang – Gladiola, Dalia, Hadas, Lilach, sie tragen alle Blumennamen. Das Gelände ist unübersichtlich, und nicht erst seit der Geschichte mit den drei dort gekidnappten Soldaten ist es einer der gefährlicheren Punkte an der Grenze. Rund um die Uhr sind die Soldaten in Bereitschaft, was auch bedeutet, daß sie Uniform und Stiefel nicht ablegen und nicht sehr oft duschen.
Secundus flachst, als er mir erzählt, daß er in Stiefeln schlafen geht, aber ich verziehe keine Miene. Y. hat mir genügend vom Dienst in der Infanterie erzählt – ich weiß, daß der schwerer ist als Primus´ Luftabwehr mit ihren Fitneß-Studios und DVD-Abenden. Ich weiß auch, daß Secundus immer schon gern schwer gearbeitet hat – im Schulzoo hat er geschuftet, im Internat alles gegeben, damit jede Aufführung, Party oder andere Aktivität ein Erfolg wird, und an seine eigene Bequemlichkeit denkt er gar nicht.
Er erzählt mir auch, was mich nicht überrascht, aber besorgt – daß von Zeit zu Zeit eine Gruppe Männer auftaucht. Zivilkleidung, fetter Mercedes, riesige Feldstecher und grimmige Visagen. Die bauen sich auf der libanesischen Seite auf, keine 100 Meter von den Jungens entfernt, und betrachten sich die Posten der israelischen Armee genau. Wer mag das wohl sein?
In Sichtweite der israelischen Posten sind sowohl die UNIFIL als auch die libanesische Armee stationiert. Sie können sich alle gegenseitig in die Feldstecher gucken. Was sagen die zu den “Zivilisten”, die die Grenze in Augenschein nehmen? Das wissen wir nicht. Mich besorgt das mehr als die Stiefel im Schlafsack, aber ich kann wieder nichts sagen, wenn ich nicht Secundus´ Erzählung stoppen will. Ich sage nichts.
Secundus ist begeistert von seinem neuen mem-pe (mefaked pluga – Kompanieführer?), und nach den Bildern in der Zeitung zu urteilen, die die letzte Übung von Secundus´Kompanie begleitet und veröffentlicht hat, sieht er sehr nett aus. Sehr jung, und ich hoffe, vorsichtig, verantwortungsbewußt und kompetent.
Was er erzählt, klingt gut. Zum Beispiel war ein Soldat, der viele Probleme gemacht hat – und der mem-pe hat ihm einen verantwortungsvollen Posten gegeben, in seiner Nähe, und ihm einen Vertrauensvorschuß geschenkt, den nicht jeder aufgebracht hätte. Der Soldat hat sich bewährt und sehr positiv entwickelt. Einzelheiten kann ich natürlich nicht erzählen, aber diese Art, Probleme zu lösen, gefällt mir sehr.
Ähnlich wurde einem Soldaten geholfen, der mit großer Motivation dabei war, bis sein Profil heruntergestuft wurde, aus Gesundheitsgründen (ein akutes Problem mit Langzeitauswirkungen). Als “Kämpfer” durfte er nicht mehr eingesetzt werden, aber die Nahal-Brigade bot ihm an, einen Kurs als Koch zu machen und bei seiner alten Kompanie zu bleiben. Der Soldat, halber Südamerikaner, stellte sich als Naturtalent heraus und macht nun ausgezeichnetes Essen. “Ich mag das ganze Zeug ja nicht, Salate und Avocado und so gesunde Sachen, aber die meisten finden das sehr lecker”, meinte Secundus. Er sagt auch, es ist schon ein running gag bei ihnen, daß das Essen immer besser wird, je höher auf dem Berg der Posten liegt. Sein Posten ist der dritthöchste, also phantasieren die Jungens über das Essen oben auf dem Gipfel. Aber sie sind zufrieden, der Koch ist zufrieden, und er durfte an der Front bleiben und genießt hohes Ansehen bei der ganzen Kompanie.
Und auch die Geschichte von dem “einsamen Soldaten” gefiel mir. Es gibt ja viele Soldaten in Israel, deren Familien im Ausland leben und die als “einsame Soldaten” ein paar Vorrechte haben, was sie aber nicht wirklich dafür entschädigt, mit allem allein klarzukommen. (Viele Familien in Israel adoptieren solche Soldaten, und ich würde es auch gern tun, kann es aber im Moment aus vielerlei Gründen nicht). Als Secundus und seine Kollegen einen neuen Ausguck aus Sandsäcken errichteten, der im Laufe der Zeit zu einem festen Mini-Posten ausgebaut werden wird, war sofort klar, wie sie ihn nennen – nach dem “einsamen Soldaten” der Kompanie. Und der war sehr stolz, daß es jetzt den Punkt Shahori I auf der Karte gibt.
Sie sind ein gutes Dutzend Jungens da oben. Wie alle meine Kinder hat auch Secundus ein gutes Auge für Naturschönheiten, und wie sein großer Bruder füllt er sein Photo-Handy nicht nur mit Blödelbildern von den Freunden, sondern auch mit Wolken, Regenbogen und Sonnenaufgängen. Er erzählt mit Begeisterung, wie schön es ist, wenn sie oben auf dem Berg runtergucken auf die Wolken im Tal, und wie ein heftiger, plötzlicher Schneefall alle in schneeballwerfende Kinder verwandelte.
Er erzählt aber auch, daß ständig Übungen stattfinden – sowohl Übungen speziell für ihn, den Sani, aber auch Übungen für alle. Einmal wurde Alarm gegeben, “Feind dringt in Posten ein”, und Secundus überhörte das Codewort, das anzeigt, daß es nur eine Übung ist. Er tat sofort alles, was man ihm für diesen Fall beigebracht hatte, und das ohne Schrecksekunde. Er hat das Gefühl, gut ausgebildet und gerüstet zu sein, und ich habe nicht zu bedenken gegeben, daß man das erst nach dem Ernstfall weiß, nicht vorher. Denn ich hoffe, der Ernstfall tritt nicht ein.
Auch seine Aufgabe als Sani erfüllt er vergnügt. Er achtet darauf (eingedenk der Moritat von Dudu und dem Salat), daß alles hygienisch sauber ist, er kontrolliert Wasser, Lebensmittel und sanitäre Einrichtungen. Als ein Soldat mit einem Magen-Darm-Virus krank wurde, verhinderte Secundus die Ausbreitung des Virus. Er schnappte sich drei Kollegen und einen Kanister Desinfektionsmittel, reinigte alle Toiletten und Duschen und desinfizierte sie, teilte die Toiletten auf in Durchfall-Toiletten und Toiletten für Gesunde, gab allen grundlegende Anweisungen über Hygiene und kümmerte sich um den Kranken.
Stolz erzählte er, wie der Kranke Angst vor der Infusion hatte, weil er so schwierige Venen hat – und wie Secundus die Kanüle auf Anhieb und schmerzfrei an die richtige Stelle setzte. Der Soldat erholte sich und niemand anders wurde krank. Secundus telefonierte auch mit seinen medizinischen Vorgesetzten, um sicherzugehen, daß er nichts übersieht – insgesamt konnte ich nur staunen über die Sicherheit, mit der er agiert. Er verbirgt auch nicht, wenn er sich unsicher fühlt, er strunzt nicht – vielleicht weiß er selbst gar nicht, was für ein positives Bild im Zuhörer entsteht.
Er saß lange bei mir und erzählte mit großer Anschaulichkeit. Für einen Moment erinnerte ich mich wieder an die Zeit, als er zwölf, dreizehn Jahre alt war und mir mit gleicher Freude vom Zoo erzählte, von Tikki und Ephraim, den Ziegen, und I-Ah, dem Esel. Ich bewundere seinen Einsatz, seinen Fleiß, seine seelische Stärke. Alles, was er mit Stolz und höchstens ironischem Abstand erzählte, hätte man ohne weiteres in eine Jammer-und-Klage-Saga verwandeln können. Das tut er nicht.
Ich hoffe, daß es ruhig bleibt da oben, daß die Hisbollah stillhält und vielleicht die Verwerfungen in der arabischen Welt doch zu einer friedlicheren Lage führen. Ich hoffe, daß Ahmedinjads Macht schwindet (obwohl ich weiß, daß es nicht so aussieht, und daß die Schiiten überall unruhig werden), daß Syrer und Hisbollah sich beruhigen und ein stabiler Status quo gegenseitiger Duldung eintritt. Dazu kann ich persönlich nichts beitragen, außer intensiven Gebeten, positiven Energien oder wie man es nennen mag.
Und am Wochenende, wenn wir Secundus hier haben, dann können wir ihn mit Schokolade, Steaks, Fußmassagen und Anerkennung verwöhnen. Damit er Kraft hat für die nächsten zwei Wochen. Immer abwechselnd Wachen und Bereitschaft, Wachen und Bereitschaft. Bei ihm kommen noch die Sani-Aufgabendazu. Ein harter Dienst.
(Alle Bilder aus der Israel-Hayom-Reportage über Secundus´Kompanie)
Kommentare
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Beeindruckender Artikel, Lila. Ich hoffe für Euch, dass Deine Hoffnungen erfüllt werden.
Danke. Die Bilder sind übrigens von der “Krieg-Woche” im Gelände, als Secundus so gehustet hat und ich so furchtbare Sorgen um ihn hatte. Schade, daß in der Internetausgabe das Bild nicht dabei ist, auf dem man Secundus sieht.
Lila, danke für einen weiteren interessanten Bericht. Zwei Jahre Wehrdienst sind eine lange Zeit. Andererseits habe ich den Eindruck, dass deine Söhne daraus einiges an Erfahrungen gewinnen, die ihnen auch in an anderen Lebensbereichen hilfreich sein werden. Es ist einer der Gründe, weshalb ich grundsätzlich eine Dienstpflicht für sinnvoll halte (wobei es allerdings auch wichtig ist, wie diese ausgestaltet wird – da bieten 2 Jahre mehr Möglichkeiten als 6 Monate).
Alles Gute und viele Grüße an deine “Helden”
Naja, Mibu, soweit ich weiß haben die Jungs 3..
und Frauen “nur” 2.
Richtig, da sind wir einmal mehr einer Meinung. Ich finde auch, daß junge Menschen zwei Jahre für die Gemeinschaft, in der sie leben, drangeben können – besonders, weil sie dadurch viel lernen. Nicht nur junge Männer, sondern auch junge Frauen. (Daß bei Frauen wegen biologischer Uhr die Zeit kürzer bemessen wird, halte ich für vertretbar).
Drei Jahre aber finde ich schon sehr lang. Sie gehen zwar recht schnell vorbei, aber es ist doch ein Happen in der Biographie.
Es war interessant, mit meiner Mutter darüber zu sprechen, die einerseits als deutsche Oma instinktiv sagt “die armen Kinder, schick sie mir nach Deutschland!”, aber andererseits beeindruckt war, was die armen Kinder alles lernen, wenn man sie eben nicht als arme Kinder, sondern als fähige junge Erwachsene behandelt.
Mir macht nur die Risikobereitschaft dieser fähigen jungen Erwachsenen Bauchschmerzen.
Und wir sind uns bestimmt wieder einig, wenn ich sage: ich wünschte, die Welt wäre so friedlich, daß es reichte, den Dienst an der Gemeinschaft in Kinderdörfern, Heimen, Altenheimen und Pflegestationen abzuleisten.
“Und wir sind uns bestimmt wieder einig, wenn ich sage: ich wünschte, die Welt wäre so friedlich, daß es reichte, den Dienst an der Gemeinschaft in Kinderdörfern, Heimen, Altenheimen und Pflegestationen abzuleisten.”
Oh ja! Aber leiderleider…
So weit mir bekannt ist, sind Dienstleistende in all den hübschen friedlichen Stationen, in denen ihr sie so gern sehen wollt, verantwortungs- und oder führungsmäßig nicht gerade doll gefordert, weil sie da doch Subalterne des Fachpersonals sind und sein müssen.
Ich denke, da hat Secundus Dienst wie beschrieben entschieden mehr zu bieten und ist locker auf der Ebene, wie ich mir den Job einer Jugendherbergsmutter vorstelle.
In einem Punkt stimme ich zu, es wäre schön schön schön, wenn das mit dem von außen aufgezwungenen körperlich und auch sonst mutig sein müssen runter, runter, runtergefahren werden könnte.
Ach Silke, es muß dieses gräßliche Zeugs sein – Testosteron? Man kriegt die jungen Kerle einfach nicht gestoppt. Primus ist schon viel entspannter, aber Secundus, habe ich das Gefühl, wartet nur darauf, daß da oben ein bißchen Ärger ist… Guck Dir nur an, wie die jungen Männer autofahren. Risiko, Risiko, Risiko – und die Illusion der eigenen Unsterblichkeit. (Nicht als ob junge Frauen nicht auch Risikoverhalten zeigten – nur eben nicht im Wunsch, ein paar Hisbollah-Männern mal richtig eins mit krav maga auf die Fresse zu geben – ÄCHZ).
Die israelische Armee hält nur in den ersten drei Monaten die Rekruten in Distanz zu ihren Vorgesetzten. Am Ende der Grundausbildung steht die wilde Party, bei der die Distanz gebrochen wird. Ab da gibts kein Straummstehen mehr, kein “Jaowohl, Commander” oder ähnliches. Alle nennen sich beim Vornamen, alle blödeln miteinander, es herrscht Respekt, wie Secundus seinen mem-pe respektiert, weil der Ältere sich das verdient hat, aber nicht reiner Rang-Respekt.
(Hab ich bei der Gorch-Fock-Krise was zu geschrieben, schon nicht mehr aktuell, hätt ich es mal veröffentlicht!)
Und die jungen Leute kriegen sehr viel Verantwortung, auch viele junge Frauen bei der Armee. Einerseits gut, andererseits ist der Preis, den sie dafür zahlen, manchmal sehr hoch.
Ich bin und bleibe ambivalent. Ich bin natürlich sehr stolz, aber habe auch oft Bange, besonders in langen, stillen Nächten. Oh Gott, wo hab ich meine Herzkinder nur reingeschickt?
Was den Zivildienst angeht: kann ich nicht beurteilen. Mein erster Freund war Rettungssanitäter (schon als Schüler hat er bei den Maltesern angefangen) und hatte sehr viel Verantwortung. Er hat es auch sehr, sehr gut gemacht. War aber auch ein besonders feiner Kerl.
Hallo Lila,
vielen Dank für diesen Bericht.
Im Gebet bin ich bei Euch.
Mir ist so richtig bewusst gworden wie friedlich und unbeschwert ich hier in Deutschland leben kann. Diese Ängste und Sorgen um meine Kinder sind mir Gott sei Dank erspart geblieben.
Meine Hochachtung vor den Israelis steigt immer weiter an. Ich bewundere Eure Tatkraft und Leidensfähigkeit. Schon seit langem bete ich auch inständig für Frieden und Aussöhnung zwischen Euch und den Plästinensern.
Schalom Schabbat und der Friede sei mit Euch.
Lila
mit dem Teil fühle ich von ganzem Herzen mit Dir …
Anfang der 70er im Mai/Juni konnte es einem auf einer der griechischen nicht Haupttouristeninseln sehr leicht passieren, daß man abends an der Bar neben US Navy zu sitzen kam und wie die davon träumten, sie würden nu mal endlich ein Russian Submarine zusammenballern dürfen … ich weiß, aber obwohl ich von Natur ein wenn-sie-aufhören-iss-gut bin, würde ich an der Grenze vermutlich auch nur zu gern mal ne Gelegenheit kriegen, denen den Baum-kürzer-machen-Mord heimzuzahlen. Ob es Testosteron oder mein Rest-Östrogen ist, ich glaube, meine Hemmschwelle wäre ziemlich niedrig.
und Sorgen machen, ich weiß nich, wie Ihr Mütter das aushaltet mit Gilad als dauernder leibhaftiger Erinnerung vor Augen. Nicht zuletzt das Leiden dieses jungen Mannes läßt mich sofort auf Attacke schalten, wenn einer dieser Relativierer auftaucht.
Meine Kollegen vom Werksarzt, die Rettungswagen fuhren, denen hätte ich mich jederzeit auf Gedeih und Verderb ausgeliefert, aber die waren keine Zivis, die waren voller Leidenschaft. Und als in nem heißen Sommer bei meinem HNO einer im zweiten Behandlungszimmer dem Jungarzt umkippte, da stand der bleich und hilflos in der Tür während meiner schon selber ne Bahre herbeigezaubert/kommandiert, den Patienten drauf und mit dem aufm Weg zum Aufzug war, wo ihm die Sanis entgegenkamen (die Praxis war im krankenhaus). Sein Verhalten kam mir so angemessen und gekonnt vor, daß ich gefragt habe und ja er war als Student Rettungswagen gefahren. Wieder ein realer Grund mehr, warum ich recht hatte, ihn von Anfang an so vertrauenswürdig zu finden.
Mein Groß-Land-Tierarzt war mit ner Ärztin verheiratet und seinem Baby mußte Blut (an der Ferse) abgenommen werden. Der örtliche Arzt traute sich nicht, das ginge nur im Krankenhaus. Ich weiß nich, ob sie es dann selbst gemacht oder doch ins Krankenhaus gefahren sind. Der Tierarzt sah darin jedenfalls einen Niedergang, weil er annahm, daß die einfach die manuellen Fertigkeiten, die es dafür braucht, nicht mehr lernten.
Du hättest ihn mal ne Vene in der Pfote einer widerborstigen Katze finden sehen sollen, die ich endlich im “Würge”griff hatte und wo das der einzige Teil war, wo er gut rankonnte. Wie nix als sei die Menschenvenendick und seine Normalkunden waren Kühe und Schweine. Und später als seine Söhne größer waren, ging er dazu über, was immer die hatten, selber zu nähen. Irgendwas läuft nich gut auf der Nahtstelle zwischen Handfertigkeit und Academia.) Und deswegen so groß der Zeitverlust für Eure jungen Männer auch sein muß und so gruselig das mit der realen Gefahr ist, Dein Secundus hört sich an, als werde er am Ende ein wesentlich kompetenterer Mann sein als seine Altersgenossen mit ihren bis dahin schon 3 Jahre Uni. Die drei Jahre wird er hoffentlich dank seiner besser ausgeformten Ellenbogen, seines besser verwurzelten Selbstwertgefühls, seiner unendlich reiferen Sinns für Verantwortung usw usf locker aufholen. Außerdem hoffe ich natürlich daß der Dienst ihm mindestens soviel Vitamin B verschafft, wie es Burschenschaften für Nurstudenten angeblich immer noch tun.
Und weil ich’s gerade eben erst gehört habe (der Inhalt ist auf Blogs schon diskutiert worden) hier ist Tony Blair am 5. Oktover 2010 – so kann ich balanced view akzeptieren (obwohl ich glaube, daß ihn sein Nordirlanderfolg sich selbst überschätzen läßt) Leider konnte ich kein Nur-Audio von dem Auftrieb mehr finden. Das anschließende Gespräch zwischen Blair und Satloff zeigt nämlich besonders schön einen Interviewten, der MIT dem Interviewer redet.
http://www.tonyblairoffice.org/speeches/entry/washington-institute-for-near-east-policy-2010-scholar-statesman-award/
Daumen hoch.
Ja, schöner Bericht, sehr Interessant.
Aber wo ein ’ja’ ist folgt bei aufmerksamen deutschen Lesern auch immer ein ’aber’ nach dem Komma.
Ich fang dann nochmal an.
Ja, schöner Bericht, sehr interessant, aber warum mag Secundus keine Salate und so gesunde Sachen? Was mag der scheinbar geschmackssensible Sohnemann denn stattdessen? Extrawünsche? Laß mich raten. Doch nicht etwa Ravioli aus der Dose und Spaghetti mit Ketchup? Bitte nicht. Wieso denn? Reicht doch eigentlich, wenn sich die Kindsköpfe solche Essens-Sünden zum Geburtstag wünschen dürfen.
Wie auch immer, liest sich trotz aller Lobhudelei so, als wäre die Erziehung bei Secundus in Sachen Ernährung eher suboptimal gewesen. Eigentlich kein wirklicher Grund, ums stolz zu sein, wenn man genau ist.
Aber ich will mich nicht einmischen. Wollt das mal nur sagen. Geht mich ja nichts an.
Wär’ mir aber nicht passiert, wenn man genau ist. Da hilft zu Hause pädagogisch geschickt meist ein strenges Regiment mit ordentlich Salaten und so Zeug. Immer und immer wieder, auch wenn den Nachwuchs immer und immer wieder meutert. Na und, soll er doch, ändert ja nichts. Chef bleibt Chef und Chefkoch.
Nun Jack, was “gesunde Ernährung” ist, darüber gehen die Meinungen seeeehr weit auseinander. Mittelmeerdiät!?
“„Schonend garen“ – sowas hat man im Süden Europas noch nie gehört. „Die mediterrane Küche beinhaltet so ziemlich alles, was deutsche Ernährungsexperten strikt ablehnen“, weiß Udo Pollmer vom Europäischen Institut für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften.
„Als Aperitif ein Gläschen Pastis oder Ouzo. Morgens ein knappes, süßes Frühstück. Mittags statt einer Schüssel Rohkost eine Zwiebelsuppe, überbacken mit fetten Käse, dazu etwas Weissbrot. Als Hauptmahlzeit am Abend schließlich saftiges Fleisch vom Grill, natürlich schön durchwachsen. Das butterweiche (sprich totgekochte) Gemüse schwimmt seit Stunden im Olivenöl und ist kräftig gesalzen. Dazu eine Flasche Retsina, Rioja oder Beaujoulais.“
Das positive Lebensgefühl macht den Unterschied
Salz, Fett, Fleisch und Alkohol satt, Gemüse ohne Vitamine und das alles oft noch spät in der Nacht – und trotzdem sind die Südländer schlanker und gesünder als wir gesundheitsbewussten Deutschen. Das offene Geheimnis dabei: der Nährwert ist erst in zweiter Linie wesentlich – die Lebensart, die Einstellung, die Psyche sind viel wichtiger.
Unsereins aber ist in der Wolle noch immer preussisch gefärbt: Strenge und Pflicht sind hui, Spaß, Genuss und Vergnügen pfui. Wir sind ein Leben nach Regeln und Vorschriften gewohnt, auch beim Essen: dies macht dick, das ist ungesund, jenes soll man ganz lassen, und die Informationen darüber, was der Körper braucht, entnehmen wir Nährwerttabellen statt den eigenen Bedürfnis-Signalen.”
http://www.faz.net/s/Rub9F27A221597D4C39A82856B0FE79F051/Doc~E4907FFFFBB2D460B8591C45768C81707~ATpl~Ecommon~Scontent.html
oder auch
http://www.lendenmann.org/arbeitsproben/vgs/archiv/01_07_archiv/mittelmeerdiaet.htm
@Silke (#7,1) Ich erzähle dir bei Gelegenheit gerne mal, was (damals noch) 20 Monate Zivildienst in einem Kinderkrankenhaus jenseits von Halma-Spiel mit Armbruch-Kindern bedeuten, im Schichtdienst; was es heißt, mit misshandelten, missbrauchten Kindern umzugehen, oder mit behinderten und schwerstkranken Kindern (was sie nicht vor Misshandlung geschützt hat), die man dann über Wochen oder Monate in den Tod begleitet. Oder Kinder, die mit zerschossenem Gesicht aus Pakistan eingeliefert wurden. Oder Kinder, denen im Drogenrausch Domestos gefüttert wurde, Kinder, die nicht mehr lachen, weil sie nichts zu lachen haben, aber auch nicht weinen können. Kinder, die Erwachsenen nicht mehr trauen (also auch Pflegern, Zivis, Ärzten, Therapeuten nicht), weil sie schlicht noch nie gute Erfahrungen mit Erwachsenen gemacht hatten. Kinder, die zu sterben beschließen.
Das aber nur als Randbemerkung. Ich glaube, dass es in allen Bereichen solche gibt, die einen jungen Menschen fordern, oder eben auch nicht. Welchen Bereich sich ein junger Mensch sucht und wie er sich dann bewehrt, hängt ganz bestimmt sehr auch davon ab, wie er in seinem bisherigen Leben geprägt wurde. Dass Lilas Kinder es also gut machen werden, davon gehe ich relativ sicher aus.
Lila, Danke für die Einblicke in eine für mich als Ex-Zivi fremde Welt. Ich hab vor deinen Kindern großen Respekt und hoffe wirklich sehr, dass sie brenzliche Situationen, wenn es die denn geben sollte, souverän und vor allem gesund durchstehen!
Erzähle nicht zuviele Details. Dein Sohn ist nicht auf einem Pfadfindererlebnisurlaub.
Muha, Jack.
Ja, Lila hat total versagt.
Aber ich mag auch keinen Salat. Außer Frucht. Was sagste nun?
Roithamer, der Artikel in Yisrael Hayom erzählt wesentlich mehr Details als ich.
Und was das Futter angeht: ja, ich habe komplett versagt. Wie eine Vegetarierin wie ich zu zwei Säbelzahntiger-Jungen kommt – ich weiß es nicht.

Hallo und Guten Tag Rungholt
mit mehr als grossem Interesse lese ich Deinen Blog, ich lebe in Tel Aviv und bin ehrenamtlicher Mitarbeiter der Israelis mitteleuropaeischer Herkunft. In Kuerze den Jeckes. Solltest Du lust haben an einem Ausflug in unser Museum in Tefen, d.h. direkt vor Deiner Haustuer teilzunehmen
so schreib mir bitte eine Mail.
Alles Gute und bitte bleib so wie Du bist
eran
Ach Lila, kannst du bei deinem “Kind”
irgendwelche Anzeichen von Fehl- oder Mangelernährung erkennen, wirkt er kränklich, träge oder antriebslos? Na also.
Er gehört ja möglicherweise zu dem glücklichen Menschen, die zuhören können wenn ihr Körper ihnen sagt, was “er braucht”. Ist ja irgendwie doch ein blöder “Zufall”, daß es bei weitem mehr männliche Säbelzahntiger als weibliche gibt, oder? Dafür ist bei den Mädels irgendwie die Roh- und Vollwertkost-Fraktion stärker… wer weiß
Ich finde es schön, daß uns Lila an ihrer Familie teilhaben lässt.
Ist der Säbelzahntiger nicht süß?
Danke willow
hier ist Pollmer regelmäßig bei dradio
– eine sehr gutes Gegen-Mittel, wenn mal wieder die Paniksäue durch die Medien getrieben werden. Gibt’s auch für die Ohren im Abo via iTunes und Pollmer ist ein ziemlich guter Sprecher
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/mahlzeit/
Piet
ich kenne die Geschichten aus Kinderheimen einigermaßen und ich kannte auch Leute, die dort gearbeitet haben.
Das ist nicht, worauf ich abstellen wollte – ich wollte auf das Funktionieren innerhalb eines Netzwerkes abstellen, also z.B. hast Du gelernt, wie man einen Verbesserungsvorschlag vor die richtigen Ohren und durchgesetzt bekommt? Hast Du gelernt wie man Konflikte innerhalb der Gruppe davor bewahrt, zerstörerisch zu werden? Hast Du es gelernt per Zufall oder war es Teil der ganzen Übung? Geschicktes Funktionieren innerhalb einer Hierarchie ist eine Kunst. (die mir weitgehend abgeht und die ich daher bei anderen rückhaltlos bewundere, bei den guten und bei den bösen, denn das Know-How ist das Gleiche)
Aber davon abgesehen, was hattest Du an Ausbildung, was an Begleitung, was an Kompetenzen i.e. wem konntest Du befehlen und wem mußtest Du gehorchen? Wen konntest Du dirigieren und wem warst Du hilflos untergeordnet? Mit anderen Worten wurdest Du gut vorbereitet in die Hölle geschickt und darin begleitet (soweit das überhaupt möglich ist) oder warst Du mehr oder weniger auf Dich allein gestellt?
Das Tigerchen ist janz schön dick und kräftig.
Aber (HAH!) der war zu spezialisiert auf gewisse Beute. Also pass bloß auf. Mal so ein Grashalm wäre nicht schlecht. Und ach ja, Raupkatzen oder so nehmen ja auch gern den Mageninhalt von Pflanzenfresserbeute mit.
(HRHR.) Lecker.
Wenn auf meiner griechischen Insel ein Einheimischer unvorsichtig gewesen war und unter Montezumas Rache litt, dann fütterte ihn Mama mit allem an gebratenem Fleisch und sonstigem fetten Nahrhaften, was der Markt hergab und was sie unter Anwendung von mütterlichster Gewalt irgendwie in den Leidenden hineinschaufeln konnte. Nix Cola und Salzstangen! Die paar Fälle die ich so mitbekam erholten sich genauso schnell oder schneller als die Zwieback und Kamillentee Behandelten.
Pollmerhat übrigens mal irgendwo behauptet, Fleisch sei das am leichtesten verdaubare Essen, mit anderen Worten, wie auch sonst üblich sind Männer einfach zu bequem
Mein Lieblingsessen ist übrigens Fleisch mit Crudités, also Möhren, Staudensellerie, Fenchel, Gurken usw. alles so wie’s kommt, also ohne all den Saucenfirlefanz.
Es ist auch einfach zuzubereiten. An Gemüse muß man sich erstmal abarbeiten, putzen und so. Fleisch geht schneller.
Fleisch ist vor allem gesund. Wenigstens, wenn es gesund hergestellt wurde.
noch ne Anmerkung zur Mittelmeerdiät
Angeblich bringt es ja das Olivenöl, doch in fast zwei Jahren habe ich in keinem Privathaushalt, in dem ich essen durfte (auch nicht bei nach Athen ausgewanderten) Olivenöl gekriegt. viel zu teuer, also zumindest die auf den nördlichen Inseln des Dodekanes sterben entweder rasend früh oder schaffen es ohne Olivenöl.
Was es für Öl war, weiß ich nich, die “eingeborenen” Haushalte hatten Beschaffungsquellen, die mir nicht zugänglich waren. Aber z.B. Cognac wurde namenlos vom Faß in ne mitzubringende Flasche verkauft (sehr leckerer Cognac, viel leckererer als Metaxa jedenfalls). Ich nehme an, mit Öl ging es ähnlich. Eins ist sicher, es war geschmacks- und aromafrei.
@Silke:
Oh je, Hierarchien… da war ich zugegebenermaßen nie gut. Das ist mein persönlicher Dickschädel (ich nenne es Individualismus), der zwar Notwendigkeiten anerkennt und größeres Wissen und Können respektiert (und dann eben auch gehorcht und tut; was im medizinischen Bereich eine schlichte Notwendigkeit ist), Kadavergehorsam aber nie gelebt hat. Was in einer Krankenhaus-Hierarchie manchmal schwierig ist, wo die Hierarchien und Hackordnungen stark ausgeprägt sind.
Nun war die gesellschaftliche Wirklichkeit zu der Zeit vielleicht auch eine andere: Als ich meinen Zivildienst machte (vor einem viertel Jahrhundert), war die Kriegsdienst-Verweigerung weder einfach, noch selbstverständlich, Zivis galten noch als „Drückeberger“. Und KDVer waren i.d.R. eher Leute, die ein unangepasst-individualistisches Weltbild teilten und schon deswegen nicht zum Bund gingen (nicht ‘blind gehorchen’ wollten, denn das war das gängige Bild — oder Klischee? — von Bundeswehr). Dies mag übrigens ein Unterschied zum Dienst in Israel sein, wo genau dieser Typus Mensch Teil der Einheit ist, nicht außerhalb steht.
D.h., die Zivis, die ich damals traf, waren in aller Regel selbstständige Menschen, die Dinge wie Netzwerk-Arbeit (damals nannte man das noch nicht so), Konfliktbewältigung, u.a. schon vorher gelernt und gelebt hatten, sei es in der Jugendarbeit (fast alle hatten ihren Betreuer-Schein und entsprechende Schulungen schon als Schüler durchlaufen), sei es in der politischen oder kirchlichen Arbeit. Gremienarbeit, „netzwerken“, das kannte ich alles schon.
Also: Als Zivis durften wir zwar, per Gesetz, diesen Dienst nicht zur Ausbildung verlängern, leider, aber natürlich wurden wir zu Beginn geschult (sowohl staatsbürgerkundlich als auch medizinisch) und haben mehr gelernt, als wir „im Job“ tatsächlich anwenden durften (ich kann Blutabnehmen, habe es gelernt, durfte es dann aber, wie die gelernten Schwestern übrigens auch, nie anwenden, das behielten sich stets die Ärzte vor). Befehlen durften wir natürlich nicht (wem auch, was? Wir haben später nur Praktikanten oder frische Lernschwestern mit angelernt), wir standen ein Stück weit außerhalb der Hierarchie. Im Pflegerischen innerhalb und folgten den Anweisungen der Leitung, fügten uns also in den Arbeitsalltag ein, haben die Freiräume darüber hinaus aber selbstständig genutzt und uns selbst aus der Hierarchie (Arzt->Stationsschwester->Schwester->Lernschwester) herausgenommen. Das führte in der Tat manchmal zu Konflikten, weil dies ein Luxus war, den sich angestellte Schwestern und Pfleger nicht leisten konnten — oder wollten, uns störte das i.d.R. aber nicht weiter.
Was den Alltag angeht, wurden wir alle relativ schnell mit der pflegerischen Wirklichkeit konfrontiert, wurden allerdings auch vom festen Personal begleitet und betreut. Niemand wurde mit seinem Kummer und seinen Gedanken allein gelassen, seelisch schwere Arbeiten wurden ggf. freigestellt oder zusammen mit dem Fachpersonal erledigt, mit Gesprächen und Hilfsangeboten hinterher. Und Veränderungen, soweit dies in einem Krankenhaus möglich war, wurden entweder selbstständig umgesetzt, einfach gemacht, oder mit denen besprochen, die es anging bzw. über die wir meinten, Dinge am Besten umsetzen zu können. Ich weiß gar nicht… das musste ich dort nicht lernen. Es war eine Fähigkeit, die wir mitbrachten, denke ich. Teambesprechungen gab es schon im Jugendzentrum, in den Schulgremien, etc., auch das „Kurzschließen“ mit Leuten, die hilfreich sein konnten. Das lief im Krankenhaus dann nicht anders.
Ob das die heutige Wirklichkeit noch trifft, das vermag ich aber nicht zu sagen.
NEIN zu Lila 21!
„Süß“, wenn ich das höre, könnt’ ich heulen vor soviel Ungerechtigkeit. Der arme Säbelzahntiger.
Das ist echt typisch Frau oder so. Fällt Euch nie was anderes ein? Wozu macht man sich als Mann eigentlich all die Mühe, wenn man anschließend gerade mal als süß bezeichnet wird, als ob man immer noch drei Jahre alt wäre. Das ist echt demütigend, da macht sich Frau anscheinend überhaupt keine Gedanken oder wenn, dann einen Spaß draus.
Laß demnächst doch bitte mal die Kirche im Dorf, nicht so wie ich. „It’s hard on a man’s ego.“ Hast Du dieses Leid denn noch nie von einem Mann gehört?
Oder wie Hoffmann § Hoffmann einst wehleidig sangen:
„Rücksicht, keiner hat das Wort gekannt …
… und Vorsicht, daß man den anderen nicht zerbricht.“
Oh,
da muß natürlich & statt § bei den Hoffmanns.
Einmal mehr vertippt.
Piet
Als Zivis durften wir zwar, per Gesetz, diesen Dienst nicht zur Ausbildung verlängern,
verstehe ich das richtig, daß die Erfahrungen, die Du da gemacht hast von offizieller Seite nirgendwo gewertschätzt, begehrt und gewünscht wurden?
Falls ja, verdammte Idioten!
In der Arbeitskräftemangelzeit (Ende 60er bis frühe 70er) waren mit die besten, die in Büros eintrudelten, Mütter nach der Babypause. Erstklassige durch nix erschütterbare Multitaskerinnen waren darunter und das bißchen Fachwissen, das lernten die bei ihrer Grundeinstellung von Bangemachen gilt nicht wie nix. Aber daß Frau in der Hausfrau/Mutterzeit bei entsprechender Veranlagung zum Organisationsgenie heranreift, hat zwar gelegentlich irgendwo einer geschrieben, aber so richtig durchgesetzt hat sich die Erkenntnis wohl nicht. In den 90ern wurde jedenfalls Müttern die Rückkehr im Rahmen des gesetzlich zulässigen mit ziemlich tückischen Volten schwer gemacht.
Silke, das war leider tatsächlich so. In den Jahren davor war es wohl noch möglich, zum Pfleger oder Rettungs-Sani aufzusatteln und ich hätte das seinerzeit auch gern getan, es wurde kurz vor meinem Dienstantritt aber verboten, sodass ich danach (ich hab als Studi weiter in der Pflege gearbeitet) als letztlich ungelernte Kraft beschäftigt werden musste. Wenn man sich das angesichts heute fehlender Fachkräfte in dem Bereich vorstellt, kann man sich nur die Haare raufen… Aber auch so — was für eine Verschwendung! Nein, geschätzt wurden wir nicht, wir waren ja die „Drückeberger“.
Was den beruflichen Wiedereinstieg angeht, von Müttern ohnehin in diesem „kinderfreundlichen“ Land, aber auch von abeits- und ausbildungswilligen Arbeitslosen („Noch eine Ausbildung? Nein, dafür ist kein Geld da. Ich könnte Ihnen einen Englisch-Kurs anbieten, aber Englisch können Sie ja schon…“), es ist eine einzige Katastrophe! Bildungs-Standort Deutschland.
Ich las bei Noa dass es in Jerusalem eine Explosion gab, weiß man schon näheres?
“Ein Arbeiter der Stadtverwaltung wollte einen Abfallsack wegraeumen, als der Gegenstand in seiner Hand explodierte. ”
http://noa50.blogspot.com/2011/03/kehrt-der-terror-zurueck-in-die.html
Oh, was ist passiert?
Es war eine Rohrbombe.
http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4038023,00.html
ja, es war terror und der Arm des Müllmanns war nicht zu retten. Sein Kollege wurde nur “leicht” verletzt.
ooops Link vergessen
http://www.jpost.com/NationalNews/Article.aspx?id=211061
Wo ist eigentlich hans?
hans, wo bist Du eigentlich?
Du wolltest doch jetzt irgendwann nach Israel, oder? Haben sie Dich am Ben Gurion festgehalten? „Zum dreihundertsechsundneunzigsten Mal: Wieso und wozu schreiben sie ihren Namen klein, Herr hans?“
hans, gib doch endlich nach und sag einfach, daß Du dann eben Hansen (Mike) heißt.“
http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-27359-13.html
Zwar unwahrscheinlich, aber nachher warst Du das im fetten Mercedes drüben im Libanon (hast Dich halt verflogen), den Secundus gesehen hat. Nur war das eine fette Corvette. Hättest mal winken sollen, dann wäre vielleicht vieles einfacher und Secundus hätte Bescheid gegeben. „Den kenn ich. Der ist von meiner Mutter.“
Mal eine etwas andere Nachricht.
‘Shoah’ auf Arabisch, Türkisch und Persisch.
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,749502,00.html
Mal sehen was draus wird.
OT
und schon wieder ein Link für die Farb-Begeisterten
http://flowingdata.com/2011/03/07/entire-movies-compressed-into-single-barcodes/
Entire movies compressed into single barcodes
noch ein OT speziell für Lila
es scheint, hier verändert ein Kollege von Dir die Welt – enjoy!
Vanity Fair (USA), 01.04.2011
David Kirckpatrick porträtiert den 34-jährigen Jack Dorsey, den Erfinder von Twitter, der nicht auf geradem Wege sondern über eine Menge Selbstverwirklichungsstationen in Silicon Valley gelandet ist. Unter anderem studierte naturwissenschaftliches Zeichnen, praktizierte intensiv Massage, interessierte sich für Mode, Ballett und für Kunst. Nun hat er neben Twitter noch ein anderes Start up, Square, das es mit einer Smartphone-App und einer kleinen Plastikvorrichtung jedermann ermöglichen soll, Geld von Kreditkarten einzuziehen. Mit seinen Square-Leuten geht er ab und zu auch ins Museum und andere Kunststätten, um Kunstwerke zu betrachten: “Eines der letzten Kunsttreffen war den ästhetischen Qualitäten der Golden Gate Bridge gewidmet. ‘Wir sind der einzige Bezahldienst der Welt, der sich auch für Design interessiert’, sagt Prada-Fan Dorsey. Er zeigt ein dramatisches Foto von der Brücke, das von der Spitze eines der Pfeiler aufgenommen wurde. ‘So etwas möchte ich bauen. Es hat Klasse, es ist inspirierend, grenzenlos. Jeder seiner Aspekte ist umwerfend…”
http://www.perlentaucher.de/magazinrundschau/2011-03-08.html#a30260
39@ jack
ich bin noch hier jack,
aber rechtzeitig zu purim dort,
als bierernster typ wie ich einer bin sicher eine herausforderung und so.
flugafenkontrollle in ben gurion ??
der weg ist das ziel hat mal so ein geischtesdackel gsagt und als kleiner hans gewöhnte ich mich dran gleich beim check in das separee geführt um ausgiebig über mein leben erzählen zu müssen.die sicherheitsleute kitzelten manches aus mir heraus, auch zu meiner überraschung!!
lag es an der bomberjacke?
heute im alter mach ich auf distinguiert,siehe link: http://www.imdb.de/media/rm4269179904/nm0000057
leider nur ein schwacher vergleich zu mir, aber es erleichert vieles und öffnet die türen. ist auch
ein ergebniss der autoritären gesunden nahrungsauswahl deren früchte sich ja erst im alter zeigen.
jack, sag das aber mal einem jungen hemmedscheisserle,die nehmen dich nicht ernst, die vertrauen lieber auf excessive schlammpackungen.