4 Mörsergranaten, ein beschädigtes Auto… Februar 8, 2011, 15:54
Posted by Lila in Presseschau.trackback
… sonst nichts. Ein ganz normaler Tag in Israels Süden. Gibt es eine deutsche Zeitung, die so eine lächerliche Kleinigkeit erwähnt? Na ja, es steht ja auch hier nicht in der Zeitung, wenn die verrückten Holländer wieder Mörsergranaten auf ihre Nachbarn schießen…
Kommentare
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Ich habe nur eine Meldung dazu gelesen und zwar über die Kassams, die am Freitag in Israel einschlugen. Wie gesagt eine einzige.
http://www.berlinerumschau.com/news.php?id=7939&title=Kassam-Rakete+auf+Israel+abgefeuert&storyid=1001296826916
Elder of Ziyon hat ne Statistik gepostet – nur einer, ein einziger allerallereinziger dieser Vorfälle hierzulande. Da wäre aber was gefällig.
http://elderofziyon.blogspot.com/2011/02/januaryfebruary-2011-rocket-calendar.html
“Na ja, es steht ja auch hier nicht in der Zeitung, wenn die verrückten Holländer wieder Mörsergranaten auf ihre Nachbarn schießen…”
Sowas würden sie nie tun.
Immerhin!
Ja, EoZ ist ein Held und er sammelt alle Meldungen zum Thema. Ich bin dafür viel zu unsystematisch und auch, tja, unzuverlässig. Immer gehen mir so viele Qassams durch die Lappen.
Robert, Du willst mir erzählen, daß auf deutsche Brautpaare, Parkplätze und Wohnviertel keine Mörsergranaten geschossen werden? Und ich dachte, die Gleichgültigkeit der deutschen Presse wäre darauf zurückzuführen, daß die Deutschen solche trivialen Vorfälle einfach zu sehr gewöhnt sind und erst durch brutale Vorfälle wie tanzende Nahlawis und facebookende Dumm-Soldatinnen aus ihrer stoischen Ruhe gerissen werden?
Woran mag es wohl liegen, daß das eine Schlagzeilen-würdig ist, das andere nicht mal erwähnt wird??
Das eine: Mörsergranaten fast täglich auf israelische Zivilisten, israelische Soldaten helfen einer palästinensischen Gebärenden – das andere: tanzende Soldaten in Hebron und frühere Soldatin mit häßlicher Facebook-Seite. Wer entscheidet, daß Meldung A nicht gedruckt wird, Meldung B aber groß aufgemacht? Wer entscheidet und nach welchen Kriterien?
(Ich liebe Holland und die Holländer und weiß, daß die das nie tun würden.)
Guter Überblick, Silke, gibt es bei Elder auch eine Statistik der Angriffe von 2010?
“Wer entscheidet, daß Meldung A nicht gedruckt wird, Meldung B aber groß aufgemacht? Wer entscheidet und nach welchen Kriterien?”
Naja, wie soll ich sagen… setz dich sicherheitshalber, es wird dich *total* überraschen:
http://spiritofentebbe.wordpress.com/2010/12/29/neulich-in-der-redaktion/
“Woran mag es wohl liegen, daß das eine Schlagzeilen-würdig ist, das andere nicht mal erwähnt wird???”
Ein Auto und ein Wasserschlauch in einem Acker wurden beschädigt.
Dochdoch, wenn das an der Grenze Holland/Deutschland geschehen wäre, wäre es dem grenznahen Regionalblättchen dort sicherlich einen Artikel wert gewesen.
Lila, das würde ich auch mal gerne wissen, wer denn für uns die Nachrichten aussuchen darf.
Aber soviel glaube ich erkannt zu haben: es wird versucht, ein gewisses Klischee zu pflegen. Wenn jemand der Buhmann ist, dann haben es positive Nachrichten schwer, weil das ein zu sehr differenziertes Bild ergäbe. Außerdem werden Vorurteile gepflegt. Am Thema Israel kann man das besonders gut sehen, und Du und die meisten im Blog sehen das auch so.
Ich war mal vor vielen Jahren auf einem Seminar, da hat ein Medienmensch gesagt, die Nachrichten dienten in erster Linie dazu, den Zuschauern zu vermitteln, dass sich eigentlich nichts gravierendes in ihrem Alltag verändern würde. Egal wie interessant oder schrecklich oder auch erfreulich (eher selten) die Nachricht auch sei, es komme darauf an, sie mit einer gewissen sedativen Aura zu umgeben, damit es für die Rezipienten immer möglich sei, halb wegzuschauen oder wegzuhören, ohne das Gefühl zu bekommen, etwas wichtiges zu verpassen. Der Fachausdruck dafür heißt Infotainment.
yael – 6
ich lese den Elder nur, da habe ich genug zu tun
- der Mann ist vielleicht kein Held, aber ungeheuer fleißig und pingeligst darauf bedacht, jeden Fehler, der ihm unterlaufen könnte zu vermeiden bzw. hinterher genauso lauthals zu berichtigen. Und damit keine Verwirrung aufkommt: der Mann ist ein ganz ganz übler Siedlerfreund. Da kennt der nix und macht auch kein Geheimnis draus und deswegen iss es mir total wurscht, denn seine Infos sind 1A und seine permanenten Kommentatoren oft unübertreffbar gemein witzig.
Dir zuliebe habe ich jetzt aber mal die linke Side-Bar vom Elder runtergescrollt und 39 Einträge unter diesem Tab gefunden:
http://elderofziyon.blogspot.com/search/label/Qassam%20calendar
Danke Silke. Und ich habe gerade entdeckt, dass ich von Elder die Statistiken von 2007 bis 2009 habe. Hatte ich völlig vergessen.
http://elderofziyon.blogspot.com/2008/12/rocket-calendars.html
und ich habe dank Deiner Nachfrage entdeckt, was es alles in Elder’s linker side-bar gibt – so viel zu lesen und zu entdecken und zu lernen und so wenig Zeit.
ganz ehrlich, ich finde es richtig so. warum sollten die medien über jede rakete schreiben, erst recht wenn niemand verletzt wird, wenn diese rakte von einer terroristischen gruppe ausgeht und nicht von einem staat. da gibt es doch wirklich wichtigeres.
ich meine wir bekommen ja auch nicht erzählt, wenn “irgendwo in afrika” sich mal wieder eine bevölkerungsgruppe gegeneinander ausrottet, wenn in tscheschenien eine rakete fliegt, … allein in berlin gibt es jedes jahr etwa 300 angezündete autos, also weniger als alle 1,5 tage, trotzdem schreibt “kein mensch” darüber. warum also die rakete in israel.
problematisch ist es dann natürlich, wenn israel reagiert und die die angriffe davor nichtmal erwähnung finden.
@willow.. zu deinem verlinkten artikel, ich halte nicht viel davon sowas mit einer “weltverschwörung” zu beantworten. sowas ist auf einem ähnlichen stufe wie die “weltverschwörung”, der die juden oft beschuldigt werden. sowas führt zu nichts.
Also Boxi, noch einmal langsam: ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn die Welt die Fixierung mit Israel und den Palästinensern endlich aufgibt und sich wichtigeren Dingen zuwendet. Wikileaks war ein wichtiges Indiz dafür, daß das hinter den Kulissen auch bekannt ist und der größte Teil der Aufregung in den Medien stattfindet. Ich bin die Letzte, die mehr Latte-trinkende Journalisten in Tel Aviv sehen will, die von den Bars dort ihre Reportagen über das schreiende Unrecht des Apartheidsstaats in die Welt schreien. Danke.
Aber: wenn Israel so unwichtig ist, wieso macht dann der vollkommen obskure, nie durchgeführte Vorschlag eines israelischen Politikers, eventuell auf neuen Verkehrsschildern die Transskribierung am Hebräischen zu orientieren, in Deutschland Schlagzeilen? Aus dem Plan ist nie was geworden, aber für empörtes Rauschen im Blätterwald hat er gesorgt.
Warum dann der Wirbel um eine vollkommen unwichtige kleine Pute, die ihren Ego-Trip während des Wehrdiensts hatte und dümmliche Bilder und Kommentare von sich und palästinensischen U-Häftlingen ins FB stellte?
Mein Blog ist voll mit Beispielen für an den Haaren herbeigezogene anti-israelische Schlagzeilen, die eigentlich niemanden interessieren können.
Warum gelten täglich niedergehende, potentiell tödliche Geschosse als no news, “erst recht wenn niemand verletzt wird”, aber wenn Israel reagiert, sind die Zeitungen voll davon?
Boxi, das erklär mir mal. Du sagst ja selbst, daß das problematisch ist. Und es zieht sich durch die Berichterstattung.
Warum wohl ist das so?
Darum gehts ja, indem so getan wird, als wäre vorher nichts geschehen.
Und wie Lila schon schreibt, die selektive Wahrnehmung ist das heuchlerische. Wichtig ist es immer dann, wenn man Israel verleumden kann. Thats the point.
da waren es schon FÜNF
und nur mal so gefragt, hat ein angezündetes Auto die gleiche Wirkung auf die Bewohnbarkeit eines Gebietes, wie das Runterkommen solcher Ballermänner. Ich würde das mit dem Auto vermutlich gelassener sehen, als wenn ich einen kennen würde, in dessen Wohnzimmer so’n Ding gerasselt wäre. Was von oben kommt, ist nun mal von besonderer Unheimlichkeit
lt. Wikipedia ist das mit Berlin ungefähr so – das in Relation zu 300 gezündelten Autos, die sich vermutlich irgendwo ballen und vor denen weite Viertel sich sicher fühlen können während Raketen den “Vorteil” der Unvorhersehbarkeit haben aber hat uns nich schon Karl May gelehrt, daß die Orientalen auf Kismet vertrauen? Zeit für die Israelis a bisserl von der Einstellung zu lernen.
In Berlin lebten am 30. September 2010 nach amtlicher Bevölkerungsfortschreibung 3.450.889 Einwohner auf einer Fläche von 891,82 Quadratkilometern. Die Bevölkerungsdichte der Stadt betrug 3.869 Einwohner pro Quadratkilometer.
Wie sieht das im Vergleich zu Sderot und Nachbarschaft aus?
Ich wünschte solche Gleichsetzungen würden nich immer so unsubstantiiert in die Gegend gestellt werden. Das würde es mir erleichtern, mir gezielte Fragen auszudenken, anstatt darauf angewiesen zu sein, irgendwie so im Dunkeln zu stochern.
@Lila:
Herrlich, wie du dich über diese Sachen aufregen kannst. Den meisten Israelis bleibt das erspart, weil sie keine Deutschen Zeitungne lesen. (Die regen sich dann lieber über die Uno oder Obama auf…)
Hmmmm -
ich glaube, hier fällt ein ganz ganz wichtiger Tatbestand unter den Tisch – und zwar der, dass “NICHT-Ereignisse” bei der Nachrichten-Übermittlung keinen Menschen aus dem Sessel hochjagen und trotzdem enorm wichtig sind (ich glaube, Sahm hat auch mal vor Jahren darüber geschrieben und ich freute mich damals sehr, weil er dieselben Aspekte beobachtet hatte).
Ich versuche mal, es zu erklären:
Die internationale wie die deutsche Berichterstattung fährt ja nur darauf ab, wenn/was/wie/wo Israel macht & tut und man freut sich ja schon fast ein Bein aus, wenn man gelegentlich am Schluss des Artikels kurz erfährt, dass sich VOR der israelischen REAKTION eine palästinensische TERROR-AKTION ereignete.
Es gibt also fast ausschließlich Berichte über das (negative) Handeln der Juden Israels gegenüber den Palästinensern. Und genau das vermittelt der Welt den Eindruck, als säßen die Palästinenser hilflos, ohnmächtig und ausgeliefert da und würden pausenlos von den Juden schikaniert, angegriffen, gar getötet. Dass die israelischen Handlungen fast immer REAKTIONEN sind, wird ignoriert.
Denn dass Israel umgekehrt ständig (wirklich ständig, wenn man sich mal die Mühe macht, die israelischen Medien zu lesen!) palästinensischen Terrorattacken ausgesetzt ist – und dass fast alle schweren Terrorattacken scheitern, weil IDF/Polizei/israelische Bürger selbst unheimlich rund um die Uhr aufpassen, wird nirgendwo berichtet.
Und es wird eben deshalb NICHT berichtet, weil diese Terroranschläge rechtzeitig verhindert werden konnten!
Es sind “NICHT-Ereignisse”!
Genau das vermittelt jedoch der Welt den Eindruck, als ob die armen hilflosen Palästinenser so gut wie nie etwas Böses an den Juden verüben würden, die Juden hingegen ständig die palästinensische Bevölkerung quälen, maltraitieren und terrorisieren würden.
Ein gescheiterter, verhinderter Terrorangriff ist moralisch jedoch genau so verwerflich und ein Menschenrechtsverbrechen wie ein “erfolgreicher” Terrorangriff.
Nur, weil beim täglichen Raketenbeschuss durch die Hamas (noch) so wenig Israelis getötet werden, sind die Raketen keine Silvesterknaller oder rechtfertigen gar “mildernde “Umstände”.
Oder – mal ganz böse gefragt: Wie viele tote Juden müssen es denn sein, bis Verhältnismäßigkeit hergestellt wird?
Ich hatte mal irgendwo eine Liste vom MfA, in dem aufgeführt wurde, wie viele Terroranschläge pro Monat VERHINDERT werden.
Es war einfach nur schockierend!!!
Vielleicht finde ich sie ja wieder …
…du hast auch den “die ganze Welt ist gegen uns”-Ton, der in Eretz Nehederet mal so schön auf die Schippe genommen wurde, ganz gut drauf. Man lernt eben doch was, im Laufe der Jahre…
Wo doch die ganze Welt FÜR uns ist, nicht wahr? Und wo doch für uns überhaupt nichts daran hängt, nicht wahr?
Gähn. Ich kenne diesen Typ Kommentatoren. Sie kommen und lesen ein bißchen rum, zeigen mir ganz gewaltig, was ich alles falsch verstehe, lachen mich gern ein bißchen dafür aus, daß ich mir zu Herzen nehme, was ihnen egal ist, und verschwinden dann wieder schnell. Das ist der schönste Teil
Weisst du, ich glaube, dich stören die Berichte und Nicht-Berichte der deutschen Zeitungen nur, weil du sie liest.
Warum liest du sie? Wahrscheinlich weil du in irgend einer Form mit Deutschland verbunden bleiben willst, oder um deine deutsche Sprache zu behalten, kurzum: weil dir Deutschland am Herzen liegt.
Und da geht es dir im Prinzip wie einem Scheidungskind, wenn Mami und Papi streiten. Du hast Israel gerne, du hast Deutschland gerne, und es stört dich, wenn gerade deine Heimat Deutschland etwas macht, was deine zweite Heimat Israel verletzt.
Nicht alle Israelis sind verletzt, wenn der Spiegel mal schlecht über Deutschland schreibt. Es gibt auch solche, die sagen “Was hast du von Deutschen anderes erwartet?”. Aber so willst du DEIN Deutschland nun auch wieder nicht sehen. Also bist du ständig in der Zwickmühle und gibst den durch das Zwicken verursachten Schmerzen hier auf diesem Blog Ausdruck. Fair enough.
Ich finde es nur etwas übertrigen, wie du dich hier manchmal gerne in deinen Schmerzen suhlst, wenn du sie doch auch ganz einfach abstellen könntest, indem du die Lektüre von Spiegel einstellst… Da ist doch auch eine gewisse Masochistische Lust dabei, durch den Spon, wie er hier so schön heisst, zu blättern und zu schauen, wie sie Israel nun wieder eindunken, durch das was sie berichten oder nicht berichten. Nebenbei gibt es auch GElegenheit, der geschätzen Leserschaft zu vermitteln, dass du dich in Israel viel besser auskennst als diese ganzen doofen Spiegel-Korrespondenten. Na dann nichts wie los: bewirb dich dort als freie Mitarbeiterin, kannst du Geld verdienen auch noch.
Auch ich sehe, dass die Presse eigentlich immer unausgewogen berichtet. Das hat doch Walraff im Zusammenhang mit der Bild-Zeitung schon in den 60er Jahren so gut herausgearbeitet: Für den, der im “Kreuzfeuer” der Medien steht ist es immer unangenehm, sei es als Privatperson, sei es als STaat. Ja, die Medien dieser Welt sind unfair. Aber so unfair sind sie nun auch wieder nicht. Es ist hier in Westeuropa schon klar rübergekommen, dass die STrafaktion in Gaza vor zwei Jahren durch unzählige Kassam-Raketen provoziert wurde. Soooo doof sind die Leute hier nun auch wieder nicht.
Allgemein habe ich übrigens den Eindruck, dass “die Palästinenser” in selbigen Medien noch verzerrter dargestellt werden als “Israel”. Mach’ einmal eine Umfrage um festzustellen, wie viele Deutsche bei “Palästinenser” als erste Assoziation “Terrorist” “Hamas” “Arafat” haben, und nicht etwa an “Bir Zait Universität” oder “Kamiliya Jubran” denken.
Es soll auch Leute geben, die Blogs lesen, obwohl sie sie nervig finden.
Soll ich Dir mal was verraten? Hab ich schon 100mal erklärt, aber Du bist ja neu hier.
Ich habe früher überhaupt dieses ganze Zeug nicht gelesen. Ich habe fröhlich und naiv angefangen zu bloggen, vor 7 Jahren. Und auf einmal haben meine Leser und Kommentatoren lauter seltsames Zeug von sich gegeben, und ich habe mich gewundert, wo sie das her haben. Und dann habe ich gemerkt, woher.
Und der SPon ist nun mal Informationsquelle Nr.1, jeder liest ihn.
Ich habe nie vorgehabt, einen SPonWatch-Blog zu schreiben. Es hat sich nur so ergeben, daß die meisten meiner deutschen Leser glauben, sie sind umfassend und ausgewogen informiert, denn sie lesen doch ZEIT, Süddeutsche und Spiegel.
Ich habe mir schon überlegt, ob ich nicht einfach weiter für mich bloggen soll von meinem Alltagsleben und was ich so tue, und allen anderen Kram außen vor lassen soll. Aber es ist ja nicht mal möglich, über eine glückliche Geburt zu berichten, ohne daß ein Kommentator wie Du daherkommt und mir eine Moralpredigt hält, die sich aus seinen Ansichten speist, die wiederum von dem Klima geprägt sind, in dem er lebt.
Leute wie Du sind es, die mich zwingen, mich damit auseinanderzusetzen, wie diese Sauce anti-israelischer Ressentiments eigentlich in die Köpfe kommt. Glaub mir, es reicht mir oft und ich mache lange Pausen und schreibe gar nichts mehr.
Du findest es lächerlich und eitel, wenn es mich schmerzt, daß die Lüge vom “Massaker in Jenin” oder den vielen toten Zivilisten im Gazastreifen vor 2 Jahren laut auf allen ersten Seiten prangte, die Richtigstellungen dagegen in Blogs zu finden sind, weil sie es nicht bis in die deutschen Zeitungen schaffen.
Wie gesagt, es ist leicht, sich darüber lustig zu machen, daß andere was ernstnehmen, was einem selbst komplett egal sind. Ich bin sicher, daß es auch in Deinem Leben Dinge gibt, die Du ernstnimmst und die mich kaltlassen. Wärst Du so unvorsichtig, darüber zu bloggen und Dein Herzblut zur Schau zu stellen, zur Freude anderer, würde ich trotzdem nicht kommen und mich über Dich lustig machen.
Denn ich lese keine Blogs, deren Linie mich ärgert. Blogs sind persönliche Ansichten und ich verlinke nie auf Blogs anderer “Parteien” und kommentiere dort nicht. Die äußern ihre persönliche Meinung, genau wie ich, und die nehme ich nie aufs Korn.
Wenn bezahlte Journalisten ihr Zeugs in respektierten Mainstream-Medien verströmen, dann reagiere ich. Aber das Bedürfnis von Kommentatoren wie Dir, sich auf Blogs rumzutreiben, deren Linie ihnen nicht zusagt, und das lautstark zum Ausdruck zu bringen, das verstehe ich persönlich nicht. Das habe ich noch nie gehabt.
Du hast Deine Meinung, ich habe meine. Du verläßt Dich lieber auf Ulrike Putz, ich nicht. Letztendlich ist es doch egal, wer Recht hat.
Und daß die Palästinenser dämonisiert werden, ha, wenn Du hier ein bißchen mehr mitgelesen hättest und nicht beim ersten Reingucken in den Blog schon sofort mitkommentiert hättest, hättest Du vielleicht mitbekommen, daß ein weiterer Herzblut-Feldzug meinerseits arabische Araber angeht, die von Außenstehenden immer als homogene, grundsätzlich gegen Israel spielende Masse von Halma-Männeken gesehen wird. Auch die Palästinenser werden viel zu eindimensional gesehen. Ich schreibe da seit Jahren drüber.
Aber halt Du Dich mal an Ulrike Putz und diese jugendliche Karriere-Schmiererin, deren Namen ich gnädigerweise vergessen habe. Bei denen ist das ganz einfach. Der Ball ist rund, das Spiel dauert 90 Minuten und der Schwarze Peter liegt immer, immer bei den Israelis.
Meforash
was bist Du Amateurpsycho oder zertifizierter und wenn ja, welche Richtung?
Im anderen Strang hast Du mir Pawlowsche attestiert, wofür ich mich artig und beglückt bedankt habe und hier betreibst Du Tiefstanalyse von Lila’s diversesten Motivationen.
Ich fänd’s im Gegenzug recht lustig, wenn Du mal Deine eigene Motivationslage durchforsten würdest, sonst erzähle ich Dir meine Diagnose von dem worauf Du hier aus bist. Ich würd’s ja gleich tun, aber ohne Lila’s ausdrückliche Erlaubnis schreibe ich die andernorts übliche Standarddiagnose für deinesgleichen hier nicht rein.
Liebe Lila,
ich lese deinen Blog gerne und mit interesse. Besonders die Geschichten über den sich privatisierenden Kibbutz vor 1-2 Jahren fand ich sehr interessant.
Interessant fand ich auch, was du über die Vor- und Nachteile der Kindererziehung im Kibbutz berichtest. Auch deine Berichte über deine Arbeit im Bereich Kunstgeschichte finde ich sehr interessant. Es freut mich auch sehr, dass du immer wieder über “unerwartete” Begegnungen sprichst, über Sachen, die nicht ins Cliché passen, so wie zum Beispiel diese Geburtshilfe durch Sanitäter.
Meine Reaktion bezog sich übrigens nur auf deine Information, dass sie beim “Checkpoint” wartete. Da war die Situation tatsächlich so dargestellt, dass man sich dachte “na ja, hätte sie nicht warten müssen, wäre es vielleicht auch nicht nötig gewesen”. Natürlich ist diese Reaktion für die GEschichte, wie sie sich wirklich abgespielt hat, vollkommen inadäquat. Das hätte ich vielleicht herausfinden können, wenn ich gleich dem LInk gefolgt wäre und mich auf deine Informationen im Blog-Beitrag nicht verlassen hätte… Aber vielleicht zeigt es auch dir, wie leicht einem eine verzerrte Darstellung passiert.
Übrigens sind einige Vermutungen, die du über mich anstellst, vollkommen falsch.
Zu Beispiel diese:
“Du verläßt Dich lieber auf Ulrike Putz”,
Ich kenne diese Dame nicht. Falls es eine Spiegel-Reporterin ist: Ich lese Spiegel nicht. Ich finde das Deutsch dieser Zeitschrift vollkommen unerträglich. Wenn ich schon eine Deutschland-Deutsche Zeitung lesen muss, dann lieber die Zeit. Und auch dort lese ich nicht primär die Berichterstattung über Israel. Ich lese sie eher selten, und mir sind dort noch kaum Artikel über Israel untergekommen.
Meine Informationen über Israel beziehe ich, tja wie? Allgemein eher wenig aus der Zeitung. Ein bisschen aus dem Radio. Viel über das “Buschtelefon”, d.h. was unter meinen Bekannten halt über Israel geredet wird. In letzter Zeit habe ich auch ein paar ganz konkrete Punkte nachgeforscht. Vor allem ausgelöst dadurch, dass ich mich, direkt oder per Net, mit Apologeten der Siedlerbewegung unterhalten habe und ihre Argumente überprüfen wollte, bzw. überprüfen wollte, wie ich ihre Argumente widerlegen kann. Gelegentlich lese ich auch eine Israelische Zeitschrift oder Zeitung, dort aber lieber die Wochenend-Beilagen, nicht so sehr die Tagespolitik. Manchmal höre ich auch Israelisches Radio z.B. Reshet Bet oder auch religiöse Sender, das ist jetzt über Internet möglich. Reseht B ist mir allerdings mit der ganzen gut-gelaunten Radio-Werbung etwas zu aufgeregt.
“Und daß die Palästinenser dämonisiert werden, ha, wenn Du hier ein bißchen mehr mitgelesen hättest und nicht beim ersten Reingucken in den Blog schon sofort mitkommentiert hättest, hättest Du vielleicht mitbekommen, daß ein weiterer Herzblut-Feldzug meinerseits arabische Araber angeht, die von Außenstehenden immer als homogene, grundsätzlich gegen Israel spielende Masse von Halma-Männeken gesehen wird. Auch die Palästinenser werden viel zu eindimensional gesehen. Ich schreibe da seit Jahren drüber.”
Genau. Das wollte ich auch sagen. Ich stelle, genau, wie du es hier gesagt hast fest, dass du dich in deinem Blog bemühst, auch gegen die Clichés über Israelische Araber anzukämpfen. Das freut mich sehr.
Allerdings haben einige deiner Kommentatoren (Silke, willow, zahal, Yael und wie sie alle heissen) da eine wesentlich eindimensionalere Sicht.
Ich finde die Diskussionen auf diesem Blog meist ziemlich interessant, denn sie veranlassen mich, genauso wie die Diskussionen mit den Siedler-Apologeten, zu Recherchieren und zu überprüfen, wie die Dingen denn nun wirklich stehen. Aber ich muss auch sagen, dass die Reaktionen u.a. der oben genannten ziemlich vorhersehbar ist. Wenn man nicht ihrer Meinung ist, dann verläuft die Diskussion abgekürzt so: “Du hast ja keine Ahnung von Israel” (wie du übrigens gerade auch in deiner Reaktion zum Ausdruck gebracht hast) und wandert langsam über in, direkt oder indirekt “Du Antisemit”…
Zu dem “Massaker” in Jenin: Als erstes groß auf der Titelseite der Süddeutschen. Die Richtigstellung fand sich nach einiger Zeit auf einer der folgenden Seiten: ca. 5 Zeilen, ca. 5 cm breit, damit nur die Leser nicht die Wahrheit erfahren.
21 meforasch
ich dachte bis jetzt mefarschim sind chachamim, aber das bezieht sich ja wohl nur auf ihre kommentatoren der thora und nicht auf die tagespolitik wie ich bei ihnen sehe, meforasch.
umsonst haben sie ja diesen namen nicht gewählt
Kleiner Nachtrag, Lila, es ist im Grunde nicht egal, denn es geht um Euer Leben und Überleben. Das ist mir seltsamerweise nicht egal.
@Lila
Lila die deutsche Presse schreibt nicht mal wenn unsere Leute in Afghanistan unter Beschuss kommen!
PS:arabische Araber hört sich auch gut an!
warum schaffe ich manchmal nicht den sprung über lilas schneidetisch mit den scharfen scheren ?
liebe lila, ich wollte dich damit nicht kritisieren. und ja, ich frag mich auch warum manche “sinnlosen” sachen es dann doch in die medien schaffen. vielleicht ist es bei israelkritischen sachen einfacher. ganz ehrlich, ich weiß es nicht.
eine “erklärung” (besser idee), die mir gerade eingefallen ist. israel wird ja in D auch viel von “links” kritisiert, dass diese menschen eine kritische haltung eingenommen haben, weil sie selbst die idee israel eigentlich ganz toll finden, aber so enttäuscht von ihr sind, dass es nicht anders geht. und jetzt kommt wieder der doofe satz: “weil sie es doch besser wissen müssten”.
Übrigens bei Heplev – Waffenstillstand und Friedfertigkeiten bekommt man alle “täglichen Vorkommnisse” mit:
Montag, 07.02.2011:
- Soldaten verhafteten in Judäa und Samaria 7 verdächtige Araber.
- IDF-Sanitäter halfen letzte Nacht einer Araberin im Jordantal bei der vorzeitigen Geburt ihres Kindes. Das Kind musste beatmet werden, bis es selbstständig zu atmen begann. Ein IDF-Hubschrauber brachte Mutter und Kind ins Hadassah Ein-Kerem-Krankenhaus.
- Am Qalandiya-Checkpoint an den nördlichen Außenbezirken Jerusalems wurde ein 18-jähriger Araber festgenommen, der ein Messer mit sich führte. Der Mann gab, er habe Sicherheitskräfte angreifen wollen.
- Am Skopusberg in Jerusalem beschädigten Steine werfende Araber einen israelischen Bus.
- In Sheikh Jarrah gab es arabische Proteste, bei denen eine Frau festgenommen wurde.
- Bei El-Aroub in Judäa beschädigten Steine werfende Araber ein israelisches Auto – diesmal war es der Wagen einer Arutz-7-Reporterin, die von Hebron nach Jerusalem fuhr.
Humanitäres:
- 140 LKW-Ladungen Lebensmittel, Waren und Hilfsgüter gingen über Kerem Shalom in den Gazastreifen.
Die Explosion an der Gas-Pipeline im Nordsinai wurde von einer Bombe ausgelöst, die vier Maskierten in einem Überfall auf die Pumpstation gelegt wurde.
Die Machtübernahme der Hisbollah im Libanon hat zu einer Aufschiebung des geplanten Abzugs der Israelis aus der Grenzstadt Ghajar geführt. Die UNO sollte dort die Kontrolle übernehmen.
Grundsätzliches aus Ägypten von einem ehemaligen General: „Israel ist und bleibt unser Hauptfeind. In unseren Herzen betrachten wir den Friedensvertrag als nicht mehr als ein Stück Papier.“ Absolut herzerfrischend friedlich.
Dienstag, 08.0.2.0211:
- Montagabend randalierten Araber in Abu Tor und warfen Steine auf Polizisten.
- Soldaten verhafteten in Judäa und Samaria 7 terrorverdächtige Araber.
- Bei Bethlehem rotteten sich ca. 20 Araber zusammen und bewarfen Sicherheitskräfte mit Steinen.
- Im Kreis Shaar haNegev schlug in der Nähe eines Kibbutz eine Qassam ein.
- Gegen Mittag war ein weiterer Knall zu hören, nachdem das Raketenalarmsystem angeschlagen hatte.
- Die Al-Quds-Brigaden („militärischer Arm“ der Palästinensischen Islamischen Jihad) beanspruchen die Verantwortung für 4 im Lauf des Tages nach Israel verschossene Mörsergranaten.
- In Rishon LeZion wurde eine (intakte) Mörsergranate gefunden; niemand weiß, woher sie kam.
- Auf der Straße 55 bei Azzun wurden mehrere Angriffe mit Steinwürfen auf israelische Fahrzeuge verübt; ein Fahrzeug wurde beschädigt.
Oder abbonniert den Newletter von GermanMediaWatch.
http://heplev.wordpress.com/erste-sahne-andere-2/friedfertigkeiten/
Hallo Lila,
sowas habe ich noch nie von Dir gelesen. Aber ich stimme Dir in jedem Punkt zu.
Du hast recht, Du hats recht, Du hast recht.
Für mich ist es ein Phänomen wie ruhig und gelassen Du, nimm Alles in Allem, hier im Blog berichtest.
Lege bitte keine größeren Pausen ein.
Übrigens, ich meide auch Blogs deren Grundtenor nicht mit meiner Ansicht übereinstimmt. In Einzelfällen kann man anderer Meinung sein, muss es aber nicht artikulieren. Nicht immer.
Worum es mir in Deinem Blog geht und was mir gefällt, dass ich authentische und glaubwürdige Hintergrundinformationen über Israel bekomme, die ich sonst nicht erfahren würde. Dazu gehört auch die Schilderung Deines ganz persönlichen Alltags.
Deshalb, lege keine größere Pause ein.
Übrigens, wenn auf Deutschland von irgendeinem Nachbarland aus, auch von Terroristen, Raketen abgefeuert würden, dann wäre das nicht nur eine Nachricht für örtliche Zeitungen, wie ein Blogger hier geschrieben hat, sondern, dann würde das in unserem Medienwald einen Sturm, was sage ich, Sturm, nein, einen Orkan, einen Hurrikan, der Entrüstung auslösen. Da nehme ich jede Wette an!
Wenn dann der Nachbarstaat nicht sofort alles daran setzen würde, die Täter festzunehmen und abzuurteilen, dann würde dieses Faktum noch größere Entrüstung auslösen, als der Anschlag selbst. Und das zu recht.
Insofern bewundere ich die ruhige Gelassenheit der Israelis und auch der israelischen Politiker, die sich immer um eine Deeskalation, nach meiner Ansicht sogar, bis an die Grenze des Vertretbaren, bemühen. Ich gebe zu, soviel friedfertigkeit würde ich nicht aufbringen können. Das ist zwar unchristlich, aber es ist so. Da “kann ich nicht anders”, frei nach Luther.
Diese israelische Friedfertigkeit wird von der Weltöffentlichkeit nicht honoriert.
Die Araber legen sie als Schwäche aus. Die “können da auch nicht anders”, weil es m.E. ihrem Naturell entspricht.
Mefarshim und meforash kommt zwar aus derselben Wurzel (PRSh), sind aber verschiedene Fälle und haben damit verschiedene Bedeutung.
Mefaresh ist ein Hiphil, bedeutet also “der Auslegende, der Interpret, der Kommentator”.
Meforash ist Huphal, bedeutet also “das Ausgelegte” oder es kommt als Teil von Idioms vor. “Be-meforash” heißt “deutlich, ausgesprochen” und “hashem hameforash” heißt “der eigentliche (und damit unaussprechliche) Name Gottes”. (Den ein Jude nicht mal ausschreiben würde).
Luthers Streitschrift gegen die Juden benutzt z.B. “Schemhamephoras Rabini” als Überschrift der Judensau, um zu zeigen, daß der Gott der Juden erlogen ist (“der Gottesbegriff der Rabbiner”). Die Juden saugen an den Zitzen der Sau, die sie mit Lügen nährt. Ein bekanntes Motiv an christlichen Kirchen.
Ich nehme an, Meforash bezieht sich entweder auf das Eine oder das Andere. Er will deutlich aussprechen, was er meint, so habe ich das verstanden.
@hans: Ich habe eher an “explizit, ausdrücklich” gedacht, weniger an Pirush Rashi und co… Wollte mich mit letzterem keineswegs in eine Reihe stellen…
Habe ich Dich also richtig verstanden
@lila:
shemhameforasch wäre “der ausgesprochene Name Gttes”
Wie Luther darauf kommt, diesen Ausdruck als Vorname zu benützen kann ich nicht nachvollziehen. Auf jeden Fall habe ich noch kaum etwas von Luther gelesen, und diese Schrift war mir unbekannt.
PS: übrigens ist mefaresh soviel ich weiss piel und nicht hifil. Hilfil wäre lehafrisch.
Ja selbstverständlich, Piel und Pual.
Lehafrish ist wieder gaaanz was anderes
Nein, Piel ohne Pual. pual wäre z.B. purshu
Ich bin gerade hirnlich ganz woanders, aber meforash muß ein Pual sein. Aus dem U wird ein O wegen des resh, das nicht zu doppeln ist (groni), heißt das nicht Ersatzdehnung?
piresh ist der Piel, porash der Pual. ע’ר heißen diese Wurzeln mit dem ר in der Mitte.
Purshu ist einfach die Vergangenheitsform, Plural. Meforash das Partizip, das als Präsens herhalten muß.
Mit o und a kann es kein Piel sein.
ETA: Dachte schon, ich spinne, aber auch Tarmon & Uval (Hebrew verb tables) führen porash unter Pual.
גזרה: ע’ר
Ach ach ach, waren das noch Zeiten, als ich Grammatik lernen durfte! Jetzt muß ich immer nur unterrichten…. Studenten wissen nicht, wie gut sie es haben…
Ja, stimmt, Meforasch is pual, ich war jetzt ganz bei den Mefarschim. Und ich denke, das ist ein substantiviertes Piel. Ich frage mich übrigens, ob man “Meforschim” sagt (dem Gehör nach würde ich eher sagen ja), das wäre, glaube ich eine Schlampigkeit, denn die Ashkenasische und Jekkische Ausprache verwandelt eigentlich nur Kamatz (gadol) in o, patach müsste eigentlich a bleiben, und ich denke bei Mefarschim wäre es ein patach…
ah nein, vielleicht ist es doch ein Kamatz gadol, weil vor r, das ja keinen Punkt annehmen kann, der Vokal sich verlängert. Ja, dann wäre Meforschim nach Jekkisch-Aschkenasischer Aussprache richtig…
Mefarshim schreibt sich mit kamatz, und laut Hebr. Akademie sagt man mefarshim, wie mevarchim, mesarkim und so weiter. Das resh kannst Du zwar nicht verdoppeln, aber es steht doch ein shva drunter und damit schließt es die Silbe davor. Und damit ist es ein kamatz katan.
Aber es ist Jahrzehnte her, daß ich Grammatik gelernt habe, und ich kann auch total falsch liegen. Ein patach jedenfalls kann es bei einer betonten Silbe nicht sein.
Ja genau, ich habe es jetzt endlich gefunden, und es steht tatsächlich ein Kamatz gadol als Dehnung des Patach. Hiermit sagen die (urchigen) Ashekansim (die sich natürlich nicht nach der Hebr. Akademie richten, sondern ihre eigenen “Dialekte” bzw. “Lautverschiebungen” oder “Aussprachen” pflegen) “Meforschim” für Kommentatoren.
Dein Traumurlaub ist wohl drei Wochen im Zelt mit Wilhelm Gesenius
…bin froh, dass wir dieser Sache jetzt auf den Grund gegangen sind…
“Dein Traumurlaub ist wohl drei Wochen im Zelt mit Wilhelm Gesenius”
Absolut, ich liebe Gesetze, Regeln, Grammatik, obwohl ich, wie du siehst, in Ivrit in diesem Gebiet ziemlich schwach auf der Brust bin.
Aber Sprachkurse sind definitiv meine liebste Urlaubsform.
PS: Betont wird Mefarschim (laut hebr. Akademie) überigens auf im. Daher war das nicht wirklich die Frage.
Natürlich, die urchigen Ashkenasim betonen auf Fo, aber daraus kann man keine Grammatikregeln ableiten.
Bist Du wirklich sicher, daß es ein kamatz gadol ist…?
Und: wo siehst Du bei piresh jemals ein patach…?
Oh: was ist “urchig” bitte???
Ja, um das geht es ja: so wie Mevarech, aber anders als melamed (dort ist es ein Patach und m ist verdoppelt).
urchig ist, denke ich ein Schweizer Wort und bedeutet “unverfälscht, der alten Tradition folgenden”. Man stellt sich darunter z.B. einen Senn mit Rauschebart und Älplerkäppchen vor…
Ich meine damit im zusammenhang mit Asheknasim: Jene, die die alte Ashkenasische Aussprache(n) noch benützen.
In den meisten Einheitsgemeinden im Einzugsgebiet der Ashkenasim ist man so um die Zeit der Gründung Israels auf die Aussprache der hebr. Akademie umgestiegen. Nur in manchen, meist sehr religiösen Gemeinden, sagt man noch Tauro (Jekkisch) oder Teire (Russich/litvish) oder Toire für Torah. Natürlich jeweils auf der ersten Silbe betont.
Ashkenasische Aussprache wird auch hier in Israel noch praktiziert, kommt nur drauf an, wo.
http://lifeinisrael.blogspot.com/2011/02/shortening-dress.html
Mir hat das s statt tav geholfen zu verstehen, wann ich bei aus dem Loasit transskribierten Wörtern (die ich in meiner Disziplin leider dauernd benutzen muß, die Worte gibt es einfach im Ivrit nicht) ein tet und wann ein tav setze. Das tav steht eigentlich für ein th wie im Englischen.
Das scheint manche Israelis ebenfalls zu verwirren, sonst hätte ich heute beim Putzen nicht auf der Essigflasche lesen müssen:
חומץ סינטטי
(von der Firma Yachin – ein Skandal)
Aber ansonsten ist für jemand, der die israelisch-sfardische Standardaussprache gewöhnt ist, briss und dass und so weiter schwer gewöhnungsbedürftig.
@Hans: Somit hätten wir herausgearbeitet, dass der Singular von Meforschim Meforesch und nicht Meforasch ist….
OK?
Warum? Was ist da falsch?
Ich habe beobachtet, dass in Fremdwörtern prinzipiell immer ס und ט für s und t benützt wird.
Tav hatte, so wie P und b, zwei verschiedene Ausspracheformen, die weiche th und die harte t. An sich sollten die urchigen Ashkenasim diese Unterscheidung richtig machen und nur für weiches Tav ss sagen. Sie sagen ja auch Toire, und Ssoire. Für d gab es diese Unterscheidung anscheinend auch, und angeblich wurde sie von den Yemeniten noch praktiziert.
PS: aber abgesehen davon bin ich in Orthographie in Ivrit völlig daneben. Man sollte ja meinen, dass es einfach ist, weil es letztlich nicht viele Buchstaben gibt, wo man sich irren kann. Aber wenn man schreibt, merkt man dass die überall vorkommen…
Richtig ist
סינתטי
אסתטיקה
Für th setzt man das ת und für t ein ט.
Seit ich mir das merke, muß ich nicht mehr nachschlagen. נרתקס, גותיקה, תיאוטוקוס
“Sie sagen ja auch Toire und NICHT ssoire” muss es heissen. Sorry, da ist mir ein Wort abhanden gekommen…
ah, siehst du, da habe ich wieder was gelernt…
Ich verstehe nichts von ashkenasischer Aussprache, aber das klingt so, als würde das tav zum s nur wenn es rafe ist. Also ohne dagesh.
Kann das sein?
PS: In dem Link, den du angibst, werden genau die Gemeinden zitiert, die ich gemeint habe: jene (meist sehr religiösen), die die alte Ashkenasische Aussprache noch bemützen.
Ob “Life in Israel” sich selber dazu zählt oder es in diesem Zusammenhang nur als Parodie macht, kann ich aufgrund dieses einen Textes nicht sagen…
“Ich verstehe nichts von ashkenasischer Aussprache, aber das klingt so, als würde das tav zum s nur wenn es rafe ist. Also ohne dagesh.
Kann das sein?”
Ja genau, das habe ich gemeint.
Und bei mir ist der Singular von mefarshim – mefaresh. Es mag ja sein, daß in einer ashkenasischen Gemeinde meforshim und meforesh gesagt wird, aber nicht in bet sifreinu…
Na ja, ich nehme an, Hans hatte die ashkenasische Aussprache im Hinterkopf, sonst hätte er ja keinen Zusammenhang hergestellt…
Übrigens habe ich nachgeschaut: laut even-Shushan schreibt man Mefarschim einfach mit shva unter dem R…
Und um noch kurz etwas zur Verwirrung Kamatz-Gadol und Kamatz-Katan zu sagen: Natürlich sprechen die urchigen Ashkensim kamatz katan auch als o aus, aber das ist ja nichts besonderes, denn das wird überall als o ausgesprochen…
Um uns herum fallen die Leute um wie in einem Film über die Schlacht im Teutoburger Wald, aber ich möchte dazu bemerken, daß es ein schwa na sein muß, denn sonst wäre zB in mevarchim aus chaf ein kaf geworden (begedkefet nach shva nach). Mir scheint, bei Dir ist weniger Zeit vergangen, seit Du das gelernt hast, ist es nicht so?
Oh, ich habe so gern Ivrit gelernt, es war so wunderschön logisch und ordentlich.
In Deutschland habe ich die ganzen grammatikalischen Ausdrücke wie bei Gesenius gelernt (dagesh forte und lene, shva quiescens und mobile, Status constructus), in Israel dann die hebräischen Ausdrücke (dagesh kal und chazak, shva nach und shva na, smichut). Damals habe ich mir ein richtiges Wörterbuch mit grammatikalischen Ausdrücken gebastelt, sonst wäre ich ganz durcheinandergekommen.
Leider habe ich bei unserem letzten Umzug den ganzen schönen Ordner kurzentschlossen weggeschmissen. Das war eine Dummheit. Jetzt sitz ich da und muß über so einfache Sachen nachdenken: was passiert mit begedkefet nach shva na…? Na, bleibt wohl weich
PS: Ich bleibe bei kamatz katan. Leider sieht man den Unterschied nicht
Ich habe das schon vor ziemlich langer Zeit gelernt, ich würde sagen es ist weit über 20 Jahre her. Ich wusste nicht einmal die Terminologie mehr. Kamatz ging gerade noch, aber bei Patach kam ich ins Schwimmen und Chataf-Patach oder Chataf-Kamatz wäre mir gar nicht mehr eingefallen (zum Glück gibt es Wiki).
Es muss ein Kamatz gadol sein, sonst würde die hebräische Akademie Meforschim sagen, wie die Ashkenasim…
Aber vielleicht sprechen wir nicht vom selben kamatz: ich meine das Fa von Mefaresch. Das ist ein Kamatz gadol, da verlängert von Patach (wie bei Melamed), weil r sich nicht verdoppeln kann und die berühmte ERsatzdehnung eintritt.
Der Name Gesenius sagt mir übrigens nichts…
Ich hatte einmal so eine Hebräisch-Grammatik (für “Anfänger”!!!) für den akademischen Gebrauch, da musste man nur die erste Zeile lesen und war schon für ca. 1 Jahr beschäftigt. Der gute ging das ganze gründlich an und begann mit eben jenen vokalisierungsregeln – langer Vokal – kurzer Vokal – offene Silbe – geschlossene Silbe – betont – unbetont: so die Basics halt, die man unbedingt braucht, um “Shalom ani Michael, ma shmech?” zu sagen…
…wenn ich mich recht entsinnen funktionniert das mit Ersatzdehnung so:
da der Konsonant sich nicht verdoppeln kann, um die kurze Silbe abzuschliessen, muss sich der Vokal der vorangehenden Silbe verlängern, damit die Silbe offen bleiben kann.
Im Plural, Mefarschim, würde unter das r wahrscheinlich streng genommen ein chataf irgendwas gehören, aber bei r sieht man das glaube ich nicht so eng, und es ist im Prinzip ein shva na das als shva nach ausgesprochen wird, oder so..
(chataf segol????)
Ja, ich habe Gesenius jetzt auf Wiki nachgeschaut, anscheinend ist das die leib- und magen-Grammatik der protestantischen Theologen, die sich schon seit Jahrhundert(en) bewährt hat….
Aber mit dieser Fraktion (protestantische Theologie) habe ich eigentlich nie was zu tun gehabt…
Habe mich da lieber an Chumash Rashi gehalten, aber auch da bin nicht wirklich sehr weit gediehen.
begedkefet nach schwa na würde ich genauso tippen wie du: bleibt weich, da es ja nur am Silbenanfang hart wird, und wenn du schon vorher was mit shvana hast, dann ist es ja per Definition kein Silbenanfang.
Praktisch überprüft: man sagt doch bePurim, beParis, und nicht beFurim und BeFaris
Nun, und ich habe die Grundlagen für mein Hebräisch an einem Institut einer kirchlichen Hochschule gelegt. Gesenius war gewissermaßen der Bergführer, dem wir vertrauensvoll ins Gletschergebiet der Grammatik gefolgt sind. Immer schön am Seil über die Abgründe
Als ich nach Israel gekommen bin, habe ich dann Straßenhebräisch gelernt – erst im Kinderhaus die grundlegenden Sachen (lo leharbitz – zeh lo naim lo) und dann von Y. den richtigen Slang (sof ha derech, dirbalak).
Und dann an der PH zwei Jahre lang für das Lehrerdiplom gelernt, mit den Muttersprachlern in einer Klasse, great fun. Schließlich die Große Prüfung: schriftliche Prüfung, aus Tanach vorlesen, ein paar Sprichworte erläutern, mündliche Prüfung und an die Tafel schreiben – die Prüfer gucken, ob man auch das peh und ayin in die richtige Richtung dreht.
Die Frau, die uns da unterrichtet hat, war einfach eine tolle Lehrerin und ich habe mich sehr fit im Hebräischen gefühlt.
Ich arbeite immer noch schwer daran, meinen deutschen Akzent loszuwerden, und habe es immerhin dahin gebracht, daß ich öfter für eine Holländerin gehalten werde als für eine Deutsche. Mein Ideal ist natürlich die vollkommene Akzentfreiheit, aber das ist leider unerreichbar. Immerhin verbessere ich meinen Mann, der die Zahlworte grundsätzlich nur im Maskulinum verwendet, und versetze alle in Erstaunen, wenn ich im Futur pl.fem. tatsächlich ein -na am Ende einsetze (hen tilechna).
Ha. Nie gut genug, nie gut genug. Das wird mal auf meinen Grabstein gemeißelt.
Huch? Nein. DAs war doch genau das Gegenteil. Wird hart. Na ja, sei’s drum…
Weil das Eigennamen sind und das pe hart bleibt. Sonst bleibt es aber nach shva na weich: bevakasha, mevarech, bevo ha yom, beferush, befoal.
Israelis finden es deswegen sehr schwierig, ein F am Wortanfang auszusprechen. das kann einfach nicht sein. Pilosof
Manche over achiever gehen dann soweit, swimming fool und fornografia zu sagen, weil sie sich gemerkt haben, daß ausländische Worte mit f anfangen.
Araber dagegen können kein P sprechen. Balestine sagen sie oder Falestin. Und eine Studentin guckte mich verwirrt an, als ich eine Wandmalerei aus Pompeii zeigte, als Beispiel für römischen Stil: “aber Bombay ist doch in Indien…?”
Ja, ja, dem Ziegenstall von Balak bin auch begegnet, sowie den GEschlechtsteilen der Mutter bzw. Schwester des GEsprächspartners… Habe aber immer gemeint, dass das Spezialitäten der Edot hamizrach sind, genauso wie “kappara sheli”.
Mit israelis Ivrit lernen muss echt tough sein, aber handkehrum haben die doch sicher auch schon alles vergessen, was sie mal in der Mittelschule gelernt haben.
Mir würde es Spass machen, jetzt wieder mal irgend etwas für Ivrit zu tun. Besonders die “gehobenere” Sprache der Politik und Wirtschaft würde ich gerne lernen. Da fühle ich mich gar nicht sattelfest. Im Radio verliere ich meist den Faden, wenn die Nachrichten kommen. ERstens kenne ich mich in der day-to-day Berichterstattung nicht so gut aus, (Wer jetzt gerade bei welchem Prozess zu was verurteilt wird etc.) und Nachrichten sind ja immer Fortsetzungsgeschichten, und zweitens finde ich das Ivrit viel schwieriger zu verstehen, weil viele Substantivierte Verben und was weiss ich nicht alles verwendet wird, was man in der Alltagssprache eher nicht tut…
Ich meine, so gegen Ende des Tages, wenn ich die Nachrichten ein paar mal gehört habe, kann ich mir so etwa ein BIld machen, worum es gegangen wäre…
“Israelis finden es deswegen sehr schwierig, ein F am Wortanfang auszusprechen. das kann einfach nicht sein.”
DAs ist auf Spanisch übrigens ganz ähnlich, nicht bei p und f, sondern bei b und v. Je nachdem ob Wortanfang oder nicht, wird b oder v gesagt, ganz nach den arabischen – nehme ich mal an – Grammatik-Regeln. Ob b oder v steht ist für die Aussprache auf Spanisch irrelevant. Deshalb verwechseln Spanier mit Orthographie-Schwäche gerne b und v (sowie y und ll), obwohl man abgesehen davon in dieser Sprache WIRKLICH NICHTS FALSCH MACHEN KANN. Es gibt nicht einmal Doppel-Konsonanten, wie im Italienischen….
Dass Dein Mann Zahlen grundsätzlich nur im Maskulinum verwendet, beruhigt mich kolossal, denn das ist auch eines der weiten GEbiete meiner Grammatik-Inkompetenz. Bin froh, dass das jetzt langsam von der STrasse her abgeschafft wird…
Wobei die Strasse ja langsam sämtliche Femininen Formen (aten, at) abschafft, was mir dann doch etwas zu weit geht. Beim Futurum Plural ist es ihr ja schon vor längerer Zeit gelungen!!!!
Meine Töchter kamen vor ein paar Jahren ganz entzückt nach Hause. Sie hatten im Kibbuz eine Wochenendbesucherin getroffen, die sich verlaufen hatte, und haben ihr den Weg zurück zu den Ferienhäusern gezeigt. Daraufhin sagte die Frau zu meiner Jüngsten: kapara alaich, neshama sheli.
“Mama, das hat die wirklich gesagt!” Die Mädchen waren entzückt.
Seitdem wir aus dem Kibbuz weg sind, ist das nichts besonderes mehr. In jeder Supermarktschlange heißt es, wenn man jemandem hilft, “toda, mami” oder “kapara alaich, neshama”
Ich mag das. Leider bringe ich es nicht über mich, selbst Wildfremde mami oder neshama zu nennen.
Substantivierte Verben benutze ich aber auch oft. Die meisten Substantive im Hebräischen sind doch substantivierte Verben. Ich finde die “ausländischen ” Worte, die wie hebräische Wurzeln behandelt werden, am putzigsten. Nirmul zum Beispiel. Oder Hitpalsefut. Oder metukbak (von Talkback) – “yedia metukbeket”, eine Nachricht mit Talkbacks.
Aten und at sind nicht abgeschafft! Das -na-Femininum pl. im Futur allerdings wird seltener. Manchmal hört man sogar in der Wettervorhersage die falsche Form: “ha temperaturot yaalu…” und dann springe ich auf und rufe “taalena, ya maniakit! be im-ima shelach!”
Und “eser shekel” statt “assra shkalim” würde ich nie, nie, nie sagen.
Also ich habe “ha temparaturot yaalu” als richtig gelernt und “taalena” nur in Klammern, als etwas ausgefallene Form…
Und im Bus von Kiryat Malachi hat es schon vor 25 kein aten mehr gegeben… oder war es die Verbform? Aten chozrim habeita…
oder ATa chozer habeita zu einer Frau??? Irgend so was. Mich, als brave schülerin, hat das natürlich entsprechend schockiert…
mamele finde ich auch süss.
Ich denke, bei Kindern werde ich mir das langsam angewöhnen, um sich so richtig schön einzuschleimen…
Nirmul – Normalisierung?
Hitpalsefut – Falsifizierung? Fälschen?
Wenn ich in Ivrit rate, liege ich fast immer daneben…
Yaalu – nie und nimmer.
Nein, was Du da im Bus von Kiriyat Malachi gehört hast, ist einfach falsch. Es gibt zwar Leute, die eine Gruppe von Frauen mit “atem” ansprechen, aber normalerweise sagt man dann doch “aten”. Und dann muß die Nachsilbe auch fem. sein, sonst ist es einfach verkehrt. Ich bin auch schockiert!
Meist wird “batel be shishim” angewendet und die Gruppe “atem” angesprochen, auch wenn Frauen dabei sind – umgekehrt erlebt man es nur von Hardcore-Feministinnen
(“Liebe Kolleginnen” an ein gemischtes Publikum gibt es ja auch im Deutschen…)
Aber “aten chozrim” ist übelst. Mich hat auch noch nie jemand als Mann angesprochen.
Allerdings ist für Neu-Lerner sehr verwirrend, daß masc. “ata mevin” und fem. “at mevina” läuft. Man könnte sich leichter merken, wenn jedesmal ein -a dazukäme. Es dauert aber nur eine Schrecksekunde, dann behält man das.
Nichts jedoch ist so verwirrend im Hebräischen wie unsere deutschen unregelmäßigen Verben und die vielen Ausnahmen. Hebräisch ist viel, viel ordentlicher. Es gibt ein paar unregelmäßige Pluralformen (chalonot sgurim, avot zeirim), aber das ist auch alles.
Alles andere ist hübsch ordentlich sortiert. Eigentlich kann man, wenn man nur verstanden hat, wie die Kehle aufgebaut ist und welche Laute sich wie verhalten, die ganze Grammatik eruieren. Na ja, nicht die Syntax, aber die ganzen Verbformen. Um die Wurzeln vernünftig zu konjugieren, braucht man nur ein paar Regeln.
Ich liebe Hebräisch und würde sehr gern weiterlernen. Auch Arabisch. Leider eine Zeitfrage.
…oder Philosophierung?
“Nein, was Du da im Bus von Kiriyat Malachi gehört hast, ist einfach falsch.”
Na ja, das ist eine Frage der Zeit und vielleicht auch der Schicht. Die dort sagen das so. Und es ist gut möglich, dass sie sich irgendwann einmal durchsetzen.
Mein Vater hat mich seinerzeit auch noch angebrüllt, dass es “wegen diesES ARschlochS” heisst, und heute steht wegen & Dativ schon im Duden…
“Hebräisch ist viel, viel ordentlicher.”
Also ich finde hebräisch im Grossen und Ganzen auch eher leicht. Auf jeden Fall wesentlich leichter als Latein. Es gibt ein paar Sachen, die haben sich noch nicht bis zu mir herumsgesprochen, z.B. der Genus der Substantive, wenn er nicht eindeutig ist, aber das ist sowieso erst für Fortgeschrittene…
Wegen DAT Arschloch heißt es doch richtig, oder?
Genus der Substantive ist Gewohnheitssache. Das “hört” man nach einer Weile. Bei fast allen kannst Du am Plural den Genus hören, Ausnahmen sind selten, aber wenn Du sie ein paarmal gehört hast, bleiben sie hängen. Wenn nicht, versteht Dich trotzdem jeder.
Welch ein Albtraum dagegen, deutsche unregelmäßige Formen! Pluralformen von Substantiven, Verbformen. No rhyme no reason. Und diese ganzen Fälle, die jedes Wort ständig verändern. Y. kriegt Zustände. Ich ziehe den Hut vor allen, die als Erwachsene Deutsch lernen und gut sprechen.
“Allerdings haben einige deiner Kommentatoren (Silke, willow, zahal, Yael und wie sie alle heissen) da eine wesentlich eindimensionalere Sicht.”
Woher wollen Sie das wissen? Sie kommen hierher machen Lila und andere an und tun so als wären Sie der Nabel der Welt, der alles genau weiß und mal den Moralapostel spielt? Wenn Sie mal genauer gelesen hätten, hätten Sie mitbekommen, dass mich gerade Lilas positive Erlebnisse mit Palästinensern immer sehr bewegt haben. Ich muss mich natürlich nicht vor einen anonymen Schreiber rechtfertigen, aber diese Überheblichkeit lasse ich mir nicht gefallen. Vielleicht ist ja gerade Ihre Sicht eindementional und von Küchenpsychologie geprägt! Adios.
Ich bewundere wie immer deine Geduld, die du mit solchen Typen hier hast. Sich im eigenen Blog so unterirdisch anmachen zu lassen, ist nicht jedermanns Sache.
Du liegst ganz richtig.
Nirmul ist Normalisierung im Sinne von Normierung, “chinuch menarmel” ist nivellierende, normierende Erziehung, Gleichmacherei.
Hitpalsefut kommt, wie ich eines Tages kapiert habe, vom pilosofieren
“Mitpalsef” ist einer, der sinnloses Zeug aufgeblasen daherlabert (wie ein “falzan”). Dabei tur ein richtiger Philosoph doch das genaue Gegenteil, er spricht nur Nötiges und Sinnvolles. Ich habe es nie irgendwo belegt gesehen, aber hitpalsefut kann nur aus der Wurzel plsf kommen, und die ist einfache eine Hebraisierung von Philosoph.
Ich gehe jetzt gleich mal im Slang-Wörterbuch nachgucken… kennst Du das?
http://www.e-mago.co.il/Editor/literature-559.htm
“Wegen DAT Arschloch heißt es doch richtig, oder”
Das ist in einer anderen Gegegend. Dat war bei uns chazer treife, genauso wie “Schlagsahne” oder “mal” statt “bitte”.
Ich finde auch, dass Deutsch eigentlich unmöglich zu lernen ist und verneige mich vor all jenen, des es schaffen, richtige Endungen zu produzieren. (In meinem Bekanntenkreis gar nicht so rar, ich kenne sogar einen Amerikaner und einen Engländer, die grammatikalisch korrekt deutsch sprechen. In besagten Amerikaner habe ich mich genau aus jenem Grund sofort unsterblich verliebt, aber leider ist nichts daraus geworden).
Den Genus der Substantive (die nicht von der Endung bzw. Pluralbildung her eindeutig sind) habe ich deshalb nicht im Ohr, weil man ihn eigentlich kaum je braucht, nur wenn man die schlechte Idee hat, ihnen einen Adjektiv beizustellen.
Und das mit den Zahlen hat auch so seine GEschichte. Mir hat einmal ein Altphilologe den “grösseren Zusammenhang” erklärt, damit ich es auch richtig verstehe und ganz gewiss nicht wieder verwechsle.
Das ging so: ….blabla… semitische Sprachen…gegenzählig… männliches Zahlwort mit weiblichen Hauptwort und umgekehrt… ausser bei eins und zwei, die sind nicht gegenzählig… und Plural ist singular, aber erst ab 10….
Kurzum, seit diesem Augenblick habe ich es nie mehr richtig hingebracht, und ich wünsche mir meine Unschuld von früher zurück, wo ich einfach gelernt hatte:
drei- männlich schlosha; weiblich: shalosh…
Das ist doch viel übersichtlicher, wenn auch philologisch nicht korrekt….
Liebe Yael, ärger Dich nicht. Internet ist anonym und man wird im Nu auf ein paar Wortfetzen reduziert. Am Ende ist alles, was von uns bleibt, eine “wir hassen Lila (Yael, Willow…)-Seite im Facebook mit ganz vielen likes
Ärgern wäre zuviel, aber ich hasse Ungerechtigkeiten. Ich möchte aber jetzt euer Gespräch nicht weiter stören.
“Am Ende ist alles, was von uns bleibt, eine „wir hassen Lila (Yael, Willow…)-Seite im Facebook mit ganz vielen likes
”
Genau. So wie Haman heute auch nur dank den Juden bekannt ist, die er ja vernichten wollte… Und erst Amalek. Ist das nicht paradox, dass wir uns daran erinnern müssen, jemanden zu vernichten, den es sowieso schon längst nicht mehr gibt?
Verzwickt werden die Zahlwörter erst im status constructus, dann macht die weibliche Form fast niemand mehr korrekt.
shlosha banim, shalosh banot
shloshet ha-banim, shlosh ha-banot
Das shlosh sagt fast niemand richtig, alle sagen shloshet.
Ich merke mir, daß es kontra-intuitiv läuft, also weibliche Formen für die Männer und männliche für die Frauen, weil Zählen sowieso widernatürlich ist
Eine weitere kontra-intuitive Falle sind die Smichut-Formen mancher Worte im Plural. Simla, smalot. Simlat kala, simlot kala. Die meisten sagen smalot kala.
Und kaum jemand sagt milga, melagot oder pitma, petamot – fast alle sagen milgot oder pitmot. Es klingt schon fast wie falzanut oder fainshmekeriut, das richtig zu sagen.
Yael, Du störst NIE.
da tun sich ja für mich ganz neue Horizonte auf…
yael – 87
dieser thread hat mich ne Menge über die Wege zu Lilas Herzen gelehrt. Was sind schon ein paar unterirdische Unterstellungen, wenn man mit ner Sprachdiskussion dienen kann. Was wieder die Frage aufwirft, was muß eine/r mir bieten, damit ich ähnlich dahinschmelze.
Doch erheblich wichtiger, Dir ist hier was super-Geniales gelungen. Ich hoffe Du bist nicht böse, wenn ich mit dieser Deiner Erfindung an Stellen, die so was zu würdigen wissen, Punkte ohne Ende sammele – es ist schließlich perfekt ins Englische übertragbar und wird sich als beabsichtigtes ad-hom ganz köstlich machen.
Falls Du jetzt von Lila einen Eintrag ins Blogbuch wegen ad-hom bekommst, sei’s drum, eine solche Perle kann einfach nicht ungefeiert bleiben.
DANKE!
(Papa Freud hätte Dir die Füße für das Dingens geküsst – zwei Buchstaben und aus Allerwelt wird Volltreffer)
EINDEMENTIONAL
Ich schenke mir jetzt die letzten Dutzende von Kommentaren
und komme zum Thema kurz zurück. Schlägt Israel zurück, kommt das sofort auf die Titelseite, obwohl auch eine solche Nachricht keinen Neuigkeitswert mehr hat. “Luftangriff auf Gaza”, titel SPON mit gewohnter Objektivität, und erst in der zweiten Hälfte des Berichts wird erwähnt, dass die Aktion Antwort auf die letzten 5 Raketenangriffe war. Falls wer den Bericht bis dahin überhaupt gelesen haben sollte. Zufälle gibt es keine, diese Art Berichterstattung ist ja nichts Neues. http://www.spiegel.de/video/video-1108079.html#oas.videobelegung=news
78@ lila
„taalena, ya maniakit! be im-ima shelach!“
absolut nicht jugendfrei !!!
für mich auch neue ofakim
Jugendfrei! Be ima shelach heißt “bei deiner Mutter”. Im-ima ist nur die Verstärkung. Und maniakit, das ist doch schon fast zärtlich
hans
Du bist gemein – Google translate reagiert nicht auf transkribiertes Hebräisch und erkennt es als Suaheli – seufz
Heute sind Steine und ne firebomb auf Busse geschmissen worden, sagt der IDF-Twitter, Busse beschädigt, aber niemand verletzt
- aber leider iss das bei Euch wohl so normal, daß man nich mal gesagt kriegt, ob und wie viele Personen diesen Schreck gemacht gekriegt haben.
@hans
Neue Ofakim, wie du so schön sagst, für manche, während das Fussvolk auf den billigen Plätzen geifert…
Meforash, an Deinen Ironiesignalen mußt Du aber noch ein bißchen arbeiten. Fußvolk? billige Plätze? geifert?
Das sind alles VIPs, und die dürfen auch mal Buh schreien, wenn ihnen die Vorstellung nicht gefällt. Schließlich machen sie Rungholt zu dem, was es ist.
Ich möchte mich hiermit bei den Vips in aller Form entschuldigen.
Also: während die VIPS in ihren lange gewärmten Logenplätzen geifern.
Womit ich diesen Strang schließe. Er ist eh schon zu lang.