Oh Freude, Februar 10, 2011, 21:06
Posted by Lila in Kinder, Uncategorized.trackback
ich hab sie alle Vier hier! Beide Söhne sind heute eingetrudelt. Primus kam schon gegen Mittag, und weil er mir genügend Vorwarnzeit gegeben hatte, konnte ich für ihn kochen. Wir haben lange zusammengesessen und er hat mir viel erzählt. Im Moment ist er ja auf den Golanhöhen, an der syrischen Grenze, ein stilles Eckchen. Ihm war die “Linie” in den Gebieten lieber, wo er oft im Einsatz war – Verkehrsunfälle zumeist. Jetzt macht er normalen Sani-Dienst, sieht nur Soldaten, das ist ruhiger und er hat viel Zeit für madassim (Sport). Sie haben da oben wohl einen guten Fitnessraum und ein paar Trainer, und auch so geht die Zeit rum. Er hat deutlich an Muskeln zugelegt, und das, obwohl er immer schon kräftig war! Es muß schön sein, so stark zu sein. Im Mai geht er zurück in die Gegend von Bet Shemesh.
Nachmittags kam dann Secundus, mager und struppig, mit seinem neuen Abzeichen – er hat schon vier Nadeln, und jetzt ist die “Kämpfernadel” dazugekommen. Er trägt sie mit Stolz, ebenso wie sein grünes Barett, das Sani-Würmchen und natürlich seine Waffe. Er grinste ein bißchen verlegen und drückte mir ein kleines Päckchen in Hand. “War doch Muttertag am Sonntag, und da dachte ich…” Oh, da habe ich mich aber gefreut.
Ja, am Sonntag war hier Muttertag, Pardon, FAMILIENtag, wie es ja nun politisch korrekt heißt, mir soll es recht sein. Quarta hatte mir in der Schule was gebastelt (irgendwie bedenken die Kinder zum Familientag trotzdem die Mama, auch das soll mir recht sein…), aber ansonsten ging der Tag ganz einfach vorbei. Ich dachte wohl an Henrietta Szold, deren Todestag als Muttertag und neuerdings als Familientag begangen wird, und wie es mir gefällt, daß eine kinderlose Frau so bedacht wird. Denn Mütterlichkeit ist nicht an biologische Mutterschaft gebunden, und sie hat mehr für die Jugend Israels getan als viele Menschen, die biologisch Eltern sind, aber nicht über die eigenen Interessen hinaus denken.
Aber Secundus erzählte mir, daß am Sonntag viele Soldaten ganz melancholisch waren und ihre Mütter anriefen. Ihm selbst wäre es nie aufgefallen, daß ja Familientag ist. Während sie mitten in Hebron Wache standen, überlegten sie sich, was sie ihren Müttern schenken – wieder dachte niemand an Väter und Geschwister. Blumen, meinten die meisten, aber Secundus hatte eine andere Idee. Auf dem Rückweg ging er bei Steimatzky vorbei und beriet sich dort mit der Verkäuferin (die fand es wohl auch sehr lieb, daß ein abgerissen aussehender junger Nahlawi ein Geschenk für seine Mutter suchte).
Ja, die neue CD von Harel Skaat.
Er hat auch aus Hebron erzählt. Von Haredim, die den Soldaten Süßigkeiten bringen, und von einem Mann, der mit seinem Sohn und einem riesigen Topf vorbeikam und allen Soldaten Suppe austeilte. Bei der Kälte war ihnen das sehr willkommen. Die Soldaten haben die Aufgabe, Araber und Juden getrennt zu halten und Zusammenstöße zu vermeiden. Und dabei fair zu sein.
Er hat jetzt auch mehr von der Woche im Gelände erzählt. Er war als Sani verantwortlich, eine schwere Verantwortung. Drei Soldaten litten an Unterkühlung, Secundus behandelte sie und er sagt, es war ein denkwürdiger Moment, als er neben einem ohnmächtig gewordenen Soldaten kniete und wußte, er ist jetzt der Sani und er muß das Richtige tun.
Jetzt sind die Männer zusammen essen gegangen, Fleisch!, und ich bin mit den kranken Mädchen zuhause.
Kommentare
Sorry comments are closed for this entry



“Jetzt sind die Männer zusammen essen gegangen, Fleisch!, und ich bin mit den kranken Mädchen zuhause. ”
Jaja, die Säbelzahntiger…
Hoffentlich feht den Mädchen nichts ernstes – Grippe?
Und natürlich Gratulation zu derart aufmerksamen Söhnen!
Und zur CD, die ist nämlich schön.
Hat Secundus die beiden Mädchen angesteckt, letzte Woche? Wie schön, all Deine Lieben dazuhaben
Freu mich mit Dir und gute Besserung den Mädchen!
Gut Shabbes!
Ist Secundus denn jetzt wieder richtig gesund oder hustet er immer noch?
Gute Besserung den Mädchen, falls noch nötig.
Danke daß Du fragst. Secundus ist in der Nacht von Samstag auf Sonntag auf dem Sofa eingeschlafen und er hat die ganze Nacht gehustet – zwar weniger als vorher, aber richtig fit ist er immer noch nicht. Gut, daß er eine lockere Woche hat – gestern waren sie in Yad va Shem, jetzt geben sie drei Tage lang ihre Grundausbildungs-Ausrüstung zurück und bereiten die Ausrüstung für den ersten Einsatz vor. Ende der Woche ist er in Har Dov, auf den Golanhöhen. Seufz.
Wie man sich eine chronische Bronchitis zuzieht, weiß dieses kleine Eumel aber, oder?