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Das Feuer Dezember 2, 2010, 20:13

Posted by Lila in Uncategorized.
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Es hat Stunden gedauert, nach Hause zu kommen. Über der Hochschule lag eine riesige Wolke. Der Gestank war fürchterlich.  Überall Hubschrauber und Rettungswagen.

Die schwerstverletzte Frau ist aus unserem Moshav, Ahuva Tomer. Eine hohe Offizierin der Polizei. Sie ist am ganzen Körper schwer verbrannt und kämpft um ihr Leben.  Sie war bei der Gruppe, die das Gefängnis Damun geräumt haben. Im Bus waren größtenteils junge Auszubildende, die helfen wollten. Sie sind alle tot.

Wir sehen vom Wohnzimmer aus eine riesige orange Säule in der Luft über Haifa. Die Zyprioten und Griechen haben Hilfe zugesagt, hoffentlich auch die Russen und Italiener. Der Kibbuz Bet Oren, Heimat des Lebensgefährten meiner Schwiegermutter, ist komplett abgebrannt – einer der schönsten Kibbuzim Israels, auf einem Gipfel im Carmel.

Der Chai-Bar – die vielen wilden Tiere – die Universität ist geräumt worden.  Usfiya und Daliat el Carmel, die Drusendörfer, sind geräumt worden. Nir Etzion, En Choud und En Hod, das Künstlerdorf, ebenfalls. Ich kenne in all diesen Orten Menschen.

Inzwischen hat sich ein Feuersturm entwickelt, und die Feuerwehr schafft es nicht, bei dem heißen, trockenen Wind, die Situation unter Kontrolle zu bringen. Acht Monate kein Tropfen Wasser – das geht in Flammen auf wie Zunder. Die Nacht wird schrecklich. Aus ganz Israel sind Feuerwehr und Rettungsdienste gekommen.

Es gibt kaum etwas Schrecklicheres als die entfesselte Naturgewalt. Wer den Mut hat, sich der Gefahr entgegenzuwerfen, der ist wirklich ein Held.

Eine ganz, ganz große Katastrophe. Und sie ist noch nicht zu Ende. Ach, der schöne, grüne Carmel, Heimat für so viele Menschen und Tiere. Wir haben schon mehrere große Waldbrände miterlebt, aber so eine Größenordnung kennen wir nicht.

 

ETA: ich habe ein paar Karten zur Erklärung aus Google Earth kopiert.

 

 

Das ist die Gegend – die Bucht von Haifa. Der grüne Bereich im roten Kreis ist in etwa das Gebiet, in dem das Feuer tobt. Viel Wald, ausgetrocknet.

 

Vergrößert. Man kann sehen, daß zwischen dem brennenden Wald und dem Meer Ortschaften liegen.

 

Und hier sind die Namen der Ortschaften bzw Stadtteile von Haifa.

 

Oh, auch das Krankenhaus in Tirat Carmel, wo meine beste Haifaer Freundin arbeitet, ist evakuiert.  Die Bilder im Fernsehen sind grauenhaft. Wie oft waren wir in diesem idyllischen Wald. Zehn Stunden dauert der Brand schon an.

Kommentare

1. Marlin - Dezember 2, 2010, 20:24

… Scheiße!

:(

2. Ralf - Dezember 2, 2010, 20:25

Sind die zuletzt evakuierten Orte (von “Usfiya …” bis “… En Hod”) akut in Gefahr, oder ist es nur eine Vorsichtsmaßnahme, falls sich der Wind dreht? Ich habe irgendwo gelesen, er wehe Richtung Meer, und das sei gut. Da war von Evakuierung noch nicht die Rede.

3. Jack - Dezember 2, 2010, 20:26

Bitter, bitter, bitter.
Das tut weh. All die Toten. Kann’s kaum glauben.

4. Rika - Dezember 2, 2010, 20:30

Ich sitze fassungslos vor dem Fernseher – das zdf berichtete – und kann nur noch heulen…

einfach zu schrecklich…
keine worte

5. Ralf - Dezember 2, 2010, 20:40
6. Malte S. Sembten - Dezember 2, 2010, 20:41

Das ist schrecklich. Bis gerade eben wusste ich gar nicht, dass eine Brandkatastrophe Israel heimsucht oder auch nur heimsuchen könnte – das kannte man immer nur aus Kalifornien oder Australien (wo nicht selten Brandstiftung die Ursache ist). Ich werde gleich schauen, ob in den Online-Ausgaben deutsche Presserzeugnisse etwas darüber steht.

Hoffentlich bekommen die Brandbekämpfer das bald in den Griff!

Die Zyprioten und Griechen haben Hilfe zugesagt, hoffentlich auch die Russen und Italiener.

Hoffentlich auch die Deutschen!!! Und mit Hilfe meine ich keine wohlfeilen Beileidsbekundungen aus dem Merkel-Maul, sondern TATEN!

7. Malte S. Sembten - Dezember 2, 2010, 20:41

Sorry:

Das ist schrecklich. Bis gerade eben wusste ich gar nicht, dass eine Brandkatastrophe Israel heimsucht oder auch nur heimsuchen könnte – das kannte man immer nur aus Kalifornien oder Australien (wo nicht selten Brandstiftung die Ursache ist). Ich werde gleich schauen, ob in den Online-Ausgaben deutsche Presserzeugnisse etwas darüber steht.

Hoffentlich bekommen die Brandbekämpfer das bald in den Griff!

Die Zyprioten und Griechen haben Hilfe zugesagt, hoffentlich auch die Russen und Italiener.

Hoffentlich auch die Deutschen!!! Und mit Hilfe meine ich keine wohlfeilen Beileidsbekundungen aus dem Merkel-Maul, sondern TATEN!

8. Lila - Dezember 2, 2010, 20:46

Das Feuer tobt weiter, und weitere Ortsteile werden evakuiert. Zwischen Haifa und dem Meer liegen Ortschaften. Haifa selbst ist nicht in Gefahr, aber der Wind bläst weiter stark und man weiß nicht, wie es weitergeht. Denia und Tirat Carmel sind gewarnt worden und halten sich bereit.

Unter den Toten sind drei oder vier Drusen aus Gat, auch hier bei uns im Norden.

9. Mia - Dezember 2, 2010, 20:47

Mein Freund und ich sind gerade vom Merkaz zurück gekommen und am Carmel vorbei gefahren. Unheimlich, der ganze Gebirgszug scheint zu brennen. Wir können es auch von unserem Balkon aus sehen (und ich hoffe, dass wir weit genug vom Feuer weg wohnen).

Furchtbar einfach. Wer tut so etwas??

10. Malte S. Sembten - Dezember 2, 2010, 20:48

SPON:

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach von einem Desaster bislang unbekannten Ausmaßes. Er bat Russland, Zypern, Griechenland und Italien um Hilfe bei der Bekämpfung des völlig außer Kontrolle geratenen Großbrandes.

Aha, N. hat diese vier Staaten gezielt gefragt. Dennoch sollte Deutschland Hilfe anbieten.

Es habe mehrere kleine Brandherde gegeben, deshalb sei Brandstiftung nicht auszuschließen, sagte Polizeisprecher Mickey Rosenfeld.

Zumindest für Zukunft wird die Hamas Brandstiftung in Dürrezeiten in ihren Werkzeugkasten aufnehmen

11. yael1 - Dezember 2, 2010, 20:51

Ich habe noch nichts im Fernsehen gesehen, da ich erst nach Hause gekommen bin. Ich hoffe, dass ihr diese Brände in den Griff bekommt. Leider entfachen solche Feuer immer wieder Brandstifter, ich weiß nicht, was sich in diesen kranken Köpfen abspielt.

12. Lila - Dezember 2, 2010, 20:52

Aber Malte – das tun sie doch jeden Sommer. Es kann doch nicht sein, daß das außerhalb von Israel unbekannt ist! Es ist eine beliebte Rachemethode. Besonders um Jerusalem herum werden jedes Jahr Brände gelegt, meist von fanatischen Arabern. Damit kämpfen wir schon seit Jahren.

13. Lila - Dezember 2, 2010, 20:54

Mia, wo wohnt Ihr?

Ich bin über Yagur zurückgefahren, es sah gespenstisch aus. Die Feuersäule, die wir bis hierhin sehen (und wir wohnen über 30 km entfernt!), wächst. Gruselig.

14. Mia - Dezember 2, 2010, 20:55

Kababir, Haifa.

Auch vom Süden aus sieht man das Feuer von Weitem.

15. yael1 - Dezember 2, 2010, 20:56

Ich las gerade, das Feuer sei möglicherweise auf einem illegal angelegten Müllplatz im Gebirge ausgebrochen.

16. Malte S. Sembten - Dezember 2, 2010, 20:58

SPON und FAZ.net berichten fast identisch (wahrscheinlich bei Reuters o. ä. abgeschrieben) an entlegener Stelle, bei Welt online finde ich überhaupt nichts.

17. markusoliver - Dezember 2, 2010, 21:01

Kann man für die Familien der Opfer spenden?

18. Malte S. Sembten - Dezember 2, 2010, 21:02

12. Lila – Dezember 2, 2010, 20:52

Aber Malte – das tun sie doch jeden Sommer. Es kann doch nicht sein, daß das außerhalb von Israel unbekannt ist!

Mir war das unbekannt. Obwohl ich bezüglich Israels aufmerksamer bin als der sog. Bundesdurchschnitt.

Falls auch dies auf eine solche Brandstiftung zurückgeht, ist ja mit baldigem öffentlichem Bekennerstolz und begleitendem Jubel zu rechnen. *Würg*

19. Ruth - Dezember 2, 2010, 21:02

Meine Gedanken und Gebete sind bei Euch im Norden.

20. Malte S. Sembten - Dezember 2, 2010, 21:03

Oh Mann … schon wieder die Tags … ich bin zu aufgeregt:

12. Lila – Dezember 2, 2010, 20:52

Aber Malte – das tun sie doch jeden Sommer. Es kann doch nicht sein, daß das außerhalb von Israel unbekannt ist!

Mir war das unbekannt. Obwohl ich bezüglich Israels aufmerksamer bin als der sog. Bundesdurchschnitt.

Falls auch dies auf eine solche Brandstiftung zurückgeht, ist ja mit baldigem öffentlichem Bekennerstolz und begleitendem Jubel zu rechnen. *Würg*

21. willow - Dezember 2, 2010, 21:06

“Aber Malte – das tun sie doch jeden Sommer. Es kann doch nicht sein, daß das außerhalb von Israel unbekannt ist! ”

Nun Lila, auch ich hatte davon noch nie gehört – vermutlich gab es immer “Wichtigeres” zu berichten…

22. Ulrich J. Becker - Dezember 2, 2010, 21:11

Ich kann mich Ruth nur anschliessen. Auf dem 10 Kanal aeussert man vorsichtige Vermutung von Brandstiftung, da es mindestens drei Ursprungsorte des Feuers gab. Uebrigens hat man angeblich auch die Tuerkei um Hilfe gebeten. Mal sehen, was damit wird…

Alle Kraft fuer unsere Rettungskraefte und dass der Wind aufhoere!

23. Lila - Dezember 2, 2010, 21:11

Zum Thema Brandstiftung in Israel:

http://www.israelnationalnews.com/News/news.aspx/132162

http://www.israelnationalnews.com/News/news.aspx/138337

Es ist auffällig, daß oft mehrere Feuer gleichzeitig ausbrechen. Die Brandstifter rechnen darauf, daß die Feuerwehr nicht überall gleichzeitig hinkommt. Es müssen Banden sein.

Wer es ist, weiß man nicht. Aber die Feuerwehr erkennt Brandstiftung an bestimmen Anzeichen.

Ein einzelnes Feuer kann auch durch eine liegengelassene Glasscherbe ausgelöst werden, die wie ein Brennglas wirkt. Aber mehrere Brandherde gleichzeitig? Außerdem hinterläßt Brandstiftung wohl Spuren, die Profis entdecken können.

Ich bin etwas verblüfft, daß das unbekannt ist. In Israel ist das ein riesiges Problem. Habe ich da nie drüber geschrieben? Wird das in den Medien im Ausland nie thematisiert? 1996 und 2005 waren auch riesige, katastrophale Brände auf dem Carmel.

24. Ralf - Dezember 2, 2010, 21:11

Hoffen, hoffen, hoffen: Mögen bald Löschflugzeuge in genügender Zahl verfügbar sein! Und möge das Feuer dann bald unter Kontrolle sein! Und möge niemand mehr zu Schaden kommen, natürlich!

Ich weiß gar nicht, ob ich an Deiner Stelle heute nacht schlafen könnte, Lila. Ich hoffe, Du kannst das.

25. Lila - Dezember 2, 2010, 21:14

Ich habe gehofft, daß Bibi die Türken anstupst. Die müssen sich doch noch daran erinnern, wie israelische Rettungskräfte Türken aus zerstörten Häusern zogen, bei dem großen Erdbeben vor c. 10 Jahren.

Ich würde auch glatt an Jordanien und den Libanon appellieren. Zeigt, daß ihr Menschen seid. Die Libanesen sehen den Feuerschein ja auch, die sind ja nur 7 km nördlich von mir und ich sehe es so deutlich.

Wir würden ihnen selbstverständlich auch helfen.

Zwei weitere Gefängnisse werden evakuiert.

26. willow - Dezember 2, 2010, 21:21

Oh Sch*** – wenn ich an den wunderschönen Carmel denke, kommen mir die Tränen….

27. Lila - Dezember 2, 2010, 21:27

Quarta hat um die wilden Tiere geweint, bevor sie eingeschlafen ist. Wir haben sie und ihre Freundin von einer Tanzvorführung abgeholt – sie tanzt zum ersten Mal. Dann haben wir einen Mann aus dem Moshav mitgenommen, der hatte gehört, daß Ahuva tot ist und platzte sofort damit raus. Quartas Freundin fing sofort an zu weinen – sie sind Nachbarn von gegenüber. Wir haben versucht sie zu beruhigen und gesagt, vielleicht hat sie ja überlebt.

Im Taxi hatte ich schon im Radio gehört, daß eine schwerstverletzte Frau jetzt in stabiler Lage ist, auf der Intensiv-Brandstation im Rambam-Krankenhaus. Und als wir nach Hause kamen, wurde uns klar, daß das Ahuva ist. Wir kennen sie nur vom Hallo-Sagen, wenn sie ihre Hunde spazierenführt, und wußten nicht, daß sie ein ganz hohes Tier bei der Polizei ist.

Wohlgemerkt: alle diese Polizisten und Wachleute haben ihr Leben gegeben, um die Gefangenen zu retten. Die Gefangenen sind Palästinenser, Mitglieder von Terrororganisationen.

Wären wir solche Schweine, wie uns immer unterstellt wird, hätte die Justizbehöre ja wohl nicht Dutzende von Menschen ins Feuer geschickt, um Menschen zu retten, die uns tot sehen möchten.

Ich verlasse mich aber darauf, daß dieser Aspekt in den deutschen Nachrichten diskret unterschlagen wird. Man darf den Leuten nicht zu viel auf einmal zumuten.

28. markusoliver - Dezember 2, 2010, 21:29

Ich habe keinen Zweifel, dass die Feuer vorsätzlich gelegt wurden. Selbst in extrem heißen Gegenden breiten sich Feuer eigentlich nicht so schnell aus, dass sie außer Kontrolle geraten. Schließlich sind die Feuerwehren in diesen Gegenden schon an die Gefahr gewöhnt. Meistens werden sie so gelegt, dass sich in unzugängliche Gegenden ausbreiten, so haben es die Feuerwehrleute schwerer das Feuer zu bekämpfen. Wenn Ihr wisst wo man spenden kann, schreibt das hier doch bitte.

29. Ueber 40 Tote Israelis bei groessten Waldbraenden in Israels Geschichte im Karmelgebirge… | ARO1 – Israel, der Nahe Osten & der Rest der Welt - Dezember 2, 2010, 21:32

[...] Details kann man bei Lila erfahren, die das Feuer von ihrem Haus aus verfolgen [...]

30. Mia - Dezember 2, 2010, 21:38

Shahaf hat mir heute auch erzählt, dass es im Carmel öfter mal Brandstiftung gibt und da meist eine anti-israelische Motivation dahinter steckt. Es war das erste Mal, dass ich davon gehört habe, in deutschsprachigen Medien steht sowas natürlich nicht …

31. yael1 - Dezember 2, 2010, 21:46

“1996 und 2005 waren auch riesige, katastrophale Brände auf dem Carmel.”

Ich kann mich nicht daran erinnern. Meistens wird über die Brände in den USA, dieses Jahr Griechenland oder Russland berichtet. Auch dort waren und Brandstiftungen fast immer die Ursache und in Trockenzeiten an der Tagesordnung.

32. yael1 - Dezember 2, 2010, 21:47

“das Feuer sei möglicherweise auf einem illegal angelegten Müllplatz im Gebirge ausgebrochen.”

Die Medien haben sich übrigens hierbei auf israelische Medien bezogen.

33. Ulrich J. Becker - Dezember 2, 2010, 21:51

Lila, ich wuerde eher hoffen, dass Libanon schoen ruhig bleibt.

34. Malte S. Sembten - Dezember 2, 2010, 22:06

27. Lila – Dezember 2, 2010, 21:27

Wohlgemerkt: alle diese Polizisten und Wachleute haben ihr Leben gegeben, um die Gefangenen zu retten. Die Gefangenen sind Palästinenser, Mitglieder von Terrororganisationen.

Genau diese Frage habe ich mir sofort gestellt, als die ich die Meldung las. Aber ich habe sie nicht laut gestellt, weil es mir unangemessen vorkam, angesichts einer solchen Katastrophe reflexhaft als erste Reaktion den palästinensischen Terrorismus ins Spiel zu bringen.

Nun ist die Frage beantwortet.

Kein Journalist wird in Deutschland die Tatsache erwähnen, dass die Israelis starben, weil sie versuchten, “politische Gefangene aus den israelischen Kerkern” zu retten.

P.S.: Du sagt es, Netanjahu hätte Erdogan um Hilfe bitten sollen. Und zwar so laut wie möglich. Dann hätte Erdogan Farbe bekennen müssen.

35. Silke - Dezember 2, 2010, 22:14

Deutschland wurde vielleicht nicht gebeten, weil wir vermutlich nicht gerade die größten Experten in der Bekämpfung von Waldbränden unter solchen Bedingungen sind.

Das geht bestimmt anders als in unseren selbst unter trockensten Umständen vergleichsweise feuchten Gegenden.

36. Lila - Dezember 2, 2010, 22:26

Die Türkei hat ungefragt Hilfe angeboten, so heißt es wenigstens in den Medien. Es würde mich freuen, wenn die jahrelang gute Zusammenarbeit mit der Türkei unter solchen Bedingungen wiederbelebt würde.

Ich habe kurz geschlafen, und jetzt sagt mir Y.: die Toten sind Drusen, fast ausschließlich. Da dreht sich einem das Herz um. So ein kleines tapferes Volk – 40 junge Menschen verloren.

Und mehr über Ahuva, aus unserem Moshav.

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3993445,00.html

37. knut - Dezember 2, 2010, 22:33

Hallo S.
Mir fällt gerade nichts kluges zur Situation ein, ausser natürlich dass ich an euch und die anderen denke. Knut

38. Ulrich J. Becker - Dezember 2, 2010, 22:33

Achtung, weiterer Brandherd in Nordisrael…

39. grenzgaenge - Dezember 2, 2010, 23:07

Einfach … Mir fehlen die Worte …

40. Piet - Dezember 2, 2010, 23:07

Mir fehlen die Worte angesichts dieser Katastrophe. Ich drücke fest die Daumen, dass ihr das Feuer bald in den Griff bekommt, und v.a., dass nicht noch mehr Menschen sterben müssen!

41. Feuerwalze in Israel (Gebetsanliegen) « grenzgaenge - Dezember 2, 2010, 23:15

[...] Online Zeitungen aus Israel geklickt. Es sieht nicht gut aus. Auch Lila berichtet regelmässig über das Geschehen. Bitte betet für die Menschen im Norden von Israel. DANKE [...]

42. Malte S. Sembten - Dezember 2, 2010, 23:21

36. Lila – Dezember 2, 2010, 22:26

Die Türkei hat ungefragt Hilfe angeboten, so heißt es wenigstens in den Medien.

Das ist überraschend (finde ich) und erfreulich.

Es würde mich freuen, wenn die jahrelang gute Zusammenarbeit mit der Türkei unter solchen Bedingungen wiederbelebt würde.

Auch mich würde das freuen. Aber so lange Erdogan die Türkei anführt, wird die Freude warten müssen.

43. Malte S. Sembten - Dezember 2, 2010, 23:23

35. Silke – Dezember 2, 2010, 22:14

Deutschland wurde vielleicht nicht gebeten, weil wir vermutlich nicht gerade die größten Experten in der Bekämpfung von Waldbränden unter solchen Bedingungen sind.

Stimmt. Das könnte sein!

44. grenzgaenge - Dezember 2, 2010, 23:47

Der Kibbutz Bet Oren. Abgebrannt. Ich erinnere mich an ein paar schöne Tage dort. Wirklich ein unglaublich schöner Ort. Nun: Vernichtet ! Ich kann es nicht glauben !

45. P.-M. Menzler - Dezember 3, 2010, 0:01

Es tut mir so unendlich Leid!

46. Ralf - Dezember 3, 2010, 0:04

Was die Onlinepresse in Deutschland angeht (zu Malte, Nr. 16): Spiegel hatte die Meldung schon am Nachmittag auf der Startseite, zwischendurch dann mal ohne Bild und anfangs etwas weiter oben als jetzt; auch auf der Startseite, stets mit Bild, finde ich das Thema bei der Süddeutschen, der Welt und dem Tagesspiegel.

47. Silke - Dezember 3, 2010, 0:12

Foto von commenter Vandoren bei EoZ – für mch als Laiin sieht das aus als gäbe es mehrere Brandherde

http://pics.livejournal.com/plasmastik/pic/001x6ead

Muqata blogged live – ist das extra Feuer das um 10:38?

muqata.blogspot.com/2010/12/raging-fire-in-northern-israel-causes.html

In meinem Dorf hatten wir mal nen Feuerteufel – krank ist das, komplett krank.

48. mibu - Dezember 3, 2010, 0:34

Seit heute nachmittag wird stündlich in den Radionachrichten des SWR darüber berichtet. Es ist bedrückend.
Ob wir aus Deutschland geeignete Hilfe leisten können, weiss ich nicht. Frankreich, Spanien und Italien haben grosse Erfahrung und entsprechende Flugzeuge zur Bekämpfung großflächiger Waldbrände und Griechenland wird hoffentlich nach den letzten katastrophalen Bränden seine Kapazitäten ausgebaut haben.
Bei unseren südlichen Nachbarn waren es leider oft Immobilienspekulanten oder schusslige Touristen, die solche Brände ausgelöst haben. Wilde Mülldeponien leider auch. Zumindest in Frankreich sind sie bei solchen Dingen inzwischen sehr streng.
Die oben erwähnten Auslöser sind ja schon kriminell dumm. Aber aus Hass solche Brände zu legen. Wenn das Schule macht, wird’s sicher nicht lustig.

Ich kann mich selbst an drei schwere Brände erinnern, ein ehemaliger Bauernhof in einer Kleinstadt, eine Mühle und ein Hochschulgebäude. Bei letzteren beiden bestand Explosionsgefahr, doch man kam mit dem Schrecken davon.

Den Menschen und der Natur in der betroffenen Region wünsche ich rasche, wirkungsvolle Hilfe und schnellen Erfolg bei der Bekämpfung der Brände.

49. Jakobo - Dezember 3, 2010, 0:36

Hallo Lila:
Ich hoffe dass das bald unter kontrolle kommt.

Von den angelegten braenden habe ich auch noch nie gehort. weder von den nachrichten noch ueber bekannte.

ich freue mich sehr und bin auch erleichtert darueber dass die tuerkei hilfe angeboten hat.

Jakobo

50. yael1 - Dezember 3, 2010, 0:36

Ich würde euch gern ein wenig von dem Schnee aus Europa abgeben, wenn das nur ginge. Dort extreme Hitze und hier ein so früher Wintereinbruch. Irgendwie läuft alles aus dem Ruder.

51. mibu - Dezember 3, 2010, 0:42
52. Jakobo - Dezember 3, 2010, 0:44

“Es würde mich freuen, wenn die jahrelang gute Zusammenarbeit mit der Türkei unter solchen Bedingungen wiederbelebt würde.”

Nicht nur in Israel… ich kann mich noch erinnern als mein vater mir einmal gesagt hat “vom scheisstuerken zum drecksjud ist es ncith weit” und ich hatte in arbeit und schule immer viel kontakt (wenn auch wenige freundschaften) mit tuerken die ueberhaupt nichts ueber die shoah wussten aber genauso von ihren eltern gelernt haben das wenn sie frueher nach deutschland gekommen waeren dass es sie dann genauso erwischt haette.

53. Lila - Dezember 3, 2010, 1:10

Ich kann nicht schlafen. Draußen heult der Wind. Der Sternenhimmel ist atemberaubend und klar, und das Feuer ist nach wie vor zu sehen, aber weniger. ES frißt sich wohl in die andere Richtung weiter.

Kroatien, Aserbeidschan, Ägypten und Jordanien haben Hilfe versprochen und schicken Löschflugzeuge. Bulgarien, Griechenland, sie wollen alle helfen. Wir sind dankbar. Die Türken waren wohl das erste Land, das Hilfe angeboten hat. Hochanständig von ihnen. Ich bin so froh, daß sie sich in dieser Krise als so anständig und menschlich erweisen. Wir werden das bestimmt nicht vergessen. Es ist zwar wesentlich weniger erhebend, Hilfe anzunehmen statt sie zu geben, aber auch das muß man können.

Denia wird evakuiert, eine feine Wohngegend in der Nähe der Uni.

Was für ein bedrückendes Gefühl. Ich denke auch an die vielen Pferde im Reitstall von Bet Oren, die im Feuer gestorben sind, an die vielen Tiere, die Kuhställe in Nir Etzion, die in Gefahr sind.

Die Journalisten, die sonst gewohnheitsmäßig Netanyahu in Stücke reißen, geben zu, daß er sich der Krise gewachsen zeigt. Seine knappe Pressekonferenz von der Uni Haifa aus war phrasenfrei und sein Beitrag zur Organisation internationaler Hilfe soll schnell, energisch und effektiv gewesen sein.

Selbstverständlich wird, wenn das letzte Flämmchen besiegt ist, das große Schlachten stattfinden, und wohl zu Recht. Die Feuerwehr warnt seit Jahren, daß der jahrelange Sparkurs sich mal grausam rächen wird. Und heute sehen wir, daß sie Recht hatten. Diese Katastrophe war vorhersehbar. Mene, mene, mene tekel.

54. yael1 - Dezember 3, 2010, 1:13

Schön, dass die alle helfen und wenigstens hier mal die Politik keine Rolle spielt.

55. mibu - Dezember 3, 2010, 2:22

Haaretz hat einen sehr anerkennenden Artikel über Fr.Tomer veröffentlicht.

56. Malte S. Sembten - Dezember 3, 2010, 2:56

53. Lila – Dezember 3, 2010, 1:10

Kroatien, Aserbeidschan, Ägypten und Jordanien haben Hilfe versprochen und schicken Löschflugzeuge. Bulgarien, Griechenland, sie wollen alle helfen. Wir sind dankbar. Die Türken waren wohl das erste Land, das Hilfe angeboten hat. Hochanständig von ihnen.

Eigentlich normal, wenn man an die bis vor kurzem noch guten Beziehungen zwischen Israel und der Türkei denkt, und an die israelische Hilfe für die Türken vor zehn Jahren. Aber angesichts der durch Erdogan vergifteten Atmosphäre muss man diese Reaktion der Türken anerkennen.

Ich bin so froh, daß sie sich in dieser Krise als so anständig und menschlich erweisen.

Ich glaube, bei “Naturkatastrophen” (auch wenn sie sich mitunter als von Menschen ausgelöst erweisen), entsteht eine Art “Ursolidarität” zwischen den Menschen, sogar unter Feinden, die rein von Menschen gemachte Katastrophen wie Krieg und Terror nicht auslösen.

Wir werden das bestimmt nicht vergessen. Es ist zwar wesentlich weniger erhebend, Hilfe anzunehmen statt sie zu geben, aber auch das muß man können.

Das stimmt. Man verdient lieber Dank als ihn zu schulden. Aber mit dem Dank ist es wie mit anderen Dingen: man muss nicht nur zu nehmen, sondern auch zu geben bereit sein.

57. Hartung - Dezember 3, 2010, 10:21

Mein Gott. Furchtbar!
Ich wünsche Euch viel Erfolg und Glück bei der Bekämpfung der Flammen. Mein Beileid gilt den Angehörigen und Freunden der Opfer.

58. Feuer im Karmelgebirge « Vacatio - Dezember 3, 2010, 10:24

[...] lila hat dazu schon einige Artikel verfasst, welche hier und hier nachzulesen [...]

59. Ralf - Dezember 3, 2010, 11:58

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